gockelmann,
göckelmann,
m.,
dasselbe wie gaukelmann,
s. teil 4, 1, 1,
sp. 1552;
daneben gogelmann
zu gogel (
s. d.);
die eigentliche bedeutung '
gaukler, possenreiszer, spaszmacher'
wird nur selten sichtbar: ich stuont glîch sam ein gogelman, der vor kein stat erkande v.
d. Hagen
minnesinger 3, 296
b; und weistu nit, das Jesus auf erden eins armen zimermans sun was und das er selber die speen auflas und sein muter span den leuten umb lan? was machstu gelauben an einen solchen gockelman han?
fastnachtspiele 2, 816
Keller; seist du uns, wer das hab getan, so bistu ein rechter göckelman (
bei der dornenkrönung Christi) Mone
schauspiele d. mittelalters 2, 275; anno domini 1402 jar ... do kam unser herr der künig Rubrecht von welischen landen an alles gescheft. da sang man ein lied: o o der göckelman ist kumen, hat ein lere taschen praht, das hab wir wol vernumen (
Nürnberg)
städtechron. 10, 138; (
Eulenspiegel) war ein gogelmon, der vil abeis (
dummheiten) fing an Hans Sachs 22, 463, 36
lit. ver. gewöhnlich steht gockelmann
im sinne von '
narr, hanswurst'
; im 15.
und 16.
jh. ist es zu einem beliebten scheltwort geworden: von einem gouch oder göckelman
Terenz deutsch (
Straszburg 1499) 40
b; klopfstu unbescheiden an, so haiszt man dich ain gockelman (15.
jh.)
weimarisches jb. 2, 101; die gest sahen mich alle an, was ich wer fur ein göckelman Hans Sachs 5, 174
lit. ver.; bei ihm öfter, vgl. 8, 200; 11, 453; 17, 235; 17, 312; die alten narren unnd göckelsmenner (
die kartenspieler und trinker) seind nicht allein zweimahl und zwiefach kinder, sondern
auch zweimahl und zwiefache narren Joh. Mathesius
Syrach (1586) 3, 26
a;
vgl. auch niniviarius (
i. e, maritus, cuius uxor moechatur et ipse tacet) göckelmann (1512) Diefenbach
gl. 381
a; jemandes gockelmann sein
sein narr sein: aber ich unselger mag nit der lüt gokelman sin noch schleg liden
Terenz deutsch (1499) 43
b; jemanden für einen gockelmann haben: do aber die von Egipten die grosze ungestalt Esopi ansahen, hetten sie in für ain gespött und gökelman (
existimarunt ipsum fore ridiculum ludumque) Steinhöwel
Äsop 70
lit. ver. wohl für einen teufel: begehrte (
der reiche mann) vom vater Abraham einen gockelma, einen geiszfusz aus der höllen J. Fr. Sperer (1720)
bei Fischer
schwäb. 3, 734,
vgl.gougel
für '
teufel'
teil 4, 1, 1,
sp. 1549
sowie gogkl '
teufel' Schöpf
tirol. 198,
ferner: es sollen die warterinnen ... nie von gespensten, wauwau, gockelnarren ihnen (
kleinen kindern) fürliegen Hohberg
georgica curiosa 1 (1682) 95.