sergeant,
m. 11)
bezeichnung einer militärischen charge. lehnwort aus franz. sergent,
gerichtsdiener u. a., das seinerseits auf lat. serviens
zurückgeht, s. Diez
4 292
f. Weigand 2, 702.
vergl.: der titel sergeant ist einer von denen ältesten. in einigen alten lateinischen historicis der frantzö[s]ischen geschichte werden sie servientes genennt. daher das wort sergeant kommen. Fleming
teutscher soldat 116
b.
das wort ist schon mhd. sehr verbreitet als sarjant, serjant, scharjante, schargante,
hier in der bedeutung '
diener des ritters, knappe, fuszknecht' Lexer
hwb. 2, 609. Scherz-Oberlin 1489,
nach altfranz. serjant,
vgl. Schultz
höf. leb.2 2, 198
f.: ouch brâht er tûsent schützen dar und zîser zwei tûsent sarjant. Pleier
Garel 9544; zehen tûsent ritter wert erkant und zweinzic tûsent sarjant. 9816; want si drissich ritter me noch min braichten weder zo Colne gevangen in, ain sarianten unde ain knechte. Hagen
boich von Colne 1128 (
d. städtechr. 12, 53,
im glossar als '
schaarführer'
erklärt — ?); ove da rittere of sariant were. 4676; nâch sînem stabe bucte sich der wegemüede sarjant. Heinrich von Freiberg
Tristan 1187; rosknehten unde sarjant wurden kleinôt gesant ... den rittern gap man goltgewant, von sîden nam der sarjant. Heinrich von Neustadt
Apollon. 11552
ff. [] in diesem sinne auch ins nd. gebiet eingedrungen: zo Achen her ouch in sande vil ritter unte sarjande.
Braunschw. reimchr. 5284:
ferner 5487. 7142,
vgl. Schiller-Lübben 4, 26.
ebenso mnl. serjant,
knappe, dienstmann. —
auch im nhd. hat die ältere sprache vielfach schreibungen, die sich näher an die aussprache (seržant)
anschlieszen, bes. serschant: feldweibel,
et feldwebel,
alids serschant,
armiductor, centuriae structor, aciei instructor. Stieler 2449; serschant, ein unter-offizier, der nächste nach dem fähndrich, führt die wacht auf, holt die losung beym oberst-wachtmeister, und exercirt die unterhabende soldaten,
ordinum ductor. Frisch 2, 265
c; serschant
feldwebel Kinderling 149;
s. auch bei Ludwig,
s. Weigand 2, 702,
und bei Adelung.
eine lautliche verschiebung tritt ein, wenn das sch
an die erste stelle gerückt wird. so besonders schergant, s. bes. th. 8, 2584: schergant
lictor Dief.-Wülcker 853.
ferner schörgant (
anlehnung an schürgen?),
schergiant, schariant, schersant, scherschant, doch auch sarsiant, s. unter schergant
und Frisch 2, 265
c. Gombert 2, 17
f (
vgl. unten). Andresen
volksetymol.4 92. Campe
erg.-wb. schreibt sergent nach franz. weise, sonst hat sich im allgemeinen die schreibung sergeant
festgesetzt. —
die bedeutung hat sich im laufe der zeit mehrfach gewandelt. über das mhd. siehe oben. im ältesten nhd. meist im sinne von '
gerichtsdiener' (
wie im frz.),
s. schergant: sergeant, sergent,
lat. apparitor, accensus, lictor, ein gerichts-bedienter in Franckreich. Apin
gloss. 494.
so auch übertragen: keins wegs kan der todt desz leibs geflohen unnd entgangen werden, dann er ist unser trabant und schörgant, der uns jmmerdar mit seiner lantzen sticht unnd verwundet.
Gusman v. Alfarche 205. Frisch 2, 265
b belegt schariant in folgenden bedeutungen: 1)
trabant, satelles, miles mercede conductus, ut ab imperatoris latere non discedat, 2)
fuszgänger, fuszknecht, 3) schariant, hiesz endlich ein starcker bettler (
nach Maaler 347
c: scharianten (die) starcke bättler.
errones — ?);
auszerdem kennt er serjant '
für serviteur überhaupt'. —
seit dem 17.
jh. überwiegend (
jetzt immer)
als bezeichnung einer militärischen rangstufe, einer höhern unteroffiziers-charge, und zwar früher für einen '
unteroffizier bei einer compagnie, welcher die compagnie-angelegenheiten besorgt' Jacobsson 7, 339
a. Eggers 2, 897,
also unserm feldwebel entsprechend, womit es auch bei Stieler, Kinderling (
s. oben), Adelung
direct gleichgesetzt wird, während nach Campe
erg.-wb. der feldwebel bei den Franzosen serge(a)ntmajor heiszt: sergeant,
lat. ordinum structor, centuriae instructor; apparitor militaris. sergeant-maior.
summus excubiarum praefectus. supremus legionis instructor. centuriae instructor, sergent von einer compagnie. Apin
gloss. 494
f. (
nach Jacobsson 7, 339
b '
der oberste wachtmeister in einer festung').
heute ist dagegen der sergeant
ein niederer rang zwischen dem gewöhnlichen unteroffizier (
korporal)
und dem vicefeldwebel. Campe
erg.-wb. Weigand 2, 702.
belege: und soll man die hohe officier bisz uff die schersanten oder veldwaibel inclusive alle abziehen .. lassen, die schersanten aber, corporalen und gemaine soldaten, in 1500 oder 2000 haben sich unterstellen mieszen. Bürster
d. schwed. krieg 180
Weech; wie dasz sie von dem schersanten gehört, man werde uber 2 oder 3 tag wohl sehen und hören, wa dasz schlosz geweszen seye. 190; mit dem lächerlichen unfuge, der uns droht, dasz jeglicher sergeant ehestens seine canapee- und campagnengedichte ... machen wird. Hamann 2, 113; die schöne jungfer dahinten hat sich von einem
serjeanten eins anmessen lassen. Wagner
kindermörd. s. 31, 2
ndr.; er erkannte sogleich den sergeant Heinrich Sandrart, dessen sich der major von Werdeck öfters zu aufträgen bediente. Gutzkow
ritter vom g. 6, 138. 22)
sergent als name von gerätschaften, nach dem franz. a)
werkzeug der tischler, um frisch geleimte sachen zusammenzuhalten. Eggers
kriegs-lex. 2, 899. b)
im seewesen ein instrument zum wölben der bohlen. ebenda. c)
luxemb. sergent (
mit lautbarem t)
zwinge, outil en barre à deux crochets, dont un mobile, pour serrer les pièces de bois. Gangler 415 (
wol dass. wie a).