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steft

ahd. bis Dial. · 8 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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9 in 8 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

steft m.

Bd. 17, Sp. 1373
steft, m. , nebenform zu stift (s. unten); daneben in der form der steften Schmeller; Unger-Khull 572a und als fem. die stefte, so kärnthisch bei Lexer 240 und steirisch bei Unger-Khull 572a, letzteres wohl unter dem einflusz von spitze. über eine mögliche verwandtschaft zu dem in niederdeutscher form sich darbietenden steppen verb. s. dort und unter stift. besonders charakteristisch ist für unsere wortform die bedeutung unter 1 a. 11) nagel aus eisendraht, heftnadel u. ä.: in denn die steften in den lip stechin Suso 40, 18; truog ain yekliche ain sack mit eisinen steften Schaidenreisser Odyssea (1537) 88a; hefften es mit einem stefften an dem andern biss inn die mitte dess holtz Xylander Polybius (1574) 335a; geradezu nähnadelartig: darnach mach ein eysnen langen steft, der zuo forderst am spitz ein nadelör hab Dürer underweysung der messung Q 2b. — bildlich: denn ich thar auch wol darauff schweren, das dieser spruch Christi 'das ist mein leib' ynn yhrem hertzen steckt wie ein ewiger stefft, des sie nirgend mügen los werden Luther 23, 89 Weim.; darümb erstlich an dem stand zu reformiren anzufahen ist, oder der stefft wirdt auss den hertzen nit kommen 19, 441 Weim. 1@aa) insbesondere die metallene zunge einer schnalle u. s. w., oft kostbar und kunstvoll gearbeitet (für diese bedeutung setzt auch unten die weiterbildung stefzen besonders ein): steft an einem rincken ardiglione, puntale, ago di fibbia Kramer dict. 2 (1702), 927a; steft an einem riemen, riemensteft ferretto, puntale, puntaruolo, ago die stringa ebenda, wie im folgenden der nestelstift (s. th. 7 sp. 629, s. auch nestelnadel ebenda): ein steft am nestel Lehmann exil. melanch. 409; die nadel oder stefft aines nestels Braunschweig chirurg. 47a; Gampel Dötsch: mein Steffel, warbey kennst du ihn? (den rock) Steffel Löll: ey, bey der nestl, die hat kein stefft Hans Sachs 17, 107, 14 Keller-Götze. ein schwert er gleichfalls hencken thet von seiner achsel lang herunder, daran das hültzin hefft besunder gewaltig schön gezieret war, mit stefften weisz von silber klar Spreng Ilias (1610) 221a. vgl. auch: die nadel oder stefft eines mantels einem kind in das aug geschlagen wart Braunschweig chirurg. 54b; o liebe muter, ich wein nit, das er hinweg ist, ich klag den guoten mantel mit den silberin stefften, den er antregt, das ich in auch nit verzert hab Pauli schimpf u. ernst 21. 1@bb) steft bezeichnet bei dem nagel nur die spitze, nicht zugleich den kopf: (Ulenspiegel) nimpt den rumpf, darinn die huofnegel liegen, und schüttet die huofnegel darus, und howet in die köpf ab, und die köpf zusamen, und die steft auch also Ulenspiegel 60 (vgl. Fischart Eulenspiegel 5471 Hauffen); stefft, kleine spitzen von hufnägeln, welche die hufschmidte nach aufgeschlagenen eisen abzwicken Frisch 2, 326a; steft viereckiger nagel ohne kopf Follmann 494b; vgl. auch Schmellers erläuterung: der nagel besteht aus dem steften und dem kopf. dem entspricht, wenn in der älteren sprache (steirisch) die lanzenspitze mit steft bezeichnet wird: einen schaft vil swæren habten sie, dâ was ein steft oben von golde angescheft krone 14687; des muosten vliegen schenkel und gar unz an die enkel sporn in diu ors heften und die stefte von den scheften sich von den stichen biegen 15487. 1@cc) sonstige bedeutungen. der spitzige holzspan ist gemeint: von stund an zoge ich unden aus seinem fusz einen groszen steften oder spreiszen Kirchhof wendunmuth 1, 316. schreib- und zeichenstift: ich hab herr Wolff von Rogendorff mit dem stefft conterfeit Dürer tagebuch 63; ich hab mit dem kohln conterfet der Köpffingrin schwester zu Ach; noch einmal mit dem stefft 65; wie man ... mit silbern stefften auff die hültzern weissen plancketen [] oder tefelein ... zu schreiben pfleget Mathesius Sarepta 103b; zu solcher tafelbezeichnung haben sie einen spitzigen stefft gebraucht Harsdörffer teutscher secretarius 1, a 7a; vgl. steft (bleystefft) bacilli, quae fiunt e plumbagine ad scribendum ligno subtili tecta Frisch 2, 326a. der zeiger im felde einer sonnenuhr: steft in einer sonnenuhr stilo di quadrante ò horologio di sole Kramer dict. 2 (1702), 927a. 22) im steirischen bezeichnet als eine übertragung des vorigen das fem. stefte, bez. das masc. steften den federkielrest, welcher beim rupfen in der haut stecken bleibt, sowie auch die borstige bartstoppel Unger-Khull 572a.
4398 Zeichen · 50 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    steftst. M. (a?, i?)

    Köbler Ahd. Wörterbuch

    steft , st. M. (a?, i?) nhd. Stift (M.), Achse, Stock, Stachel, Dorn, Nadel ne. shaft, axle-pin, prickle (N.) ÜG.: lat. …

  2. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    STËFT

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +3 Parallelbelege

    STËFT s. STIFT .

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Steft

    Adelung (1793–1801) · +2 Parallelbelege

    Der Steft , S. Adelung Stift .

  4. modern
    Dialekt
    Steftf.

    Lothringisches Wb.

    Steft I [šteft, Pl. –ən D. Si. ] f. kirchliche Stiftung: eng St. mâen eine Messe stiften.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit steft

11 Bildungen · 8 Erstglied · 3 Zweitglied · 0 Ableitungen

steft‑ als Erstglied (8 von 8)

Steft II

LothWB

ElsWB PfWB Steft II viereckiger Nagel ohne Kopf s. Stift.

steftlein

DWB

steft·lein

steftlein , n. , deminut. zu dem vorigen: schuhsteft ò steftlein brocchi, brocchetti da scarpe ò da suole Kramer dict. 2 (1702) , 927 a ; in…

steftli

FindeB

* stiftlîn stn. steftli Seuse

Steftong

LothWB

stef·tong

Steftong [štefto D. Si. ] f. dasselbe wie Steft I.

steft als Zweitglied (3 von 3)

scerdarsteft

KöblerAhd

scerdarsteft , st. M. (a?, i?) Vw.: s. skerdarsteft*

skerdarsteft

KöblerAhd

skerdarsteft , st. M. (a?, i?) nhd. Achse, Angel (F.), Angelstift, Angelzapfen, Angelpunkt ne. axle, hinge (N.) ÜG.: lat. cardo N Q.: N (100…