Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
Sergeant m.
Sergeant m.
Sergeant m. Die bis zum Ende des ersten Weltkriegs auch in der deutschen Armee gebräuchliche Bezeichnung für einen Unteroffiziersdienstgrad ist eine Entlehnung aus dem Frz. Auf spätlat. serviēns (Genitiv servientis) ‘Diener, Sklave, Gottesdiener, Beamter’, substantiviertes Part. Präs. von lat. servīre ‘dienen, dienstbar sein’ (s. servieren), geht afrz. serjant, serg(e)ant ‘Diener, Fußknecht, Ministeriale, Verwalter im Dienste des Feudalherrn, Gerichtsbeamter’ zurück (vgl. mlat. serviens, auch serjantus in denselben Verwendungen), das zunächst (um 1200) mhd. sarjant, serjant ‘Diener des Ritters, Knappe, Fußknecht’ ergibt. Spätmhd. und häufig im Frühnhd. finden sich, wohl in Anlehnung an mhd. frühnhd. schar, vielleicht auch an mhd. frühnhd. scherge (s. 1Schar und Scherge), Formen wie schariant(e), schargante, schergant, vor allem im Sinne von ‘Gerichtsdiener’. Anfang des 17. Jhs. wird von mfrz. frz. sergent die dort im 16. Jh. aufkommende Bedeutung ‘Unteroffizier (der Infanterie)’ übernommen. Die im jüngeren Nhd. übliche Schreibung Sergeant steht wahrscheinlich unter dem Einfluß von (ebenfalls aus dem Frz. entlehntem) gleichbed. engl. sergeant, dessen Aussprache heute auch gilt, wenn von Angehörigen der amerikanischen oder britischen Streitkräfte die Rede ist.