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schlicken

nhd. bis Dial. · 6 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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7 in 6 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

schlicken verb.

Bd. 15, Sp. 676
schlicken, verb. 11) schlingen, schlucken (s. oben unter schleck, m. sp. 547), ahd. sliccen Graff 6, 786, mhd. slicken, slichen mhd. wb. 2, 2, 396b, mnd. slicken Schiller-Lübben 4, 238b, mnld. slicken, slocken Kilian, abligurire, slicken, schlicken Dief. 3c, absorbere, schlicken 5b, glutire, schlicken, slicken 266c, ligurire, schlicken, slicken 329b, singultare, schlicken 536c; devorantur, die man schlickt; glutio, ich schlick ein, verschling; deglutio, voro, devoro, pervoro, ich verschlick gar. Alberus; fressen, schlinden, verschlingen, schlicken, verschlicken. Henisch 1211, 53; schlikken, singultire, gurgitare, it. deglutire, vorare Schottel 1401. in der nhd. schriftsprache ist das wort gänzlich verschwunden, mundartlich (vgl. schlickern) ist es hier und da noch im gebrauche: nd. slikken, lecken. brem. wb. 4, 829, lecken, naschen Schütze 4, 121, lecken, leckend naschen oder schlürfen, putzend oder liebkosend belecken ten Doornkaat Koolman 3, 199a, vgl. Frommanns zeitschr. 4, 358, 10, oberd. im sinne von schlingen, verschlingen, schlucken Castelli 244. Hügel 139a, vgl. noch Schm. 2, 505. Birlinger 398a. ebenso in älterer hochd. sprache: wan iuch iwer vînt der tievel als ein ginnænder lewe suchet daʒ er iuch slich. Leyser pred. 18, 6; dâ mite (mit der verbotenen frucht des paradieses) slikten sie alle die vergift und alleʒ daʒ eiter, daʒ in dem slangen was. Berth. v. Regensburg 1, 153, 7; erwürgen, fressen und schlicken. Aventinus werke 1, 176, 35 (vgl. 215, 6); die zungentrescher, die mit einem mund blasen und schlicken können. S. Franck moriae encom. 39b; so geitzig vor den reubern die speisz hinein schlickten. chron. (1531) 39a; wie der arme huornsack die augen verwendt und schlickt nach dem tode. Alberus widder Jörg Witzeln mammeluken C 4a; schlicken sie (die kirschen) sambt dem kern herunter. Abr. a S. Clara närrinnen (1713) 90; die muken si lichent, die olbenden si verslichent. H. v. Melk erinner. 122; er schilt und spricht: wie sy schlickt. Cl. Hätzlerin 2, 75, 133; solch brocken musz ich alle schlicken. H. Sachs fastn. sp. 1, 121, 209 neudruck; kom, lieber, und schaw doch nur zu, wie hurtig der münch schlicken thu. 3, 26, 330; ich will den hasen jm wol spicken, das er den todt daran sol schlicken. 3 (1561), 1, 137d; würgen, und in sein rachen schlicken. 3, 2, 234d. vgl. noch Schm. 2, 505. Dief.-Wülcker 840. beliebt sind imperativische namenbildungen: Slickenwider meier Helmbrecht 1186, doctor Schlickenwurst fastn. sp. 214, 21, Schlickenprein 403, 17. schlicken erscheint auch in der bedeutung von 'den schlucken haben' (s. schlick 2): ich schlick, singultio, singultus, das schlicken. Alberus; schlicken, kluxen, hoqueter, singultire Hulsius dict. (1616) 511. ähnlich: wider das schlicken desz magens. Tabernaemont. kräuterb. (1664) 762 J. vgl. schlicksen. 22) schlicken, verbalbildung zu schlick 1 gehörig, besonders in nd. gegenden gebräuchlich, schlick bilden, absetzen Schambach 194b; (ein see) dessen wasser, den aufgelösten glimmerschiefer hin und her schlickend, ... thon absetzte. Göthe 51, 163. in zusammensetzung: upslicken, durch schlamm, den das wasser zurückläszt, erhöhen. brem. wb. nachtr. 314; ein graben schlickt zu, wird zugeschlickt, verschlickt, verstopft sich durch schlamm. reflexiv sik slicken, stocken, langsam gehen, zunächst von einem wasserlaufe Woeste 240b. Stieler 1850 glossiert: schlicken, salivare lentorem, lentescere.
3473 Zeichen · 91 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Schlickenv., ntr, intrs, trs

    Campe (1807–1813) · +1 Parallelbeleg

    Schlicken , v. ntr . mit haben , ein Wort, welches den Laut, wenn eine Flüssigkeit an einen festen Körper anspült oder a…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    schlicken

    Goethe-Wörterbuch

    schlicken ‘etw hin und her s.’: etw mit der Bewegung des Wassers als sich ablagernden Erdschlamm hin u her wälzen [ Gege…

  3. modern
    Dialekt
    schlickentr. v.

    Lothringisches Wb. · +3 Parallelbelege

    schlicke n [šlìkə n fast allg.; šlekən D. Si. — Ptc. gəšlikt, gəšlekt] tr. v. schlucken : er hat de Kêre mit erunner ges…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schlicken

7 Bildungen · 4 Erstglied · 2 Zweitglied · 1 Ableitungen

Zerlegung von schlicken 2 Komponenten

sch+licken

schlicken setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

schlicken‑ als Erstglied (4 von 4)

Schlickenfischbach

PfWB

schlicken·fischbach

Schlicken-fischbach ON : fiktiver Ortsname zur Bezeichnung einer entlegenen Gegend im Westrich. Er is aus Schlickefischbach [ LU-Opp ].

schlicken II

RhWB

sch·lickenii

schlicken II das Wort ist in Bed. 1 Rhfrk, Mosfrk an der Saar, Mos in Trier bis Bernk , Wittl , Bitb , Prüm , WDaun (also WMosfrk), Rip u. E…

Schlickentaler

DRW

schlicken·taler

Schlickentaler, m. Joachimstaler, ein Guldengroschen (I), den die Grafen Schlick ab 1518 im böhm. Joachimsthal aus dem Silber ihrer Minen pr…

schlickenthaler

DWB

schlicken·thaler

schlickenthaler , m. thaler, den die grafen von Schlick in der ersten hälfte des 16. jahrh. zu Joachimsthal in Böhmen prägten Jacobsson 3, 6…

schlicken als Zweitglied (2 von 2)

Anschlicken

Adelung

* Anschlicken , verb. reg. neutr. welches das Hülfswort seyn erfordert, aber am häufigsten in Niedersachsen vorkommt, durch angesetzten Schl…

Aufschlicken

Adelung

auf·schlicken

* Aufschlicken , verb. reg. act. durch Schlick oder Schlamm erhöhen. So schlicken manche Flüsse das Ufer auf.

Ableitungen von schlicken (1 von 1)

verschlicken

DWB

verschlicken , verb. verschlucken, mhd. verslicken, ahd. farsliccan Graff 6, 786 , heute gebräuchlicher verschlucken, selbstständig in versc…