steipern schw.: 1.a. 'stützen durch einen untergestellten Pfahl', von einem überhängenden, vollen Ast, einem schiefen Gebäudeteil,
steipere (šdaibərə) [KU-Nanzw ZW-Dellf verbr. SOPf mancherorts nördl. VPf vereinzelt übrige Pf Bayer Hackm. 67 Gal-Dornf],
steipre (šdaibrə) [LA-Frankw Hainf Nd'hochstdt O'hochstdt Siebdg BZ-Dierb Gleisz/gleishb Nd'horb GH-Nd'lustdt Lambert Penns 143],
stäupern [Klein Prov. 167],
steiwere (šdaiwərə) [PS-Geisbg H'einöd Saalstdt NW-Wachh GH-Lingf PfId. 136],
stäwere (šdEwərə) [PS-L'mühl];
Part. Perf.
gesteipeʳt [LA-Birkw, vereinzelt],
g'steipeʳt [ZW-Gr'bundb Lambert Penns 143],
gesteiweʳt [PS-Winz];
vgl. steipen; Zs.:
ab-,
an-,
versteipern; Syn.
s. abstreben;
s. K. 5 (eine Mauer durch Balken) abstreben; zum Nebeneinander von
-p-, -b- und
-w- s. Pferdsboben.
Die Bääm (Die Wand, Das Gebälk, Das Tor) werren g(e)steipeʳt [LA-Leinsw, vereinzelt].
Mer muß die Deck st. [LA-Frankw]. a. 1766:
sobald sie anfingen zu steipern [SpeyHochst. A. 350,3 (LA-Edk)]. — b. 'sich auf etwas (Stock, Knie) stützen, sich beim Stolpern noch auffangen, mit den Füßen (beim Gehen, Bergsteigen) festen Halt suchen' [KB-Harxh, mancherorts];
sich st. 'am Stock gehen' [NW-Bobh].
Steipeʳ dich, daß de net fallscht! [KL-Weilb].
Das Kind steipeʳt, stützt sich beim Laufenlernen [RO-Gehrw].
Der alt Mann steipeʳt (steiweʳt) sich [PS-Saalstdt FR-Albsh NW-Hamb]. Der Betrunkene muß sich
st., auf Hände und Füße stützen [PS-Kröpp].
Die steipeʳn ihn, stützen ihn [RO-Potzb].
Mit dem Stecke kann ich mich gut st. [FR-Mühlh, KB-Zell NW-Weish/S]. — 2. 'sich (mit den Händen, den Füßen) gegen etwas oder gegen jemanden stemmen, Widerstand leisten, sich körperlich gegen etwas zu Wehr setzen, sich steif machen', bes. von kleinen Kindern, von Raufenden, von bockigen Pferden; dabei werden die Beine (Arme) steifgemacht, schräg gegen etwas gestemmt und mit den Händen an etwas festgeklammert,
steipere [Land, mancherorts, Kühn Schnitze I 256 Kühn Hamet 136],
steiwere [PS-Geisbg GH-N'potz];
vgl. stemmen 1 c; Zs.:
aufsteipern;
sich steipere [BZ-W'rohrb, mancherorts, PfId. 136].
Er hot sich geje die Deer gesteipeʳt [NW-Weish/S].
Er hat sich schteipert [Danner Penns 104].
Er steipeʳt sich mit aller Gewalt dewerrer [LU-Neuhf].
Wie die Mutter den Bu in die Schul gebrocht hot, wollt er sich an de Trepp st. [FR-Heßh].
Er hat sich vor Schmerz mit de Fieß an die Bettlad gesteipeʳt, von einem Kranken [NW-Haßl].
Ah, drum hot sich meiⁿ guter Nikela so arig geje die Schreppkepp geschteibert! [Kühn Schnitze I 209]. — 3. übertr. 'etwas ablehnen, sich gegen einen Vorschlag wehren, sich weigern',
steipere [KU-Lauteck, mancherorts, PfId. 136, Lambert Penns 143];
vgl. stemmen 4; Zs.:
versteipern 2.
Er steipeʳt sich [GH-Rh'zab, vereinzelt].
Mer hoffe, daß de dich net viel steibere duscht [Reichard Penns 419].
Was sin sie dann so gnickserich, / Sie schteibre sich un wehre sich [Birmelin Penns Gezw. 87].
De Jerg verziecht e bissel d' Schnuut / Un schdeibert sich e wenig [Kunnrädel 77]. — Vgl.
mhd. stipern (
Lexer II 1200). — Südhess. I K. 3;
Rhein. VIII 618;
Lothr. 495 steibere;
Els. II 607 stipperen, ALA I K. 185 und 186;
DWb. X, II,2 2164.