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schludern

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

schludern verb.

Bd. 15, Sp. 808
schludern, verb. (vgl. schlaudern sp. 511, mhd. slûdern Lexer mhd. handwb. 2, 990); das verhältnis von slûdern zu mhd. slûr, träger zustand, träge person ist nicht klar, gewöhnlich denkt man slûr als kontrahiert aus slûder; doch vgl. auch schlaudern II a. a. o. in der schriftsprache ist schludern selten; von überhasteter, unsicherer bewegung: (der wanderer soll) luogen daʒ er an dem anfang sines wegs .. nit eins mols uber einanter schluder, aber daʒ er gemechlich und sittlich gang. Keisersberg christl. bilg. 154b; Maaler 429c hat das sein verschluderen .. uneerlich verthuon. schlendern: lange leben heiszt viele überleben: so klingt das leidige ritornell unseres vaudevilleartig hinschludernden lebensganges. Göthe an Zelter 530 (4, 278); dagegen ist das wort in der sprache des gewöhnlichen lebens und in der volkssprache viel gebräuchlich, besonders in dem sinne von 'nachlässig sich bewegen, nachlässig und flüchtig arbeiten, nachlässig sein' u. ä. (das ist geschludert, nachlässig gearbeitet). vgl. Schmid 465. Schm. 2, 507. Stalder 2, 331. Schöpf 618. Frischbier 2, 290a; eine waare unter dem preise verkaufen Albrecht 202b. Dähnert 432a. Danneil 196b. Frischbier 2, 290a. von gang, bewegung, haltung: schlûdern, nachlässig einhergehen Regel Ruhlaer mundart 33; umhergucken, spionieren Mi 81a. vielfach berührt sich das wort mit schluddern, der md. und nd. nebenform zu schlottern, sodasz bedeutungsübergang stattfindet, vgl. Frischbier 2, 290a; sluddern, nachlässig arbeiten Schütze 4, 114; sluedern, schlottern, schlotterig gehen, schlendern Woeste 242a; schluddern, nachlässig gekleidet und müszig gehen Sallmann mundart in Esthland 27a; dem nd. eigenthümlich ist sludern im sinne von 'plaudern, schwatzen, klatschen' Richey 264. brem. wb. 4, 843. Schütze 4, 122. Dähnert 432a. Frommanns zeitschrift 3, 552, 15 (Lippstadt). in gleicher bedeutung erscheint aber im hd. schlottern in älterer sprache, s. oben schlottern 3, b. ten Doornkaat Koolman unterscheidet sluddern, schleppend, träge, schlaff, nachlässig, unordentlich gehen, schlendern, schlottern; träge, nachlässig sein, etwas lässig betreiben, unordentlich wirtschaften (also in gleichem sinne wie sonst schludern), und sluderen, slûderen, schlaff, matt hinsinken, in halbschlaf fallen 3, 210a. 211b (zur letzten bedeutung vgl. schluder). beim abwinden von garn, zwirn, bezeichnet nd. slûdern verwirrung der fäden Danneil 196b; in ähnlicher beziehung, aber anders gewendet: Elisabeth. ihr habt aber auch gar zu loses garn auf eurer spule. S. sollte man nicht schludern (garn in verwirrung bringen)? Göthe 42, 292; einige oberdeutsche besonderheiten können hier noch angeschlossen werden (vgl. schlaudern sp. 512): schludern, schlodern neben schluttern, schlottern; in Österreich besonders von unfestem, verfettetem fleische: dem schludert das fleisch vor lauter fett. Klein prov.-wb. 2, 123, vergl. Höfer 3, 97. Hügel 139b, ferner Schm. 2, 538; daher schluderbauch, wackelbauch, fettwanst. schweiz. unpersönlich, es schluderet, schneit und regnet durch einander Hunziker 224 (vgl. nd. dat wër fangd an to sluddern, regnerisch, schmutzig zu werden. ten Doornkaat Koolman 3, 210b); diese bedeutung stellt sich der von schluder (schlamm, morast) zur seite, ebenso die folgenden bei Hunziker a. a. o. bezeugten: in einer halbdicken flüssigkeit umrühren; übertragen: so sprechen als ob man brei im munde hätte. Stalder 2, 331 verzeichnet schludern, schlüdern, unreinlich essen und trinken; verschlüdern, verschütten, den tisch überschludern, überschlüdern, überschütten, beschmutzen. wienerisch schludern, viel, aber langsam und oft trinken. Hügel 139b.
3688 Zeichen · 75 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Schludernv., intrs, trs

    Campe (1807–1813) · +2 Parallelbelege

    † Schludern , v. intrs . u. trs . 1) Schlaudern, schlottern. 2) In Hamburg, plaudern. Richey. D. Schludern .

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    schludern

    Goethe-Wörterbuch

    schludern für: (Garn) locker u unordentlich wickeln; im Bild des Lebenswandels mit der Konnotation unbekümmert sein [ Se…

  3. Spezial
    schludern

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    schlu|dern vb.intr. 1 (pfuschen, schlampen) slobré (-ra) 2 (vergeuden) spaterlé (-lëia), desmazé (-za), trá ia, sciuré f…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schludern

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Zerlegung von schludern 2 Komponenten

sch+ludern

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