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Schlik

Lex. bis Dial. · 3 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Meyers
Anchors
3 in 3 Wb.
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Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Schlik

Bd. 17, Sp. 868
Schlik (auch Schlick), böhmische, reichbegüterte Adelsfamilie bürgerlichen Ursprungs. Die älteste Geschichte der S. ist unsicher und durch spätere Urkundenfälschungen entstellt. Wahrscheinlich gehen sie zurück auf die im Gebiete von Plauen und Ölsnitz (im Königreich Sachsen) ansässigen »Slicher«, von denen sich ein Zweig nach Adorf und Wunsiedel, ein andrer nach Eger zog. Hier erscheint 1394 ein Heinrich S. als bescheidener Bürger. Seiner Ehe mit Konstanze (aus Eger?), deren Abstammung von den italienischen Grafen von Collalto wohl in das Reich der Fabel gehört, entstammten fünf Söhne, von denen der zweite, Kaspar, die Größe des Hauses begründete, während sich vom dritten, Matthias, die weitere Linie ableitet. 1) Kaspar, geb. um 1400, gest. 1449, deutscher Reichskanzler, kam 1415 in die Kanzlei Siegmunds, wurde 1418 unter die Familiaren aufgenommen, aber erst 1427 Protonotar. Spätestens 1432 ward er Vizekanzler, begleitete 1431–33 den Kaiser nach Italien, wurde dort Kanzler und 31. Mai 1433 mit zwei Brüdern in den Freiherrenstand erhoben. Auch in den nächsten Jahren des Kaisers steter Berater, erntete er reiche Belohnungen und hohe Ehren; König Albrecht II. übertrug ihm ebenfalls pfandweise Herrschaften etc. Eine allgemein anerkannte politische Rolle spielte S. noch unter Friedrich III., unterhandelte 1445 mit König Wladislaw II. von Polen und Ungarn, mit den ungarischen Magnaten über das ungarische Thronrecht des Ladislaus Posthumus, später mit dem burgundischen Hof über dynastische Heiratspläne und stand 1447 an der Spitze einer Gesandtschaft nach Mailand. Doch 1448 fiel er in Ungnade. Vgl. A. Pennrich, Die Urkundenfälschungen des Reichskanzlers Kaspar S. (Gotha 1901); M. Dvořák, Die Fälschungen des Reichskanzlers Kaspar S. (»Mitteilungen des Instituts für österreichische Geschichtsforschung«, Bd. 22, Innsbr. 1901). 2) Stephan, Graf von, geb. 24. Dez. 1487, eröffnete die reichen Silberminen in Joachimsthal und ließ 1517 zuerst Joachimstaler, auch Schlikentaler genannt, prägen; er fiel 1526 in der Schlacht bei Mohács. 3) Franz, Graf von S. zu Bassano und Weißkirchen, österreich. General, geb. 23. Mai 1789 in Prag, gest. 17. März 1862 in Wien, widmete sich dem Studium der Rechte, trat beim Ausbruch des Krieges 1809 als Leutnant in ein Kürassierregiment ein, war 1813 Ordonnanzoffizier des Kaisers Franz, erhielt bei Wachau eine gefährliche Kopfwunde, die ihm ein Auge kostete. In den folgenden Friedensjahren rückte er zum Feldmarschalleutnant und Inhaber eines Husarenregiments vor. Nach der Wiener Märzrevolution von 1848 wurde er Kommandant von Krakau, Ende November aber zum Befehlshaber eines Korps von 8000 Mann ernannt, mit dem er sich in hervorragender Weise an der Pazifikation Ungarns beteiligte. Danach ward er Kommandant des 2. Armeekorps und kommandierender General in Mähren. Seit Juni 1854 Oberbefehlshaber der vierten, in Galizien stehenden Armee, ging er mit ihr 1859 nach Italien, wurde dort nach der Schlacht von Magenta an Stelle Gyulays Kommandant der zweiten österreichischen Armee und focht bei Solferino an der Spitze des rechten Flügels. Nach dem Frieden von Villafranca nahm er seinen Abschied. Vgl. Kocžicžka, Die Winterkampagne des Graf Schlikschen Armeekorps 1848–1849 (Olmütz 1850).
3260 Zeichen · 46 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Schlik

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Schlik , altadelige böhmische Familie. Kaspar S., Kanzler dreier Kaiser. wurde 1422 in den Reichsgrafenstand erhoben u. …

  2. modern
    Dialekt
    Schlik

    Rheinisches Wb.

    Schlik -ī- = Schlamm s. Schleich II;

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schlik

24 Bildungen · 2 Erstglied · 19 Zweitglied · 3 Ableitungen

Zerlegung von schlik 2 Komponenten

sch+lik

schlik setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

schlik‑ als Erstglied (2 von 2)

schlik als Zweitglied (19 von 19)

hȫveschlĩk

MNWB

hove·schlik

hȫveschlĩk , hȫves- , hȫvisch- , adj. , ritterlich , anständig, gebildet, fein. —

kü̑schlĩk

MNWB

kusch·lik

kü̑schlĩk , kü̑sche- , adj. kü̑schlĩk(e) , -ken , adv. , rein, unberührt, sittsam, jungfräulich, k.en lēven.

pāschlĩk

MNWB

pasch·lik

pāschlĩk , pāschelk , pāschalk , adj. : österlich , zu Ostern gehörig, p.e hôchtît Ostern, p.e wērschop Abendmahl zu Ostern.

pāschlik

KöblerMnd

pāschlik , Adj. Vw.: s. pāschelīk

unafleschlĩk

MNWB

(unafleschlĩk) , ° unaveleschelĩk , adv. : ohne Minderung, „ dar to in ener pene, nomentliken hundert mark lodiges goldes ... vnaueleschelik…

unervorschlĩk

MNWB

(unervorschlĩk) , ° unervoschlĩk , adj. : nicht ergründbar, „ Wente se ( Practica ) hefft vnerfosschlicke / mannigerleye vnd der hemeliken g…

unkü̂schlĩk

MNWB

unkü̂schlĩk , adj. : 1. unkeusch, sexuell ausschweifend , „[ de prestere scholen ] alle dage misse holden unde vormiden binamen openbarlic u…

unkūschlik

KöblerMnd

unkūschlik , Adv. Vw.: s. unkǖschlīke

unminschlĩk

MNWB

unminsch·lik

unminschlĩk , -minslĩk , -menschlĩk , -lich , adj. : 1. unmenschlich, grausam, „ Vnmynslik eyslik abhominabilis” (Voc. Strals. ed. Damme 446…

unûtlöschlĩk

MNWB

unûtlöschlĩk ( vnuthloͤßlick ), adj. : nicht auslöschbar, „ Darum kolet doch allerleeueste myne vnuthloͤßlicke leeue ... vnde latet my nicht…

unvorleschlĩk

MNWB

° unvorleschlĩk ( vnuorleslik ), adj. : nicht löschbar, „ effte dy ergert din hant how se aff. beter is dy in tho gaen kranck to deme leuend…

unvorlöschlĩk

MNWB

° unvorlöschlĩk ( unvorloslik ), adj. : nicht auslöschbar, ewig, „ de kaue schal he vorbarnen in dem vnvorlosliken vure ” (Buxteh. Ev. Matth…

unvorvorschlĩk

MNWB

° unvorvorschlĩk , adj. : unerforschlich, „ Welckes ock S. Paulus mit vorwunderinge in dissen Worden erinneren wil: Wo gantz vnbegriplick sy…

vreischlik

KöblerMnd

vreischlik , Adj. Vw.: s. vrēislīk

vrischlĩk

MNWB

vrisch·lik

vrischlĩk , vris- , adj. , adv. , frisch, wohlgemut , keck, mutig, kräftig, stark.

Ableitungen von schlik (3 von 3)

Beschlik

Meyers

Beschlik (auch Bejas -B.), türk. Silbermünze zu 5 Piaster, von 4,99 g Sollgehalt sein; die vielen Stücke der geringen B.-Währung von 1829 wu…

Schlik(e)

RhWB

Schlik(e) -ī- = Regenwurm s. Schleiche bei schleichen II;