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schmant

nhd. bis sprichw. · 9 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
10 in 9 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

schmant m.

Bd. 15, Sp. 934
schmant, m. milchrahm, sahne. das wort taucht zuerst im 15. jahrh. auf, mhd. mnd. smant. Weigand 2, 600 führt belege aus den jahren 1425 (nd.), 1475 (clevisch), 1482 auf. crema smant Dief. gloss. 156b, oxygalla smant 404b (an 2 stellen). nov. gloss. 275b (smant, raume, rame u. s. w., daneben epigalium schmat, schreibfehler?), sapa ... smand gloss. 511b, smand, edoma, sapa [] Dief.-Wülcker 842. vgl. auch Lexer handwb. 2, 1002. Schiller-Lübben 4, 258b. Frommann 2, 512. 13. schmant scheint ein lehnwort aus dem slav. zu sein (so schon J. Grimm z. gesch. d. d. spr. 1002), doch ist die herkunft nicht klar. das gewöhnliche slavische wort für rahm ist smetana (so slov. bulgar. czech. russ., poln. śmietana, wend. smjetana, smjatana, polab. smatona, vergl. Miklosich etym. wb. der slav. sprachen 189b) liegt zu weit ab; es liegt unverkennbar dem in österr. und schles. mundarten verbreiteten schmetten zu grunde, vgl. das. sowie schmetterling und Kluge5 329. ein von diesem angezogenes böhm. smant ist nicht bekannt; šmant ist nach Miklosich a. a. o. selbst erst aus dem deutschen entlehnt, ebenso wol auch lit. smantas, šmanta neben smetona. doch gibt es ein böhm. wort šmanta schmutz, vgl. unten. im nhd. gehen die schreibungen schmant und schmand neben einander her. bei Frisch auch als fem. schmante, ebenso mundartlich, s. unten. 11) milchrahm: schmant, pinguedo lactis Alberus; schmante, f. ist nur in einigen gegenden gebräuchlich, für das was andere rohm nennen, milch-raum, das fette so sich oben auf der noch frischen milch setzet, cremor lactis Frisch 2, 205b f.; vgl. öcon. lex.2 2341. ebenso in neuern mundarten: bair. schmand dicke milch, rahm Schm. 2, 552, schwäb. dicke milch Schmid 470, ungr. die schmand Schröer 202b, hess. schmand, n. (das allein gebräuchliche wort) Vilmar 359. Pfister 258, schmant, schmann, schmenn Kehrein 1, 356. Schmidt 195. Klein 2, 126, nd. smand Schambach 197a. Woeste 243a. ten Doornkaat Koolman 3, 224a. vgl. nd. korrespondenzbl. 7, 52 f. 11, 84, schmant Frommann 6, 480 (Lippe). Frischbier 2, 294a, livl. estl. schmand Hupel 208 f. Sallmann 32. vgl. die synonyme rahm, sahne und flott (theil 3, 1827, wol aus nd. flôt, welches hier sehr verbreitet ist): o hundsfliegen, küszkul, kelbertate, leckt schmaut (l. schmant?) im hünerhausz. Garg. 94a; schmant und glums, ein preuszisches provinzielles leibgericht, besonders in Königsberg. Frischbier a. a. o.; hier wird eine grosze schüssel mit schmant und glums aufgetragen. Hamann 6, 193; wie der thee einigen unter unsern frauenzimmern schmekte .. und einigen andern .. der schmant und glumms. Hermes Sophiens reise 3, 237; dazu als anm.: ein preuszisches gericht von geronnener, und fetter milch. sprichwörtliche redensarten: wenn ich ihn auch mit schmand brate, schmecken thut er mir doch nicht. in der Wetterau: ein distelchen wie eine hand gibt ein löffelchen voll schmant. 22) weiterhin findet sich schmant auch in der bedeutung 'schmutz, schlamm, kot', so besonders mundartlich: nd. smand Schambach 197a, straszenkot Klein 2, 126 (es ist nur ein schmant auf der gasse in Danzig, vgl. Frischbier 2, 294a). Göpfert 114a. auch thüring. schmant schmutz, dreck. wie diese bedeutung sich zu 1 verhält, ist nicht mit bestimmtheit zu sagen. dasz beide sich vereinigen lassen, zeigt rahm, das sowol 'rusz' wie 'sahne' bedeutet (theil 8, 62 ff. als 2 ganz verschiedene wörter angesetzt); vgl. auch schmutz, das im oberd. 'fett' bedeutet, und goth. smarna 'kot' mit smairþr, schmer, s. Kluge5 329b. Borchart sprichw. redensarten2 s. 384, anm. andrerseits ist böhm. šmanta zu beachten, s. oben auch Frisch unterscheidet schmante, f., s. 1, von schmant, m., s. 3, b. 33) ähnlich in technischen verwendungen. 3@aa) in bergwerken, zarte bergarten Jacobsson 4, 2b, breiartige masse, klebriger schmutz, der sich in gruben durch zersetzung des gesteins unter dem einflusse von feuchtigkeit bildet. Veith 423. sie (die klüfte) sind ellenbreit, enthalten einen weichen thonartigen schmant, den die bergleute besteg nennen. Göthe 51, 110. 3@bb) in vitriolsiedereien der gelbe schlamm, der sich beim ersten sieden der vitriollauge zu boden schlägt und woraus eine rote farbe gebrannt wird. Jacobsson 4, 2b. Adelung: schmant in den bergwerken, ist die schwefelgelbe erde, so sich beym vitriol-sieden niederschlägt. Frisch 2, 205c. 3@cc) salzschmant, in salzwerken, s. theil 8, 1722. 44) mundartliches und besonderheiten. 4@aa) übertragen von 1, das beste von einer sache; so hess. und westerwäld. Vilmar 359. Kehrein 1, 356. Schmidt 195: nachdem diese 3 ackerstücke verkauft sind, ist der schmant fort. ebenda; noch freier: es geht wie schmand, geht ganz leicht, geht vortrefflich von statten; sogar das messer schneidet wie schmand. Vilmar a. a. o. ten Doornkaat Koolman 3, 224a kennt smant nur in diesem sinne: de smant is d'r of; hê hed de smant d'r of u. ähnl. [] 4@bb) nordthür. schmand schaum Schultze 43b. auch hessisch vom schaum auf dem biere. Pfister 258. 4@cc) in Nordböhmen ein gemenge von wasser und zerflieszendem schnee. Frommann 2, 237. 4@dd) naschhafte person Kehrein 1, 356. 4@ee) als name von gemarkungstheilen, s. ebenda.
5226 Zeichen · 169 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Schmant

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Der Schmant , des -es, plur. doch nur von mehrern Arten, die -e. 1) Im Bergbaue, eine zarte nasse und schwefelgelbe Erde…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Schmant

    Goethe-Wörterbuch

    Schmant sich an der Oberfläche der Milch absetzende fettreiche Schicht, Sahne; in bildl u zugl metasprachl Zshg GWB B20,…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Schmant

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Schmant ( Schmand , tschech. smetana ), im nordöstlichen Deutschland soviel wie Milchrahm; in der Bohrtechnik der Bohrsc…

  4. modern
    Dialekt
    Schmantm.

    Lothringisches Wb. · +2 Parallelbelege

    PfWB RhWB Schmant [šmant D. Si. ] m. Rahm auf der gekochten Milch. — baier. 2, 552 u. hess. 359 ebenso; ndd. smand, From…

  5. Sprichwörter
    Schmant

    Wander (Sprichwörter)

    Schmant Es hot sich übergekehr das Töpel Smetene. ( Jüd.-deutsch. Brody. ) Das Töpfchen Schmant (Rahm) hat sich umgekehr…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schmant

14 Bildungen · 11 Erstglied · 3 Zweitglied · 0 Ableitungen

Zerlegung von schmant 2 Komponenten

sch+mant

schmant setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

schmant‑ als Erstglied (11 von 11)

schmantbütte

DWB

schmant·buette

schmantbütte , f. ' die in einer schale gesäuerte, unabgeschmändete milch ' Sallmann 84 b . vom wellenlosen, spiegelglatten meer bei völlige…

schmanten

DWB

schma·n·ten

schmanten , schmänten , oder mit erweichung schmanden, schmänden, mhd. smenden, nassauisch schmanten, schmannen, schmennen Kehrein 1, 356 , …

schmantkasten

DWB

schmant·kasten

schmantkasten , m. kasten, in dem schmant aufbewahrt wird. sprichwörtlich: er sitzt am schmantkasten, an der quelle, ihm fehlt es nie. Frisc…

schmantkehlchen

DWB

schmant·kehlchen

schmantkehlchen , n. als name: sind dann stillfridsame und sittsame leut, so kan ich inen das musz auch süsz einstreichen ... welchen wolt e…

schmantlecker

DWB

schmant·lecker

schmantlecker , m. 1 1) der gern schmant iszt oder der viel schmant oder milch in den kaffee gieszt; als spottname der Rigaer. Hupel 209 . v…

Schmantlöffel

Meyers

schmant·loeffel

Schmantlöffel , Röhre aus Eisenblech mit Ventil an einem Ende, dient zum Herausnehmen des Bohrschlammes (des Schmants) aus dem Bohrloch.

schmanttopf

DWB

schmant·topf

schmanttopf , m. topf zum schmant Frischbier 2, 294 b : ein alter Wetterauischer oder Vogelsberger milch-bengel, der sein lebtag bey seiner …

schmant als Zweitglied (3 von 3)

hantschmant

KöblerMhd

hant·schmant

hantschmant , st. N. nhd. Helmdecke Q.: Suol (FB hantschmant), Hirzelin (um 1300?) E.: s. hant W.: nhd. DW- L.: MWB 2, 1187 (hantschmänt)

salzschmant

DWB

salz·schmant

salzschmant , m. unreinigkeit in der sole, die sich beim sieden als schaum oben aufsetzt. Jacobsson 3, 496 a .

Vitriolschmant

Campe

vitriol·schmant

Der Vitriolschmant , — es , o. Mz . in den Vitriolsiedereien, der Bodensatz, welcher beim Vitriolsieden auf dem Boden bleibt und aus einem s…