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stauf

nhd. bis sprichw. · 7 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

stauf m.

Bd. 17, Sp. 1169
stauf, m. II. becher. I@11) *staupa- ist in diesem sinne die alte gemeingerm. bezeichnung, die im deutschen durch die lehnworte becher, kelch verdrängt ist: altn. staup, neutr. vertiefung im wege, becher, klumpen Cleasby-Vigfusson 589b (die erste bedeutung sieht Torp bei Fick4 3, 497 als die ursprüngliche an, indem er von dem unter II erwähnten adj. ausgeht; die bedeutung 'becher' aus dem ags. entlehnt?), ebenso norw. staup Aasen 745a (schwed. stöp, n. støb sind wol [] vom verb stöpa, støbe gebildet); westgerm. als masc.: ags. stéap Cleasby-Vigfusson 913b (das neuengl. stoop, stoup kann nicht daraus hergeleitet werden und ist wol entlehnt, vgl. Skeat 600b); alts. unbelegt (staupa bei Wadstein 111a, 22; sciphus, parva staupa, ist natürlich lat.), mnd. stôp (vereinzelt stuof, vgl. unten) Schiller-Lübben 4, 413, mnl. stoop krug; ahd. stouf, stauf, stouph (plur. staufâ, stouffâ, stoupha, -e, -i), calix, cyathus, botolica, ajatus, emina, phialus, fiala, scyphum, staupus Graff 6, 660 (stouf als glosse über calix bei Notker ps. 10, 7. 15, 5. 21, 3. 74, 9), mhd. stouf, stauf, stuof, stoff Lexer handwb. 2, 1216: calix ... stouf Dief. gloss. 90c (ahd.), cyathus 116c (nov. gloss. 88a); bothonicula u. s. w. stouf, stouph, stouphilin, ags. stoppa, stappa 79c (ahd.); bothoma stouf, eymer nov. gloss. 58a (anfang des 15. jahrh.); (h)emina ... stouph gloss. 200b; metreta ... pint, stauf nov. gloss. 252b (voc. v. 1420); scyphus ... hofbeker vel stôp gloss. 518c (Chytraeus); stopa, stupa ... ein stauff o. gelt, stouff vel geelt, stoop vel gelte, stubîchen u. s. w. 554b (gemma gemmar. 1507—10); vgl. nov. gloss. 349b. das wort ist auch ins mittellat. übergegangen als staupus, staupum, stoupus, stopus, stopa; demin. staupulus und stopellus, s. Du Cange 7, 590c f. im ablaut dazu steht ags. stoppa eimer Bosworth-Toller 924a, alts. stoppo, botholicula Wadstein s. 111b, 40 (Oxf. Vergilgl.), ahd. stopha Graff 6, 660 (?), vgl. norw. stoppa fuszstapfe Aasen 755b (?). weitere beziehungen sind unsicher. (das von Torp angezogene lett. staupe 'pferdefuszstapfe' ist natürlich aus dem nord. entlehnt.) vgl. Wachter 1593. Weigand 2, 803. Fick3 3, 343. Torp bei Fick4 3, 497. Müllenhoff d. altertumsk. 4, 345. — stauf ist im deutschen starkes masc. im österr. begegnet daneben ein fem., s. staufe 1 und Frisch unter 3. (in den Ostseeprovinzen auch neutr. Hupel 229 unter 3.) die flexion ist theils die der a-, theils der i - stämme: ahd. pl. stoupha, stauf(f)a, stouffa und stouphi, -e, stoufi, s. Graff 6, 660. später hat der plur. meistens umlaut (s. Basler chron. 5, 529 und Forer fischb. 142a unter 2, b, B. Waldis unter 3, Keller 5, 185 unter 2, a; stauffe Garg. 123, s. unter 2, a, ferner Frischbier unter 3). I@22) stauf, stôp als bezeichnung eines trinkgefäszes ist in der mnd. schriftsprache bis zu ihrem erlöschen üblich geblieben, s. Schiller-Lübben 4, 413. brem. wb. 4, 1047 f. 6, 345. Lauremberg betrachtet es sogar als specifisch nd. im gegensatz zum hochd.: ihr drincket aus dem becher, wy drincken uth dem stope. schertzged. 4, 673. später ist es eingegangen. auf hd. gebiete scheint es besonders dem oberd. eigen zu sein und hat sich hier bis zur gegenwart erhalten: stauff (der) grosser bAecher, crater Maaler 385c; stauff, m. ein grosser bekker, crater Schottel 1421; stauf, der, est crater, ein groszer becher Stieler 2126; stauf, m. [voc. sass.] bicchierone ampio. lat. crater Kramer dict. 2, 917c; 'der stauff ... ein im hochdeutschen unbekanntes und nur im oberdeutschen gangbares wort, ein gefäsz von einem gewissen umfange, ingleichen einen becher einen kelch zu bezeichnen' Adelung (was für die bedeutung 3 nicht zutrifft). so jetzt noch schweiz. stauf 'humpen d. i. becher von besonderer grösze, dergleichen ehemals bey den feyerlichen Schweizergastmahlen paradirten' Stalder 2, 393; österr. s. unten g, β. I@2@aa) zur begriffsbestimmung: stauf, m. bey den alten ein grosser becher, darein ein stübchen, oder vier maas, oder 4. qvart giengen, crater Frisch 2, 323a. der stauf unterscheidet sich von andern trinkgefäszen durch grösze und gestalt: er ist in der regel ohne fusz und hat eimerform. neben andern gefäszen genannt: mit emmeren, balligen, groete schalen, groete giften, kannen und kroesen, stoepen, wo idt mag genoemt werden quelle bei Schiller-Lübben 4, 413b; da risz ... man den wein ausz potten, ausz pinten, ausz kelchen, napffen, gonen: kellen: hofbechern: tassen: trinckschalen: pfaffenmasen: stauffen von hohen stauffen (wortspielend mit II): kitten: kälten u. s. w. Garg. s. 123 neudr.; schöne frauen und jungfrauen fanden sich ein, immer mehrere stäuffe, köpfe, schalen und becher wurden aufgesetzt, so dasz über all' dem glänzen der feurigen augen und des edlen metalles die armen Ruechensteiner sich selbst vergaszen Keller 5, 185. I@2@bb) der stauf ist meistens von metall (vgl. die zuletzt angezogene stelle) und zwar, da es sich gewöhnlich um prunkstücke [] handelt, gern von edelmetall: sulverne stopp, schower und schalen quelle bei Schiller-Lübben 4, 413b; darna nemen se al dat sulverwerk van stopen, sulver scalen, sulver lepel, wat dar was Hamburg. chron. s. 127 Lappenberg; sulver kanne, schalen, stope chron. d. kl. Ribnitz 139, 23 Techen (zum j. 1525); und gewunnen sy die wagenburg und was do inn was, als sin silbergeschirr, vil kostlich stOeuff, kOepff und silberin kannen Basler chron. 5, 529, 34 (vom j. 1476); do ward neben andern diesem schalksnarren auch ein silberner stauf geben, wein zu bringen Zimm. chron.2 3, 460, 19. vergoldet: de rhat schenkede dem cardinale eine ahme winsz ... und einen sülvern vergülden stop, 87 gulden wehrt quelle s. brem. wb. 4, 1048 (Renner zum j. 1502). sogar: gulden stauff, phyala Dasypodius, vgl. phiale eyn credentz geschirr, gulden stauff, eyn schalen ders. im lat.-deutschen theile; urchin guldiner stauff, crater auro solidus Maaler 385c; (der 'ohrschneck', turbo auritus) ist lustig mit corallen geziert, als die goldtschmid pflegen etliche güldine stäuff zu schmiden Forer fischb. 142a. von anderm material: III koppe van albastere unde III stope van albastere Wismarer inv. bei Schiller - Lübben 4, 413b; 1 maser (ahornen) stop myt sulwer ebenda; abiegnus ... ein vhten kene o. stǒff Dief. gloss. 3a (voc. v. 1440). (hölzerner stauf zu anderm zweck s. unten g, β.) I@2@cc) der stauf ist meistens ein prunkstück, vgl. b und oben Stalder. daher auch mit plastischem schmuck: stauff von erhaben arbeit oder mit bildwerck, caelatus crater Maaler 385c. stauf als ehrengeschenk: für den besiegten ein prächtiger stauf. Bodmer Homer 1, s. 383 (Il. 23, 656: δέπας ἀμφικύπελλον); der stauf ist für den besiegten. 384 (663). I@2@dd) voller, leerer stauf: die vierd auf erde nider sasz faulkeit der schwacheit tochter was ein leeren stauf hielt in der hand. Wickgram kunst zu trinken 2, D 3a. mit angabe des inhalts: ein stauf weines oder in neuerer sprache meist ein stauf wein, vgl. unter e. auch: (narr.) man sol im billich ztrinken geben, Asser ... nim hin, bring im den stouf mit win. Funkelin Pallas (1550) v. 126 (schausp. aus dem 16. jahrh, 1, s. 177). I@2@ee) verbale fügungen: und luog welchs da der köstlichst (wein) sey, .., heisz dir ein hohen stauff vol schencken. Scheidt Grobianus 3198; se hebben gesecht: 'seeth, drinket uth juwem stope'. Hamb. chron. s. 31 Lappenberg. ein stauf wein etc. aussauffen, vuotare, mandar giù, tracannare un tal bicchiere Kramer dict. 2, 918a; eim ein grossen stauff voll ausz bringen, magno cratere lacessere aliquem Maaler 385c; drinck my tho den stop mit dem wyn. Stricker de düdesche schlömer G 2a, v. 2313. einen stauf trinken, wobei dann stauf auf die darin enthaltene flüssigkeit geht; (im bilde:) den stouf den er da hie tranc, der genædige Christ, ... des muz wir alle bichorn. aneg. 19, 52. vgl. noch: diser stauff hie mag die bin netzen, dann der es nicht empfind: der trinckt für nichts Garg. s. 129 neudr. I@2@ff) der stauf dient in der regel zum trinken, seltner zu anderm gebrauche. so gelegentlich (wobei stauf dann das besprochene trinkgefäsz ist): wart im erlich geschenckt in einem stauff tusent gulden, und sinem sun funffhundert gulden in einem stauff, one win und haber; wart geschetzt uff 4 tusent gulden Basler chron. 4, 359, 6; hinden nach in solchem gedümmel, drang Trachinus auff Pelorum zu, zucket den schweren stauff, jn damit zu boden zu werffen buch der liebe 203c; wirst du viel mäusz darüber haben, so wil ich dir diesen stanff (l. stauff) zeigen, dasz du nicht viel ach und wehe sagen wirst 203b. I@2@gg) stauf wird dann auch auf ähnliche geräte übertragen, die zu andern zwecken dienen. I@2@g@aα) nd. stôp melkkübel: sinum melkkubile, ... eyn stoep tzo, stôp to melcken Dief. gloss. 537b. I@2@g@bβ) der stauf 'in der gegend von Wien, ein hölzernes gefäsz, welches zur zeit der weinlese vorzüglich gebrauchet [] wird, um den weinmost aus und ein zu schenken' Höfer 3, 174. I@2@g@gγ) schweiz. stauf auch für 'feuerkieke' Stalder 2, 393. I@2@hh) zuweilen in freierem gebrauche. im bilde: also wil ich euch das tütsch büchlin herfür ziehen darin ir finden die warheit guoter sitten und geberden under den figuren unnd gleichnissen, das ist der stauff darin ist süesses und bitters (hic calix vini meri plenus iuxto) Keisersberg narrensch. 11d (vorr.), s. auch Scherz-Oberlin 1562. Eiselein 577; sich, daʒ dîn muot iht trunken gê von des gelückes stoufe. Frauenlob 116, 19. ungewöhnlich für 'schlund, abgrund': darumme so warp unse leve here got den enghel yn der hellen stop uthe deme hemmele. laiendoctr. 122c bei Schiller-Lübben 4, 413b. I@2@ii) mhd. stouf im wappen '= spitz (becher)' Gritzner herald. terminologie (bei Siebmacher wappenb.) 307c. (zum stouf, Straszburger hausname 1302, s. Ch. Schmidt hist. wb. der els. mundart s. 341b.) I@33) indem der stauf gewöhnlich eine bestimmte grösze hat, wird das wort weiterhin bezeichnung eines maszes für flüssigkeiten. so schon mhd. und mnd., s. Lexer handwb. 2, 1216. Schiller-Lübben 4, 413b. dahin gehört es, wenn stauf zur wiedergabe von metreta oder von stopa (das, daraus entlehnt, in eben diesem speciellen sinne üblich ist) dient, s. d. glossen unter 1. in einem lat. geschriebenen Bremer kaufbrief von 1325 bezw. 1494 wird una stopa butiri durch zusatz von (ein stoep botter oder achtendeelken) erklärt, wonach das wort als 'ein kleines fäszgen, ein achtel von der tonne' bestimmt wird (ohne angabe, ob noch üblich) brem. wb. 4, 1048; in dem Marienburger treszlerbuch v. 1399—1409 (hrsg. v. Joachim, Königsb. 1896) ist stof, stouf ein masz für wein, =  loge (louge, logel, fasz), s. d. wortreg. diese verwendung geht natürlich aus von fällen, wo ein wirklicher becher als masz gebraucht wird, z. b.: we begrepen werth myth eynen falschen beckere effte stope offte myt falscher olygematen Rigaer quelle bei Schiller-Lübben a. a. o. ähnlich: item soll die gemeinde ein art zu der weinmasz halten, zu einer masz, zu einer halben masz und zu einem achtmasz. ... und aus den vorgenanten arten soll man ein würt, der da wein schenkt, ... ein meszigen stauf, ein halben meszigen und ein echtmasz (achtel) stauf maszen und eichen weisth. 5, 627 (Göllheim, vom j. 1450). die litteraturbelege erstrecken sich vom 12. bis ins 16. jahrh.: dar nâch nim einen stouf vollin des handigin (scharfen) eʒʒikes unde mischeʒ alleʒ zesamine. ... dar geuʒ ein triteil eines stoufis von eʒʒike, danne giuʒ eʒ in ein glasevaʒ arzneib. 119, 24. 27 Pfeiffer (I, 4); dat neyman geynen mart zuo cuofbeir (kaufbier) in sette, in dat man eynen stuof (var.: ein stubich) beirs umbe eynen penninc guolde d. chron. 2, 245, 19 (sächs. weltchron. 368, zum j. 1226); kunt er zuo Muorbach zuo vastnaht, (so giebt man ihm) einen stuof und ein brot und ein bertzze (portion) fleisches weisth. 4, 129 (Isenheim im Elsasz, 1382); und sol man den fOersteren geben vier solen und iedeman ein brot, ein stügke fleis und einen stǒf wines 138 (Oberhergheim, ende des 14. jahrh.); den (mähdern) sol man geben gebtelt brot, und vier einen kese, und tzwein einen stǒffe rots wines, tzwrent in dem tage 198 (Metzeral im Elsasz, anfang des 15. jahrh.); alle dye daygen, die do habent metzen wein ein viertal stauff, dy sullen das pringen zw sand Michels tag 3, 697, 30 (Patzmannsdorf in Niederösterreich, um 1460); da sall seine gnaden inen urlaub geben, und sall den geben zuo fochhentzen und ein stauff weins 2, 466 (Gondorf an der Untermosel); und (Ulenspiegel) gat mit den kanten (kannen) in den weinkeller, und laszt im messen ein stauff weinsz. ... und sprach. weinzepffer, wz gilt der stouff weins Ulenspiegel 57. hist.; da nams ein grosse höltzern kannen, wol von sechs stAeuffen oder mehr. B. Waldis Esop 4, 19, 71. was die quantität betrifft, so wird stauf im allgemeinen einem heute üblicheren stübchen gleichgesetzt (gewöhnlich auch etymologisch identifizirt), vgl. das.: 'gemeiniglich ist es ein masz flüssiger dinge, welches mit unserm stübchen sowohl dem körperlichen inhalte, als der abstammung nach, genau überein kommt, und in einigen niederdeutschen [] gegenden stoff lautet' Adelung. vgl. Frisch unter 2, a. stauf hat sich in verschiedenen mundarten bis in die gegenwart erhalten. so österr.: 'als ein gewisses angenommenes masz, hält der stauf 1⅔ masz; 24 stauf machen einen eimer, oder 40 masz. in den berg- und zehendrechten wird daher alles nach emer und stauf berechnet. ... in den alten zeiten ist der stauf grösser gewesen: denn schon unter herzog Rudolph IV. ist selber um den vierten theil kleiner gemacht worden' Höfer 3, 173. zu der letzten angabe vgl.: das vierteil der stawff, oder die maas soll man mynnen ('wegen des ungelds kleiner machen'), dasz wann einer aufthut um 20 pf. das engstel just zwanzig mahl in den vierteil stauffen gehe quelle (e diplomate Rudolfi archid. Austr.) bei Frisch 2, 323a, vgl. Schmeller2 2, 735. dagegen kommt stouf, stâuff im bair. nur in der ältern sprache vor, s. Schm.2 2, 735; ebenso steir.: 'stauf und staufen, m., alte bez. für ein flüssigkeits-, bes. weinmasz, bis um 1600 in gebrauche' Unger-Khull 571a. sonst gerade im nordosten des hd. sprachgebietes in nächster nähe des nd.: nordthür. in Stiege schtôf, demin. schtêwechen, flüssigkeitsmasz Liesenberg 206, šdóf Hertel sprachsch. 234; preusz. stoof 'quartmaasz' Schemionek 39; stôf, plattd. stôp 'hohlmasz, der 90. theil einer tonne, der 120. eines ohms, ungefähr ein liter' Frischbier 2, 374. hier sind auch schon aus dem mittelalter genaue maszbestimmungen mitgetheilt: 94 staufe soll eine tonne bier halten, aber 96 staufe eine tonne meth und 132 staufe ein rheinisch fasz wein landesordn. (v. 1307); unsre brauertonnen sollen sein 92 stauffe, und die vazze zweimal so grosz Danziger willkür v. 1369 und 1455, s. ebenda. ferner in Liv- und Esthland: 'stoof oder stof, der und das, ist das hiesige gemeinste maasz bey flüszigen sachen (es möchte ungefähr 2 sächsische nösel betragen)' Hupel 229. — ebenso holl. stoop, masz von 2 kannen. IIII. spitzer, kegelförmiger berg. so nur hd.; substantivierung des westgerm. adj. *staupa- steil, ags. stéap, engl. steep, altfries. stâp, s. Torp bei Fick4 3, 496 f. Müllenhoff d. altertumskunde 4, 345, anm. ahd. stauf, stouf, rupes, saxum ingens; cautes, promunctorium Graff 6, 660, vgl.: cautes staufe steina gl. Ker. bei Diefenbach nov. gloss. 82a; mhd. stouf hochragender felsen Lexer handwb. 2, 1216. als appellativ nur ganz vereinzelt: cardinal Iordanus Ostienszis ... zoch in mit lxxxv pfärden in den hof als man gat über den undern hoff gen dem stouff über zuo der linggen siten Ulrich v. Richental Constanzer conc. s. 24 Buck; der erst ertzbischof ... zoch in ... in den hoff hinder dem stovff 46. in neuerer zeit gelegentlich als dichterwort: um jähe berge wand sich der pfad, gefels mit basaltenen staufen. Brinckman 5, 61 Weltzien. häufig dagegen als name von bergen, so schon ahd. seit dem 8. jahrh., im dativ Stouphe, -o, gewöhnlich im dat. plur. Stoufun, -en, Stouphin, -en, auch in tautologischer zusammensetzung Stoufinberc, Stophanberch, s. Förstemann namenb. 22, 1382 f. so noch jetzt weit verbreitet, besonders in den oberd. landschaften, Baden, Schwaben, Baiern, Österreich, doch auch in Hessen und anderswo, als name von bergspitzen und burgen, sowol als simplex: Stauf, Staufen, wie in zusammensetzungen, wie Donaustauf, Regenstauf, der hôh Stauff bei Reichenhall, Hohenstaufen, Staufenberg, -bühl, -eck, -küppel, s. Schmid 507. Schmeller2 2, 735. Höfer 3, 174. Vilmar 396. daher dann auch als personenbezeichnung von Stovf(f)en, s. Socin mhd. namenb., reg. (vgl. jedoch: 'stauffen, ein altes deutsches wort, welches soviel hiesz als ein kelch oder becher, welches man noch bey der adelichen familie von Stauffen, welche drey becher in dem wappen führt, siehet' Zedler universallex. 39, 1391.) besonders bekannt ist die schwäb. stammburg des berühmten kaiserhauses, die wir jetzt gewöhnlich Hohenstaufen nennen; das geschlecht selbst mhd. (der) von Stoufen, oder Stoufære, Stoufer, s. Lexer a. a. o. jetzt wird, weniger gut, in der regel die Hohenstaufen gesagt; selten einfaches der Staufe: dieser stoff, der kampf zwischen Heinrich dem Löwen und kaiser Friedrich Barbarossa, ist hundertmal erwählt worden. der Welfe und der Staufe, ... wie oft haben sie sich bekämpft! Laube ausgew. werke 5, 134 Houben (burgtheater 2, 28). dazu: nach kaiser Heinrich VI. ... kam das letzte Staufenkind Konradin der [] junge Keller 6, 81; Jakob von Wart ... sang ... das schöne tagelied, das am schlusse der von ihm uns erhaltenen sammlung steht und sich mit den vorzüglichsten gedichten dieser art aus der Staufenzeit vergleichen lassen kann 45. IIIIII. vereinzeltes. III@11) gelegentlich als entstellung aus stauche I, s.staufe 2. III@22) unklar: und fürwar disz argument ist der edelst unnd feinste eisen stauff, darausz der herr Blindasinus ... seine gantze kriegsrüstung, kürisz und harnisch geschmidet hat Fischart bienenk. 32b. III@33) 'der stauf ... die spitze, stufe. Fulda. derselbe führt es auch für kante an' Campe. sonst nicht bekannt.
18199 Zeichen · 490 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Stauf

    Adelung (1793–1801) · +6 Parallelbelege

    Der Stauf , des -es, plur. die -e, Diminut. das Stäuflein, ein im Hochdeutschen unbekanntes und nur im Oberdeutschen gan…

  2. modern
    Dialekt
    Staufm.

    Pfälzisches Wb.

    Stauf m. : 1. 'Trinkgefäß, Becher ohne Fuß, Kelch; bestimmtes Hohlmaß'. a. 1435: und soll die gemeind haben ihren gerec…

  3. Sprichwörter
    Stauf

    Wander (Sprichwörter)

    Stauf Ein Stauf (Becher, Kelch), worin Süsses und Bitteres. – Geiler.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit stauf

32 Bildungen · 25 Erstglied · 4 Zweitglied · 3 Ableitungen

stauf‑ als Erstglied (25 von 25)

Stauf(f)

Idiotikon

Stauf(f) Band 10, Spalte 1417 Stauf(f) -eⁿ I 10,1417

Stauf(f)bëcher

Idiotikon

Stauf(f)bëcher Band 4, Spalte 967 Stauf(f)bëcher 4,967

Stauf(f)gëlt

Idiotikon

Stauf(f)gëlt Band 2, Spalte 268 Stauf(f)gëlt 2,268

staufbier

DWB

stauf·bier

staufbier , n. , mnd. in Lübeck stoepbeer, stopber s. Schiller-Lübben 4, 413 b f. (' bier, das stôpwise verkauft wird? ' — kaum ): wer dicke…

staufen

DWB

staufen , verb. nach staufen ausmessen, vgl. DWB stauf I, 3. nur im ältern preusz. in der form stouben vereinzelt belegt: mynem hern gesand …

Staufenbach

PfWB

staufen·bach

Staufen-bach ON : Namenbestandteil zweier Siedlungen im Kr. KU. — 1. Nerreʳ Staafebach, Nerreʳ Stääfebach = Niederstaufenbach [KU-Nd'staufb …

Staufenberg:

DWBQVZ

staufen·berg

Staufenberg: Peter von Staufenberg. in: zwei altdeutsche rittermæren ( s. d. ).

Staufenbergerhof

PfWB

staufenberg·er·hof

 Staufenberger-hof m. : Name einer Wüstung bei NW-Dürkh; 16. Jh.: Zu Türkheim der Stauffenberger hoff [SSp Leiningen 11a].

Staufenburg

Meyers

staufen·burg

Staufenburg , Name mehrerer Nuinen, z. B. bei Staufen und Gittelde (s. d.).

staufer

DWB

stau·fer

staufer , m. , s. DWB staucher 1 ( Stieler 2126 ) und stauf II.

Stauffenberg

Meyers

Stauffenberg , Franz August, Freiherr Schenck von , deutscher Politiker, geb. 3. Aug. 1834 in Würzburg, gest. 2. Juni 1901 auf seinem Schlos…

Stauffer-Bern

Meyers

Stauffer-Bern , Karl , Maler, Kupferstecher und Bildhauer, geb. 2. Sept. 1857 zu Trübschachen im Emmental, gest. 24. Jan. 1891 in Florenz, b…

Staufferfett

PfWB

Stauffer-fett n. : ' Maschinenschmiermittel '. Gehe mer an die Eisebahn niwwer, wo ... die Butzwoll mit Staufferfett uf de Schiene leit [ Kr…

Stauffwīn

Idiotikon

Stauffwīn Band 16, Spalte 217 Stauffwīn 16,217

staufglas

DWB

stauf·glas

staufglas , n. , zu stauf I, nd. dithmars. stoopglas, bierglas, im gegensatz zum weinglase brem. wb. 6, 345.

staufhobel

DWB

stauf·hobel

staufhobel , m. : stauf- und leistenhobel steir. quelle bei Unger-Khull 571 a .

Stauf II

RhWB

Stauf II PfWB das Wort, ahd. stouf »Ehrenbecher ohne Fuss«, ist nur in übertr. Bed. vereinzelt bezeugt m.: 1. -auf Sg. t. eine bessere Abend…

staufkohle

DWB

stauf·kohle

staufkohle , f. : 'staufkohlen oder lesekohlen sind die schlechteste sorte der holzkohlen, welche noch die form der verkohlten holzstücke ha…

stauflut

DWB

stau·flut

stauflut , f. gestaute flut: ich habe oft bei groszwasserzeiten auf dem leedeich gestanden, wenn die gefräszige stauflut die steilen böschun…

staufwein

DWB

stauf·wein

staufwein , m. , vgl. DWB stauf I und staufbier: stauf-wyn, eine art zins des abts zu St. Gallen, so ihm die bergleute oder inwohner des geb…

stauf als Zweitglied (4 von 4)

Donaustauf

Herder

donau·stauf

Donaustauf , bayer. Marktflecken unterhalb Regensburg mit 900 E., fürstl. taxischem Schlosse und auf einem Bergkegel die Ruinen der 1634 von…

Ableitungen von stauf (3 von 3)

bestaufung

DWB

bestaufung , f. reichet und gebt in ewerm glauben die macht oder werk, in der macht die kunst, in der kunst die mäszigkeit. mit welcher best…

staufe

DWB

staufe , m. , s. DWB stauf II gegen ende.

verstaufen

DWB

verstaufen , verb. , s. verstauchen.