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ziegenbart

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

ziegenbart m.

Bd. 31, Sp. 919
-bart, m., 1) bart einer ziege: a goat's beard Ludwig teutsch-engl. 2587; dieweil er sonst, wie seine redensart lautet, um einen z. (um ein nichts, vgl. um des kaisers bart; s. auch ziegenhaar) gestritten haben wrde J. H. H. Benner Herrnh. 3 (1748) 163; (pommersch) Germ. 18, 22; als betheuerungsausdruck, fluch: bocks ziegenbart heut diesen tag, war eben disz auch meine frag Gilhusius gramm. 67; ebenso botz z. (schwäb.) C. Dieterich weish. 2, 721; wbb.: Adelung2 4, 1703; Campe 5, 860a; dim. -bärtlein noncolae, mamillae sub rostro caprarum pensiles Steinbach 1, 68. 2) der lange und spitze bart eines mannes, nach art des bartes einer ziege: einer . .., der einen grnen z. gehabt hette disc. v. d. kippern u. wippern B 2b; unser comptor were gutt zum maler, das ehr aus seinem z. pensel machte S. Grunau preusz. chron. 2, 454; auf den träger anspielend: sein alter ziegenbart war reif genug zum grabe Neukirch ged. 202; gehOeren diese lange ziegenbAerte euch zu, oder gehOeret ihr den bAerten zu? Holbergsn. schaub. 4, 219; Lindenborn Diog. 1, 609; Wieland Lucian 2, 379; Göthe 4, 319 W.; polnische Juden mit dem z. Hoffmann v. Fallersleben ges. schr. 5, 261; allgemein; zägenpört langes kinn Hentrich Eichsfeld. ma. 3. 3) eine ganze mannsperson meinend, da bart in zss. wie knasterbart (s. th. 5, 1358), dummbart, brummbart schon wie ein suffix wirkt, nachdem vorher gewisz die bedeutung 2 gegolten hat; den übertragenen sinn verdeutlicht A. Corvinus: aruncus ... ziegenbarth ... arunci, populi, a genere barbae, die alle ihre bAerthe gezogen haben, wie ziegenbAert, oder streitbare [] leute fons latinit. 83; streitbare oder besser streitlustige, streitsüchtige männer; so setzen spätere hss. für das ursprüngliche zugebart im Wolfdietrich B 2, 283 und züge- D 9, 154 als spöttische bezeichnung des alten Berchtung ('zieh-', 'zugbart', vgl. var. zock-) zige-, tzigenbart ein, was Uhland ged. (1898) 2, 149 erneuert; auf wüstes, wildes benehmen, aber innere feigheit zielend: ei, du alter ziegenbaart, du wüster hosenbruder bei J. Bolte singspiele 152; du wilder, wüster z., du alter hosenscheiszer Chr. Reuter Harl. hochz.-schmausz 51 ndr.; Fischart Garg. 411 ndr.; als wenn alle menschen sew und kh weren, die in der schrift nichts lesen noch verstnden, on er allein meister z. G. Nigrinus exam. d. ... büchl. Joh. Nasen (1571) A 1b, anspielend auf den gegner als schneider; öft.; Göthe 23, 303 W. 4) name verschiedener pflanzen, a) cinum, -y- cigenbart ahd. gloss. 3, 539, 39; 552, 14; ziegenpart, cigen-, cegen-, czygebart Diefenbach gl. 120c; etwa prunus insititia ziparte? vgl.-bärtchen Müller-Fr. 2, 703b, -lein Chr. Lehmann hist. schaupl. (1699) 487 pflaumenart, ziegbertel, zibertlein kleine herbstpflaume Wirsung artzneyb. reg.; s. ziper, f.; b) aruncus bei den wb.-schreibern (B. Faber 84b; Zehner (1645) 239; Stieler 768; Steinbach 1, 68; u. a.) steht wohl für spiraea aruncus geiszbart, nach den hangenden weiszen blütenrispen: Ad. Martin pflanzennam. 15; anscheinend dasselbe ist spirillum czigen-, czegenbart Diefenbach gl. 547c; Corvinus 821; zs. f. d. phil. 8, 331; c) spiraea ulmaria, geiszbart, wiesenwedel, mähdesüsz: Holl wb. d. pflanzenn. 354a; Fechner volksth. pflanzenn. 23; A. Vosz wb. d. pflanzenn.3 453b; Pritzel-Jess. 387b; d) artemisia abrotanum, stabwurz: Reinwald henneb. id. 1, 207; Spiesz henneb. id. 289; e) anemone pratensis, kleiner z., nickende windblume: Nemnich polyglott. d. naturg. 1, 298; A. Vosz3 453b; f) weingärtneria (aira) canescens, graues silbergras: Frischbier 2, 492b; Pritzel-Jess. 450b; zäjenbōrt harte, dünne grasart Hofmann niederhess. wb. 269a; g) wohl für tragopogon bocksbart: weder dürrer dorn, noch schlechter z. E. M. Arndt 6, 129 R.-M.; h) agaricus cantharellus, pfifferling, rehling: Zincke öc. lex. (1744) 3355; allg. haush.-lex. 3, 797; Campe 5, 860a; Holl 93b; Pritzel-Jess. 454b; vielleicht dasselbe ist cyrillus czigenbart Diefenbach gl. 122c; i) hydnum coralloides z. Mappus hist. plant. alsat. (1742) 81; R. Löwe germ. pflanzenn. 76; j) clavaria coralloides, korallenkeulenschwamm: (Sachsen) Popowitsch vers. 276; Holl 191b; Pritzel-Jess. 458b; clavaria flava, gelbe bärentatze, z. Unger-Kh. 650b; clavaria crispa Muspratt chem. 6, 222 St.-K.; k) z. sparassis crispa, ein strunkschwamm: Fechner 3; A. Vosz wb. d. pflanzenn.3 419b; l) polyporus umbellatus, boletus ramosissimus, ästiger löcherschwamm: Holl 228b; Pritzel-Jess. 464b; m) lichen barbatus, gemeine haarflechte: vgl. allg. d. bibl. 13, 272; Holl 141a; Pritzel-Jess. 210b. — dim. -bärtlein, n., s. ob. 1. —
4652 Zeichen · 164 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Ziegenbart

    Adelung (1793–1801) · +2 Parallelbelege

    Der Ziegenbart , des -es, plur. die -bärte. 1. Der Bart einer Ziege. 2. Ein dem Ziegenbarte ähnlicher Bart. 3. Der Nahme…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Ziegenbart

    Goethe-Wörterbuch

    Ziegenbart [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Ziegenbart

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Ziegenbart ( Hirschschwamm ), s. Clavaria ; echter Z. ( Strunkschwamm ), s. Sparassis .

  4. modern
    Dialekt
    Ziegenbart

    Bayerisches Wörterbuch · +2 Parallelbelege

    Ziegenbart Band 1, Spalte 1,1209

  5. Spezial
    Ziegenbart

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Zie|gen|bart m. (-[e]s, ...bärte) berba de cioura f.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit ziegenbart

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Zerlegung von ziegenbart 2 Komponenten

ziegen+bart

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ziegenbart‑ als Erstglied (2 von 2)

ziegenbarteiche

DWB

ziegenbart·eiche

-barteiche , f. , quercus aegilops, vallonea, grosze stacheleiche, knoppereiche, auf dem Balkan und in Kleinasien beheimatet: Holl wb. d. pf…

ziegenbartig

RhWB

ziegen·bartig

ziegen-bartig Westerw Adj.: et Gras stiht ziəboartig in Büscheln, die Wiese hat keine geschlossene Grasdecke.