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muten

mhd. bis Dial. · 14 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
21 in 14 Wb.
Sprachstufen
6 von 16
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20
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

muten

muten

Mut m. ‘Kühnheit, Unerschrockenheit’, ahd. muot ‘Kraft des Denkens, Seele, Herz, Gemütszustand, Gesinnung, Gefühl, Absicht, Neigung’ (8. Jh.), mhd. muot, asächs. mōd, mnd. mōt, můt, mnl. moet, nl. moed, afries. aengl. mōd, engl. mood ‘Stimmung, Laune’, anord. mōðr ‘Zorn, aufgeregter Sinn’, schwed. mod ‘Mut, Beherztheit’, got. mōþs ‘Zorn’ (germ. *mōþa-). Vielleicht sind vergleichbar griech. mṓsthai (μῶσθαι) ‘streben, trachten, verlangen’, lat. mōs ‘zur Regel gewordener Wille, Sitte, Brauch’ (s. Moral), so daß auf eine Wurzel ie. *mē-, *mō-, *mə- ‘heftigen und kräftigen Willens sein, heftig streben’ zurückgegangen werden kann. Mut bezeichnet ursprünglich die inneren Triebkräfte, Gemütszustände, Erregungen und Empfindungen des Gefühls im Gegensatz zum Verstand. Vom 16. Jh. an setzt sich die verengte Bedeutung ‘kühne und unerschrockene Haltung gegenüber Wagnis und Gefahr’ durch. Dazu mit negierendem un- (s. d.) Unmut m. ‘Ärger, Mißstimmung’, ahd. unmuot n. ‘Betrübnis’ (um 1000), mhd. unmuot m. ‘Mißstimmung, Zorn’, mnd. unmōt n. m., aengl. unmōd n. mutig Adj. ‘tapfer, kühn’, mhd. muotec, muotic ‘beherzt, kühn’, asächs. mōdag ‘zornig, aufgeregt’, aengl. mōdig ‘aufgeregt, mutig’, got. mōdags ‘zornig’. muten Vb. ‘etw. begehren, verlangen, seinen Sinn auf etw. richten’, ahd. muoten (9. Jh.), muotōn (um 1000), mhd. muoten; seit etwa 1800 als Simplex ungebräuchlich. vermuten Vb. ‘annehmen, für wahrscheinlich halten’ (16. Jh.), mnd. vormōden; vermutlich Adj. ‘wahrscheinlich’ (16. Jh.); Vermutung f. ‘Annahme’ (16. Jh.). zumuten Vb. ‘unbilligerweise etw. von jmdm. verlangen’, mhd. zuomuoten; Zumutung f. (15. Jh.). mutmaßen Vb. ‘annehmen, für wahrscheinlich halten’, spätmhd. muotmāʒen ‘abschätzen’, zu spätmhd. muotmāʒe ‘Teilung nach Angemessenheit, Abschätzung’; mutmaßlich Adj. ‘der Annahme gemäß’ (18. Jh.). Mutwille m. ‘Absicht’, ahd. muotwillo ‘eigener freier Entschluß’ (8. Jh.), mhd. muotwille; mutwillig Adj. ‘absichtlich, leichtfertig’, mhd. muotwillec ‘dem eigenen (guten oder bösen) Willen folgend’. Übermut m. ‘Ausgelassenheit, Anmaßung, Überheblichkeit’, ahd. ubarmuot (um 1000), mhd. übermuot ‘stolzer, hochfahrender Sinn’; übermütig Adj. ‘ausgelassen, leichtsinnig, fröhlich’, ahd. ubarmuotīg (8. Jh.), mhd. übermüetec ‘stolz, hochfahrend gesinnt, heldenmütig’.
2292 Zeichen · 95 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    mûtenswv.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +2 Parallelbelege

    mûten swv. BMZ einen zoll erlegen Bit. 932. — mit ver-;

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    muten

    Mnd. Handwb. (Lübben/Walther) · +5 Parallelbelege

    muten, sw. v. mausern, von Vögeln.

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Muten

    Campe (1807–1813) · +4 Parallelbelege

    † Muten , s. 2. Mustern .

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    muten

    Goethe-Wörterbuch

    muten muth- rechtssprachl a lehnsrechtlich: förmlich um die Übertragung eines Besitzes als Lehngut ersuchen; mBez auf Go…

  5. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Muten

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Muten , um Verleihung eines Bergwerkseigentums in einem gewissen Felde bei der Bergbehörde nachsuchen. Das Gesuch heißt …

  6. modern
    Dialekt
    muten

    Pfälzisches Wb. · +4 Parallelbelege

    muten in an-, ver-, zumuten .

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit muten

16 Bildungen · 7 Erstglied · 5 Zweitglied · 4 Ableitungen

muten‑ als Erstglied (7 von 7)

Mutengeleⁿ

Idiotikon

Mutengeleⁿ Band 4, Spalte 552 Mutengeleⁿ 4,552

muten II

RhWB

muten II -ū- = weich werden s. mauten bei Maute;

muten IV

RhWB

muten IV -ū:t- in der Bergmspr. (s. o. muten bei Mut) schw.: beim Bergrevier um die Erlaubnis nachsuchen, an einem Fundpunkte (Mutungsfeld) …

Mutentreiber

RhWBN

muten·treiber

Muten-treiber mūtədrī:wər vereinz. Gummb-OWipper m.: krummes Erdende einer Birke.

muten als Zweitglied (5 von 5)

abmuten

DRW

abmuten sich fremde (ins Freie gefallene) Berglehen verleihen lassen Scheuchenstuel 4 Faksimile Veith,Bergwb. 8 Faksimile – latinisiert si p…

anmuten

DWB

anmuten , n. postulatum: ich suchte mich zwar diesem anmuten zu entziehen. Plesse 3, 13; aber man sah dieses anmuten für so lächerlich an, d…

aufmuten

DRW

auf·muten

aufmuten aufreizen zu zank und oneinigkeit andern anlass geben und ufmuoten 1601 WürtLTA.² II 256

vermuten

DWB

ver·muten

vermuten , verb. für glaubhaft, für wahrscheinlich halten. dieses heute so sehr gebräuchliche wort ist mhd. noch nicht nachgewiesen. die nac…

zumuten

DWB

zum·uten

zumuten , v. , mhd. zuomuoten mhd. wb. 2, 255 b , Lexer 3, 1185 . 1 1) vereinzelte frühere anwendungen: wunschten im ewic leben mutende dem …

Ableitungen von muten (4 von 4)

entmuten

DWB

entmuten , exanimare, animum frangere: o flammt, ihr blitzesgluten, o rase, donnerklang! ihr könnt mich nicht entmuten, mir wird vor euch ni…

ermuten

GWB

ermuten -th-; nur in späten Ged ermutigen, innerlich stärken, beleben; nur iVbdg mit ‘frisch’; im Bild So schlang’s von dir [ Hafis ] sich f…

gemuten

DWB

gemuten , zeitwort zu mut, gemüt, mhd. gemuoten. 1 1) lust haben, wie es scheint: ob zwar die natur ist gut, so redet man heraus, weil mans …

vermuten

DWB

vermuten , verb. für glaubhaft, für wahrscheinlich halten. dieses heute so sehr gebräuchliche wort ist mhd. noch nicht nachgewiesen. die nac…