syntax,
f. ,
älter auch m., gr. σύνταξις,
lat. syntaxis;
als grammatischer terminus schon im gr. für die die sprachrichtige verbindung der wörter unter einander und zu ganzen sätzen, die wortfügung, die lehre davon Passow;
engl. syntaxis (
seit 1540, 1586), syntax (
seit 1613, 1636) Murray 9, 2, 386
u. 387,
frz. syntaxe (16.
jh.) Gamillscheg 826.
von den humanistischen grammatikern (
z. b. Melanchthon)
zunächst in der gr. form an stelle der mittelalterlichen bezeichnung diasintastica
wieder eingeführt, s. darüber Jellinek
gesch. d. dt. gramm. (1913) 2, 1,
vgl. noch: einer guten ... syntaxi (
dat.) Ickelsamer
teütsche gramm. (1534) a 1
a; syntaxis
M. Neander
bedencken (1583) 6; die syntaxis Bödiker
grundsätze d. dtsch. sprachen (1698) 189; syntaxin (
acc.) J. Mattheson
vollk. capellmeister (1739) 57.
ohne fremde endung bereits in der 2.
hälfte des 16.
jh., zunächst als masc. gebraucht, wie noch bei Adelung,
vgl. B. Ringwaldt
d. lauter warheit (1588) 217,
kunst über alle künste 92
Köhler (
v. j. 1672), Abr. a
s. Clara
mercks Wien (1680) 89, Bödiker
grundsätze (1746) 356, A. v. Haller
tagebuch s. beobacht. (1783) 1, 43, Adelung
umständl. lehrgebäude (1782) 2, 275, Thümmel
reise in d. mittägl. prov. (1791) 4, 39;
als fem. bis etwa 1800
noch selten, in den formen syntaxis, syntaxe (
wohl nach frz. syntaxe)
und der dann endgültig durchgedrungenen form syntax,
vgl. oben Ickelsamer, Bödiker
grundsätze (1729) 331, von der syntaxe Aichinger
versuch (1754) 369, von der syntax J. G. Lindner
grundlegung (1772) 42, die syntax Jac. Grimm
dt. gramm. 4 (1837) 2. —
über verdeutschungen für syntax
sieh ztschr. f. dt. wortforsch. 15, 82. 11)
als grammatischer terminus; bei den älteren deutschen grammatikern umfaszt der begriff der syntax
die verbindung der einzelnen wörter miteinander, seit dem späten 17.
jh. auch die wortstellung und im 18.
jh. weiterhin den ganzen satzbau, vgl. dazu Jellinek
a. a. o. 2, 372. 1@aa) '
wortverbindung', '
wortstellung'
oder '
satzbau': sampt einer guten teütschen syntaxi oder construction Ickelsamer
[] teütsche gramm. (1534) a 1
a; eben dieses verstehet herr Morhoff in seinem unterricht von der deutschen poesie, da er pag. 514 auff den syntax der deutschen sprache kömt und wegen meiner allzu groszen sorgfalt in diesen stücke raisoniren wil Chr. Weise
cur. gedanken v. dt. versen (1692) 1, 176; von der syntax der geschlechtswörter J. G. Lindner
grundlegung zur dt. sprachlehre (1772) 42; von dem syntax oder dem redesatze Adelung
umständl. lehrgebäude (1782) 2, 275; und verachtet den furchtsamen syntax der prosaischen poeten A. v. Haller
tagebuch s. beobacht. (1783) 1, 43; O. Erdmann grundzüge der deutschen syntax (1886)
titel; O. Behaghel deutsche syntax, eine geschichtliche darstellung (1923)
titel. 1@bb)
die '
lehre, theorie von der wortfügung und satzbildung': (
da ich lieber) mit im (
dem rector) und meinen collegis ... schwatzete, so nötiger, wie mich dazumal dauchte, denn grammatica und syntaxis Mich. Neander
bedencken (1581) 7
b; von der syntaxe oder der lehre von den wörtern im zusammenhang Aichinger
versuch e. teutsch. sprachlehre (1754) 369; das spiel der mienen, das den fügungen der worte besser zu statten kommt als alle regeln des syntaxes, geht in der beschreibung so gut wie verloren Thümmel
reise in d. mittägl. prov. (1791) 4, 39; Bernhardy wissenschaftliche syntax der griechischen sprache (1829)
titel; die syntax hat also die verbalverhältnisse vor den nominalen abzuhandeln Jac. Grimm
dt. gramm. (1822) 4, 2; die guten leutchen ... (
schwatzten) mit einer beredsamkeit, einem rednerischen feuer, von dem selbst Cicero in seiner rednerkunst keine aufschlüsse giebt und wovon auch kein wörtchen weder in der syntax der deutschen sprachlehren noch in den verschiedenen rhetoriken und ästhetischen vorlesungen steht W. Hauff
s. w. (1890) 3, 16; eine arbeit über Wolfram würde die grundlage für die ganze
mhd., ja die ganze deutsche syntax abgeben K. Müllenhoff
an W. Scherer in:
briefw. 90
Leitzmann. 22)
in erweitertem wortgebrauch gelegentlich wie '
grammatik': wenn gleich ein glarter (
gelehrter) schulgesell die knaben unterweiset hell in dem syntax und doch danebn thut ihnen bös exempel gebn B. Ringwaldt
lauter warheit (1588) 217; siehe nur zu, dasz ich dir den syntax nicht erkläre, dasz dir der Donat an den kopf fliege (
v. j. 1672)
kunst über alle künste 92
Köhler; in meinem (
des todes) syntax hat das verbum vivo auf der welt keinen infinitivum Abr. a
s. Clara
mercks Wien (1680) 89.