storzel,
störzel,
m. , (
n.)
ursprünglich wohl deminut. zu storz,
m., doch dann im geschlecht ihm wieder angeglichen; das neutr. nur vereinzelt erhalten. sächs. sturzel
neben storzel,
auf das auch (
über das umgelautete störzel)
das vereinzelte sterzel,
so erzgeb. und in Leipzig (Albrecht),
zurückgeht Müller-Fraureuth 2, 586
a;
bayr. sterzel Schmeller
2 2, 786,
elsäss. tèrtsele, tærtsl, tèrtsl Martin-Lienhart 2, 615
b;
nicht zu nhd. sterz,
cauda, sondern zu bayr. starz,
elsäss. tàrtse (
s. oben unter storz,
m.): stortzel (
neben umgelautetem störtzel)
und sturtzel
torso, torsone, torsicone, traglio Kramer 2 (1702), 986
c,
s. auch unten sturzel (stürzel). 11) (
entsprechend storz 1) storzel
baumstumpf Hertel
thür. sprachsch. 237 (Müller - Fraureuth
a. a. o.);
das nest des rothkelchens sehr nahe an der erde ... zwischen mehreren alten storzeln Naumann
vögel 2, 1, 410; (
im bilde:) wenn einmal die zwei balsampappeln des lebens, der witz und die menschenliebe abgedorrt sind bis an die wipfel, so ist ihnen noch nachzuhelfen durch einen rechten gusz aus dem sprengkrug besagter flasche (
champagner) ... in drei minuten werden die storzeln treiben Jean Paul
Siebenkäs 1, 40;
knotiges stück von einem ast Müller-Fraureuth
a. a. o. 22) (
entsprechend storz 2) kohlstortzel
torso die cauola Kramer 2 (1702), 986
c. —
vom getreide: die sturzeln der garben sollen an die tennenwand gekehrt sein
quelle bei Müller-Fraureuth
a. a. o. 2@aa)
alter, abgenutzter besen (
s.storz,
m. unter 2) Müller-Fraureuth 2, 586
a. 2@bb) storzeln
kurz abgeschnittene, borstig emporstehende haare (
ebenda); (
man soll) fleiszig acht haben, das man keine (
haare) verkneippe oder zerreisze, darmit die stortzeln nicht stehen bleiben Bartisch
augendienst (1583) 196. 33)
stummel vom zahn (
s.storz,
m. 3) Müller-Fraureuth
a. a. o. 44) das sterzel,
endstück von einem laib brod, brotknust Schmeller
2 2, 785. 55)
entsprechend storz,
m., 5. 5@aa)
von schenkeln und waden: was du aber für schöne storzeln hast (schenkel und waden) riefen die musen einem dieser mädchen, und sie entgegnete, 'und einen hintern zum küssen!' K. J. Weber
Deutschland (1826) 214;
auch von verkümmerungen der gliedmaszen: '
eine miszgeburt hatte anstatt der hände und füsze stortzeln'
quelle von 1706
bei Müller-Fraureuth 2, 586
a. 5@bb)
knabe, der im wachsthum zurückgeblieben ist Müller-Fraureuth
a. a. o. bayr. der sterzl (steá'zl)
kleine person Schmeller
2 2, 786;
insbesondere '
wallfahrer auf zwei krücken',
so in der alten, aber unhaltbaren erklärung des namens der stadt Sterzing, von ainem khrummen bergmendel Sterczelen also genannt
quelle ebenda; überhaupt '
der landstreicher, bettler',
schon 1381 do chom ain stertzel, hieʒ pruoder Hans, ... den brach daʒ vergicht (
gichtische krankheit, welche den rücken krümmt, incurvatio, s. th. 12, 1
sp. 432)
deutsche städtechron. 4, 68; (
dieser brueder Hans störzl
bald darauf zu Augsburg als ketzer verbrannt 5, 26); die sterzel nieʒent die wurz (
des sterzelkrauts) und legent sich alsô zerplæt an die strâʒ Konrad v. Megenberg 423, 8.
s. im übrigen unten störzer,
m., von dem unser wort kaum zu trennen ist.