wamme,
wampe,
f. (
dialektisch auch wampen,
m.)
bauch, mutterleib, thierischer bauch und einzelne theile desselben, eingeweide, die vom halse des rindviehs herabhängende hautfalte u. s. w. 11)
herkunft und formen. 1@aa)
das wort ist gemeingermanisch: ahd. wamba, wampa, wamma,
auch womba, wumba '
venter, ventriculus, uterus, vulva' Graff 1, 853,
mhd. wambe, wamme, wampe '
leib, mutterleib, eingeweide',
andfränk. wamba '
mutterleib',
mnd. wamme '
bauch, eingeweide, beim rind herabhängende hautfalte' Schiller-Lübben 5, 582. Lübben
handwb. 551,
ndl. wam,
afries. wamme '
bauch' Richthofen 1124,
ags. wamb '
bauch, mutterleib' Bosworth - Toller 1163,
engl. womb '
mutterleib',
anord. vömb '
bauch' Fritzner 3, 985,
schwed. vmb,
dän. vom,
got. wamba '
bauch (
γαστήρ),
mutterleib (
κοιλία)'.
die bedeutungen '
mutterleib'
und '
eingeweide'
sind offenbar aus der von '
bauch'
geflossen und nicht umgekehrt. abzulehnen ist daher die auch lautliche schwierigkeiten machende zusammenstellung mit skr. gabhá- '
spalte, vulva',
wozu Uhlenbeck
beitr. 22, 192
noch poln. gba '
maul',
russ. guba '
lippe',
skr. gabhīrá- gambhīrá '
tief'
u. s. w. stellt (
im etym. wb. der got. sprache 166
noch bret. gwamm '
frau'
in verächtlichem sinn, kymr. gumbelauc '
uterus').
ebensowenig darf mit ten Doornkaat Koolman 3, 563
an skr. vapā '
fetthaut, welche die eingeweide der thiere umhüllt'
angeknüpft werden. auch zusammenhang mit den bedeutungsverwandten lat. venter
und d. wanst
kann nicht wahrscheinlich gemacht werden. germ. wamba
ist vielmehr mit Franck
etym. woordenboek 1153
als nasalirte bildung zu der onomatopoetischen wurzel zu betrachten, die in wabbeln, wabern
u. s. w. vorliegt und nasalirt auch in wampeln, wampern (
s. d.)
erscheint. es ist also eigentlich '
wabblicher, weicher, beweglicher körpertheil',
woraus sich im urgerm. die bedeutung '
bauch'
entwickelt hat. aus dieser sind alle übrigen bedeutungen geflossen, wahrscheinlich auch die spät auftretende von '
herabfallende hautfalte des rindes',
obgleich diese auch direkt aus der grundbedeutung abgeleitet werden könnte. 1@bb)
das wort liegt in auffallenden lautlichen schwankungen vor. für wamba
heiszt es im Isidor womba,
bei Notker womba
und wumba;
die verdumpfung des vocals ist wol unter einflusz des w
eingetreten, die spätere sprache kennt entsprechende formen nicht (
doch wird nach mittheilungen aus den sammlungen des schweiz. idiot. noch jetzt in Zürich für '
halswamme'
auch wumme
gebraucht).
auch die consonanten wechseln. für wamba
tritt schon in ahd. glossen auch wamma
auf, mhd. wamme
erscheint im reim bei dichtern, die sonst nicht mb
zu mm
assimiliren, z. b. Hartm. v. Aue
und W. v. Eschenbach;
im späteren mhd. verschwindet wambe
überhaupt. die doppelheit wamme
und wampe
bleibt auch später. ahd. wampa
steht nur in denkmälern, die auch sonst inlaut. p
für b
haben, alemannische und fränkische haben nur wamba.
im mhd. ist wampe
selten, es steht bei K. v. Megenberg,
bei S.
Helbling mit abgefallenem -e wamp.
in quellen des 15.
jahrh. tritt es öfter auf und im 16.
ist es ganz gewöhnlich (
s. die belege 2,
c).
im gebrauch stimmen wamme
und wampe
nicht ganz überein. für '
hautfalte am hals des rindes'
sind beide formen üblich, ebenso für '
thierischer bauch'
und seine theile, eingeweide u. s. w. für bauch des menschen in verächtlichem sinn steht ganz überwiegend wampe.
dagegen heiszt es wamme
in der sprache der kürschner für '
bauchfell',
meist auch in der weidmannssprache. die älteren wörterbücher bevorzugen wamme,
doch haben einige wampe
daneben, so Stieler, Kirsch, Rondeau;
umgekehrt verweist Steinbach
von wampe
auf wamme, Frisch
unterscheidet zwischen wamme '
eingeweide'
und wampe '
der hangende bauch',
auch Adelung
hat zwei besondere artikel, wamme
als '
herabhängende haut am hals des rindviehs, eingeweide, das inwendige fett, bauchfell', wampe
auch als '
herabhängende haut',
ferner '
weiche seite des unteren schmerbauchs'
und '
unterleib in verächtlichem sinn'. —
die nebenform wampe
erklärt sich wol aus dem onomatopoetischen ursprung des wortes, wie auch wappeln
neben wabbeln, wappern
neben wabern
steht. sie wurde als die derbere form empfunden und steht darum namentlich in herabsetzendem sinn. —
eine eigenthümliche weiterbildung von wampe (
aus wampus?
vgl. in Straszburg wambum Schmidt 114)
ist wampes,
m. (
in Coblenz Wegeler 757,
im Westerwald wambes
neben wambe Schmidt 320,
oberhess. wambes '
kolik der rinder' Crecelius 891);
vgl. auch wamst
und schweiz. wamms, wansch, wantsch,
m. schmerbauch. Stalder 2, 433. 1@cc)
die flexion ist im ahd. ganz überwiegend stark, doch kommen schwache formen im Tatian und bei Willeram
vor. auch im mhd. sind starke formen weit häufiger als schwache. im plur. setzt sich später allgemein die form wammen, wampen
fest. daneben ist das wort, hauptsächlich wol unter einflusz von bauch,
auch zum masc. genus übergegangen, schon ahd. om(
as)
us, wampo. Steinmeyer-Sievers
gl. 3, 363, 19.
aus dem mhd. und älteren nhd. läszt sich das masc. nicht mit sicherheit nachweisen. es erscheint dann bei Abr. a S. Clara
Judas 1, 51 (
eingelegte verse). Stranitzky
Fuchsm. 292, 31. Schummel
Spitzbart 288. Fr. Müller 1, 155.
in den jetzigen dialekten ist das masc. sehr verbreitet. es erscheint im Elsasz Martin-Lienhart 2, 826 (wampe
n),
in der Schweiz Seiler 309 (wampe),
in Tirol Schöpf 793 (wampn,
seltener wamme,
f.),
in Kärnten Lexer 250 (wampe, wampn),
im ungarischen bergland Schröer 212 (wampen),
in Südfranken Lenz
vgl. wb. 75 (wampe),
in Nassau Kehrein 437 (wampe, wamm),
im Westerwald Schmidt 320 (wambe,
auch wambes,
vgl. oben das masc. wampes). 22)
bedeutung und gebrauch. 2@aa) wamme
ist der altgerm. ausdruck für den bauch des menschen und wird ursprünglich auch in durchaus edlem sinn gebraucht. so auch im ahd. bis zu Willerams
zeit: venter, wamba. Steinmeyer-Sievers
gl. 1, 22, 33. 3, 19, 11. 3, 433, 42. 3, 435, 6. 3, 437, 20. 4, 162, 42;
alvus, wambe. 3, 439, 52;
aquicolus vel aqualicolus ('
unterleib'), wamba. 4, 196, 2;
ventrem meum doleo, min wampa swirit mih. 1, 627, 19; al daʒ in mund inget, in wamba verit.
Tatian 84, 8; inti girdinota gifullen sina wamba fon siliquis theo thiu swin aʒʒun. 97, 2; ther in mih giloubit ... fluʒʒi fon sinero wambu flioʒent lebentes waʒares. 129, 5; déro getrúnchen apostoli sô vílo, daʒ fóne íro wómbon flúʒʒen chéhprúnnen, állen íro lósern ze séti. Notker
ps. 45, 5 (2, 175
Piper); dîn wámba ist sáma wêiʒes hûffo der der úmbestéchet íst mít lílion. Willeram 114, 1;
ventrix, wambe.
sumerlaten 29, 51;
alvus, wambe. 31, 11.
noch in der genesis heiszt es vom menschen: under der rippe scermehanget daʒ gedarme, ein weichiu wambadiu douwet daʒ geweide.
fundgr. 2, 15, 5. (6, 34
Diemer: da bi ein weiche wambe,diu dowet ze hande swaʒ geslindet der chrage,daʒ zime nimet der mage.)
sehr häufig steht auch wamme
als verhüllender ausdruck vom mutterleib wie venter
in der vulgata (
ebenso im ags.): dhinera womba waxsmin setzu ih ubar miin hohsetli.
Isidor 36, 18; salig wamba thiu thih truog.
Tatian 58, 1; salige sint umberente inti wambun thiede ni barun. 201, 3; wio mag ther man, quad,thuruh nôt queman avur widorort altêr inti fruatêrin wamba thera muater? Otfrid 2, 12, 24; starchtost dû mih fone mînero muôter wómbo. Notker
ps. 70, 6 (2, 277
Piper); dúrh míh quám ér, vóne hímele in virginis uterum, vóne déro mágede wámbon in dîe crippon. Willeram 35, 7.
auch für '
vulva'
: vulvam, wamba. Steinmeyer-Sievers
gl. 1, 733, 29;
vulva, wamba. 3, 52, 52; wamma, wambe. 3, 264, 5; wamba 3, 510, 32; wambe
sumerlaten 20, 16; bithiu wanta iogiwelih gommanbarn, thaʒ wamba êrist intuot, heilag gote wirdit.
Tatian 7, 2.
auch in der mhd. litteratur kommt das wort als '
mutterleib'
häufig vor: Rebecca wart swangerund truoch zwene bruoder. in der muoter wambewaren si sa mit champhe.
genesis, fundgr. 2, 36, 21; uber dich chumt spiritus sanctus, er beschatwet din wamben, du hast ein chint enphangen. Ava
Johannes 123
Piper; er hieʒ in allen gâhen, sîne muoter vor in allen vâhen, er hieʒ ir den pûch ûf snîden: er sprah, er wolte sehen ân zwîvel, wier in ir wambe læge.
kaiserchron. 4111
Schröder; nu ledige mih von dem fluoche, der mich hat erderretund mine wambe besperret: die scholt du herre entslieʒen. Wernher
Maria 26,
fundgr. 2, 153, 38; selbe was sîn amme, diu in truoc in ir wamme. W. v. Eschenbach
Parz. 113, 10; der in der meide wambe saʒ, der wîse mich an beʒʒer stat, daʒ ich den helleclîchen pfat iht ze lange dürfe bern.
Willeh. 38, 12; gotes amme, eʒ was dîn wamme ein palas kleine, dâ daʒ reine lamp aleine lac besloʒʒen inne. Walther 4, 39; der sich in einer reiner megde wamben kunde winden. Boppe,
minnesinger 2, 380
b Hagen; sô dich dîn muoter enphât, wie swach du in ir wambe ligest. Lamprecht v. Regensburg
Francisken leben 161
Weinhold; do ich vil armer slouf von der wamme miner muoter dem tode hie zefuoter. H. v. Langenstein
Martina 115, 45; (
Christ) der ane sünde truosen slouf ûʒ deʒ vatters buosen in der megde wamme. 201, 97.
auch übertragen wie schosz: (
Lazarus) küele die zungen min, wan ich lide groʒin pin von deʒ fures flammen in dirre helle wammen. H. v. Langenstein
Martina 65, 106.
die bedeutung '
uterus'
verschwindet im nhd., doch erscheint noch bærwamme
bei Melissus
ps. 22, 11 (79
neudr.),
wo in der prosa bAermuoter
steht, und alterthümelnd mutterwamme: aber, kind! erinnre dich! getragen hat dich dunkler erde mutterwamme. Rückert
ges. ged. 2, 447.
ebenso läszt sich das wort als '
vulva'
nicht über das 16.
jahrh. hinaus nachweisen: ist der frowen harn truobe als des vihes, sô sint sie siech in der chindelege, diu dâ haiʒet matrix, unde in der wambe, daʒ ist diu vulva. Pfeiffer 2
deutsche arzneibücher, Wiener sitzungsber. 42, 131; wamm,
vulva. Alberus
dict. Dd 3
a; sumliche weib so chint gewinnen, so zepresten sy an der wammen.
Münchner handschr. (1505)
bei Schmeller
2 2, 913.
die verwendung des wortes für '
mutterleib'
im mhd. bewirkte dann, dasz es als edler ausdruck für den bauch des menschen in abnahme kam; dafür tritt das erst bei Notker
vorkommende bûch
ein, das wie anord. búkr
zeigt, ursprünglich '
leib, körper'
bedeutet hat. wamme
kommt im mhd. nur noch in verächtlichem sinn vor: einer betet sînen bûch an, wan alleʒ daʒ er ie gewan, in sîner wambe daʒ versanc: der saget sîner wambe danc, daʒ si daʒ in in kêret danne sich sîn vreude mêret.
warnung 2225 (
zeitschr. f. d. alt. 1, 499); wis an die vint niht ze ger: dû hâst vor dîner starken wamp gesoten hanifâkamp, daʒ dir niht gewerren kan. S. Helbling 15, 272; Engelmar unt Willeger die sprungen da ze sammen, die wolten haben den vorst und ouch daʒ Tulner velt erwert; si waren bar, unt sluogen durch die wammen.
minnesinger 3, 288
b Hagen; in ein dorf kom ich geriten, da lagen gebaur nach iren siten an ir gemache uf irn wammen. H. v. Trimberg
renner 1352.
übertragen: der sieche sprach: mîner schulde enmac ich gnâde vinden, wan mich wil verslinden der tiuvel in sîn wamme.
Vorauer novelle 357
Schönbach. über den gebrauch des wortes im nhd., wo meist in herabsetzendem sinn wampe
üblich ist, s. unten c). Rückert
gebraucht das wort unter einflusz der alten sprache ohne nebensinn, wortspielend mit wams: ein wammes, dessen schnitt nicht deiner wamme paszt, gebettelt hast du's, wo du's nicht gestohlen hast.
werke 8, 265 (
weish. d. brahm. 5, 467). 2@bb)
durchaus üblich geblieben ist wamme
von thieren, wo es aber gern auf die inneren theile ausgedehnt wird. 2@b@aα)
vom bauch selbst. 2@b@a@11))
schon ahd. mhd. kommt es von fischen vor: soso was Jonas in thes wales wambu thri taga inti thrio naht.
Tatian 129, 5; von des genâden Jônas ouh in dem mere genas, der drîe tage und drîe naht mit dem wâge was bedaht in eines visches wamme. Hartm. v. Aue
Gregorius 935
Paul; das gesundst an dem visch ist der schwantz ... darnach die wammen oder der buch. Braunschweig
pest. 10
b; wamme, wampe, bauch eines grossen fisches, samt dem inkreusch,
wam of buik van een groote visch. Kramer (1719) 258
c.
vgl. engl. wame '
rogen von lachs' Wright 6, 373.
dagegen bei Kilian 651 wammen der vischen,
branchiae, also '
die kiemen'. 2@b@a@22))
von geflügel: die bäuch oder wammen seind grob und die bäuch von den feysten gänsen seind die besten, darnach von feysten hennen.
schachtafeln der gesundheit deutsch von Herr (1533) 39. 2@b@a@33))
besonders in der weidmannsprache: wamme, auch wampe, ist der bauch des hundes. v. Heppe
vom leithund 378.
beim wildpret mit beschränkung auf einen theil des bauchs: wammen, flanken, flämmen, das dünne wildpret, so den unterleib der hirsche und thiere ausmachet. v. Heppe
wohlred. jäger 323.
besonders beim wildschwein, wo das inwendige fett eingeschlossen wird: bey den sauen heiszet wampen so viel als die flähmen oder dünnungen unten am leibe mit dem inwendigen feiste. v. Heppe
vom leithund 378.
ähnlich (
aber mit der form wammen) Döbel
jäger-practica (1754) 1, 25. v. Train
waidmanns neue practica 1, 311. Stahl
forst-, fisch- u. jagdlex. 3, 848. Behlen
lex. der forst- u. jagdkunde 6, 227; wammen '
die stücken des dünnen bauchfleischs bey den eutern eines schweins'. Dähnert 536; wamme, schweinswamme (
t. de chasse)
pance de sanglier. Rondeau.
so ist wamme
an den folgenden stellen zu nehmen: sie mussen alle zugleich neben den andern auff die schweinjagt, auch rehejagt, wan man inen gepeuth, und wan sie fahen, so gibt man vom schwein vier groschen und der es sticht die wamme.
urkundenbuch der stadt Grimma 361, 18 (
um 1535)
Schmidt (
ähnlich 362, 22); das jägerrecht (
schieszgeld) bestehet z. e. in dem geräusche von rehen, in den wammen und lendenbraten von schweinen, gehörne von hirschen
etc. J. G. Pietsch
forst- u. jagd-recht (1779) 53.
auch litterarisch kommt dies weidmännische wamme
vor: grimmschnaubend stürzt der löw' auf seinen gegner los, aus jedem blick schieszt eine feuerflamme, indem fährt Hüons stahl ihm seitwärts in die wamme. Wieland 22, 157 (
Oberon 4, 25, 3); hieb mit einem hirschfänger die wamme der sau gewaltig in zwei. Heinse
Petronius 1, 107. 2@b@a@44))
von gröszeren schlachtthieren: caldaunen, kuttelfleck von wampen,
frusta carnis concisae ex ventre bovis. Henisch 580; wampe,
abdomen animalium. Steinbach 2, 924; seinen (
des meerochsen) fetten wampen zu streicheln, denk' nur, gefällt ihm besser. Fr. Müller 1, 155.
westfäl. wamme,
bauch beim rindvieh. Woeste 314.
s. c)
das dialektische wampe,
das durchweg auch von thieren gebraucht wird. 2@b@bβ)
auch bei thieren wird wamme
auf '
uterus'
und '
vulva'
ausgedehnt: von der saw die klaen, rüssel, oren, wamben, und dasz dieselben verschnitten sein (
vulvaeque steriles).
Celsus von Khüffner (1531) 35.
auch auf '
inguen': sein (
des fuchses) pluot von der wammen ist guot für den ôrsmerzen. K. v. Megenberg 163, 30; ligurius haiʒet luhsstain und ist der zwelf stain ainer. ... der luhsstain tropfet von der luhss wammen, sam Plinius spricht. 451, 5. 2@b@gγ)
beim wild wurde wamme
dann auch auf das bauchfell übertragen, was als kürschnerausdruck lebendig geblieben ist (
vgl.fehwamme theil 3, 1432): wamme tot voiderwerck.
Teuthonista 304; wamme (
t. de pelletier),
partie de la peau qui couvre la pance de la bête. fuchswammen, wolfswammen
etc. Rondeau; von tawsent wechs (
d. i. vechs) werks oder wamen 6
β. Stromers
Nürnberger chron., d. städtechron. 1, 101, 15; item ½
m. minus 3 sol. vor 3 vochsynne wammen zu unsers homeysters futer. Joachim
Marienburger tresslerbuch d. jahre 1399 —1409
s. 586, 32; dat nymand ... von den Russen beverwammen edder otter kopen schal.
Hanserecesse II, 2, 510 (1442); cleydonge. zome yrsten eyme rentmeister 12 elen doichs ind eyn bunt voeder mit 12 wammen off 32 marck.
akten z. gesch. d. stadt Köln 2, 320, 28 (1446)
Stein; (
sie erbeuteten) vil kostlicher gulden und siden und wollen tucher, rocke, schuben und wammen, der unczelich wass. Stolle
thüringisch - Erfurt. chronik 355
Thiele; den füchsen wirt nachgejagt ... von wägen desz balgs, welcher für all ander gefüll den menschen wermbt, vorausz die wammen darvon, so dicke, lange und linde haar habend. Forer
thierb. 56
a; vom hundert gantz fuchspalg 1 fl. 5 kr. 10 pf., vom hundert fechwamben oder fuetter 1 kr. 10 pf.
quellen z. gesch. d. stadt Wien 1, 5, 221 (
nr. 5814,
v. j. 1624); wammen sind der weichere theil an denen fellen. fehe wird grauwerck genannt, die bäuche davon aber wammen: gleichwie fuchs- hasen-wammen, kün-wammen, wammen-futter, und dergleichen. Adrian Beier
handwerckslex. (1722) 465
b; wenn die wamme (der bauch) aus einem balg, z. b. aus dem fuchs-balge, geschnitten wird, sagt man: stich die wammen aus!
ebenda; wammen (kürschner). so nennet man die bäuche an den fellen oder bälgen der thiere. sie wird eingetheilt in käfze, kehle, die eigentliche wamme (so heiszt das stück von der brust bis nabel), der schlusz. Jacobsson 8, 183
a; wammen. so nennen die kürschner die bäuche von gewissen thieren; z. b. von eichhörnchen, füchsen. Nemnich 5, 626; zuversichtlich besah er (
der kammerjunker) heut' eine glänzende weste, die, wie die weisze wamme eines drollichten eichhörnchens, unter seinem rothplüschnen rocke hervorleuchtete. v. Thümmel
Wilhelmine 31, 8 (5.
ges.)
neudr. der 1.
ausg. 1764.
in Siebenbürgen und im ungarischen bergland ist wamme
das weisze bauchfell der füchse. Kramer 138. Schröer 212.
in Österreich bauchfell von hasen und füchsen. Höfer 2, 267. 2@b@dδ) wamme
hat sich dann namentlich als metzger- und küchenausdruck reich entwickelt. die bedeutung, die das wort an den folgenden stellen hat, ist nicht immer mit sicherheit zu erkennen, da die für die bauchtheile der schlachtthiere üblichen ausdrücke in ihrer anwendung schwanken. dies wamme
ist besonders noch im südosten im gebrauch. 2@b@d@11))
zunächst bezeichnet es stücke von bauchfleisch: bald sucht man hamelsköpf und schlegel, rindbacken, hammelebugen, castraunenflaisch, lummel, wammen, spallen, nirpraten, rechschlegel, zemmer und knopf von hirzen ... Fischart
pod. trostb. 35, 4
Hauffen; gerollte wammen, spallen, kalbspraten, nirpraten.
Garg. 53
b (77
Alsleben).
vgl.wammel 2
und wämmlein. 2@b@d@22))
häufiger geht es auf innere theile des bauchs, es berührt sich dann mit wanst (
auf vermischung der beiden worte beruht wol die form wamst,
s. d.)
und nd. md. panse.
gemeint zu sein scheint meist das netz, nebst dem daran abgelagerten fett und dem gekröse, oft auch mit einschlusz der vom netz umgebenen eingeweide: omus (
l. omasus), wambo. Steinmeyer - Sievers
gl. 3, 363, 19;
omasium, omasus, omasum, wamme, wampen. Diefenbach
gl. 395
c, wamppen, fleckch aus der wamppen, wam, wampp.
nov. gl. 271
b;
omentum, wam
vel gederm, wamme.
gl. 396
a; wampp,
omentum, scrutinum, cirbus, netzlein
quoddam intestinum. voc. theut. (1482) mm 8
a; wampen,
omasum, omentum, tripa, cirbus. voc. inc. teut. E 4
a; wamme, wampe,
omasum, omentum, toruli. Kirsch 2, 379
b; wampe 2. der magen und dicke darm der ochsen,
omasum. Steinbach 2, 924; wamme,
omentum. Hederich (1753) 2576; darnach wenn das gedärm oder wammen herabsitzt (
si descendit omentum), so wirt die geschwulst in dem geylbalge nimmer vertriben.
Celsus von Khüffner (1531) 125
a; '
haut die das eingeweide einschlieszt' Höfer 2, 267. Schöpf 798.
das wort geht auch nur auf das fett: wamme heisset bey denen köchen so viel, als die blume, oder, das in einem vieh inwendig sich angelegte und an einander gewachsene fett. Zinke (1753) 3095;
ähnlich Jacobsson 8, 138
a; Adelung; er nimmt das eingeweyd der ochsen mit den wammen und legt es auff das feur.
Virgils Aeneis übers. v. Schirmer (1668) 27
b.
gewöhnlich werden die eingeweide (
namentlich die mägen der wiederkäuer und die verbindenden theile)
mit eingeschlossen: wamme oder ingewayde oder sultz,
exta. voc. theut. (1482) nn 1
a; wamme,
exta, die starckhäutigen ingeweide, sonderlich der magen und was man zur speise kochen kann,
ventriculus. Frisch 2, 421
a; solt du eynen schafswanst oder wammen, sampt allem seinem wust und kat, nemmen. Sebiz
feldbau (1580) 291; wammen '
ein besonderes stück vom eingeweide des rindviehs'. Strodtmann 277; wampe '
wanst, magen, gedärme oder gekröse'. ten Doornkaat Koolman 3, 503.
so ist auch wamme
als '
ventriculus'
zu deuten, wenn es auf thiere geht: ventriculum, wampa, wamba, wambe, wamb, wambl. Steinmeyer - Sievers
gl. 1, 369, 24 (
zu Deut. 18, 3. Luther: den wanst);
ventriculus, wamba. 3, 75, 33. 3, 392, 28;
ventriculum, wamma. 4, 260, 6;
venterculus, bauchelin
vel wamme. Diefenbach
gl. 610
c;
ventriculus, wamme, wamm. 611
b.
die wamme (wampe)
erscheint als ein stück des geschlachteten viehs, dessen verkauf bei den metzgern zugelassen und geregelt ist (
vgl.'
den metzgern ist es erlaubt, das gedärm samt zugehör bei den groszen schlachtthieren wampen
zu nennen'. Hyrtl
deutsche kunstworte der anatomie 157): nymandts einicherley hewbter, gelunge, lebern ... drosseln, fuess, wammen, magen, hertzen, unzugehauen oder in andern wege zuzunemen verdingen.
Nürnberger polizeiordnungen 226
Baader; es sollen auch die wampen und magen von ochsen und kwen bey zimlicher faisten gelassen und geverlich nit gemegert werden. 228; auss einer wampen (
sollen) über vier tail nit gemacht werden.
ebenda. sie wird häufig neben andern kleintheilen der geschlachteten thiere als ein leckerbissen angeführt: lungen, leveren unde wammen.
Soester Daniel 105; und smacket im wol ein heisz arsdarm, kotteln, sulz, kalt oder warm, zuwilen auch ein hamels wame.
d. städtechron. 17, 316, 3 (
Mainz 15. jahrh.); hir umb so bit ich uwir stüre, wurste, flecke, wampan czu dem füre. Mone
altt. schausp. s. 129 (
auferstehung 691); wamppen und fleck, leber und lungen, haubt und zungen, ewter und magen! durch den kragen muosz es alles faren! Hätzlerin 1, 91, 189; guet voricht, kalbskopf, fues und krös, wammen, ochsn-megen sint nit pö
s. H. Sachs 23, 283, 4
Keller-Götze; da (
auf der kirchweih) wirdt ein fressen und schlampampen mit gänsen, hünern, würsten, wampen. Waldis
Esopus 4, 92, 19
Kurz. 2@b@d@33))
oft steht wamme
geradezu für die gedärme (
kutteln, kaldaunen u. s. w.):
omentum, wamp
vel arsdarm. Schmeller
2 2, 913 (
auch sonst wird bei omentum, omasum, ventriculus [
s. 2))]
oft an die gedärme zu denken sein);
tripa, tripa, stripa, wamme
vel zulte. Diefenbach
gl. 597
a; wamme, kuttelwamme,
trippe. Krämer 1207
b; wamme 2. kuttelwammen, kaldaunen, das gedärme eines geschlachteten viehes, so man reiniget und zu würsten gebrauchet,
tripes of killed beasts. Ludwig 2376; wammen, kaldaunen, kuttelwammen,
pens, penszak. wammen sieden,
penssen. Kramer (1719) 258
c; wamme, kaldaunen (
mot de province),
tripes. wammen reinigen, kochen
etc.,
netteier, faire cuire les tripes. Rondeau; '
das gedärm, geschlinge'. Adelung; kuttel-fleck, wammen und wänstlein, auf allerhand arten zuzurichten. 1. wammen oder kuttel-fleck zu sieden.
die curieuse köchin (
Nürnberg 1706) 135; eingemachte wamp,
echinus conditaneus. Schönsleder
prompt. Kk 5
a; eingemachte wammen. Kirsch 2, 379. wampen ausnehmen, waschen
u. s. w.: als dann hencken sy (
Juden) das geschlacht beyn hindern fssen auff, ehe sys gar schinden, und thuond wampen, kutlen und das eyngeweyd herausz. S. Franck
weltbuch (1542) 154
b; die fleischhacker sollen nit unter den penken schlagen, darnach die wampen daselbst auszschitten, sondern enterhalb desz pachsz.
österr. weisth. 6, 138 (
Steiermark 1547); mit dem prucklein, dorauf sie (
die fleischhacker) ir wampen und fleck waschen. Tucher
baumeisterbuch 200; far hin, far hin, mein metzgerlein! kain wampen will ich dir mer wäschen. Uhland
volksl. 706. 2@b@d@44))
wie wanst
und panse
kommt wamme
dann auch spec, für den ersten, groszen, runden magen der wiederkäuenden thiere vor. F. B. Weber
ökon. lex. (1838) 633
b. Krafft
landwirthschaftslex. 623
a. 2@cc)
vom menschlichen bauch wird das wort in nhd. zeit fast ausschlieszlich in verächtlichem sinn gebraucht, wobei man sich gewöhnlich der form wampe
bedient. es geht auf den hervortretenden, dicken bauch, den hängebauch; vgl. schon im ahd. die wiedergabe durch aqualicolus und auch ventriculus [
b, δ, 2))]
wird, wo es sich auf menschen bezieht, theilweise so zu nehmen sein. für '
venter'
tritt in den frühnd. glossaren das wort nicht mehr ein. auch in medicinischen werken kommt es für '
bauch'
schlechtweg nicht mehr vor, wol aber für die seitentheile des bauchs, die weichen [
vgl. b, α, 3))]: das drit (
gedärm) heist ileos, von wegen, das es zu beiden seiten die wammen anrüret. Dryander
practicirbuch (1537) 139.
so noch im 18.
jahrh.: ilia, die wampen oder wampengegend, die ganze leere und weiche seite des bauchs oder unterleibs, zwischen den kurzen ribben und der scham.
onomatologia medica hrsg. v. Haller (
wundarzneiwiss. 1756) 830.
ähnlich Nemnich 3, 220. Kulmus
anatom. tabellen 13. Pierer
medic. wb. (anat.) 4, 181.
ventriculus, wammen Gersdorf
feldbuch der wundartzney 78
b geht wahrscheinlich auf innere theile, vgl. auch wammen für '
omentum'
oben b, δ, 2))
bei Khüffner. wampe
als schmerbauch, hängebauch u. dgl. erscheint in wörterbüchern zuerst bei Stieler 2427 (Krämer 1207
b hat wamme, wanst): wamm, wamme, wampe '
pro ventre et pectore, inprimis autem pendulo et obeso usurpatur'; die wampe, der wanst oder bauch. Ludwig 2376; wampe, der hangende bauch, vulgär und im spott, wann er grosz ist. Frisch 2, 421
a; wamme, wampe (
vieux mot),
ventre, panse. Rondeau; wampe '
die weiche seite des unteren schmerbauches; der unterleib, schmerbauch selbst, nur im verächtlichen verstande, von einem groszen, hervor ragenden bauche'. Adelung.
in den mundarten ist wampe
als niedriger ausdruck für den menschlichen (
zugleich auch den thierischen)
bauch jetzt fast überall zu finden: schweiz. elsäss. Martin-Lienhart 2, 826 (wampe
n,
m.);
bair. Schmeller
2 2, 913 (wamben, wampen,
f.).
Bayerns mundarten 2, 446;
tirol. Schöpf 798 (wampn,
m., selten wamme,
f.);
kärnt. Lexer 250 (wampe, wampn,
m.);
öst. Hügel 185 (wmpn). Loritza 140;
im ungarischen bergland Schröer 212;
in Gottschee Schröer 493 (bampe);
rheinfr. Autenrieth 149. Askenasy 214. Kehrein 437 (wampe, wamm,
m.). Crecelius 891. Vilmar 440. Schmidt 320 (wambe,
m.);
ostfr. Ruckert 193. Spiess 274;
thür. Hertel 253 (wambe, wame);
am Unterharz Liesenberg 217 (wmpe, wmme);
sächs. Albrecht 233;
schles. Weinhold 103.
auch nd. (
wo es sonst wenig üblich ist, nach Schiller - Lübben 5, 582 '
mehr hochd.') ten Doornkaat Koolman 3, 503.
in Nordböhmen ist wmbe
besonders bauch der weiber. Frommann 2, 240; kindelbetterische wampen. Guarinoni
die greuel der verwüstung menschlichen geschlechts (1609) 773
bei Höfler
krankheitsn. 777.
besonders bezeichnet es den angefüllten oder durch vieles essen angemästeten bauch: indessen tratte der hauszherr die stege herab ... und an seiner fetten wampen und dickem kopf konte ich sehen, dasz er gleichsam auf der mastung lag.
Simpl. schriften 3, 405, 14
Kurz (
vogelnest 1, 17); wenn der tod so schmutzig wär' wie mancher beamte, so säh' er nicht so mager her, und hätt' eine gröszere wampe.
tirolische hausinschrift in: Alemannia 29, 150; witz und weisheit dunsten auf aus gefüllter wampe. basz glückt harfenspiel und sang, wann ich brav schlampampe. Bürger 50
b.
elsäss. der het sine wampe äu nit vom faste. Martin-Lienhart
a. a. o. sprichwörtlich: mit leerem wampen ist nicht gut gampen. Eiselein 627 (
vgl. theil 4, 1, 1213); auf einer fetten wamme steht selten ein subtiler kopf. Wander 4, 1775.
so erscheint es auch in festen verbindungen mit verben. 2@c@aα) den wanst, die wammen füllen,
empirsi la pancia. Krämer 1209
a; sich die wampe füllen. Adelung; ein saw frist kraut, grasz, fleisch und brot, rochs, gsotten, schelm und menschen-kot, das sie füll ir hungrige wamppen. H. Sachs 3, 503, 26
Keller; füllen mit unser hungrig wampen.
fab. u. schw. 2, 370, 38; brauch löffel wie ein wasser-schaff, auff dasz du füllst den wampen.
citat bei Abr. a S. Clara
Judas (1687) 1, 51; (
der wolf) füllete allda seinen hungerigen magen und wampen dergestalten an, dasz ihnen der bauch strotzete. Stranitzky
Fuchsmundi 292, 31
neudr.; auch mugn wir auff der albm unser wampm mit schleglmilch salbm.
Sterzinger spiele 15, 553
Zingerle; so hört nun ihr meine orenspitzige ... zuhörer, inn was schlampen unser Grandgausier pflegt zu kranladen seine wampen. Fischart
Garg. (1590) 85 (67
Alsleben); so schoppen und mösten die Teutschen ihre wampen und kotbäuch 6, 7 oder 8 stundt lang under tags. Albertinus
Gusman v. Alfarche 468; hat ers (
der rabe das fressen) nicht können lassen, sondern sein wampen also voll angeschoppet, dasz er nachmals untüchtig worden zum fliegen. Abr. a S. Clara
Judas (1687) 1, 232; Wenzky, dem es nie an gutem appetite fehlte, stopfte sich ... den wampen bis zum platzen voll. Schummel
Spitzbart (1779) 288; ihm besagte es lieber, seine kartoffeln zu pflanzen, und wieder auszuwählen, ... als sich eine wampe von gnadengeldern anzufressen. Stöver
Niedersachsen (1789) 1, 109; wan ihm der wein auffplet sein wampen, so will er noch mehr fressen, schlampen. H. Sachs 4, 240, 35
Keller; sich die wampen voll essen. Vilmar
a. a. o.; he sleid sük de wampe (wampen) ful. ten Doornkaat Koolman
a. a. o. übertragen: habsüchtige können die wampe nicht voll kriegen. Weinhold
a. a. o. 2@c@bβ)
ferner bei miszhandlungen und androhungen von solchen (
vgl. oben a die stelle aus Pseudo - Neidhart): einem in die wamme stoszen,
donner un coup d'épée dans le ventre. Rondeau; jemand in die wampe stoszen. Adelung; nit wunder wer, das ich in zorn im durch sein wampen stech ein messer. H. Sachs 14, 163, 29
Keller-Götze; der mir vor seiner dimppadampen mit ainem stecken in die wampen wolt schlagen.
fab. u. schw. 1, 183, 96; ain schitzt (
schütze) der ware under auns, uf ain gaisbogk that er sich naigen: 'ei sollt ich ime (
den boten) schieszen in sine wamm, ich wolt in dapfer erraigen'.
geschichtl. lieder u. sprüche Württembergs 95, 5 (1563)
Mehring; da risse einer dem andern stücker aus der wampen, dasz das eingeweid herausz fuhr.
Simplic. (1684) 3, 262; einem ein tritt in die wamben geben (
als straszburgisch). Scherz-Oberlin 1932; einem einen treff in die wampen geben. Vilmar
a. a. o. schles. die wampen bähen '
prügeln'. Weinhold
a. a. o. (
vgl. wampenbad). 2@c@gγ) auf der wampe liegen (
s. oben a die stelle aus H. v. Trimberg): wann du dann auffhörst sie zu straffen, so leg dich auff die wammen schlaffen, und schlaff mit süssigkeit on sorgen. Scheidt
Grobianus 3969
neudr.; diejenige aber, so gar nieder knyen, sich auff die wampen legen, und also ausz dem flusz sauffen. Abr. a S. Clara
Judas (1687) 1, 335. 2@dd)
von wampe '
bauch'
aus erklären sich einige übertragene bedeutungen: 2@d@aα)
auf menschen übertragen ist wampe (
als masc.)
unmäsziger mensch, fresser. Martin - Lienhart 2, 826;
in Handschuhsheim freszwampe '
vielfrasz' Lenz
vgl. wb. 75; Ptolomeus Philadelphus, der hielt es mit den Jüden, und gelerten leuten, ... das andere waren füllwürste und wampen, wie man ein egyptischen könig von seinem viehischen und wüsten leben Phiscon, den mastdarm, oder grosse wurst nennet. Mathesius
Sarepta (1587) 78
a; die himmels-thür ist gar eng, und folgsam dicke und faiste wampen von schlampampen nicht hinein können. Abr. a S. Clara
Judas (1687) 1, 367.
oder auch nur '
dicker mensch' (
els. dickwampe);
von einer frau (
als fem.): boxhorn soll dich schänden, du dicke, quadratische, viereckete wampe! Lindener
Katzip. 85
Lichtenstein. am Unterharz wmme, wmpe '
dickes frauenzimmer' Liesenberg 217. 2@d@bβ)
elsässisch und in Basel bezeichnet wampe
ein groszes stück von etwas, z. b. e wampe brot. Martin - Lienhart 2, 826. Seiler 309 (wämpe,
m.).
ähnlich dän. vom '
klumpen'. 2@d@gγ)
aus Luzern wird für wampe
auch die bedeutung '
ohrfeige'
angegeben. vgl. wampen 3. 2@d@dδ)
in Schlesien ist wampe
auch das die wamme bedeckende gewand, hemd Weinhold 103,
also vermischt mit wams (
wie andrerseits wams
für wamme
eintritt).
auffällig stimmt damit überein dän. norw. vampe '
weite jacke' Aasen 895,
schwed. dialekt. vampa. 2@d@eε)
an folgender stelle scheint wampe
auf die innere anlage, charakter zu gehen: derselbig wurm (
Pilatus) krenkt sein gewissen von des kaisers grausen haimlich in seines herzen drüng. wie wol er west den keren, der juden hass durch valsche wamp, noch volgt er in mit pöser willekür. Oswald v. Wolkenstein 117, 137
Schatz. vgl. wämpfel. 2@ee)
das wort wird von den weichtheilen des bauchs auch auf andre weiche theile des thierischen körpers übertragen. 2@e@aα) '
bey den jägern wird auch der (
der halswamme)
ähnliche häutige theil an den seiten des wildbretes die wamme
genannt.' Adelung;
suffrago, ein wan, wamme. Diefenbach
gl. 565
b; '
die faltig herabhängenden theile an der äuszeren bauchweiche oder schenkelbeugestelle.' Höfler
krankheitsn. 777
a. 2@e@bβ) die wammen an den lungen der ochsen,
hampe. Rondeau. 2@e@gγ)
das euter: die hund habent siben tag vor milch in irn wampen ê si gepernt. K. v. Megenberg 125, 27; eʒ het ein man ein zuhtmuter bi jenem reine, die het zwelf cleiniu verhlin, die lagen in einer kalten stigen, di horte ich jemerlichen schrien ofte des tages nach ir muter ammen, swenne sie ging voller wammen an dem velde, und dort ir jungen mit vil groʒʒem hunger rungen. H. v. Trimberg
renner 3538; und vil die jehen, man stel der chue die milch aus der wammen. Vintler
blumen der tugend 7852
Zingerle. vgl. auch: si (
die löwin) hat neur zwei milchwämpel ze mittelst an dem leibe under der prust. K. v. Megenberg 143, 7 (
daneben 25, 18 milchwäppel); milchwampel Mone's
anzeiger 1839
s. 496. 2@e@dδ)
sehr verbreitet ist das wort für die vom halse bis zum bauche herabhängende hautfalte beim rindvieh. Nemnich 4, 837. Oken (1833) 4, 331.
F. B. Weber
ökon. lex. (1838) 633
a.
überwiegend erscheint das wort so als wamme,
daneben als wampe (
bei Diefenbach
gl. 406
a palear wird auch wapp
angegeben).
synonyma sind triel, quappe, fahn
u. a. in den wörterbüchern tritt es seit dem 16.
jahrh. auf: die wammen, der schluch und die lampend haut an der kAelen der ochsen,
palear, palearia. Maaler 483
d; die häut, so den rindern unden von dem hals oder kälen herab zottern, wamme,
palearia. Calepinus (1570) 1013; farrenhalsz, die wamm,
palear. Emmelius
nomencl. 108;
balear, farrenhalsz, wamm. Frischlin
nomencl. (1594) 135; wamme (
als deutsch),
palear. Kilian 651;
palear, wamme, so unter der ochsenkähl hinunter hengt. Zehner
nomencl. (1622) 289; wampen,
palear. Schönsleder
prompt. Kk 5
a; wamm,
palear, farrnhals. Schottel 1440; wamme, ochsenwamme,
giogaia, fannoni del bue. Krämer 1207
b; schwappelung der fetten ochsen,
alias die wamme,
palear, palearia pendentia. Stieler 1962; wamm, wamme
et wampe,
palear, i. e. pellis e boum gutture pendula. 2427; wamme am ochsenhals,
palear. Dentzler 2, 341
b; die wamme, so einem fetten ochsen unterm halse hänget,
the dew-lap of a fat ox. Ludwig 2376; wammen
i. e. halswammen an einem fetten ochsen,
wammen, wraddel. Kramer (1719) 258
c; wammen am vieh,
palearia. Kirsch 2, 379; die wamme '
in manchen gegenden auch wohl die wampe'. Adelung.
jetzt z. b. in Basel Seiler 309 (wampe),
in Nürnberg Gebhardt 74 (wambm)
und 217 (wame),
in Österreich Loritza 140 (wampe),
in Handschuhsheim Lenz
vgl. wb. 75 (wampe),
am Unterharz Liesenberg 217 (wmme, wmpe),
in Waldeck Bauer - Collitz 111 (wame); wenn ein ochse feine, lange, dicke wammen unten an dem halse hat, die ihm schier bis auf die knie herunterhangen, so ists ein anzeigen einer guten art. Coler
hausbuch (1640) 283; die meisten (
rinder) zeichnen sich auch durch eine hängende wamme am halse aus. Brehm
thierl.2 3, 371; der hausochs ... hals mit schlaffer kehlhaut (wamme). Leunis
zool.2 175; muskelig strozt ihm (
Jupiter als stier) der hals und dem bug' enthangen die wampen (
palearia). Voss
Ovid nr. 13, 20; (
die kuh) der auch tief zu den beinen vom kinn die wampe herabhängt.
Virgil 1, 219 (
Georg. 3, 53); es gäbe bergbewohner, mit wammen (
dew-lapp'd) so wie stier', an deren hals ein fleischsack hing'.
Shakesp., sturm 3, 3.
in der Schweiz entsprechend von ziegen wammli.
auch von groszen hunden wird wamme
gebraucht. auch vom geflügel: der hahn hat wammen unter dem schnabel, die fein weiszlicht und röthlicht unter einander sein und fein lang herunter hangen. Coler
hausbuch (1640) 378.
selten vom menschen '
unterkinn'
: nach Hyrtl
deutsche kunstworte der anatomie bei Th. Bartholinus (1674). Nemnich 5, 626 (wamme). Adelung
bei wampe; stellt euern hofhund neben euch, und ihr findet ... dieselben hängenden wammen von den wangen zum hals hinunter. Tieck
novellenkr. 1, 9; das gfrieserl, das wamperl, das pratzerl, der schopf (
der geliebten) verkehrt mir die därmer, verdreht mir den kopf.
hanswurstiade bei Devrient
gesch. d. deutschen schauspielk. 1, 448. '
hängewange'
in Basel. 2@ff) kuhwamme
hat in Nordböhmen (
theil 5, 2584)
und Schlesien Weinhold 103
auch die bedeutung '
moorboden' (
wegen des auf- und niedergehns beim treten),
bair. mooswampe '
moorpfütze mit festem rasenüberzug' Schmeller 1, 1673. kühwampe
ist nach Pritzel-Jessen 232
a (
aus Österreich)
auch bezeichnung von melampyrum pratense L., wofür Nemnich kuhwachtel
angibt. was ist eierwamme?: machet eyerwammen-plätzlein. Hohberg 3.
th. 3.
abth. 1
b; bestreuet den rand der schüssel mit eyer-wammen.
ebenda 2
a, 75
b.