lautwandel 53 Wörterbücher · 2,7 Mio. Artikel
Wildcard · " Volltext

Aggregat · alle Wörterbücher

stemmen

mhd. bis spez. · 22 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
27 in 22 Wb.
Sprachstufen
7 von 16
Verweise rein
69
Verweise raus
55

Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

stemmen vb.

Bd. 18, Sp. 2307
stemmen, vb. , gemeingerm. wort: mhd. mnd. mnl. ags. me. stemmen, engl. to stem, anord. stemma, aschwed. stæmma, schwed. stämma, isl. stemma, n. norw. stemme. grundform *stammjan; idg. wurzel *stem. zur verwandtschaft mit stammeln und stumm vgl. diese und Walde-Pokorny 2, 625 f. neben germ. *stammjan steht stemōn, stemēn in ahd. kistemet 'compascit' ahd. gl. 1, 247, 8 und kestemo dir 'animaequior esto, iam cessa clamare' ahd. gl. 1, 723, 27; 5, 18, 33; mhd. (ge-)stemen 'einhalt tun, bezähmen', vgl. Wissmann Kuhns zs. 62, 141 f. als simplex nur vereinzelt mhd. belegt: fraw, laszt euch ain wenig stämen, villeicht triugt euch sein mund, ir wiszt nit, was die mann tuond Klara Hätzlerin liederbuch 207 Haltaus, vgl. dazu gestemig 'ruhig, gelassen' (16. jh.) teil 4, 1, 2, 4265. in ablaut zu stemen steht stüm teil 10, 4, 377, häufiger gestüm 4, 1, 4264, ungestüm 11, 3, 877, vgl. mnld. ongestemmet 'ungestüm'. stemmen wird durchgängig transitiv und reflexiv gebraucht. intransitiv häufiger nur in älterer sprache in der specialanwendung das wasser stemmt staut sich, s. 2 a β, sonst nur ganz gelegentlich, s. unten bei 4 a.mundartlich bes. obd. und md. verbreitet, vgl. Hunziker Aargau 253; Schöpf tirol. 707; Schmeller bair. wb. 2, 755; Fischer schwäb. 5, 1731; Follmann lothr. 496; luxemb. ma. 423; Müller-Fraureuth obersächsisch 2, 560; nd. seltener, vgl. Doornkaat-Koolman ostfries. 3, 309; Mensing 4, 382; Fischer Samland 155. bedeutung und gebrauch. die bezeugung von *stammjan im altwest- und ostnordischen, angelsächsischen, mittelenglischen und älteren neuenglischen und mittelniederländischen ebenso wie die verwandten ahd. gestemon, mhd. gestëmen 'einhalt tun' und ahd. ungistuomi 'insolens', mhd. gestüeme 'sanft, still, ruhig', legen es nahe, von der bedeutung 'im laufe hemmen, zum stehen bringen' auszugehen; der hauptanwendungsbereich ist in den genannten sprachen das eindämmen und stauen des wasserlaufs sowie das stillen des blutes, nur die ältesten belege im englischen, ags. forestemdon '(eos qui introibant) prohibuistis' Lukas 11, 52 und mengl. intransitives stemmen 'anhalten, aufhören' mit pers. subject weichen aus. auch im älteren hochdeutschen (seit d. mitte des 15. jh.) ist diese bedeutung und anwendung auf das wasser der häufigste und verbreitetste gebrauch des wortes (s. u. 2 a). die von Falk-Torp 1157 und Kluge11 591 angesetzte grundbedeutung 'steif machen', ist im deutschen zwar früher (seit dem ende des 13. jh., s. u. 1), aber sehr viel spärlicher bezeugt und tritt auch im neuisl., bes. im refl. stemmast 'steif werden', engl. to stem 'to set ones limbs firmly' Murray 9, 1, 911, mnl. stemmen 'consuere oram calcei' Kilian und mnd. stemmen (nach Lübben-Walther 378) auf; sie rein aus 'hemmen, zum stehen bringen' erwachsen zu denken, ist freilich nicht ohne schwierigkeit; sie könnte auf sonderentwicklung beruhen, möglicherweise auf einwirkung von steB 'stab, steif' (Walde-Pokorny 2, 623 ff.), vgl. ags. [] stemnettan aus stefnettan 'fest stehen', ahd. staben 'rigere', arstaben 'obrigescere', nd. (ostfries.) staf 'steif'; im deutschen allerdings fehlen lautliche anzeichen für eine solche vermischung, im anorw. aber tritt neben stemma 'wasser stauen' auch stefna auf und im aschw. sind von stæmma auch die formen stämna und stämpna belegt (Noreen aschw. gr. § 294 anm. 1); auch nasaliertes stemB 'pfahl' kommt in frage (s. u. unter stempel). 11) zum stehen bringen, steif, fest machen; mit concreten objecten, von gegenständen wie kleidungsstücken u. ähnl.; der im deutschen zu frühst auftretende gebrauch, seit dem ende des 13. jh., doch spärlich belegt: mit sînem (eines fisches) glanzen velle trût gestemmet stuont diu rîche wât Konrad von Würzburg trojan. krieg 20245 lit. ver. speciell leder oder schuhe stemmen, d. h. steifen, vgl. stemmleder, -nadel, -riemen: was er (der schuster) gen markt macht, das sol er stemmen mit einem halben stemriemb (1447) urkundenbuch d. Cistercienserstiftes Goldenkron in Böhmen 470 Pangerl; auch sullen sy eyner dem andern off dem hantwerke nicht gar ladir noch gare fal vorkewffen ... sunder rewssichs rate val mag czu stemmen eyn schubert dem andern wol vorkewffen (1422) stadtbuch von Posen 1, 125 Warschauer; item ... sullin dy schwertin eyner dem andern ladir, das do gegerbit were, nicht vorkowffin ... sundir awsgenomen rot rowschis fal, das mogin se wol undirnandir vorkouffin czu stemmen durch eris hantwerkis nottorff (1425) ebda 1, 149; vgl. mnl. stemmen, stimmen, stemen den schoen consuere oram calcei Kilian 527a; schoen stemmen couldre les souliers, suere calceos Verwijs-Verdam 7, 2077. von flüssigkeiten, sie steif und dick oder gehaltvoller machen, in moderner ma. milch stemmen 'sie fett und gut machen, sahne oder rahm zugieszen. stemmen sie (anr.) nur, dann wird es schmecken, sagt man, wenn man milch mit rahm vermischt genieszen will' Anton Oberlausitz 4, 13; ähnlich 'auch vom branntwein gesagt, der gestemmt wird, wenn man ihn mit besseren sorten vermischt. so stemmt man den gewöhnlichen kornbranntwein' ebda 13, 7; gestemmtes bier, mischung von einfachem und lager- oder bayrischem bier Müller-Fraureuth 2, 560a. — anders 'fest machen, befestigen': von kainer tyost tæte dasz sper nie wart enklemt, so stark was ez gestemt mit den spangen guldin Joh. v. Würzburg Wilh. v. Österreich 10178 R.; nu hOert frbaz stemmen der aventr pris! ebda 16934. 22) etwas in der bewegung aufhalten, hemmen, hindern, zum stehen bringen. 2@aa) vom wasser gesagt; seit dem 15. jh. bezeugt, nur md. u. obd. verbreitet, vgl. 'das wasser stauen heiszt machen, dasz es wegen des gehinderten abflusses anschwillt. dieser ausdruck aber ist blosz niederdeutsch. die Hochdeutschen sagen dafür stemmen, andere stauchen' Heynatz antibarb. (1796) 2, 444; s. auch stauen teil 10, 2, 1164; Follmann lothr. 496b; Schmeller-Fr. bair. 2, 755. 2@a@aα) transitiv, das wasser stemmen, stagnare, fermare, arginare il corso delle acque Kramer teutsch-ital. dict. 2 (1702) 962c: wegen wassers, so der groszfürst hatte stemmen lassen aus dem strom Uppa, so durch die stadt fleust, davon das wasser so gewaltig gestiegen P. Petreius historien u. bericht von dem groszfürstenthumb Muschkow (1620) 399; ein vortreffliches wasser, wann es ... mit wunderbaren quatersteinen umbmauret und gnugsamm gestemmet ist, kan ausz dem ufer nicht schreiten J. M. Meyfart d. jüngste gericht (1637) 2, 28; die rache des gerichts mag fast nit besser verglichen werden, dann mit dem wasser: welches, wann es gestämmet und auffgehalten wird, dem gantzen lande groszen schaden bringet E. Francisci aller edelste rache (1668) 160; auch ist dieses (verbrennen des zauberers) nicht genug, weil er auch die wasser theilen, stemmen, und zu ruck treiben kan, so gar, dasz man nicht anderst meynet, als der flusz fliesze wider sich selbst H. A. Stockfleth Macarie (1669) 312; [] und flog nun, wie ein strom zu lang gestemmten wassers, dem lustigen Marseille zu M. A. v. Thümmel reise i. d. mittägl. prov. v. Frankreich (1794) 6, 90; wirft man den blick auf den flusz hinaufwärts, so sieht man eine grosze fläche davon zu gunsten einer mühle ... zu einer schönen fläche gestemmt Göthe III 2, 87 W.; durch das zusammenstürzen ungeheurer gebäude mag ein ... bach verschüttet, gestemmt ... worden sein ders. I 48, 168 W.; der graf befiehlt ein marmorbecken, parterre bulangrins und hecken; stracks stemmt der andre seinen teich, und harkt sein gurkenbeete gleich Kretschmann sämtl. werke (1784) 2, 254; im schlangenbett gestemmt musz sie (Mosel) doch los zuletzt Cl. Brentano ges. schr. (1852) 1, 402. bildlich: zuletzt kam Erasmus; der priesterschaft ruhm und beschämung! der stemmte die wilde fluth der barbarey (in den wissenschaften) und trieb die heiligen Vandalen von der schaubühne J. J. Bodmer samml. crit.-poet. schr. (1741) 1, 83; mit einer art von stemmen des gedankenstroms Herder 6, 163 S. auch von tränen: ein stilles leid mein hertz anficht, der schmertz die trehnen stämmet S. v. Birken bei A. Fischer d. dtsche evang. kirchenl. 5, 63a. 2@a@bβ) reflexiv, das wasser stemmt sich da l'acqua vi si stagna, vi cova Kramer teutsch-italiän. 2 (1702) 962c: oder die prucklein, (die) vor den heusern an ettlichen enden sein und zu nider ligen, an dem und anderem sich der pach leicht zu sere stemmen mag E. Tucher baumeisterb. 229 lit. ver.; vnd die wasser, die do abstigen, die stuonden an einer stat vnd stemmeten sich in der geleichsam eins berges (in den hss. K-O a) erste deutsche bibel 4, 260 lit. ver.; hat sich demnach daz wasser weit und breit herumb, wie ein see, gestembt G. Braun beschreibung u. contrafactur (1574) 5, 27b; der andere (Schiller) ein kurzer uferstrom, noch wilder im anfang, stemmte sich in der mitte seines laufes in einem breiten see, den weg bedenkend G. Gervinus gesch. d. dtsch. dicht. (1853) 5, 411; der bach stämmte sich an seine felder, und flosz auf dieselben über Sonnenfels ges. schr. (1788) 2, 261. übertragen auf andere flüssigkeiten: wenn das getriebne blut durch ein gewächs gehemmt, sich in des herzens kluft, mit ungestüm, gestemmt, und dich daher gequält, beängstigt und gedrücket D. W. Triller poet. betr. (1750) 5, 406; es stemmten die thränen sich endlich zu seufzern Celander Barsine (1713) 437; wenn salz und feuchtigkeit sich um die nerven stemmen, und blut und luft verstockt, ist freylich viel gefahr J. Chr. Günther ged. nachlese (1742) 212; zuweilen stemmt sich der politische eisgang der geschäfte thurms hoch Gleim briefw. 1, 422 Körte. 2@a@gγ) intransitiv: 'anschwellen'; nur bis zum ende des 16. jh. gebräuchlich: das wasser stemmet so hoch, dass es zu dem newen spital zu den fenstern in die sutten (allgemeine krankenstube im neuen spital zu Nürnberg) hinein gieng chron. d. d. städte 1, 411 (1445); ebda 412; und das wasser in derselben rinnen stembt und ist woll zweier schuch tief mit wasser und am understen noch tieffer E. Tucher baumeisterbuch 164 lit. ver.; und man versetzt den pach auch daselbst mit einem klein prett, das kaum eins schuchs hoch ist, dardurch der pach ein wenig stembt an demselben ent ebda 223; das wasser stempt im pach gar hoch Hans Sachs 17, 358 K.-G.; daran (am adamantenberg) dann stembt das klebermeer, darvon kein schiff wird ledig mehr 16, 222 K.-G.; mein Cleilla, wie wolt wirs thon? weil wir hie haben keine rosz, so ist das wasser auch zu grosz und thut zu hoch an das land stemmen, dasz wir nicht drüber können schwemmen J. Ayrer dramen 427 lit. ver.; [] bildlich: got, hilff mir! wan des wassers quel das stemmet mir pis an mein sel Hans Sachs 18, 271 lit. ver. (psalm 69, 2). auch für 'überschwellen, austreten': so lauft er (der Fischbach) ausz vor der stat in die straz pei dem Galgenhoff ... und stembt auf das pflaster und spület das ausz E. Tucher baumeisterb. 221 lit. ver.; dann das wasser neur hineinstembt in ir closter und kein auszflusz hat stettiglichen ders. 224; vgl. ebda 271; es stemmt auch das meer an etlichen orten inn die insel, unnd wirdt, wenn es ablaufft durch der sonnen schein nichts dann schön weisses saltz daselbst gefunden Niclas Nicolai schiffart u. raisz in d. Turckhei u. gegen Oriennt (1572) 3a. übertragen: ich glaub, es kumt des köngs verderben ausz seinr fül und grossen pancketen, die offt tag und nacht weren theten; darmit den magen uberschwembt, das im ietzt hart zum hertzen stembt Hans Sachs 13, 525 lit. ver. 2@bb) jünger und nur gelegentlich in allgemeinerer anwendung, vgl. stemmen, hemmen oder stopfen (den lauff eines dinges) to stem, hem or stop the course of a thing Ludwig teutsch-engl. lex. (1716) 1858; 'stemmen ist so viel als aufhalten oder in der bewegung hindern' Jacobsson techn. wb. (1781) 4, 286a; 'n rad stemmen Doornkaat-Koolman ostfries. 3, 309; hê kan de sâke nêt stemmen ebda. im ags. und altnord. aber ist diese anwendung ebenso alt wie die von 2 a, wenn auch seltener bezeugt, aber doch häufiger als im deutschen: muszten doch im auszug der kinder Israel ausz Egypten die wasser sich auffbäumen wie mawren vnd der lauff der sonnen muste zur zeit Josuae sich stemmen lassen J. M. Meyfart himml. Jerusalem (1630) 2, 193; der mann kan mit der frau zween mühlensteinen gleichen, die ihren beistand sich einander müssen reichen, dann wann der eine weicht, und seinen umgang stemmt, obschon der andre geht, ist doch die frucht gehemmt Jac. Cats sinnreiche werke (1710) 2, 220; (Katwald) der rückzug geht ganz langsam und geordnet in das thal, doch blutet rott an rotte. (Hermann) stemm sie fest am erlenbach Fouqué altsächsischer bildersaal (1818) 1, 294, vgl. den entsprechenden reflexiven gebrauch bei 4 a α; so sandte auch Cocles seine gefährten zurück, um das abwerfen der brücke zu beschleunigen, während die Etrusker durch ihren widerstand gestemmt waren Niebuhr m. gesch. 1, 349. 33) etwas mit festem druck stützend aufsetzen, wohinstellen, durchweg mit den präpositionen gegen und auf, weniger häufig mit an und in verbunden. im 16. u. 17. jh. nur vereinzelt bezeugt (s. u. b α u. b β), geläufig erst seit dem ende des 18. jh. 3@aa) allgemein von verschiedenen objecten: er stemmt die entblöszte klinge gegen den boden, sprengt sie durch einen fusztritt entzwei Schiller 6, 111 G.; 'ich denke, sie sind von familie', frug die junge dame plötzlich, stemmte ihren schirm gegen einen baumast und sah Anton mit altklugem blick an G. Freytag ges. w. (1886) 4, 18; (sie) stemmte ein hohes, grün eingebundenes notenbuch ... mit ihrer linken gegen die hüfte Fontane I 1, 352; (der reiter) hatte das rechte knie auf dem moosigen boden, und sein schwert, schief nach vorwärts geneigt, auf dies rechte knie gestemmt H. Laube ges. schr. (1875) 2, 8; der einäugige Simon stemmte den beinlöffel auf den tisch P. Rosegger wildlinge (1906) 216; wenn Einhart, seinen bücher quellenden tornister schief auf die hüfte gestemmt, um die ecke des kleinen nebenweges von der promenade her einbog C. Hauptmann Einhart d. lächler (1907) 1, 38; doch zerrten die zugthiere (auf dem schlechten wege) machtlos, bis ein gespann dem andern half oder männer und frauen die starken schultern an die räder stemmten G. Freytag ges. werke (1886) 8, 156; (man) soll am tische nicht den gürtel vom bauch schnallen, nicht das brot beim schneiden an die brust stemmen ders. 18, 11; ich war voran mit einer grünseidnen fahne, ... die stemmte [] ich in die seite B. v. Arnim Günderode (1840) 1, 131. bildlich: auch sie stemmen den kopf gegen eine mauer W. Alexis ruhe ist d. erste bürgerpflicht (1852) 4, 58; versuchen sie es (den aberglauben auszurotten)! sie würden bald gewahren, dasz sie die schulter gegen einen berg stemmen Hans Watzlik alp (1923) 184; meinen sie dann, ihre gemeine wär besser vorbereitet auf ihre gefrorne und hölzerne sonnenstrahlen, die sie ihr als von gott ausgehend auf die brust stemmen B. v. Arnim d. buch gehört d. könig (1843) 1, 229. seltener auf abstractes object übertragen: nun stemmte er seinen willen gegen alle gründe Schopenhauer 2, 137 Grisebach. mit poetischer ellipse des objects: in der hülle der nacht ... setzten sie sich in die kähn' und stemmten wider den Pison zu dem eiland der sonne Bodmer Noah (1752) 26, vgl. das übliche sich gegen die ruder stemmen unten 4 a. der starke druck wird durch typische adjectiva besonders hervorgehoben: da wogte ... an den geöffneten pfaden das kampfgewühl. fest stemmten die burgleute holzschilder und leiber, den risz zu stopfen G. Freytag ahnen (1906) 1, 253; man ... stemmt den bergstock mit der eisenspitze fest hinter sich in den boden jb. d. Grillparzerges. 5, 30. andrerseits führt diese vorstellung der besonderen kraftaufwendung zu bedeutungsdifferenzierungen: 'pressen': deszhalb faszt Herkules den Antäus in der mitte, wo die rippen sind, hält ihm die hände hinterwärts zusammen, stemmt den ellenbogen gegen den keuchenden bauch und stöszt ihm die seele aus Göthe I 49, 122 W.; 'stoszen', 'fest rammen': dann stemmte er die spitze des messers in den boden und rieb an der schneide die weiden, welche ihm die arme banden G. Freytag ahnen (1906) 1, 374; dort stehts, was wir stemmten (d. i. die burg) R. Wagner ges. schr. u. dicht. 5, 218. bildlich: könig Friedrich (fühlte sich) angetrieben, dasjenige, welches ihm als recht erschien, mit letzten lebenskräften noch so fest zu stemmen, als irgend nur möglich Fouqué lebensgeschichte (1840) 30. reflexivisch: die blöcke sanken und stemmten sich tief in den sand O. Enking familie C. P. Behm (1912) 88. 3@bb) besonders von menschlichen gliedmaszen: 3@b@aα) den fusz stemmen: zieht, o ziehet! hebt die schultern, stemmt die füsze! K. Bücher arbeit u. rhythmus (1899) 219; die füsze an die wand stämmen, die steif gemachten füsze fest gegen die wand setzen Adelung 4, 281; (bei einem schiffbruch) hielt ich mich mit der handt (an einem ast des wilden feigenbaumes), stämet die fusz vnden an die wurtzen, also hangende wie ain nasse fledermausz, auch offt versuchende, ob ich mich auff den baum möcht schwingen S. Schaidenreisser Odyssea (1537) 54a; er (der chirurg) stemmte ... seinen fusz an den kopf des niedergestreckten herzogs H. Laube ges. schr. (1875) 4, 211; stemmend gegen die leiche den fusz, entrisz er den ehrnen speer nur noch; allein von den schönen übrigen waffen konnt' er, bedrängt von geschossen, nichts mehr den schultern entziehen Bürger 228 Bohtz; auch war er in einen burnus gehüllt, ... und die füsze stemmte er gegen eine kolossale löwenhaut, welche auf dem boden des wagens lag G. Keller ges. w. 4, 21; während sie die kleinen füsze gegen den rücksitz stemmte Fontane ges. w. I, 4, 270; hê stemd de fôten tegen de balke Doornkaat-Koolman ostfries. 3, 309; der feldherr Agamemnon aber stach ihm in den wanst, dasz er zurück erlag, und stemmte dann auf seine brust den fusz Bürger 170 Bohtz; doch Hans Buk stemmte die gespreitzten beine auf den grund und sah sich den teufel an G. Freytag ges. w. (1886) 11, 143. ähnlich öfters in gehobener diction bei schilderung der kampfstellung: [] muthig streite denn jeder, und halte wohl aus, mit beiden füszen am boden gestemmt, beiszend die lipp mit dem zahn E. M. Arndt werke 6, 24 Rösch u. Meisner; als Guderz vernahm von Gew das wort und helm und haupt sah der seinen dort, ward er beschämt ob seinem beschlusz (zu fliehen) und stemmte fest auf den platz den fusz Fr. Rückert Firdosi (1894) 2, 344. so auch ohne präpositionale fügung: als dem Afrasiab das ward bekannt, wozu sich Destan, der kämpe gewandt, führt er das heer nach Klein-Rei am flusz, rüstete kampf und stemmte den fusz Fr. Rückert Firdosi 1, 273; doch jener stürzt' heran und stemmt den fusz und tief stiesz er ihm in den leib das schlachtschwert bis zum griff V. v. Scheffel ges. w. (1907) 2, 183; sein kriegerisch herz schwoll dem schah voll harm, er stemmte den schenkel und streckte den arm Fr. Rückert Firdosi 1, 126. vergleichbar: die erboszten streiter (stiere) versetzen sich häufige wunden indesz und baden in schwärzlichem blute und dringen, die hörner gestemmt, laut ächzend gegen einander C. G. Bock Vergils lehrgedicht v. landbau (1790) 103. vgl. auch unten 4 a α. hierhin auch der feste ausdruck: gestemmt stehen, meist nicht vom menschen gesagt: nur der alte turm schaute noch bis zum jahre 1870 in alter trotziger ruhe, breitspurig und gestemmt dastehend, über den deich H. Allmers marschenbuch 264; nun stehn gestemmt sie und ringen mit krachenden hörnern und drohn mit lautem gebrüll, dasz der forst erschallt samt dem weiten Olympus Aug. Rode gedichte (1785) 139; denn sie (eichen) stehen gestämmt auf weit verbreiteten wurzeln Bodmer Homer (1778) 1, 190. hierher auch refl. sich stemmen 'sich mit gestemmten beinen hinstellen': und demohngeachtet stämmt sich der pharisäische bube hin vor den lieben gott, der doch gröszer und vornehmer ist, als hundert könige, und plappert ein ähnliches gewäsch Friedr. Hertzberg leben u. meynungen (1779) 1, 173. 3@b@bβ) die hand, die faust oder den arm stemmen: und stemme meine lincke hand an seinen rechten schenkel oben F. v. Auerswald ringerkunst (1539) b 6a; staffel um staffel faszt der fusz, die hände, an die seitenwandungen gestemmt, helfen dem raschen aufschwunge nach H. v. Barth Kalkalpen (1874) 64; seine hand ist gestemmt an einen wurfspiesz von ungeheurer länge G. Freytag ges. w. 17, 96; sie (Cagliostros schwester) setzte sich mir schief über, stemmte beide hände auf die knie Göthe gespräche 1, 134 Biedermann; die eine hand auf den tisch gestemmt, reckte er sich C. Viebig d. schlafende heer (1904) 1, 168; (ein mädchen stiesz) eine zarte gestalt so gewaltsam hervor und gegen den herrn Jaques, dasz sie errötend und aufschreiend die hände wider seine brust stemmen muszte G. Keller ges. w. 6, 19; Kreisler, der während dieses selbstgesprächs unbewuszt auf einem knie gelegen, beide ellbogen auf das andere gestützt und die hände unter das kinn gestemmt hatte, fuhr hastig auf E. T. A. Hoffmann s. w. 10, 357 Grisebach. bildlich: damals war die zeit, sein leben in ... sonnenschein zu tauchen, denn die Martha sehnte sich aus der stickigen kellerluft hinaus und hatte bessere träume; aber dagegen hast du deine harte hand gestemmt, Jens Holm! G. Fock fahrensleut (1915) 127; breit an den lindenbaum hingelehnt sazs der groszbauer da und stemmte die fäuste auf den tisch P. Rosegger schriften I 1, 97; hypochondrisch ... die faust an die stirne stemmt J. Mosen (1863) 7, 220; sie stemmte ihre arme recht wider des einen brust Chr. Fr. Hunold europ. höfe liebes- u. heldengesch. (1709) 397; der wüthende Alviero bisz an seinen nägeln und stemmte seinen arm so aufs schwert Klinger werke (1809) 2, 82; mit beiden armen gegen die rückseite des wagens gestemmt, [] schob er ihn kräftig vorwärts Ebner-Eschenbach ges. schr. (1893) 5, 7; in diesen (den runst eines eisbaches) stemmte er nun schleunigst seinen vorderarm L. Steub drei sommer (1895) 1, 398. besonders in der redensart: die hand, faust oder den arm in die seite stemmen: hebe den kopf fröhlich auf und stemme die hand in die seite! M. Claudius Asmus (1775) 1/2, 81; wenn sie auf einer anhöhe stand, den linken arm nachlässig in die seite gestemmt W. Alexis hosen (1846) 1, 13; oben am handgriff war ein meerfräulein, das die arme stemmt in die schuppigen hüften; es flossen die haare natürlich Mörike werke 1, 266 Göschen. besonders oft als ausdruck einer inneren gespanntheit, bereitschaft: die hände in die seite stemmen, welches gewöhnlich von den weibern geschieht, wenn sie über etwas in eifer gerathen Krünitz 169, 326; ein allgemeines erstaunen erfolgte. herzog Georg, der zugegen war, stemmte die hände in die seite Ranke sämtl. werke (1867) 1, 284; und was denn für eine? — schrie Drangsturm ... und stemmte seine fäuste in beide seiten J. J. Engel schr. (1801) 1, 356; die wehemutter ... stemmte die fäuste in die seiten und mit hohn, verachtung und beleidigtem selbstgefühl sprach sie W. Raabe hungerpastor (1864) 1, 3; 'Toni!' sagte die mutter, indem sie die arme in die seite stemmte, und dieselbe mit groszen augen ansah H. v. Kleist 3, 332 E. Schm.; dem kopfnicken folgt aber dann ein drohen mit dem zeigefinger der rechten hand, während die linke sich in die seite stemmt F. M. Böhme gesch. d. tanzes (1886) 195. als geste des stolzes, der überhebung: auf den universitäten jene unverschämten knaben, die gegen jedermann die hand in die seite stemmen K. Gutzkow ges. w. (1872) 4, 253; wer wird zum exempel den helden des stückes nicht erkennen, wenn der mann auftritt mit zurückgeworfenem kopf, der den linken arm fest in die hüfte stemmt und den rechten steif und lang von sich streckt H. P. Sturz schr. (1779) 2, 171; (er) stemmte beide arme in die seiten und sagte blos: 'was will er denn? he! he!' Eichendorff s. w. (1863) 3, 29; ich bin, sprach herr von Pilz, vom ältesten geschlechte! und stemmt an seinen wanst die linke und die rechte H. Chr. Boie bei K. Weinhold Boie (1868) 324. unwillkürlich bei heftigem lachen: der wirth ... muszte die hände in die seite stemmen und sich den bauch halten, wie der schwere herr Bartholomäus sich vergebens aufzurichten bemühte Alexis Roland (1840) 1, 400; hier stemmte mein boshafter freund vor lachen die hände in die seiten Thümmel reise (1791) 1, 83; zuerst weisz man, dasz um lachen zu erregen, es gerade nicht darauf ankommt, dasz man selbst und zuerst lache, geschweige dasz man sich kneife und die hände gestemmt in keuchende seiten, das antiquarische grobe gelächter in person darstelle Herder 3, 267 Suphan; daher auch: läuft drittens der auftritt auf ein pöbelhaftes gelächter hinaus, das sich bauch und seiten stemmet, und so fortwähret? ders. 3, 211. 3@b@gγ) den ellenbogen stemmen: mit knien und ellenbogen gegen die seitenwandungen gestemmt H. v. Barth Kalkalpen (1874) 271; den ellenbogen auf den tisch stemmen öfters zur kennzeichnung einer nachlässigen haltung: den ellbogen auf den tisch stämmen fest und plump auf den tisch setzen Adelung 4, 281; die ellbogen auf den tisch gestemmt, die zu fäusten geballten hände an die schläfen gepreszt Ebner-Eschenbach ges. schr. (1893) 4, 19. 3@b@dδ) den kopf in die hand stemmen oder ähnlich, zuweilen ebenfalls bei nachlässiger haltung: den kopf auf die hand stemmen appogiar il capo sopra la mano Jagemann (1799) 2, 1160; wenn er so bei tische sitzt und den kopf auf die hand stemmt und niedersieht, ... ich kann halbe stunden lang sitzen und ihn ansehen Göthe I 9, 131 W.; den kopf brütend auf die hände gestemmt, sieht er gedankenlos dem brennen seines öllichtleins zu Kürnberger nov. (1861) 1, 4; das haupt gestemmt auf seinen ellenbogen Z. Werner Martin Luther (1807) 9; [] Melanie ... stemmte ihr schönes haupt auf eines ihrer kissen K. Gutzkow ritter v. geiste (1850) 1, 388; hier (i. d. bibliothek) stämmte ich meinen kopf an den bücherschrank, und fing an, mich mit mir selbst ernstlich über das zu besprechen, was ich so eben vernahm Thümmel reise (1791) 5, 124. 44) in diesem bedeutungsbereich des festen stützens und stellens hat sich seit dem ausgehenden 17. jh. reflexiver gebrauch entwickelt und seit dem ende des 18. jh. reich entfaltet, überwiegend in verbindung mit der präposition gegen, weiterhin mit auf, für beide gelegentlich auch an. nach Lübben-Walther sik to hope stemmen schon im mnd., s. unten a γ. 4@aa) sich gegen etwas stemmen, meist mit der vorstellung einer horizontalen druckrichtung; wie bei 3 b gern mit angabe menschlicher gliedmaszen als instrumentaler bestimmung: als aber drittens ich mit gröszerem bemühen versuch, die reiserlein von seinem stämm zu ziehen und mit den knien mich fest stemme gegen sand M. Schirmer Virgil (1668) 110; Chabrias wiesz seine soldaten, wie sie sich mit dem kniee gegen das schild stemmen, und hinter demselben den feind abwarten sollten Lessing 9, 170 L.-M.; man ... liesz es (das seil an der felswand) hinab, dasz er es um den leib binden, sich alsdann mit den händen und füszen gegen die felswand stemmen, und seine auffahrt regieren sollte Hebel werke (1853) 3, 73; es (das kuckucksweibchen) schien sich ... gegen das umstehende rohr zu stemmen, ... ehe es fortflog Naumann nat.-gesch. d. vögel (1822) 5, 228; mit dem einen knie auf dem boden ruhend, stemmt Amor sich mit dem straffen arme gegen die vordere lehne des wagens, auf dem er fährt Herman Grimm Michelangelo (1890) 1, 158; sieh doch nur, wie sie sich drüben auf dem kahne ... gegen die ruder stemmen Fontane I 5, 187; die seite seines weichen felles gegen meine hand krümmend und stemmend hob er (der kater) sofort sein trauliches spinnen an Stifter sämtl. werke 1 (1901) 12. die menschlichen gliedmaszen auch als formales subject: der greis ... schlug dazu spöttisch mutwillig ein schnippchen mit der einen hand, während die andere sich gegen den tisch stemmte G. Keller ges. w. 2, 148. bei ellipse der präpositionalen fügung ergeben sich leicht abschattungen der bedeutung; terminologisch beim ringkampf: wie er sich ... im ringen auch tüchtig und kunstreich stemmte, taumelte er dennoch in den sand Fouqué zauberring (1812) 2, 44; bildlich: soll ein athlet im kampfe gemahlt werden: so erheben sich die verse, sie krümmen sich, sie stemmen sich, sie verlängern sich, gleich demjenigen, dessen bewegungen sie vorstellen sollen Ramler einl. in d. schön. wissensch. (1758) 4, 170; die muskeln angestrengt 'fest anspannen', vgl. oben bei 3 b α: die beide ... viel schlechtere reiter waren ... richtig, das feine, schöne pferdchen stemmte sich und machte einen halsgefährlichen satz rechts um kehrt J. Venedey England (1845) 2, 327; das kindchen ... hatte wirklich kräfte, es zog und stemmte sich H. v. Kahlenberg Eva Sehring (1901) 71; wenn ihn (den löwen) einer von den ... jägern mit dem spiesze berührt, stemmet er sich steif, mit aufgesperrtem rachen (ἐάλη τε χανών Ilias 20, 167) J. Breitinger critische dichtkunst (1740) 1, 38; und geh und drück und tret und donnere, da ich der dirne tür verriegelt finde, gestemmt, mit macht auf einen tritt sie ein H. v. Kleist werke 1, 375 E. Schmidt. so vereinzelt auch intransitiv: vielleicht mochte er (der gefangene) es (das messer) mit den füszen erreichen und festhalten, wenn es ihm gelang, den schweren holzklotz, an dem er gefesselt lag, zu rücken; er stemmte und schob Freytag ahnen (1906) 1, 374. dabei kann das bedeutungselement 'widerstand leisten, widerstreben' oder 'sich anstrengen' stärker in den vordergrund treten: wenn einer sich auf einer berglehn an einer stell erhalten möcht, aber immer find't er kein halt, unter seinen füszen bröckelts [] los und er mag thun, was er will, er kommt immer tiefer, wie er sich auch stemmt und sperrt L. Anzengruber ges. werke (1890) 3, 70; ein entsetzliches ringen stand bevor, wenn er (der zur richtstätte geführte) fortfuhr sich zu sträuben und zu stemmen C. F. Meyer novellen (1904) 2, 76; (ich) fühlte ... den geschmeidig kräftigen leib (einer eidechse) und die harten beine zwischen meinen fingern sich wehren und stemmen H. Hesse schön ist d. jugend (1925) 17. auch: stemmen ziehen, sich anstrengen (nassauisch) deutsche dialectgeographie 4, 143. bildlich: auch die verflochtensten, sich stemmendsten strophengänge sind hier ... mit einer macht durchgetrieben, dasz die worte mit ihrem klange gleichsam wie Orpheus steine und fels folgen müssen Herder w. 5, 351 S. 4@a@aα) sich gegen etwas stemmen, um es in der bewegung zu hindern, hemmen oder um seinem druck standzuhalten, nach 2 hinüberweisend: hê stemde sük d'r tegen, dat dat nêt wîder gung Doornkaat-Koolman 3, 309; die Heiterthei schob aus allen kräften, der Holder-Fritz stemmte sich ebenso dagegen (sc. gegen den karren) Ludwig ges. schr. (1891) 2, 33; und das schwert wird selbst gehemmt, weil sich vor der klinge fressen mancher damm von heyden stemmt Chr. O. v. Schönaich Heinrich d. vogler (1757) 174; sie (die grundmauern) bilden quais die concav gegen den strom, convex gegen das innere der insel stehen, wie gewölbe gegen die last und den druck des erdbodens sich stemmend Ritter erdk. (1822) 1, 682; (der sturmwind) trieb mich in schiefer richtung von der stadt weg dem see zu, dasz ich ... mich mit aller kraft meiner glieder stemmen muszte, um nicht zu unterliegen Holtei erzähl. schr. 26, 163. wie bei 2 a vor allem gegen den druck des wassers: Offerus trug die pilger, welche zu und von der capelle wallten, durch den strom, und, um sich gegen die fluth zu stemmen und den grund zu erforschen, bediente er sich eines verdorrten fichtenstammes L. Aurbacher volksbüchlein (1839) 2, 59; um den karren und dem zugvieh einen weg durch den flusz zu sichern, stemmten sich die riesengestalten der männer mit den lindenschilden in langer kette gegen das reiszende wasser G. Freytag ges. w. (1896) 17, 113; was hilft ein tapfres, heldenmäsziges stemmen? die mächtige woge strömt, sie wegzuschwemmen Göthe I 15, 275 W. (Faust 10731); wie ein geschwollner strom sich, weil ihm der raum zu enge, mit brausendem geräusch, durch das gestade reiszt und in das freye wälzt, dann alles, was sich stämmet, als sprödes glas zerknickt und grimmig mit sich nimmt D. W. Triller poet. betracht. (1750) 1, 128; bildlich: bis er, bey immer weiterm vordringen in die stadt, drey edle Franzosen gewahr ward, die mit unglaublicher kühnheit allein sich dem strome seines siegenden heeres entgegen stemmten J. J. Chr. Bode Montaignes ged. u. mein. (1793) 1, 2; ähnlich von der truppe, die sich dem verfolgenden sieger stellt: besiegt? wird er (Napoleon) sich nicht vorerst noch bei Erfurt stemmen? Göthe gespräche 3, 94 Biedermann; und rasch wiederum ging es dem feinde nach, oder nun vielmehr entgegen, denn er begann sich zu stemmen in der gegend von Lützen Fouqué lebensgeschichte (1840) 315, vgl. den entsprechenden transitiven gebrauch bei 2 b. nicht selten mit 4 a δ (s. d.) verrinnend: auch da (im untern volk) stemmt man sich gegen die woge der allgemeinheit K. Gutzkow ges. w. (1872) 1, 116; man stemmte sich ... gegen das fortrollende rad der bedürfnisse H. Steffens was ich erlebte (1840) 2, 135; so stemmen sich noch grosze hindernisse gegen die entwickelung einer freien verfassung Jac. Grimm an Dahlmann, briefw. 1, 455. 4@a@bβ) umgekehrt, um einen ruhenden schweren gegenstand fortzubewegen: wir ... eilten an die innere thür, und stemmten uns gegen dieselbe H. Laube ges. schr. (1875) 16, 142; der kleine Johannes ganz auszer sich über des orgelbauers beginnen, stemmte sich mit aller gewalt gegen den deckel des instrumentes, so dasz er mit lautem [] krachen zuschlug E. T. A. Hoffmann s. w. 10, 104 Grisebach; mit riesenkraft stemmte er sich gegen den wagen und hob ihn vorsichtig Ebner-Eschenbach ges. schr. (1893) 4, 66; ja, er hätte sich mit dem arm gegen die bäume stemmen und sie niederbeugen mögen! K. Gutzkow ritter v. geiste (1850) 2, 253; wieder rasselten die stangen an dem thor, gegen welches sich der mönch mit seinem leib stemmte G. Freytag ges. w. (1886 ff.) 9, 67. so vereinzelt auch mit an: da arbeiteten wir und stemmten uns an die verriegelte thür und die wände, bis das ganze morsche lusthaus über uns in stücken auseinanderging Eichendorff s. w. (1863) 3, 419. bildlich: die (geschichten) strebten heraus (aus seinen lippen), stemmten sich gegen die oberlippe, den verschlusz zu heben Timm Kröger nov. (1914) 3, 13. 4@a@gγ) die vorstellung horizontaler druckrichtung auch in mnd. sik to hope stemmen sich aneinanderdrängen Lübben-Walther mnd. hwb. 378a; im hd. erst im 19. jh.: stemmet euch hier nicht mehr zu hauf, oder sonst wir schlagen drauf R. Wagner ges. schr. u. dicht. (1897) 227; doch fromme giebts noch in Jerusalem, gewisz noch männer in der Davidsstadt, die eng um das gesetz des herrn sich scharen; sie werden schulter sich an schulter stemmen O. Ludwig ges. schr. (1891) 3, 315. etwas anders, doch vergleichbar der bildliche gebrauch von bergen, die sich zwischen andere drängen: drüben aber, jenseits des hügelmeeres, stemmt trotzig sich der Gatterlspitz herein in seinem plattenpanzer H. v. Barth Kalkalpen 532; im westen stemmt sich eine massig runde steilwandbastion ins gehänge ebda 576. 4@a@dδ) in übertragener, abstracter anwendung sich gegen etwas stemmen inneren widerstand leisten, sich widersetzen, sich sträuben, seit dem ausgehenden 17. jh.: stämmen, stemmen obstinatum et pertinacem esse, er stämmet sich sehr perfracte obfirmat animum, stämme dich nur nicht viel noli refragari Stieler stammbaum (1691) 2119; non far tanta resistenza M. Kramer 2 (1702) 962c; sich gegen etwas stämmen alicui rei obsistere Steinbach 2, 695. die äuszere betätigung dieses inneren widerstandes ist eingeschlossen: der direktor hat sich mit händen und füszen dagegen (gegen das auftreten eines hundes auf der bühne) gestemmt Holtei erz. schr. 12, 8; schon mehr als einmal, wenn durch den parteienkampf regierungswechsel herbeigeführt wurden und der siegende teil den unterlegenen durch ungerechte maszregeln zwacken wollte, hat er sich wie ein ehrenmann in seinem amte dagegen gestemmt G. Keller ges. w. 1, 386; wenn gegenwärtige geliebteste sich auf eine reise vorbereiten, die sie durch einen umweg bald wieder zu uns führen soll, so stemmen wir uns dagegen Göthe IV 31, 101 W.; er stemmte sich gegen den vater und riskirte seinen zorn um ihretwillen M. Meyr erzähl a. d. Ries 2, 339; 'geh zum teufel!' murmelte Petrof vor sich hin. Vereniki (der vorgesetzte) flammt auf: 'was? du willst dich stemmen?' E. E. Dwinger zwischen weisz und rot (1930) 172. mehr auf die ablehnende innere haltung beschränkt, passiven widerstand leisten: mein fräulein, lassen sie mir noch heute meinen gesunden verstand, und beurlauben sie mich. sie sind auf dem besten wege mich darum zu bringen. ich stemme mich, so viel ich kann Lessing 2, 241 L.-M.; im anfange stemme ich mich jederzeit gegen seine geschichten; aber ehe ich mich dessen versehe, haben sie mir die schlinge über den kopf geworfen und nehmen mich mit fort Immermann 1, 101 Boxb. in synonymer verbindung, vgl. oben sp. 2314: gegen das ehejoch musz sich einer stemmen und wehren, so lange menschenmöglich Holtei erz. schr. 15, 129. öfters sich gegen eine andersartige geistige macht, haltung widersetzen: schwäche der menschen ..., die den einzelnen verleitet, sich wenigstens anfangs instinktiv gegen einen überlegenen kopf zu stemmen A. Hitler kampf (1933) 649; gerade der bildungslose mann stemmt sich darum noch oft genug gegen diese gedanken H. W. Riehl deutsche arbeit (1861) 27; als ihm dann durch die gunst eines edelmannes [] eine gelehrte erziehung auf der fürstenschule zu Pforta zu theil wird, stemmt sich der eigenwillige knabe wider jene verkümmerung des gemüthes, welche der familienlosen erziehung anhaftet Treitschke hist. u. pol. aufs. (1886) 1, 115. das intensitätselement, das stemmen eigen ist, kommt auch hier in modalen bestimmungen zum ausdruck: mir macht es groszes vergnügen, dasz ihn (Kant) die vornehmen philosophen und die prediger des vorurtheils so ärgern konnten, dasz er sich mit aller gewalt gegen sie stemmt Göthe IV 12, 302 W.; E. T. A. Hoffmann s. w. 4, 43 Grisebach; pedanten stemmen sich überhaupt mit aller feindschaft gegen das, was über den beschränkten kreis ihres lebens ... hinausgeht S. Brunner erz. u. schr. (1864) 1, 32; die republik droht die familie zu zerstören. desto mehr nimmt sich die familie zusammen. sie stemmt sich mit verzweiflung gegen die gefährlichen lehren K. Gutzkow ges. w. (1872) 7, 443. sehr häufig wird wie in 4 a α die gewalt, gegen die man sich stemmt, deutlicher als in bewegung befindlich vorgestellt: dasz sie nicht kraft genug haben, sich gegen den drang widriger verhältnisse zu stemmen jahrb. d. Grillparzerges. 4, 172; aber auf die länge vermochte selbst der senat sich nicht länger gegen das schwergewicht der verhältnisse zu stemmen Mommsen m. gesch. (1856) 1, 419; gegen diesen gang (der geschichte) allein stemmen wir uns K. Gutzkow ritter v. geiste 6, 17; sich gegen die ereignisse ungeberdig stemmen ist meistens so unnütz Immermann 5, 77 Boxberger; das leben fliegt durch alle pulse der natur und so geht das grosze werk den allmächtigen gang. wie will dies kleine wesen, der mensch, sich gegen ewige gesetze stemmen? Tieck schr. (1828) 8, 14; seine bereitschaft, sich gegen das schicksal zu stemmen E. E. Dwinger wir rufen Deutschland (1932) 526; ein feind in allen deutschen landen, der wider alles neue ficht, sich gegen jeden fortschritt stemmt Hoffmann v. Fallersleben ges. schr. (1890) 4, 294. 4@bb) sich auf etwas stemmen sich auf etwas lehnen, stützen (in vertikaler richtung) jünger als a: sich auf den tisch stämmen in mensa niti; er stämmt sich auf den ellbogen in cubitum effultus est Steinbach dtsch. wb. (1734) 2, 666; so bald sie angeputzt, so geht das fenster auf, ein pulster liegt daselbst, da stemmet sie sich drauf Chr. Fr. Henrici ernst. u. sat. ged. (1727) 2, 407; ... er nimmt den zeitpunkt wahr, stemmt auf den sattel sich und springt zur erde J. D. Gries Ariostos rasender Roland (1804) 3, 38; bruder Toby, sagte mein vater, indem er sich auf seinem ellbogen stemmte und sich nach der andern seite des bettes kehrte J. J. Chr. Bode Tristram Schandi (1774) 4, 84; (sie) findet Elmiren traurig an einem tisch sitzen, auf den sie sich stemmt Göthe I 38, 71 W.; der germanische söldner stemmte sich noch auf das ermattete knie G. Freytag ges. w. (1896) 17, 98; der mann hatte sich auf seinen stab gestemmt J. V. v. Scheffels ges. w. (1907) 2, 31; bald war der ganze friedhof voller leute, in lauter andacht das begräbnis feiernd und sich auf die zehen stemmend, um über die köpfe hin den könig zu sehen P. Rosegger sünderglöckel (1904) 306. als turnübung: das stemmen, d. h. die bewegung aus dem seithange mit gekrümmten armen in den stütz: 1) mit auflegung der unterarme, 2) mit wechselarmigem aufkippen der ellenbogen, 3) mit gleicharmigem aufkippen der ellenbogen Fr. L. Jahn werke 2, 60 Euler. bildlich: im äuszersten gedränge ... da hat die ganz auf sich selbst gestämmte seele sich in allen ihren theilen gefühlt J. C. Lavater handbibl. f. freunde (1790) 4, 35; dort hat man die auszerordentlichen fälle mit in anschlag gebracht, hier sich auf die meinungen gestemmt, man könnte die natur potenziren K. Gutzkow ges. w. (1872) 8, 123; auch gibt es gott bekannte namen, der welt hingegen sind sie fremd, die weder auf durchleuchtgen samen, noch eigne tugend sich gestämmt Zinzendorf teutsche ged. (1766) 125. [] in verbaler verbindung: ich halte gäntzlich dafür, es sey christlich und wohl geredet, dasz man sich einig und alleine auff die gerechtigkeit, welche uns von Christo geschencket wird, als auff eine feste und standhafft sache, lehnen und stemmen müsse, und nicht auff seine eigene gerechtigkeit P. Fr. Sperling Nicodemus quaerens et Jesus respondens (1719) 2, 260; es hat sonst diesen vogel die natur mit besonders harten federn ... in seinem schwanze versehen, vermittelst welchen er sich an denen bäumen hinauf schieben und stämmen kan v. Göchhausen notabilia venatoris (1741) 104, hierzu vgl. stemmschwanz. 55) in sportlicher terminologie, ein gewicht mit festem druck mit den armen nach oben stemmen, vgl. H. v. Norman deutsches sportlex. (1928) 298: daneben sind als volkstümliche übungen das heben und stemmen von gewichten verschiedenster form in vielerlei weise getreten R. Gasch hdb. d. ges. turnwesens (1928) 1, 324b; Abs stemmte 1892 mit einem arm eine hantel von 110 kg. Meyers konvers.-lex.5 11, 170b; von dem tage an war er von grund auf verändert, rauchte nicht mehr, trank nicht mehr ... — er stemmte L. Frank räuberbande 164; in ähnlichem sinne volkssprachlich auch allgemeiner geworden: auszerdem liebte er (der bäckergeselle) den vortritt (beim holztragen), wobei er hübsch gerade die mauertreppe hinaufstieg ... und ich hatte regelmäszig das ganze gewicht hinterher zu stemmen J. Schaffner Konrad Pilater (1910) 172. stemmen emporheben Martin Waldeck (1925) 271; Meisinger Rappenau. 183a. 66) stemmen, gewerklich, ein werkzeug in den zu bearbeitenden gegenstand eintreiben: das eintreiben des werkzeuges geschieht entweder durch einfachen druck der hand, stechen oder durch schläge mit einem hölzernen schlägel, einem hammer oder mit dem breiten teile einer axt, stemmen Lueger lex. d. ges. techn. 7, 512. 6@aa) früh in der chirurgischen terminologie, vgl. stemmeisen: ich hab zweyen brüderen jhre gebein, die schwartz seind gewesen und durchdrungen, aussen gestempt und auch geboret F. Würtz wundartzney (1612) 270; hab auch das faul bein mit einem schrottmeissel und anderen instrumenten herausz gestempt ebda 272; man musz die bainer mit eisen herausz stemmen Minderer medicina militaris (1620) bei Schmeller-Fr. bair. wb. 2, 756. 6@bb) 'stemmen wird für das fällen der bäume gebraucht' J. J. Helfft wb. d. landbaukunst (1836) 347; holz stämmen fällen, abattre du bois Schwan nouv. dict. (1783) 2, 712b; auch: einen baum von einander stämmen 'einen gefälleten baum mit der axt der quere nach theilen' Adelung 4, 281; einen ast abstämmen ebda; so wohl auch übertragen: einer der edlen von Iran bin ich, manch haupt hab ich vom leib gestemmt, dem nur staub blieb zum leichenhemd Fr. Rückert Firdosi (1890) 2, 472. 6@cc) mit dem stemm- oder schroteisen bearbeiten, 'mit dem schröteysen ebnen, aequare' Maaler (1551) 387a; scalpro aequare Kilian 527a; stemmen, stämen 'mit dem schrot- oder stammeisen abebenen, abstämpfen' Frisch teutsch-lat. (1741) 2, 331; vgl. Schöpf tirol. 707; Seiler Basler ma. 276; Martin-Lienhart elsäss. wb. 2, 595; eine gestemmte tür façonnierte tür, eine gefugte, nicht einfach genagelte tür Fischer schwäb. 5, 1731; Martin-Lienhart elsäss. wb. 2, 595; wie weit dieses absägen und zuarbeiten (der daubenenden), das sogenannte stemmen vorzunehmen ist, gibt der ... halsrisz an Karmarsch-Heeren techn. wb. (1876) 1, 684. nicht ganz deutlich, doch wohl hierherzuziehen: sal ein smid komen in aftersende und dem sendherrn geben vier isen (hufeisen) gestemmt und ongelocht rechtsalterthümer4 1, 526. specieller 'löcher aushauen', auch meist in holz, doch heute auch für ähnliche arbeit an steinernen wänden gebräuchlich: 'stemmen heiszt bei den tischern löcher durchhauen' Eggers (1757) 2, 997; vgl. J. Hübner cur. u. real. lex. (1712) 1556; 'stemmen ist die ausarbeitung eines (zapfen)lochs aus einem bauholze' Schönermark-Stüber (1902) 799; auch ausstemmen, vgl. Karmarsch-Heeren techn. wb. 8, 477; gestemmter [] boden in sieben schwach gelochter und geglätteter boden Müller-Fraureuth obersächs.-erzgeb. 2, 560; um die löcher reiner zu stemmen und einen teil der späne aus dem loche herauszuheben Lueger 7, 512; der stuhlmacher stemmt mit diesem eisen (stemmeisen) blosz die zapfenlöcher aus Krünitz öcon. encycl. 173, 107; ich (der schreiner) schneide, stemme, bohre so, dasz alles wohl sich fügt Böhme volkstüml. lieder d. Deutschen 463; auch landschaftlich verbreitet, vgl. Follmann lothr. 496; Bauer-Collitz Waldeck 99a; Leihener Cronenberger wb. 115; Stürenburg ostfries. wb. 263a. 77) stemmen, volkssprachlich. 7@aa) coire; mundartlich verbreitet: anthropophyteia 2, 12 (Wien); Meisinger Rappenauer ma. 183a; Müller-Fraureuth obersächs. 2, 560; Damköhler Nordharzer wb. 178. 7@bb) etwas stemmen stehlen, wegnehmen Müller-Fraureuth obersächs.-erzgeb. 2, 560; Schumann Lübeck 80; Th. Imme soldatensprache (1917) 123. 7@cc) stemmen schlagen: J. K. v. Train chochemer loschen (1833) 121a; Kluge rotwelsch 1, 353a. 88) zusammensetzungen mit stemm- als erstem bestandteil sind seit dem 15. jh. bezeugt, vgl. stemmriemen. zur bedeutung 1, 'steif, fest machen' gehörig, zu der sich in neuerer zeit stemmleder, -nadel gesellt. im 16. jh. beginnen die bildungen zu stemmen 6: stembeisen (1562), stemloch (1573), die vom 18. jh. ab den überwiegenden teil der compositionen stellen. die übrigen bedeutungen von stemmen sind erst vom 18. jh. an vertreten. im 20. jh. hat sich die sportliche terminologie einen compositionskreis geschaffen, so im skisport: stemmausfall, -bein, -bogen, -fahren, -stellung; im gewichtheben: stemmbalken, -gerät, -klub, -sport. — die zusammensetzungen sind ausschlieszlich substantiva bis auf die vereinzelte verbalcomposition stemmfahren.
47233 Zeichen · 887 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    stemmenswv.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +2 Parallelbelege

    stemmen swv. BMZ stehn machen, steif machen Troj. (20245). Wh. v. Öst. 37 a . was der schuester gên markt macht, das sol…

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    stemmensw. V.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +6 Parallelbelege

    stemmen , sw. V. nhd. stimmen, votieren, anstimmen, singen, erklingen lassen, klanglich in Übereinstimmung bringen, aufe…

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Stêmmen

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Stêmmen , Stêmpe, Stêmpel, S. in Stä.

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    stemmen

    Goethe-Wörterbuch

    stemmen [bisher nicht online publizierter Wortartikel]

  5. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Stemmen

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Stemmen , s. Leibesübungen .

  6. modern
    Dialekt
    stëmmen

    Elsässisches Wb. · +7 Parallelbelege

    PfWB LothWB RhWB stëmme n [tamə Hi. Obhergh. Bf. ] mit dem Stemmeisen arbeiten. E g e stëmmti Tür eine gefügte, nicht e…

  7. Spezial
    stemmen

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    stem|men I vb.tr. 1 (heben) alzé (sö) 2 (stützen) spraizé (-za), impunté (-ta) II vb.refl. sich stemmen ‹fig› (sich wide…

Verweisungsnetz

97 Knoten, 101 Kanten

Tap auf Knoten öffnet Detail · Drag zum Umpositionieren · Scroll zum Zoomen

1-Hop 2-Hop
Filter:
Anchor 8 Hub 2 Wurzel 2 Kompositum 68 Sackgasse 17

Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit stemmen

46 Bildungen · 2 Erstglied · 42 Zweitglied · 2 Ableitungen

stemmen‑ als Erstglied (2 von 2)

stemment (met-)

MNWB

~stemment (met-), pps., mitklingend, m.-de bôkstāven Konsonanten (BC. Nr. 1545). —

stemmenātēl

KöblerMnd

stemmenātēl , F. nhd. ein Gerät des Schusters, dreikantige große Nähnadel mit der die Seitenstämme der Schuhe eingenäht werden E.: s. stemme…

stemmen als Zweitglied (30 von 42)

*gēgenstemmen

KöblerMnd

*gēgenstemmen , sw. V. nhd. gegensprechen, widersprechen Hw.: s. gēgenstemminge E.: s. gēgen (2), stemmen (1)

*vȫrbestemmen

KöblerMnd

*vȫrbestemmen , sw. V. nhd. vorstehend festlegen, oben bestimmen Hw.: s. vȫrbestemmet E.: s. vȫr (4), bestemmen Son.: langes ö

afstemmen

MeckWB

Wossidia afstemmen abstemmen, Fachausdruck der Zimmerleute, mit Hilfe des Stemmeisens abschlagen: de Nagels (Nägel) afstemmen Wa Waren@Cramo…

anstemmen

DWB

anst·emmen

anstemmen , applicare pedes, anniti: er stemmte sich heftig an die wand, an den boden an; er stemmt an gegen alle laster; anstemmen sich in …

aufstemmen

DWB

auf·stemmen

aufstemmen , inniti, aufstützen: 'ist es ihre thüre? wärs die meine.' sasz ich aufgestemmt in meinem bette. Göthe 2, 103 ; 'die ursach ist l…

averēnstemmen

KöblerMnd

averēnstemmen , sw. V. Vw.: s. ȫverēnstemmen

bestemmen

KöblerMnd

best·emmen

bestemmen , sw. V. nhd. bestimmen, festsetzen, angeben (V.) Vw.: s. vȫr- Hw.: s. bestimmen E.: s. be, stemmen (1) L.: MndHwb 1, 251 (bestemm…

bīstemmen

WWB

bist·emmen

bī-stemmen V. [verstr.] (jmdm., einer Meinungsäußerung) zustimmen; applaudieren ( Kr. Recklinghausen u. die krfr. Städte Bottrop u. Gladbeck…

dagegenstemmen

DWB2

dagegen·stemmen

dagegenstemmen vb. : 1958 Apitz nackt ( 1960 ) 24. DWB2 b verben, die ein handeln und verhalten bezeichnen. gelegentlich mit unpersönlichem …

DURCHSTEMMEN

DWB2

durch·stemmen

DWB2 DURCHSTEMMEN vb. DWB2 trennbar. DWB2 DWB2 1 löcher in etwas stanzen: 1643 siben kleine löchlin .. durchstemmen ( durch ein stück filz )…

einstemmen

DWB

einst·emmen

einstemmen , infulcire, statuminare, dän. indstemme. 1 1) die arme einstemmen, in die seite setzen: das weib stand da mit eingestemmten arme…

in stëmmen

ElsWB

ins·temmen

in stëmme n mittels Zapfen einfügen. D e r Tisch is t i n g e stëmmt wor d e n Bf.

mitstemmen

KöblerMnd

mit·stemmen

mitstemmen , sw. V. nhd. mitstimmen, mitklingen E.: s. mit (1), stemmen (1)

oªwerstemmen

WWB

oªwer-stemmen V. überstimmen ( die krfr. Städte Dortmund, Castrop-Rauxel u. Lünen Dor Wl).

tōstemmen

KöblerMnd

tōstemmen , V. nhd. „zustimmen“, bestimmen, berechtigen E.: s. tō (2), stemmen (1) W.: s. nhd. zustimmen, sw. V., zustimmen, DW 32, 853? L.:…

Überstemmen

Campe

ueber·stemmen

Überstemmen , v. trs . ich stemme über, übergestemmet, überzustemmen , über etwas stemmen. D. Überstemmen. D. — ung .

ümmestemmen

MNWB

uemmes·temmen

ümmestemmen , swv. : das Orgelregister neu abstimmen, „ de Orgel vmme tho stemmende vnd twe register pipen ... daruth tho nemende , vnde twe…

Umstémmen

Campe

Umstémmen , v. trs . ich umstemme, umstemmt, zu umstemmen , rundum stemmen, mit Stemmen versehen. Ein Haus umstemmen. D. Umstemmen. D. — ung…

unterstemmen

DWB

unterst·emmen

unterstemmen , v.; 1 1) mit 1 unter III A 1 ( sub ). 1@a a) trennbar: es ist diese eine rinne, die sehr abschüssig auf untergestemmten balke…

utstemmen

MeckWB

Wossidia utstemmen a. Spr. bestimmen: 'ick hebbe ... em enen dach dartho uthghestemmet na synem wyllen' Slagg. 83; 116.

verstemmen

DWB

verst·emmen

verstemmen , verb. , gewaltsam feststemmen, vernieten: verstämmen, obturare, obstruere, oppilare, intersepire, obmoliri Stieler 2120 ; die k…

vörstemmen

MeckWB

voerst·emmen

Wossidia vörstemmen a. Spr. vorsprechen: 'durch einen vorgestemmeden Eidt' (1572) Ebel Urfehden 206; 'durch einen fürgestemmeden Eidt' (1577…

vorstemmen

DWB

vorst·emmen

vorstemmen , verb. , nach vorwärts oder vor etwas stemmen: das bein, eine stütze, sich vorstemmen Campe ; die knechte stemmten ihre lanzen w…

Ableitungen von stemmen (2 von 2)

bestemmen

KöblerMnd

bestemmen , sw. V. nhd. bestimmen, festsetzen, angeben (V.) Vw.: s. vȫr- Hw.: s. bestimmen E.: s. be, stemmen (1) L.: MndHwb 1, 251 (bestemm…

verstemmen

DWB

verstemmen , verb. , gewaltsam feststemmen, vernieten: verstämmen, obturare, obstruere, oppilare, intersepire, obmoliri Stieler 2120 ; die k…