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viole

ahd. bis spez. · 18 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

viole f.

Bd. 26, Sp. 361
viole, f. , pflanzenname. 11) form und geschlecht. auf lat. viola mit dem ton auf der ersten silbe geht mhd. vîol (vgl. mhd. wb. 3, 325a; Lexer 3, 360) und das daraus entwickelte nhd. veil- in veilchen zurück: s. veil, m. bd. 12, 1, sp. 41 u. veilchen sp. 43. ahd. belege zeitschr. f. d. wortf. 6, 182; mhd. vîol ist gewöhnlich m. (nach bluome, vîolblume?), daneben steht ein f. vîole (nhd. die veile, die veil) und ein n. vîol. hier liegt germanische accentverrückung vor, da die Germanen das wort doch gewisz mit romanischer betonung übernahmen; v erscheint als f, nicht mehr als w. liegt der ton auf der zweiten silbe, so wird das î der diphthongierung gewöhnlich entzogen (doch kann auch das unbetonte î diphthongiert werden, z. b. elsäss. veijōl Martin-Lienhart 1, 88b. im dimin. veiölein Fischer schwäb. wb. 2, 1017). diese betonung trat wohl zunächst im plur. ein. die form vióle ist characteristisch besonders für das nld., nd. und westmd. gebiet, doch ist sie auch alemannisch. vióle wird dann zu viól rerkürzt, in der volkssprache sind die einfachen formen theilweise durch dim. verdrängt; fiola, eyn fyoln Diefenbach gloss. 236a; viola, vicle, fyoel 621a; braun violen, vacinium, hyacinctus Dasypodius 447c; viol, f. Schottel 1437; veil .. nonnulli etiam appellant violen Stieler 2367. mnl. viole Verwijs-Verdam mnl. wb. 9, 527; neunl. viooltje. n.-norw. fiol, schwed. viol mit dem ton auf der zweiten silbe; viol, vijol Schütze holst. idiot. 4, 308; fijūl Schmidt-Petersen nordfries. wb. 42b; vijōle, vijoilcke Schambach götting.-grubenh. mundart 269b; fiôlke, fiôltje ten Doornkaat-Koolman 1, 486b; viölken (westfäl.) nd. korr.-bl. 18, 13; fijöuleken Bauer-Collitz waldeck. wb. 32b; vijlk'n Danneil altmärk. wb. 241a; vijôlche, vijêlche Frischbier preusz. wb. 2, 445b; vijul, f., vijülche, n. Hönig köln. wb. 196a; viguhl Werners dürener volkstum 175; vioul, f. luxemb. wb. 469b; fiól Follmann lothring. wb. 161a; feijōl, plur. feijolen Martin-Lienhart elsäss. wb. 1, 88b. veiöle, vinöle Fischer schwäb. wb. 2, 1016; schweiz. viōle, mit mannigfaltigen diminutivformen, z. b. vijonli, vinöli, vinöndli schweiz. idiot. 1, 633. das n beruht auf dissimilation (viōleli); viönle Maaler 449a. vgl. noch die verschiedenen von Pritzel-Jessen volksnamen d. pflanzen 439 ff. angeführten formen. violje: in den neuen hirtenkräntzen sihet man violjen gläntzen (überschrift: der veiel) Harsdörffer frauenz. gesprechsp. 8, 138. 22) gewöhnlich zur bezeichnung der lieblichen, duftreichen frühlingsblume (viola martis, v. odorata), auch merzenviole (Pritzel-Jessen); blaue viole brem. wb. 1, 395; nd. korr.-bl. 3, 22; dulle vijoileken, wilde veilchen; das anriechen soll die sinne verwirren Schambach götting.-grubenh. wb. 269b; schmackfiole Follmann lothr. wb. 161b; nou rücks de we en vijul, nun hast du mir einen groszen gefallen erzeigt Tonnar-Evers eupen. wb. 221a. weder Adelung noch Campe machen eine bemerkung über den gebrauch des wortes. in der neueren zeit ist viole in der umgangssprache durch veilchen völlig verdrängt; in der schriftsprache hält es sich wohl noch hier und da im poetischen gebrauch, doch hat es einen gezierten klang: gegen einer rosen odder negelblumen odder violen auff dem feld Luther 32, 464 Weim.; heyde, welche mit violen und andern vielerley blumen hin und her bedeckt ward Amadis 197 lit. ver.; was wohl diese armen violen ausbaden müssen Schiller schriften 2, 216 krit. ausg.; wenn es in seinen stücken manchmal nach violen riecht Brentano schriften (1852ff.) 5, 409; ein sauw liegt nirgend basz denn feucht, ein dreck sie vor violen reucht Kirchhof wendunm. 1, 179 lit. ver.; bald werden wir holen die blaue viol Zesen Helikon (1656) leiter 101; dat it rükt als de rose und als violen dohn Lauremberg ged. 2, 414 lit. ver. (s. 29); in jedem balsamduft der rosen, der violen Dusch bei Gerstenberg rez. a. d. hamb. n. ztg. 128 (dld); dreimal nach des winters tosen kamen schneeglock' und violen Rückert werke (1867ff.) 1, 361; in übertragener wendung: (tod,) der mir mit gwalt genummen hatt mein fiol, rosz und gilgenblatt (die frau) Wickram werke 4, 131, 24 lit. ver. 33) viole als name anderer pflanzen, allein oder mit näheren bestimmungen, doch nennen die landleute oft auch jede frühlingsblume vigôlche, z. b. das gänseblümchen Frischbier preusz. wb. 2, 445b; blaue violen, leberblümchen 446a; gelbe viole oder auch viole allein heiszt der goldlack (cheiranthus cheiri) Pritzel-Jessen volksnamen d. pflanzen 89; Frischbier a. a. o. 446a; Follmann lothring. wb. 161a; Schmidt-Petersen nordfries. wb. 42b; gele violen, mauerveilchen brem. wb. 1, 395; gib ihm brenntwasser von gelben violen ein Gäbelkover artzneyb. (1595) 1, 57; vijülche, levkoje Hönig köln. wb. 196a; wälsche viole, die gartenlevkoje Campe; türkische viole, die feigbohne Adelung. oft als zweiter bestandtheil: märz-, mauer-, mond-, toten-, wald-, wasserviole; nachtviole oder viole der nacht (hesperis matronalis): keusch wie die viole der nacht Salis ged. (1798) 85. scherzhaft; bauernviole, stercus s. oben bd. 1, sp. 1183; ebenso säuviole: sew violen, die sie unter den zeunen aufflesen Luther 30, 2, 452 Weim. viole, violenähnliche blüthe: seuwbrot, hat ein rote wolriechende violen Frisius dict. (1556) 360b. 44) alte violen, wie olle kamellen, alte sachen, alte geschichten: olde violen, sachen, die aus der mode gekommen sind; olde violen rüket nig meer brem. wb. 1, 395; mit katachrese: âle vijoileken upwarmen Schambach götting.-grubenh. wb. 269b. eine alte jungfer: 'ne âle vijoileke ebenda; vgl. Collitz waldeck. wb. 32b; Wander sprichw. lex. 4, 1643. hochd.: die alten geschichten, die alten violen Raabe s. werke III 1, 528. 55) viole nennen die jäger eine geruch von sich gebende drüse an der rute des fuchses Kehrein waidmannsspr. 311. 66) violen- als erster bestandtheil von zusammensetzungen, besonders in älterer sprache auch viol- (vgl. die zusammensetzungen mit veil-, veiel- und veilchen bd. 12, 1, sp. 43ff.):
6053 Zeichen · 185 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    vîolemhd. sw. f.

    Althochdeutsches Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    vîole mhd. sw. f. , nhd. viole; mnd. viôle, mnl. viole. — Graff III, 496. fiol: nom. sg. Gl 3,530,4 ( 14. Jh. ). — viol-…

  2. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    VIOLEstf.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +5 Parallelbelege

    VIOLE stf. phiala. Diemer 110,19. ahd. fiala Graff 3,495.

  3. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    violeF.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +2 Parallelbelege

    viole , F. nhd. eine besondere Art (F.) (1) von Geige, Altgeige, Bratsche, Bettlerleier Hw.: vgl. mhd. viōle E.: s. mhd.…

  4. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    1. Vióle

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    1. Die Vióle , die -n, ein aus dem Französ. Viole und Italien. Viola entlehntes Wort, dasjenige musikalische Saiten-Inst…

  5. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Viole

    Goethe-Wörterbuch

    Viole [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  6. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Viole

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09) · +1 Parallelbeleg

    Viole , gelbe , s. Cheiranthus .

  7. modern
    Dialekt
    Viol(e)f.

    Lothringisches Wb. · +2 Parallelbelege

    Viol(e) [fiól(ə) Busd. Fo. Obd. Lix. u. s.; feïlètχin u. fióəl Bo. ; féilèt Obh. Av. ; feïètəl Ri. Flh. ; filètχin Falk.…

  8. Sprichwörter
    Viole

    Wander (Sprichwörter)

    Viole 1. Frische Violen sind nicht immer zu holen. – Chaos, 791. 2. Lat violen sorgen! – Tappius, 110 b; Körte, 6317. 3.…

  9. Spezial
    violé

    Ladinisch-Deutsch (Mischí)

    violé [vio·lę́] vb.tr. (violëia) 1 (nia respeté) verletzen, übertreten, sich vergehen ( → jí cuntra) 2 (forzé) brechen. …

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit viole

120 Bildungen · 106 Erstglied · 14 Zweitglied · 0 Ableitungen

viole‑ als Erstglied (30 von 106)

viôleken, viôlek(e)

MNWB

viôleken, viôlek(e) Veilchen, dat ēdele viôleken der ôtmö̑dichê(i)t. violenblat, ~brûn, ~var, ~hof, ~krans, ~krût, ~ȫlie, ~sât, ~sirup, ~wāt…

violenbadden

DWB

violen·badden

-badden , m. , confitüre aus veilchen und zucker Jacobsson technol. wb. 8, 92 b . —

violenbank

DWB

violen·bank

-bank , m. , veilchenbank: zephyre, über den violenbank daherschwebend Wieland I 3, 46 krit. ausg. —

violenblat

KöblerMnd

violen·blat

violenblat , N. nhd. Veilchenblatt (als Arzneimittel) E.: s. viōle, blat W.: s. nhd. (ält.) Violenblatt, N., Violenblatt, DW 26, 363? R.: vi…

violenblatt

DWB

violen·blatt

-blatt , -blättlein , n. : nim eins ungerischen ducaten schwer mertzen violenblättlin Gäbelkover artzneyb. (1595) 1, 279 . —

violenblau

DWB

violen·blau

-blau , violblau , adj. : aus viol-blauer seide gewebet Lohenstein Armin. 1, 1362 a ; regenbogen troff in flocken, purpurn, gelben, violblau…

violenblümlein

DWB

violen·bluemlein

-blümlein , n. : violenblümlin über die stirn geschlagen Sebiz feldbau 238 ; kleine violblümlein Harsdörffer frauenz. gesprechsp. 8, 136 ; v…

violenblume

DWB

violen·blume

-blume , f. Lexer mhd. handwb. 3, 361 ; viönle, violetens, violbluomen Maaler 449 a ; violblumen, rosen, camillen Paracelsus opera (1616) 1,…

violenbrauicht

DWB

-brauicht , adj. : wie ein anderer die liebesgöttin violenbrauigt nennt Lucian 3, 338 Wieland. —

violenbraun

DWB

violen·braun

-braun , adj. , violett ( vgl. mhd. vîolînbrûn mhd. wb. 1, 268 b ; Lexer 3, 361 ); janthinus color, violaceus, violnbraun Maaler 449 a ; vei…

violenbrūn

KöblerMnd

violen·brūn

violenbrūn , Adj. nhd. braunviolett, pflaumenfarbig E.: s. violen, brūn (1) W.: s. nhd. (ält.) violenbraun, Adj., violenbraun, DW 26, 363? L…

Violencéll

Adelung

Das Violencéll , (sprich Wiolontschell,) des -es, plur. die -e, aus dem Ital. Violoncello, eine kleine Baßgeige. Daher der Viloncellist, wel…

violenduft

DWB

violen·duft

-duft , m. : der sammetweichen sommernacht violenduft und blütenpracht Liliencron werke (1896 fi. ) 7, 192. —

violenfarb

DWB

violen·farb

-farb , -farben , adj. , mhd. vîolvar mhd. wb. 3, 240 a ; Lexer 3, 362 ; vîolîngevar nachtr. 395; vielfarb Dasypodius 447 c ; violfarb oder …

violenfarbe

DWB

violen·farbe

-farbe , f. : die dritte ( art der granaten ) neiget sich nach der violenfarbe frauenz.-lex. 682. —

violenfarbig

DWB

violen·farbig

-farbig , adj. Campe ; mit violenfarbiger wolle Voss Od. 4, 135 ( ἰοδνεφές , mit violettener 1781). umgelautet violfärbig allgem. haushalt.-…

violen-, fiolen

LW

violen-, fiolen - hof, violarium; -krans, Veilchenkranz; -krût, violata; -olie, Veilchenöl.

violengarten

DWB

violen·garten

-garten , m. : violaria, violgartun Steinmeyer-Sievers 2, 642, 25 ; fiolarium, fialen garten, fiolen hof Diefenbach gloss. 236 a ; vielgart …

violenholz

DWB

violen·holz

-holz , n. , holz mit veilchengeruch: wirft ferner viol-holtz hinein allg. haush.-lex. (1749 ff. ) 3, 595. —

viole als Zweitglied (14 von 14)

Bêrgviole

Adelung

berg·viole

Die Bêrgviole , plur. die -n, eine Viole mit aufrecht wachsenden Stämmen, und länglichen herzförmigen Blättern, welche auf den Bergen Deutsc…

Hundsviole

Adelung

hunds·viole

Die Hundsviole , plur. die -n, eine Art wilder Violen, welche in unbeschatteten Gegenden wächset und keinen Geruch hat; Viola canina L.

märzviole

DWB

maerz·viole

märzviole , märzenviole , f. der ältere name des märzveilchens: merzenviole oder viel, viola Martia Frisch 1, 659 c ; die eine seiten ( des …

mondviole

DWB

mond·viole

mondviole , f. die pflanze lunaria. vergl. mondveilchen, mondkraut.

Mutterviole

Adelung

mutter·viole

Die Mutterviole , plur. die -n, das Mutterveilchen, des -s, plur. ut nom. sing. eine Art der Nachtviole, welche in Italien einheimisch ist; …

nachtviole

DWB

nacht·viole

nachtviole , f. viola matronalis, leucojum Aler 1441 a , hesperis matronalis, die schöne nachtviole Nemnich 2, 140 ; wilde nachtviole, orchi…

Nếlken-Viōle

Adelung

nelken·viole

Die Nếlken-Viōle , plur. die -n, ein Nahme, welcher in einigen Gegenden den Levkojen gegeben wird.

Sumpfviole

Adelung

sumpf·viole

Die Sumpfviole , plur. die -n, eine Art stammloser Violen, welche in den Sümpfen des kältern Europa wächset; Viola palustris Linn.

swartviôle

MNWB

swart·viole

° swartviôle , f. : Goldlack, Cheirantus cheiri, (oder:) Barbenkraut, Barbara vulgaris (Prompt. med. ed. Seidensticker 204); — vgl. 1 swart …

wasserviole

DWB

wasser·viole

wasserviole , f. die wasserfeder, hottonia palustris L. Nemnich 3, 179 . der weiderich mit rauhen blättern, epilobium hirsutum L. 2, 1498. d…

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Cotta, M. (2026). „viole". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 9. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/viole/dwb
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Cotta, Marcel. „viole". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/viole/dwb. Abgerufen 9. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „viole". lautwandel.de. Zugegriffen 9. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/viole/dwb.
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