goldstein,
m. ,
heute ungebräuchlich, bei Adelung
vers. 2 (1775) 747
schon auf die umgangssprache eingeschränkt. 11)
in älterer sprache was edelstein: so zimberost du super fundamentum aurum (kolt), argentum (silbir), lapides preciosas (tiure goltsteina) Notker 2, 339, 7
P., vgl. 1. Kor. 3, 12; guotiu uuerch, dei in demo fiure also statig sin samoso golt unde silber unde goltsteina
ders. 3, 402, 2
P. hierher wohl auch Annolied 656 (
s. den erstbeleg s. v. goldschmied 1)
und der folgende beleg: do bat er vnsern herren got, daz daz holtz golt wart und die kieselinge zv goltsteinen. do sprach sente Johannes zv zin: nv get zvn goltsmidin vnd versuchit daz golt vnd daz goltgesteine ob iz guot vnd gebe si
dt. predigten d. 13.
u. 14.
jhs. 78
Leyser. gewöhnlich auf einen goldglänzenden edel- oder halbedelstein eingeschränkt; meistens für den topas oder chrysolith: topazion goltstein (13.
jh.)
ahd. gl. 3, 359, 29
St.-S.; '
chrysolith, gold-stein,
ist ein edler stein, der seinen nahmen daher bekommen, weil er an farbe dem [] golde gleichet; wiewohl er doch dabei etwas grünlicht ist. die alten nannten ihn einen topasier'
Noel Chomel öcon. lex. (1750) 2, 1112.
der chrysolith galt als freundschaftsfördernd (
vgl. Schade
adt. wb. 2, 1380
aff.): alse solte ... der schütze im schmaragd ansehnlich machen, die zwillinge im goldsteine einem freundschafft ... zu wege bringen Lohenstein
Arminius (1689) 2, 404
b.
dass. wie blutstein (
s. d.):
bolus (15.
jh.) Diefenbach
gl. 78
b;
ebenso im Lichtentaler gloss. (15.
jh.)
in: zs. f. dt. wortf. 9, 208.
dass. wie '
bernstein', '
agstein'
: electrum (
md. 14.
jh.) Diefenbach
gl. 197
d;
agates (15./16.
jh.)
ebda 17
b.
für karfunkel und jaspis: als smaragdus ist ein kupfferstein, carbunculus oder jaspis ein goldtstein Paracelsus
opera 2, 36
a Huser. 22) '
goldhaltiger stein', '
stück golderz'.
in dieser bedeutung nur schwach belegbar, lexikographisch zufrühest bei Adelung
versuch 2 (1775) 747: das gediegene gold in quarzmassen eingeschlossen ... diesz ist der goldstein der neger Ritter
erdkde (1822) 1, 361. 33)
auch für den '
stein der weisen',
vgl. s. v. stein II A 9,
sp. 1974: der goldstein machet gold dasz mit der welt vergeht: der ekstein einen bau der ewiglich besteht Angelus Silesius
cherub. wandersmann 76
ndr.; das 7. kap. handelt von der beschaffenheit ... eines goldsteins
allg. dt. bibl. (1765) 21, 234;
vgl. auch s. v. golden E 4,
sp. 764. 44)
am häufigsten in der bedeutung probierstein (
s. d.)
belegbar; coticula (1517) Diefenbach
gl. 154
a;
lydius lapis ein goldstein,
darmit man das gold probiert Frisius
dict. (1556) 789
b;
heraclius lapis ebda 626
b;
ebenso in andern wbb. des 16., 17.
u. 18.
jhs.: zuletzt das goldt, das im boden der scherben gesessen ist, herausz zogen vnnd widerumb erkült, reib auff dem goldtstein, das du wissen mögest, wie viel silbers in jhm sey Ph. Bech
Agricolas bergwerckb. (1621) 198.
auch allgemeiner vom material des goldsteins,
dem schwarzen kieselschiefer oder basalt: in der stat ist ain closter ... darinn ist ain brunn, darbei ist ain trog oder nuesch (=
nische), da das waszer in lauft, ist ain rechter goldstain, daran man guldin und golt streicht und versuecht (
Augsburg 15.
jh.)
städtechron. 5, 110, 9; item die seulen zu sanct Michael ... sind all von einem stuck des schwarzen, schönen goldstains gemacht (1520) Dürer
nachl. 120
Lange. literarisch vor allem in übertragener bedeutung: (
die hl. schrift ist) der goldstein, an dem man yegklichen geist beweren musz Capito
antw. auf Tregers vermanung a. d. eidgenossensch. (1524) G 4
a; an disen goldstein, Christum, strych aller menschen ansehen, ratschlag und urteil Zwingli
dt. schr. 1, 178
Sch.-Sch.; vgl. 1, 177;
sprichwörtlich: dann wie der goldstein das goldt, also probiert gold vnd geld die leut S. Franck
sprichw. (1541) 2, 154
a. 55)
dasselbe wie goldglätte (
s. d.),
analog zu silberstein 1 (
s. d.);
nur spärlich bezeugt: litargirum goltstain (13.
jh.) Diefenbach
gl. 333
b; goldstein
crysocollum, chryisites Ruland
lex. alch. (1612) 93.
vgl. ferner '
spodium, id est, cinis auri, goldstein' Ruland 442
mit Diefenbach
gl. 333
b: goltascha,
das neben goltstain
für litargirum steht; daher offenbar miszverstanden: 'goldstein
wird der chrysolit genennet, ... Rulandus in seinem alchymischen lexico gedencket eines goldsteines,
so er cinerem auri nennet' Minerophilus
bergwerckslex. (1730) 306.