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zwieback

nhd. bis spez. · 12 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

zwieback m.

Bd. 32, Sp. 1127
zwieback, m., ein trockenes gebäck, das zweimal gebacken ist, damit es haltbar und leicht verdaulich wird; vgl. mhd. und frühnhd. piscot (: min piscot, der ist herte der Tannhuser 121 Siebert), biscot (: hie hatten wir unsz biscott, tzweier gebacken broyt all uffgessen Arnold v. Harff pilgerf. 119 Gr.) zu ital. biscotto, mlat. biscoctus, frz. biscuit und siehe unten unter zwiebacken. im 15. jh. als zweigeback bezeugt, vgl. Kölner zunfturk. 1, 14 Loesch. mnd. mit zwei- als tweback bei Schiller-Lübben 4, 635b, von dorther mnl. tweeback Verwijs-Verdam 8, 799, n. tvebak Falk-Torp 2, 1302. im frühnhd. erscheinen zweiback (s. d.) und zwieback, vereinzelt zwierback, so bei J. W. v. Stubenberg Eromena (1656) 103. neben den gebräuchlichen pluralen zwiebacke, zwiebäcke, vgl. Hoffmann v. Fallersleben leben 3, 317, W. v. Polenz Büttnerbauer (1895) 52, stehen im frühnhd. schwache plurale, z. t. mit -ch- für -ck- (vgl.backen teil 1, 1065), vgl. unten zwibachen H. Sachs 5, 335 K.; zwibachens Grimmelshausen 2, 426 K.; zwibackens P. della Valle reisebeschreib. (1674) 1, 114; doch vgl. dazu die participialform: zwiebackens im vollmond vonn guten ... mehl backen, währt übers jahr Hohberg georgica curiosa (1682) 1, 111. früh für ein feineres backwerk aus kuchenartigem teig, wie sich aus dem zusammenhang ersehen läszt: speckkuchen, fladen, zwibachen, leckuchen H. Sachs 5, 335 Keller; zicht darauf aus seinem sack zucker, mandel und zwieback Abr. a s. Clara narrennest 3 (1753) 101; die liebwehrteste gesellschaft, die ... sich recht vergnügt ... bey einen zwieback und glasz wein aufgehalten Ettner v. Eiteritz med. maulaffe (1719) 3; solche complimente macht ein dorflümmel, wann er seiner Grete einen zwieback aus der stadt mitbringet Gottsched dtsche schaubühne 4, 455; feiner zwieback, makronen, zuckerplätzchen Joh. Nik. Götz verm. ged. (1785) 1, 62; man bot ihm eine tasse chocolade an, wozu ihm die baronesse selbst den zwieback reichte Göthe I 21, 266 W.; vgl. 24, 67; so bis weit ins 19. jh. hinein: indem er aus dem eingeschenkten glase nippte und etwas zwieback dazu genosz E. T. A. Hoffmann s. w. 4, 7 Gr.; frische blumen ... neben den zwieback in einer vase auf den kaffeetisch zu stellen Gutzkow ritter v. geiste (1850) 4, 397; so dasz ... die mägde genug zu laufen hatten, um (zur kaffeegesellschaft) kuchen und zwieback zu holen G. Keller ges. w. (1889) 4, 261. heute in der regel für den leichtverdaulichen zwieback, insbesondere für kinder und kranke: er (der kleine Lothar) iszt aber auch alle tage sechs zwiebäcke und trinkt anderthalb masz milch dazu Levin Schücking an A. v. Droste-Hülshoff br. 330; vgl. schon: (den säugling) mit zwiebackbrey ... zu nähren allg. dtsche bibl. 87 (1788) 141. anderseits seit alters als grober zwieback, der aus brotteig gebacken und in vorräten gehalten wird: es war auch kein vorrath an meel, brod, zwiback und dergleichen lebens-mittel vorhanden frz. Simpliz. (1683) 526; nichts als harten zwanzigjährigen zwieback und fleisch Miller Siegwart (1777) 2, 319; es hängen da (beim Tiroler bauer) in schwebenden leisten die zwiebacke (als vorrat) L. Steub drei sommer in Tirol 2 (1895) 253; insbesondere für seefahrer und soldaten: aber an der sardinischen seeküste habe er etliche fischer angetroffen ... so ihme mit zwierback und einem amper süszes wassers geholffen J. W. v. Stubenberg Eromena (1656) 103; ohne dass ich auch Hamburger zwibachens (in das getränk) hätte weichen sollen Grimmelshausen 2, 426 Keller; unsere mahlzeit war ... von zwibackens ..., mandeln, datteln P. della Valle reisebeschr. (1674) 1, 114; ward ihnen eine grosze kanne mit wasser und etwas verschimmelten zwybacks gebracht Happel akad. roman (1690) 987; (die werber) hätten mich aufs erste beste ostindische schiff geschleppt. dort tunkte ich schwarzen zwieback in faules wasser, jetzt tunke ich weiszen zwieback in tokayer H. Beck d. schachmaschine (1798) 40; die brotfrucht und yams ... bekamen uns besser als unser wurmstichiger zwieback J. G. Forster s. schr. (1843) 1, 222. in vergleichen: in seinem hirne, das so trocken ist wie überrest von zwieback nach der reise Shakespeare 4 (1799) 210; (von abschiedsworten) leer und armselig, trocken wie zwieback Varnhagen v. Ense tageb. (1861) 2, 33. sprichwörtlich: das glück gibt dem zwieback, der keine zähne hat Düringsfeld sprichw. (1875) 1, 141b. —
4388 Zeichen · 126 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Zwieback

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Der Zwieback , des -es, plur. die -e, zwey Mahl gebackenes, und daher sehr trockenes Brot, so wohl von grobem Mehle für …

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Zwieback

    Goethe-Wörterbuch

    Zwieback [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Zwieback

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Zwieback ( Schiffszwieback ), Gebäck aus kleiefreiem Weizen- oder Roggenmehl, oft mit Eiern, Salz und Kümmel. Man bereit…

  4. modern
    Dialekt
    Zwieback

    Bayerisches Wörterbuch · +3 Parallelbelege

    Zwieback Band 1, Spalte 1,826

  5. Sprichwörter
    Zwieback

    Wander (Sprichwörter)

    Zwieback 1. Die lübner Zwiebacke sind gut, aber die baseler sind besser. 2. Sich ohne Zwieback einschiffen. Etwas ohne d…

  6. Spezial
    Zwieback

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Zwie|back m. (-[e]s,-e/...bäcke) 1 biscoti m.pl. 2 sones biscotades f.pl.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit zwieback

8 Bildungen · 8 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Zerlegung von zwieback 2 Komponenten

zwie+back

zwieback setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

zwieback‑ als Erstglied (8 von 8)

Zwiebackblume

Campe

zwieback·blume

♁ Die Zwiebackblume , Mz. — n , bei Planer der Name einer indischen Pflanze, deren fünfblattige Blumen zwei kurze, nach der obern Seite geri…

zwiebacken

DWB

zwie·backen

zwiebacken , adj. , vgl. zweibacken, sp. 983: so haben wir auch erobert und zu handen gebracht ... sehr viel zwiebacken brodt, biscot genant…

zwiebackfasz

DWB

zwie·backfasz

zwiebackfasz , n. : so wiesz man mir unter den zwiebackfässern einen ort an, wo ich mich verstecken ... konte Th. Gage neue reisebeschreib. …

zwiebackscheibe

DWB

zwieback·scheibe

zwiebackscheibe , f. : lange rahmen, auf welchen die dünnen steinharten zwiebackscheiben aufgereiht sind Steub drei sommer (1895) 2, 131 . —

zwiebacksüpplein

DWB

zwieback·suepplein

zwiebacksüpplein , n. , übertragen: nach der julirevolution stoszen wir auf eine ganze schar von schriftstellerinnen, welche das junge Deuts…