walken,
verb. hin und her bewegen, in der walke bearbeiten, schlagen u. s. w. 11)
formales. 1@aa) walken
steht in engem zusammenhang zu walgen
und hat sich von derselben grundbedeutung aus entwickelt. doch ist es nicht wahrscheinlich, dasz walken
mit verhärtung des wurzelauslauts aus walgen
hervorgegangen ist, wie etwa rinke
neben ring
steht; für das alter von walken
spricht die ursprünglich starke flexion und dasz es in allen germ. sprachen (
auszer dem got.)
vorkommt: anord. valka,
wälzen, hin und her bewegen, beschweren Fritzner 3, 846,
ags. wealcan,
wälzen, sich wälzen (
von wellen u. s. w., gedanken),
auch wol '
walken' (
nach dem subst. wealcere '
fuller') Bosworth - Toller 1171,
mengl. walken,
wälzen, sich wälzen, gehen Stratmann-Bradley 666,
nengl. walk,
gehen, dialektisch auch '
walken' (Wright 6, 367),
mnd. nl. walken,
ahd. walchan (
nur vereinzelt belegt, s. 2,
b),
mhd. walken.
mit ablaut schlieszt sich im ahd. an giwulchen '
constipare' Graff 1, 796.
aus dem deutschen ist ital. gualcare,
franz. gaucher '
durch stampfen bearbeiten'
übernommen. auszerhalb des germ. wird hierher gestellt aind. valgati,
hüpft, springt, ir. leblaing,
sprang; dasz auch aind. valgā,
zaum, zügel, lett. walgs,
strick, schnur, lat. valgus,
auswärts gedrehte waden habend, die auf eine wurzel valg '
drehen, biegen'
führen, dazu gehören, ist nicht wahrscheinlich. das wort ist im indogerm. mit einem g -
determinativ von der wurzel vel (
s.walen)
gebildet worden. 1@bb) walken
hat die form walchen
neben sich, die jetzt in den meisten obd. mundarten gilt und früher auch geschrieben wird. Martin-Lienhart 2, 821 (
im südl. Elsasz). Seiler 308. Schmeller
2 2, 906. Lexer 249. 1@cc)
die flexion des verbums ist im mhd. die starke, prät. wielc,
part. gewalken.
doch kommt neben wielc
auch schon walkte
vor, das später allein gilt. das part. gewalken
erhält sich länger, gewalkt
tritt aber im 16.
jahrh. daneben auf (
s. 2,
b, γ die stelle aus S. Franck). Gottsched
führt walken
unter den '
richtigen'
zeitwörtern an. doch ist gewalken
in Mittel- wie in Oberdeutschland (
kärnt. giwalcht
und giwalchn Lexer 249)
noch nicht ganz verschwunden und findet sich namentlich in der technischen sprache der tuchmacher. 22)
bedeutung und gebrauch. während walgen
und das abgeleitete walgern, wälgern
an ihrer ursprünglichen bedeutung bis in die gegenwart festgehalten haben, tritt bei walken
frühzeitig einschränkung auf ein technisches verfahren bei der bearbeitung von tuchen u. s. w. ein; daneben haben sich nur reste älterer bedeutungen erhalten. diese bedeutungsentwicklung ist westgermanisch, wie die entlehnungen ins romanische zeigen; schwed. valka,
dän. valke
haben die bedeutung '
walken'
durch das deutsche erhalten. im englischen ist sie nicht durchgedrungen, im deutschen dagegen hat sie die ursprüngliche bedeutung, auf die indesz noch das abgeleitete walkern
hinweist, völlig in den hintergrund treten lassen. aus der technischen bedeutung des wortes haben sich dann durch übertragung neue bedeutungen entwickelt. dem entsprechend ist die anordnung zu geben. 2@aa)
reste der ursprünglichen bedeutung. 2@a@aα)
transitives walken. 2@a@a@11))
als '
etwas hin und her bewegen'
ist walken
sehr selten. Schmeller
2 2, 906
führt es als österreichisch an für '
schwenken', gläser auswalchen.
zweifelhaft ist, ob sich anschlieszt in der bedeutung '
hin und her werfen, schwingen',
von einem seil, absolut gebraucht: ein seil hete er gebunden obeʒ bette an den balken und wart so lange walken an deme bette unde zoch. da maniger schrien mochte och, da zoch er uf sich und gesaʒ.
passional 509, 68
Köpke. '
herumwälzen': dem becken wünschet er (
der spötter) ein dalcken, den die sew in dem kot umbwalcken. H. Sachs
fab. u schw. 2, 273, 34. '
in der hand rund machen',
von weichen körpern: nim des gesoten als groʒ als ein morche, walkeʒ sinewel in der hant und füege eʒ umme den spiʒ als ein marach.
buch von guter speise 9 (
nr. 23). 2@a@a@22))
vom teig, durch kneten länglich machen, wie walgen 2,
a, α: unde nim des also grot also en nut, walc et under dinen vingeren, dat it en luttich langlachtich werde.
mnd. arzneibuch, Germania 23, 53.
der folgende neuere beleg schlieszt sich genau an, doch kann auch an übertragung von dem gewöhnlichen walken (
b)
aus gedacht werden: eines der gröszten übel der deutschen literatur ist, dasz niemand bei seinem fache bleibt. jeder sucht seine gränzen auszudehnen, so weit als möglich. jeder walkt seinen teig nach leibeskräften, und indem er nach den enden zu immer ausgedehnter wird, wird er immer dünner in der mitte. Grillparzer 9, 189 (
zur literargesch.). 2@a@a@33))
durch rühren etwas herstellen (
vielleicht unter einflusz von walken
b): wie man das ey machet zum kalck, ausz dem weissen ein wasser walck, ausz dem dötter ein öl gewinne, damit gold schaff nach seinem sinne.
froschmeuseler N 2
b (I, 2, 15). 2@a@bβ)
intransitives walken. 2@a@b@11))
sich schwankend bewegen. jetzt im thüringischen vom getreide (das korn walkt recht), abwalken '
abfahren',
vom schwanken des bahnwagens. Hertel 252.
vom getreide auch sonst üblich: wenn früher, zur blüthezeit, der wind bei schönem wetter wellen im korn schlug, so hiesz es: ... die wilden schweine jagen sich, der wind säuet im korn, das korn walket. O. Sutermeister
erntesitten in der Schweiz, grenzboten 1865, 2, 595. '
sich in den lüften schwingen',
von vögeln (
oder ist an die bedeutung unter c, γ anzuknüpfen?): ich sach ouch zwen falcken in den wolcken walcken, hasz sie zuo einem reyger truogen.
Amor. C 3. '
hin und her fahren',
von den fingern im saitenspiel: jâ sîne vinger wîʒe die giengen wol ze vlîʒe walkende (
text: walgende) in den seiten. G. v. Straszburg
Tristan 3601
var. 2@a@b@22))
die bedeutung '
gehen'
scheint sich (
wie im engl.)
vereinzelt im mhd. eingestellt zu haben: sô bin ich wider den schalken vil selten dâ her gewalken. Ulrich v. Türheim
Willehalm 132
b (
nach Lexer 3, 653
a); das schaiden tett in baiden wee, der tag kam einher walcken. Hätzlerin 1, 23, 117. 2@a@gγ)
reflexives walken. 2@a@g@11))
sich wälzen: dô begunde sich walkender münech Ilsân in dem rôsengarten.nieman greif in an in den liehten rôsen.
rosengarten D 429, 1
Holz; wir teten uns baide im stall umb walken und in dem kudreck uns betalken.
fastnachtsp. 274, 16; die igel walkend sich mit iren dörnen auff die frücht, öpffel oder traubenbeere, tragend also in die hohen böum. Forer
thierb. 93
b. Gallée 51
führt das refl. walken
in dieser bedeutung aus Nordholland an. 2@a@g@22))
schweben, vgl. oben β, 1)): do sach ich twen valchen sich in den luften walchen. der ain vie den raiger, der ander ane waiger ain chranich aus den luften sluog tze tal, se warn bayde chluog. Suchenwirt 25, 82
Primisser. 2@bb)
die anwendung des wortes auf das quetschen, schlagen und wälzen der wollenstoffe, um dadurch eine verfilzung des gewebes zu erreichen, reicht jedenfalls weit zurück. dasz die Germanen das verfahren nicht erst von den Römern kennen lernten, beweist eben das einheimische wort (
dagegen engl. to full,
ndl. vollen,
das auch ins niederrheinische übergreift, theil 4, 1, 513. Diefenbach
gl. 251
a fullo, vulre).
die bedeutung ist seit dem 9.
jahrh. nachweisbar: concreto (
crine), kiwalchinimo, gewalchenemo Steinmeyer-Sievers
gl. 2, 518, 28 (ferwalchenemo 2, 570, 57),
hier auf das verfilzen der haare übertragen. wie der römische fullo,
wird auch der walker
die stoffe zunächst durch kneten mit den händen oder treten mit den füszen bearbeitet haben (
vgl.walcken oder werren,
decalcare. voc. theut. mm 8
a).
schon im 12.
jahrh. werden aber walkmühlen erwähnt, wo die zeuge mit hämmern oder stampfen geschlagen und zusammengedrückt werden; in neuester zeit sind an deren stelle kurbel- oder walzwerke getreten. das walkverfahren wird dann auch auf hutfilze, felle u. a. übertragen, wo der zweck des walkens ein ähnlicher ist. 2@b@aα)
hauptsächlich wird immer bei walken
an das bearbeiten der zeuge gedacht: walcken,
gualcare, follar, sodar drappi. Krämer 1206
a; tuch walken,
pannos polire pilo fullonico. Stieler 2420; walcken,
fouler du drap. Rädlein 1027
a; walcken,
to full, or mill, cloth, serges, stockings. Ludwig 2371; ich walcke,
fullonicam exerceo, laneum pannum condenso. Steinbach 2, 919; gewalckt werden,
potare fluctum fullonium. ebenda; walken,
stipare pannum. Frisch 2, 419
a; walcken,
polire. Kirsch 2, 379; einen zeug in warmem wasser walcken,
démêler une étoffe. Rondeau. Adelung.
der stoff wird so, wie er vom webstuhl kommt, zunächst gewaschen, dann mit einer beizenden flüssigkeit getränkt und dem stampfverfahren unterworfen, so dasz die fäden sich zusammenfilzen. dann erfolgt noch die auflockerung des gewebes vermittelst bürsten oder der weberkarde (
nach der der walker im ahd. auch als cêsalâri
bezeichnet wird. Heyne
hausaltertümer 3, 96). Jacobsson 4, 577
a. Karmarsch - Heeren
3 9, 665. Heiden
handwb. der textilkunde (1904) 613.
zeugnisse: das keyner nicht sal verbin keyn tuch bla, das do is gewalcken.
cod. dipl. Silesiae 8, 16 (
Schweidnitz 1335); die duoch vundent wir in den mülen und hant gesworn meyster und knehte die welker der duoch keins me zuo walkende. Schmoller
die Straszburger tucher- und weberzunft 28 (1412); die (
meister) habent darüber gesworn ze den heligen, daʒ si suln bewarn, daʒ man die grawen tuoch würck in der braite und in der dicke walk als vor zwaintzig jaren.
Nürnberger polizeiordnungen 162
Baader; die dry schǒmeister sOellent ouch gewalt haben, ob inen tuoch fürkAemen, die guot von zúg weren und aber an weben, walken oder ferwen misshandelt, z bessern.
zeitschr. f. d. gesch. d. Oberrheins 9, 146 (
Freiburg 1476); die walckere sollen die tuoch, so sie anheben zuo walcken, bald widder usz dem loche werfen. 9, 151 (
Baden 1486); dasz der müller sol nemen von ainer ellen ainen perner ze walchen.
österr. weisth. 3, 290 (
Oberinnthal); glich vorkouften schalken sie solden vilze walken, alde cleider verwen, ruwe hute gerwen. H. v. Hesler
evang. Nicodemi 4698
Helm; möcht der tuechwalckher walckhn mit rue, het die walckhmül umb sunst darzue, het kainen fäl im rad noch stampf, bey gueten gselln säsz er im tampf. Rösch v. Geroldshausen
wunschspruch 322
Fischnaler. walken
wird auch intransitiv von den tüchern selbst gebraucht: man läszt es (
das tuch) so lange walken, bis es rein und hell ist. Jacobsson 8, 133
b.
ähnlich wie die zeuge werden die strümpfe gewalkt, nur dasz dies durch die strumpfwirker mit einer handwalze zu geschehen pflegt. Jacobsson 4, 576
b. Krünitz 176, 178. 2@b@bβ)
beim hutmacher findet das walken
auf der walktafel statt. er drückt und rollt den auf dem rollholz aufgewickelten, genäszten hutfilz mit den händen, wobei er ihm von einer seite zur andern stösze gibt. Jacobsson 4, 577
b. 2@b@gγ)
beim gerber geschieht das walken
namentlich bei dem sog. sämischgerben. die mit thran getränkten felle werden entweder mit der walkerkeule gestoszen oder in einer grube durch die hämmer der walkmühle in bewegung gesetzt oder auch im walkfasz geschwungen. Jacobsson 4, 579
a. Krünitz 68, 364. Karmarsch-Heeren
3 5, 340. 2@b@dδ)
beim kürschner werden die grauwerksfelle gewalkt, um sie geschmeidig zu machen, indem sie in der trampeltonne mit füszen getreten werden. Krünitz 233, 216. 57, 28. 2@b@eε)
beim ziegelbrenner heiszt walken
das treten, durchkneten und rundrollen des zubereiteten, zu dachziegeln bestimmten thons. Jacobsson 8, 134
a. Wijnblad
ziegelhütten übers. v. Schreber (1768) 79. 2@b@zζ) walken
heiszt auch das zerstampfen der lumpen in der papiermühle zu einem brei, aus dem papier hergestellt wird: ob nicht die leiber der polygraphen verdammt sind, zu lettern geschmolzen oder zu papier gewalkt zu werden, ewig nun unter dem druck der presse zu ächzen ..? Schiller 2, 350 (
spazierg. unter den linden); ich kraze mit dem federkiel auf den gewalkten lumpen. 4, 17 (
bittschrift); hier, auf gewalkten lumpen, soll ich mit einer spule von der gans hinkritzeln ernsthaft halb, halb drollig, versifizierten firlefanz. Heine 1, 410
Elster. 2@cc)
an das technische walken
schlieszen sich eine reihe von übertragenen gebrauchsweisen an, die der allgemeinen sprache angehören, 2@c@aα)
durch bearbeiten verbessern. von worten, '
klar machen': durch daʒ also kleine vernuft habin di vorgesprochin wort, so walke ich si hie und dort, durch daʒ si di lute vorstan. Brun v. Schonebeck
hoh. lied 9362.
von menschen, '
vervollkommnen'
mit dem nebenbegriff des schmerzhaften: cze leiden, daʒ wir gewalchen und gewandelt werden von unser unedelm leben in daʒ from edel leben aines gotleichen lebens. Merzdorf
mönch v. Heilsbronn s. 35 (
von den 6
namen des fronleichnam); sulich ist der mensch, den got mit im alsô verainet in dem opfer goteʒ leichnam in im und mit im seinen vater opfert; wann der hunderttausent jâr gestempfet und gewalchen scholte werden, daʒ er czu solher ainung und in solher weis geopfert würde; daʒ mochte der mensch alleʒ gern leiden.
s. 43.
daran schlieszt sich der in Leipzig (Albrecht 128)
übliche ausdruck halbgewalkt '
unfertig, halbschürig'. 2@c@bβ)
sehr entwickelt ist die bedeutung '
schlagen',
die jetzt mehr der umgangssprache angehört, im mhd. aber auch bei den dichtern vorkommt: einen wol abbehren, abplauen, walken,
onerare pugnis et verberibus, latera alicuius conterere, tundere. Stieler 134; walken,
pulsare, percutere, verberare. 2420;
conprimere, tastare. Castelli 342
b;
irrigare aliquem plagis. Hederich (1753) 2573; er hat ihn mit fäusten gewalckt,
illum plagis irrigavit. Steinbach 2, 919; walken (
im scherz),
verberibus subigere aliquem. Frisch 2, 419
a. Adelung ('
im niedrigen scherze'); 'sît ab ir ein sarjant, sô wert ir gâlûnt mit stabn, daʒ irs gern wandel möhtet habn.' Gâwân sprach 'mîn rîterschaft erleit nie sölher zühte kraft. sus sol man walken gampelher, die niht sint manlîcher wer'. W. v. Eschenbach
Parz. 520, 29; von den hürnînen schalken wart mit kolben dâ gewalken vil manec werlîch rîter guot.
Willeh. 397, 2; si begunden ain ander walken über die satelbogen ir rucken.
liedersaal 2, 276 (
v. 272);
Lakon. wann war gutes bei dir zu erlernen mir? ...
Komatas. als ich den steisz dir walkte! du zucktest vor schmerz ... Voss
Theokrit 50 (5, 41); sehr erwacht und munter war der andre Sosias, als er mich so tüchtig walkte. H. v. Kleist 1, 358 (
Amph. 2, 2); gott! wie sie walken! 's wackeln die zöpfe! R. Wagner
meistersinger 2.
aufz.; und der wind mit rauhen händen rieb so gröblich seine ohren, wie kein ird'scher schultyrann seiner buben köpfe walket. G. Keller 10, 207; bis sie mich beim kopfe nahm und ihn auf ihren schosz preszte, wo sie ihn ziemlich derb zerarbeitete und walkte, bis mir die ohren sausten. 1, 233 (
gr. Heinrich).
besonders den balg, das fell walken (
mit anspielung auf das verfahren des gerbens): die manthier, katzen, wiesel, falck, das ihn der teuffel walck den balck.
froschmeuseler Ha (1, 2, 1); das männlein gedacht an die ritterlichen thaten seines vattern ... und drüschet das alte beschaben bockfel (
alte weib) rain ab und walcket es gar wol. Lindener
katzipori cap. 23; die mönche stürzten all' heraus, sahn staunend an dem seil den grauen pilgrim (
den wolf) hangen, bewaffneten sich schnell mit groszen stangen und walkten tüchtig ihm das fell. Langbein
schriften2 4, 129; vom köcher nimmt er einen pfeil. mit graugansschwingen dran; der fremdling schnell: 'ich walk' dein fell, rührst du den strang nur an!' A. Grün 5, 216 (
Robin Hood). sich walken: ja, in dem bezauberten schlosse, gewöhnlich wirthshaus genannt, wo prinzen und eseltreiber um Mambrins helm sich walkten. Wieland 5, 131 (
der neue Amadis 18, 6).
fast in allen mundarten ist walken
in der bedeutung '
schlagen, prügeln'
üblich: Hunziker 286. Martin-Lienhart 2, 821. Schmid 515. Schmeller 2, 906. Crecelius 891. Schmidt 320. Vilmar 440. Spiesz 274. Frommann 5, 133 (
Fichtelgebirge). Albrecht 233. Liesenberg 217. Anton (1844) 6. Bernd 343. Hönig
2 198. Frommann 3, 366 (
Mark). Strodtmann 277.
brem. wb. 5, 172. ten Doornkaat Koolman 3, 502. Dähnert 536. Frischbier 2, 454. Frommann 5, 178 (
Siebenbürgen).
übertragen mit worten walken: wie er mit mir schalket und mich mit worten walket. Ulrich v. Türheim
Willehalm 112
b (
nach Lexer 3, 653); er spricht kanonen, feuer, dampf und knall, er giebt mit seiner zunge bastonaden, das ohr wird ausgeprügelt; jedes wort pufft kräftiger, als eine fränksche faust. blitz! ich bin nie mit worten so gewalkt (
bethump'd with words).
Shakespeare, kön. Johann 2, 2; viel sänfter hätt' ich walken mich lassen selbst mit scharfem strafgericht. Rückert
ges. ged. 4, 341. 2@c@gγ)
auch ohne zusatz kann walken
die allgemeinere bedeutung von '
bedrängen, treffen, übel mitnehmen'
haben; da walgen
in ähnlicher bedeutung vorkommt (
s. d. 2,
a, η),
ist fraglich, ob nicht hier —
namentlich bei 2)) —
z. th. direkt auf die grundbedeutung '
wälzen' (
am boden wälzen, wie z. b. ein raubthier es mit seiner beute macht)
zurückzugehen ist, vgl. auch aschwed. valka,
dän. valke '
belästigen, plagen'. 2@c@g@11)) diu (
angreifende schar) wart zergenget und zersleif, dô Perseus kam zuo gerant, wan er mit ellentrîcher hant die vînde kunde walken. K. v. Würzburg
troj. krieg 33523
Keller; find ich dich hie, du lotter und schalk? das dich teufel im schandtrog walk.
fastnachtsp. 253, 14; dann das glück hat sie (
die weisen) all gewalckt und die zeen so oft in hals geschlagen, dasz sie ihm, oft gewitzget, nit mehr trauen. S. Franck
sprichw. (1541) 1, 13
a. 2@c@g@22))
auch von thieren '
erlegen, erjagen',
wol ein ausdruck der früheren jägersprache: Wenken, Wal und Schalken hœr ich ûf mangem walde, sô si die wolfe walken, si machent dicke, daʒ ich los und halde. Hadamar v. Laber
jagd 214
Stejskal: die raiger fach ich mit dem falcken, die sie herab-felen und walcken. H. Sachs 23, 274, 34
Keller-Götze; dergleych wölff, fuchs, geyer und falcken gunden sie (
die hasen) auch würgen und walcken.
fab. u. schw. 1, 20, 10
Götze; der doricht sprach: was nüeczet dir pfert, fogel, hunt die dreye? er sprach: zu jegereye, das ich die fogel walck.
fab. u. schw. 3, 68, 30
Götze-Drescher. übertragen: gut brüder seind wir all gemein, aber den alten grauen falcken (
S. Peter) wöllen wir noch basz abwalcken. Ayrer 2956
Keller. 2@c@g@33))
im mhd. gern mit unbestimmtem object eʒ walken '
darauf losschlagen, darauf losgehen': die andern tæten rîterschaft mit sô bewander zornes kraft, daʒ siʒ wielken vaste unz an die naht. W. v. Eschenbach
Parz. 82, 7; sich huop dâ harte grôʒ gedranc, dô si gekrœnet giengen für. die kamerære bî der tür wielken eʒ mit starken slegen. Wirnt v. Gravenberg
Wigalois 242, 27; si begundenʒ rehte walken als drîje wilde valken under kleinen vogellînen. Reinbot v. Durn
Georg 143
Vetter; der ber und ditz unkunder begonden grimmiclîchen toben. iezunt lac daʒ schretel oben, bî einer wîl lac ob der ber. sie wielkenʒ hin unde her.
schretel u. wasserbär 254 2@c@g@44)) walken
kann auch mehr in geistigem sinn '
mitnehmen, treffen'
sein: swâ ein schalc wird beschalket, ich wæn, daʒ sî ân sünde, der schalkes fuore walket und vindet schalclîch niuwes schalkes fünde. Hadamar v. Laber 431
Stejskal; walken,
metaph. agitare, supprimere. Stieler 2420.
jetzt kommt es in diesem gebrauch wol nur mit ausgeführterem bilde vor: waschmaschinen (
d. i. klatschereien), in welchen ganze familien auf einmal ... sehr gut eingeweicht, gehandhabt und gewalket werden. J. Paul
heiml. klagel. 9; gemahlen und gewalkt mit munterm spiele schau hier (
in Tiecks Zerbino) des volkes negative dichter! versteh' nur erst den tiefen sinn der mühle, so fühlst du leser! bald im haupt dich lichter. Fr. v. Schlegel
2 10, 43;
Falstaff. ich bin geprellt und geprügelt dazu. sollte diese metamorphose dem hof zu ohren kommen, und wie meine verwandlungen gewaschen und gewalkt (
washed and cudgelled) worden sind ...
Shakesp. lust. weiber 4, 5. 2@c@dδ)
etwas anders gewendet ist das wort in: walcken, knötschen und trucken, wie die kinder den hunden, katzen
etc. thun,
tirailler. Rädlein 1027
a;
vgl.walcken,
premere, pressare, obterere. Kilian 650; walcken,
conprimere, tastare. Castelli 342
b. 2@c@eε)
ein vergleich mit der walkmühle liegt weiter vor, wenn walken
die bedeutung '
gierig einschlucken, unanständig, viel essen'
zeigt: Seiler 308. Martin - Lienhart 2, 821. Schmeller 2, 906 (
Nordfranken). Reinwald 186 (einwalken). Vilmar 440. 2@c@zζ)
im Aargau findet sich walken
auch in der bedeutung '
tanzen' (
wegen der stampfenden bewegung beim tanze). Hunziker 286.
vgl.walkmühle am ende.