lautwandel 53 Wörterbücher · 2,7 Mio. Artikel
Wildcard · " Volltext

Aggregat · alle Wörterbücher

wams

mnd. bis sprichw. · 9 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
13 in 9 Wb.
Sprachstufen
6 von 16
Verweise rein
23
Verweise raus
53

Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

wams n.

Bd. 27, Sp. 1456
wams, n. (auch m.) eng anliegende bekleidung des rumpfes, kamisol, koller u. s. w. 11) herkunft und formen. 1@aa) das wort tritt um 1200 im mhd. in den formen wambeis, wambois, wambîs auf, wo es aber eine unter dem panzer angezogene dicke jacke bezeichnet. es beruht auf dem gleichbedeutenden afranz. wambais, gambais, prov. gambais, auch weitergebildet gambison, gambeson u. s. w. das roman. wort wird gewöhnlich als eine ableitung zu germ. wamba 'bauch' angesehen, also eig. 'bauchkleid' (ähnlich gehört kitel, mit der nebenform kütel, wahrscheinlich zu got. qiþus 'bauch'). dem steht aber entgegen, dasz das germ. wamba nirgends im romanischen erscheint. Baist (verhandlungen der 49. philologenversammlung 128) denkt vielmehr an das byzantinische, schon bei Suidas belegte βαμβαξ 'baumwolle' (auf gr. βομβυξ 'seidenraupe' zurückgehend), daher das gleichbedeutende ital. bambascia; davon ist mlat. bombasium, bambasium 'die gesteppte bettdecke, der gesteppte rock unter dem panzer' (Du Cange 1, 719) abgeleitet, woraus durch umgestaltung (mlat. wambasium, vgl. auch wammasin) die roman. und mhd. formen hervorgegangen sind (ähnlich geht das gleichbedeutende franz. hoqueton auf das arab. al ḳoton 'baumwolle' zurück). der richtige zusammenhang wird schon von K. v. Megenberg 392, 27 hervorgehoben: diu paumwoll haiʒet bombax ze latein, dâ von kumt bombasium, daʒ haiʒet ain bammais, daʒ dar auʒ ist gemacht. aber limbasium haiʒt ain leinein bammais; vgl. auch bombasium bei Diefenbach (b). noch Adelung tritt für ableitung von βομβυξ ein. 1@bb) im mhd. kommt auszer den oben angeführten, sich ans franz. anlehnenden formen auch noch (mit anschlusz an mlat. wambasium) wambas und (mit abgeschwächtem vocal) wambes vor (M. v. Craon 828. 1557). mnd. erscheint wambois, wambos, wambus, wambes Schiller-Lübben 5, 581, ndl. wambuis. im spätmhd. und frühnhd. sind wammas (stadtbuch v. Augsburg 259, 3. liedersaal 2, 473. d. städtechron. 22, 261. 437. 23, 310, 29. 391. 34. Hug Villinger chron. 150. Paumgartner briefwechsel 21. 97. 160. Zimmerische chron. [] 1, 224, 19 u. ö. Wickram 1, 20. H. Sachs 23, 97, 2) und wammes die gewöhnlichen formen; seltener erscheint wamwais d. städtechron. 15, 407, 5; wambis buch Weinsberg 1, 108 u. ö.; wammisz Fel. Platter 174 Boos; wambus Kluge rotwelsch 1, 32 (bubenorden um 1505); wammusz urkundenbuch d. st. Magdeburg 2, 302 (1432); auch das einsilbige wams (meisterlieder 77, 2 Bartsch. Murner narrenbeschw. 12, 61. Grunau preusz. chr. 2, 376. 3, 324. Ringwald laut. warh. 98) kommt schon vor. daneben zeigt sich das auslaut. s auch in sch übergegangen (vgl. harnisch aus afranz. harnais), was besonders in alemannischen und rheinischen quellen zu beobachten ist: wanweisch voc. von 1474 bei Lexer 3, 666; wambisch geschichtsfreund 31, 312; wambasch U. v. Zatzikhoven Lanzelet 3811; wamisch Pauli schimpf u. ernst 167; wambusch urkunden u. akten z. gesch. d. st. Koblenz 237, 8; wambesch minnesinger 2, 100a. ring 33d, 38. Straszburger zunftordnungen 292. d. städtechron. 8, 452, 11; wammesch Kölner zunfturkunden 2, 387, 26. Keisersberg hell. löw 31a. brösamlin 1, 109b. 2, 36a. 49a; wamsch Alsfelder passionsspiel 5138; wambsch Schlettstadter stadtrechte 2, 906. 7. ferner kommt es vor, dasz die form wammes (wammas, wams) durch t erweitert wird (vgl.palast u. dgl.): wammast Fischart Garg. 281b; wamast jahrb. f. Elsasz-Lothringen 21, 36; wammest schweiz. schausp. 1, 146, 1008. Keisersberg postill 4, 4a. 14a. Kirchhof wendunm. 1, 353. Fischart dicht. 2, 144 Kurz. groszmutter 569 Scheible. Garg. 113b u. ö.; wamst Fischart bienenk. 55b. Schweinichen 1, 241 (dazu wanszt im hortulus animae 1505 bei Luther 10, II, 336 Weim. ausg.). die mannigfaltigkeit der neben einander üblichen formen spiegelt sich auch in den glossaren und wörterbüchern wieder: bombasium, wambisz, wamboys, wammasz, wammisz, wammez, wamwesz, wammes, wammesch, wammusz, wanwasz, wams, bamaz, bombeis, bommais. Diefenbach gl. 78b; wambasz, wammas, wamsche, wombeis. nov. gl. 57a; diplois, wammas, wammesz, wames. gl. 183b; thorax, wammas, wambos. gl. 588a; wammesz, thorax. Dasypodius 451d; wammsz, thorax. Alberus dict. ii 4a; wammest, thorax. BB 2b; wammest, guippone. Hulsius 272; wammes, thorax. Emmelius nomencl. 337. im 17. und 18. jahrh. kommt noch wammes (Schlettstadter stadtrechte 2, 371 [1611]. Albertinus Gusman v. Alfarche 102. Lehman 131, 10 u. ö. Harsdörffer gesprechspiele 1, 30. 98. Jucundissimus 41. d. franz. kriegs-Simplicissimus 39. Simplic. von 1684, 3, 754. Faszmann d. gelehrte narr [1729] 85. Jablonski [1748] 1336a) und wammest (Sommer ethographia E 7a. Philander 2, 80), wambst (Ritter gramm. 42. Philander 2, 13. Gryphius 1, 747. Simpl. 3, 14, 7. Weise comödienprobe 258. Meyfart christl. erinnerung 217), wamst (Schelmuffsky 30. Wiedemann gefangenschaften 1, 11. causenmacher 74. Kuhnau music. quacksalber 157, 28) neben wams vor. von wörterbüchern haben Dentzler, Castelli, Rädlein, Kirsch, Rondeau nur wammes, Krämer, Stieler, Ludwig und Kramer daneben die einsilbige form, nur wams Schottel, Frisch und Nieremberger, während bei Steinbach, Hederich und im nouv. dict. 703c auch noch die form wamst angeführt wird. Adelung und Campe erwähnen nur wamms. diese schreibung (im 18. jahrh. auch noch wambs, wie auch Frisch 2, 420c aus etymologischen rücksichten schreibt) ist jetzt allgemein durch wams ersetzt. die zweisilbige form wammes findet sich aber noch bei Musäus physiogn. reisen 4, 266. Rückert werke 8, 265 (s.wamme 2, a ende). Immermann Tristan 78. sie ist auch in mundarten noch sehr üblich, so im österr. Loritza 140, bair. Schmeller 2, 914 (neben wambs), in Nürnberg Gebhardt 74, in der Pfalz Autenrieth 149, in Handschuhsheim Lenz 52, im hess. Vilmar 440, thür. Hertel 253. Kleemann 25. Liesenberg 217, in Luxemburg Gangler2 474 und in nd. dialekten Strodtmann 278. Schambach 285 (neben wams). zeitschr. f. nd. sprachf. 35, 100 (Eilsdorf bei Halberstadt). Woeste 314. Bauer - Collitz 111. Leihener 131. die erweiterte form wammest hat Ruckert 193. Döring 86. Liesenberg 217, wamst neben wams Martin-Lienhart 2, 826 und Crecelius 891. die form wamesch führt Müller-Weitz 257 aus Aachen an. 1@cc) der plur. ist im mhd. dem sing. gleich und wird auch noch im 16. und anfang des 17. jahrh. häufig endungslos gebildet, so wamisch Pauli schimpf u. ernst 167; wamesch Keisersberg brös. 2, 36a; wammes Dreytwein Eszling. [] chron. 50, 4. Liliencron hist. volksl. 3, 376, 22 (1525); wams Grunau preusz. chron. 2, 376; wambsch Schlettstadter stadtrechte 2, 906; wammest Keisersberg postill 4, 14a. schweiz. schausp. 1, 146, 1008. Fischart Garg. 114a. Sommer ethographia E 7a. Philander 2, 80. daneben ist ein plur. auf -er üblich, der aber z. th. ohne umlaut gebildet wird: wammaser Paumgarnter briefw. 21. 97, wambisser buch Weinsberg 2, 375, wameser d. städtechron. 25, 369, 8. 11, wammeser Harsdörffer gesprechsp. 1, 98, wammister Potier d'Estain deutsch 9, wamser Harsdörffer schaupl. 215. meist mit umlaut: wämmeser Simpl. (1684) 3, 754, gewöhnlich zweisilbig wämster Fischart dicht. 2, 158 Kurz. Garg. 114a. Meyfart christl. erinnerung 217. Kuhnau music. quacksalber 157, 28 oder wämser. diese form wird von Stieler 2427 und Bödiker grundsätze d. d. spr. D 5a angegeben, von Schupp, Weise und den meisten späteren gebraucht. doch gibt noch Steinbach 2, 924 wämster an, daneben wamste. formen auf -e sind nicht häufig (wamse Grunau preusz. chron. 3, 324), im 16. jahrh. auch mit umlaut: wemmese Magdeburger schöffensprüche 1, 270; wämbse Ringwald laut. warheit 98. die umgelauteten formen (vgl. wemes Lenz 52) gehen wol auf ein masc. wams zurück, das auch sonst vorkommt; es wird jetzt aus dem Aargau Hunziker 286, der Pfalz Autenrieth 149, dem Elsasz (neben n.) Martin - Lienhart 2, 826, Handschuhsheim Lenz 52, Hessen Pfister 329 und Luxemburg Gangler2 474 angegeben. in der litteratur begegnet es bei Mittel- und Norddeutschen: Klinger 3, 160. Göthe 13, 125 (feierwamms). Grimm märchen 1, 130; H. v. Kleist 3, 13. Arnim 1, 50. 3, 165. 13, 125 u. ö. daran schlieszt sich dann auch ein plur. wamse, z. b. v. Peucker kriegswesen 2, 105. 22) bedeutung und gebrauch. 2@aa) in den ritterzeiten ist das wams eine unter dem panzer getragene jacke, die über die hüften reichte; sie war aus derbem stoff hergestellt und meist mit baumwollwatte gepolstert und abgesteppt: dô zôch er aller êrste an ein wambes von buggeran. dô hieʒ er im reichen einen vilz weichen und bant in für sîniu knie. alsô bewarte er sich ie. zwô hosen wîʒ ûʒ îsen hieʒ er im ane brîsen ... dannoch zôch er ane mê einen halsberc wîʒ als der snê. Moriz von Craon 828 Schröder; ein wambeis wart ime gesuocht von einem buckeram blanc, einer spannen von der gürtel lanc, under sînen halsperc. H. v. d. Türlin crone 2862; manic helt ze velde san, der sîn hosen schuohte an, dar über sîn schellier; ein wambeis und ein collier muost er haben dar nâch; ... sô muost ein halsperc wesen dâ bî. 18190; schilt, banier, îsenhuot, cleiniu wambasch, snelliu ros, daʒ si berc unde mos deste schierre mohten überkomen, diz moht in alleʒ niht gevromen. U. v. Zatzikhoven Lanzelet 3811 wappenrok zuschliʒʒen, wammis zuriʒʒen, waren wider gemachet wol. Herbort v. Fritzlar 8710 Frommann; die halsberge wiʒʒe hiwen sie mit fliʒʒe durch den helm unz an den loc, wambois, wappenroc, man, ros unde phert. 9024; er schrôtet mangen îsenrinc und machet wambeis lære. Neidhart v. Reuenthal 92, 3. doch wird ein solches wams auch über dem panzer getragen als waffenrock: ein wambeis sol dar über sîn, oder ein wâfenroc sîdîn. H. v. d. Türlin crone 18205; dar nach lait er ain pantzer dick under das wammas an. liedersaal 2, 473, v. 21. 2@bb) bauern und andre geringe leute trugen auch das wams für sich als schützendes obergewand, indem sie an den gefährlichsten stellen schienen von eisen oder leder aufnähten und es dadurch verstärkten: [] man siht in umb sînen kragen einen grôʒen bolster tragen (dâ sint keten inne und in dem wambeis über al). Neidhart v. Reuenthal 238, 47 Haupt; hât er (der österreichische bauer) dar zuo ein wameiʒ guot — ze vehten stêt in der muot —, ein gollier an dem hals sîn, in diuht, er bestüend ein eberswîn. Enikel weltchronik 27553 Strauch; sô was daʒ ein schade grôʒ, daʒ er machen wolt genôʒ von arte edelen knehten gebûren süne ... die selben ouch vil baʒ snüeren kunden ir salzsecke, denn si die îsnîn flecke ûf diu wambîs kunden tuon. Ottokar reimchron. 26186 Seemüller; die grôʒiu swert und wambîs tragent. Teichner anm. 136 Karajan (Wiener denkschriften 6, 132); armbrust, cheten, wanbeis, spieʒʒe unde bogen ... daʒ ist alleʒ erbegut. stadtbuch v. Augsburg 151, 16 (1276); von dem wamwais und von dem harnasche. swem harnasch gepoten ist .., der sol den haben pei im unverchummert pei 1 ℔. und di purger, di wamwais süllen haben mit schilten auch pei 1 ℔. d. städtechron. 15, 407, 5. 7 (Mühldorfer stadtrecht 14. jahrh.). von den bauern wurde das wams wol auch als feierkleid getragen: sich huop ze beiden sîten dar ie der man in sînem wambas niuwen. Neidhart v. Reuenthal 171, 129 Haupt; seu (die hochzeitsgäste) chament her geritten auf eseln und auf schlitten, yeder mit seym wambesch guot, zwäyn roten hosen und ein hut. Wittenweiler ring 33b, 38. daneben finden wir das wams als einen kurzen rock erwähnt, der der bequemlichkeit halber z. b. auf reisen angelegt und auch von rittern und bürgern getragen wurde: dirre kunig (Rudolf) ... was ein demtiger herre: dovon bletzete er sin wambesch in einre reysen zuom aller ersten und ging in dem gebletzeten wambesche vor sinen dienern. Königshofen, d. städtechron. 8, 452, 11; eʒ sol ouch dehein man deheinen kürtzern rock dragen, danne der für die knye abe get unde niht an den knuwen oder obewendig den knuwen windet, uʒgenomen wambesch, schopen, wapenröcke, harneschröcke unde riteröcke, die mag man wol kurtz tragen, mit namen obe harnesche oder so man über velt ritet oder get ... doch mag einre, der wil, ein harnesch-wambesch dragen. zeitschr. f. die gesch. des Oberrheins 7, 61 (Speier 1356); daʒ man deheinen rog noch wambesch kürzer tragen sol danne ein vierteil einre eln obewendig der knieschiben, so sie hie in der stat gänt, doch so sie riten wellent, so müget sie riten in reisigen wambeschen wie sie wellent. Straszburger zunftordnungen 292 Brucker (1370). 2@cc) seit der 2. hälfte des 14. jahrh. (s. den vorausgehenden beleg) findet sich das wams als ein theil der bürgerlichen kleidung und ist als solches über 300 jahre üblich geblieben. anfangs ist das wams, ein kurzer, enger rock mit kurzen schöszen, der vorn zugeknöpft wurde, neben dem eigentlichen, längeren rock und der schecke, einer ganz kurzen jacke, in gebrauch. im 16. jahrh. und noch lange darnach ist das wams ein unentbehrliches kleidungsstück bei bürgern und landsknechten; darüber pflegte allerdings noch ein oberrock (tapart, schaube, mantel) getragen zu werden. man unterschied das deutsche und das spanische (wälsche) wams. das deutsche wams hatte eine kurze taille, übereinandergehende brustblätter, am hals oft einen hohen, steifen kragen; die ärmel waren weit und bauschig, mit wülsten an den achselnähten und mit vorliebe zerschnitten. das spanische wams dagegen hatte eine längere und engere taille, nur kleine schösze, mitten auf der brust zusammenstoszende brustblätter, starke wattirung auf der brust und dem bauche, ein aus zwei theilen zusammengesetztes rückenstück und enge ärmel, die am oberarm stark gepolstert waren. im 17. jahrh. kam die ausstopfung des wamses ab, die unteren knöpfe wurden offen gehalten, um das hemd zu zeigen, das wams verlor sogar die taille gänzlich; die ärmel schlieszen an schulter und handgelenk, aber an der vordern seite öffnet sie ein schlitz in der vollen länge. gegen ende des jahrh. macht sich bereits die französische [] mode geltend, nach der das wams zwar verlängert, aber immer unter dem rock getragen wird und so an bedeutung verliert, die ärmel werden eng, schlieszlich fallen sie ganz weg, ebenso die schösze, und das rückenstück wird aus geringerem stoff hergestellt. so entwickelte sich das wams zur weste. doch verschwindet es nicht ganz, sondern bleibt in bestimmten fällen im gebrauch, wenn kein rock getragen wird. 2@c@aα) belege aus älterer zeit: die dri godde soln ein sin: das enkan nit kommen in den sinne min. doch ein schoppe und ein wamsch und ein troge ist auch drierlei, un dot es vor ein kleit an. Alsfelder passionsspiel 5138; (als meisterstück soll er schneidern) eynen gemeynen mans tabert und eyns mans wambusch mit gelenken oder ufglaichten armen, wie man das nent. urkunden u. akten z. gesch. d. stadt Koblenz 237, 8 (1454) Bär; cap, rock, hembd, hosen, wammesch und schuohe sind guot, wenn man ietlichs an das glid legt, dem es gemacht ist. Keisersberg hellisch löw (1514) 31a; hosen und wammes fein zusammengemacht, dasz sie geraum und gefüge seyn, ist ein nützlich kleyd, für die menner in allen ständen, und weisz nichts daran zu tadeln, ohne allein die lätze, die geben gar zu viel üppigkeyt von sich. Joh. Strausz kleyderteuffel, theatrum diabolorum (1587) 2, 65a. 2@c@bβ) das wams ist nebst den hosen die charakteristische männertracht: ein manswammesch ind einen vrauwenrock. Kölner zunfturkunden 2, 387, 26 (um 1450) v. Loesch; wenn die hübsche der frauwen vergat, so legt sie des mans wammesch an und laufft also uber den bach, und weschet darin, der frauwen findet man vil dye mannlich seind ... und tragen ein degen an. Keisersberg brös. 2, 49a. 2@c@gγ) das wams wurde an die hosen genestelt oder geknüpft: der schosz auf in ab und traf in auf die nestellechlach am wammesz bey dem nabel. Baumann quellen z. gesch. d. bauernkrieges in Oberschwaben 31; als ich jüngst von im gangen bin, er in hosen und wammas sich gantz scharpff nestlen thet. Wickram 1, 20 (Galmy cap. 5) Bolte; das wammest mit dem gesesz (den hosen) verbunden (durch nestel). Fischart groszmutter 569 Scheible; ob man die hosen an das wamst bind, oder das wamst an die hosen. bienenk. (1581) 55b; damals fieng die welt an die hosen an die wammest zuknipffen, und nicht die wämster an die hosen. Garg. 114a (173 Alsleben). 2@c@dδ) das wams wurde jetzt auch von seide, samt, atlas und andern kostbaren stoffen, einfachere aber von barchent, zwilch u. dgl., dauerhafte von leder hergestellt: von syden, dammest und karmasyn sind unsere wammest gmachet gsyn. schweiz. schausp. 1, 146, 1008; der bischof in sime syden wambesche. Königshofen, d. städtechron. 8, 452; eʒ sol dhein man ... sydiniu tuch tragen weder zu mentel, zu rocken, zu kappen, zu wammasen noch zu schoppen. stadtbuch v. Augsburg 259, 3 (1385); daʒ des probst brueder hab ein sidin wambisch. geschichtsfreund 31, 312 (Luzern 1476); der (bürgermeister) Schwartz hett ain schwartz sammatins wammas an. Mülichs Augsburger chron., d. städtechron. 22, 261, 15 (1478); es sol ouch keiner wambsch bi uns verkoufen .., die mer dan (von) einerlei barchat oder anderm duch gemacht sigen. Schlettstadter stadtrechte 2, 906 (1488) Gény; 1 firdung von einem wammesz von barchant, schlecht und gerecht. 8 schkot von einem zwilich wammesz. 8 schkot von einem lidern wammesz. akten der ständetage Preuszens 5, 683 (1521); die von der herrn trinckstuoben, die waren alle in schwarz samaten wamesser und schwarcz hosen, alles zerschniten und weisse seiden darunder gefüttert. Senders Augsburger chron., d. städtechron. 25, 369, 8 (1530); 1 zwilichenen wamast. jahrbuch für Elsasz-Lothringen 21, 36 (Colmar 1542); die (trabanten) hatten alle gelbe mentel ... und gelb samet wamess und die ein seyt rot und weiss und mit carmassin seiden underfeytert und darnach ein gelb samet lieblein, under demselben auch rote seiden. Dreytwein Eszlingische chronik 50, 4 Diehl; ein weysz ... atlases wammasz. Paumgartner briefwechsel 160 Steinhausen; wie ich hie ein ehrlichen burger kant habe, welcher inn seinem damasken wammes gen hof kam. Mathesius Sarepta (1571) 46a; ein seiden wammest mit sammat und [] schnüren beleget. Kirchhof wendunm. 1, 353 Österley; zu seinem wammest nam man hundert acht dreitzehen saumballen weisen satins. Garg. 113b (172 Alsleben); die daffete wämser und kappen liesz ich nicht füttern. Ch. Weise erznarren 76 (1673); geld zu einem sammeten wamste. der schlimme causenmacher 74. buntes wams: ein ... parfuser mönch kompt ausz einem bundten wammes in eine graue kutten. Luther 33, 535, 15 Weim. ausg. 2@c@eε) die wämser waren gefüttert und mit knöpfen besetzt: für 2 futterparchet unter 2 wames. Tucher baumeisterbuch 101; wöllest dir den von Paulus Scheürl 4 in 5 duzzet schwartzseidiner knopf geben und den schneyder an meine zway wammaser machen lassen. Paumgartner briefwechsel 97 Steinhausen; die menner trugen jopen ader wams mit silbern malgen, das waren heffte von silber, obenen um den halsz einer hand breith alle zugleich, item an den ermeln der jopen ja funff par runde knepffel von silber. S. Grunau preusz. chron. 2, 376 Perlbach; der hausvater in einem mit silbernen knöpfen besetzten wams. C. F. v. Moser beherzigungen3 134; (Zacharias Pape's) wamms war mit knOepfen von buntem glase besetzt. Rabener schriften 1 (1751), 104. besonders war das zerschneiden der wämser mode: gestochen wams, thorax ocellatus. Stieler 2427; ein zerschnittenes wammes, pourpoint tailladé. Rondeau; die hosen und das wams durch schnitten hinden vornan und do mitten. Murner narrenbeschw. 12, 61; das ist wider die lumpenreüter, die jetzt in krieg ryten in zerhowenen röcken und wammesten, dorumb das man den harnesch und die wyssen hembder do durch sehen mög; das ist ein affenspil und ist narrenwerck. Keisersberg postill 4, 14a; es waren damals die zerschnittene wämbser sehr gemein. Schupp schriften 376; wann du einen Schweden oder Teutschen gefangen bekombst, so hat der hurensohn das wambs so zerschnitten, dasz du nichts darausz machen kanst. ebenda; ein aufgeschnittnes wams, die tracht der alten zeit, scheint nicht so lächerlich, als itzt die redlichkeit. v. Canitz ged. (1734) 248; mit deutschheit sich zu zieren itzt hat jeder sein armes wamms zerschlitzt. Göthe 13, 54 (das neueste v. Plundersweilern 254). inwendig pflegten sie dick wattirt zu sein: weite, mit neun pfundt baumwollen gefüllete und drey dutzend kneuffen besetzte wammest. J. Sommer ethographia mundi E 7a; wämbster, die innwendig mit baumwollen, werck, haar oder fischbeinen dick auszgefüllet und wol vermachet seyn. Meyfart christl. erinnerung 217; bald trägt man an dem leib ein wamst von drey querfingern, bald musz es wohl ein rock mit sechzehn falten seyn. Wiedemann gefangenschaften 1, 11. 2@c@zζ) überhaupt zeigte sich beim wams viel modische üppigkeit: ja wan sie (die Deutschen) noch bei einem bliebn und nicht so leichten wechsel triebn in röcken, wämbsen, stiffeln, hut, so gieng es hin und wer noch gut. Ringwald laut. warh. (1598) 98; was für üppigkeit mit wammes und puff-jacken getrieben wirt, das sihet man, der leib am wammes, ob er wol fein glat angemacht wirdt, so musz er doch mit seiden durch und umb stöppet seyn, forne seltzame kneuffel dran, von stein, corallen, glasz, oder horn. oben einen kragen darauff, der weit hinausz starret. ermel dran, die einer, wegen der grösse und weite, kaum am armen tragen kan. ... diese ermel müssen forne auch eyngefalten seyn, dasz sie krösz gewinnen. Joh. Strausz kleyderteuffel, theatrum diabolorum (1587) 2, 68b; wie sie ein wählsch kleid ... wälsches wambst, wälsche hosen, wälsche strimpff ... mit nach hausz bringen mögen. Philander 2, 13; deine à la mode hosen und wammest. 2, 80; es hat denn mancher sich so trefflich ausgeputzt, dasz hos' und wammst an ihm auf echt französisch stutzt. Hoffmannswaldau u. anderer Deutschen ged. 4, 325. 2@dd) wams und hosen werden als die beiden unentbehrlichsten männlichen kleidungsstücke häufig zusammen genannt: knecht mach mir die hosen, bletz mir das wammes. Montanus wegkürzer 23, 33 Bolte; ess wurdend ... 36 gefangen, die wurdend uszgezogen bis in hosen und wammas. Hug Villinger chronik 150 Röder; (die priester) sind in [] hosen und wamas gangen und haben keglot. Senders Augsburger chronik, d. städtechron. 23, 391, 34; sasz da (der im spiel alle seine kleider verloren hatte) bei dem Welser in hosen und wamas. 310, 29. wer es sich bequem machte, ging in wams und hosen, zu einer anständigen kleidung gehörten aber noch oberkleider: so zeuch den rock am ersten ausz, würff in dort in ein eck im hausz ... in hosen und wammes dich stell dort hin, so bist ein fein gesell. Scheidt Grobianus 422 neudr.; was hat im haus gethon der jung, der itzt hinab in garten sprung in hosn und wamas an ain rock? H. Sachs 23, 97, 2 Keller-Götze; erstlich soll ein kirchwart ... gottsförchtig sein, nicht nur ein hosen und wammes, sondern fein ehrbarlich mit einem schwartzen leibrock und chorhemmet darüber angethan, seines angehörigen diensts ... pflegen. Schlettstadter stadtrechte 2, 731 (1611) Gény; (es sollen) die schullehrer in den städten nicht nur in hosen und wamms, sondern in ihren mänteln, wenn sie lectiones zu verrichten haben, wie auch ausser der schulen auf der gassen, in einem erbaren und ihrem stande gemässen habit gehen. Th. Hayme jur. lex. (1738) 454 (kirchenrecht § 9, 54). wams und hosen in sprichwörtlichen wendungen: was ein wammesz seyn soll, dasselb nit zu hosen machen. Lehman (1640) 131, 10; da sie doch ausz ihrer ehre weder hosen noch wammesz können machen. 181, 24; es ist eine subtile frag, ob die hosen am wammesz hencken oder das wammesz an hosen. 758, 28; dasz zwar nicht unrecht gesagt, es weren die weiber gelehrt und verständig genug, wann sie den unterscheid zwischen dem wammes und den hosen wüsten. Harsdörffer gesprechspiele 1, 30. wams und hosen zusammen bezeichnen die ganze kleidung: brauchen sie (die langen haupthaare) an statt hosen und wambst. Wiedemann gefangenschaften 1, 27; mögtest mit Engländern und Franzosen bunt dir pletzen wams und hosen. Arndt werke 5, 330; mit scheckigen wämsern und hosen, ihr kennt sie, die lust'gen gesell'n (die narren). Freiligrath 1, 459. früher auch den ganzen besitz: sitz offt ob eim spil, heist das losen, das frist mir oft wammes und hosen. H. Sachs 21, 77, 25 Keller-Götze; Ranzaw der mit-general denckt auch nicht auf diesen fall, spielt auf karten mit Franzosen und verliehret wambsz und hoszen. gedicht auf den überfall bei Tuttlingen 1643 in: Württemberg. vierteljahrshefte n. f. 15, 491; jemanden hosen und wamms ausziehen, ihn seines ganzen vermögens berauben. Adelung. wams und hosen bildlich für das männliche geschlecht: Rosalinde. ich wäre im stande meinen mannskleidern eine schande anzuthun, und wie ein weib zu weinen. aber ich musz das schwächere gefäsz unterstützen, denn wams und hosen (doublet and hose) müssen sich gegen den unterrock herzhaft beweisen. Shakespeare 4, 102 (so wie es euch gefällt 2, 4). 2@ee) im anfang des 18. jahrh. wurde in der deutschen modischen tracht das wams durch die ärmellose, nur mit kleinen oder auch gar keinen aufschlägen versehene weste verdrängt. sache und wort (zuerst 1716 bei Ludwig 2460 weste oder veste, das camisol oder unter-kleid) stammen aus Frankreich. 1721 bemerkt Jablonski 846a bei wammes 'ein stück der mannskleidung, so den obern leib bis an die hüfften bedeckt, mit ermeln und kurzen schössen. bey uns sind sie abgekommen'. doch erhält sich wams in der bäuerlichen tracht, ferner als bequemes hauskleid und als unterjacke. in den wörterbüchern findet sich das wort nicht nur im 17., sondern auch noch im 18. jahrh.: wammes, farsetto, guippone. Krämer 1207b; wams, amiculum superius, thorax dictum. Stieler 2427; wammes, pourpoint. Rädlein 1028b; wammes oder wambs, a wast - coat or doublet. Ludwig 2376; wammes, wams, mutzen. Kramer (1719) 258c; wamst, sagulum, thorax, alicula. Steinbach 2, 924; brustbletz, wammes, thorax laneus. Kirsch 1, 1195a; wammes, pourpoint, gilet. Rondeau. dagegen sagt Adelung [] 'seitdem die französische tracht in Deutschland üblich geworden, ist das wort gröszten theils veraltet, und wird nur noch zuweilen von solchen kurzen kleidungen unter dem volke, besonders bey dem männlichen geschlechte gebraucht; dagegen das ehemalige wamms in den obern classen die weste, camisol, und in andern fällen ein leibchen genannt wird'. in der litteratur kommt das wort auch in der neueren zeit nicht selten vor, besonders wenn von zuständen einer früheren zeit die rede ist: der priester hörts; mit schwerem kopf, das chorhemd in die queer, mit ofnem wams und hosenknopf flog er bestärkt daher. Pfeffel poet. versuche (1802) 1, 60; er zog sein feinstes hemde mit spitzen an, ein wams von grünem atlasz mit schmalen goldnen spitzen besetzt und mit rosenfarbnem taffet gefüttert. Wieland 11, 94 (don Sylvio 1, 11); das nächstemal, Georg. du sollst erst ein wamms haben, eine blechhaube und einen spiesz. Göthe 8, 10 (Götz v. Berl. 1); schnallt mir den harnisch auf, und gebt mir mein wamms. die bequemlichkeit wird mir wohl thun. 8, 24 (42, 29 gebt mir meinen rock); Mephistopheles. hast du vor'm rothen wamms nicht mehr respect? kannst du die hahnenfeder nicht erkennen? 12, 127 (Faust 1. th., v. 2485); ich ... warf ein hellrothes mäntelchen um die schultern, steckte mich in einen wamms von rauhen fellen des alps, legte ein krägelchen um den hals. Klinger 3, 160; dort im blauen seidnen wamms der! Fr. Müller 1, 284 (die schaaf-schur); ich will mich braten lassen, wenn das nicht seine kappe, wamms und hosen sind. 3, 324 (Golo u. Genovefa 4, 16); einer von diesen ergriff ihn bei den knöpfen seines wamms. 'Ferdinand!' schnaubte er ihn an, 'wirst du unterschreiben?' Schiller 8, 80 (30jähr. krieg 1); von seinem wamms hatte er (Egmont) selbst den kragen abgeschnitten. 9, 25 (Egmonts leben u. tod); stecken wir uns in zwei lederne wämser und schürzen. Shakesp., Heinr. IV., 2. th. 2, 2; dem roszhändler schlug das herz gegen den wams. H. v. Kleist 3, 16 (Kohlhaas); es war dies aber ein feines blaues wamms um die lenden gefaltet und gestutzt. Brentano 4, 5 (chronika eines fahrenden schülers); so macht mein seidner wams kein aufsehen. Arnim 1, 50 (Isabella); zehn ehrenketten beschwerten den schwarzen wamms. 15, 165 (kronenw. 1); ich will mir das scharlachene wamms anziehen mit den goldenen borten. Immermann 16, 230 Hempel (Petrarca 1); am jungen wurde nicht erschaut der kleinste fleck auf jack' und wammes. Tristan 78; mein wamms von purpursammet, ich musz dich von mir thun. Geibel 1, 180; seine kräftigen handgelenke ragten weit aus den ärmeln des dürftigen wamses, denen er längst entwachsen war. C. F. Meyer Jenatsch 14. eine als wams bezeichnete kurze jacke wird vielfach vom militär getragen: zu einem mann ... kam ein rekrut mit blauem wamms und kleinem hut, pudriertem haar und hohlen wangen. Pfeffel poet. versuche (1802) 2, 45; im huszarenwamms, vielfach geflickt, mit verblichenem golde reich gestickt. Lenau ged. 2, 434. sprichwörtlich: weisz wams und rote hosen schlagen kein feind. Wander 4, 1775. darum auch eisernes wams: kürassier. kein rock hat mir unter allen wie mein eisernes wams gefallen. Schiller 12, 52 (Wallenst. lager 11). wams des postillons: wenn mittwochs und freitags der postknecht durchfährt .., so ist bei mir jedermann rege und springt entgegen dem gelbwams, der zeitungen bringt. Sauter ausgew. ged. 65 Kilian. wams als knabenkleid (s.wämschen): diese hohen hüte, die rund abgeschnittenen haare, die wämser in uniform (der jungen philanthropisten). Nicolai gesch. eines dicken mannes 1, 62. ledernes wams als nachtkleid: und ich hatte oft lust, wie einer meiner vorgänger, mir ein ledernes wamms machen zu lassen, und mich zu gewöhnen im finstern, durch's gefühl, das was unvermuthet hervorbrach zu fixiren. Göthe 48, 14 (aus meinem leben 16). vgl. nachtwammes [] Ludwig 2376; elsäss. nachtwämstel, schlafwämstel Martin-Lienhart 2, 827. wollenes wams als bequemes hauskleid: der Franzmann (trödler) öfnet ihm ein ganzes magazin voll röcke nach dem neusten schnitte, vom frieswams bis zum galakleid. Pfeffel poet. versuche (1802) 1, 79 wenn's regnete oder die abendkühle kam, schien ihm ... ein wollenes wams weicher als ein wolfspelz. Scheffel Ekkeh. 242. 2@ff) in der männlichen volkstracht der meisten deutschen gegenden hat sich ein wams genanntes kleidungsstück, ein kurzer rock ohne taille und schösze, noch jetzt oder doch bis in die neuere zeit hinein erhalten. idiotika des 18. jahrh. führen es als 'kleidungsstück, das eng um den leib schlieszt, kamisol, ärmelweste' u. dgl. an. brem. wb. 5, 174. Dähnert 536, auch die meisten neueren, wenigstens aus Mittel- und Norddeutschland, auch dem Elsasz. Martin-Lienhart 2, 826; in Oberdeutschland scheint es sonst wenig mehr üblich zu sein (nach Schmeller2 2, 914 'leibchen der weiber, ehmals auch beim männlichen geschlecht'): unter dem anliegenden, bis zu den hüften reichenden, meist offen getragenen und mit groszen metallknöpfen besetzten koller oder wams aus schwarzem oder blauem samtmanchester, blauem tuch oder leinwand, deckte den oberkörper der bis unter die magengegend reichende brustlatz (in der mitte des 19. jahrh.). E. John aberglaube, sitte u. brauch im sächs. Erzgebirge 40; die brust bedeckt im winter ein wams aus schaffell, dessen rauhe seite nach innen gekehrt ist. im sommer wird dasselbe durch eine weisze oder blaue jacke ersetzt. Wittstock volkstümliches der Siebenbürger Sachsen 59. so auch litterarisch, wenn von der kleidung einfacher leute die rede ist: eine gesellschaft männer (in Rom) in der sonntagstracht des gemeinen volkes, in kurzen wämsern mit goldbesetzten westen darunter. Göthe 29, 258 (ital. reise); stosz ich schier an stein und stock, reisse wams und überrock. Schiller 1, 349 (bauernständchen); und jeden sonntag land' ich bei meiner liebsten an. mein neues wamms ergreif' ich, sie sagt, es steht mir gut, und eine pfauenfeder, die steck' ich auf den hut. Platen 25 (lied. u. rom.). 2@gg) seit etwa 1600 kommt das ursprünglich nur als männerkleid übliche wams auch in der weiblichen tracht vor: amictorium mulierum, mieder, übermder, wamsz, goller. Diefenbach gloss. 30b (aus Frischlin nomencl. 1603); sie (die Courage) hatte weder brust noch wams an ... ihr hemt war schneeweis, von reinem Auracher leinwath ... woraus sie hervor schiene wie eine heidelbeer in einer milch. Simpl. 3, 168, 26 (Springinsfeld 4. cap.); 1680 ... trugen die weiber wämser mit kurzem leib voll fischbeinen, auch mit vielen gleichen und krummen näden, seer breite und kurtze hermeln, mit 4 kurzen schöhten 4 vinger breit lang. Hennings sagen u. erzählungen, volkskunde aus dem hannoverschen Wendlande 117; wambs oder wämbstlein ist ein aus allerhand seidenen oder wollenen zeugen auf vielerley art verfertigter weiblicher ober-habit, mit ermeln und schösen versehen. Amaranthes (1715) bei A. Schultz alltagsleben einer deutschen frau 39; ebenso Zedler 52, 1899; erstlich hat meine frau ihre schulmeisterschaube, kittelgen, röcke ... verkaufft, sich aber davor vornehme städtische kleider, als seidene wämster, röcke, florkappe ... angeschaffet. J. Kuhnau music. quack-salber 157, 28 neudr.; dasz der zuschnitt ihrer (der hausmägde) mützen und wämser ihnen eine vorzügliche leichtigkeit, munterkeit und achtsamkeit gebe. Möser patr. phant. 1, 48; dasz jeder seine frau dazu nöthigen solle, den bettelstaat zu markte zu tragen, und ihre leinwandene wämser und schürzen ... und die ... halbwollenen zeug-röcke wieder hervor zu suchen. R. Z. Becker noth- und hülfs-büchlein3 (1789) 1, 176; Stillings töchter ... probirten öfters ihre neuen wämmser und röcke von feinem schwarzen tuch. Jung Stilling 1, 37; man überfaszt das busentuch mit einem kurztailligen leibchen, dem 'wams'; dies hat einen tiefen bogenförmigen ausschnitt und nur schmale achselstreifen. Hottenroth volkstrachten aus West- u. Nordwest-Deutschland [] 8 (Braunschweig); darüber (über das mieder) wird der bis an den hals reichende ärmelspenser, das sogenannte wamesle angezogen .., mit kurzen schöszchen. Bavaria 2, 1, 182 (Oberpfalz); mich selber reizte diese scene weit weniger als eine bauerschöne in weiszem wamms und rock. Bürger 105a; ein wamms, verbrämt mit schwanenfell, mit knöpfen von krystallen hell, ein röckchen weisz, aus zarter woll', aus lämmchenwoll', es tragen soll. 120b. jetzt wird wams als ein theil der weiberkleidung ausdrücklich angegeben bei Martin - Lienhart 2, 826 ('kurze jacke der mädchen und frauen'). Schmeller2 2, 914. Vilmar 440. Döring 86. Schambach 285. Schütze 4, 335 ('jäckchen der kremperinnen mit kurzer taille'). Frischbier 2, 454. 2@hh) wams findet sich auch als unterjacke, die unter oder gleich über dem hemd getragen wird: alreleie vrauwenunderwambens van alden cleideren zo machen. Kölner zunfturkunden 2, 390, 6 (1426); befalch dem hencker, das er mir in seiner gegenwertigkeit ein wammes under das hemmet gab. Albertinus Gusman v. Alfarche 102; wämser trug man ehedem unter den mänteln, und noch jetzt zieht man sie unter leibröcke und oberröcke, worüber alsdann eine weste getragen wird. solche wämser (nur ohne ärmel) hat in neueren zeiten, das preuszische fuszvolk für den winter bekommen. Jahn 1, 97 Euler; 'unterjacke männlicher personen' Martin - Lienhart 2, 826; 'wollene unterweste, nachtjacke' Müller-Weitz 257; 'eng anliegendes, ärmelloses kleidungsstück des oberkörpers'. zeitschr. f. nd. sprachf. 35, 100 (Eilsdorf bei Halberstadt). 2@ii) wams erscheint vielfach in festen verbindungen mit verben: das wams anziehen, ausziehen, aufmachen, zuknöpfen u. s. w.; hosen und wammes anlegen. Ludwig 2376; sein wammes ausziehen. Kramer (1719) 1, 500b; das wammes anlegen, zuknöpfen. Rondeau; ir ... thuon (beim essen) die wamisch uff, und die gürtel, und den sack den buch, das vil darynn gang. Pauli schimpf u. ernst 167; setzt er sich in der sonnen schein, zog ausz zu erst das wammest sein, zu halten da ein musterung under den läusen alt und jung. Fischart dicht. 2, 144 Kurz (des flohes zank 366); bald machten sie die wämster auf. 2, 158 (860); hat er das wammas nicht anlegen wellen ... und auch sein lebenlang darauf das wammes nie wieder angelegt. Zimmerische chronik2 1, 224, 19. 22; zogen die wämster ab, warffen sie beyseits, auch die hüte. Philander 1, 597; sie hatten die wamser auszgezogen. Harsdörffer schauplatz jämmerlicher mordgeschichte3 215; indeme ich mich fertig mache, mein wammes abziehe. Rist das friedejauchtzende Teutschland (1653) 154 (2, 5); hernach machet er das wambsz auf, setzet den knopff (des degens) an die brust ... Gryphius (1698) 1, 747 (Squenz 2); als sie mir auch hosen und wambst angezogen. Simpl. 3, 14, 7 Kurz (Courage 2. cap.); nachdem sie ihm das wamms vom leibe gerissen hatten. Pfeffel prosaische versuche (1810) 5, 159. ins wams greifen, ins wams nähen: den leuten in die hosen und wemmese zu greiffen und das gelt daraus zu entwenden sich unterstanden. Magdeburger schöffensprüche 1, 270 Friese-Liesegang (1593); 4 cronen in goldt, die neigt er mir in das wammisz. Fel. Platter 174 Boos. 2@kk) in dergleichen wendungen zeigt sich auch vielfach eine übertragene bedeutung: he gift hum wat up't wams 'schlägt ihn'. ten Doornkaat Koolman 3, 504. ebenso ein wams anmessen u. dgl.: machte derowegen nit viel der wort mehr, weil ich besorget, er (der edelmann) möchte mir mit seinem ehlenmäsz, daran oben ein grosz silberner knopf stund, ein neues wammes anmessen. der frantzösische kriegs-Simplicissimus (1682) 39; de henger schall di dat wamms naien. brem. wb. 5, 174; so giebts wirwar im haus, auch wohl zu zeiten staub, wenn die ehconsorten einander aufs wams greifen. Musäus phys. reisen 2, 193; einem aufs wams kommen. Wander 4, 1775; einem das wammes wacker ausklopffen, to curry one's coat well, to beat him soundly. Ludwig 2376; einem sein wammes wacker ausklopffen, den staub daraus klopfen. Kramer (1719) 500b; einem das wammes ausklopfen, épousseter quelqu'un à coups de bâton, battre. Rondeau; einem das [] wammes ausklopffen heisset sprichwortweise prügeln. Jablonski (1721) 846; er suchte an allen orten und enden gelegenheit und ursache, mir, noch eh ich fähnrich wurde, das wams auszuklopffen, weil ich mich gegen ihm nicht wehren dörffte. Simpl. 1, 289, 16 Kurz; ach wenn sich doch etliche soweit erbarmeten und den landesverderbern das wamst ausklopffeten. Ch. Weise comödienprobe (1696) 257; ich wolte ihn in öffentlicher compagnie mit dem spanischen rohr das wamst auszkehren, und die ohrfeigen gedoppelt wiedergeben. Schelmuffsky (1696) 30 neudr.; einem das wams austêwern, ausstäuben, ihn durchprügeln. Frischbier preuszische sprichwörter 2, 192 (nr. 2841). das wams anschneiden, zerschneiden: zFedersheim vor der pforten schnid man die wammes an, pauren woltents fürsten worten, und pliben doch nit stan! Liliencron hist. volksl. 3, 376, 22 (1525); würden auch die gasten nit ohne blauwe augen und zurschnittene wammistern widerumb zuruck weichen müssen. Potier d'Estain, theoria et praxis fortalitiorum (Köln 1601) 9. aufs wams brennen u. dgl.: einem aufs wammes brennen, to give one a deadly wipe, to pinch, nip, bite, prick or sting him. Ludwig 2376; einen auf das wammes brennen, tirer sur quelqu'un un coup à brûle-pourpoint. Rondeau; diesem nach lässet er ihn für die klinge fordern, mit bedrauen, dasz er ihn, wann er ihm nicht kommen wolte, das wambs mit prügeln wolte verbrennen lassen. Harsdörffer schauplatz jämmerl. mordgeschichte3 576. elsäss. eim s wämstel wärme. Martin-Lienhart 2, 826. dazu kommen noch andre sprichwörtliche redensarten: das geht gegen das wams. Wander 4, 1775; das lob kund ein schusz ins wammest bekommen. Garg. 267a (427 Alsleben); es hilfft kein wammes für den galgen. A. Gartneri dicteria proverbialia 49a; es geht ihm umb den finger, und nicht drein, umbs wammesz, nicht ins hertz. Lehman (1640) 742, 2; er trägt kein eng wammesz, das ist, läst sich nichts anfechten. ebenda; sein wammesz ligt so hart nicht an, er kan es auszthun, wann er will. ebenda; damit er aber den ... frommen landtsknechten keyn eng wammes anlege, sonder so ein weyt gewissen mach. Franck kriegsbüchlin des friedes 128b; mittlerweil aber, als grave Jos also in der taglaistung zu Augspurg und seiner sachen halb ein engs wammas anhet (in bedrängter lage war), do ruckt ain news jar herzu. Zimmerische chron.2 3, 576, 32. das wams wird ihm heisz 'er kommt in aufregung': wie sie der bischof nachereilen ersehen, do ist im das wammas erst recht haisz worden, derhalben über die brucken und die langen gasen hinein, das im sein gesindt nit wol volgen kinden. Zimmerische chron.2 3, 581, 25; Friedrich von Brandenburg, dem lange 'das wamms heisz war wider Baiern' führte das reichsbanner. Ranke deutsche gesch. im zeitalter der reform. 1, 102; ich hab mich lange zeit gelitten, zuo widerschelten hoch vermitten; ietz wil das wames hon den ritten (wird entwei gehn) wider schmach und manche schand mit truck gespreitet in dem land. Murner luth. narr 33 Kurz; dat öss e ander wams, dat hefft schösskes. Frischbier preusz. sprichw. 1, 276 (nr. 3969); es ist ein ander ding mit mir ... es ist ein ander wambs, c'est une autre paire de manches. Duez le vray guidon (1657) 595; mit der tīd kümt Hans in 't wams 'eile mit weile'. Schambach 285 (allna gra kummt Jan in 't wams. Goldschmidt 106 bei Wander 4, 1775). dagegen: met der tīt kömt Helmes en et wammes 'allmählich wird man wohlhabend'. Leihener 131; er hett wat in 't wams 'ist kräftig'. Wander 4, 1775. 2@ll) wams kommt früher auch in der allgemeinen bedeutung von 'kleid' vor: darum ich kenne schon den unbestand der weiber, die nicht so wol den mensch als nur das wams beschaun. Günther ged. 560; hier krönt sie (die muse) sich mit eichenlaub, bestreut ihr wamms mit heldenstaub. Pfeffel poet. versuche 2, 30. rock und wams (s. oben d hosen und wams): sonst würden unsre guten köpfe ... nicht so oft in den fall kommen rock und wammes zu versetzen, wenn ihnen iemand auf den kopf credit gäbe. Musäus physiogn. reisen 4, 266. vgl.gewäms theil 4, 1, 5226. [] rotes wams für die glückshaube: (bei der geburt eines kindes) ist angst und not, ee man das rot dammasten wammest under die stegen vergrab, in dem wir allesammen harkommen. Keisersberg postill 4, 4a; wir bringen allesamen ein rot wammesch uff erden (pellem secundinam), das muosz darnach der man under die stegen vergraben. brös. 1, 109b. 2@mm) wams für einen der ein wams trägt in zusammensetzungen, s. oben e gelbwams; dik-wamms 'bei dem keine schläge fruchten' brem. wb. 5, 174. im elsäss. auch für sich 'kerl' Martin-Lienhart 2, 826. 2@nn) wams oder wamst (s. d.) tritt in einigen dialekten für wamme ein. vielleicht gehört dahin der folgende beleg: bis ich mich recht rund gesoffen und mein wammes auffgeloffen wie ein frische leber-wurst. aus einem Jesuitendrama (Aachen 1752) im 6. beiheft zum centralblatt f. bibliothekswesen s. 318. auch im dänischen kommt vams für 'dicker bauch' vor.
43060 Zeichen · 915 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    wamsN.

    Köbler Mnd. Wörterbuch

    wams , N. Vw.: s. wambois L.: Lü 551b (wammes/wams)

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    wamsn.

    Grimm (DWB, 1854–1961) · +3 Parallelbelege

    wams , n. ( auch m. ) eng anliegende bekleidung des rumpfes, kamisol, koller u. s. w. 1 1) herkunft und formen. 1@a a) d…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Wams

    Goethe-Wörterbuch

    Wams [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Wams

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Wams (franz. gambeson , davon Gambeis, Wambeson, Wambeis ), ursprünglich die gepolsterte Joppe, die der Ritter unter der…

  5. modern
    Dialekt
    Wams

    Schweizerisches Idiotikon · +4 Parallelbelege

    Wams Band 15, Spalte 1731 Wams 15,1731

  6. Sprichwörter
    Wams

    Wander (Sprichwörter)

    Wams 1. Am Wams kann man nicht sehen, wer ein Brandmal trägt. Holl. : Het is aan het wambuis niet te zien, wie een brand…

Verweisungsnetz

74 Knoten, 72 Kanten

Tap auf Knoten öffnet Detail · Drag zum Umpositionieren · Scroll zum Zoomen

1-Hop 2-Hop
Filter:
Anchor 3 Hub 1 Kompositum 61 Sackgasse 9

Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit wams

114 Bildungen · 55 Erstglied · 54 Zweitglied · 5 Ableitungen

wams‑ als Erstglied (30 von 55)

wamsachsel

DWB

wams·achsel

wamsachsel , f. wattirtes achselstück eines wamses: weil wir leben in dem krieg, musz ich alle meine sachen, wammesachsel, kleid und schosz …

wamsader

DWB

wams·ader

wamsader , f. : wamme der ochsen gehen zurück von den wammesadern ( arteriae mamillares ), so die brust begieszen, zu der achseladern. Mauri…

wamsärmel

DWB

wams·aermel

wamsärmel , m. : wammesermel, a wast-coat-sleeve. Ludwig 2376 ; manche de pourpoint. Rondeau ; es sol auch ein yeder schücz ... schiessen au…

Wamsch

LothWB

wam·sch

ElsWB PfWB RhWB Wamsch [wàmš fast allg.; wàmšd Ri. Ha. ; wèmš Lan.; wèmšt Marienth. — Dem. wèmšdəl Ri. ] m. Wams, Jacke der Männer. Wdg.: de…

wamsche

DWB

wam·sche

wamsche , plur. prügel, nebenform von wamse ( s. d. ), in Waldeck wamske Bauer - Collitz 111 . zuweilen auch als fem. sing. angesehen, in Na…

wamscheln

PfWB

wamsch·eln

wamscheln schw. : = PfWB wamschen 1 a, wamschle (wḁmšlə) [ GH-Berg ].

wamschen

DWB

wams·chen

wamschen , verb. , nebenform von wamsen ( s. d. ); wegen des übergangs des ableitenden s in sch vgl. DWB manschen , DWB glitschen . 1 1) vie…

wamscher

DWB

wams·cher

wamscher , m. der gern schläge austheilt. in Nassau Kehrein 437 . Schmidt 320 . dazu wamscherig, adj. zum schlagen geneigt.

Wamschgans

PfWB

wamsch·gans

Wamsch-gans f. : ' großer Esser ', Wamschgans [PS-Rodalb ( Bernhard 186)].

wamschig

SHW

wamschig Band 6, Spalte 237-238

Wamschknopp

LothWB

wamsch·knopp

Wamsch knopp , Pl. W.-knepp » Wamsknöpf «, Blüten der Wiesenflockenblume (Centaurea scaliosa) Lix.

wamschteln

PfWB

wamschteln schw. : = PfWB wamschen 1 a, wamschtle (wḁmschdlə) [ GH-Max'au ].

wamschten

PfWB

wamsch·ten

wamschten schw. : = PfWB wamschen 1 a, wamschde (wḁmšdə) [ LA-Frankw Rhodt GH-Kand ]. ElsWB Els. II 827 wamsten.

wamsel

DWB

wam·sel

wamsel , n. , diminutiv zu wams in der älteren sprache. 1 1) unterjacke unter dem panzer: bombasium, wamsel. Diefenbach nov. gloss. 57 a ; a…

wamseler

DWB

wam·seler

wamseler , m. einer, der wamse verfertigt. als zunftbezeichnung in Mainz vorkommend ( vgl. auch wamser): Cuontzen ... den snîder, Francken S…

wamseln

DWB

wams·eln

wamseln , verb. , weiterbildung von wammetzen ( sp. 1453) in gleicher bedeutung, bair. wamszeln, wemszeln ( auch ablautend wimszeln, wumszel…

wamsen

DWB

wam·sen

wamsen , verb. 1 1) sich den bauch vollstopfen, ableitung von wamme. bair. sich a n wammsn Schmeller 2, 915 . elsäss. wamse, daneben wamste …

wamser

DWB

wam·ser

wamser , m. 1 1) einer, der prügelt, nomen agentis zu wamsen. vgl. wamscher. 2 2) verfertiger von wamsen: manic wammaiser, platner und schup…

wamserei

DWB

wams·e·rei

wamserei , f. prügelei: dasz das gepritsche des waffenkampfs, wie unsere deutschen schauspieler es betreiben, sehr gesetzt und vorsichtig, u…

Wamsfutter

PfWB

wams·futter

Wams-futter n. : 'Innenfutter des Wamses', Wamschtfuddeʳ [ ZW-Bottb ]. —

wamshemd

DWB

wams·hemd

wamshemd , n. weiteres, hemdähnliches wams, wie es im 15. 16. jahrh. viel getragen wurde: das hinfüro eynich mannsbilde ... nyt tragen solle…

wamskaft

KöblerAs

wams·kaft

wamskaft , st. F. (i) nhd. Sündhaftigkeit ne. sinfulness (N.) Hw.: vgl. ahd. *wamskaft? (st. F. i) Q.: H (830) E.: s. wam* (1), *skaft (2) S…

wamskatho

KöblerAs

wamskatho , sw. M. (n) nhd. Frevler, Teufel, Verbrecher ne. offender (M.), devil (M.) ÜG.: lat. daemonium H, diabolus H Hw.: vgl. ahd. *wams…

wamsklopfer

DWB

wams·klopfer

wamsklopfer , m. einer, der prügel austheilt, s. DWB wams 2, k: er hätte auff der teichmacher-gasse ... kerle mit prügeln gesehen. ... ob nu…

wams als Zweitglied (30 von 54)

Atlaswams

PfWB

atlas·wams

Atlas-wams n. : a. 1672: ... an einen Atlas Wambus die Ärmel zu ändern [NPfGV 1934, 23 (RO-O'mosch)].

Bampelwams

PfWB

bampel·wams

Bampel-wams m. : ' nachlässiger, träger Mensch ', Bamblwḁmmes [Spey]; vgl. PfWB Bampel 2 b.

Bindwams

RhWB

bind·wams

Bind-wams beŋkwa·m.əs Grevbr-Hochneuk n.: -kittel.

Blauwams

PfWB

blau·wams

Blau-wams m. : Bloowämmes (Pl.), Uzname für die Bewohner von KL-Niedkch, -wämschdleʳ , Uzname für die Bewohner von GH-Kand. —

Dickwams

MeckWB

dick·wams

Wossidia Dickwams m. dicker kleiner Knabe Ro Rostock@Dierhagen Dierh .

Drilchwams

PfWB

drilch·wams

Drilch-wams m. : 'Wams aus Drilch ', Drilchwammes [ KL-Wörsb ]. SHW Südhess. I 1731 .

Faulwams

PfWB

faul·wams

Faul-wams m. : = PfWB Faulpelz , -wammes [ KU-Schmittw/O NW-Hardbg ]. SHW Südhess. II 386 ; RhWB Rhein. II 334 ; Saarbr. 61 Fullwomsch.

Feierwams

Campe

feier·wams

○ Das Feierwams , des — es, Mz. die — wämser , ein Wams für die Feiertage, Sonntage. Bei Andern lautet es auch der Feierwams . Sein schmuzig…

Fettwams

RhWB

fett·wams

Fett-wams PfWB -št Meis ; -waməs NBerg; -wams Mörs m.: dass.

frieswams

DWB

fries·wams

frieswams , m. mein guter Jobsen spricht, er sähe mich lieber in einem frieswamse, als in solchen feinen, seidnen kleidern. 2, 146.

Fulwams

MeckWB

ful·wams

Wossidia Fulwams m. Faulpelz, fauler Mensch: Derb. 1, 8; H. Schröd. Buerh. 2, 94. Kü. 1, 519; Me. 2, 259.

Futterwams

PfWB

futter·wams

Futter-wams m. : 'beim Viehfüttern getragener älterer Männerrock', Fieleʳwammes [ KU-Bedb ], Fiereʳ- [RO Bistschd]. SHW Südhess. II 1044 . —

gewams

DWB

gewams , gewäms , gewämbs , n. , collectiv zu wams ( s. d. ): das gewamse ( niedriges wort ) Campe 2, 359 ; das gewämbs (gwámps), im scherz …

harnischwams

DWB

harnisch·wams

harnischwams , n. was harnischrock: doch mag einre derwil ein harneschwambesch dragen unde da inne gen, so ime daʒ füget. anz. des germ. mus…

Hauswams

PfWB

haus·wams

Haus-wams m. : 'Strickjacke für Männer', -wammes [vereinzelt SPf], -wamscht [ebd.]. —

Kalmuckwams

PfWB

kalmuck·wams

Kalmuck-wams m. : ' Wams aus Kalmuck '; vgl. Muckewams . Den K. trug in LA-Venn mancher noch um 1925. SHW Südhess. III 1059 .

Kassenettwams

PfWB

kassenett·wams

Kassenett-wams m. : ' Wams aus Kassenett '. Herr Lehrer! dun se sich schäme! Im Kaßnetwämsel schtehn se do, im korze, vor de Kinner? [ Claus…

Kirchenwams

PfWB

kirchen·wams

Kirchen-wams n. : 'Wams für den Kirchgang', Käʳchewams [ PS-Simt ]. Syn. s. PfWB Kirchenrock . —

korkwams

DWB

kork·wams

korkwams , n. wams aus kork, als ' schwimmkleid ' ( Krünitz 44, 572 ): die Stein hält mich wie ein korkwamms über dem wasser. Göthe an Knebe…

lākenswams

MNWB

laken·s·wams

* lākens-wams , n. , Oberkleid aus Leinen, vgl. * lākensklê(i)t (Hartich Sierk ebd.).

lederwams

DWB

leder·wams

lederwams , n. wams von leder: in seinem schmutzigen lederwamms und mit seiner hohen schwarzsammtnen pelzmütze. Wieland 15, 138 .

lākenswams

KöblerMnd

lākenswams , N. Vw.: s. lākeneswambois*

Oberwams

PfWB

ober·wams

Ober-wams n. : 'Wams zum Überziehen', -wammes [KU-O'staufb], -wamsch [ PS-Geisbg ]. —

Ableitungen von wams (5 von 5)

gewams

DWB

gewams , gewäms , gewämbs , n. , collectiv zu wams ( s. d. ): das gewamse ( niedriges wort ) Campe 2, 359 ; das gewämbs (gwámps), im scherz …

Gewamse

Campe

Х Das Gewamse , des — s , o. Mz. s. Ge — 2. 2).

verwamsen

DWB

verwamsen , v. , zu wamsen 2, prügeln ( s. u. XIII, 1469), thür. Hentrich 62 ; obersächs. Müller-Fraureuth 2, 618 ; niederhess. Hoffmann 252…

wamse

DWB

wamse , plur. prügel, von wamsen gebildet. Martin-Lienhart 2, 826 . Schmeller 2, 915 . Spiess 274 . Hertel 253 . zeitschr. f. hochd. mundart…

Zerwamsen

Campe

Х Zerwamsen , v. trs . zerprügeln. D. Zerwamsen .