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mischen

mhd. bis spez. · 19 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

mischen verb.

Bd. 12, Sp. 2249
mischen, verb. miscere. 11) dasz mischen, ahd. miskan, mhd. mischen, ags. miscian, in andern alten dialekten nicht erscheinend, der form wie der bedeutung nach mit lat. miscere sich deckend, ein deutsches, mit dem letzteren urverwandtes wort sei, ist gänzlich unwahrscheinlich. wie wir das subst. wein als ein frühes, von Rom aus uns zugekommenes lehnwort betrachten müssen, so auch das in zusammenhang mit diesem kund gewordene verbum, es findet als ein kunstwort der römischen weinhändler, die vor und seit dem anfang der christlichen zeitrechnung die Deutschen namentlich der Rheingegenden mit wein versorgten (proximi ripae et vinum mercantur. Tac. Germ. 23), und das schwere italienische gewächs in gewissem verhältnis durch wasser verdünnen lehrten, zunächst seinen eingang; wie man sieht nur in den theilen Germaniens, welche mit römischer cultur dauernd in berührung kamen. hier, und vorzüglich in den hochdeutschen Rheingegenden, bürgerte sich das wort ein und gewann weitere bedeutung, das einheimische blandan, plantan zurückdrängend, das als ein altes gemeingermanisches (goth. alts. ags. blandan, altn. blanda) den begriff des lat. miscere hatte und in dieser bedeutung noch heute nordisch gilt (isländ. schwed. blanda, n. blande). mischen aber wurde so als deutsch gefühlt, dasz sich an ihm das ablautspiel mischmasch entwickeln konnte, wie auch das engl. mash, das insn. und schwed. übergegangen, oben sp. 1945 als ablautend zu mischen gefaszt worden ist. 22) mischen, als transitives verbum zunächst an die bedeutung von mengen rührend, oft in diese übergehend, daher auch allitterierend mit ihm verbunden: denn das mischen und mengen schadet oft mehr, denn es nützet. Selneccer psalmen (1587), vorrede; ebenso mit manschen, vergl. sp. 1606; wir fühlen aber noch immer das innigere des verbindens, was in mischen gegenüber von mengen liegt, auch den edleren klang. nebenformen, bis ins 16. jahrh. erscheinend, sind missen, müschen, müssen: präs. mist und part. gemist bei Brant und Gengenbach (vgl. unter 2, a und 2, b); wie dann der tausentlistig .. sich einmist. Zimm. chron. 1, 279, 4; darein sich die von Geroltzeck .. einmuschten. 291, 36; der sich in alle unruhe personlichen het eingemust. 147, 22; nachher nicht mehr. mischen steht 2@aa) mit einfachem acc., etwas mischen, wein, ein getränk, farben mischen; (ein modeherr) küszt den damen die hand, mischet den potpourri, kocht pomaden und dreht filet. Hölty 110 Halm; [] mit sächlichem, aber persönlich gedachtem subject: thränen mischen unsern trank, dornen pflastern uns den gang. Günther 109; die karten mischen, zum spiele, vergl. th. 5, 235 fg., auch das spiel mischen, und dies auch bildlich: das hat das spil erst recht gemist. P. Gengenbach welsch flusz 128; was gilts, er wer (werde) mischen die karten. Heros ird. pilg. (1562) 20a; sie haben gmischt die karten, billig sie dann erwarten, was das stichblatt mitbringt. Opel u. Cohn 291, 19; mischen in betrüglicher weise: swer daʒ trinchen mischet, swelherlai trinchen daʒ sei, der geit dem richter zehen schillinge. Münchner stadtrecht, mhd. wb. 2, 1, 187a; sein weinberg (gibt) wein, den kein verkäufer mischt. Hagedorn 1, 73; einem etwas mischen: sie hat diesem engel dieses pulver (gift) gemischt. Schiller Fiesko 4, 13; alle diese unseligen zufälle hatten ihm den trank des todes gemischt. hist.-krit. ausg. 9, 189. 2@bb) mit zusätzen, etwas zusammen, durcheinander mischen, etwas mit etwas, zu etwas, in etwas mischen: under einander mischen, commiscere, drein mischen, immiscere, darzuo mischen, admiscere Dasyp.; gâbun imo gimirrôtan uuîn trinkan mit gallûn gimisgitan. Tat. 202, 3; si gâbin ime wîn zuo trinkene mit gallin gemischet. Behaims evang.-buch, Matth. 27, 34 (Luther vermischet); er hât ain wahsvarben zagel, dâ sint rosenvarb federn ein gemischt mit wunderleicher manigvärbichait. Megenberg 186, 23; sein federn sint gemischt mit gel, weiʒ und swarz. 216, 25; den wein mit wasser mischen, vinum aqua miscere Steinbach 2, 63; dâ stuont ein hövescher zobel vor, .. gesprenget, swarz unde grâ: swarz unde grâ diu wâren dâ alsô gemischet under ein, daʒ ir dewedereʒ dâ schein. Trist. 275, 15; Paulinus stund vor dem altar, der mit kerzen gezieret war, mit wasser mischet er den wein. Sandrub kurzweil 110; oder misch jn (den wein der auf dem tische steht) fluchs alln zusamen, so gwint er ein tugent und namen. Grobian. G 3b (v. 1774); mit trinken brauch du disen fundt, trink lauter bier das ist dir gsundt: den andern misch zusamen frei, dasz wein und bier beinander sei. G 4b (v. 1848); das futter misch mit rosen dem ochs und eselein. Spee trutzn. 154, 19 Balke; hierin ist meine kur, die pillen geb ich ein, und misch ein arzenei aus büchsen grosz und klein. Opel u. Cohn 283, 40, wer nichts versteht, mag mit ambra und zibeth seine speise mischen. Chr. Gryphius poet. wäld. 1, 55, sie (die alten) tranken alle wein. doch ihr geschmack war noch nicht fein, warum? sie mischten wasser drein. Lessing 1, 52; es trillert und singt der Franzmann zum dudelsack, mischt, wann er trinkt, zum schäumenden weine die welle. Stolberg 1, 298; auch in verfälschender absicht (wie oben a): kalk unter das mähl mischen, farinam calce miscere Steinbach 2, 63; aber myn arbeit ist verkert und ander rymen dryn gemischt (: gebrist). Brant narrensch., protest. 19; für golt man kupfer yetz zuo rüst, müsdreck man under pfeffer mist. 102, 68. 2@cc) gern und seit alters steht mischen in gehobener oder dichterischer rede, in mehr oder weniger freiem gebrauche: denn ich esse asschen wie brot, und mische meinen trank mit weinen. ps. 102, 10; weh dir, der du deinem nehesten einschenkest, und misschest deinen grim drunter. Habacuc 3, 15; thränen mischen: es ist ihre freundin, die ihre thränen mit den ihrigen mischt. Schiller hist.-krit. ausg. 3, 309 (Fiesko, bühnenbearbeitung 4, 10); laszt ihren kummer reden! laszt ihn klagen! mischt eure thränen mit den ihrigen! Wallenst. tod 4, 9; (sie) mischten ihrer thränen bäche. Gotter 1, 222; den athem mischen: sprang ich auf und eilte nach dem garten, meinen heiszen sehnsuchtsvollen athem mit der kühlen morgenluft zu mischen. Göthe 2, 104; [] von empfindungen: misch underweil dein sorg mit freude. Müglin 46a; ganz und voll durchdrang ihn eine unaussprechliche empfindung, die aus hülfreichem mitleid und schöpferischer zärtlichkeit gemischt war. Immermann Münchh. 4, 39; (Engelhart) traf nâch sînes herzen wal den Schotten ûf die linke brust sô vaste daʒ er von der just sîn liep mit leide mischete. Engelhart 2623; wer ein holdes weib errungen, mische seinen jubel ein! Schiller hist.-krit. ausg. 4, 1; von tönen: mischte er in die flüsternden blätter diese abgehauchten töne (der aeolsharfe) wie blüten ein. J. Paul Hesp. 1, 250; ihr spielet schöne, ihr mischet eüre zaubertöhne mit tausendfacher schmeichelei. Drollinger 79; in das wilde fest der freuden mischten sie den wehgesang. Schiller das siegesfest; von farben, licht und schatten: um den erhabnen dom, wo einst Zenide stand, zieht sich ein halber mond von lieblichen gebüschen; akazien und myrtenbäume mischen hier licht und dunkelheit zu diesem mittelstand (der dämmerung). Wieland 17, 304 (Idris 5, 91); Luna tritt entschleiert aus den wolken, mischet in die schatten silber. Hölty 49 Halm; unter rosengesträuch spielet ein quell, und mischt zum begegnenden bach silber. 97; dasz nur sparsam in die frischen jugendlichen farben sie (die parzen), zum bestand der harmonie, einen dunkeln faden mischen! Gotter 1, 165; bezüglich der elemente: weisz der sänger, dieser viere urgewaltgen stoff zu mischen, Hafis gleich wird er die völker ewig freuen und erfrischen. Göthe 5, 13; wie der mensch selbst aus den vier elementen gemischt galt: auch ist der mensch gemischet auʒ den vier elementen, die dâ heiʒent feur, luft, waʒʒer und erd. Megenberg 3, 21, was sich dann in seinem wesen ausspricht, in der mischung seiner naturen, vergl. mischung, und unter kalt th. 5, sp. 79; in anderer weise: deine (des papstes) süszen ohrensinger, die sagen, du seist nicht ein lauterer mensch, sondern gemischt mit gott. Luther in Beckers weltgesch. 7, 217; auch durchdringung von gottheit und menschheit Christi ward unter dem bilde des mischens gefaszt: dô er gewan den muot daʒ er sîne gotheit mischte zunser menschlichkeit. Lamprecht v. Regensburg Francisken leb. 3306; bezüglich des wechsels des menschlichen lebens: im athemholen sind zweierlei gnaden: die luft einziehen, sich ihrer entladen; jenes bedrängt, dieses erfrischt; so wunderbar ist das leben gemischt, du danke gott, wenn er dich preszt, und dank ihm, wenn er dich wieder entläszt. Göthe 5, 9; auch menschen als gegenstand des mischens: flieht, wenns noch zeit ist — wenn der späher Burleigh nicht jetzt schon kundschaft hat von euch, nicht schon in eure mitte den verräther mischte. Schiller M. Stuart 1, 6; vergl. mhd.: ich wil dich cleiden als ein wîp und in ir (der jungfrauen) schar dich mischen. dar under und dâ zwischen gelernest dû wol zühtic sîn. trojan. krieg 14207. 2@dd) hier tritt statt einer präp. auch der dativ ein: komm, und mische deine thränen den meinigen. Wieland 34, 204; kindheit und jugend, allzuglücklich preis ich sie! dasz nach durchstürmter durchgenoszner tageslust, behender schlummer allgewaltig sie ergreift, und, jede spur vertilgend kräftger gegenwart, vergangnes, träume bildend, mischt zukünftigem. Göthe 40, 375; vergl. in der älteren sprache: er wart den pilgerinen geselle in dugentlicher craft, gemisset der geselleschaft, di des cruces gnade gezeichent alle hade. Elisabeth 4318 Rieger. 2@ee) mischen in andern, an das kartenspiel (vgl. oben 1, a) angelehnten wendungen: warum muszt ich mit ins spiel gemischt werden? Wieland 11, 196 (vgl. ins spiel kommen th. 5, sp. 1657 oben; du wirst mit ins spiel kommen, immisceris turbae Frisch 2, 300b); der Otto fehlt uns noch. könnten wir den kriegen, [] in unsere sachen mischen! Klinger Otto 11, 2; ich will meinen lieben Karl züchtigen, ohne dasz sie ihre hände nein mischen. 24, 18; es wäre doch recht artig, meine freundin, wenn in das grosze spiel wir auch zuweilen die zarten hände mischen könnten. Göthe 9, 128. vergl. sich mischen nachher 3, b. 2@ff) mischen mit dem nebenbegriffe des unordentlichen, verwirrten, schon ahd.: confundamus linguam eius, camiscamês zungûn sîna. Steinmeyer-Sievers 1, 316, 27 (1 Mos. 11, 7, Luther verwirren); consilium inopis confudistis, des armen rât kemisktont ir. Notker ps. 13, 6; mhd. den strît mischen, wenn der kampf tobt: dô wart ein michel dringen: gemischet wart der strît. Gudrun 1419, 1; nhd. eins ins ander mischen, admiscere aliquid in aliud Maaler 290d; undereinander mischen, commiscere, confundere Stieler 1279; eins ins ander mischen, confundere Frisch 1, 664c; er sprach .. von den schwäbischen gesetzen; mischte pflicht und gewissen bei jedem dritten wort in die rede. H. v. Kleist Käthchen von Heilbr. 2, 3; das leben mengt und mischt ohnehin alles durcheinander. Göthe 22, 25; regiert ein zufall unsre tage, und mischt verwirrt den lauf der welt? Drollinger 24; wind mischt von grund aus schäumende wogen. Göthe 2, 59. 2@gg) fleisch mischen, coire: ob si ir fleisch ze einander gemischet hânt, der knabe und diu juncfrowe. Schwabenspiegel 48, 1. vergl. sich vermischen. 33) mischen, reflexiv. 3@aa) von personen in bezug auf personen, mit präpositionen zu, unter, in, mit: si mischete sich iesa zu stunt nu zu der gemeinen diet. Elisabeth 3020; nachdem beide das königliche kabinet verlassen hatten, mischten sie sich unter die andern spazierenden. Schiller hist.-krit. ausg. 3, 547; mische dich, o muse, in die reihen, die der bahre folgen. Hölty 53 Halm; will mich unter hirten mischen. Göthe 5, 4; darum seht ihr den frommen herrn sich auch mit teufeln mischen. 12, 228; dafür mit dat. der person: du hast zwar nicht von nöthen dich, als Hiarnes zwar, zu mischen den poeten, damit du könig seist. Opitz 1, 13; und ohne zusatz: spröde sondert sich ab, was kaum noch liebend sich mischte, und das gleiche nur ists, was an das gleiche sich reiht. stände seh ich gebildet. Schiller spaziergang v. 61; prinzen und handwerker, prinzessinnen und galanteriehändler stehen auf gleichem fusz und mischen sich ohne unterschied im gedränge. Göthe 37, 168. 3@bb) von personen in bezug auf dinge, ein geistiges dabeisein anzeigend: sich in ein spiel mischen (vergl. oben 2, c), sich in händel, sachen, dinge mischen: sich in fremde händel mischen, immiscere se alienis negotiis. Steinbach 2, 63; er mischt sich in die friedensstiftung, interponit se in pacificationem. ebenda; sich nicht in den krieg mischen, abesse a bello. ebenda; daher irre ich auch oft, wenn ich mich in die welt mische. Lichtenberg 1, 22; ich mische mich nicht ohne beruf in diese sache. Göthe 20, 181; man bezeugte übrigens, dasz er sich sonst gut aufgeführt, die damen mischten sich darein, und er ward entlassen. 18, 301; lasz sehen, wer sich misch darein! fastn. sp. 531, 16; herr, müscht euch nit in unser spiel! H. Sachs fastn. sp. 3, 97, 286; der teufel mische sich mehr in lieb und zauberei! Wieland 18, 271; dann mische keiner sich ins spiel! Uhland ged. 418; du wärest dumm genug und gar nicht blöde, du mischtest dich wohl gar in ihre rede. Tieck Octavian. 261; ungewöhnlich in bezug auf körperliches dazwischensein: dort das wäldchen! ach könntest du dich in seine schatten mischen! Göthe 16, 39. 3@cc) von dingen: zink und galmei mischen sich zu messing; oel und wasser mischen sich nicht; süsze zu athmen ist die luft, mit der sein name sich mischet. Schiller hist.-krit. ausg. 2, 245 (räuber, trauersp. 2, 3); [] (lasz die thräne) deines geliebten rinnen auf die saiten, .. dasz meine thräne mit deiner thräne tönend sich mische. Stolberg 1, 149; liebemurmelnd eilt der bach, unter den gebüschen, einem andern bache nach, sich mit ihm zu mischen. Gotter 1, 73; die seelen schienen ohne worteslaut sich ohne mittel geistig zu berühren, als sich mein athem mischte mit dem ihren. Schiller braut von Messina v. 1539; sie sprechen meinen grusz im herzen nach, und ihre stimmen mischen sich mit meiner: heil Schottlands könig! Macbeth 5, 14; mit dativ (vergl. oben 2, d): hier mischen sich neue gestirne der sfären erstaunendem kor. Wieland 5, 6 (n. Amadis 12, 5); von dingen, als bild für personen gebraucht: dasz ihr alte kalte spital - wahr euch nur so gern in die neue kräm mischet. Abr. a S. Clara Judas 1, 129. 3@dd) von empfindungen: sobald sich die liebe ins spiel mischt. Wieland 2, 190; mit einem rufe, in dem sich zärtlichkeit, jammer und die alleräuszerste besorgnis zum herzzerreiszendsten tone mischten, stürzte sie zu ihm nieder. Immermann Münchh. 4, 79; und nicht zum erstenmal empfand ich heute wie stolz und sorge, vaterglück und angst, zu übermenschlichem gefühl sich mischen. Göthe 9, 254; lasset heut am edlen ort ernst und lust sich mischen. 47, 133; doch wenn ich denken musz, dasz deine trauer mehr dem geliebten als dem bruder gilt, dann mischt sich wuth und neid in meinen schmerz. Schiller braut von Messina v. 2535; und es mischt sich in dem blute, wie sie folgt dem liebesmuthe, wundervoll so lieb und zorn. Tieck Octavian. 300. 44) das part. gemischt, adjectiv, in mancherlei anwendung: geschäftsschreiben, oder vielmehr gemischte schreiben, weil darinnen nicht einerlei materie abgehandelt wird, sondern der vortrag unterschiedlich und mancherlei. Seriander rechtschreiberey 142; gemischte ehen, vergl. mischehe; gemischte nahrung, aus fleisch- und pflanzenkost bestehend; mit dem nebensinne des nicht vollkommenen, nicht reinen: der tragische dichter giebt also mit recht den gemischten karakteren den vorzug, und das ideal seines helden liegt in gleicher entfernung zwischen dem ganz verwerflichen und dem vollkommenen. Schiller hist.-krit. ausg. 10, 39; kaufleute ... bekommen einen so gemischten geschmack, dasz ihnen endlich alles gefällt. Lichtenberg 1, 158; eine gemischte empfindung, bei welcher freude oder behagen durch gleichzeitig empfundenen ärger beeinträchtigt wird; ich betrachtete ihn mit gemischten gefühlen; eine gemischte gesellschaft, aus leuten oberer und unterer gesellschaftsschichten, oder mehr oder minder gesellschaftlichen anstandes bestehend: die gesellschaft war zu gemischt, und es fanden sich dort oft menschen, wo nicht vom rohsten doch vom plattesten schlage mit ein. Göthe 19, 279; die traurige erfahrung .. wie übel eine grosze gemischte gesellschaft sich befinde, die sich selbst überlassen zu den allgemeinsten und schalsten zeitvertreiben greifen musz, damit ja eher die guten als die schlechten subjecte mangel der unterhaltung fühlen. 334. im forstwesen gemischter boden, aus mehreren erdarten bestehend, gemischter ort, wo laub- und nadelholz untereinander wächst. Jacobsson 5, 646a; im münzwesen gemischte krönung, die versetzung des zu vermünzenden goldes mit silberhaltigem kupfer. 6, 351b; im bergbau gemischter oder gemeiner kobalt, mit quarz, hornstein u. a. vermischt. 2, 433b; gemischtes metall, glockengut, tombak, messing.
17082 Zeichen · 265 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    mischenswv.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +5 Parallelbelege

    mischen swv. ib. müschen, muschen Ot. 147 a . Altsw. 214,36. Hb. M. 252. Zimr. chr. 4, 676 a . missen Elis. 4318. mëssen…

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    mischensw. V.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +4 Parallelbelege

    mischen , sw. V. nhd. mischen, vermischen, vermengen, miteinander mischen, untermischen, vereinigen Vw.: s. in-, vör- Hw…

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Míschen

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Míschen , verb. reg. act. welches überhaupt zwey oder mehrere Dinge unter einander thun bedeutet. 1. Im weitesten Versta…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    mischen

    Goethe-Wörterbuch

    mischen 1 zusammenbringen, zusammenfügen a (zwei od mehrere Komponenten) verbinden, vermengen α bestimmte Ingredienzien …

  5. modern
    Dialekt
    mischentr. v.

    Lothringisches Wb. · +4 Parallelbelege

    PfWB RhWB mische n [mìšə n fast allg.; mešən D. Si. ; mìšəln Mü. ] tr. v. mischen: de Karte m. Rda.: Wer sich inger de K…

  6. Sprichwörter
    Mischen

    Wander (Sprichwörter)

    Mischen 1. Es mischt sich oft ein Mäusdreck untern Pfeffer. – Mayer, I, 196. Holl. : Hij slaat overal zijn' kloet in. – …

  7. Spezial
    mischen

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    mi|schen I vb.tr. 1 moscedé (moscëda) 2 ‹fig› moscedé (moscëda), fá n moscedoz de II vb.refl . sich mischen (sich vermis…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit mischen

76 Bildungen · 1 Erstglied · 68 Zweitglied · 7 Ableitungen

Ableitung von mischen

mis + -chen

mischen leitet sich vom Lemma mis ab mit Suffix -chen.

mischen‑ als Erstglied (1 von 1)

mischen als Zweitglied (30 von 68)

*vörmischen

KöblerMnd

*vörmischen , sw. V. nhd. vermischen, geschlechtlich vermischen Hw.: s. vörmischinge; vgl. mhd. vermischen E.: s. vör, mischen W.: s. nhd. v…

ABMISCHEN

DWB2

DWB2 ABMISCHEN vb. DWB2 vermischen, vermengen: DWB2 ⟨1682⟩ misch es ( salz ) mit .. hönig wol ab Hohberg georgica ( 1687 ) 1,421 b . 1828 mi…

anmischen

DWB

anmischen , admiscere: dem wein wasser anmischen, beimischen; ein brei von nusz, öpfel und birn mit wein angemischt. Frank weltb. 147 a ; de…

aufmischen

DWB

auf·mischen

aufmischen , denuo miscere, aufmengen, aufschütten, aufschütteln: ein fasz wein, ein glas arznei aufmischen. auch die karten aufmischen.

behēmischen

KöblerMhd

behēmischen , Adv. Vw.: s. behēmischen

beimischen

DWB

bei·mischen

beimischen , admiscere: dem weine wasser, der speise salz, öl beimischen; er mischte dem gespräch fremdartiges, ungehöriges bei; du hast zu …

bemischen

DWB

bemischen , commiscere, bemengen, vermischen: ein iegliche geelsucht, die nicht hin will gehn von ihrer rechten arznei, die ist mit dem tart…

Bēymischen

Adelung

bey·mischen

Bēymischen , verb. reg. act. eine Sache zu der andern mischen. Dem Weine Wasser beymischen. Den abgezogenen Geistern mischet sich immer viel…

bēheimischen

KöblerMhd

bēheimischen , Adv. nhd. böhmisch Q.: Enik (um 1272) (bēheimischen) (FB bēheimischen) W.: nhd. DW- L.: FB 30b (behēmischen)

durchmischen

DWB

durch·mischen

durchmischen , wie durchmengen. ahd. duruhmiscan Graff 2, 879 . der wein ist mit wasser durchmischt.

einmischen

DWB

ein·mischen

einmischen , immiscere, einmengen: ein statt von xxv tausent feurstett oder heusern besetzt mit eingemischten lustgärten. Frank weltb. 228 b…

EINVERMISCHEN

DWB2

ein·vermischen

DWB2 EINVERMISCHEN vb. DWB2 hineinmischen, einfügen: DWB2 DWB2 1581 (schriften) mit einvermischten greulichen lesterungen Fickler tractat 51…

ERMISCHEN

DWB2

DWB2 ERMISCHEN vb. DWB2 präfixbildung zu mischen vb. (farbtöne) durch mischen erzeugen: DWB2 ⟨v1932⟩ stellte der chemiker Dufay fest, daß di…

gemischen

Lexer

ge-mischen swv. BMZ prät. gemischete, gemiste ( Rul. ). sich zesamene gem. L.Alex. (4694). part. auch nach st. conj. Teichn. vgl. Weinh. b. …

giftmischen

DWB

gift·mischen

giftmischen , subst. infinitiv Lohenstein Arminius (1689) 2, 1520 b ; übertragen: das giftmischen überlassen wir andern ... wir schenken jed…

heimischen

Lexer

heimi·schen

heimischen adv. heimlich, verstohlen. er kan nur heimschen lachen Aw. 2. 190,70 ;

hereinmischen

GWB

herein·mischen

hereinmischen Er [ JHHassenfratz ] übersieht, daß wenn er ein atmosphärisches Licht von zwei Seiten in sein Zimmer fallen läßt, von einem be…

Herummischen

Campe

herum·mischen

Herummischen , v. trs . in einer Sache hin und her fahren und sie dadurch mischen, unter einander mischen. Das Herummischen. Die Herummischu…

hineinmischen

GWB

hinein·mischen

hineinmischen auch Getrenntschr 1 von außen etw/jdn in etw mischen, beimengen a konkr: durch Mischen einmengen es scheint doch daß die Choko…

hinzumischen

GWB

hinzu·mischen

hinzumischen Mischt man dem Licht irgend etwas Dunkles hinzu [ admisceatur ] .. so entstehen die Farben dazwischen .. deßhalb wird unser Feu…

Ableitungen von mischen (7 von 7)

bemischen

DWB

bemischen , commiscere, bemengen, vermischen: ein iegliche geelsucht, die nicht hin will gehn von ihrer rechten arznei, die ist mit dem tart…

ERMISCHEN

DWB2

DWB2 ERMISCHEN vb. DWB2 präfixbildung zu mischen vb. (farbtöne) durch mischen erzeugen: DWB2 ⟨v1932⟩ stellte der chemiker Dufay fest, daß di…

gemischen

Lexer

ge-mischen swv. BMZ prät. gemischete, gemiste ( Rul. ). sich zesamene gem. L.Alex. (4694). part. auch nach st. conj. Teichn. vgl. Weinh. b. …

unmischen

Lexer

un-mischen swv. BMZ refl. Frl. fl. 17. 1,2.

vermischen

DWB

vermischen , verb. durcheinander mengen, mhd. vermischen, ahd. farmiskjan (farmiskit uuerdan) Graff 2, 879 ; zusammensetzung mit dem alten l…

zermischen

DWB

zermischen , verb. , vermischen ( s. th. 12, 1, 873): die stück alle sol man zusammen stoszen und wol z. Mynsinger 41 H.; Diefenbach gl. 13 …