lautwandel 53 Wörterbücher · 2,7 Mio. Artikel
Wildcard · " Volltext

Aggregat · alle Wörterbücher

gurgel

mhd. bis spez. · 15 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
15 in 15 Wb.
Sprachstufen
7 von 16
Verweise rein
41
Verweise raus
35

Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

gurgel f.

Bd. 9, Sp. 1143
gurgel, f. , kehle, luftröhre, speiseröhre. herkunft, ausbreitung, form. ahd. gurgula (ahd. glossen 3, 689, 69, 9./10. jh.), gurgela (3, 71, 4, 13. jh.), gurgulla (geschr. gurgutta ahd. gl. 3, 362, 43, 13. jh.), mnl. gorgel, mnd. gorgelstrote. entlehnt aus lat. gurgulio, aus dessen i sich die gemination in gurgulla erklärt. die genusdifferenz von gurgula gegen gurgulio beruht auf einflusz von querca, querchela, dem einheimischen wort (vgl. an. kverk f., mnd. querke, quarke 'gurgel', afr. querka 'erdrosseln'), an dessen stelle gurgel trat. mlat. gurgula, belegt als lemma in deutschen hss. des 10.-12. jh. (ahd. gl. 3, 433, anm. 2; 434, 26; 436, 11), dürfte aus dem deutschen stammen, doch vgl. gargula 'guttur' du Cange 4, 33 (gargula, gurgula im anschlusz an gula, vgl. ahd. querca chela ahd. glossen 3, 433, 5?) sowie gargel 'einkehlung am fasz' (s. d.). — im 16. jh. vereinzelte männliche belege: der gurgel Paracelsus chirurg. (1618) 126 Huser; den gurgel Rachel 24 ndr. neben ahd. gurgula aus gurgulio steht die form gurgile aus lat. gurgulium, das sich in dem alem. gürgele, n., fortsetzen wird: gurgulium gurgile ahd. gloss. 3, 661 (aus d. 13. jh.); gürgele Frisius dict. (1541) 383a; 769b; Fischer schwäb. 3, 929; Martin-Lienhart 1, 231; Staub-Tobler 2, 418. in der literatur des 13./14. jh. ist gurgel nur spärlich und vorwiegend alemannisch belegt: bi der gurgelen (lesart gurgel) Hartmann v. Aue Iwein 176; zuo der gurgelen lesart für zuo dem gorgen (des drachen) Gottfried v. Straszburg v. 9213 Marold; auch 2982; (acc. pl.) gurgeln (der kühe) König v. Odenwald 41; querkele (s. o.), nicht gurgel steckt wohl in die qrquele (nom. sg.) Herbort v. Fritzlar v. 10568 Fromm.; hierzu noch flurnamen wie in der gurgelun (14. jh.) Alem. 8, 189; weitere bei Fischer schwäb. 3, 930. Konrad v. Megenberg kennt das wort nicht. in den glossaren des 15./16. jh. fehlt es noch oft. erst im 16./17. jh. wird es allgemein beliebt. seit der klassischen literaturperiode herrscht das als feiner empfundene kehle vor. mundartlich noch kräftiger erhalten; das schwäbische braucht sogar kehle gar nicht, sondern nur gurgel. die form gurgel ist durchweg fest; gorgel findet sich literarisch bei Ortolff v. Bairland artzneipuch (1477); K. Stolle thür. chron. 116; Luther 18, 199 W. (neben gurgel); Dürer proport. (1520) n 3c; H. Sachs 2, 7 lit. ver.; 3, 515 u. ö.; dialektisch z. b. Lenz Handschuhsheim. 29b; Ruckert unterfränk. 63; Haltrich siebenbürg. 130; Fischer samländ. 54. auch umgelautete formen sind selten: die gürgel (acc. sg.) Rist Parnasz (1652) 778; Aler dict. (1727) 1, 994b; görgel Chyträus nomencl. (1594) 109; güörgl Bauer-Collitz waldeck. 42a; görgl Danneil altmärk. 68a; gördel Fritz Reuter 2, 221 u. ö. Seelm.schwache flexionsendungen im singular zuletzt im 16. jh. belegt, z. b. der gurgeln (dat.) S. Franck sprüchw. (1545) 1, 105b; die gurglen (acc.) Wickram 6, 138 lit. ver.; Frisius dict. (1556) 133b u. ö.; mundartlich jedoch noch z. b. Seiler Basler ma. 156. bedeutung und gebrauch. 11) hohlraum des halses, im sinne von 'luftröhre' und 'speiseröhre'. nicht immer in dieser scheidung, häufig als 'rachenhöhle': (ist das zäpfchen geschwollen, so gibt man) ein löffel vol dyamargariton zu der gorgeln mit einem löffel vol warmes wassers und thu es wider zu dem munde Ortolff v. Bairland artzneipuch (1477) von dem plate; so lacht das alt weib ongehewr, das man ihr bisz an d gurgel sach Fischart flöhhatz 14 ndr. andererseits in ausdrücklicher nebeneinanderstellung beider bedeutungen: wie die supp im magen gedewet wirdt, und hatt sein sondere gurgel: also wird der chaos in der lungen gedewet und hatt auch sein eigen gurgel Paracelsus opera (1616) 1, 644; guttur gurgel, athemrohr, gula gurgel, speiszrohr Frischlin nom. (1586) 73a. 1@aa) luftröhre: gurgulio die gurgel, dardurch der athem gehet Dasypodius (1537) m 2c; fistula gurgel oder ror dardurch man athmet Frisius dict. (1556) 566b; die gurgel oder lufftröhr, vulgo die unrechte kähl. das öberste theil an der luftröhren Zehner nomencl. (1645) 267; wann dem valcken die gurgel und die kele ynwendig verswollen ist und zücht den atem swärliche Mynsinger v. d. falken 24 lit. ver.; die süssen mandeln ... sein den personen gesund, welchen die gurgel voller schleims ist Sebiz feldbau (1579) 345; (man musz) den athem in der geschwindigkeit nur bis an die gurgel ziehen Quantz anw. d. flöte zu spielen (1789) 75. meistens als 'sitz der stimme', gewöhnlich ohne klare örtliche und differenzierende vorstellung 'kehle' schlechthin entsprechend: das man aber wenig reden soll, lert auch die natur, die der gurgeln ein zäpflin oder thürlin fürgsetzt Seb. Franck sprüchw. (1545) 1, 105b; wann dem raben das gesang in der tieffen gurgel krachet Sebiz feldbau (1579) 41; wer das lied zu hoch anfängt, der musz die gurgel enge machen, dasz er es kan hinausbringen P. Winckler 2000 gutte ged. (1685) f 8b; weil unsere gurgel zu tausend liederchen gestimmt ist Hamann schriften (1821) 2, 181. besonders in wendungen, die eine kehlige sprech- oder singweise bezeichnen: ein Franzos aber beschuldigt die Deutschen, dasz sie aus dem halse oder aus der gurgel sprechen Gottsched sprachk. (1748) 10; durch die gurgel sprechen G. Forster sämtl. schriften (1843) 2, 328; vgl. unter hals 11; auf gleicher linie liegen: (des castraten) stimme wäre nicht so übel, wenn er sie nicht in den hals und in die gurgel nehmte Mozart bei O. Jahn (1856) 2, 433; auch brachte er alle töne hinten aus der gurgel oder, wenn man will aus dem rachen hervor Immermann 1, 152 Boxb.; bildlich, das geschmacklose solcher vortragsweise ins lächerliche ziehend: (Niedersachsen) sang mit offenen nasenlöchern und voller gurgel patriotismus Lichtenberg verm. schr. (1844) 2, 210; mit dicker gurgel wie vom dreifusz geheimnisvoll herunterlallen ebda 7, 67. speciell auf die gesangstechnik abzielend: (eine sängerin) welche 1. eine schöne stimme 2. eine galante gurgel (hat) bei O. Jahn Mozart (1856) 1, 629; die aria von der Courtanze ... habe ich ein wenig der geläufigen gurgel der mlle. Cavalieri aufgeopfert ebda 3, 106; vgl. noch: eine feste gurgel (stimme) haben Fischer schwäb. 3, 929; die geprüften gurgeln des theaterpersonals Mommsen m. gesch.4 3, 293. abschätzig: die kehle der nachtigall wird durch das frühjahr aufgeregt, zugleich aber auch die gurgel des guckucks Göthe 28, 161 W; für einen sprecher: es hätte einsmals eine gottlose gurgel gesagt, er wolte, dasz der teuffel in die kirchen und pfaffen schlüg M. Hammer hist. rosengarten (1654) 55. — im 18. jh. häufig für sie singstimme der vögel (vgl. auch gurgeln B 2): von den gurgeln kleiner sänger sey jetzt jeder wald erfüllt Brockes jahreszeiten (1745) 539; da wars, als hört ich einen schall wie die gurgel der nachtigall Kretschmann sämtl. w. (1784) 1, 196. 1@bb) speiseröhre. in dieser verwendung hält sich gurgel am festesten; seit dem 15. jh. belegt: die zaichen eines kalten magen: rützung, hesschen (aufstoszen) und pitrikeit in der gurgel kuchenmaystrey (1497 Augsb.) e 5a; vgl. frumen gurgel, intruck Diefenbach gloss. 249b; gula stomachi dy gurgel nov. gloss. 222b; sowie aus spätrer zeit: oesophagus, gula der schlund, die speiseröhre oder gurgel onomatol. medic. 2 (1756) 1163; enger gefaszt: der magenschlung ist ein häutichter gang ..., dessen oberster theil die gurgel ist v. Fleming vollk. soldat (1726) 348; so auch Henisch: der obertheil desz proviant rhor, da die speisz und trank durchgehet (1616) 1782. auch bei tieren: (wenn die kraniche) das land ergreiffen, so schyessen sye ... den sand usz der gurgel (e gutture) Eppendorff Plinius (1543) 150. meistens in wendungen des sinnes 'schlemmen, prassen', die gurgel symbolisch als sitz der esz- und trinklust aufgefaszt: (einer, der danach strebt) ab andern lten mit essen, trincken und vergebens komen sin gurglen ze smrwn und buch ze hitzigen Riederer spiegel d. rhetoric (1493) q 4b; (der gefräszige Grobianer:) wolt jr vil brangen und hoffieren, dieweil will ich mein gurgel schmieren Scheit Grobianus v. 840 ndr.; die g. schmieren stravizzare, mangiar e bere allegramente Kramer 2 (1702) 609b; die gurgel schmieren s. auch u.; (der ehemann) soll kein löwe sein, noch stets im hause brüllen, noch sich in vollem sausz die gurgel allzeit füllen Moscherosch gesichte (1650) 2, 345; fülpauch preist man in aller welt, wer die wil nider legen, der musz sein gurgel regen bergreihen 78 ndr.; in symbolischer deutung: Sardanabalus ... ist die gurgel oder schlund ... hat sich nur auf schwelgen und schlampampen ... begeben Mathesius Sarepta (1571) 83a; für den schlemmer selbst: Belsazer, der wird auch eine gurgel und trossel, denn er ist ein schlampamper, säuft sich voll ebda 84a. in belegen des 17. jh. auch wie sonst gaumen als sitz des geschmackssinnes: (sachen) mit welchen die apotheker unser gurgel anreitzen Schupp 737; (dasz der schiffer) ein solcher gurgel, der einesz bürgermeisters sohn, mit so schlechten speisen begegnen dürffte (um 1680) Joh. Schulte briefe (1856) 2 Merk; der gurgel ess ich nicht; ich esse nur dem magen Logau sinnged. 138 Eitner. in reichster fülle lebt gurgel in den redensarten und bildern, die sich auf das trinken beziehen: Fürstenberger (wein) zu Bachrach ... wie wird dein gurgel lachen Fischart Garg. 84 ndr.; (er musz) seiner alten gurgel zusprechen und musz den creditoren tag und nacht vollsauffen Schupp (1663) 26; er soll nur drauf los schaben und scharren, du wollest dir dafür die gurgel absauffen Schiller 2, 33 Gödeke (räuber), vgl. mundartlich Fischer 3, 929; Martin-Lienhart 1, 231; ähnlich schon: sauf, das dir der trunk die gurgel abstos Reinicke fuchs (1650) 282. in der wortverbindung gurgel und magen tritt gurgel in einen functionellen gegensatz zu magen analog essen und trinken: der magen und die gurgel sind böse gläubiger Kotzebue werke (1827) 31, 69; folglich verschlangen gurgel und magen die einkünfte der mittelmäszigen pfarre Holtei erzähl. schr. 16, 16. eine trockene gurgel haben u. ähnl. im sinne von 'durstig sein': wenn alsdenn der fastnachtstag vorbey ist, so sind denen handwerckspurschen ihre gurgeln von denen gesaltzenen und gewürtzten würsten gantz dürre J. G. Schmidt rockenphilos. (1706) 1, 336; der südwind aber hat im hergehen mir die gurgel ... ausgetrocknet med. maulaffe (1719) 71; ich bin alleweil nüchtern, meine gurgel ist trocken Meisl theatral. quodlibet 1, 115; e truckeni gurgel ha 'gern trinken' Martin-Lienhart els. 1, 231; zahlreich sind die mundartlichen ausdrücke für trinkfestigkeit, z. b. der hat e gurgel wie e stiefelrohr od. ähnl. Fischer 3, 929; sei gurgl is weider als e Paulaner erml Schmeller-Fr. 1, 936. — an diesen anwendungsbereich ist wohl anzuknüpfen die bezeichnung kriegsgurgel (s. d.), rohe begierde ausdrückend; später auch kurzweg gurgel für einen soldatenbettler v. Train chochemer loschen 51b; vgl. auch mordgurgel Adelung 2, 848; sowie sauf- und spielgurgel. die g. waschen, schmieren u. ä., im sinne von 'saufen': ey, wo wir ziehen auff der strass, hast du stets an der gürtl dein flaschen, darmit du thust dein gorgel waschen H. Sachs 17, 173 lit. ver.; vgl. den hals waschen ders. unter hals 11 a; setz in den trog die fleschen, so mögen wir die gurglen weschen Wickram 6, 138 lit. ver.; alemannisch noch jetzt: d sufer chönnid d gurgele wider wäsche (wenn der wein gut geraten) Staub-Tobler 2, 418. (ein trinker, der) weidlich vom abend an bisz morgen früe die gurgel schmieret Kirchhof wendunm. 2, 122 Öst.; nun die gurgel geschmirt, dieser stauf hie mag die bin (bühne) netzen Fischart Garg. 129 ndr.; s. auch oben sp. 1145; (ich) fass mit dem maul ihre vollen zitzen, thu mir mit macht die gurgel bespritzen Göthe 16, 80 W. (Satyros); ähnlich jemandem die gurgel schwenken, spülen: wenn er ihne (anrede) nor di gorgel schwenkt Niebergall dram. w. (1894) 267; eim d gurgel schwenke 'frei halten' Martin-Lienhart els. 1, 231; freunden, denen er so offt die gurgel gespület und ihnen aus nöhten geholffen hatte Schupp freund i. d. not 6 ndr.; vgl. dem kerl soll ik blosz de jurjel ausspülen (trinkgeld geben) Brendicke Berlin. wortsch. 131a. im gleichen sinne den wein usw. in die gurgel gieszen u. ä. wendungen: wir gossen den wein nicht allein in die gurgel, sondern auch auf den kopf Zendorius winternächte (1682) 775; (sie hatte) so viel von diesem flüssigen feuer (punsch) in ihre gurgel gegossen, dasz davon der qualm anfing in ihr pericranium zu steigen Bode gesch. d. Th. Jones (1786) 4, 270; (der wirt) gosz langsam den punsch ... die eigene gurgel hinab Raabe hungerpastor (1864) 2, 70. in fester wendung durch die gurgel jagen: (wie er mit seinen nachbarn) zwantzigk und mehr tonnen bier durch die gurgel gejagt hat Micrälius Pommerland (1640) 416; und wehre weit besser, dasz solch getreidig denen nothleidenden ... ümb ein billiges verkaufft würde, als dasz es ... von den brandteweinbrüdern durch die gurgel gejagt wird Prätorius saturnalia (1663) 371. bildlich sein geld, sein gut, alles u. ä. durch die gurgel jagen 'verprassen, vertrinken', bis auf den heutigen tag allgemein verbreitet und literarisch häufig belegt: (nüchterne können) manchen groschen, den ein andrer unnützer weise durch die gurgel jaget, in dem beutel behalten v. Fleming vollk. soldat (1726) 97; (burschen, die) tag für tag in den schenken rumhocken, bis der letzte pfennig durch die gurgel gejagt ist G. Hauptmann die weber (1892) 78; etliche verschwenden und jagen ihr gut durch die gurgel Fischart 3, 287 Hauffen; (der) jaget sein gütel durch die gurgel Dannhawer catech.-milch (1657) 2, 60; haus und hof durch die gurgel jagen W. Körte sprichw. (1837) 194; so mus es doch alles mit guten brüdern verzeret, verschlemmet und durch die gurgel gejagt sein Pape bettel u. garteteuffel (1586) g 4b; was das weib daheim ersparet ... anderwerts durch die verdampte gurgel jagen Moscherosch cura parentum 74 ndr.; elliptisch: in einigen tagen waren diese pferde und ochsen durch die gurgel A. v. Arnim 9, 159 Grimm; vgl. bei dem musz alles die gurgel na Fischer schwäb. 3, 929. seltener intransitive wendungen: was uns s fechten gwinnt, durch die gurgel rinnt Nestroy ges. w. (1890) 1, 72; was du nur bekompst, alles dir durch die gurgel fleusset Kirchhof wendunm. 1, 365 Österley; der wein ist ein gute, edle creatur gottes. wann er nu musz in einen bösen argen schalck und trunckenboltz gehn ..., erseufftzet er darüber und ist im leid, dasz er dem weinschlauch durch sein gurgel lauffen musse Gretter erkl. d. ep. Pauli a. d. Römer (1566) 491; himmlischer wein! der schleicht die gurgel nunter! maler Müller werke (1811) 1, 163. 22) die anschauung der luftröhre von auszen her bestimmt einen anderen bereich der anwendung. nur selten gewinnt das wort dabei die bed. 'auszen am halse sichtbare luftröhre'. 2@aa) in anatomischer u. ä. beschreibung: (ich) mach den hals dick vom gnick pysz zu der gorgel Dürer menschl. proportion (1520) n 3c; drüssel (ist) der vorder teil am hals, darin sich die gurgel sehen läszt Henisch 760; (der vorderhals) begreifft in sich pomum Adami und jugulum die gurgel Prätorius colleg. cur. (1713) 63; (die kehle) deren mittlerer teil, die gurgel Oken naturgesch. (1839) 4, 328. schon älter in weiterer bedeutung für den hals selbst: mit grôzen kreften stach er in enbor ûz dem satele hin, daz im ein ast den helm gevienc und bî der gurgelen hienc ... (dort) leit er hangende nôt Hartmann v. Aue Iwein 176 Benecke; (der elephant hatte) sein schnabel und gurgel ob dem hals Fabritii auszgestreckt Kirchhof wendunm. 2, 25 Österley; seine gemahlin, des Iphicrates tochter, schnitt er mit eigener hand vom geburtsgliede bis zur gurgel entzwey Lohenstein Arminius (1689) 2, 32a. im vollen dinglichen sinn als losgelöster körperteil z. b. in belegen für die verwendung tierischer luftröhren: (von der kuh sind verwendbar) lebern, nieren, lungen, hertze, gurgeln, zungen könig v. Odenwalde 41 Schröder; die gurgel sie (die gans) ... testieret (vermacht) hat der spinnerin das sie dieselbig dörren fein und machen daraus ringlein klein ihr garn und faden drauf zu winden W. Spangenberg ausgew. dichtungen 44; es nehmen auch einige die gurgel vom wolfe Döbel jäger practica (1754) 1, 35; durch den schornstein mit vergnügen sehen sie die hühner liegen, die schon ohne kopf und gurgeln lieblich in der pfanne schmurgeln W. Busch Max u. Moritz 10. — älternhd. besteht besonders in den wörterbüchern unsicherheit in der anatomischen definition; mit der weiteren bedeutung: guttur die gurgel oder kälen Frisius dict. (1556) 615a; ingluvies der kragen oder die gurgel ebda 697b. auszerhalb des üblichen gebrauchs in specialisierenden bedeutungsangaben: gurgel, der undertheil desz halsz iugulus Henisch (1616) 1782; gurgel, das knöpflin am hals ... nodus gutturis ebda; dagegen auf das halsinnere zielend: caruncula quaedam ... quam ... columellam appelamus die gurgel, athemzünglin, item zäpfflin im halsz Calepinus xi ling. (1598) 632a; gurgel: das zäpflin, der obertheil des lufftrohrs Henisch a. a. o.; vgl. Hyrtl kunstworte d. anatomie 21. 2@bb) am reichsten in verbindungen und ausdrücken des sinnes 'jemandem mit blanker waffe ans leben gehen': als ermannete er sich endlich, und stiesze ihm selbst den dolch in die gurgel A. U. v. Braunschweig Octavia (1677) 1, 1059; gesetzt dasz jemand mir das messer in die hand gäbe, und seinen halsz hinstreckete, mit dem begehren ihm dasselbe durch die gurgel zu stoszen d. vernünft. tadlerinnen (1725) 1, 110; ei! desto besser! er wird also auch nicht kreischen können, wenn ich ihm das eisen in die gurgel stosze Grabbe werke 1, 260 Blumenthal; ich dörfft dich durch dein gorgel stechen H. Sachs 2, 7 Keller; (Ingo) erhob das schwert, ihm mit der spitze die gurgel zu durchstechen Gust. Freytag werke (1886) 8, 102; küst schwerter, die man euch durch brust und gurgel treibt, wenn euch der eine schatz des heilgen glauben bleibt A. Gryphius trauerspiele 220 Palm; wer diese nymfe nicht läst ungeschmähet stehn, dem sol Astreen schwehrt durch hertz und gurgel gehn J. Rist neuer teutscher Parnasz (1652) 269. beim fechten: stosse mit ausgestrecktem arm nach seiner gurgell zu Sutorius fechtbuch (1612) 79; (er greift) den knappen an ... stöszt nach der gurgel frei A. v. Arnim 13, 239 Grimm; (er gab) ihm in die blosze gurgel einen solchen streich Amadis 78 lit. ver.; darüber ist Casimirus ... tödtlich in der gurgel verwundet Micrälius Pommerland (1640) 351; besonders jemandem die gurgel abschneiden: erstlich dieselben mit ein stich hinferckh (hinfertige), hinricht gleich wie das vich, hernach die gurgell woll abschneiden, so werden sies nit lang mehr treiben Endinger judenspiel 39 ndr.; da er den wechter fandt, dem schneyd er die gurgel ab Aymont v. Dordons süne (1535) f 2b; diese teuffelinnen (liefen die gefangenen) grausamlich an, schnitten ihnen mit dem schwerd die gurgel ab Prätorius saturnalia (1663) 159; die hänn gehet so lang, bisz ihr das messer die gurgel abschneid Lehman floril. polit. (1662) 2, 600; wie thörlich! wenn man sich die gurgel selbst abschneidet A. Gryphius trauerspiele 65 Palm; einem solchen menschen zu gelde verhelfen, heiszt das nicht dem wahnwitzigen ein messer in die hände geben, womit er sich die gurgel abschneiden kann? Lessing 2, 134 L.-M; wo der freund dem freunde dadurch seine liebe beweist, dasz er ihm die gurgel abschneidet Hebbel w. 1, 37 Werner; im älternhd. bis ins 18. jh. in gleichem sinne auch die gurgel abstechen: do sprach er, er sehe vil lieber grossis strites glancz, tod slahen und gorgiln abe stechen, stormen, fechten, stete und slosz brechen K. Stolle thür. chron. 116 lit. ver.; wie nun der böszwicht das messer in der hand hette, stach er dem töchterlin die gurgel ab Montanus schwankb. 89 lit. ver.; machs auff metzgerisch, kratz die sau, dasz sie sich legt, und stich ihr die gurgel ab Lehman florileg. (1662) 1, 414; so zog gott die hand von ihm ab, dasz er aus verzweiflung ihm selbst die gurgel abstach P. F. Sperling Nicodem. quaerens (1718) 1, 404. für das schlachten von tieren mannigfachere ausdrücke, z. b. zerschneiden Voss Odyssee 199 Bernays; durchschneiden Bürger 154 Bohtz; aufschneiden Grimm kinder u. hausm. (1812) 1, 102. anders: ich sprang herzu, und sägt die gurgel ihm herab D. v. d. Werder ras. Roland (1636) ges. 9, str. 40; zwischen den beinen hielt er eine ungeheure baszgeige, die er so wütend strich, als habe er in den Abruzzen einen armen reisenden niedergeworfen und wolle ihm geschwinde die gurgel abfiedeln Heine 3, 249 Elster; runter vom hof, oder ich drehe dir die gurgel ab Petri rothe erde (1895) 320; (er wird) eure gurgeln umdrehen Ratzel völkerk. (1885) 2, 208. — der zweyte wolff kam von hinden, wurff den dragoner zu boden undt bisz ihm die gurgel ab Elis. Charl. v. Orleans 136 Menzel. wendungen bildlichen gebrauches 'jemanden in äuszerste bedrängnis bringen'; besonders einem das schwert, messer usw. an die gurgel setzen: (weil die kaiserlichen) ihres haubt feindes, der ihnen bishero das schwert recht an die gurgel gesetzet, los geworden v. Chemnitz schwed. krieg 2 (1653) 5; weil die Franzosen schon zum feldzug bereit seien und den Italienern den dolchen an die gurgel setzten M. I. Schmidt gesch. d. Deutschen (1778) 4, 336; wer weisz, welchem unter uns er (der tod) zum ehesten werde das messer an die gurgel setzen Joh. Prätorius abdanckungen (1663) 163; wer wollusten nicht das messer an die gurgel setzt, den bringen sie um leben und seeligkeit Lehman florileg. polit. (1662) 2, 922; die wendung beruht auf eigentlichem gebrauch (s. auch oben): (er) sagt, mit gesetztem schwert an sein gurgel, zu im Amadis 116 Keller; (als Abraham den Isaak) auff dem holtzhauffen band und das messer an die gurgel setzte J. B. Carpzov leichpredigten (1698) 91; vgl. eim das schwärdt an halsz oder an die gurglen haben oder setzen Frisius dict. (1556) 133b, sowie frz. mettre le poignard sur la gorge. der bildliche gebrauch in einer reihe anderer wendungen: das wasser an die seel uns geht, das schwerd ihr an der gurgel steht Dav. v. Schweinitz bei Fischer-Tümpel 1, 379; erfahrung hofft, ob pfeil und degen ihr schon an hertz und gurgel stehn A. Gryphius ged. 998 Palm; der sebel grassirt euch noch nit so nahe an der gurgel wie uns Ungarn unterred. eines Ungarn u. teutsch. cavaliers (1664) c 1b; (der mohr) verriet nichts, bis das messer an ihre gurgel ging Schiller 3, 118 d.; es geht an die gurgel soviel wie 'es geht ans leben': wo du (Deutschland) die lenge wirst zusehn, so wird dirs an die gurgel gehn, der grosse schlag dich rühren (1628) v. Soltau histor. volksl. (1845) 478; kömmst du nochmals vors conseil, so wirst du arretirt und es geht an deine gurgel Laukhard leben (1791) 4, 46; für 'das leben' steht gurgel auch in: also sorg ich, meim sommergsellen wöll der tod nach der gurgel stellen Fischart 1, 5 Hauffen; einem nach der gurgel graben Schottel haubtspr. (1663) 119. 'finanziell ruinieren': mit parem gelt thut er ihn pochen. das heist die gorgel abgestochen H. Sachs 3, 515 lit. ver. 2@cc) wendungen im sinne von 'jemandem die luft abschneiden', die gurgel als luftröhre, sitz des lebens. vom hängen, erdrosseln, erwürgen: seinem begehren ist gnügen geschehen: ihm die gurgel zweimal zugezogen E. Francisci traursaal (1665) 1, 416; (da) bunden sie ihn mit andern stricken und rayttelten (knebelten) ihm die gurgel ab Joh. Nas antipap. eins u. hund. (1567) 2, g 6a; wie er sie mit einem küssin ersteckt und die gurgel abgetruckt het Seb. Franck chron. Germ. (1538) 221; (soll ich) diesem abgerichteten schäferhund (dem pater) die gurgel zusammenschnüren Schiller 2, 102 (räuber) G.; vereinzelt präpositional: (ich) drückte meinen fremden gast fest in die gurgel, dasz er sich nicht rühren konnte Cl. Brentano ges. schr. (1852) 4, 260. humoristisch: verbinde im die gurgel collum obstringe homini B. Faber thes. (1587) 806a; dasz mir fast die gurgel hette dörffen verknüpfft und zu eng gemacht werden Joachim Caesar J. Harnisch aus Fleckenl. (1648) 287. übertragen: (der der freiheit) den würgerstrick der knechtschafft an die gurgel geworfen Butschky Pathmos (1677) 203. jemanden bei, an der gurgel fassen, packen: darauff fasset er ihn geschwind bey der gurgel, dasz er nicht weiters schreyen konnte Grimmelshausen 3, 423 Keller; wenn ich einen bei der gurgel fasz ..., der giebt gwisz kein laut mehr von sich Nestroy werke (1890) 3, 61; der reitknecht faszte den kammerdiener in die gurgel Nicolai Nothanker (1773) 2, 111; er hat ihn gewisz an die gurgel gefaszt W. Alexis hosen d. h. v. Bredow (1846) 1, 313; übertragen: (wenn) es mich an die gurgel faszt, wie ein meuchelmörder Göthe 19, 79 W. (Werther). seit dem 18. jh. wird packen in dieser verbindung fest, meist mit der präposition an, seltener bei: wie? fletschtet ihr die zähne, wie ich kam, bereit schon, bey der gurgel euch zu packen Shakespeare (1797) 9, 40; hat dich sein geist an der gurgel gepackt, dasz du stocktest? F. M. Klinger neues theater (1790) 1, 272; jetzt gings über den Bayer her; der Blitzschwab packte ihn an der gurgel Aurbacher volksbüchl. (1835) 215; während die übrigen sich schön paarweise noch an den gurgeln gepackt hielten G. Keller werke (1889) 5, 226; als lässigerer ausdruck öfter kriegen, z. b. kriegen sie ihn ... bei die gördel, so, mit diesen griff, bis ich ran komm Fritz Reuter 2, 221; 224 Seelm.; ohne verb: (scen. bemerkg.) den mohren an der gurgel Schiller 3, 38 G. (Fiesko 1, 9); soll ich dem schuft an die gurgel? Liliencron sämtl. w. 6 (1900) 171. — ohne den sinn des erdrosselns: (gott) solt ihm wol ein weil zu sehen, aber zu letst ihn bey der gurgel nemen und zum haus hinaus füren Luther 19, 302 W.ebenso bildlich 'einem hart zusetzen', vgl. o. sp. 1148: aber las uns dem schalck an die gorgel Luther 18, 199 W.; wir aber greiffen im (dem papst) nach der gurgel und käle tischreden (1574) 240b; öfter in älterer zeit, vgl. Frisius dict. (1541) 659a; Alemannia 11, 170; auch: an die gurgel greifen Laube ges. schr. (1875) 14, 122; mundartliche wendungen: einem auf die gurgel trappen (ihm zusetzen, bis er bekennt) Fischer schwäb. 3, 929; muess di bim gurgle ne (nehmen)? Staub-Tobler 2, 418. aus andrer sphäre: zu theuer schnüret die gurgel zu P. Winckler 2000 gutte gedanken (1685) h 1a; vgl.d gurgel zue drucke 'finanziell ruinieren' Martin-Lienhart els. 1, 231. — hierher auch das wasser geht an die gurgel für 'in gefahr laufen zu ertrinken': wenn einem das wasser an die gurgel gehet, so lernet einer schwimmen Kramer d.-ital. (1700) 1, 576c; bildlich: es ist recht, wenn euch einmahl s wasser an d gurgel geht Meisl theatral. quodlibet 2, 72; übertragen: der aufruhr schwelle mir an die gurgel Schiller 2, 14 d. von seelischen wirkungen so viel wie den athem rauben: das schnürt die gurgel mir, ich musz wohl schrein Zach. Werner M. Luther (1807) 105; als wenn dir der ärger die gurgel verschnüren thät O. Ludwig ges. schr. (1891) 2, 356; es ist ein inneres unbekanntes toben ... das mir die gurgel zupreszt Göthe 19, 150 W. (Werther). 33) in übertragener bedeutung ein krummes verbindungsrohr an einer druckpumpe v. Eggers kriegslex. (1757) 1, 1124; Vitruvius de architect. (1800) anh. 32 Rode; eine runde einbuchtung zwischen den zähnen einer säge Karmarsch-Heeren (1876) 7, 498. als botanischer terminus bei Behlen forst- u. jagdkde (1840) 3, 518. 44) composita sind zu den einzelnen anwendungsbereichen jederzeit leicht bildbar und darum häufig nur einmalig zu belegen. 00 zu 2~~ mit beziehung auf die auszenseite des halses z. b. aus vogelbeschreibungen bezeichnungen wie gurgelband, n.: ein gurgelband braunschwarz, ... brustband schwarz Brehm 5, 457 P.-L.; -fleck, m.: der weisze gurgelfleck ist graulich gefleckt Naumann naturgesch. (1822) 4, 278; -zeichnung, f., ebda 7, 274; ferner etwa verschiedenartige ausdrücke für den beim manne am halse sichtbaren kehlkopf wie -knopf, m., gorjelknopp Askenasy Frankf. 160; Martin-Lienhart 1, 507; -stock, m. Hertel Thür. 111; -zapfen, m. Martin-Lienhart 2, 911. 00 zu 1~~, das halsinnere betreffend, gehören bezeichnungen wie -drüslein, n., uvula, das zäpfflein oder gurgeldrüszlein Woyt thes. (1696) 373; vgl. Hyrtl kunstworte d. anat. 21; -klamm, m., angina Kramer (1700) 1, 577a; -loch, n., orificium, vulg. mundtloch vocab. (1515 Hüpfuff) k 6a; -pfeife, f.: (am oberende der luftröhre hat die rohrdommel) keinen rechten kehlknoten oder gurgelpfeiffe, einen schall oder laut zu machen Knorr v. Rosenroth Browns pseudodoxia (1680) 692; -ritz, m., languette nouveau dict. (1762) 361a; -seuche f.: (der tod) ausz dem wulcken (würgen, ersticken), oder einer anderen gurgelseuche M. Pegius geburtsstundenbuch (1570) Q q 1a; -wehe, m., mal della gorga, angina Kramer teutsch-ital. (1700) 1, 577a; n., bräune Schrader d.-frz. 1, 584. eine besondere gruppe bilden die composita zu 1 b mit bezug auf essen und trinken, z. b. -leder, n.: (weinliebhaber) die ihr verschrumpffenes gurgelleder wiederum gern mit linder salbe ausschmiereten E. G. Happel d. sächs. Witekind 3, 385; (wein, den die alte) in den dürren schlauch ihres verschrumpfften gurgelleders hinabgeschüttet Er. Francisci lust. schaubühne (1702) 1, 1041; -öl, n.: der wirth hat ein fäszchen, da ist ein treffliches gurgelöl darin P. Rosegger II, 10, 270; -provision, f.: mit vorrhat von gurgelprovision (lesart: speisz) Fischart Garg. 420 ndr.; -schinder, m., schlechter kuchen Spiess henneberg. 86; -sucht, f.: über das hatte der gute kerl die gurgelsucht: denn was er desz tags mit betteln sammlete, das versoff er desz abends in gutem bier Er. Francisci lust. schaubühne (1698) 2, 665; -vergnügen, n.: jeh mal vor mir nach de andre ecke un hole mir en halb quart jurjelverjnüjen A. Glasbrenner Berlin, wie es ist u. trinkt 7, 36.
30026 Zeichen · 623 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    GURGELswf.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +3 Parallelbelege

    GURGEL ( ahd. gurgula Graff 4,248 ) swf. gurgel. er hienc bî der gurgelen Iw. 176.

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Gurgel

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Die Gurgel , plur. die -n, die Speiseröhre, der Schlund, und die äußere Gegend vorn am Halse unter dem Kinne, wo sie lie…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Gurgel

    Goethe-Wörterbuch

    Gurgel Kehle, Schlund; speziell als Organ der Lautäußerung u der Nahrungsaufnahme; in bildhaften Wdgn: ‘es faßt jdn an d…

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Gurgel

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Gurgel (aus lat. gurgulio , wofür üblicher guttur ), der Teil des Halses, wo Schlundkopf und Kehlkopf liegen. Vgl. Hals.

  5. modern
    Dialekt
    Gurgelf.

    Pfälzisches Wb. · +2 Parallelbelege

    Gurgel f. : 1. 'Schlund, Kehle', Goʳj(e)l (gǫʳjəl, gǫʳjl) [verbr. WPf NPf nördl. VPf Don Gal Buch], Gaʳjel (gḁʳjəl) [ KU…

  6. Sprichwörter
    Gurgel

    Wander (Sprichwörter)

    Gurgel 1. Bei der Gurgel fasst man die Fische, den Mann beim Worte. – Winckler, XVII, 89. 2. Man kann sich die Gurgel eb…

  7. Spezial
    Gurgel

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Gur|gel f. (-,-n) ‹anat› col (coi) m. ▬ jdm. an die Gurgel springen brancé tl col valgügn; jdm. die Gurgel zudrücken str…

Verweisungsnetz

65 Knoten, 58 Kanten

Tap auf Knoten öffnet Detail · Drag zum Umpositionieren · Scroll zum Zoomen

1-Hop 2-Hop
Filter:
Anchor 6 Kompositum 50 Sackgasse 9

Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit gurgel

68 Bildungen · 61 Erstglied · 3 Zweitglied · 4 Ableitungen

Zerlegung von gurgel 2 Komponenten

gur+gel

gurgel setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

gurgel‑ als Erstglied (30 von 61)

Gurgelknopf

SHW

Gurgel-knopf Band 2, Spalte 1525-1526

Gurgelrohr

SHW

Gurgel-rohr Band 2, Spalte 1525-1526

gurgelabschneiden

DWB

gurgel·abschneiden

gurgelabschneiden , n. , im sinne von hinterrücks ermorden: weil das gurgelabschneiden dein geschäft ist Alexis Woldemar (1842) 1, 180 ; une…

gurgelabschneider

DWB

gurgel·abschneider

gurgelabschneider , m. , mörder, als romanfigur: ( wer interessiert sich noch ) für die biederen gurgelabschneider, die herz und messer an d…

gurgelader

DWB

gurgel·ader

gurgelader , f. , schlagader Kramer t.-ital. (1700) 1, 577 a : man solle im schlage ( schlaganfall ) ... die gurgeladern ... schlahen lassen…

Gurgelband

RhWB

gurgel·band

Gurgel-band Rees n.: Riemen, der den Flegel mit der Fl.rute verbindet.

gurgelbein

DWB

gurgel·bein

gurgelbein , n. , kehlkopf, adamsapfel: welche unter dem gurgelbein kein holes grüblein haben ( le nœud de la gorge ) Comenius jan. iv ling.…

Gurgelblaser

PfWB

gurgel·blaser

Gurgel ✝ -blaser m. : 'Prahler', Garjelbloser [ Lambert Penns 60]. Syn. s. Prahlhans . —

gurgelei

DWB

gurgelei , f. , abschätzig für coloraturverzierungen im kunstgesang, zu gurgeln B 1 c: ( man hat bisher dem italienischen ) des gesanges hal…

gurgelein

DWB

gurgel·ein

gurgelein , gürgelein , n. , deminutiv zu gurgel: ( ein dieb sagt aus: ) ich hab wol 1500 gulden wert gestolen ... esz ist als durch des gur…

gurgelen

MWB

gur·gelen

gurgelen swV. auch gorgeln ( OvBaierl 103,7; BdN ). – zur Etymol. vgl. DWB 4,1,6,1152. 1 med., ‘gurgeln, (den Rachen) spülen’ 1.1 mit einer …

gurgeleⁿ

Idiotikon

gurgeleⁿ Band 2, Spalte 418 gurgeleⁿ 2,418

gurgelfreude

DWB

gurgel·freude

gurgelfreude , f. , die freude am essen und trinken, zu gurgel 1 b: die epicurischen bauchknechte, suchen nur die elende gurgelfreude L. Pol…

gurgelgriff

DWB

gurgel·griff

gurgelgriff , m. , zu gurgel 2 c ' griff an die gurgel ': faustschläge, gurgelgriffe und beinschläge F. L. Jahn 2, 133 Euler.

gurgelhahn

DWB

gurgel·hahn

gurgelhahn , m. , auerhahn ( vgl. gurgeln B 1 a) Adelung 2, 849 ; Naumann naturgesch. d. vögel (1822) 6, 277 ; vom gattungsbegriff her auch …

gurgelhieb

DWB

gurgel·hieb

gurgelhieb , m. ' hieb in die kehle ': mein printz ... sich des einen feindes durch einen gurgelhieb entledigte v . Ziegler asiat. Banise (1…

Gurgel II

RhWBN

Gurgel II f.: 1. b. Wasserstrudel Kemp-Dornbusch .

Gurgelines

RhWB

Gurgelines zaŋkt gǫrjəlīnəs  Saarbg-Besch m.: scherzh. Fastnachtsdienstag, weil dann viel Getränke durch die Gurgel gejagt werden.

gurgelkehle

DWB

gurgel·kehle

gurgelkehle , f. , gurgel: ( durch aderlasz kann man keinen schleim entziehen; ) soll dann die ader ein nasenloch oder ein gurgelkeel ... se…

gurgelklappe

DWB

gurgel·klappe

gurgelklappe , f. , bei pumpen ( vgl. gurgel 3) Jacobsson technol. wb. (1781) 2, 173 b ; von der luftröhre, im humoristischen vergleich mit …

Gurgelknopf

PfWB

gurgel·knopf

Gurgel-knopf m. : 'Kehlkopf', Goʳjelknopp, Goʳchel-, s. Gurgel [verbr.], -kneppche [Zweibr]; e starker G. [ NW-Freinsh ]; de G. eele (ölen) …

gurgelkropf

DWB

gurgel·kropf

gurgelkropf , m. , ' der vorwanst der thieren, ausz dem sie die speisz widerholen ' Megiser thes. polygl. (1603) 2, 440 c .

gurgellaut

DWB

gurgel·laut

gurgellaut , m. , für ' gutturaler consonant ', zu gurgel 1 a: ( unter den consonanten ) giebt es: 1. einen lungenlaut ... h; 2. drey gurgel…

gurgel als Zweitglied (3 von 3)

kriegsgurgel

DWB

kriegs·gurgel

kriegsgurgel , f. ein verächtliches kraftwort des 16. 17. jh. für die kniegsknechte jener zeit, urspr. besonders für die landsknechte in ihr…

Krugsgurgel

Wander

krug·s·gurgel

Krugsgurgel Eine versoffene Krugsgurgel. ( Heilbronn. ) Bezeichnung für ein dem Trunke ergebenes Frauenzimmer.

Ableitungen von gurgel (4 von 4)

gegurgel

DWB

gegurgel , n. fortgesetztes gurgeln: dem gegurgel der nachtigall ähnlich. Fr. Müller 1, 149 ; gieng der knecht an den brunnen im hofe .. und…

gurgele

BMZ

gurgele swv. knurre. eʒ gurgelt in dem bûche med. fundgr. 1,375. gargarisare gurgeln Diefenb. gl. 137.

Missgurgel

ElsWB

Missgurgel [Mìskùrkl Felleri. ] m. Mensch, der alle Güte missbraucht.

vergurgelung

DWB

vergurgelung , f. helluatio, decoctio bonorum, popinatio Stieler 715 .