krautig,
kräutig,
mhd. krûtec
Martina 92, 14. 11)
herbosus, krutig, krütig,
nd. crudig Dief. 275
b, krautig
das., voc. 1482 r 3
a, kräutig Frischlin (
s. unter kräutern
adj.): ein krawtige wisen voller schlangen. Albr. v. Eybe
ob eim manne ... 40
b (92
a).
vgl. kräuterig.
nd. krûdich, krûig
voll unkraut Schambach 114
a. 22)
herbaceus, krautig,
das noch kraut ist. Maaler 251
d, Frisius 627
a (
herbidus 'voll kraut'): ob die getreidfelder dick oder dünn, krautig oder unkrautig stehen.
alte würtemb. zehentordn. Schm. 2, 398; von den kleinen krautigen blättchen bis zum laube. Tschudi
thierl. 225. 33)
ein anderes krautig
wird zwar an das vorige angelehnt, aber wahrscheinlich mit unrecht. 3@aa)
oberd. sich krautig machen,
sich wichtig, breit machen, auch sich sperren, sträuben, bair. Schm. 2, 398,
facere se ferocem, jactare se Schönsleder g 3
c,
schweiz. sich krutig machen Stald. 2, 139,
magna crepare Schmidt
idiot. bern. bei Fromm. 2, 483
b;
ein beleg aus dem 16.
jahrh.: du thust dich warlich kraudig machn, als wenn so nötig wern dein sachn, und müst gleich überall daran zu förderst an der spitzen stahn. G. Mauricius
comöd. von graf Walther u. Grisolden F 7
b.
dasselbe ist wol sich krautig halten mit einem Frey
garteng. 6.
bei Aler 1238
a (
also wol nrh.) er macht sich kräuticht,
jactat se, facit se ferocem. auch nl. kruidig
keck, übermütig, hochmütig (
aber auch köstlich, herrlich)
gehört dazu und wol auch ostfries. krüdig
stutzerhaft. 3@bb)
das schweiz. krûtig, krautig
ist auch munter, gesund, aber auch reif, z. b. krutig ins bett, ins zuchthaus,
s. Stalder,
bei beidem läszt sich eine einwirkung von kraut
denken, und das erste verknüpft sich leicht mit der bed. unter a. ebenso was aus Appenzell Tobler 122
b gibt, es gôd chrûtig zue,
es geht bunt her, sonst hat er krûtet (
für krûtecht?)
possenhaft, mutwillig. aber bei Stalder
auch krutig
misslich, und mürrisch, verdrieszlich, und letzteres ebenso in Luxemburg kraudeg Gangler 252. 3@cc)
das alles erklärt sich nicht rein aus kraut,
es wird ein anderer stamm dahinter stecken. vergl. götting., ditmars. krötig
keck, frech, ostfries. kroddig, krodde
stutzerhaft, üppig, kühn; s. auch krauter 3,
wozu Schmid
schwäb. wb. 326
das schwäb. krautig
in der bed. 1
stellt, und sich kraupet machen
unter kraupen,
die verwandt sein mögen.