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rufe

ahd. bis Dial. · 8 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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8 in 8 Wb.
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27
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11

Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

rufe f.

Bd. 14, Sp. 1396
rufe, f. daneben im älteren nhd. der rufen (s. die belege), schorf, kruste; nur noch mundartlich lebendig, schon von Steinbach 2, 306 als landschaftliches wort charakterisiert. gewöhnlich bezeichnet es den verhärteten überzug einer heilenden wunde, in einzelnen gegenden Oberdeutschlands auszerdem auch den grind, kopfausschlag, schorfige stellen im gesicht (s. Stalder, Hunziker, Seiler, Tobler, Schöpf an den angegebenen orten). im bairischen auch von der rauhen rinde vertrockneten brotes, frischgepflügter und nach gefallenem regen rasch getrockneter felder (s. unten ruferig, ruficht, rufig). rufe, rufen, daneben ruft, f. rauhe rinde Schm. 2, 67. 69. rufe, f. Birlinger wörterbüchlein zum volksthümlichen aus Schwaben 78. rûf, rûf'n, rîf, f. Schöpf 568. rüffa, f. Zingerle 48a. rûf, f., plur. rüfe Hintner 186. rüfe, riefe, f. Stalder 2, 289. rîf, f. Hunziker 205. rofa, f. Tobler 368a. als m. ist rüfe bei Seiler 242b verzeichnet. rufe, f. oder rûfe belegt Lexer mhd. wb. 2, 533 aus dem 15. jahrh. diesem meist schwach flectierenden fem. steht im ahd. ein starkes substantiv, wol ebenfalls fem. gegenüber rûf, hrûf Graff 4, 1155, wo ein accus. plur. hruui belegt ist. rûf glossiert lepra: inti sliumo uuard thô giheilit sîn rûf. Tatian 46, 3. ferner pustula: ruf scinenti pustula lucens. Steinmeyer-Sievers 1, 353, 24. mehrfach in der übersetzung des Tatian erscheint ein adj. riob, leprosus. Graff belegt auszerdem zwei f., hriubi, scabies und hriuua, pestis. dem ahd. riob entspricht in gleicher bedeutung ags. hreóf, altn. hrjúfr; vgl. auch altn. hryfi, n. räude, krätze, hrufa, f. rauhe oberfläche, schorf, ags. hrŷfing, f. schorf, lasche. litauische verwandte dieser sippe verzeichnet Fick4 1, 393. hd. rufe ist in das romanische übergegangen, ital. rufa, schorf, unsauberkeit, franz. rofée; näheres s. bei Diez4 277. im mnd. ist die form rove belegt, sanies glossierend Dief. 511a; ruffe, roffe (hier als masc.) crusta ulceris Schottel 1388. robe, f. in der gegend von Fallersleben Frommann mundarten 5, 290. robe, rowe im lippeschen. 6, 367. im brem. wb. rave 3, 440; rafe, rave, râf, rofe, rove, rôf ten Doornkaat Koolman 3, 5a (s. oben rawe sp. 322). in der grafschaft Mark rüef als n. Woeste 219b. mnld. roof, roofken, rappe van de wonde, crusta, crustula vulneris. Kilian. hess. rop, dimin. röppchen, schorf einer wunde (Vilmar 330), ist wol mit nld. rappe, hd. räpfe zusammenzustellen (s. oben sp. 114. 117. Schm. 2, 130). 11) lasche, schorf über einer wunde, einem geschwür, einer beule u. ähnl.: bis die wund beschloszen wirt mit einer rufen. Mynsinger bei Lexer mhd. wb. 2, 533; der vierte syn ist, das man die adern verprenn, auff das da ein estra, das ist ain rufen oder zuorümpfung der adern geschicht. Braunschweig chir. (1498) 25b; das verursachet denn, dasz man kein fretz noch hitzig arznei, damit man ein rufen überziehen wolte, brauchen solle. Celsus (1531) 76a. sprichwörtlich: es würt nit on ruoffen heylen, es ist kein nutzen, dabei nicht ein schaden. Franck 1, 15a; wann nun auf den schaden und blatern rufen worden seind, so bestreich sie mit volgender salbe. Wirsung arzneib. (1572) 517; also ist schrepfen nichts anders, als ein rufen abreiszen, die blutet auch auf ein zukünftige rufen. Paracelsus (1589) 5, anh. 95; man soll die fistel mit brennenden cauterien brennen und eine artzenei vom lebendigen kalck darein stecken, bisz der rufen von jm selbs abfällt. Sebiz feldbau 158; und so ein rufen auff dem schaden wird, [] so schmirt dieselbe mit butter, bisz sie sich selbst erhebt und herab fellt. Seuter rossarzn. 353; schmier den ort acht tage nach einander, bis die krust oder rufe herab fallt. Uffenbach neues rossb. (1603) 2, 258; ein gutes sälblein, das die rüffen von den beulen und allen schäden hinweg nimbt. Tabernaemont. kräuterb. 603 C; ein subtiler fladen von einem ersten bienstock einem in kindsblattern liegenden patienten über das gantze angesicht gelegt, und bisz es selber herab gehet darauf gelassen, verhütet es vor den maasen und gehet bey der heilung mit samt der gantzen rifen ohne verletzung des fells herab. Hohberg 2, 399a; die äuszere rinde des gewächses ist wie eine rüffe einer wunde. Muralt eidgen. lustg. 7. von kopfausschlag, grind, krätze: ein pleichen mundt, trieffende ohren vill rufen hiengen an jren horen. Thurneisser archidoxa (1575) 4; ich geb dir nit ein böse krumme gufen, ja nit ein lus us einer grinden rufen um din falschen ablasz und ban. N. Manuel 121; ihre freiheit ist, das ihnen die haar aus dem kopf fallen ohne kämpeln, und hergegen die ruffen im nacken haufenweise wachsen. Cocay teutscher labyrinth 90. blutrufen, geschwüre der pferde: wann ein rosz von natur einen hitzigen rucken hat, unnd da es warm wird under dem sattel, so wachsen alsdann die bluttrufen: nimb habernesseln und alt schmeer, binds darauff, so zeuchts die rufen heraus. Seuter rossarzn. 253. dimin.: rüffle und bützle oder eyssen, crustulae ulcerum. Maaler 337c; rîfli Hunziker 205; rüfichen Frisch 2, 132a; (sie) faszt den chruog peyn henden, mund und nass stiesz sey dar in, also wol smakt ir der wein. die weil sie drinn ein rufli vand, daʒ zuchcz her aus mit bloszer hand. Wittenweiler ring 35b, 7. 22) in alten glossen wird lat. rumex mit ruf übersetzt (vergl. Graff 4, 1155. mhd. wb. 2, 1, 788b. Dief. 503b. nov. gloss. 322a). mit rumex ist die grindwurz gemeint, die als heilmittel gegen grind und räude verwandt wurde. Tabernaemont. kräuterb. 825. 33) nach Adelung ist rufe in den blaufarbwerken die rinde, welche sich im hafen unter dem blauen glase setzt (s.ruff), eine schwarze poröse materie, welche beim farbenglasschmelzen entsteht. Jacobsson 3, 466a.
5711 Zeichen · 150 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    rufemhd. sw. f.

    Althochdeutsches Wörterbuch

    rufe mhd. sw. f. ( zum Ansatz vgl. Splett, Ahd. Wb. I,2,754 s. v. rufa sw. f. ), frühnhd. rufe ( vgl. Lexer, Hwb. 2,533 …

  2. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    rufest. F., sw. F.

    Köbler Mhd. Wörterbuch

    rufe , st. F., sw. F. Vw.: s. ruf

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Rufe

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Die Rufe , plur. die -n, eine rauhe Rinde. So wird in den Blaufarbenwerken die Rinde, welche sich unter dem blauen Glase…

  4. modern
    Dialekt
    Ruf(e)

    Elsässisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    PfWB LothWB RhWB Ruf(e) , Rüff [Rûfə f. S., daneben Rûf m. Olti. Hi. Urbis ; Rùfə f. Lutterb. ; Rùf f. Bf. K. Z. Han. ; …

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit rufe

49 Bildungen · 40 Erstglied · 8 Zweitglied · 1 Ableitungen

rufe‑ als Erstglied (30 von 40)

Rufe(n)flëck(eⁿ)

Idiotikon

Rufe(n)flëck(eⁿ) Band 1, Spalte 1190 Rufe(n)flëck(eⁿ) 1,1190

Rufe(n)g(e)sicht

Idiotikon

Rufe(n)g(e)sicht Band 7, Spalte 263 Rufe(n)g(e)sicht -ü- 7,263

Rufe(n)grind

Idiotikon

Rufe(n)grind Band 2, Spalte 767 Rufe(n)grind -ü- 2,767

Rufe(n)mūl

Idiotikon

Rufe(n)mūl Band 4, Spalte 181 Rufe(n)mūl 4,181

Rufe(n)naseⁿ

Idiotikon

Rufe(n)naseⁿ Band 4, Spalte 801 Rufe(n)naseⁿ 4,801

Rufe(n)schnorreⁿ

Idiotikon

Rufe(n)schnorreⁿ Band 9, Spalte 1278 Rufe(n)schnorreⁿ 9,1278

Rūfeªger

WWB

rufe·ager

Rū-feªger m. Person, die körperlich viel ertragen kann ( Kr. Lippstadt Lst An).

rūfeªmd

WWB

rū-feªmd Adj. (von Gewebe) grob, raufaserig ( Kr. Detmold Det Is).

rufechtig

DWB

ruf·echtig

rufechtig , adj. , mit einer rufe, einem harten überzug versehen ( s. DWB rufe und unten ruficht, rufig): die sind blatern wie die beulen, h…

Rufeleⁿ

Idiotikon

Rufeleⁿ Band 6, Spalte 673 Rufeleⁿ 6,673

rufelîn

Lexer

rufe·lin

rufelîn stn. dem. zum vorig. ruflî Ring 35 b , 7.

rufelīn

KöblerMhd

rufe·līn

rufelīn , st. N. nhd. kleiner Schorf Q.: Ring (1408/1410) E.: s. ruf, *līn? (2) W.: nhd. DW- L.: LexerHW 2, 533 (rufelîn)

rufenbart

DWB

rufen·bart

rufenbart , m. , schweiz. rüfebart, ausschlag an lippe und kinn. Seiler 242 b .

rufenberg

DWB

rufen·berg

rufenberg , m. bergmännisch eine unart, welche am zwitter ( zinnerz ) gefunden wird. Frisch 2, 132 a : was sich in klüfften oder am selband …

rufendung

DWB

rufen·dung

rufendung , f. verdeutschung von vocativ. Adelung : die ruffendung (casus vocativus) mangelt in beyden geschlechtwörteren. Schottel 227 .

Rufendutz

RhWB

rufen·dutz

Rufen-dutz rīwədots Kobl-Cobern Bisholder m.: verächtl. Kopf mit Ausschlag u. einer mit einem solchen R.

rufengesicht

DWB

rufen·gesicht

rufengesicht , n. gesicht voller rufen, schorfe, blattern, unreinigkeiten. Birlinger wörterbüchl. z. volksth. aus Schwaben 78 . s. DWB rufen…

rufengrind

DWB

rufen·grind

rufengrind , m. kopfgrind ( s. DWB rufe ), dann schimpfname. Tobler 368 b .

Rufenkater

RhWB

rufen·kater

Rufen-kater refkdər Bitb-Bollend m.: verächtl. ein mit Ausschlag am Munde, Kopf, mit Pocken Behafteter.

Rufenknütteler

RhWB

Rufen-knütteler rīwəgnetələr Koch-Lutzerath m.: dass.

Rufenkopf

RhWB

rufen·kopf

Rufen-kopf (s. S.) rīwə- Kobl , May , Aden , Neuw ; ref- Trier-Kenn ; rof- Eusk-Antw m.: verächtl. K. mit Ausschlag, Grind, einer mit solche…

rufenmaul

DWB

rufen·maul

rufenmaul , n. ausschlag um mund und kinn ( s. DWB rufe ). Birlinger wörterbüchl. z. volksth. aus Schwaben 78 . Hunziker 205 .

Rufenniles

RhWB

rufen·niles

Rufen-niles refnīləs Prüm-Feuerschd m.: verächtl. ein mit Ausschlag, Grind Behafteter.

Rufenpeter

RhWB

rufen·peter

Rufen-peter rīwəpidər Goar-NSpay ; rēwə- Neuw-Breitschd ; ryfəpitər Köln-Rodenk m.: dass.

Rufens

PfWB

ruf·ens

Rufens n. : ' Rufen '. Es geht e' Rufes dorch die Nacht / Zu Laut're leis erum [ Schandein Ged. 145].

rufe als Zweitglied (8 von 8)

Aufgerufe

RhWB

auf·gerufe

Auf-gerufe opgərō:f Aden ; -ruft Borler Hausten ; -ruf Bodenb ; -gərōfə Siegld f.: kirchl. Eheverkündigung.

barufé

LDWB1

bar·ufe

barufé [ba·ru·fẹ́] vb.intr. (barüfa) 1 sich prügeln, sich raufen ( → fá vera, se dé striches) 2 ‹pop› zanken, streiten.

brandrufe

DWB

brand·rufe

brandrufe , m. scabies ex ustione orta, brandschorf: so ist ferner von nöten, das man die brandrufen, so aus dem etzen und brennen folgen, z…

eiterrufe

DWB

eiter·rufe

eiterrufe , f. scabies purulenta. Pinter 423 , vgl. ahd. hriub scaber, leprosus, hriubî und hruf scabies, lepra.

gerufe

DWB

ger·ufe

gerufe , geruf , mit umlaut gerüfe , gerüf , n. , subst. verb. zu rufen, mhd. geruofe, md. gerûfe, nd. gerôpe Schiller-Lübben 2, 73 b . ten …

grindrufe

DWB

grind·rufe

grindrufe , f. : grindrufe, -raude, -rinde chiazza, crosta di rogna Kramer teutsch-ital. 1, 566 a . —

strufé

LDWB1

strufé [stru·fẹ́] I vb.tr. (strüfa) reißen, entreißen, ruckweise ziehen II vb.intr. zurückprallen, zurückschnellen, zurückschlagen ( → LDWB1…

wachsrufe

DWB

wachs·rufe

wachsrufe , f. im pl. kopfausschlag, kleine geschwüre mit eiter auf dem kopfe, theilweise gelb gefärbt, ähnlich dem wachsgrind, aber kleiner…

Ableitungen von rufe (1 von 1)

gerufe

DWB

gerufe , geruf , mit umlaut gerüfe , gerüf , n. , subst. verb. zu rufen, mhd. geruofe, md. gerûfe, nd. gerôpe Schiller-Lübben 2, 73 b . ten …