schmitzen,
verb. schlagen, streichen, bestreichen, beschmieren, beflecken. intensivbildung zu schmeiszen (
s. dieses);
mhd. smitzen
mhd. wb. 2, 2, 433
b. Lexer
mhd. handwb. 2, 1016;
ahd. bismizzen,
beschmieren, bestreichen, beflecken Graff 6, 837;
in gleicher bedeutung ags. smittian,
mnl. smitten, smetten,
beflecken (Oudemans 6, 366),
neunld. smetten;
mnd. smitten,
beschmutzen, flecken Schiller-Lübben 4, 264
b;
ebenso neund. smetten ten Doornkaat Koolman 3, 229
a,
aus dem nd. stammen wol dän. smitte,
anstecken, beschmutzen, beflecken, abfärben, schwed. smitta.
nahe berührung in bildung und bedeutung zeigen hochd. schmutz, schmutzen.
mhd. smutzen
bedeutet auch schlagen, vgl. Lexer
mhd. handwb. 2, 1020. Maaler 358
c verzeichnet smützen
in der bedeutung perstringere aliquem, die sonst mit schmitzen
verbunden wird. ebenso in anderen alemannischen quellen (
vgl. auch schmitzer 1): da hat er das betbuoch vor ungedult wider die erd geschmützt. Franck
chron. (1531) 314
a; aber du Sanherib, wän hast du geschmützt oder geschmächt.
Züricher bibel Jes. 37; wann er hat gold und gelt genuog, der wirtz dapffer auszher schmützen. Gengenbach 21, 355;
gleiche aussprache bezeugt Bühler
Davos 1, 126. 141.
zweifelhaft ist, ob folgender beleg aus md. gebiete hierher oder zu schmutzen,
mit schmutz bewerfen, gehört: im rücken schmützen und von fornen schmücken. Logau 1, 184, 74. schmitzen
ist der neuhd. entwickelten schriftsprache nicht vertraut, wenn es auch gelegentlich in characteristischer wendung gebraucht wird. schon Steinbach 2, 467
bezeichnet es als landschaftlich, ebenso Adelung.
dagegen wird das wort, wie aus den unten gegebenen belegen ersichtlich ist, noch in der schriftsprache des 16.
jh. auszerordentlich oft gebraucht, unter anderen verwendet es H. Sachs
sehr oft. die bedeutung des schlagens, werfens ist dem niederd. gebiete fremd, vereinzelt sind stellen wie die folgende: dar ik ene moghe besmytten mit myme vresliken swerde.
Redent. ostersp. 156.
diese anwendung ist mehr auf md. und hochd. gebiete heimisch. umgekehrt tritt hier die bedeutung beschmieren, beflecken zurück. während das verb. schmitzen
in der entwickelten nhd. schriftsprache ungebräuchlich wurde, ist das part. verschmitzt
in adjectivischem sinne übernommen (
s. verschmitzt
und das auf gleicher bedeutungsentwicklung beruhende verschlagen).
eine ähnliche vorstellung liegt zu grunde, wenn sich schmitzen
den sinn von '
sich zur klugheit durch üble erfahrung erziehen'
aufweist: der narr kem doch sonst nicht zur witz, ehe denn er sich am schaden schmitz. Rollenhagen
froschm. (1595) Ji 4
b; geschmitzt
auf etwas, vorbereitet, zur wehr geschult: das du allzeit uff jn geschmitzt und gerüst seiest, daʒ er dich nit übereil und in deinem vortheyl angreiff. Franck
kriegbüchl. des friedes 155
a.
im tirol. bedeutet geschmitzt
schnell, flink, gewandt: a g'schmîtzt's bürschl. Schöpf 632. 11)
schlagen, heftig bewegen, werfen u. ähnl. schmitzen,
allidere, cum impetu projicere, torquere verbera et arma, ejaculari, plagis perjicere Stieler 1875. 1@aa)
schlagen, treffen, im eigentlichen sinne: smytzen,
cedere, verberare. voc. von 1482
bei Lexer
mhd. handwb. 2, 1016; etwas entzwey-, zerschmitzen Stieler
a. a. o. in neuerer sprache, soweit es überhaupt üblich ist, mit der beschränkung, dasz ein schlagen mit einem biegsamen, geschmeidigen, zurückschnellenden werkzeuge (
vgl. schmitz
und schmitze)
gemeint ist: einen mit der gerte, das pferd mit der peitsche schmitzen. Campe; mit der peitsche schmitzen. Schm. 2, 561,
vergl. cimbr. wb. 233
a. Bühler
Davos 1, 126. Bernd 268;
thür. schmetzen Regel 262. Hertel
Salzung. wb. 41;
schles. schmitzen Weinhold 86
a. Liesenberg 197;
eine belustigung der knaben ist, sich gegenseitig auf die finger zu schmitzen,
wobei einer mit zeige- und mittelfinger auf die flach hingereichten gleichen finger eines andern schlägt Frischbier 2, 299
a; einen schmitzen,
ihn schlagen, besonders mit der ruthe, einen züchtigen, vgl. Schm. 2, 561.
ohne object: und schmitzen mit iren geiseln riemen, das mancher umb ein aug mocht kemen.
fastn. sp. 381, 25;
von einer ausschlagenden kuh: und als wir straichten pei der kuo, schmitzt si mit paiden fueszen zuo.
fastn. sp. 335, 4.
mit angabe der stelle, wohin der schlag trifft: ee ich dich werd in das antlutz smitzen.
fastn. sp. 49, 17; dennoch wolt ich in in sein prottaschen (
maul, th. 2,
sp. 406) smitzen. 76, 27; doch strigelt mancher offt so ruch, das jnn der hengst schmytzt jn den buch. Brant 100, 26.
auch von einem schlage, der mit einem schneidenden werkzeuge ausgeführt wird: du must nicht mit der schneid drein schmiczen, mit messern hawen oder stechen. H. Sachs
fastn. sp. 5, 148, 334
neudruck; daher so viel als ritzen: und dut ir ein loch in den wolffspelz schmitzen.
meisterl. fol. 23,
nr. 249,
oder verwunden (
von einem streifschusse): durch sein rechten hüff ging der ain (
pfeil), mit dem andern wart er geschmiczt, doch nür sein rechter arm verriczt. Beheim
buch von den Wienern 177, 25. 1@bb)
werfen im eigentlichen sinne: zu boden schmitzen Schöpf 632,
vgl. cimbr. wb. 233
a.
übergang von der bedeutung schlagen her zeigen stellen wie die folgende: das geschach nahet bei der kue, die schmitzt mit baiden füszen zuo, schmitzet uns den kubel an den kopf.
fastn. sp. 274, 12. etwas auf die erde schmitzen Kramer
deutsch-ital. dict. (1702) 2, 612
b,
vgl. Schm. 2, 561; hinschmitzen
für hinschmeiszen,
projicere Frisch 2, 209
c; weil das rosz .. sie sonst uff den ars setzt und boden schmitzt (
ein wider den, zu
o. ähnl. ist wol aus versehen ausgelassen). Franck
sprichw. 1, 159
b; schmitzt allhand ein goltgülden oder fünff auff den tisch. Kirchhof
wendunm. 1, 234
Österley; wolt er in die milch ins angesicht schmitzen. 241; erwüschete jener ein zimlich weinglasz, schmitzt es diesem ins visier. 265; schmitzet er sie dorthin, unnd gab jhr einen backenstreich.
buch der liebe 208
d; indem so schmitzet der windt das dach vom hause. Rivander
exempelb. 2, 147
b; sam der ain frosch het auf geschlizt und in wider den poden schmitzt. H. Sachs
fastn. sp. 2, 83, 38
neudruck; wil gleych die kesz in korb nein schmitzen. 3, 90, 125; er schmiczt den haffen an die went.
fab. u. schwänke 1, 509, 46
neudruck; in eil thut er mit seinem donnerpfeil sie all zu boden schmitzen. Opel - Cohn 163, 50. mit etwas schmitzen,
unter angabe des zieles: wan sie würft oft mit heffen nach mir, so schmiz ich den mit dellern zu ir. H. Sachs
fastn. sp. 1, 156, 278
neudruck; so wüerff ich den mit delern zu ir, so schmitzt sie den mit heffn zu mir.
fab. u. schwänke 1, 550, 134
neudruck. 1@cc)
freiere anwendung, übertragung, besonderheiten. 1@c@aα)
niederwerfen, schlagen, züchtigen in weiterem sinne (
vgl. Lexer
mhd. handwb. 2, 1016): ein könig der gerechtickeyt von nu ann bisz in ewigkeyt, die gottloszen wirdt er schmitzen.
M. Vehe 102. sich schmitzen,
sich strafen, sich in ungelegenheit bringen: denn gschichts, das er sich selber schmitzt, und bey dem stul darnider sitzt. B. Waldis
Esop. 3, 93, 233
Kurz. anders, sich peinigen, quälen: darumb hat sich S. Augustin wunder sehr bemühet und geschmitzt. Luther
tischr. 376
a;
mit drücken
verbunden: das jr euch nütze machen wollet, und uns damit so schmitzen, und drücken.
schriften 5, 90
a. 1@c@bβ) zusammen schmitzen,
zusammen schlagen, so dasz es haftet, endgültig zusammenfügen: den pfarrer aber hol der Fritz, dasz ers vollend zusammen schmitz. H. Sachs
fastn. sp. 3, 118, 146
neudruck. 1@c@gγ)
in besonderer anwendung, ein schnelles zückendes bewegen bezeichnend: das zünglin gan sy im spitzen, in den mund schmitzen. O. v. Wolkenstein 29, 2, 32.
heimliches bewegen: vorab wann sie im zechen sitzen, thuo ich mich haimlich zu in schmitzen. Montanus
Fulvius u. Gisippus E 2. 1@c@dδ)
die bedeutung werfen geht in die von schieszen über: ich wurd mit pöltzen zu im schmitzen in schiszen fur ein aglaster.
fastn. sp. 1275; (
ich) schmicz in in (
in ihn) ein fiderling (
pfeil, bolzen) das sein sel ms im gras umb hüepfn. H. Sachs
fastn. sp. 7, 9, 238
neudruck. 1@c@eε)
intransitiv, in heftiger bewegung niederfahren, hinfallen: da ward ein donner und ein plitzen, das fewer thet auff erden schmitzen. H. Sachs 2 (1591), 1, 2
d; da sich der himel umb und umb umbzug mit wolcken ungestümb, darausz mit donner und mit plitzen ein ungewitter thet her schmitzen. 5, 383
a. hinschmitzen,
hinschlagen, hinfallen als oberd. bei Adelung. schmitzen,
intrans. im sinne von schnellen: ein lautenschläger zersprenget eine quint saite, die schmitzte Clausen in das angesicht.
Claus narr (1602) 308. 1@c@zζ)
ganz besonders häufig ist schmitzen
in älterer sprache in dem sinne von: verletzend treffen, schmähen, verleumden u. ähnl.; liegt hier der begriff des schlagens zu grunde, so kann von der bedeutung beflecken aus (
s. unten 2,
f)
sich eine ähnliche anwendung entwickeln; daher ist nicht überall zu entscheiden, welche sinnliche anschauung zu grunde liegt: schmitzen,
iacere dicta in aliquem, mordere, cavillari Dasyp.; schmützen, einem sein hertz verseeren unnd verwunden,
perstringere aliquem; du schmützest yedermann,
dicteria dicis in omnes; einen schmützen, verspotten; einen an der gemeind schmützen, unnd mit nammen härfür ziehen und beschreyen,
compellare in concione Maaler 358
c; schmitzen,
schänden Ulneri
phrases (1589) 362; schmitzen ...
falsum crimen, quasi venenatum aliquod telum, in aliquem jacere Stieler 1875; so swyget alle! ich sal en smytzen mit worden.
Karlmeinet 211, 26; dasz er den frommen biderleut gefallen möcht zu jederzeit, und gar nit viel leut zu verletzen oder zu schmitzen ihm fürsetzen. Frischlin
Susanna 228; wenn man dich schmitzet mit eynem schmochwort, oder dich stroffet umb din gebresten. Keisersberg
bilgersch. 59
a; da wolten sie den herren damit verteidigen und schmitzen, und unwert machen gegen dem volck.
evang. (1522) 57
c; den Deutschen übel nachzureden oder sie zu schmitzen.
Zimm. chron.2 3, 350, 7; das sie ein wenig danckbar sich erzeigt, und uns in solchem artikel gelobet hetten, und nicht also mit blinden worten geschmitzt. Luther 5, 294
b; ich will schweigen, wie e. k.
f. g. damit geschmitzt und gepreckelt werden.
briefe 4, 240; fluchte und donnerte, schmitzte und schmähete.
ehe eines mannes 251.
an anderen stellen ist es zweifelhaft, ob die vorstellung des treffens, verletzens oder die des befleckens zu grunde liegt: so wolten si darumb an irem eide und eren nit gesmitzet sin. Grimm
weisth. 5, 617;
vgl. Lexer
mhd. handwörterb. 2, 1016; also schmitzest du uns an unser eer. Keisersberg
post. 2, 22
b. 1@c@hη)
das mit dem schlage verbundene geräusch wird in den bereich der bedeutung gezogen, so heiszt es: thüren oder fenster zuschmitzen. Spiesz 220. Hertel
Salzunger wb. 41.
bei H. Sachs
begegnet anschmitzen
im sinne von an die thür klopfen: schaw wer thut an der thür an schmitzen. 3 (1561), 3, 39
c.
mit der peitsche knallen Frischbier 2, 299
a,
s. schmitze 4. 1@c@thθ)
schlagen in verengter bedeutung: in Kärnten werden die bereits ausgeschlagenen getreidegarben noch mit dem schmitzer,
einem keulenartigen werkzeuge geschmitzt Lexer 222. 1@c@iι)
wie schmeiszen (
s. dieses 5,
c sp. 1008)
von schnellem, eiligem gange: do saumet er sich nit und schmitzet darvon und redet mit ihm selbst. A. v. Eyb
d. schriften 2, 101
Herrmann; ich dörfft wol einmals darvon schmitzen, mein weib und kinder lassen sitzen. H. Sachs
fastn. sp. 3, 22, 215
neudruck; so nimb dein gwentlich! schmitz darvon. 132, 232; wil eilendt auff den grama sitzen und in das paradeisz nein schmitzen. 14, 80, 27
Keller - Götze. weitere belege bei Schm. 2, 561;
landschaftlich noch gebräuchlich in oberd. gebieten: i pin gesmitzet ka Felie,
bin nach Velo geeilt. cimbr. wb. 233
b; g'schmitzt,
adv., schnell, im nu Schöpf 632.
vgl. auch schmitz 3. 22)
beschmieren, bestreichen, beflecken u. ähnl.; diese bedeutung tritt besonders im nd. hervor, während die anwendung im sinne von schlagen mehr hochd. ist. doch vgl. ahd. pismizzit,
delibutus, pismizzida,
maculae Graff 6, 837;
vgl. oben beschmitzen
theil 1,
sp. 1585. 2@aa)
in allgemeiner anwendung: maculare, besölen
vel smyczen Dief. 342
a; sich an etwas schmitzen, sich schmitzen im gesicht, sich die hände schmitzen; ich hab mich an die nase geschmitzt;
ruszige kessel und pfannen schmitzen,
machen ruszig, schmierig; redensart: die huren seynd wie kohlen; brennen sie nicht, so schmitzen sie doch. Kramer
deutsch-ital. dict. (1702) 2, 612
c; sich die hände schmitzen (
mit tinte, rusz) Adelung;
vgl. Kehrein 357; sich am rocke schmitzen; jemanden einen bart schmitzen (
mit rusz) Schmidt 197;
nld. smetten, besmetten,
maculare, inquinare Kilian;
ebenso mnd. smitten: de by dem peke gheid, de werd dar af ghesmyttet. Schiller-Lübben 4, 265
a; he hett sick smittet int gesicht. Richey 268; wer nich by de panne kumt, de smitt sick nich. Strodtmann 218;
vgl. brem. wb. 4, 867. Schütze 4, 130. Frommanns
zeitschr. 6, 480 (
Lippe). 2@bb)
sich absichtlich beschmieren, sich schminken: mynschen, de syk sulven vorschapen, de ere antlat maken unde smytten.
quelle bei Schiller-Lübben 4, 265
a. 2@cc)
übertragen auf krankheiten: de krankheit smetd,
eigentlich: sie befleckt, d. h. sie steckt an ten Doornkaat Koolman 3, 229
a.
vgl. smettelicke sieckte,
morbus contagiosus Kilian;
neunld. smetstof,
ansteckungsstoff, dän. smitte,
schwed. smitta
anstecken; engl. smittle
in gleicher bedeutung. 2@dd)
in eigenthümlicher wendung: alle ampte smytten (
bringen nebengewinn),
quodlibet officium lucri pinguedine crassum. quelle bei Schiller-Lübben 4, 261
b;
ob die in der lateinischen erklärung hervortretende wendung auch der deutschen wendung ursprünglich zu grunde liegt, ist zweifelhaft; hochd. flecken,
von statten gehen, ist jedenfalls nicht zu vergleichen (
theil 3,
sp. 1744);
s. auch klecken
theil 5,
sp. 1056. 2@ee)
färben, besonders schwarz färben: schmitzen,
noicir, annegrire Hulsius
dict. (1616) 286
a; schuhe schmitzen, felle schmitzen, ein par schwarz lederne hosen von neuen schmitzen lassen. Kramer
deutsch-ital. dict. (1702) 2, 612
c;
vgl. Steinbach 2, 467; schmitzen, schwarz machen, mit schwarzer und anderer farbe bestreichen; leder-, fellschmitzer. Frisch 2, 209
c; schmitzen
heiszt bei den handschuhmachern das leder so färben, dasz es wie sammet aussieht Jacobsson 7, 255
a; felle, hosen schmitzen; der fellschmitzer,
schwarzfärber Schm. 2, 561;
doch auch von anderer färbung: von einem kalbfell licht zu schmitzen; von einer bockshaut grün zu schmitzen.
quelle von 1644
a. a. o. vgl. auch Schöpf 632. Colerus
öcon. (1680) 684.
nach Weinhold 86
a nennt man buntgeflammtes gewebe in Schlesien geschmitztes zeug;
die bunten stellen sind hier strichartig angeordnet (
s. unten h und schmitze 5,
b). 2@ff)
schwärzen, färben in übertragenem sinne: das heiszet nicht rein und lauter den glauben gelert, sondern den glauben geferbet, geschmitzt, und gefälschet. Luther 6, 41
a; anschmitzen,
propr. allidere, deinde denigrare, et imputare; beschmitzen,
contaminare, culpam in aliquem conferre Stieler 1875; eines seinen guten namen schmitzen. Kramer
deutsch-ital. dict. (1702) 2, 612
c.
vielleicht gehört hierher die zu anfang aus Logau
angeführte stelle; sowol in anschmitzen (
s. theil 1,
sp. 446)
wie beschmitzen (
sp. 1585)
ist die bedeutung des werfens, schleuderns (
s. oben 1,
b)
wirksam. vgl. Pfister 259
unter schmitzlich. 2@gg)
wie schmeiszen 4,
a (
sp. 1006)
mit beziehung auf den kotauswurf: ich wil euch hie der muecken weren, das die fliegen nit auf euch sizen, eur zart angsicht euch zw schmizen. H. Sachs
fastn. sp. 2, 74, 128
neudruck. 2@hh)
striche machen mit tinte, kreide u. s. w. (
s. oben schmitz 7, schmitze 5,
b):
cretatus, creta infectus, mit kreiden gezeichnet oder geschmitzt. Alberus; kein wirth ist, er schieret die gäst, oder schmitzet mit doppeler kreyden. Lehmann 2, 179 (anschmitzer,
caupo iniquus, qui nimia mansionis pretia postulat Stieler 1876);
vgl. Kehrein 1, 357. Schmidt 197;
an letzterer stelle wird ein eigenthümlicher gebrauch beschrieben: '
insbesondere bey der gemeinde schmitzen,
um dadurch den thäter eines frevels zu erfahren. es wird, im gemeinen leben, höher wie ein handgelöbnisz, und fast so hoch wie ein eidschwur gehalten. wer nicht schmitzt,
oder schmitzen
will, der gibt sich dadurch für schuldig an'.
vläm. smetten,
eine linie ziehen; anstreicher benutzen eine mit kreide oder ähnl. bestrichene leine, sie wird an den beiden enden gespannt, in der mitte zurückgezogen und gegen die fläche geschnellt, auf der der strich gezogen werden soll. Schuermans
vlaamsch idiot. 631
b;
vgl. engl. smitt,
röthel. 2@ii)
wie schmieren
in verächtlichem sinne auf das schreiben übertragen: die, welch eitel hümpelwerck auff dʒ papir schmitzen, schmiren und besudlen. Franck
morie encomion 42
b. 2@kk)
nd. smitten
wird in gleichem sinne gebraucht wie schlichten (
s. dieses 9,
a sp. 672);
die weber smitten
die kettenfäden mit einer kleisterartigen masse, ehe sie weben (
s. schmitze 5,
a). Schiller - Lübben 4, 265
a. Strodtmann 217.
brem. wb. 4, 866;
in hochd. form bei Adelung (
unter schmitzen II, 1). 2@ll)
bei den buchdruckern: einen unreinen, schmutzigen abdruck liefern.