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trecken

mhd. bis sprichw. · 16 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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20 in 16 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

trecken vb.

Bd. 21, Sp. 1575
trecken, vb. , ziehen. j-intensivum zu trechen, wie stecken zu stechen. continentalwestgerm. wort, das nach süden nur bis ins md. reicht. ahd. nicht vorhanden, mhd. trecken, mnd., mnl. trecken, nl. trekken, afries. trekka, nordfries. trekke, trake. aus dem nd. sind entlehntn. traekke, schw. dial. (und slang) träcka, s. Falk-Torp 1292, Hellquist 1017. die flexionsverhältnisse im mnl. und im nd. (s. u.) deuten darauf hin, dasz trecken, wenigstens auf einem groszen teil des gebietes, ursprünglich als präsens zum stv. *trekan (s.trechen) fungierte, während die auszerpräsentischen formen sowohl stark wie schwach gebildet wurden, vgl. Franck afränk. gr. § 185, 2; mnl. gr. § 140, 1. das wort fehlt dem obd., das nur die abl. treckeln 'zögern' kennt, s. unten; der häufige gebrauch bei Wolfram (z. b. Parz. 18, 30; 62, 29; 357, 2, Willehalm 115, 4; 199, 11; 313, 12; 321, 24) ist md. oder einflusz der vlämelnden rittersprache, s. Martin zu Parz. 18, 30; für Fischart ist das wort 'niderländisch' Gargantua 157 ndr., s. 1 a. es wird aus den mundarten notiert von Doornkaat-Koolman 3, 433; Mensing 5, 153; Strodtmann Osnabr. 12; brem.-nds. 5, 102; Flemes Kalenberg 370; Köppen Dortmund 60; Krüger Emden 69; Rovenhagen Aachener ma. 147; Crecelius Oberhess. 291; Liesenberg Stieger ma. 140; Hertel Thür. 246; Jecht Mansfeld 114a; Müller-Fraureuth 1, 243; Bernd Posen 417; Frischbier preusz. 2, 409, gelegentlich als das intensivere wort neben dem mancherorts, besonders im osten, danebenstehenden tên (vgl. auch A. Lasch mnd. gr. § 10 anm. 1): 'trecken ziehen, stärker als tên, aber häufig gleichbedeutend' Danneil 227; vur n fluge tun se trecken un vur de kutsche ziehn Müller-Fraureuth 1, 243a. die flexion ist im allgemeinen schwach; mit rückumlaut: die trackten Dietr. v. d. Werder Ariost ges. 27, 81; trekkete neben trakkte Schottel haubtspr. 575, daneben stark: vereinzelt auf hochdeutschem gebiete trochen Wickram 5, 275 Bolte, s. 2; in den heutigen nd. mundarten sind das schwache präteritum und participium, das durch vertrackt (s. d.) als alt erwiesen wird, überwiegend durch die starken bildungen trock und trocken verdrängt worden, so im Rheinland (Münch ripuar.-fränk. § 228; Hasenclever dialekt d. gemeinde Wermelskirchen § 121), Westfalen (Woeste 274), Ostfriesland (Doornkaat-Koolman 3, 433), Hamburg (Richey 312), Schleswig-Holstein (Mensing 5, 154 neben vereinzelten schw. part. treckt), Altmark (Danneil 227: präteritum trock, part. trockn und treckt), Mecklenburg (stark und schwach Nerger 160), Pommern (Dähnert 494), Preuszen (Hennig 278; Frischbier 2, 409 gibt schw. v. an, verzeichnet aber nur ein st. part.). für Göttingen notiert Schambach 234, dasz nur das präsens üblich ist und die übrigen formen von teihen gebildet werden; das kann auch noch für andere mundarten gelten, wenn die betr. wörterbücher über die flexion nichts bemerken (wie etwa für das obersächsische, für das Müller-Fraureuth das ausgestorbene präteritum trackte mit einem citat von 1782-84 belegt, sonst aber keine angaben über die flexion macht). ein liter. beleg für das st. part. getrocken bei Tappius (aus Lüne bei Lüneburg) adag. cent. sept. (1545) H h 3a. das wort ist auf hochdt. gebiet literarisch nach 1700 nicht belegt, mit ausnahme der modernen entlehnung aus der burensprache, s. 2. bedeutung und gebrauch. 11) transitiv. es ist zu scheiden zwischen trecken als bloszer bewegungsbezeichnung, die dem synonymen ziehen gleichsteht, und trecken als einer heftigeren art der bewegung, gegenüber der ziehen das neutralere, weniger affektbeschwerte wort ist. 1@aa) trecken einfach gleich ziehen, zum ausdruck eines stetigen, in bestimmter richtung erfolgenden bewegungsimpulses; trahere trecken, treecken nd. vocabulare d. 15. und 16. jh. bei Diefenbach gloss. 592a; du veres uver aller engele scharen, schone muder, trecke mich nach dir Marienlieder, zs. f. dt. altert. 10, 51 W. Grimm; dise kuntschaft (gottes) hât der (menschliche) geist niht von sîn selbesheit, want diu einekeit treket in in der drîheit an sich meister Eckhart in: dt. mystiker 2, 519 Pfeiffer; seducere trecken over eyn siet nd. gloss. in: zs. f. dt. wortforsch. 15, 301; de willige is lichtelik to trecken Tunnicius sprichw. nr. 748 Hoffmann; wan gleich ein härzmagnet si (die tugend) wül zurükke so eilt si doch hindurch träkken, Zesen adriat. Rosemund 29 ndr.; mit sächlichem object: (Eckerich) woulde trecken syn swert Karlmeinet 386, 59 Keller; mit vier fingern die haut herfürziehen und wol trecken oder ziehen Walther pferde- und viehzucht (1658) 97; wann die ... buben, so sies spil verlieren, zur straff den zweck mit den schönen zänen aus dem treck müssen auf niderländisch trecken und schlecken Fischart Gargantua 157 ndr.; mit kranken seilen sal men lyslik trecken Tunnicius sprichw. nr. 737 Hoffmann; ähnlich Petri d. Teutschen weisheit (1604) 2, P p 3b; wenn ihn (den pfarrer) der cüster weckt, da er zur mess die glocken treckt B. Ringwaldt lauter warheit (1597) 199; so besonders vom ziehen und führen des pferdes (diese bed. ist fast die einzige, die sich im nordfries. erhalten hat Siebs Helgoland 295; Jensen Wiedingh. 640; Schmidt-Petersen 138): darnâch muos ouch getrecket sîn aht ors, mit zindâle verdecket al zemâle Parz. 18, 30; die trackten hinter sich mit her ein grosses pferd, das war mit einer last, schwartz zugedeckt, beschwert Dietr. v. d. Werder ras. Roland 27, 81; und, seiner gewohnheit gemäss, treckte er sein thier, ... bey der halffter immer hinder sich her Pahsch Bastel v. d. Sohle don Kichote (1648) 246; in ähnlicher verwendung: ochsen trecken, prägnant soviel wie 'ochsen nach dem verkauf in den stall des käufers führen': wen de knackenhouwer einige ochsen auf dem marcket feil haben werden, alsdann so sollen die ochsentreckere solche ochsen nicht trecken, sundern sollen dieselbigen von den knackenhouwerknechten getrecket werden (1596) Hambg. zunftrollen 178 Rüdiger. 'leise ziehen, zupfen': daz si (die magd) vil dogentliche ... sie (die schlafende herrin) mit der zehen (an der zehe) dreckete, von slafe sie erweckete Elisabeth v. 1615 Rieger; jünglinge haben mühlstein tragen müssen, die knaben überm holtztragen sich stiessen, es sind die alten nicht mehr unter dem tohr, jünglinge trecken kein seitenspiel im chor P. Widmann hortulus (1627) 2, 235 (nach klagelied. Jerem. 5, 14). so auch vom melken: wenn eine ziege gezickelt und die milch verlohren hat, so lasse sie gleichwol melcken und immer fort trecken, so bekommt sie die milch wieder viehbüchlein (1667) 66. elliptisch, anscheinend in feststehender redensart, vom ziehen des loses: hui, nur frisch auff, getrost und kecke, wer weis noch, wer den letzten trecke Hayneccius Hans Pfriem 57 ndr.; anders verstanden von Müller-Fraureuth wb. d. obersächs.-erzgeb. ma. 1, 243. 1@bb) mit der bedeutung 'ziehen, schleppen' verbindet sich die weitere 'schwere körperliche arbeit tun': (willst du) mit kalckschlan (schlagen) dich nicht beflecken, an der petzsche (ruderstange) auch nicht trecken oder sonst auffs schiff nicht begeben M. Agricola mus. instr. 143 Eitner (1545); iumentum molarium viehe, das eine mühle trecket nomencl. in us. schol. (Hamburg. 1634) 167; als wann ein edles rosz im pfluge trecken musz Dietr. v. d. Werder ras. Roland 20, 63; (ihr habt) weidlich geschoben an dem rad, bis es im schlamm ist blieben stecken, nun helfts auch wider ausher trecken beleg bei Opel-Cohn dreiszigj. krieg 182; da einem (tierlein, der ameise) jhr last zu schwer ist, so hilfft die andere jr fort trecken, damit sie mit einander fortkommen Mathesius Sarepta (1571) 23b, vgl.trecken schwer tragen, schleppen: wenn man so zu träcken hat Müller - Fraureuth 1, 243; gerne in der verbindung schleppen und trecken: o solt ich nu noch arbeiten, solt ich mir nu noch lassen sawer werden tag für tag schleppen, trecken und mich mit arbeit abmergeln A. Duncker güld. kleinoth (1612) 256; etwas anders, nach 1 c hin reichend: was sie mit sich schleppen und trecken kundten M. C. Schütz hist. rer. Pruss. (1592) j 1b; rape schleppe, trecke du nur J. Agricola Terentii Andria (1585) 207; das moment des sich abplagens deutlich im reflexivum: da er sich lange damit (mit dem netz) getrecket, da begint es zu reissen Artomedes christl. auslegung (1609) 1, 573; was behuff (brauche) ich mich zu trecken mit der sorgen schwere last R. Wasserhuhn kauffenster (1644) 4; (die) sich nicht mit einer sonderlichen kranckheit müssen schleppen und trecken D. Schaller theolog. heroldt (1604) 74; blasser, 'sich abgeben mit': wehe aber denen, die sich mit solchen lügen trecken, denn es bringet zuletzt ein böses ende A. Pape bettel- und garteteuffel (1586) k 4b; wer sich mit unflat schlegt und treckt, gwin oder verlier, er wird befleckt Rollenhagen froschmeus. 2, 286 d. 1@cc) etwas heftig, mit gewalt fortziehen, zerren: trahere mit gewalt schleppen, trecken, zihen Bas. Faber thesaur. (1587) 878a; balde zogen sie in (den bauern) her ûz als ein beschorn fledermûz und begunden in zu walde drecken (um ihn zu henken) Salomon und Markolf v. 1565 Hartmann; (der mörder) treckde de eirber frauwe mit irem haire uss dem bedde Kölner quelle des 15. jh. bei Frommann die dtsch. mundarten 2, 8; we dar enen man antastet baven recht unde ene trecket unde holt by sinen klederen dithm. landr. (1447) bei Schiller-Lübben 4, 607; aus 'zerren' entwickelt sich weiter 'zerrend miszhandeln', trecken steht oft neben stoszen, vgl. pilare stoessen vel katzen vel haer trecken gemm. gemmar. (Köln 1507) bei Diefenbach gl. 434c: dat man on (vor der hinrichtung) treckede inde stiz Marienlieder, zs. f. dt. altertum 10, 21 W. Grimm; so nur ein oder zwo personen vorhanden, fragen wir nichts nach ihnen, dürfen sie wol in ihrem hause trecken und stoszen A. Pape bettel- und garteteuffel (1586) o 5a; wenn herren sich raufen und trecken, müssen die bauren ihr haar darstrecken Rollenhagen froschmeus. 1, 210 d.; bildlich, von gewaltsamer auslegung: de hilligen worde Christi treckende unde bedudende anders den he se gespraken hadde beleg des 16. jh. bei Schiller-Lübben 4, 607. 1@dd) folgende fachsprachliche verwendungen heben sich ab: seemännisch: trecken treideln, ein fahrzeug mit einem tau längs dem ufer hin durch menschen ziehen lassen Bobrik seewb. (1850) 695b; trecken in der leine laufen Hoyer-Kreuter technol. wb. 774; an einem schiff trecken tirare una nave M. Kramer teutsch-italiän. 2 (1702) 1120b; wie gegen wasser sonst ein schiff man trecken kan Dietr. v. d. Werder ras. Roland 11, 60; sgipper, mag ik mitfahren, will ik helpen trekken Lüpkes seemannsspr. (1900) 35; s. auch die zusammensetzungen treckknecht, -mast, -schiff, -schute, -weg. bergmännisch: trecken, ist uff den stollen oder strecken mit den körben berg und ertz fortschleppen Junghans gräublein ertz (1680) f 1c; Lueger lex. d. ges. techn. 784: hunde, die solche secke wider das gebirg hinan trecken Mathesius Sarepta (1571) 145b; wir (die treckejungen) müssen am allertiefsten ort auff allen vieren kriechen fort, brechen und trecken mit beschwehr Rinckhart christl. ritter 45 ndr.; vgl.dräcken teil 2, 1358 und die zusammensetzungen treckhund-, junge, -werk. in der kaufmannssprache: auf einen trecken, trassiren far tratta di danari sopra di uno che ci deve M. Kramer teutsch-italiän. 2 (1720) 1120b; er hat auf ihn getrocken ebda; up enen trekken einen wechsel zu des schuldners last ausstellen brem.-nieders. 5, 103; Strodtmann Osnabrück 250; welcher daselbst ein wechsel in des königs namen von 1000 rtlr. trecken ... solte I. Hoppe schwed.- poln. krieg 325 Toeppen. im 19. jh. auch mundartlich nicht mehr gebucht. weitere anwendungen aus der sprache des nd. handwerks (trekken gleich ziehen bei jeder handwerklichen verrichtung) s. C. Schumann Lübeck 49, 56; Mensing schlesw.-holst. 5, 154. 22) intransitiv. 2@aa) gehen, ziehen: allenthalben zuo getrecket ûf die strâzen gein dem mer kom ein sô kreftigez her Wolfram Willeh. 313, 12; die vürsten er bat ze einem hove trecken (zu ihm) gein Mênze Lohengrin 7440 Rückert; von festlichem aufzuge: höfslîchen durch die stat der helt begunde trecken, ... ... die hellen pusînen mit krache vor im gâben dôz Parz. 62, 29; (ich zog nach Rom) van unszem geistlichen vater, deme pays, oirloff zo nemen uber dat mer zo trecken A. v. Harff pilgerfahrt 2 Groote; repatriare weder zo lande trecken gemm. gemmar. (Köln 1507) bei Diefenbach gloss. 492; so auch: se grepen se (die übeltäter) an unde bunden se unde treckeden myt one in den haghen in Clawes van Urde hus (Braunschweig, ende 15. jh.) städtechron. 16, 313; speciell vom brautzuge: wen de brudegam trecket unde to bedde gan schall, so enschall he nyne torticen (fackeln) noch waslichte hebben quelle a. d. j. 1467-78 in: zs. f. Lüb. gesch. 2, 520, s.treck. seit dem 16. jh. auch in der anwendung auf einzelgänger, aber gewöhnlich mit dem nebensinn des langsamen, umständlichen, mühevollen: solche alte patres (können) nicht einen tag ruhen und feyren, sondern trecken von einem dorffe zum andern Pape bettel- und garteteuffel (1586) k 5a; wenn wir in diesem elends- und tränental lang genung herum getrecket haben Herberger trauerbinden (1611) 1, 45; wir spanten die siegel (des eingefrorenen schiffes) auff und treckten auff dem eise fein mehlich weiter Gabr. Rollenhagen indian. reisen (1605) 110; mit luder stemm treck ik min straten, wol da singt, möt vör mi dat singen laten (Lübeck 1546) bei H. Ziegler geschützinschr. 39; drumb will ich nicht von hinnen treckn, als wer ich gantz verzagt allein A. Pape Jonas rhythmicus (1605) o 4b. auch 'kriechen': so seind die narren in mich trochen und mir so starck in busen krochen Wickram 5, 275 Bolte, vgl.he is em dür den aes trocken 'er hat ihn über alle maszen lieb' Strodtmann Osnabrück (1756) 12. auf hd. gebiet zuletzt gebucht: nach Rom trecken tirare verso Roma M. Kramer teutsch-italiän. 2 (1702) 1120b. das wort hält sich in nd. mundart, vgl. de hering treckt vom heringsschwarm, auch de enten treckt u. a. Mensing schlesw.-holst. 5, 153. es wird am ende d. 19. jh. in die schriftsprache neu entlehnt aus der sprache der südafrikan. buren, in anwendung auf deren wanderzüge, und bedeutet 'mit dem ochsenwagen fahren, reisen, ziehen', vgl. H. Paul dt. gramm. 1, 326; Trümpelmann in: veröffentl. d. wissensch. ges. f. SW.-Afrika 6 (1933) 141 u. 143: (er) war später mit einem zug trekkender buren ... bis an den krokodilflusz hinaufgezogen G. Frenssen Jörn Uhl (1902) 231; scharf knallt die schwipp auf die ochsenreih, grell tönt des treibers heiserer schrei, und geduldig keuchend im steten gang, so trecken die ochsen die pad entlang H. A. Aschenborn afrikan. buschreiter (1926) 223. 2@bb) zögern, verziehen: (das erbe) dat sal man eme uth geven des selven dages unde he sall dat entfaen sunder trecken Dortmunder statutarrecht 35 Fahne; unsicher: wenn sie aber nicht gerne geld ausgab, trakte (variante druckte) sie so lange, bis wir ziemlich harte mit schreiben zusammenkamen H. v. Schweinichen denkw. 2, 157 Büsching. zugehörig scheint trotz des sonstigen fehlens der sippe obd. treckelen, dreckelen trändeln, eine sache langsam tun Stalder 1, 301; treckelen hinziehen, trödeln Schmeller-Fr. 1, 646. schwäb. in gleicher bedeutung trichlen Fischer 2, 378. 33) in zusammensetzungen, die seit dem 16. jh. belegt sind, erscheint trecken in der form treck-, als trecke- nur in treckejunge und treckeknecht. es überwiegen technische bedeutungen.
15569 Zeichen · 328 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    TRECKEN

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +7 Parallelbelege

    TRECKEN s. ich TRICHE .

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    treckensw. V., st. V.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +3 Parallelbelege

    trecken , sw. V., st. V. nhd. ziehen, führen, schleppen, hinziehen, hinzögern, beziehen (ausdeuten), sich wohin begeben …

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Trêcken

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    * Trêcken , verb. regul. act. & neutr. welches im letztern Falle das Hülfswort haben erfordert. Es ist im Hochdeutschen …

  4. modern
    Dialekt
    treckenPart., trans., Akk., refl.

    Mecklenburgisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    trecken ziehen Aep. 63 a ; Formen: Prät. tröck, woneben noch trock, und treckt Muss. Spr. 57, tröck Ritt. Gr. 88, Wigg. …

  5. Sprichwörter
    Trecken

    Wander (Sprichwörter)

    Trecken 1. Dat treckt sich aoalls na'n Liew, säd de Schnîrer, un hätt den Armel in dei Tasch neigt. ( Vorpommern. ) – Ho…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit trecken

96 Bildungen · 2 Erstglied · 88 Zweitglied · 6 Ableitungen

trecken‑ als Erstglied (2 von 2)

treckenart

DWB

trecken·art

treckenart , m. , gangart des pferdes: ( das pferd lernt ) den trott, hoffin, den zelter, den klop, den treckenart, den camolin Fischart Gar…

trecken II

RhWB

trecken II das nd. Wort (vgl. auch tracken ) ist Rip, Nfrk lrhn. n. einschl. Malm (Südgrenze), Prüm-Kopp Stadtkyll Bleialf , Schleid-Stdt Fr…

trecken als Zweitglied (30 von 88)

vullenstrecken

KöblerMnd

*vullenstrecken , sw. V. nhd. vollstrecken Hw.: s. vullenstreckinge, vulstrecken E.: s. vul (2), strecken

vulstrecken

KöblerMnd

*vulstrecken , sw. V. nhd. vollstrecken Hw.: s. vulstreckinge, vullenstrecken; vgl. mhd. volstrecken E.: s. vul (2), strecken W.: s. nhd. vo…

ūftrecken?

KöblerMhd

*ūftrecken? , sw. V. nhd. „aufziehen“ Hw.: s. ūftrechen E.: s. ūf (2), trecken (1)

afstrecken

MNWB

afstrecken , swv. , sich erstrecken von - ab.

aftrecken

MNWB

aft·recken

aftrecken , swv. , abziehen, zurückziehen, fortziehen, fortnehmen. Intrans. fortgehen, fortziehen.

anetrecken

KöblerMnd

anet·recken

anetrecken , sw. V. nhd. anziehen, auf etwas bringen, Schuld geben E.: s. ane (2), trecken R.: sīk anetrecken: nhd. eine Sache für sich bean…

anstrecken

DWB

anst·recken

anstrecken , intendere, moliri: das seil anstrecken, anspannen; alle seine kräfte anstrecken. Lohenst. Arm. 1, 41 ; mit angestreckter kraft.…

antrecken

MNWB

ant·recken

antrecken , swv. , refl. sik a. c. G. eine Sache für sich beanspruchen, reklamieren.

aufstrecken

DWB

auf·strecken

aufstrecken , protendere, emporstrecken: welcher seine hand und stirn zu der gerechtigkeit gestirn unschuldig und sündfrei aufströcket. Weck…

Auftrecken

Campe

auf·trecken

≠ Auftrecken , v. trs. so viel als aufziehen. N. D. Das Auftrecken.

ausstrecken

DWB

aus·strecken

ausstrecken , extendere, porrigere, erstrecken, nnl. uitstrekken, 1 1) die finger, hände, arme, füsze, beine, zunge ausstrecken: nu aber, da…

austrecken

DRW

aust·recken

austrecken nl. utetrecken I transitiv I 1 herausziehen, ausziehen KölnChr. I 121 I 2 auspressen MnlWB. VIII 1084 II intransitiv: weggehen Mn…

behantstrecken

MNWB

behantstrecken , swv. , durch Handschlag geloben.

bestrecken

Lexer

best·recken

be-strecken swv. part. bestraht ausspreitend bedecken. heid und anger wart bestraht mit golt Reinfr. 132 b . der heiden übermaht velt und an…

bīstrecken

KöblerMnd

bīstrecken , sw. V. nhd. „beistrecken“, helfen, unterstützen, Geld vorstrecken E.: s. bī, strecken W.: s. nhd. beistrecken, sw. V., „beistre…

darniderstrecken

KöblerMhd

darnider·strecken

darniderstrecken , sw. V. nhd. „darniederstrecken“, niederstrecken Q.: HB, Roth (3. Viertel 12. Jh.) E.: s. darnider, strecken W.: nhd. dani…

darstrecken

DWB

dar·strecken

darstrecken , darreichen, darbieten, hingeben, aufopfern, dispandere, protendere Maaler 87 b . Henisch 658 . in vielfachen beziehungen, wir …

durchtrecken

MWB

durch·trecken

durchtrecken swV. zur Übers. von lat. (per)transire ‘durch-, entlangziehen’ ja wirt er [sc. die Flut] vru in deme tunkiln tage und nacht dur…

en(t)trecken

MNWB

ent·trecken

en(t)trecken , swv. , wegziehen, entziehen, sich entziehen, sik e. sich entziehen.

enwectrecken

KöblerMhd

enwec·trecken

enwectrecken , sw. V. nhd. „wegziehen“ Q.: Cranc (1347-1359) (wegtreckin) (FB enwec trecken) E.: s. enwec, trecken W.: nhd. DW2- L.: FB 91 (…

erstrecken

DWB

erst·recken

erstrecken , extendere, porrigere, ahd. arstrecchan, mhd. erstrecken, vgl. ausstrecken . 1 1) leiblich: mhd. daʒ begunde dem recken sîne bru…

gestrecken

Lexer

gest·recken

ge-strecken swv. prät. gestrahte, -stracte verst. strecken, strac machen. daʒ sint alleʒ recken, die turnen eʒ in strîte vol gestrecken Rab.…

hellekāren trecken

MNWB

~kāre , des dü̑vels kāren , hellekāren trecken dem Teufel Vorspann leisten. —

henstrecken

MeckWBN

hen·strecken

Wossidia henstrecken refl. sich hin-, ausstrecken: sich up de Abenbank henstrecken S. Neum. Volksm. 298.

herunnertrecken

MeckWBN

Wossidia herunnertrecken herunterziehen Müll. Reut. 54 b .

Ableitungen von trecken (6 von 6)

betrecken

RhWB

be-trecken: 1. trans. a. das Bett beziehen Rip. — b. einen b., überraschen; enen van eiten b.; einen in de Schlop b. jmd. so früh besuchen, …

en(t)trecken

MNWB

en(t)trecken , swv. , wegziehen, entziehen, sich entziehen, sik e. sich entziehen.

ertrecken

MeckWB

ertrecken erziehen; in der Gärtnerfachspr. Pflanzen ziehen Sta Zipp ; Wa Jab . Kü. 1, 422.

getrecken

DWB

getrecken , verb. , verstärktes trecken ( vgl. Weinhold beiträge zu einem schles. wb. 99 b ), vereinzelt in der älteren sprache belegt, vgl.…

vertrecken

DWB

vertrecken , verb. , intensivbildung zu vertrechen, aber obd. neben diesem nur vereinzelt, md. und nd. allein herrschend. in der schriftspra…

zertrecken

RhWB

zer-trecken: 1. etwas z., lang ziehen, überdehnen Allg. — 2. sich z., angestrengt ziehen, sich dabei abrackernd Allg.