lautwandel 53 Wörterbücher · 2,7 Mio. Artikel
Wildcard · " Volltext

Aggregat · alle Wörterbücher

serviette

nhd. bis spez. · 11 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
11 in 11 Wb.
Sprachstufen
6 von 16
Verweise rein
13
Verweise raus
17

Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

serviette f.

Bd. 16, Sp. 629
serviette, f. tellertuch, tuch, das man beim essen über den schosz legt oder am halse befestigt, um die kleidung vor flecken zu schützen und mund und hände daran abzuwischen, s. Kinderling 149. Adelung. öconom. lexicon2 2720 f. Jacobsson 4, 147a. lehnwort aus dem franz., s. Weigand 2, 702, der es zuerst aus Schuppius (1657) zu belegen weisz. es findet sich aber schon im 16. jahrh., zuerst in ganz franz. form zum 21. juli 1510: item adi 21 luio schenckt dem abt von Halszprun ein stück der fein servietes von Lion, nemlich 12 faczolen. Tucher haushaltbuch s. 79 Loose (s. auch s. 74, anmerk. 1, und s. 81). das diminutiv vom jahre 1542, s. unten. ferner: serviet, hantwêl, mantile, mantelium. Chytraeus nomencl. lat. sax. (Rostock 1582) 405; höffliche leute schlecken, oder belecken die lefftzen nicht mit ausgestreckter zunge, sondern wischen sie mit der servieten (tellertüchlin, mapellâ, mapullâ) ab. Comenius sprachenth. 559; mantelium, mantellum et mantile .. ein salvet, servet, facinetlein, tellertüchlein, daran man die hände träugt. Corvinus fons lat. 389a; serviet, ein teller-tuch, vom französ. serviette, und dieses vom lat. servire. sonderlich, weil die aufwärter und diener dergleichen tücher an sich, oder in händen haben, mappula. Frisch 2, 265c; er kont nicht mit den gemodelten, labirintischen servieten unnd fatziolen umbgahn. Garg. 45a; jung geschwind ein serviet her. Schuppius 109; jucha sind dünne kuchen, fast als pergament, ... die gebrauchen sie (die Perser) erst an statt der servietten oder vortücher, wischen die fetten finger daran. Olearius persian. reisebeschr. 313b (ähnlich auch 225b); es (die coiffure) sicht eben ausz, wie gefaltene servietten, wie man sie ahn den teütschen höffen macht, wan frembde kommen. Elis. Charlotte 3, 559; es sicht eben ausz, alsz wen 3 gefaltene servietten über einander legen. 571; diese hat mich gebeten, den mittag mit ihr ganz allein auf der serviette zu speisen. Weisze lustsp. 2, 253; die germanische hausfrau lernte schon damals tischtücher und servietten in ihrer truhe zu bewahren. Freytag bilder 1, 281; das garn ist auch schon zugericht zu tischtuch und servietten. wunderh. 2, 256 Boxberger. zuweilen in entstellter form, so mit ausgeworfenem i servete. die modos, die man zu tischtüchern, serveten, handzwehlen, thresortüchern zugebrauchen pflegt, sind mancherley, als augicht, würffelicht u. s. w. Garzoni piazza univ. (1641) 568a. vgl. Weigand a. a. o. im diminutiv: vi elen geblumte leinwandt vor ii fl. zw seruetlein. Leipz. stadtrechn. 1542—3 fol. 162b; mantile, handzwehel, servetlin, handtuch. Golii onomast. (1582) 319; die ersten leuthfresser (anthropophagi) ... trincken ausz den hirnschalen der menschen, unnd brauchen die haut sampt den haren für bruost tücher, oder servetlein, daran sie die hend wüschen. Heyden v. Dhaun Plinius s. 7. andern ursprung hat vielleicht die form salvet(t)e, s. daselbst th. 8, 1704, vgl. auch tischsalvet th. 11, 519. — als verdeutschung ist in der ältern sprache, besonders oberdeutsch, handzwehle üblich, vgl. daselbst (th. 4, 2, 431) und oben (mhd. twehel s. Schultz f. leben2 1, 370, 5); am allgemeinsten üblich ist tellertuch, s. theil 11, 242; vereinzelte versuche sind mundtuch und träufeltuch, s. Campe erg.-wb.mundartlich z. b. schweiz. sérwiete Seiler 268a, luxemb. servét, f., plur. -en (auch für 'arschwisch') Gangler 415. verbreiteter ist salvet(te), s. das.; so auch thür. salfêde, -fède, -faede, -salviède (med salfêde ze sàin, mit respekt zu sagen, salva venia) Hertel 44. sprachschatz 228. — dazu servietten-bänder 'sind bänder, die die frauen, welche kostgänger halten, an das ende der servietten knüpfen, um immer zu erkennen, wem sie zugehöre'. Schultz alltagsleben s. 189 (jetzt in familien zu ähnlichem zwecke serviettenringe); servietten-presse, f. zum einpressen und aufbewahren von servietten. ebenda. öconom. lexicon2 2721. Jacobsson 4, 147a; nöthigenfalls würde durch bündelschnüren und serviettenverpackung dafür gesorgt werden, dasz küsterei in ihren gerechtsamen keinen schaden erlitte. Immermann Münchh. 3, 34. — selten in andern verwendungen, so im handelswesen für ballen; in der chirurgie serviette mit dem scapulier für eine art binde, s. Jacobsson 7, 341a.
4278 Zeichen · 117 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Serviétte

    Adelung (1793–1801) · +2 Parallelbelege

    Die Serviétte , plur. die -n, aus dem Französ. Serviette, ein Tuch, dessen man sich bey dem Essen bedienet, den Mund und…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Serviette

    Goethe-Wörterbuch

    Serviette kleines, viereckiges (aus feinerem Stoff gewebtes u meist gestärktes) Tuch a als Teil der Tischwäsche u Zubehö…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Serviette

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Serviette , Leinentücher, lang, viereckig, um bei Tische auf den Schooß gelegt oder vor die Brust gesteckt zu werden.

  4. modern
    Dialekt
    Serviettef.

    Pfälzisches Wb. · +2 Parallelbelege

    Serviette f. : ' Tuch zum Mundabwischen beim Essen ', Serviett (sęʳwiˈęd) [ LU-Neuhf Opp SP-Heiligst ], Seʳvijett (sęʳwi…

  5. Sprichwörter
    Serviette

    Wander (Sprichwörter)

    Serviette Er will eine Serviette über den Krater eines Vulkans heften.

  6. Spezial
    Serviette

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Ser|vi|et|te f. (-,-n) serviet (-ec) m. , tovaiöl (-öi) m.

Verweisungsnetz

28 Knoten, 26 Kanten

Tap auf Knoten öffnet Detail · Drag zum Umpositionieren · Scroll zum Zoomen

1-Hop 2-Hop
Filter:
Anchor 3 Kompositum 17 Sackgasse 8

Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit serviette

2 Bildungen · 2 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

serviette‑ als Erstglied (2 von 2)

Serviettenkloß

Meyers

serviette·n·kloss

Serviettenkloß , ein Pudding, der, in einer mit Butter bestrichenen Serviette eingebunden, in siedendem Salzwasser gekocht wird.

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „serviette". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 14. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/serviette/dwb
MLA
Cotta, Marcel. „serviette". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/serviette/dwb. Abgerufen 14. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „serviette". lautwandel.de. Zugegriffen 14. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/serviette/dwb.
BibTeX
@misc{lautwandel_serviette_2026,
  author       = {Cotta, Marcel},
  title        = {„serviette"},
  year         = {2026},
  howpublished = {lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern},
  url          = {https://lautwandel.de/lemma/serviette/dwb},
  urldate      = {2026-05-14},
}