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sappen

mhd. bis Dial. · 10 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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12 in 10 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

sappen verb.

Bd. 14, Sp. 1796
sappen, verb. , in älterer sprache und mundartlich (s. unter sappe, f.). 11) erhaschen, ergreifen, an sich reiszen, einstecken u. ähnl.: daʒ in ein ber sappe. Seifr. Helbling 8, 868; oder jr könt das gelt wol sappen in ewre weite schmutzige kappen. Fischart 1, 169, 1425 Kurz; ach, wie ain knappen und ain schnappen, ain sappen, grappen, und ertappen. 2, 97, 3690; sein hærtz ym heuffig sapt los schelmenwærk. Melissus ps. R 8b; drumb, scharr, gratz, nemm, gräm, rapp, sapp, lauff, rauff. Philander 1, 418; wan man zu land wil faren, so zücht man die riemen ein und sappet jederman zu im sein bürden und was im zugehöret. Keisersberg narrensch. 30b; sie halten sunst hindersich und sappen und raspeln immer meder zusamen. evangel. (1517) 186; aber die andern die hart zu inen sappen. 222b; die stetz zuo inen sappen, als das inen werden mag tag und nacht. bilgersch. 125a; da sappet man ganze wollsäck voll künst zusammen. S. Franck baum d. wissens 148; wie sie der kirchen guot besitzen und an sich sappen, es si recht oder unrecht. Schade sat. u. pasqu. 3, 65, 2; es ist nichts so war, als dasz der rap, die kap und die pfaffenschlap, alle schmach, hasz und fluch der welt an sich sap, wie der nordwestwind die wolcken an sich zeucht. Fischart Garg. 245a; was sie nuhn in aller welt mit kriegen und terminieren überkamen, sapten sie fein gemach in ir eigenthumb. Kirchhof wendunm. 1, s. 534 Österley. 22) sappen, schwerfällig treten, besonders in koth, dann allgemeiner, plump gehen, tappen, stapfen, auch als derber ausdruck für gehen überhaupt: und dâ sach er die bûren stolz vast umb den vîol sappen. minnes. 3, 298a Hagen; was harrest du dann do allein? du sapst auch wol mit den gemein. fastn. sp. 232, 25; ob einer wird so frech und geil, wolt beurisch umbher sappen. bergreihen 80, 32 neudruck; das mich die statknecht nit erdappen und mit mir in schuldt thuren sappen. H. Sachs 3, 1, 196d; ey lieber last mich haymhin sappen. 1, 468d; da war ich gleicher weis verspott, das ich ritt, liesz den son im kot sappen. S. Wild tragedy von dem doctor u. s. w. in den schausp. aus d. 16. jh. 1, 243, 361 Tittmann; drey meil ich herein sappet, wie seit jhr nur so lappet. Ayrer 3083, 10 Keller; wo du mit wercken oder worten ein landtsknecht mit fug kanst erdapn, so thu mit im gehn höllen sappn. 2958, 30; streiff wir jm an die narrnkappn, so lasz wir jn darinnen sappn. 205, 14. von thieren gesagt: wen sy (die mäuse) den detten zw dem koren sappen fur sy (die katze) heraus und det die mews erschnappen. meisterl. fol. 23 nr. 204. mundartlich begegnet sappen im sinne von 'im koth schwerfällig gehen, plump gehen, tappen' sowol in nd. wie hd. gegenden Schm. 2, 317. Schröer 287a. Schambach 179a. Albrecht 196a. Frischbier 2, 247b. 33) nd. sappen, von dem geräusch, das nasse, klebrige masse von sich gibt, die getreten wird: idt is so vuul up'r straten, dat idt sappet (beim zutreten); dann auch de schoe sappet, wenn im gehen das wasser ein und aus flieszt. brem. wb. 4, 590. westfäl. als sappeken: dat water sappket em in den schauen. Woeste 223b. könnte man annehmen, dasz das im hochd. in doppelter bedeutung bezeugte sappen früh aus dem md., bez. nd. eingedrungen sei, worauf die inlautende consonanz hinweist, so stellte sich das wort nach bildung und bedeutungsentwicklung zu md. suppen (hochd. supfen), das ebenfalls triefen und schlürfen bedeutet (sappen 3 und 1); die bedeutung 2 von sappen konnte sich leicht aus 3 entwickeln.
3491 Zeichen · 83 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    sappenswv.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +2 Parallelbelege

    sappen swv. BMZ intr. plump u. schwerfällig einhergehen Ms. Fasn. wer alsô hât gesapt in dem pfat al hie Weltchr. 1 a ; …

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    sappensw. V.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    sappen , sw. V. nhd. geifern Vw.: s. an- E.: s. sap? L.: MndHwb 3, 29 (sappen)

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Sappenv., intrs

    Campe (1807–1813) · +2 Parallelbelege

    † Sappen , v. intrs . im Kriegswesen, eine Sappe oder Sappen graben (sappiren ). Ehemahls graben überhaupt, wie auch sch…

  4. modern
    Dialekt
    sappen

    Mecklenburgisches Wb. · +3 Parallelbelege

    sappen zappen, zaffen 1. eig. Saft fließen lassen, schmutzen: sappen Mi 74 a ; hervorquillen, -rinnen, nur vom Safte Sch…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit sappen

2 Bildungen · 0 Erstglied · 1 Zweitglied · 1 Ableitungen

Zerlegung von sappen 2 Komponenten

sap+pen

sappen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

sappen als Zweitglied (1 von 1)

Ableitungen von sappen (1 von 1)

besappen

DWB

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