gucken,
vb. ,
sehen, schauen. das wort drückt in der schriftsprache meist nur den vorgang des sehens aus. die anspannung des aufmerksam blickenden auges, sein ausdruck und seine richtung wird durch gucken
besonders hervorgehoben. daher die häufige anwendung des verbums um neugierde, aufmerksamkeit, aufdringlichkeit des blickes zu betonen oder das sehen durch eine mehr oder weniger enge öffnung zu bezeichnen. '
wegen dieser neugierigen aufmerksamkeit auf gegenstände, ... wie auch wegen der gröszeren annäherung zu dem gegenstande, ... ist es nicht höflich, anstatt sehen gucken
zu sagen' Eberhard
synonymik 6, 87.
zu den synonymen und ihrer verbreitung vgl. Kretschmer
wortgeographie 454,
wo gucken
aus der kindersprache hergeleitet wird. in den glossaren seit frühnhd. zeit: conspicere gucken Diefenbach
gl. 144
c (
obd. 15.
jh.);
visere schouwen
vel gocken 623
a (
md. 15.
jh.);
tuor luogen, schauwen, sehen, guggen Frisius
dict. (1556) 1337
b;
video sehen, luogen, guggen 1377; gucken
spectare, aspicere Stieler 713; gucken, kucken
spectare, prospectare Wachter 622. gucken
fehlt dem nd., doch vgl. kiken teil 5, 701;
von md. und obd. mundartenwörterbüchern wird es durchgehend verzeichnet, vgl. besonders: rheinisches wb. 2, 1479; Hertel
Thür. 111; Müller-Fraureuth 1, 448; Schmeller-Fr. 1, 886; Fischer
schwäb. 3, 893; Staub-Tobler 2, 182. 11)
als ausdruck des neugierigen, forschenden, staunenden oder stieren hinsehens auf einen gegenstand. die art des sehens wird bisweilen besonders hervorgehoben: die ebrecherinne die müezent ... hin gücken unde her gücken unde herwider gücken Berthold v. Regensburg
pred. 1, 231
Pfeiffer; dasz ers deutlich, klar und grob schreiben solle ..., dasz man nicht dafür müsse stehen und gucken und die buchstaben zelen und zusamen lesen Luther 19, 391
W.; (
wenn jemand einen brief liest, so) lisz heimlich mit und guck darein, so sichstu, was da neus mag sein Scheit
Grobianus v. 4328
ndr.; eben so genau, scharpf und tief (
hat) Maria ins grab Christi geguckt Dannhawer
catech.-milch 1, 60; so guckte ich von hinten auf seinen zettel Chr. Reuter
Schelmuffsky 52
ndr.; der stadtpoete (
schlich) umher und guckte in den erdboden, als ob er hineinsinken wollte Eschenburg
beispielsammlung 8, 1, 257; immer guckt er ganz finster in sich hinein J. J. Engel
schriften 1, 89; dann schwieg er eine weile still, guckte steif ins licht U. Bräker
sämmtl. schr. 1, 68; Elanuh flog hinüber ... und guckte voll neugier in ein prunkhaft eingerichtetes schlafgemach
M. v. Ebner-Eschenbach 1, 55; der alte Bernd ... guckt dann mit ernstem gesicht forschend herein G. Hauptmann
Rose Bernd (1904) 136.
mit angabe der wirkung: sich die augen aus dem kopfe gucken Wieland 22, 385; sie ist ein mädchen worden, und ich, ich werd ein kind und gucke mir die augen nach ihrem fenster blind Wilh. Müller
ged. 1, 100; während hier sich hundert schöne augen müde gucken nach ihnen Holtei
erz. schr. 5, 35.
als subject erscheinen häufig kinder oder tiere, was sich aus der grundbedeutung des verbums (
s. o.)
erklärt: und sah das kind sich smucken und us der deki gugen in under wilunt lachen an
der sœlden hort 111, 80
Adrian; die kinder ... guckten, was er in seinem weidenkörblein habe Chph. v. Schmid
ges. schr. 2, 216; die kinder guckten und staunten
M. v. Ebner-Eschenbach 4, 415; so wart ich ir recht als ain fuchs in ainem hag mit stiller lausz, gugg ausz der standen, smeug dich luchs Oswald v. Wolkenstein 48, 8
Schatz; die vögel aus dem schlaf erwachend guckten hie und da aus den nestern Cl. Brentano 5, 64; Gockel, Hinkel und Gackeleia standen am fenster und guckten hinter dem vorhang allem zu 5, 107.
in pejorativ-humoristischem zusammenhang das gucken
des menschen mit dem des tiers verglichen: seine treffliche reden breiteten sich so fern aus, dasz der richter stunde und guckte eben wie ein esel, der in den schlamm gefallen ist Olearius
pers. baumgarten (1696) 52
a; anfangs guckte sie wie ein schaf, bestürzt und mächtiglich verlegen Wieland 21, 108
Gruber. 22) gucken
bei sachbegriffen im sinne von '
hervorragen, sichtbar werden',
also mit passivem charakter, gern dann angewandt, wenn gegenstände dem beobachter auffallen oder aus einem anders gearteten umkreis unerwartet bzw. auffällig hervorragen. die grenze zu den unter 1
genannten belegen ist nicht immer scharf zu ziehen. häufig von körperteilen: der neuevangelisch esel die ohren so lang aus der löwenhaut reckt und gucken last St. Hosius
dialog (1558) p 1
b; da lästd er teufel die eselsohren so weit hervorgucken Prätorius
sieblaufen (1677) e 3
b; sein geschorner kopf guckte possierlich aus seinem scharlachmantel Heinse 2, 73
Sch.; seine hand guckte aus dem schwarzen weiten ermel Bettine
Günderode 2, 67; seht doch! die schmutzigen ellbogen gucken euch aus den zerrissenen jacken; Eichendorff 4, 373; die löffel (
des hasen) gucken aus dem schnee Storm 1, 283.
auch mannigfach sonst: das stroh, das er in schuhen hatt ... das nahm ich, als herauszer guckt und hab es hinder ihm verschluckt Erasmus Alberus
fabeln 53
ndr.; da leszt abermal der hoffertig geist sein unart gucken C. Ulenberg
antwort auf Joannes Bady warnung (1592) R r 3
b; flug hoch entpor und sah den rucken des bergs Atlantis herfür gucken Spreng
Äneis 68
a; hier guckten die grasspitzen schon unterm schnee hervor U. Bräker
sämtl. schriften 1, 54; ich sah aus (
seiner) rocktasche ein paket gedichte gucken, und lieber wollte ich den pasz lesen als die Göthe
gespräche 3, 156
B. erweitert erscheint die anwendung als aus den augen gucken: und martern sich selbst mit ihren uberigen gedancken, gleich wie ein hültzerne latern, das in der todt gleich ausz den augen gugket Lindener
rastbüchlein 163, 4
lit. ver.; der leibhaftige hunger gukt ihm aus den augen Miller
Siegwart 1, 53.
vgl. auch: der teufel guckt ihm aus den augen Binder 192.
in sprichwörtlichen redensarten: lügen guckt allezeit oben mit dem kopf hinaus Lehman
flor. pol. 1, 508; geld ... guckt überall oben aus 1, 280; wenn man das hertz trifft, so guckts herfür 1, 335; solang ein mensch in seiner haut wohnt, gückt der alte Adam und die Eva immer herfür 2, 522. 33)
typische äuszere begleitumstände sind häufig angegeben, durch die die bedeutung von gucken
in dem oben erwähnten sinne als angespanntes, neugieriges, heimliches, verstohlenes sehen charakterisiert wird. 3@aa)
es besteht nur eine begrenzte sicht, weil man durch eine öffnung oder über ein hindernis blickt, so häufig durch (in) ein fenster, aus einem fenster gucken: ein narr unverschemet allein guckt einem zu dem fenster nein Hans Sachs 19, 87
lit. ver.; denn auch vielmal zu allen fenstern und löchern am schlosz dieses hellische, wütende geschwürm herausgucket Kirchhof
wendunmuth 2, 213
lit. ver.; ein bauer guckte zu seinem fenster heraus Chr. Weise
erznarren 84
ndr.; eilte ich sogleich nach meines vaters haus und klopfte stark an; da guckte ein tolles, buckelichtes weib aus dem fenster Göthe 43, 116
W.; übertragen: ob sie zwar endlich ... die eifersucht aus dem fenster seines herzens herfür gucken sah Lohenstein
Arminius 2, 50
b;
ähnliche begleitumstände liegen vor in: so man den diu tor beschliuszet, so gugen siu dur die zun us Seuse
deutsche schr. 361
Bihlmeyer; sobald ich von ihnen ging, schlich ich mich bis vor des alten türe und guckte durch das schlüsselloch, um zu sehen, ob er schon bei seinem schreibepult beschäftiget wäre Gottsched
deutsche schaubühne 4, 472; Marthe durchs vorhängel guckend Göthe 14, 142
W.; die leser werden, wenn sie nicht einmal durch ein passageinstrument oder einen quadranten geguckt haben, wenigstens vom hörensagen wissen, dasz ...
F. Th. v. Schubert
verm. schr. 1, 235; hier (
steigt man) hinab in einen keller und gucket dann durch (
eine) drei meilen lange röhre am hellen mittage nach dem mond und den sternen G. Forster
sämtl. schr. 3, 151; er guckt durch einen spalt A. v. Arnim 19, 20
Grimm; und ich durfte nur soeben aus der schlitze gucken Immermann 2, 60
B. blickt man über ein hindernis hinweg, so ist nur der kopf des intensiv schauenden sichtbar. in solchem falle wird gucken
besonders gern gebraucht: (
sie) guckt ihm über die achseln
theater der Deutschen 13, 310; so befürchte ich von dem bösen (
dem teufel), der den eitlen mädchen, die sich des abends noch bespiegeln, über die schultern guckt, nicht mehr als von allen teufeln J. Möser 5, 40
Abeken; einer guckte dem andern über die schulter W. Raabe
hungerpastor (1864) 1, 170; 'der wolf kömmt!' ... er guckt schon über die hecke K. Fr. Cramer
Neseggab 4, 472; wenn sie (
die riesen) mit ihren groszen perucken über den zaun herüber gucken Cl. Brentano 2, 337. 3@bb)
mit angabe des zieles, wohin man sieht, meist in (nach) etwas gucken,
z. t. geht dieser gebrauch schon über in feste verbindungen, s. u. 4; in den spiegel gucken: hosen strifen, spiegel gucken, als ein wib mit zieren schmucken ... das sindt als fantasten werck Murner
narrenbeschw. 12, 55
ndr.; weswegen sie sich alsobald umbschaute und, da sie niemand hinter ihr sahe, wieder in den spiegel guckte Grimmelshausen 3, 401
Keller; wer disen monat ein schalck will sehen, der guck in ein spiegel Prätorius
saturnalia 307; sie (
die menschen) sind den kindern ähnlich, die, wenn sie in einen spiegel geguckt, ihn sogleich umwenden, um zu sehen, was auf der andern seite ist Göthe
gespr. 7, 21.
sprichwörtlich: wenn man nachts in den spiegel guckt, guckt der teufel heraus Binder 185. in den himmel gucken, nach den sternen gucken
und ähnlich: lauft davon etlich schritt und guckt gen himmel Guarinonius
grewel 35; lasz dir jetzt aus dem lauf des himmels wahrsagen und nach den stern gucken Abr. a
s. Clara
etw. für alle 2, 646; sie schmachtet ohnedies nach dir, da könnt ihr zusammen die geige spielen und in den mond gucken Eichendorff 3, 81.
vom flüchtigen hinsehen: studia leviter attingere das blau vom himmel studieren, nur in die schuel gucken Corvinus
fons lat. (1660) 1417.
in gleichem sinne in ein buch, ein schriftwerk gucken,
d. i. '
einen schnellen blick hineinwerfen', '
sich rasch orientieren',
daneben aber auch allgemein '
lesen',
s. Stieler 713: ich wolt, dasz ich ein buben het, der erst kem von dem A B C, den noch die ruthen theten we, der nur geguckt het in Donat Fischart
nachtrab 12
Kurz; es finden sich auch etliche ungelehrte, die kaum in den Donat gegukket Neumark
palmb. (1668) 90; ein wenig in die kriegescharte gegucket Fleming
teutscher soldat 320; eines (
ein schulkind) guckte noch schnell ins buch, wohl im bewusztsein, dasz die lection nicht ganz fest sitze W. v. Polenz
Grabenhäger 1, 18;
übertragen: und doch mit gröszerm fleisz und wohn in der welt groszes buch gegucket Weckherlin
ged. 1, 512. in die welt gucken
die welt kennenlernen: etwas genauer in die närrische welt gucken Chr. Weise
erznarren 10
ndr.; was einem groszen herrn an credit gelegen sei, das wird ein jeder wissen, der nur ein wenig in die welt gegucket hat B. Schupp
schr. (1663) 121.
anders vom gesichtsausdruck des kindes oder kindlichem menschen: (
die) wiege, aus welcher ein kleiner Karl, das abbild der mutter, in die fremde welt guckte G. Freytag 13, 163; (
ein bursche), hellblonde haarbüschel fielen ihm bis in die stirne und drunter guckte er mit treuherzigen blauen augen in die welt Anzengruber 3, 29,
vgl. u. 5 guckindiewelt. in ein land gucken (
ält. spr.): si auch von ferrem nit solten in ir vatterland gucken Caspar Hedio
chron. Germ. (1530) d 5
b; nun aber so sie von auszen in das teutsch land gucket haben ... magst du wol bei dir selbs ermessen, was groszes mangels do sei gewesen S. Münster
cosm. 306; wann ein Teutscher etwa ein viertel jahr in Franckreich gegucket oder nur einen Franzosen hören reden, so ist ihm seine muttersprache schon erleidet
teutscher sprachverderber (1643) 2; seine ursprüngliche absicht war gewesen, bis Triest und weiter nach Italien zu gucken (
zu reisen) Holtei
erz. schr. 18, 43. 44)
aus der häufigen verbindung von gucken
mit typischen äuszeren begleitumständen erwuchsen feste verbindungen, die besondere bedeutungen annahmen. 4@aa)
in den hafen, das häflin gucken: wann er auf dem dreifusz stuond, in den hafen gucken kundt Joh. Nas
das antipap. eins und hundert 1, 5
b; wann jr disem rhat folgt, so werd jr sehen, dasz ihr ... grosze buben solt werden, die auf eim dreifusz in hafen gucken können Fischart
Gargantua 60
ndr; guck in dein häflin
quae nihil ad te, ne velis scire S. Franck
sprichw. 1, 7
b,
vgl. 2, 120
a; guck in dein eigen häfelin (
unter sihe dich selbs an
nosce te ipsum)
schöne weise klugreden 57
a. 4@bb)
ins bergwerk gucken bedeutet so viel als dorthin gucken, wo man nichts sehen kann, eine sinnlose anstrengung machen: in aqua sementem facis ins meer sähmen, ins bergwerck gucken S. Franck
sprichw. 2, 83
b;
vgl. schöne weise klugr. 37
a. 4@cc)
durch die finger gucken tun, als ob man etwas nicht sieht, was unerlaubt oder gegen die ordnung geschieht: durch finger guckende pollicey Guarinonius
grewel (1610) 1323; und dann guckt er uns durch die finger und wir haben gute tage Fontane I 6, 47. 4@dd)
in den topf gucken, wenn die redewendung im zusammenhang mit dem begriffsfeld des wortes topf bleibt, bedeutet sie '
sich um das eigene oder fremde essen kümmern': was gehts blosz die an, was wir essen? die solln doch in ihre teppe gucken G. Hauptmann
biberpelz (1893) 28; aber es ist mittagszeit; da musz man die art nicht stören, da wollen sie für sich sein. es belästigt jedermann, wenn man ihm in den topf guckt W. v. Polenz
Grabenhäger 2, 135.
die aufdringlichkeit oder belästigung gehört zum bedeutungskreis der wendung, so wird sie auch heute noch zur charakterisierung der ehemänner gebraucht, die sich zu sehr um die angelegenheiten der frauen kümmern: guckt in die töpfe nicht, stürtzt nicht die näppgen um Henrici
ernst-scherzh. u. sat. ged. 1, 248; die männer sind wol greuliche narren, wenn sie ihren weibern einbilden wollen, sie müssen den gantzen tag nichts anders sich zu thun machen, als in die töpffe gucken, der köchin nachrechnen Stranitzky
ollapatrida 330
Wiener ndr. übertragen bedeutet dann in jemandes topf gucken
sich um die angelegenheiten anderer ungebeten kümmern, auf fremde angelegenheiten achten: die europäischen berichterstatter gucken uns dann nicht mehr in den topf Kürnberger
siegelringe 69.
hier liegt eine ähnliche bedeutung vor wie bei der redewendung in jemandes karten gucken (
s. u.).
vgl. auch: si tu hic esses, aliter sentires guckt ein solcher in sein eigen töpfgen, alsdenn wird er es gewahr und glaubet, was er vorher nicht hat glauben wollen
der wohlgeplagte priester (1695) 90. 4@ee)
in die karte(n) gucken, eig. beim kartenspiel unerlaubt in die karten des spielpartners sehen, erhält die bedeutung '
heimlich jemandes pläne zu durchschauen suchen, dem vorgehen jemandes auf den grund kommen': hätte er einen politicum gebraucht, der hätte ihm in die karte geguckt Schupp
schriften (1663) 37; nun musz der verwalter ein narr sein, dasz er sich so läst in die karte gucken Chr. Weise
erznarren 206
ndr.; man lässet ihme nirgends gern, am ungernsten aber bei klugen höfen in die karten gucken Butschky
Pathmos (1677) 19; nachdeme dem Aristoteles ein bissel in sein carten guckt hab J. J. Schwabe
volleingeschancktes tintenfäszl (1745) b 3
a; am wenigsten in diesem stück läszt sich das schicksal in die karte gucken (
was den tod betrifft)
schrift. d. Götheges. 1, 59. 4@ff)
ins glas gucken: nun guckte er ins leere glas maler Müller 1, 164; frau von Barchwitz musz den alten Padburg (
zu tisch) übernehmen. der kerl ist zwar auf dem rechten ohre taub und guckt am liebsten blosz nach vorne ins glas, aber ich kann ihr nicht helfen diesmal Kahlenberg
familie Barchwitz (1902) 22. zu tief, zu viel ins glas gucken
bedeutet über den durst trinken, sich einen rausch antrinken: es wer dann dasz einem die prill entfallen weret oder zu tief ins glas geguckt hette Fischart
binenkorb (1588) 225
b; Starkhans tritt in den lärm herein, und da er etwas zu tief ins glas geguckt, wird die sache nicht besser Göthe 41, 1, 158
W.; lamentier der herr nicht so schrecklich in der finsternis und vexier er nicht die leute, wenn ihm sonst nichts fehlt, als dasz er zu viel ins gläschen geguckt E. Th. A. Hoffmann 1, 182
Grisebach; vgl.: ich glaub du hast in die kannen geguckt oder der flaschen getreten auf den riemen, daz du schon anfangst zu reimen? Fischart
Gargantua 212
ndr.; der lockre Phöbus schlummert noch, weil er zu tief ins fläschchen gestern guckte H. v. Kleist 1, 207
E. Schmidt; 55)
vom imperativ guck
gebildete satzwörter: guckindiewelt, von einem sorglosen, unerfahrenen, jungen menschen, der nicht ganz trocken hinter den ohren ist (
s. unter kucken),
vgl. Ludwig teutsch-engl. lex. 820: es sind ein paar junge 'guckindiewelt', die ins blaue reisen Bauernfeld 5, 55; es war einmal ein faun, ein kleiner, nackter springinsfeld, so ein guckindiewelt mit äuglein lustig braun
F. Langheinrich
an das leben 72; ich war damals erst so ein guckindiewelt von elf oder zwölf jahren Sohnrey im
grünen klee 154; was doch die guckindiewelte heutzutage klug sind! Storm, 71.
guckinhafen, topfgucker: garfrosz, füllwanst und guckinhafen, du thuost all ding bschneicken und schlafen Wickram 4, 53
Bolte; ei liber schöner guckinnhafen, was mainstu dan mit deinem strafen? Fischart
glückh. schiff v. Zürich 99
ndr. guckinsloch, guckkasten Fischer
schwäb. 3, 901; Castelli 158.
gucküberdenzaun, so heiszt in einigen gegenden wegen seiner höhe der hohe schlichte pommerische kohl oder Ruppiner kohl Nemnich
wb. d. naturg. 214.