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wricken

nhd. bis Dial. · 5 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
5 in 5 Wb.
Sprachstufen
3 von 16
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

wricken vb.

Bd. 30, Sp. 1684
wricken, vb. , drehend hin und her bewegen, wackeln, rütteln. ein nd. (doch auch in die dt. schriftsprache [s. u. 2] übernommenes) wort, das sich als intensivbildung (Franck-v. Wijk etym. wb., suppl. 199a) mit gleichbedeutendem nl. wrikken, westfries. wrigje, wrikje, wrikke, nordfries. wrikke sowie mnd. vorwrikken, nd. verwrikken 'verrenken', n. vrikke 'verstauchen' und seltenem engl. wrick 'hin und her bewegen' zu einer germ. wz. *wrig- (bei ags. wrigian 'sich wenden, vorwärts streben, gehen', afries. wrigia 'schwankend gehen', ostfries. wriggen 'sich oder etwas seitwärts oder hin und her bewegen und drehen' [Doornkaat Koolman 3, 575 ], mhd. widerrigen 'gegenan kämpfen') und damit zu einer erweiterung idg. *reik- 'drehen' der grundwurzel *er- 'drehen, biegen' stellt (Walde-Pokorny 1, 278, wo weitere verwandte; Falk-Torp bei Fick 43, 417 f.). auf nd. sprachgebiet durchgängig bezeugt, wie üblich auch mit der anlautsvariante fricken (Krüger Emden 53; Böning Oldenburg 134; rhein. wb. 2, 802) und vereinzelt briggen Ziesemer pr. wb. 1, 804a. 11) hin und her drehen oder bewegen, rütteln, ins wanken bringen, s. brem.-ns. wb. 5, 298; Danneil altmärk. 250; Mensing schlesw.-holst. 5, 712; Doornkaat Koolman ostfries. 3, 576; wrikki Schmidt-Petersen nordfries. 165b. in besonderen wendungen, '(sich) winden, krümmen': sick wrikken as'n ackerpüddick sich krümmen wie ein engerling Mi mecklenburg. 109; 'hacken, wiegen (gemüse, fleisch) mit dem wiegemesser (wrickmess)' Mensing, Schmidt-Petersen a. a. o.; vgl. auch die verbindung he sprickt un wrickt nich 'er sagt nichts und rührt sich nicht, bleibt völlig stumm' (mit übertragung in hd. umgangssprache er spricht und bricht nicht) Mensing a. a. o. 22) verbreitet und in die hd. schriftsprache übernommen als fachausdruck der seemanns- und schiffersprache; ein boot, eine jolle wricken es, sie vermittelst eines langen schmalen ruders in stillem wasser fortbewegen, indem das ruder in einen halbzirkelförmigen ausschnitt im hintertheile des bootes eingelegt und schnell im wasser hin- und herbewegt wird Campe 5 (1811) 781b. vgl. dazu: wie woll auch offt ein schiff nur mit einem einigen rüder fort gewrickt wird, eben wie man bey unsz die boote fort zu wricken pflegt qu. v. j. 1676 bei Kluge seemannsspr. (1911) 842 (wo weitere belege); eine noch reizvollere art, ein gefährt durch die fluten zu treiben, ist das wricken. es unterscheidet sich vom rudern dadurch, dasz man nur einen riemen dazu braucht und noch mehr blasen an den händen bekommt daheim (4. 4. 1935) 7.
2593 Zeichen · 62 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Wrickenv., trs

    Campe (1807–1813) · +2 Parallelbelege

    † Wricken , v. trs . im N. D. ein Boot, eine Jölle wricken , es, sie vermittelst eines langen schmalen Ruders in stillem…

  2. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Wricken

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Wricken , einen Riemen (Ruder) am Heck eines Bootes geneigt und zur Hälfte ins Wasser getaucht abwechselnd von rechts na…

  3. modern
    Dialekt
    wricken

    Mecklenburgisches Wb.

    wricken -gg- 1 a. mit dem Fuß unsicher auftreten, umknicken Ma Gnoi ; umbrechen, im Leberreim: hei (Majoran) knickt nich…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit wricken

6 Bildungen · 0 Erstglied · 4 Zweitglied · 2 Ableitungen

wricken als Zweitglied (4 von 4)

bewricken

MNWB

° bewricken , swv. , einreiben.

nahwricken

MeckWBN

nah·wricken

Wossidia nahwricken die Fahrt eines Segelbootes durch die bei wrickeln 2 b beschriebene Tätigkeit unterstützen: bi uns (auf einem Schiff, da…

vörwricken

KöblerMnd

vörwricken , sw. V. nhd. verrenken, ausrenken Hw.: s. vörwrengen, wrik? E.: s. vör, wricken L.: MndHwb 1, 977 (vorwricken), Lü 537b (vorwric…

Ableitungen von wricken (2 von 2)

bewricken

MNWB

° bewricken , swv. , einreiben.

verwricken

MeckWB

verwricken verstauchen, verrenken: Wigg. Gr. 104; Mi 103 b ; allgem.; sick dat Bein verwricken Ro; hei hett sick den Arm verwrickt Ma GWüst …

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „wricken". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 12. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/wricken/dwb
MLA
Cotta, Marcel. „wricken". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/wricken/dwb. Abgerufen 12. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „wricken". lautwandel.de. Zugegriffen 12. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/wricken/dwb.
BibTeX
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