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gockel

nhd. bis Dial. · 6 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

gockel m.

Bd. 8, Sp. 660
gockel, m. , daneben göckel, auch göcker, göck(e)ler (s. d.); name des haushahns (gallus domesticus), aus mundartlicher sprachschicht stammend und auch in der schriftsprache noch mit dem charakter des volksmäszig-gemütvollen behaftet; schriftsprachlich geläufig ist die form gockel, im südlichen Deutschland auch göckel (s. u.) und göcke, vgl. Joh. Nas antipap. eins u. hundert 4, 304b; Fischart Gargantua 160 ndr., während göcker heute nur noch dialektisch vorkommt. wie seine nächsten verwandten gickel (s. teil 4, 1, 4, sp. 7314) und gückel (s. teil 4, 1, 6, sp. 1030; Alberus [1540] Hh 2a) erst im nhd. belegbar, aber sicher älter; vgl. auch han oder guckel Dasypodius dict. (1536) 82a; gockel, guckel Henisch (1616) 1673, sowie die form gugel- unter gockelhahn, sp. 663. in den mundarten ist gockel, gückel, gockel-, gückelhahn feste bezeichnung für den haushahn geworden, während das schriftsprachliche hahn, soweit es überhaupt in [] den dialekten begegnet, das vogelmännchen schlechthin bezeichnet oder auch wohl für bestimmte geräte verwendet wird, vgl. Kretschmer wortgeogr. 239; zeitschr. f. dtsche wortforsch. 11, 170; Fischer schwäb. 3, 1095; Hofmann niederhess. wb. 113a; Vilmar Kurhessen 126. wie mlat. coccus (lex salica nach der hs. Besançon-St. Gallen nr. 731 cap. vi, hg. v. A. Holder [1880] s. 6), frz. coq, ags. cocc, nengl. cock, nl. kok, an. kokr (einmal belegt, entlehnt, s. Frank Fischer lehnw. d. altwestnord. 93), schwed. dial. kókk, n. kok, aksl. kokotъ 'hahn', kokošь 'henne', aind. kurkuṭa, kukkuṭa, finn. kukko, ferner griech. (Hesych) κικκός, schweiz. gūl, gulli urspr. lautnachahmend, s. Suolahti d. dtschen vogelnamen 232; Walde-Pokorny 1, 455 f.; Berneker 1, 540 f. ob gockel den lockruf des futtersuchenden (vgl.guck, guck, curith, merck auff! Rollenhagen froschmeuseler [1621] h 4b sowie zeitschr. f. dtsche wortforsch. 11, 169), oder den laut des krähenden hahnes wiedergibt (vgl.guckeluhen 'krähen' bei Eyering [1601] 2, 21 und weiteres in: zeitschr. f. dtsche wortforsch. 11, 166f.), ist nicht zu bestimmen; s. auch W. Wackernagel voces var. anim. 40 und vgl. kockern teil 5, sp. 1568. der plural lautet teils göckel, vgl. Fischer schwäb. 3, 732, teils gockel, aber auch gockeln (s. unten Buchner), gökels Schubart dtsche chron. (1787) 355. 11) für den haushahn selbst: (rusticus dixit) so bringt mir den gogkel gar H. Bebel facet. (1550) 43; ebenda auch göckel nach Fischer schwäb. wb. 3, 729; tauben, phasanen, auhrhanen, indianisch göckel (var. gigkler), und sonst hüner volksb. vom doktor Faust 88 Braune; ein gugel oder hauszhahn Mich. Bapst kunst- u. hauszb. (1591) 365; jagte ein biszchen hinter dem groszen weiszen gockel her Helene Voigt-Diederichs schlesw.-holst. blut (1926) 109. bildlich: die gescheiden gockeln, die immer meinen, sie liegen bey der weiszen henne A. v. Buchner kinderlehre (1780) 16; der preuszische adler ... möchte sich aber nicht so leicht wie ein zahmer gökel ins keficht sperren lassen Schubart dtsche chron. (1790) 299. zur mundartlichen verbreitung vgl. gogkel, gögker Schmeller-Fr. bair. 1, 885; gogl Castelli ma. in Österreich (1847) 146; gockl, göker (gögkl) Schöpf tirol. 198; gȫggel neben güggel Staub-Tobler schweiz. 2, 192; gockel, göckel neben gockeler, göcker, gückeler, göckeler Fischer schwäb. 3, 729 f., ebda über die verteilung der namen im schwäbischen dialektgebiet; gockel (gōkel, gkəl) rhein. wb. 2, 1292, gockert, gockes (vom hahn mehr scherzhaft gebraucht) ebda 1293; gockel (guckel, gückel), plur. gückel, göckel Martin-Lienhart elsäss. 1, 206; gogel 'nase' gehört zu gockel 'hahn' Follmann lothr. 210a; gokel, gockel Müller-Fraureuth obersächs. 1, 428a; gogl, gockl (gogerich) Wenisch Nordwestböhmen 152b; nicht auf unabhängiger lautnachahmung beruhen nordwestböhm. goiksch Wenisch a. a. o., schles. goksch Weinhold 28b sowie siebenbürg. kokesch Frommann dtsche maa. 5, 35: erstere stammen aus tschech. kokeš, letzteres aus magyar. kakas oder rumän. coco, die auf slav. kokošь zurückgehen, s. Berneker 1, 541; Tiktin rumän.-dtsch. wb. 383. 22) der hahn auf dem kirchturm, vgl. Fischer schwäb. 3, 731: dasz der preuszische adler noch dieses jahr statt der gökel und kreuze auf ihren kirchthürmen paradiren werde Schubart dtsche chron. (1790) 482; frau, magd und knecht, mägdlein und buben den groszen göckel in der stuben ... begrüszen, begucken, betasten all Mörike w.2 1, 140 Maync; wie das dach auf dem kirchenthurm seinen göggel Joh. Nefflen d. orgelbauer (1845) 28. 33) mundartlich in verschiedenen übertragungen, z. t. auch in wortmischung: vgl. z. b. als 'teufel, gespenst' Schöpf tirol. 198, dazu schweiz. güggel 'böser geist' Staub-Tobler 2, 192; gockel(er), göckel(er) 'stolz einhergehender mensch, hitzkopf, hurer', auch als pflanzenname Fischer schwäb. 3, 731 f.; 6, 2053; gockel 'langhalsiges weib, faulpelz, dummer kerl, nase' rhein. wb. 2, 1292; jêkel. 'ein schimpfwort allgemeinster bedeutung', oberlaus. jockel (d. i. gockel) [] Jecht Mansfelder ma. 40; literarisch schon im 16. jh. belegt: es soll in dieser zeit öpffel und biren den bauren ungeschält zu essen erlaubet sein. o jockel, beisz kein zan ausz daran Fischart aller praktik groszmutter 6 ndr. (in der ausgabe von 1574: o gockele), vgl. hierzu gockel(er) 'einfältiger mensch' bei Fischer schwäb. 3, 731, sowie gockel 'narr' s. v. gogel, m., s. u. sp. 674 (nach Müller-Fraureuth 1, 428) und jockel (aus Jakob) teil 4, 2, 2332.
5520 Zeichen · 169 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    gockelm.

    Grimm (DWB, 1854–1961) · +1 Parallelbeleg

    gockel , m. , daneben göckel, auch göcker, göck(e)ler ( s. d. ); name des haushahns ( gallus domesticus ), aus mundartli…

  2. modern
    Dialekt
    Gockel

    Elsässisches Wb. · +4 Parallelbelege

    Gockel in der Zss.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit gockel

66 Bildungen · 51 Erstglied · 15 Zweitglied · 0 Ableitungen

gockel‑ als Erstglied (30 von 51)

Gockelfeder

SHW

Gockel-feder Band 2, Spalte 1407-1408

Gockelhahn

SHW

Gockel-hahn Band 2, Spalte 1407-1408

Gockelleser

SHW

Gockel-leser Band 2, Spalte 1407-1408

Gockelchens

PfWB

Gockel-chens , Gockel-chers n. : ein Klickerspiel, Gokkelches [ NW-Erph ], Gockelcheʳs [Frankth]; vgl. PfWB Gockel 2 d. Spielverlauf in NW-E…

Gockeldings

PfWB

gockel·dings

Gockel-dings n. : ' Späße, Neckereien ', Gogeldings [ RO-Rehborn BZ-Gleisz/Gleishb ]; vgl. PfWB Gockel 2 a β , PfWB gockeln 3 b.

gockelgut

DWB

gockel·gut

göckelgut , gockelgut , n. , verhochdeutschte form des niederdeutschen jökelgut ' natürliches eisenvitriol, wie man es in herabhängenden zap…

gockelhahn

DWB

gockel·hahn

gockelhahn , göckelhahn , m.; seit dem 15. jh. belegte bezeichnung des haushahns ( gallus domesticus ), auch in der form gugelhan, gogelhan,…

Gockelich

RhWB

gocke·lich

Gockelich -g- Saarl-Berus m.: 1. einer, der mit dem Kopfe beim Gehen wackelt wie ein stolzer Hahn; ein langer Mensch. — 2. dünne, schwanken…

gockelig

DWB

gockelig , adj. , ' wankend, schwankend ', s. u. gogelich.

gockelig I

RhWB

gockelig I Verbr. wie gockeln Adj.: hin- und herwankend, schaukelnd, unachtsam, nachlässig.

gockelig II

RhWB

gockelig II -ǫ- Malm-Vith ; -- Malm-Weywertz Adj.: langsam, still.

gockelkern

DWB

gockel·kern

gockelkern , m. 1) pflanzenname, für den doldenmilchstern ( ornithogalum umbellatum L. ), vgl. ornithogalum gockelkern, hünermilch Frischlin…

gockelmännlein

DWB

gockel·maennlein

gockelmännlein , n. : ich seh, dasz ihr dazwischen mich vor ewer göckelmennlin gehalten, den ihr zu diesem spiel nach ewern gefallen miszbra…

gockelmann

DWB

gockel·mann

gockelmann , göckelmann , m. , dasselbe wie gaukelmann, s. teil 4, 1, 1, sp. 1552; daneben gogelmann zu gogel ( s. d. ); die eigentliche bed…

gockelnarr

DWB

gockel·narr

gockelnarr , m. , tautologische verbindung von gockel (= gaukel 4, vgl. teil 4, 1, 1, sp. 1549) und narr: gerad als muszten die Deutschen, f…

gockel als Zweitglied (15 von 15)

Fichtengockel

PfWB

fichten·gockel

Fichten-gockel m. : = PfWB Fichtenzapfen , gew. Pl., -google [ KU-Börsbn ], -gogele [ KU-Sand ]; vgl. PfWB Tannengockel . SHW Südhess. II 70…

Gevatter(s)gockel

PfWB

gevatter·s·gockel

Gevatter(s)-gockel m. : 'weitläufiger Verwandter', scherzh., G'vatteʳsgockel [Spey]; vgl. PfWB Geschwisterhahn . —

Gockerogock(el)

PfWB

Gockero-gock(el) m. : ' Tannen-, Fichtenzapfen ', Kinderspr., Gockerogock [ KB-Stett Kirchhbol], -gockel [ KB-Mauchh ]; vgl. PfWB Gockel 2 c…

Hahn(en)gockel

PfWB

hahnen·gockel

Hahn(en)-gockel m., n. : 1. (m.) = PfWB Hahn 1 a, Hahnegockel, -gockl [mancherorts NWPf LA-Knöring Roschb Herxh Heeger Tiere II 8], Hohne- […

Herrengockel

PfWB

herren·gockel

Herren-gockel m. : 'eitler Mensch', -gockel [ Gal-Josbg ]; vgl. PfWB Herrengeck . —

Kirchengockel

PfWB

kirchen·gockel

Kirchen-gockel m. : = PfWB Kirchenhahn , -gockl [ FR-Tiefth ]. SHW Südhess. III 1332 ; RhWB Rhein. IV 528 . —

Mugockel

ElsWB

Mugockel , Gockele mu m. Kuh (Kindersprache): hörs t de de n M. brüele n Str. Syn. Müdock e l Z.

Sparrengockel

PfWB

sparren·gockel

Sparren-gockel , Sparren-gokes , Sparren-gückel m. : = PfWB Sparrenfankes , -gockel [ RO-Feilbg KB-Dreis Mauchh Mörsf Orb ], -gokes [ Krämer…

Streitgockel

PfWB

streit·gockel

Streit-gockel m. : 1. 'Hahn, der mit anderen streitet', nur in der RA.: Die läwe wie Streitgeckel (Pl.) z'samme [ LU-Opp ]. — 2. 'streitsüch…

Tann(en)gockel

PfWB

tannen·gockel

Tann(en)-gockel m. : = PfWB Tannenzapfen , -gōgel, Pl. -gōgele [ FR-A'lein Tiefth Carlsbg Hertlhs Höning ]. SHW Südhess. I 1354 . —

Turmgockel

PfWB

turm·gockel

Turm-gockel m. : = PfWB Turmhahn , Tuʳmgockel [ LU-Altr ]. SHW Südhess. I 1895 . —