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schluck

nhd. bis spez. · 12 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

schluck m.

Bd. 15, Sp. 798
schluck, m. einmaliges schlucken, so viel als man auf einmal hinunter schluckt. II. im mhd. ist mit dieser bedeutung ein fem. sluc, gen. slücke bezeugt mhd. wb. 2, 2, 415b. unser nhd. schluck, m. ist entweder aus diesem entstanden, indem die analogie von slic, m. (s. oben schlick 2, sp. 676) einen wechsel des geschlechts unterstützte, oder erst zum verb. schlucken neugebildet. schluck wassers oder weyns, haustus, aquae, vini Maaler 356d; klein schlück trincken, exiguis haustibus bibere. ebenda; schluck, m., une prise Hulsius diction. (1616) 285a; schlukk, m. bolus, bouchee, mund voll Schottel 1402, vgl. Steinbach 2, 453. Frisch 2, 202a. veraltet ist im nhd. schluck im sinne von singultus, wofür der schlucken eingetreten ist, wie auch in dieser hinsicht der gebrauch des verbums schlucken in der neueren sprache eingeschränkt wurde: schluck, singultus Dief. nov. gl. 340a; der schluck, singultus Schottel 1402; als landschaftlich: schluck, pro rülps, ructus Steinbach 2, 453, vgl. Woeste 241b. bei Maaler ist schluck noch in einer anderen bedeutung bezeugt: schluck (der) die kälen, gula; der schluck zuo oberst an der gurgel, frumen 356d; so noch schweiz. für schlund, speiseröhre Stalder 2, 331. Hunziker 224. Seiler 256b. vielleicht hat sowol hier wie bei dem vorhergehenden schluck, singultus verkürzung aus schlucke stattgefunden. im nd. finden wir verwandte, aber nicht direct entsprechende bildungen: mnd. slôk, sloke, kehle, schlund, schluck, trank oder bissen, schmaus, gelage Schiller-Lübben 4, 247a (einem mhd. slouch, slouche entsprechend). slök, slöke, m. brem. wb. 4, 845, slök Dähnert 431a. Strodtmann 214, vgl. auch: sluke, f. schlund (zu slûken, mhd. slûchen, nhd. schlauchen) brem. wb. 4, 846; sluuk (daneben aber auch sluk), kehle, hals des schornsteins Strodtmann 215; sluuk, slunk, slük'r, speiseröhre Danneil 196b; sluke, slûk, kehle, kehlkopf, schlund, speiseröhre ten Doornkaat Koolman 3, 213a. Stürenburg 224a. Frommanns zeitschr. 6, 479, s. oben schlauch sp. 505; in gleichem sinne sliek Schütze 4, 124. nd. sluck, m. wird in gleicher bedeutung wie hochd. schluck gebraucht, vgl. Dähnert 432a. Schütze 4, 123. Schambach 195b. Danneil 196a. Woeste 241b. Mi 81a. ten Doornkaat Koolman 3, 213a; nld. slok, m. schluck; slock, gula, rumen, frumen, fauces, et barathrum, vorago, gurges; slock, haustus; slock vel slocker, helluo, vorax Kilian (zu slock in der letzten bedeutung vgl. ahd. sluhho, consumtor Graff 6, 786); n. slug zu sluge, verb. der plur. zu schluck wird mit und ohne umlaut gebildet: klein schlück trincken Maaler 356d; wenn man .. in einem odem 3. schlücke oder söffe thut. rockenphilosophie 69; nachdem der ewige jude durch etliche schlücke sich erholt hatte. Hauff memoir. d. satans 1, 14; ich nehme in solchen fällen einige schlücke schnaps. Felder sonderl. 2, 237; vier schlücke eines aus rhabarber und ähnlichem zeuge gebraueten getränkes. Kosegarten rhaps. 3, 199. den umlautslosen plural bezeugt Steinbach 2, 453; ein paar kräftige schlucke. Kosegarten rhaps. 2, 62; er .. trank schlucke aus Antons reiseflasche. Freytag soll u. haben 1, 399. IIII. gebrauch. II@11) vereinzelte belege für verlorene bedeutungen; im sinne von kehle (s. unter I): der trunck spricht im halsz: gluck, gluck, gluck. zuletst aber zerbricht er den schluck. Sutor Argos (1740) 261. schluck für schluchzer, einmaliges schluchzen (vgl. schlucken): mit groszer mühe kan das arme fräwlein sprechen, dieweil die heiszen schlück' jhr jhre wörter brechen. Dietr. v. d. Werder Ariost 12, 90, 2. II@22) handlung des schluckens, einmaliges schlucken: auf einen schluck aus trinken, uno haustu ebibere Steinbach 2, 453; beim ersten schlucke schmeckte ich was es war. Campe; bei jedem schlucke sieht er ihn schüttern. Droste-Hülshoff 1, 273 Schücking. er hat einen guten schluck am leibe, einen guten zug, er trinkt in kräftigengen. dä hett e schluk wie nes olts stiefelror. Seiler 256b. besonders gebräuchlich ist die wendung einen schluck thun: wenn man .. in einem odem 3. schlücke oder söffe thut. rockenphil. 69; (indem er) einen kräftigen schluck daraus (aus der flasche) that. Schiller 4, 75; ein jeder thuo ein schluck, so gadt der schrecken allen zruck. spil wie man die narren beschw. soll (1554) D 8a; er ist ein mann von vielen graden, der manchen guten schluck gethan. Göthe 12, 131. die Pommern haben von alters her den ruhm des starken zuges. Wander sprichw.-lex. 4, 248 (ein pomerischen schlurck: fein lange züg wie die polnischen geiger). taubenschlücke, kurze, sich geschwind folgende schlücke: darauff ers jme noch eynmal vol eynschencken laszt, und dasselbig in geschwinden taubenschlücken in seinen weiten weinkessel und bierstiffel schüt. Fischart bienenk. 158b. weit seltener vom schlingen fester stoffe: ein solcher löwe weisz nichts von manier; er braucht nur einen schluck und einen druck, so ist ein mann gespeist. Wieland 11, 67 (1855); in diesem zusammenhange wird auch sonst druck und schluck verbunden: das rosz mit sporn und hufeisen schluck und druck verschlingen. Hebel schatzkästlein 108; es ist bei ihm ein schluck und ein druck, er kaut nicht, er schlingt nur. Wander sprichw.-lex. 4, 248. II@33) so viel als man auf einmal schluckt; hier und bei der unter 4 belegten anwendung ist schluck ganz auf das trinken eingeschränkt; häufig ist nicht gerade blosz die kleine quantität gemeint, die man auf einmal schluckt, sodasz ein übergehen in die freiere bedeutung (4) stattfindet: schluck wassers oder weyns, haustus, aquae, vini Maaler 356d. gewöhnlich wird wie bei fasz, flasche, glas das getränk ohne flexion hinzugefügt: vorauf einen schluck branntewein, den haben wir wohl verdient. Göthe 11, 99; sich auf tausend wegen einen schluck branntwein zu verschaffen. Keller 2, 95; nd. een slukk brannwiin Dähnert 432a. verbindung mit präpositionen: schluck aus der flasche; neman's an schluck von den rosoli. Hügel 139b; einen schluck nehmen, trinken: nu, wir möchten erst einen schluck trinken. Weisze kom. op. 3, 184; reicht mir einen schluck von euerm viertelsmeszlein Elmendinger herauf. Hebel 2, 218; einen schluck aus der flasche nahm ich ungeheiszen. Gotthelf bauernsp. cap. 10. in andern wendungen: abt (setzt sich): noch einen schluck. Göthe 8, 41; will der herr nicht auch einen schluck? Eichendorff (1864) 3, 85; hei! bairisch bier, ein guter schluck, sollt mir gar köstlich munden. Uhland ged. (1864) 345; als wir vergessen, wie ein schluck, ein brocken schmeckt. Rückert poet. werke (1882) 11, 474. übertragen: nur noch einen schluck aus diesem würzhaften luftstrom. Thümmel reise 8 (1803), 29. II@44) in behaglicher oder derber sprache für getränk überhaupt: hast nicht 'n schluck zur hand? Fr. Müller 1, 274; die sollen wir gleich an uns locken mit gutem schluck und guten brocken. Schiller Wallenst. lager 2. in Norddeutschland bezeichnet schluck geradezu den branntwein Schambach 195b. Mi 81a. Liesenberg 196. Albrecht 202b. Frommanns zeitschr. 5, 293. II@55) in eigenthümlicher übertragung: einen schluck auf etwas haben, nach etwas verlangen, lust zu etwas haben. Pfister ergänz. 1, 22.
7182 Zeichen · 166 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Schluck

    Adelung (1793–1801) · +9 Parallelbelege

    Der Schluck , des -es, plur. die -e, von dem Zeitworte schlucken. 1) Die Handlung des Schluckens, ohne Plural; doch nur …

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Schluck

    Goethe-Wörterbuch

    Schluck a das Herunterschlucken einer Flüssigkeit, eines Getränks; auch in Berührung mit Bed b; je einmal ‘einen S. aus …

  3. modern
    Dialekt
    Schluck

    Elsässisches Wb. · +5 Parallelbelege

    Schluck [ʿSlùk allg.; Pl. ʿSlek Co. U.; Demin. ʿSleklə Co. , –l u. –ələ U. ] m. 1. Schluck, Zug. Nimm noch e S.! Ruf. E …

  4. Sprichwörter
    Schluck

    Wander (Sprichwörter)

    Schluck 1. Ein guter Schluck schadet dem Fasten nichts. Ein freisinniges Mönchssprichwort. Die Fastenzeit war recht eige…

  5. Spezial
    Schluck

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Schluck m. (-[e]s,-e) 1 bocia (boces) f. 2 (kleine Menge) bocia (ces) f. ▬ Schluck Wasser bocia d’ega f.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schluck

116 Bildungen · 101 Erstglied · 9 Zweitglied · 6 Ableitungen

Zerlegung von schluck 2 Komponenten

sch+luck

schluck setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

schluck‑ als Erstglied (30 von 101)

Schluck I

Idiotikon

Schluck I Band 9, Spalte 529 Schluck I 9,529

Schluck II

Idiotikon

Schluck II Band 9, Spalte 540 Schluck II 9,540

Schluckauf

SHW

Schluck-auf Band 5, Spalte 467-468

schlucksen

SHW

schluck-sen Band 5, Spalte 467-468

schluckart

DWB

schluck·art

schluckart , m. gefräsziger mensch Apherdian. bei Frisch 2, 202 a ; ebenso ist zu slurken, schlürfen, schlucken der name Slurchart gebildet …

schluckauf

DWB

schluck·auf

schluckauf , m. imperativische bildung, der schlucken, das wiederholte krampfhafte aufstoszen ( s. schluckopf): weil du viel getrunken hast …

Schluckber(i)

Idiotikon

Schluckber(i) Band 4, Spalte 1472 Schluckber(i) 4,1472

schluckbruder

DWB

schluck·bruder

schluckbruder , m. schwelger, trunkenbold: einer, der was geerbet, und viel mit den schluckbrüdern .. umbgegangen ist. Olearius pers. rosent…

Schluckchelleⁿ

Idiotikon

Schluckchelleⁿ Band 3, Spalte 202 Schluckchelleⁿ 3,202

Schluckdägeⁿ

Idiotikon

Schluckdägeⁿ Band 12, Spalte 1097 Schluckdägeⁿ 12,1097

schluckebier

DWB

schlucke·bier

schluckebier , m. imperativische bildung, einen starken trinker bezeichnend, jetzt noch als eigenname lebend. gramm. 2, 1020; ähnlich gebild…

Schluckein

RhWB

schluck·ein

Schluck-ein -in Rees-Esserden m.: einer, der Fleisch udgl. ohne Zukost isst.

Schluckel

PfWB

Schluckel m. : ' armer, bedauernswerter Mensch ', Schluckel (šlugəl) [ FR-Mörsch ]; vgl. Schlucker 3 a.

schlucken

DWB

sch·lucken

schlucken , m. singultus, aus einem älteren schwachen m. schlucke entstanden: er hat den schlucken, singultu afficitur Steinbach 2, 453 , nd…

Schluckenau

Meyers

schlucke·nau

Schluckenau , Stadt in Böhmen, 350 m ü. M., nahe der sächsischen Grenze, an der Linie Rumburg-Nixdorf der Böhmischen Nordbahn, Sitz einer Be…

Schluckentcher

RhWB

Schluck-entcher Koch-Eller Pl. n.: Bienensaug, Taubnessel, lamium, so genannt, weil die Kinder den Honig aus den Blüten ‘schlucken’.

schluckenwehrrohr

DWB

schluckenwehrrohr , n. pflanzenname, levisticum officinale Pritzel-Jessen ( Schweiz ).

schluck als Zweitglied (9 von 9)

Chämi(n)schluck

Idiotikon

Chämi(n)schluck Band 9, Spalte 532 Chämi(n)schluck 9,532

Chüeschluck

Idiotikon

Chüeschluck Band 9, Spalte 532 Chüeschluck 9,532

Tūbe(n)schluck

Idiotikon

Tūbe(n)schluck Band 9, Spalte 532 Tūbe(n)schluck 9,532

Wasserverschluck

Idiotikon

Wasserverschluck Band 9, Spalte 532 Wasserverschluck 9,532

Züri(ch)schluck

Idiotikon

Züri(ch)schluck Band 9, Spalte 532 Züri(ch)schluck 9,532

Ableitungen von schluck (6 von 6)

Beschlucken

Wander

Beschlucken He will Alles allein beschluck'n. – Eichwald, 1748.

erschlucken

DWB

erschlucken , glutire: der hund nagt am bein, wenn ers nicht gar erschlucken kan. Lehmann 1, 331 .

geschlucke

DWB

geschlucke , n. , subst. verb. zu schlucken, schluchzen: sie wolte noch was mehr ( sagen ), als sie vor thränen-rinnen, vor seuffzen und ges…

schlucke

DWB

schlucke , schwaches m. und f. 1 1) schlucke, m., singultus, s. schlucken , m. 2 2) von einer person, ahd. sluko, sluhho, consumtor Graff 6,…

verschlucken

DWB

verschlucken , n. : die modulation eines wohl angebrachten seufzerchens, das oft einem dunkeln oder müszigen ausdrucke erst den verstand gie…

verschluckung

DWB

verschluckung , f. 1) das hinunterschlucken, verschluckung eines knochens; übertragen: dissimulatio injuriarum, patientia, tolerantia simula…