stauf,
m. II.
becher. I@11)
*staupa-
ist in diesem sinne die alte gemeingerm. bezeichnung, die im deutschen durch die lehnworte becher, kelch
verdrängt ist: altn. staup,
neutr. vertiefung im wege, becher, klumpen Cleasby-Vigfusson 589
b (
die erste bedeutung sieht Torp
bei Fick
4 3, 497
als die ursprüngliche an, indem er von dem unter II
erwähnten adj. ausgeht; die bedeutung '
becher'
aus dem ags. entlehnt?),
ebenso norw. staup Aasen 745
a (
schwed. stöp,
dän. støb
sind wol [] vom verb stöpa, støbe
gebildet);
westgerm. als masc.: ags. stéap Cleasby-Vigfusson 913
b (
das neuengl. stoop, stoup
kann nicht daraus hergeleitet werden und ist wol entlehnt, vgl. Skeat 600
b);
alts. unbelegt (staupa
bei Wadstein 111
a, 22; sciphus, parva staupa,
ist natürlich lat.),
mnd. stôp (
vereinzelt stuof,
vgl. unten) Schiller-Lübben 4, 413,
mnl. stoop
krug; ahd. stouf, stauf, stouph (
plur. staufâ, stouffâ, stoupha, -e, -i),
calix, cyathus, botolica, ajatus, emina, phialus, fiala, scyphum, staupus Graff 6, 660 (stouf
als glosse über calix bei Notker
ps. 10, 7. 15, 5. 21, 3. 74, 9),
mhd. stouf, stauf, stuof, stoff Lexer
handwb. 2, 1216:
calix ... stouf Dief.
gloss. 90
c (
ahd.),
cyathus 116
c (
nov. gloss. 88
a);
bothonicula u. s. w. stouf, stouph, stouphilin,
ags. stoppa, stappa 79
c (
ahd.);
bothoma stouf, eymer
nov. gloss. 58
a (
anfang des 15.
jahrh.); (
h)
emina ... stouph
gloss. 200
b;
metreta ... pint, stauf
nov. gloss. 252
b (
voc. v. 1420);
scyphus ... hofbeker
vel stôp
gloss. 518
c (Chytraeus);
stopa, stupa ... ein stauff o. gelt, stouff
vel geelt, stoop
vel gelte, stubîchen
u. s. w. 554
b (
gemma gemmar. 1507—10);
vgl. nov. gloss. 349
b.
das wort ist auch ins mittellat. übergegangen als staupus, staupum, stoupus, stopus, stopa;
demin. staupulus
und stopellus,
s. Du Cange 7, 590
c f. im ablaut dazu steht ags. stoppa
eimer Bosworth-Toller 924
a,
alts. stoppo,
botholicula Wadstein
s. 111
b, 40 (
Oxf. Vergilgl.),
ahd. stopha Graff 6, 660 (?),
vgl. norw. stoppa
fuszstapfe Aasen 755
b (?).
weitere beziehungen sind unsicher. (
das von Torp
angezogene lett. staupe '
pferdefuszstapfe'
ist natürlich aus dem nord. entlehnt.)
vgl. Wachter 1593. Weigand 2, 803. Fick
3 3, 343. Torp
bei Fick
4 3, 497. Müllenhoff
d. altertumsk. 4, 345. — stauf
ist im deutschen starkes masc. im österr. begegnet daneben ein fem., s. staufe 1
und Frisch
unter 3. (
in den Ostseeprovinzen auch neutr. Hupel 229
unter 3.)
die flexion ist theils die der a-,
theils der i -
stämme: ahd. pl. stoupha, stauf(f)a, stouffa
und stouphi, -e, stoufi,
s. Graff 6, 660.
später hat der plur. meistens umlaut (
s. Basler chron. 5, 529
und Forer
fischb. 142
a unter 2,
b, B. Waldis
unter 3, Keller 5, 185
unter 2,
a; stauffe
Garg. 123,
s. unter 2,
a, ferner Frischbier
unter 3). I@22) stauf, stôp
als bezeichnung eines trinkgefäszes ist in der mnd. schriftsprache bis zu ihrem erlöschen üblich geblieben, s. Schiller-Lübben 4, 413.
brem. wb. 4, 1047
f. 6, 345. Lauremberg
betrachtet es sogar als specifisch nd. im gegensatz zum hochd.: ihr drincket aus dem becher, wy drincken uth dem stope.
schertzged. 4, 673.
später ist es eingegangen. auf hd. gebiete scheint es besonders dem oberd. eigen zu sein und hat sich hier bis zur gegenwart erhalten: stauff (der) grosser bAecher,
crater Maaler 385
c; stauff,
m. ein grosser bekker,
crater Schottel 1421; stauf, der,
est crater, ein groszer becher Stieler 2126; stauf,
m. [
voc. sass.]
bicchierone ampio. lat. crater Kramer
dict. 2, 917
c; 'der stauff ...
ein im hochdeutschen unbekanntes und nur im oberdeutschen gangbares wort, ein gefäsz von einem gewissen umfange, ingleichen einen becher einen kelch zu bezeichnen' Adelung (
was für die bedeutung 3 nicht zutrifft).
so jetzt noch schweiz. stauf '
humpen d. i. becher von besonderer grösze, dergleichen ehemals bey den feyerlichen Schweizergastmahlen paradirten' Stalder 2, 393;
österr. s. unten g, β. I@2@aa)
zur begriffsbestimmung: stauf,
m. bey den alten ein grosser becher, darein ein stübchen, oder vier maas, oder 4. qvart giengen,
crater Frisch 2, 323
a.
der stauf
unterscheidet sich von andern trinkgefäszen durch grösze und gestalt: er ist in der regel ohne fusz und hat eimerform. neben andern gefäszen genannt: mit emmeren, balligen, groete schalen, groete giften, kannen und kroesen, stoepen, wo idt mag genoemt werden
quelle bei Schiller-Lübben 4, 413
b; da risz ... man den wein ausz potten, ausz pinten, ausz kelchen, napffen, gonen: kellen: hofbechern: tassen: trinckschalen: pfaffenmasen: stauffen von hohen stauffen (
wortspielend mit II): kitten: kälten
u. s. w. Garg. s. 123
neudr.; schöne frauen und jungfrauen fanden sich ein, immer mehrere stäuffe, köpfe, schalen und becher wurden aufgesetzt, so dasz über all' dem glänzen der feurigen augen und des edlen metalles die armen Ruechensteiner sich selbst vergaszen Keller 5, 185. I@2@bb)
der stauf
ist meistens von metall (
vgl. die zuletzt angezogene stelle)
und zwar, da es sich gewöhnlich um prunkstücke [] handelt, gern von edelmetall: sulverne stopp, schower und schalen
quelle bei Schiller-Lübben 4, 413
b; darna nemen se al dat sulverwerk van stopen, sulver scalen, sulver lepel, wat dar was
Hamburg. chron. s. 127
Lappenberg; sulver kanne, schalen, stope
chron. d. kl. Ribnitz 139, 23
Techen (
zum j. 1525); und gewunnen sy die wagenburg und was do inn was, als sin silbergeschirr, vil kostlich stOeuff, kOepff und silberin kannen
Basler chron. 5, 529, 34 (
vom j. 1476); do ward neben andern diesem schalksnarren auch ein silberner stauf geben, wein zu bringen
Zimm. chron.2 3, 460, 19.
vergoldet: de rhat schenkede dem cardinale eine ahme winsz ... und einen sülvern vergülden stop, 87 gulden wehrt
quelle s. brem. wb. 4, 1048 (Renner
zum j. 1502).
sogar: gulden stauff,
phyala Dasypodius,
vgl. phiale eyn credentz geschirr, gulden stauff, eyn schalen
ders. im lat.-deutschen theile; urchin guldiner stauff,
crater auro solidus Maaler 385
c; (
der '
ohrschneck',
turbo auritus) ist lustig mit corallen geziert, als die goldtschmid pflegen etliche güldine stäuff zu schmiden Forer
fischb. 142
a.
von anderm material: III koppe van albastere unde III stope van albastere
Wismarer inv. bei Schiller - Lübben 4, 413
b; 1 maser (
ahornen) stop myt sulwer
ebenda; abiegnus ... ein vhten kene o. stǒff Dief.
gloss. 3
a (
voc. v. 1440). (hölzerner stauf
zu anderm zweck s. unten g, β.) I@2@cc)
der stauf
ist meistens ein prunkstück, vgl. b und oben Stalder.
daher auch mit plastischem schmuck: stauff von erhaben arbeit oder mit bildwerck,
caelatus crater Maaler 385
c. stauf
als ehrengeschenk: für den besiegten ein prächtiger stauf. Bodmer
Homer 1,
s. 383 (
Il. 23, 656:
δέπας ἀμφικύπελλον); der stauf ist für den besiegten. 384 (663). I@2@dd) voller, leerer stauf: die vierd auf erde nider sasz faulkeit der schwacheit tochter was ein leeren stauf hielt in der hand. Wickgram
kunst zu trinken 2, D 3
a.
mit angabe des inhalts: ein stauf weines
oder in neuerer sprache meist ein stauf wein,
vgl. unter e. auch: (
narr.) man sol im billich ztrinken geben,
Asser ... nim hin, bring im den stouf mit win. Funkelin
Pallas (1550)
v. 126 (
schausp. aus dem 16. jahrh, 1,
s. 177). I@2@ee)
verbale fügungen: und luog welchs da der köstlichst (
wein) sey, .., heisz dir ein hohen stauff vol schencken. Scheidt
Grobianus 3198; se hebben gesecht: 'seeth, drinket uth juwem stope'.
Hamb. chron. s. 31
Lappenberg. ein stauf wein
etc. aussauffen,
vuotare, mandar giù, tracannare un tal bicchiere Kramer
dict. 2, 918
a; eim ein grossen stauff voll ausz bringen,
magno cratere lacessere aliquem Maaler 385
c; drinck my tho den stop mit dem wyn. Stricker
de düdesche schlömer G 2
a,
v. 2313. einen stauf trinken,
wobei dann stauf
auf die darin enthaltene flüssigkeit geht; (
im bilde:) den stouf den er da hie tranc, der genædige Christ, ... des muz wir alle bichorn.
aneg. 19, 52.
vgl. noch: diser stauff hie mag die bin netzen, dann der es nicht empfind: der trinckt für nichts
Garg. s. 129
neudr. I@2@ff)
der stauf
dient in der regel zum trinken, seltner zu anderm gebrauche. so gelegentlich (
wobei stauf
dann das besprochene trinkgefäsz ist): wart im erlich geschenckt in einem stauff tusent gulden, und sinem sun funffhundert gulden in einem stauff, one win und haber; wart geschetzt uff 4 tusent gulden
Basler chron. 4, 359, 6; hinden nach in solchem gedümmel, drang Trachinus auff Pelorum zu, zucket den schweren stauff, jn damit zu boden zu werffen
buch der liebe 203
c; wirst du viel mäusz darüber haben, so wil ich dir diesen stanff (
l. stauff) zeigen, dasz du nicht viel ach und wehe sagen wirst 203
b. I@2@gg) stauf
wird dann auch auf ähnliche geräte übertragen, die zu andern zwecken dienen. I@2@g@aα)
nd. stôp
melkkübel: sinum melkkubile, ... eyn stoep tzo, stôp to melcken Dief.
gloss. 537
b. I@2@g@bβ) der stauf '
in der gegend von Wien, ein hölzernes gefäsz, welches zur zeit der weinlese vorzüglich gebrauchet [] wird, um den weinmost aus und ein zu schenken' Höfer 3, 174. I@2@g@gγ)
schweiz. stauf
auch für '
feuerkieke' Stalder 2, 393. I@2@hh)
zuweilen in freierem gebrauche. im bilde: also wil ich euch das tütsch büchlin herfür ziehen darin ir finden die warheit guoter sitten und geberden under den figuren unnd gleichnissen, das ist der stauff darin ist süesses und bitters (hic calix vini meri plenus iuxto) Keisersberg
narrensch. 11
d (
vorr.),
s. auch Scherz-Oberlin 1562. Eiselein 577; sich, daʒ dîn muot iht trunken gê von des gelückes stoufe. Frauenlob 116, 19.
ungewöhnlich für '
schlund, abgrund': darumme so warp unse leve here got den enghel yn der hellen stop uthe deme hemmele.
laiendoctr. 122
c bei Schiller-Lübben 4, 413
b. I@2@ii)
mhd. stouf
im wappen '=
spitz (
becher)' Gritzner
herald. terminologie (
bei Siebmacher
wappenb.) 307
c. (zum stouf,
Straszburger hausname 1302,
s. Ch. Schmidt
hist. wb. der els. mundart s. 341
b.) I@33)
indem der stauf
gewöhnlich eine bestimmte grösze hat, wird das wort weiterhin bezeichnung eines maszes für flüssigkeiten. so schon mhd. und mnd., s. Lexer
handwb. 2, 1216. Schiller-Lübben 4, 413
b.
dahin gehört es, wenn stauf
zur wiedergabe von metreta
oder von stopa (
das, daraus entlehnt, in eben diesem speciellen sinne üblich ist)
dient, s. d. glossen unter 1.
in einem lat. geschriebenen Bremer kaufbrief von 1325
bezw. 1494
wird una stopa butiri
durch zusatz von (ein stoep botter oder achtendeelken)
erklärt, wonach das wort als '
ein kleines fäszgen, ein achtel von der tonne'
bestimmt wird (
ohne angabe, ob noch üblich)
brem. wb. 4, 1048;
in dem Marienburger treszlerbuch v. 1399—1409 (
hrsg. v. Joachim,
Königsb. 1896)
ist stof, stouf
ein masz für wein, = loge (louge, logel,
fasz),
s. d. wortreg. diese verwendung geht natürlich aus von fällen, wo ein wirklicher becher als masz gebraucht wird, z. b.: we begrepen werth myth eynen falschen beckere effte stope offte myt falscher olygematen
Rigaer quelle bei Schiller-Lübben
a. a. o. ähnlich: item soll die gemeinde ein art zu der weinmasz halten, zu einer masz, zu einer halben masz und zu einem achtmasz. ... und aus den vorgenanten arten soll man ein würt, der da wein schenkt, ... ein meszigen stauf, ein halben meszigen und ein echtmasz (
achtel) stauf maszen und eichen
weisth. 5, 627 (
Göllheim, vom j. 1450).
die litteraturbelege erstrecken sich vom 12.
bis ins 16.
jahrh.: dar nâch nim einen stouf vollin des handigin (
scharfen) eʒʒikes unde mischeʒ alleʒ zesamine. ... dar geuʒ ein triteil eines stoufis von eʒʒike, danne giuʒ eʒ in ein glasevaʒ
arzneib. 119, 24. 27
Pfeiffer (I, 4); dat neyman geynen mart zuo cuofbeir (
kaufbier) in sette, in dat man eynen stuof (
var.: ein stubich) beirs umbe eynen penninc guolde
d. chron. 2, 245, 19 (
sächs. weltchron. 368,
zum j. 1226); kunt er zuo Muorbach zuo vastnaht, (
so giebt man ihm) einen stuof und ein brot und ein bertzze (
portion) fleisches
weisth. 4, 129 (
Isenheim im Elsasz, 1382); und sol man den fOersteren geben vier solen und iedeman ein brot, ein stügke fleis und einen stǒf wines 138 (
Oberhergheim, ende des 14.
jahrh.); den (
mähdern) sol man geben gebtelt brot, und vier einen kese, und tzwein einen stǒffe rots wines, tzwrent in dem tage 198 (
Metzeral im Elsasz, anfang des 15.
jahrh.); alle dye daygen, die do habent metzen wein ein viertal stauff, dy sullen das pringen zw sand Michels tag 3, 697, 30 (
Patzmannsdorf in Niederösterreich, um 1460); da sall seine gnaden inen urlaub geben, und sall den geben zuo fochhentzen und ein stauff weins 2, 466 (
Gondorf an der Untermosel); und (
Ulenspiegel) gat mit den kanten (
kannen) in den weinkeller, und laszt im messen ein stauff weinsz. ... und sprach. weinzepffer, wz gilt der stouff weins
Ulenspiegel 57.
hist.; da nams ein grosse höltzern kannen, wol von sechs stAeuffen oder mehr. B. Waldis
Esop 4, 19, 71.
was die quantität betrifft, so wird stauf
im allgemeinen einem heute üblicheren stübchen
gleichgesetzt (
gewöhnlich auch etymologisch identifizirt),
vgl. das.: '
gemeiniglich ist es ein masz flüssiger dinge, welches mit unserm stübchen
sowohl dem körperlichen inhalte, als der abstammung nach, genau überein kommt, und in einigen niederdeutschen [] gegenden stoff
lautet' Adelung.
vgl. Frisch
unter 2,
a. stauf
hat sich in verschiedenen mundarten bis in die gegenwart erhalten. so österr.: '
als ein gewisses angenommenes masz, hält der stauf 1⅔
masz; 24 stauf
machen einen eimer, oder 40
masz. in den berg- und zehendrechten wird daher alles nach emer
und stauf
berechnet. ... in den alten zeiten ist der stauf
grösser gewesen: denn schon unter herzog Rudolph IV. ist selber um den vierten theil kleiner gemacht worden' Höfer 3, 173.
zu der letzten angabe vgl.: das vierteil der stawff, oder die maas soll man mynnen ('
wegen des ungelds kleiner machen'), dasz wann einer aufthut um 20 pf. das engstel just zwanzig mahl in den vierteil stauffen gehe
quelle (
e diplomate Rudolfi archid. Austr.)
bei Frisch 2, 323
a,
vgl. Schmeller
2 2, 735.
dagegen kommt stouf, stâuff
im bair. nur in der ältern sprache vor, s. Schm.
2 2, 735;
ebenso steir.: 'stauf
und staufen,
m., alte bez. für ein flüssigkeits-, bes. weinmasz, bis um 1600
in gebrauche' Unger-Khull 571
a.
sonst gerade im nordosten des hd. sprachgebietes in nächster nähe des nd.: nordthür. in Stiege schtôf,
demin. schtêwechen,
flüssigkeitsmasz Liesenberg 206, šdóf Hertel
sprachsch. 234;
preusz. stoof '
quartmaasz' Schemionek 39; stôf,
plattd. stôp '
hohlmasz, der 90.
theil einer tonne, der 120.
eines ohms, ungefähr ein liter' Frischbier 2, 374.
hier sind auch schon aus dem mittelalter genaue maszbestimmungen mitgetheilt: 94 staufe soll eine tonne bier halten, aber 96 staufe eine tonne meth und 132 staufe ein rheinisch fasz wein
landesordn. (
v. 1307); unsre brauertonnen sollen sein 92 stauffe, und die vazze zweimal so grosz
Danziger willkür v. 1369
und 1455,
s. ebenda. ferner in Liv- und Esthland: 'stoof
oder stof, der
und das,
ist das hiesige gemeinste maasz bey flüszigen sachen (
es möchte ungefähr 2
sächsische nösel betragen)' Hupel 229. —
ebenso holl. stoop,
masz von 2
kannen. IIII.
spitzer, kegelförmiger berg. so nur hd.; substantivierung des westgerm. adj. *staupa-
steil, ags. stéap,
engl. steep,
altfries. stâp,
s. Torp
bei Fick
4 3, 496
f. Müllenhoff
d. altertumskunde 4, 345,
anm. ahd. stauf, stouf,
rupes, saxum ingens; cautes, promunctorium Graff 6, 660,
vgl.: cautes staufe steina
gl. Ker. bei Diefenbach
nov. gloss. 82
a;
mhd. stouf
hochragender felsen Lexer
handwb. 2, 1216.
als appellativ nur ganz vereinzelt: cardinal Iordanus Ostienszis ... zoch in mit lxxxv pfärden in den hof als man gat über den undern hoff gen dem stouff über zuo der linggen siten Ulrich v. Richental
Constanzer conc. s. 24
Buck; der erst ertzbischof ... zoch in ... in den hoff hinder dem stovff 46.
in neuerer zeit gelegentlich als dichterwort: um jähe berge wand sich der pfad, gefels mit basaltenen staufen. Brinckman 5, 61
Weltzien. häufig dagegen als name von bergen, so schon ahd. seit dem 8.
jahrh., im dativ Stouphe, -o,
gewöhnlich im dat. plur. Stoufun, -en, Stouphin, -en,
auch in tautologischer zusammensetzung Stoufinberc, Stophanberch,
s. Förstemann
namenb. 2
2, 1382
f. so noch jetzt weit verbreitet, besonders in den oberd. landschaften, Baden, Schwaben, Baiern, Österreich, doch auch in Hessen und anderswo, als name von bergspitzen und burgen, sowol als simplex: Stauf, Staufen,
wie in zusammensetzungen, wie Donaustauf, Regenstauf, der hôh Stauff
bei Reichenhall, Hohenstaufen, Staufenberg, -bühl, -eck, -küppel,
s. Schmid 507. Schmeller
2 2, 735. Höfer 3, 174. Vilmar 396.
daher dann auch als personenbezeichnung von Stovf(f)en,
s. Socin
mhd. namenb., reg. (
vgl. jedoch: 'stauffen,
ein altes deutsches wort, welches soviel hiesz als ein kelch oder becher, welches man noch bey der adelichen familie von Stauffen, welche drey becher in dem wappen führt, siehet' Zedler
universallex. 39, 1391.)
besonders bekannt ist die schwäb. stammburg des berühmten kaiserhauses, die wir jetzt gewöhnlich Hohenstaufen
nennen; das geschlecht selbst mhd. (der) von Stoufen,
oder Stoufære, Stoufer,
s. Lexer
a. a. o. jetzt wird, weniger gut, in der regel die Hohenstaufen
gesagt; selten einfaches der
Staufe: dieser stoff, der kampf zwischen Heinrich dem Löwen und kaiser Friedrich Barbarossa, ist hundertmal erwählt worden. der Welfe und der Staufe, ... wie oft haben sie sich bekämpft! Laube
ausgew. werke 5, 134
Houben (
burgtheater 2, 28).
dazu: nach kaiser Heinrich VI. ... kam das letzte
Staufenkind Konradin der
[] junge Keller 6, 81; Jakob von Wart ... sang ... das schöne tagelied, das am schlusse der von ihm uns erhaltenen sammlung steht und sich mit den vorzüglichsten gedichten dieser art aus der
Staufenzeit vergleichen lassen kann 45. IIIIII.
vereinzeltes. III@11)
gelegentlich als entstellung aus stauche I,
s.staufe 2. III@22)
unklar: und fürwar disz argument ist der edelst unnd feinste eisen stauff, darausz der herr Blindasinus ... seine gantze kriegsrüstung, kürisz und harnisch geschmidet hat Fischart
bienenk. 32
b. III@33) 'der stauf ...
die spitze, stufe. Fulda. derselbe führt es auch für kante an' Campe.
sonst nicht bekannt.