-bart,
m., 1)
bart einer ziege: a goat's beard Ludwig
teutsch-engl. 2587; dieweil er sonst, wie seine redensart lautet, um einen z. (
um ein nichts, vgl. um des kaisers bart;
s. auch ziegenhaar) gestritten haben wrde J. H. H. Benner
Herrnh. 3 (1748) 163; (
pommersch)
Germ. 18, 22;
als betheuerungsausdruck, fluch: bocks ziegenbart heut diesen tag, war eben disz auch meine frag Gilhusius
gramm. 67;
ebenso botz z. (
schwäb.) C. Dieterich
weish. 2, 721;
wbb.: Adelung
2 4, 1703; Campe 5, 860
a;
dim. -bärtlein
noncolae, mamillae sub rostro caprarum pensiles Steinbach 1, 68. 2)
der lange und spitze bart eines mannes, nach art des bartes einer ziege: einer . .., der einen grnen z. gehabt hette
disc. v. d. kippern u. wippern B 2
b; unser comptor were gutt zum maler, das ehr aus seinem z. pensel machte S. Grunau
preusz. chron. 2, 454;
auf den träger anspielend: sein alter ziegenbart war reif genug zum grabe Neukirch
ged. 202; gehOeren diese lange ziegenbAerte euch zu, oder gehOeret ihr den bAerten zu?
Holbergs dän. schaub. 4, 219; Lindenborn
Diog. 1, 609; Wieland
Lucian 2, 379; Göthe 4, 319
W.; polnische Juden mit dem z. Hoffmann v. Fallersleben
ges. schr. 5, 261;
allgemein; zägenpört
langes kinn Hentrich
Eichsfeld. ma. 3. 3)
eine ganze mannsperson meinend, da bart
in zss. wie knasterbart (
s. th. 5, 1358), dummbart, brummbart
schon wie ein suffix wirkt, nachdem vorher gewisz die bedeutung 2
gegolten hat; den übertragenen sinn verdeutlicht A. Corvinus
: aruncus ... ziegenbarth ...
arunci, populi, a genere barbae, die alle ihre bAerthe gezogen haben, wie ziegenbAert, oder streitbare
[] leute
fons latinit. 83;
streitbare oder besser streitlustige, streitsüchtige männer; so setzen spätere hss. für das ursprüngliche zugebart
im Wolfdietrich B 2, 283
und züge-
D 9, 154
als spöttische bezeichnung des alten Berchtung ('
zieh-', '
zugbart',
vgl. var. zock-) zige-, tzigenbart
ein, was Uhland
ged. (1898) 2, 149
erneuert; auf wüstes, wildes benehmen, aber innere feigheit zielend: ei, du alter ziegenbaart, du wüster hosenbruder
bei J. Bolte
singspiele 152; du wilder, wüster z., du alter hosenscheiszer Chr. Reuter
Harl. hochz.-schmausz 51
ndr.; Fischart
Garg. 411
ndr.; als wenn alle menschen sew und kh weren, die in der schrift nichts lesen noch verstnden, on er allein meister z. G. Nigrinus
exam. d. ... büchl. Joh. Nasen (1571) A 1
b,
anspielend auf den gegner als schneider; öft.; Göthe 23, 303
W. 4)
name verschiedener pflanzen, a)
cinum, -y- cigenbart
ahd. gloss. 3, 539, 39; 552, 14; ziegenpart, cigen-, cegen-, czygebart Diefenbach
gl. 120
c;
etwa prunus insititia ziparte?
vgl.-bärtchen Müller-Fr. 2, 703
b, -lein Chr. Lehmann
hist. schaupl. (1699) 487
pflaumenart, ziegbertel, zibertlein
kleine herbstpflaume Wirsung
artzneyb. reg.; s. ziper,
f.; b)
aruncus bei den wb.-schreibern (B. Faber 84
b; Zehner (1645) 239; Stieler 768; Steinbach 1, 68;
u. a.)
steht wohl für spiraea aruncus geiszbart,
nach den hangenden weiszen blütenrispen: Ad. Martin
pflanzennam. 15;
anscheinend dasselbe ist spirillum czigen-, czegenbart Diefenbach
gl. 547
c; Corvinus 821;
zs. f. d. phil. 8, 331; c)
spiraea ulmaria, geiszbart, wiesenwedel, mähdesüsz: Holl
wb. d. pflanzenn. 354
a; Fechner
volksth. pflanzenn. 23; A. Vosz
wb. d. pflanzenn.3 453
b; Pritzel-Jess. 387
b; d)
artemisia abrotanum, stabwurz: Reinwald
henneb. id. 1, 207; Spiesz
henneb. id. 289; e)
anemone pratensis, kleiner z.,
nickende windblume: Nemnich
polyglott. d. naturg. 1, 298; A. Vosz
3 453
b; f)
weingärtneria (
aira)
canescens, graues silbergras: Frischbier 2, 492
b; Pritzel-Jess. 450
b; zäjenbōrt
harte, dünne grasart Hofmann
niederhess. wb. 269
a; g)
wohl für tragopogon bocksbart: weder dürrer dorn, noch schlechter z. E.
M. Arndt 6, 129
R.-M.; h)
agaricus cantharellus, pfifferling, rehling: Zincke
öc. lex. (1744) 3355;
allg. haush.-lex. 3, 797; Campe 5, 860
a; Holl 93
b; Pritzel-Jess. 454
b;
vielleicht dasselbe ist cyrillus czigenbart Diefenbach
gl. 122
c; i)
hydnum coralloides z. Mappus
hist. plant. alsat. (1742) 81; R. Löwe
germ. pflanzenn. 76; j)
clavaria coralloides, korallenkeulenschwamm: (
Sachsen) Popowitsch
vers. 276; Holl 191
b; Pritzel-Jess. 458
b;
clavaria flava, gelbe bärentatze, z. Unger-Kh. 650
b;
clavaria crispa Muspratt
chem. 6, 222
St.-K.; k) z.
sparassis crispa, ein strunkschwamm: Fechner 3; A. Vosz
wb. d. pflanzenn.3 419
b; l)
polyporus umbellatus, boletus ramosissimus, ästiger löcherschwamm: Holl 228
b; Pritzel-Jess. 464
b; m)
lichen barbatus, gemeine haarflechte: vgl. allg. d. bibl. 13, 272; Holl 141
a; Pritzel-Jess. 210
b. —
dim. -bärtlein,
n., s. ob. 1. —