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muten

mhd. bis Dial. · 14 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
21 in 14 Wb.
Sprachstufen
6 von 16
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21

Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

muten verb.

Bd. 12, Sp. 2795
muten, verb. in mehreren bedeutungen. 11) ahd. muotôn und muoten (Graff 2, 699), mhd. muoten, einmal aus Augsburg vom j. 1397 auch mten (d. städtechron. 4, 162, 16, vergl. dazu unten 1, b, c) schlieszt sich als häufige durativbildung dem subst. muot in der bedeutung begehren, verlangen (vergl.mut 4, a, sp. 2789) an, ist aber im nhd. als einfaches verbum nur noch der ältern zeit, oder sonst der rechts- und gewerbssprache geläufig. 1@aa) muten, begehren, mit acc. der sache: (wiewol er) sich nicht versechen, dasz sie sölchs begeren, sonders etwas anders muten wurdind, wolt er doch siner zusagung nit hinder sich gan. Tschudy 1, 133a, mit acc., der aus früherem genitiv hervorgeht, welchen die ältere sprache neben präpositionalverbindungen mit an zeigt: swaʒ ich an si trôstes muote, daʒ hât si vür ungemach, unde spottet mîner klage. minnes. 2, 151b Hagen; die nachzügler solcher fügung zeigen sich nhd. bis ins 17. jahrh.: sie wurdint .. villicht sich wisen lassen, und begeben, des so wir an si muten wurdint, so wir bescheiden sachen an si brächtind. Tschudy 1, 358b; wo aber Galmy der ritter etwas der unehren an mich muten oder langen wolt, er mich in groszen ungnaden gegen jm finden würd. Galmy 28; als ich solches an sie mutet. 75; ich wil gar nichts unziemlichs an euch muten oder begeren. Wickram nachbarn 45a; so .. wolten sie den ritter uberfallen, erstlich guotlich an jn muhten, dasz er nach jrem willen leben wolt, wo er sich sein aber je widern wolt, sie jn mit gewalt darzu nöten und bezwingen. buch der liebe 252b; Bojorich liesz hierauf .. auf der seinigen gutachten an den könig Teutobach muthen: dasz er über den Rhodan, und mit ihm in Italien fortrücken möchte. Lohenstein Armin. 1, 907a; später noch in anmuten, th. 1, 410, soweit nicht vereinzelt und alterthümelnd das einfache muten erscheint: [] endlich darf ich von der guten minnelohn und gnade muthen. Haug in Schillers musenalm. 1796 s. 23. bairisch steht das wort absolut: das rindvih mutet, ist in der brunst. Schm. 1, 1696 Fromm. seltener war eines dinges zu einem muten, mhd.: ich wil wünschen der vil guoten, daʒ si lange müeʒe leben; des wil ich ze gote muoten, so hat er mir wol gegeben. minnes. 1, 96a Hagen; später in zumuten fortgesetzt, s. d., und vergl. auch das jüngere vermuten. 1@bb) in der sprache des lehnswesens, lehen muten, die übertragung desselben begehren: die lehn muten, renovationem feudi petere. Stieler 1299; so der rath und die von Magdeburg die lehn noch einmahl an unsern hern sinnen und muthen werden. Spittendorff 295 Opel; die heimfälle der lehen geschehen .. entweder (darum) dasz solche nicht zu rechter zeit gesucht, gemüthet, oder ohne des herrn wissen und consens in andere hände verpfändet, übergeben und verkaufet werden. Löhneys regierkunst (1679) 743b; it. wird auch muthen gesaget, wann ein vasall um die beleihung ansuchet, so alsdenn, die lehn muthen, oder der lehn folge leisten, heiszet. Nehring hist.-pol. lex. (1736) 779. 1@cc) in der bergwerkssprache: muthen, müten, verderbt mieden, miethen Veith bergwb. 345; muthen ist, wenn einer dem bergmeister durch einen zettel zu erkennen giebet, wie er in einer gewissen gegend, oder orte, auf dem gebürge in unverliehenen felde, eine fundgrube, maasen, stolln, wasser, puch- und schmiedestadt, oder eine ins freie gefallene zeche aufzunehmen und zu bauen begehret. mineral. lex. 392a; der bergkmeister gibt einer jetlichen gruben die gerechtigkeit disem der sie erstmalen gmuot hat. Bechius Agricola 62; das völker oder natürlich recht lest zu, das der erste finder der erste müter ist, wenn er sich nach der ordnung in ein frei feld, oder auf unverliehen gengen, bergleuftiger weise einlegt oder mütet. Mathes. Sar. 20b; auf dem nördlichen abhange im Elnbogner kreise findet man das gut Roggendorf, bei welchem ein eisenhammerwerk betrieben wird, dessen gegenwärtiger besitzer .. auf eisenstein muthete in dem Tepler stiftsbezirk. Göthe 60, 168. 1@dd) muten bei den handwerkern, die erlaubnis ein meisterstück machen zu dürfen und das meisterrecht nachsuchen: wenn ein geselle .. das handwerk muthet, oder bei demselben gebührende ansuchung thut, ihn zu dem meisterrecht zu lassen. Jacobsson 6, 614b. 22) muten, mut, stimmung, leben machen, beleben, stärken, in ermuten th. 3, 918, auch sonst von Göthe gewagt: wenn dies ding nicht, fortgesetzt, auf einen übermüthigen zustand hindeutet, wenn es den leser nicht auch nöthigt, sich über sich selber hinauszumuthen; so ist es nichts werth. an Zelter 608, und mit beziehung auf das vorhergehende übermütig. 33) muten in anmuten der neueren bedeutung, ansprechen, gefallen th. 1, 410, entwickelt auf grund der ebenfalls neueren bedeutung von anmut, anziehende, reizende lust, liebreiz (th. 1, 409), hat sich erst seit dem vorigen jahrhundert eingestellt, Wieland braucht die verneinende bildung unangemutet: des ritters grosze pflicht war jungfraun zu beschützen, und, wenn sein herz sich gleich unangemuthet fühlt, auf jeden ruf sein blut für jede zu verspritzen. 22, 119 (Oberon 3, 39), mit der erklärung 23, 345: unangemuthet, d. i. ohne eine anmuthung zu dieser person zu spüren, ohne dasz sein herz ihm etwas für sie sagt, ohne dasz sie ihn interessiert, und mit dem anspruch (s. 346), dasz er das wort in diesem sinne zuerst habe; es könne das fremde interessieren ersetzen, wenn unsere schriftsteller sich entschlössen, anmuten in dem sinne, worin es ansinnen oder zumuten heiszt (also oben 1, a), nie wieder zu gebrauchen. hessisch steht einfaches muten so: das mutt mich nicht, zieht mich nicht an, habe keine lust dazu. Vilmar 277. 44) das part. gemutet und gemütet ist umdeutung des adj. gemut, vergl. th. 41, 3293. 3328: sie würden um so viel mehr auch an ihrem hohen ort, darzu sie die evangelische stände schon gemuthet wüszten, zu einem hocherwünschten friedenszweck zu cooperiren gemeinet sein. Chemnitz schwed. krieg 2, 369.
5924 Zeichen · 96 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    mûtenswv.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +2 Parallelbelege

    mûten swv. mutare Dfg. 374 b , n. gl. 260 b , s. mûʒen.

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    muten

    Mnd. Handwb. (Lübben/Walther) · +5 Parallelbelege

    muten, sw. v. mausern, von Vögeln.

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Muten

    Campe (1807–1813) · +4 Parallelbelege

    † Muten , s. Campe 2. Mustern .

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    muten

    Goethe-Wörterbuch

    muten muth- rechtssprachl a lehnsrechtlich: förmlich um die Übertragung eines Besitzes als Lehngut ersuchen; mBez auf Go…

  5. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Muten

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Muten , um Verleihung eines Bergwerkseigentums in einem gewissen Felde bei der Bergbehörde nachsuchen. Das Gesuch heißt …

  6. modern
    Dialekt
    muten

    Pfälzisches Wb. · +4 Parallelbelege

    muten in an-, ver-, PfWB zumuten .

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit muten

31 Bildungen · 7 Erstglied · 20 Zweitglied · 4 Ableitungen

muten‑ als Erstglied (7 von 7)

Mutengeleⁿ

Idiotikon

Mutengeleⁿ Band 4, Spalte 552 Mutengeleⁿ 4,552

muten II

RhWB

muten II -ū- = weich werden s. mauten bei Maute;

muten IV

RhWB

muten IV -ū:t- in der Bergmspr. (s. o. muten bei Mut) schw.: beim Bergrevier um die Erlaubnis nachsuchen, an einem Fundpunkte (Mutungsfeld) …

Mutentreiber

RhWBN

muten·treiber

Muten-treiber mūtədrī:wər vereinz. Gummb-OWipper m.: krummes Erdende einer Birke.

muten als Zweitglied (20 von 20)

abmuten

DRW

abmuten sich fremde (ins Freie gefallene) Berglehen verleihen lassen Scheuchenstuel 4 Faksimile Veith,Bergwb. 8 Faksimile – latinisiert si p…

angemuten

RhWB

ange·muten

ange-muten: ājəmū:dən, –ō:-, einem etwas a., zumuten, von ihm begehren; mer kan em dat net a. Prüm .

anmuten

DWB

anmuten , expetere, sollicitare, zumuten, ansinnen: das ist war und ist also angemutet den unsern. Luther 5, 278 a ; sihe, das sind die gese…

aufmuten

DRW

auf·muten

aufmuten aufreizen zu zank und oneinigkeit andern anlass geben und ufmuoten 1601 WürtLTA.² II 256

einmuten

DWB

ein·muten

einmuten , nomen suum deferre, petere magisterium, bei den handwerkern. Stieler 1300 .

entmuten

DWB

ent·muten

entmuten , exanimare, animum frangere: o flammt, ihr blitzesgluten, o rase, donnerklang! ihr könnt mich nicht entmuten, mir wird vor euch ni…

ermuten

GWB

erm·uten

ermuten -th-; nur in späten Ged ermutigen, innerlich stärken, beleben; nur iVbdg mit ‘frisch’; im Bild So schlang’s von dir [ Hafis ] sich f…

gemuten

DWB

gem·uten

gemuten , zeitwort zu mut, gemüt, mhd. gemuoten. 1 1) lust haben, wie es scheint: ob zwar die natur ist gut, so redet man heraus, weil mans …

hinausmuten

GWB

hinaus·muten

hinausmuten ‘sich über sich selber h.’: seine Empfindungen und Gedanken über das gewohnte Maß erheben Wenn dieß Ding [ Forts des ‘Faust’ ] n…

hochmuten

RhWBN

hoch·muten

hoch-muten Malm-Bülling schw.: nur in der Wend.: Humot es! wag es einmal!

nachmuten

DWB

nach·muten

nachmuten , verb. bergmännisch, eine nachmutung einlegen, d. h. bei der bergbehörde ein gesuch um ein beilehen einreichen. Veith 349 .

verarmuten

PfWB

 ver-armuten schw. : = PfWB verarmen . a. 1587: Item wo einer verarmut, das er sein zins nit mehr gibt oder geben kan, soll er die hub ledi…

vermuten

DWB

ver·muten

vermuten , verb. für glaubhaft, für wahrscheinlich halten. dieses heute so sehr gebräuchliche wort ist mhd. noch nicht nachgewiesen. die nac…

verschmuten

DWB

versch·muten

verschmuten , verb. vermutlich das ndd. wort, dessen einfachen stamm wir im brem. wb. 4, 870 finden: smudden, schmutzig werden, sich besudel…

wermuten

DWB

wer·muten

wermuten , adj. , mit wermut bereitet: wermuten wein ist dem magen ntzlicher, denn geschmierter ssser wein Petri d. Teutschen weiszh. (160…

wismuten

DWB

wis·muten

wismuten , vb. , ' bei den zinngieszern, mit wismut löthen ' Campe 5, 745 a ; Jacobsson technol. wb. (1781) 4, 666 a . —

zugemuten

RhWB

zug·e·muten

zu-ge-muten: tsōjəmō:də, einem etwas z., dass. Neuw-Rheinbrohl .

zumuten

DWB

zum·uten

zumuten , v. , mhd. zuomuoten mhd. wb. 2, 255 b , Lexer 3, 1185 . 1 1) vereinzelte frühere anwendungen: wunschten im ewic leben mutende dem …

Ableitungen von muten (4 von 4)

entmuten

DWB

entmuten , exanimare, animum frangere: o flammt, ihr blitzesgluten, o rase, donnerklang! ihr könnt mich nicht entmuten, mir wird vor euch ni…

ermuten

GWB

ermuten -th-; nur in späten Ged ermutigen, innerlich stärken, beleben; nur iVbdg mit ‘frisch’; im Bild So schlang’s von dir [ Hafis ] sich f…

gemuten

DWB

gemuten , zeitwort zu mut, gemüt, mhd. gemuoten. 1 1) lust haben, wie es scheint: ob zwar die natur ist gut, so redet man heraus, weil mans …

vermuten

DWB

vermuten , verb. für glaubhaft, für wahrscheinlich halten. dieses heute so sehr gebräuchliche wort ist mhd. noch nicht nachgewiesen. die nac…