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schlick

nhd. bis sprichw. · 13 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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17 in 13 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

schlick m.

Bd. 15, Sp. 675
schlick, m. 11) schlamm, kot, schlammartige masse; ursprünglich ein nd. wort und erst in neuerer zeit ins hochd. eingedrungen. mnd. slik und slick Schiller-Lübben 4, 238b, mnld. slijc, n. (Reinaert), slijck, coenum, lutum Kilian, neunld. slijk und slik. im neueren nd. wird das wort fast überall mit verkürztem stammvocal gesprochen, vgl. brem. wb. 4, 828. Schütze 4, 121. Danneil 195a. Schambach 194b. Mi 80b. Woeste 240a. Frommann 5, 293, aber ten Doornkaat Koolman bezeugt slîk 3, 198a. das wort gehört zu dem alten starken verb. slîkan und bezeichnet ursprünglich eine glatte, schleimige, schlüpfrige masse. zu vergleichen sind altnord. slíkr, glitschig, glatt, mittelengl. slike, slyke (neuengl. slick, sleek). dem nd. slîk, slick entspricht mhd. slîch, slich, s. mhd. wb. 2, 2, 397a. Lexer mhd. handwb. 2, 973. Graff 6, 786, ferner oben schleich sp. 560 und schlich sp. 661. in nd. form: der neunt haist Schlick, der zechent Dreck. fastn. sp. 337, 25; schlikk, m. lutum Schottel 1401, schlick, der, sin. pl. lutum, limus, fex, sedimen, coenum, et eluvies Stieler 1850. Adelung bezeichnet das wort als vorwiegend im nd. üblich. schlick ist in die neuere schriftsprache hauptsächlich in der anwendung aufgenommen, dasz es den schlamm bezeichnet, der bei zurücktretendem wasser entsteht, besonders den marschbildenden schlamm. 1@aa) im nd. und dem hochd. nd. gegenden in allgemeiner anwendung für schlamm, kot, dreck: cenum, slic, slijc Dief. 113a, limus, lutum, slijck 330c. 340c; do spech S. Marcus uppe dat ertrike unde makede enen slyck unde besmerde eme sine hant darmede. quelle bei Schiller-Lübben 4, 238b; dat (blut der verdammten) wil god vorstorten alzo vulen slyek unde ere vlesch alzo drek. ebenda; he brachte se eyns by eynen dyck unde heeth se waden in den slyck. Rein. Vos 5634; der Denen blef so vele dod, de legen dar an dem slike. Liliencron hist. volksl. 2, 447b; gistern weren se alle rike: nu steken se hier in dem schlicke. 456b. bildlich: dat dat beghere des eerdischen slykes my nicht besla. quelle bei Schiller-Lübben 4, 239a. von der verächtlichen bedeutung des wortes gehen wendungen wie die folgende aus: hirumme scheme di, slik unde drekhôp, dattu boven dinen heren di vorhevest. des dodes danz 1624. 1@bb) besonders, und so auch in der hochdeutschen schriftsprache, der schlamm, den zurücktretendes wasser hinterläszt, 'der im brakischen wasser entstehende fette meeresschlamm, aus dem der marschboden sich bildet' ten Doornkaat Koolman 3, 198a, vgl. brem. wb. 4, 828. Jacobsson 3, 628a: dergleichen eroberungen, die man wider die Nordsee erhalten hat, werden je länger je gemeiner, und die kunst hat eigne regeln erfunden, wie nach und nach der schlick gefangen und endlich zum festen lande gemacht werden kann. Haller 46 Hirzel; mehrere verfaulte pflanzen geben einen entschiedenen färbestoff, dergestalt dasz der schlick an seichten stellen groszer flüsse als farbematerial benutzt werden konnte. Göthe 53, 11; worauf sich nach und nach, bei rücktretendem wasser, schlamm und schlick absetzte. 60, 142; auf dem über der ebbe erhobenen schlick der watten. Niebuhr kl. schr. 1, 70. freier: verwittrung, staub und regenschlick. Göthe 13, 284. 1@cc) landschaftliches und besonderes: schlick bezeichnet den schlammigen überzug, den alles erhält, was längere zeit im wasser gelegen hat; den schleim auf der haut der aale und anderei fische Danneil 195b; das vom schleifstein ablaufende, mit dem abfall sich vermischende wasser Campe. nd. korrespondenzblatt 13, 85; schmiere an wagenachsen Danneil a. a. o.; 'das schmierige zeug an spinnrädern, da wo sich das rad und die spule umdrehen' Campe. 22) zum verb. schlicken (s. dieses 1) gebildetes masc., einmaliges schlucken, soviel als man auf einmal herunter schluckt, bissen, schluck. nur in älterer sprache gebräuchlich, s. mhd. wb. 2, 2, 396b. Lexer mhd. handwb. 2, 973: süeʒer slic hât sûren slac (smac Schmeller 2, 505). renner 752. süszer schlick, saurer schlack. Agricola bei Wander sprichwörterlexicon 4, 239. von einer person im sinne von fresser, schlemmer: ir sît ein slic (s. die lesarten), ein slunthart unde ein ougenschalc. minnes. 3, 110b Hagen. vgl. Graff 6, 786, slick (und slock), helluo Kilian. landschaftlich im sinne von schlucken, singultus Woeste 240b; so glossiert auch Hulsius: schlick, m. le hoquet, singulto. diction. 1616 s. 511, vgl. schlicken 1 und schlicksen. 33) besonderes: 3@aa) schlick, m. bezeichnet ein der länge nach ausgezogenes flachsbündel, einen langen haarzopf Schmid 467; nach Stalder 2, 329 auszerdem auch eine schlinge, masche (der schlick ist in manchen gegenden auch eine 'binde, ein strick' Campe); schlick heiszt bei den webern die schleife (auge, häuschen), durch die ein oder mehrere kettenfäden gezogen werden Karmarsch-Heeren3 1, 239. ist ein zusammenhang mit schlinke möglich? 3@bb) im bernsteinhandel wird mit schlick, schluck ein schlechter, unreiner bernstein bezeichnet Frischbier 2, 289a, vgl. Nemnich unter succinum. s. auch schlug, schluck. 3@cc) in der kindersprache heiszt die ente schlick, schluck, schluckle Schmid 465, nach dem lockrufe schlick, schlick Frisch 2, 198b. Schm. 2, 505; s. schlicklein 2. 3@dd) trüber fleck? (nach schlick 1?): das (kind) wart geschossen mit aim klainen hültzenn pfeyl, das im der stern des augen versert wart, das man ain schlick darinnen sah. Braunschweig chir. (1539) 47b.
5454 Zeichen · 126 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Schlick

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Der Schlick , des -es, plur. doch nur von mehrern Arten, die -e, ein besonders im Niederdeutschen übliches Wort, fetten,…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Schlick

    Goethe-Wörterbuch

    Schlick nach dem Ablaufen des Wassers größerer Gewässer zurückgebliebene zähflüssige (u mit abgestorbenen Organismen ang…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Schlick

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09) · +2 Parallelbelege

    Schlick , seiner Tonschlamm, s. Marschland .

  4. modern
    Dialekt
    Schlick

    Elsässisches Wb. · +5 Parallelbelege

    Schlick [ʿSlik Wh. ] Lockruf für Enten; Demin. Pl. Schlickle n junge Enten und Gänse. — Bayer. 2, 505.

  5. Sprichwörter
    Schlick

    Wander (Sprichwörter)

    Schlick Süsser schlick, saurer schlack. – Agricola II, 325.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schlick

108 Bildungen · 103 Erstglied · 1 Zweitglied · 4 Ableitungen

Zerlegung von schlick 2 Komponenten

sch+lick

schlick setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

schlick‑ als Erstglied (30 von 103)

Schlick I

SHW

Schlick I Band 5, Spalte 431-432

Schlick II

SHW

Schlick II Band 5, Spalte 433-434

schlickeln

SHW

schlick-eln Band 5, Spalte 433-434

schlickern

SHW

schlick-ern Band 5, Spalte 433-434

Schlickert

SHW

Schlick-ert Band 5, Spalte 433-434

Schlickes

SHW

Schlick-es Band 5, Spalte 433-434

Schlicksel

SHW

Schlick-sel Band 5, Spalte 433-434

schlickbalken

DWB

schlick·balken

schlickbalken , m. die querbalken, auf denen der schleusenboden aufliegt. Jacobsson 3, 628 a ; zu schlick 1.

schlickboden

DWB

schlick·boden

schlickboden , m. boden, der aus schlick besteht oder solchen enthält Campe ; s. schlick 1, b.

schlickdamm

DWB

schlick·damm

schlickdamm , m. ein damm, der ablagerung von schlick bewirken soll Jacobsson 3, 628 a .

schlickdeich

DWB

schlick·deich

schlickdeich , m. deich, der ' kein anderes vorland, als kahlen unbegrünten schlick ' hat Jacobsson 3, 628 a ; im brem. wb. 4, 829 ist aber …

schlicken

DWB

sch·licken

schlicken , verb. 1 1) schlingen, schlucken ( s. oben unter schleck, m. sp. 547), ahd. sliccen Graff 6, 786 , mhd. slicken, slichen mhd. wb.…

Schlickenfischbach

PfWB

schlicken·fischbach

Schlicken-fischbach ON : fiktiver Ortsname zur Bezeichnung einer entlegenen Gegend im Westrich. Er is aus Schlickefischbach [ LU-Opp ].

schlicken I

RhWB

schlicken I -i- = schleichen II (s. d.).

schlicken II

RhWB

sch·lickenii

schlicken II das Wort ist in Bed. 1 Rhfrk, Mosfrk an der Saar, Mos in Trier bis Bernk , Wittl , Bitb , Prüm , WDaun (also WMosfrk), Rip u. E…

Schlickentaler

DRW

schlicken·taler

Schlickentaler, m. Joachimstaler, ein Guldengroschen (I), den die Grafen Schlick ab 1518 im böhm. Joachimsthal aus dem Silber ihrer Minen pr…

schlickenthaler

DWB

schlicken·thaler

schlickenthaler , m. thaler, den die grafen von Schlick in der ersten hälfte des 16. jahrh. zu Joachimsthal in Böhmen prägten Jacobsson 3, 6…

schlicker

DWB

sch·licker

schlicker , m. 1 1) zu schlicken, schlingen, schlucken gebildet: gluto, glutor, slicker, schlicker Dief. 266 c , nd. slikker, näscher ten Do…

schlickerei

DWB

schlicke·rei

schlickerei , f. , nd. slikkerije, leckerei, näscherei. brem. wb. 4, 830, s. schlickern 6.

schlickerer

DWB

schlick·erer

schlickerer , m. , zu schlickern gebildet, einer der beim gehen dreck um sich schleudert oder auch einer, der mit händen oder füszen beim ge…

schlick als Zweitglied (1 von 1)

Ableitungen von schlick (4 von 4)

Beschlickung

GWB

Beschlickung als Phase in der Erdbildung Letzte B. Weichende Ebbe und Flut N13,300 MinGeol Plp Var Caroline Vollmann C. V.

geschlick

DWB

geschlick , n. weicher brei, collectivbildung zum masc. schlick mit anklang an geschleck ( vgl. nassauisch geschlicks, leckerbissen Kehrein …

schlicke

DWB

schlicke , f. loch, öffnung, vermutungsweise aufgestellt bei Lexer mhd. handwb. 2, 974 : wo slicken in den zinen sint, das die zuo gemacht w…

verschlicken

DWB

verschlicken , verb. verschlammen, niederd. zeitwort, welches in seiner alten unverschobenen form ins hochd. herübergenommen worden ist, zu …

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APA
Cotta, M. (2026). „schlick". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 13. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/schlick/dwb
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Cotta, Marcel. „schlick". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/schlick/dwb. Abgerufen 13. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „schlick". lautwandel.de. Zugegriffen 13. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/schlick/dwb.
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