zaum ,
pl. zäume,
m., riemenzeug am kopf der pferde und saumthiere, um diese zu lenken und zu bändigen; ahd. zaum,
mhd. zoum,
as., mnd., nnd. tôm,
mnld., nnld. toom,
afrs. tâm,
altn. taumr
in gleicher bedeutung, woneben das wort im mnd. auch die stelle, wo netze gezogen werden (Schiller-Lübben 4, 473
a)
bedeutet und ags. téam
ein gespann zugochsen bezeichnet. eine dritte bedeutungslinie zeigt sich in fries.-nld.-ags. nachkommenschaft, geschlecht. alle vereinigen sich in dem begriff ziehen, welcher den ansatz germ. *taugm-a- (
zum verbum *teuhan
ziehen)
ergibt. die von einigen vertretene ableitung aus der grundwurzel * tu (
s. darüber zauen
sp. 396)
erweist sich angesichts der in ziehen
ursprünglichen bedeutung '
erzeugen' (
vgl. mnd. togen unde boren
erzeugt und geboren)
als unnöthig. danach also ein ziehriemen, früher gewisz nur so viel wie seil, tau, wie die ahd. glosse fona zoumum
de resticolis (Graff 5, 624)
und die fortdauernde bedeutung seil und binde darthun. im fries., luxemb., pfälz. und bair. wandelt sich ou
zu ā,
im md.-nd. zu ō;
rein lautlich zu verstehen ist der umlaut des elsässischen; grammatischer umlaut im pl. setzt sich zuerst im md. durch. von dem kampf um das pluralend-e
im obd. zeugt die hybride form des acc. sing. den zǒme
N. Wyle
translat. 27
K.; den zaume Tauler
serm. (1508) 17
d;
gelegentlich begegnet schwacher plur.: der zöumen Forer
Gesners thierb. 3, 108.
die schwächung des endconsonanten verräth die form zaun 1.
dtsche bib. 8, 432, Luther 23, 531
W., S. Franck
sprüchw. (1545) 1, 19
a u. a., sogar noch Brendicke
berl. 195
a.
sprachlich als ein einfacher gedrehter oder geflochtener strick erwiesen (
s. auch unten 1),
wofür auch die zeugnisze für das flechten des zaums (
s.zaumflechter
und -stricker)
sprechen, hat der zaum doch früh die ihn zum brauchbaren geräth gestaltenden haltestücke um genick, nase und an den backen erhalten: den breiten kopfriemen oder sattel, die beiden backen-, einen stirn- und einen kehlriemen (
insgesamt das hauptgestell).
den nasenriemen erhält regelmäszig nur der stangenzaum (
th. 10, 2, 820
und stange
sp. 801)
mit der kandarre,
dem zugleich eine kinnkette zukommt; auch brechzaum (
lupus Stieler 2594, Kramer
teutsch-it. 1426
c)
genannt. am gebisz (
bei reitpferden eine trense),
das über die zunge gelegt ist, sind die beiden zügel befestigt, während an die kandarre
noch eigene zügel geknüpft sind. ein dressierzaum für junge pferde ist der kappzaum (
th. 5, 201).
einen leichten z.
nennt Stieler 2594 strenzenzaum.
ochsen werden ohne gebisz gezäumt. vgl. Krünitz 241, 63.
im sprachgebrauch umfaszt z.
gewöhnlich das kopfgestell, gebisz und zügel, doch ist in den letzten jahrhunderten, wenn es sich um die lenkung [] des pferdes handelt, an seine stelle das wort zügel
getreten. in den wörterbüchern mit habenae, frenum, camus (
kappzaum),
weniger genau mit lorum (
zügel),
capistrum (
halfter)
wiedergegeben. die ohrriemen meint aureae (Calepinus
XI ling. 146
a),
das gebisz orea (
ebda. 1002
a);
vgl. Diefenbach
gl. 247
a. 272
a. 336
a,
n. gl. 46
b. 70
a. 200
a. 239
a;
voc. opt. 29
b. 30
a;
gemma gemm. d 2
a. l 1
b. o 7
a; Alberus G g 4
b; Frisius 30
b. 179
a. 581
b. 615
b; Maaler; Calepinus; Schottel; Reyher
thes. p 2 r
b; Stieler
u. s. w. 11)
in der ältesten bedeutung strick, band auszer im ahd. nur noch selten nachweisbar: z.
wurfriemen Wackernagel
hdwb. 397
b;
an einer winde: welicher dann das windenseil einzeucht, oder so man den zaum nider leget und die winden ab will heben; der hinauf steiget, dem gibt man zwen pfenning Tucher
baumeisterbuch 45;
langes, dickes tau, das um den wiesbaum geschlungen wird, um die wagenladung fest zu halten; groszer strang bei maurern und zimmerleuten Martin-L.
els. 2, 904
a; 'z. (
am pfluge)
zucht' Stalder 2, 466; er aber liesz sich mit eim zaum starck pinden an den segelbaum H. Sachs 7, 412
K.; baiulum i. frenum ein bendel oder zoum
gemma gemm. c 4
a;
habenula ein riemlein, am (
lies ein) z. oder ein binden, wie es die wundAertzte brauchen B. Garth
lex. 329
a (
vgl.zaumbandage
und -binde); bandstückchen oder zäume (
an der orgel) ... zäume werden sie genannt, weil ihre länge das masz ist, wie weit sich die falte beim aufziehen des balges aufthun kann G. Töpfer
lehrb. d. orgelbaukunst (1855) 573.
diese bedeutung als ursprüngliche zuerst von Adelung (
wb.2 4, 1659)
erkannt; danach so Voigtel 3, 680
b, Campe, Hübner
31 4, 1000
a;
plur., durch den trichter getriebenes, bandartiges schmalzbackwerk Fischer
schwäb. 6, 1061;
s. unten 3; 22)
wenngleich seit der ahd. zeit und sehr reich in der mhd. periode, der zeit des blühenden ritterthums, für habena, frenum bezeugt, gilt z.
in diesem sinne doch erst unumschränkt, nachdem es das concurrierende breidel (
s. th. 2, 354), brîdel, brittel,
das als ältere lesart brittel
neben jüngerem z.
noch Hiob 30, 11,
ps. 31, 9
in der ältesten dtsch. bibel 7, 207. 284
und im cod. Teplens. 3, 5
begegnet, verdrängt hat; 2@aa)
in eigentlicher verwendung 2@a@aα)
allgemeines: häufig verziert: mit schildkrötenschalen besetzt Forer
Gesners thierb. 3, 108; mit guldin zäumen Spreng
Il. 5, 66
b; der keyser ... auff einem weiszen, stoltzen hengst, mit einem gulden bisz, z., stegreiff Kirchhof
wendunm. 2, 57
Öst.; einen weiszen zelter mit zäumen von carmoisinsammet
ritt der papst (Ranke
s. w. 1, 218),
wenn der kaiser ihm den steigbügel beim aufsteigen zu halten und das pferd am zaum zu führen hatte; um so zäher lebte uralte herstellungsweise im rechtsbrauch fort, wenn der herr oder sein bote auf einem pferde, das er mit einem zaume aus lindenbast lenkte, ins land einritt: J. Grimm
rechtsalterth.4 1, 355. 362;
aber noch im 17.
jahrh. von livländischen bauern so angefertigt: ik stige up den berkenbom, davon hauw ik sadel und tom A. Olearius
reise (1663) 113;
landesverwiesene durften heimkehren, wenn sie sich bei feierlichem einzug des fürsten an dem zaum seines rosses hielten: Schiller-Lübb. 4, 573
b; J. Grimm
rechtsalterth.4 1, 368; 2, 341; nun so leg ich den z. lediglich einem iedlichen auf den hals (
des pferdes) und sei frei (
d. h. lasse ihn frei; indem ihm damit ein freies pferd geschenkt wird) Meisterlin
chron. v. Nürnberg in chron. dtsch. städte 3, 44;
so denn: (
zogen) auf ir selbs zawm (
d. h. auf eigene kosten) 2, 47; auf eignem z. und sold Th. Körner 3, 31
Hemp.; ebenso: so laszt mich ein abtei auff meine sondere weisz und eygenen z. willigs muts stifften Fischart
Garg. 435
ndr., oder s. v. w. unabhängig, nach gutdünken? zaum und stegreif halten als höflicher dienst: (
wir) lerendt unser jungen kinder, ... den stegreiff halten und den zoum Murner
narr. 85
ndr.; zur vollständigen ausrüstung eines reitpferdes gehören zaum und sattel: eyn weyssz pfAerd ..., das wol bereit wAer mit zam und mit satel
summerteil d. heyl. leb. 78
b b; [] diese folgen zwar dem pferde nicht, wenn es verkauft wird; aber insgemein verbleibt der zaum, den das pferd beim verkauf trägt, dabei, und es wird dafür dem stallknecht ein besonderes zaumgeld (
s. d., auch zaumrecht)
entrichtet: Jablonski
lex. 1427
a; manche die freyen nach hoheit und ehren, kAeuffen ohn sattel und zaum ein pferd
Venusgärtlein 13
ndr.; häufig z. und zügel: ein edles pferd macht sich von zaum und zügel frey Lohenstein
Agripp. 43;
aber auch: ein rosz on ein zaum und ein junger on ein ruot theten nie kein guot
sprichw. klugreden (1548) 1408;
nach Adelung
wb. 2 4, 1659
in einigen gegenden auch das leit- oder gängelband der kinder, wofür auch leitzaum
gesagt wird; 2@a@bβ)
gebrauch des zaums;
in den verben lebt z. th. die alte bedeutung zügel fort; gewöhnen: soll man ihnen (
den 19
monate alten füllen) halfftern anlegen und die zAeum an die barren (
krippen) hencken
M. Herr
feldbau 186
a; an den z. gewöhnen Schiller 15, 1, 21
G.; zäumen: z. anlegen Konrad v. Würzb.
troj. kr. 15 076
K.; Frisius 30
b; gebisz und z. anlegen Lohenstein
Arm. 1, 30
a; unter den z. nehmen Reyher
thes. p 2 r
b;
den z. straff halten: adducere habenas den z. an sich ziehen
nomencl. lat.-germ. Hamburg. (1634) 374;
vgl. übertr.: und creutziget sein fleisch und blut und liget ihm scharpff in dem zaum H. Sachs 16, 514
G.; den zaum schieszen lassen: den zaum den liess ich schiessen und sprengte hin zu ihr A. Metzger (1612)
in Böhme
lied. d. Deutsch. 272; Stieler 2594; Kramer
teutsch-it. 2, 520
b; den z. nachlassen Frisius 1139
b; dem pferde den z. folgen lassen Orsäus 199; dem pferd den z. lassen, hängen lassen Kramer 2, 1426
a; liesse ich dem pferde den z., willens dahin zu reiten, wohin es mich bringen würde Zendorius
winternächte 33; dem rosz den z. verhengen (
nach vorn hängen) und es lassen in den feind rennen
equum in hostem permittere Maaler 421
b; mit lossem, verhängtem z. drauf sprengen, mit vollem z. rennen Kramer 2, 1426
b; wiehernde rappen und verhängte zäume Freiligrath
ges. dicht. 1, 128;
weitere belege s. th. 12, 524
ob.; in vollem z. lauffen Duez
nom. 181;
abzäumen: zoch ... den pferden ire zaume ab und liesse sie weyden und grasen
V. Warbeck
Magelone 39
Bo.; den z. abstreiffen Kramer;
am z.
fassen und führen: daz ros bî dem zoume vâhen Hugo von Trimberg
renner 13893
Ehr.; so fielen mir ... (
die) häscher meinem pferde in z. Chr. Reuter
Schelm. 104
vollst. ausg. ndr.; war, dass im ein biderman begegnet uf dem veldt, den mag er wol mit im dahin laden, aber er soll inn nit in den zam griffen, dass er in mit im ziehen well 1488 Reyscher
altwürtt. statutarrechte 43;
nach dem absteigen des reiters das pferd beim z-e halten Abr. a
s. Clara
etw. f. alle 2, 218; führen maler Müller
w. 1, 185;
feuriges pferd u. ä.: (
deine stute) schäumt und drängt in zaum und zügel Fr. W. Weber
dreizehnlinden 136 350; hat auch ein rosz ... einen kurtzen halsz, das ligt hart im z. und drücket hart J. Walther
pferde- u. viehzucht 6;
besonderes: das pferdgespreng, das trabschencken, das libtraben, das zaumdAentzelen Fischart
geschichtkl. 279
ndr. (
s. unter zäumen 2
a); das er nit vil zaum greiffens leiden mochte (
nicht reiten mochte) Kirchhof
wendunm. 1, 458
Öst.; 2@bb)
übertragen seit dem ma., vgl. êwiger êren zoum Trimberg
renner 4987
Ehr., und überaus reich vertreten, wobei wendungen älteren eig. gebrauches kund werden; 2@b@aα)
in verbaler verbindung; zäumen: den Fuckern und dergleychen geselschafften ein zawm ynsz maul legen Luther 6, 466; 7, 9; ... und sporn in die seiten 34, 2, 198
W.; ain zaume und pysze inn das maul legen Sickingen
bei O. Clemen
reform.-flugschr. 2, 210; lege meinen gedanken ... keinen z. an B. v. Arnim
Günd. [] 2, 190; der freyen rede z. und sporn ... geben
Shakespeare 5, 150;
halten: den aussern menschen in ainem tzaume halten Tauler
serm. (1508) 147
a b; gewöhnlicher im z.: den Josua ... demütigen und ym z. halten Luther 23, 549
W.; sehr häufig; (
ihre kinder) mit guter zucht halten im zaumb H. Sachs 12, 486
K.; den povel Luther 19, 281
W.; die unterthanen Rätel
Curäi chron. 116; das Bayerland Chemnitz
schwed. krieg 2, 100; untertrucken, i. z. h. Hulsius 2, 327
a; wütende löwen Herder 26, 35
S.; die hände derer soldaten v. Fleming
teutsche sold. 186; dasz vleisch in zoume Jeroschin 14087
Strehlke; ut carnem zuchtigen und halten ym z. Luther 29, 232; 26, 218
W.; fleisch und blut H. Sachs 6, 190
K.; das der leyb eyngefasset bleyb und ym zawm gehalten werde Luther 15, 450
W.; um des stabreims willen besonders beliebt die zunge im z. h.: H. Sachs 18, 169
G.; sprichwörtlich und allgemein; halte dein maul im z. Äg. Albertinus
hirnschl. 3, (
den) mund Moscherosch
ges. 4;
sich: du muost ... dich selbs im zoum halten Keisersberg
bilgersch. 9
d; H. Sachs 22, 225
G.; Göthe 15, 33
W.; abstr.: gemüt Fischart
Stauff. 35
H.; die begierden Butschky
Pathm. 45; deine kühnheit im z-e zu halten Lessing 6, 117
M.; nichts ... konnte meinen gekränkten stolz im z-e halten Pfeffel
pros. vers. 1, 8; den z. der neigungen des andern in händen (
halten) Bode
Montaigne 2, 20;
erweitert: die Gallier in z-e und gehorsam zu halten Lohenstein
Arm. 1, 961; mit den waffen
ebda 1, 7
b, das volk ... durch harte strafen Fichte
s. w. 7, 219,
wodurch die anschauung aufgegeben ist; hielte (
gott nicht) sonderlich dem Trcken den z., er bliebe nicht so lange von diesem spiele J. Prätorius
philos. colus 87;
anziehen: den gebietigern der z. etwas kürtzer angezogen Schütz
hist. rer. Pruss. 4, Cc 2
b;
hängen (
s. th. 4, 2, 451): dasz sie der bgird den zaum nicht häng Fischart
lob. d. laut. 368
H.; wann ihme gott den z. henget und den lauff lasset Schopff
wett. 76; Fischer
schwäb. wb. 6, 1061; verhengte den ... begierden den z. v. Brandis
tirol. adler (1678) 50; wo ... dem alten menschen der z. gelassen wird Luther 30, 1, 220; dem teufel 23, 72
W.; allen muotwilligen und unrwigen war der z. gelassen Stumpf
Schweytzerchron. 343
a; der sünde den z. lassen Mathesius
Sarepta 112
b; den begirden den z. zu lang lassen Heyden
Plinius 210;
die entscheidung überlassen: alssdann lest der mensch gott den tzawm, ergibt sich yhm tzu eygen Luther 10, 1, 1, 38
W.; gern im reim: rawm und zawm ... lassen 24, 531
W.; zaum: raum Treuer
Däd. 1, 240; zuweilen der jugend begeren den z. schiesen lassen Fischart
ehez. 312
H.; ihnen einen freyen z. zu hurerey Luther 33, 650
W.; der freude freyen z. ... lassen Stoppe
Parnasz 8;
führen: ain volkomener man mag seinen gantzen leib am zAem fern Berthold v. Chiemsee
teutsche theol. 296; die dürfftigkeit führet offt der begier den z. gar kurtz Chr. v. Ryssel
seelenfrieden 364;
in den z.
fallen: der neyd fallt ihm und seinem pferdt ... in z. Abr. a
s. Clara
Judas 1, 95;
ungebärdig sein: wir dringen auff den zaum Logau
sinnged. 351
Eit.; die menschliche vernunfft ... wil ... auff iren z. gehen Luther 28, 540
W.; stolz sein: der all mal hohen zaum mir trug H. Sachs 8, 82
K.; Ayrer 2069
K.; 2@b@bβ)
in substantivischer verbindung: under dem zoum ... der gehorsam (
halten) Keisersberg
bilgersch. (1512) 8; biss sie auch nach dem z. der herrschaft griffen Stumpf
Schweytzerchronik 342
b; hielt er seinen zorn am z. der vernunfft Schaidenreisser
Odyssea 72
b; z. der erziehung Lessing 6, 138
M.; z. der mässigkeit Albr. v. Eyb
spiegel 96
b; der tugend z. Neumark
lustwäldch. 94;
stabreimend: das sie ... eynes ... starcken zAeumes und zigels vonnOeten hat Fischart
ehz. 308
H.; der falschen eifersucht z. und zügel (
anlegen) Herder 17, 12
S.; z.
und gebisz: wie solt ich meinem glück z. und gebisz in den mund legen Hippel
lebensl. 1, 268; Lavater
verm. schr. 2, 192; ohne z.:
[] wann solch gedanken machen flügel wie ein adler on zaum und zügel H. Sachs 19, 328
G.; effrenate ohne z. Calepinus
septem ling. 3 1, 306
b; 2@b@gγ)
im sinne von zwang: so du ausserhalb dem kloster on zam lebest Eberlin v. Günzburg 2, 130
ndr.; kein weib noch jungfraw der massen ym z. leben mus Luther 30, 2, 190
W.; der stoltzen feinde (
gen. obj.) z. Besser
schr. 1, 26; die leute ym z. und zwang halten Luther 24, 676
W.; ein mittel der einschränkung, z. b. gesetze sind ein z. des volkes Voigtel
wb. 3, 680
b; das volk in zucht und z. halten Schleiermacher
s. w. I 5, 100;
rotwelsch: z.
polizeiaufsicht württ. vierteljahrsh. n. f. 16, 73; 2@b@dδ)
im sprichwort gemäsz seiner bedeutung im volksleben auszerordentlich beliebt: ain weyser mann kan sich selbs im z. reyten G. Mayr
sprüchw. A 8
a; z. und sporn machen das pferd gut Lehmann
florileg. (1662) 1, 147; man faszt das pferd beym z., den mann beym wort Schellhorn
sprw. 106; hat der teuffel das pferd gefressen, so fresz er auch den z. Lehmann
florileg. (1662) 2, 714; H. R. Manuel
weinspiel 283
ndr.; man soll z. und sattel nicht mit dem pferd zum schinder führen Lehmann
flor. (1662) 3, 227; ein güldener z. macht das pferd nicht besser 1, 458;
wissen, wie man eine sache angreift, bewandert sein in etwas, sich auf seinen nutzen verstehn: ich will dir meinen advokaten schicken, der weis, wo die zäume hängen Rabener
w. 3, 289; ob ich gleich selbst wissen musz, wo in meinem stall die zäume hängen Göthe IV 20, 91
W.; IV 23, 23; 27, 198
W.; gespr. 2, 209
Bied.; H. v. Kleist 1, 390
Schm.; Adelung
wb. 2 4, 1659;
weiteres bei Müller-Fr. 2, 693
a; 33)
als diminutiv zäumchen,
obd. -lein
im besondern die bedeutung unter 1
specialisierend; a)
anatomisch: häute, die zwei theile des körpers verbinden, wie das zungenband und die vorhaut: ahd. zoumili
funiculos in fimbris Graff 5, 624; Kramer
teutsch-it., Ludwig,
allg. haush.-lex. 3, 808, Adelung; b)
band im haar (
s.zaumband): die mägde sollen nicht tragen gestückte zeumlin, noch messerscheiden gestückt
Straszburger policeyordnung 46 Frisch 2, 465
c; tômeken
eine art schuhe Schiller-Lübben 4, 574
a; c)
was für ein spiel: spielt er ... des zAeumlins Fischart
geschichtklitt. 261
ndr.?