lautwandel 53 Wörterbücher · 2,7 Mio. Artikel
Wildcard · " Volltext

Aggregat · alle Wörterbücher

schmand

GWB bis Dial. · 4 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

RhWB
Anchors
4 in 4 Wb.
Sprachstufen
2 von 16
Verweise rein
6
Verweise raus
6

Eintrag · Rheinisches Wb.

Schmand

Bd. 7, Sp. 1436
Schmand das Wort ist nach Wk. VII 4 a u. 4 b gegenüber Raum zunächst ein mosfrk. Wort (doch kommt es im Rhfrk auch in Wend, Kreuzn, Simm, Goar neben Raum vor. wobei Schm. »Haut auf der gekochten Milch« bedeutet) in Merz, Saarbg, Mos, Eif bis Monsch-Stdt, Schleid-Dreiborn Dollend Hellenth Udenbreth Wollenbg, Ahrw (abseits Rheinb-Odend), rrhn. Westerw, Siegld, Sieg-Leuschd, Waldbr, Gummb, Wippf (nfrk.), Lennep, Barm, Elbf, Mettm, n. einschl. Ruhr, rrhn. Klev-Stdt, Geld-Hinsbeck, MGladb-Mülfort, Grevbr-Beckr [in Trier-Mettnich, Bernk-Wehlen, Koch, Daun, Ahrw, Neuw, OBerg, Nberg, n. Ruhr neben Raum; s. d. die Bedeutungsunterscheidung; Schm. »rohe Sahne« Koch; R. »Fettschicht auf gekochter Milch«; Schm. »zu Käse, nicht zu Butter verarbeitet«, R. »zu Butter v.« Aden-Weibern; Schm. Rahm auf sauer werdender Milch zum Butterbereiten; Schmanche »R. auf gekochter Milch, zum Heilen von Geschwüren« Trier-Mehring]; lautl. -ant; doch -ā- Saarbg, Bitb, WWittl, Prüm, WDaun, SMalm; in den mouillierenden Geb. des Rip, Berg -aŋk, –aŋd; MülhRuhr -ǫunt Sg. t. m.: 1. Sahne auf der ungekochten Milch, aber auch auf der gekochten M., sisser u. saurer Schm. Allg.; der gewällde Schm. auf gekochter M. Bitb-Dudeld (auf gekochter Milch s. auch Bast, Bucksenfell, Lise, Lüll, Schaum, Schlammes, Schlampes, Schlappes, Schmännes [Schmändes], Schwamm); den Schm. afscheppen (-nemmen, –schrappen der am Rande sitzenbleibt) Allg.; der Schm. darf nit alt seng (sein), on wann Schm. van freschkälwige Köhə dobi äs, dann git et rasch en got Botter Neuw, Allg. RA.: De Bunne sen su zort wie Schm. Goar-Weiler. En Destel wie en Hand göt en Lefel (voll) Schm. Trier-Schleidw, Verbr. (s. Distel). Sengnessele (Brenn-), dat git gode Schm. Neuw-Etschd. Wennchen (Winde), gut Schmänchen Bitb. En Eimer voll Schm. git en got Stöcke Botter Altk-Kirchen. Schm. [] schwemmt op der Melch das Gute siegt Bitb-Wiersd. Wann ken Schm. em Döppen es, kernt mer noch lang net ohne hinreichende Mittel gelingt nichts Gummb-Nümbrecht. Nett un reinlich moss mer sin, dat äs Dräss (Kot), un dat äs Schm. sagte eine Bauersfrau, als ihr Schwein in die Küche gestürmt war, den Topf mit Schm. umgestossen u. geschissen hatte u. sie nachher mit einem Löffel den Dr. in einen alten Eimer u. den Schm. in seinen Topf schöpfte Neuw-Asb. Ka Melch sen, sot de Kaz, do wor et Schm. (wie se de Schm. gefress hott) Bitb. De Schm. as dervon das Beste ist weg, du kommst zu spät Prüm. De schept iweral et erscht de Schm. of (ab) er will überall das Beste haben Daun-Tettschd, Allg.; der zähjt de Schm. devon May-Löf; he nemmt för sech der Schm. Siegld. Mer essen de Schm. un verkäfen (verkaufen) de Botter scherzh. Bitb-Bickend. Der isst och am lefsten den Schm. on lösst den anneren dat üvverege Altk-Wissen. We der Schm. esst, ka met dem Arsch de Botter drähe Schleid-Dreiborn. Andrees (Andreas), der Schnie bles (blies), der Döppe koch, der Schm. schloch (schlauchte)! May-OMendig. Hei schmert di den Schm. üm de Mule un leckt en selver af er schmeichelt Gummb; einem Schm. öm et Mul herömstrichen Neuw-Etschd. De Katz bei de Schm. spere den Bock zum Gärtner machen Zell-Briedel. Om (im) Niederland (nördl. Rheinland) essen se de Melch mot dem Schm. dort lebt man sehr gut, wird viel verdient Prüm-Ihren. — 2.a. Schimmelbelag auf Wein, Bier, Essig, Eingemachtem Birkf (Idar nur diese Bed.), Simm-Laub Schlierschd Schmiedel, Koch-Lütz, Sieg-ODollend (nur diese Bed.). — b. klebriger, fettiger Schmutz an Töpfen, Kleidungsstücken Birkf (Idar nur diese Bed.), Altk-Wissen (Strassenschlamm), Rees-Haldern Hamminkeln. — c. Wasserpest, –linse Simm-Spesenr, Altk-Wissen.
3686 Zeichen · 99 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Schmand

    Goethe-Wörterbuch

    Schmand bergm: tonartiges, durch Feuchtigkeit entstandenes Zersetzungsprodukt eines Gesteins 1) ; in metasprachl Zshg GW…

  2. modern
    Dialekt
    Schmandm.

    Pfälzisches Wb. · +2 Parallelbelege

    Schmand m. : 1. 'Rahm, Sahne', Schmand [ Thielen 100]; Syn. s. PfWB Rahm 1 . — 2. 'leichter Schmutz, besonders am Kochge…

Verweisungsnetz

9 Knoten, 10 Kanten

Tap auf Knoten öffnet Detail · Drag zum Umpositionieren · Scroll zum Zoomen

1-Hop 2-Hop
Filter:
Anchor 2 Kompositum 5 Sackgasse 2

Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schmand

53 Bildungen · 50 Erstglied · 3 Zweitglied · 0 Ableitungen

Zerlegung von schmand 2 Komponenten

sch+mand

schmand setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

schmand‑ als Erstglied (30 von 50)

Schmandbart

RhWB

schmand·bart

Schmand-bart May-Ochtendung m.: — scherzh. am Munde des naschenden Kindes haftender Schmand.

Schmandblätter

RhWB

schmand·blaetter

Schmand-blätter -Ed- Wittl-Spangdahlem ; -ād- Waldbr-Holpe Pl.: Bl. des Huflattich, tussilago farfara (wegen der filzigen Behaarung auf der …

Schmandblume

RhWB

schmand·blume

Schmand-blume (s. S.) f.: 1. Sumpfdotterblume, caltha palustris Altk-NFischb OLahr , Siegld-Büschergrund Dielfen Eiserf Heusl Meiswinkel Müs…

Schmandbohne

RhWB

schmand·bohne

Schmand-bohne (s. S.) Wittl-Bengel , Mos in Bernk , Zell f.: Stangenbohne mit weicher Schote.

Schmandbutter

RhWB

schmand·butter

Schmand-butter m. Berg, Ruhr: Butterbrot, mit Schmand bestrichen. RA.: Geduld un en Schm.botter! damit ermahnt man ein Kind zu Geduld Lennep…

Schmanddüppen

RhWB

schmand·dueppen

Schmand-düppen (s. S.) Allg. n.: 1. grosser Topf aus Steingut, in den der Schmand geschöpft wird u. in dem er aufbewahrt wird (er hat oft un…

Schmandengel

RhWB

schmand·engel

Schmand-engel Saarbg , Mos von Trier bis Koch , Wittl , Daun-Neroth , Neuw-Leutesd , Lennep-Radevormwald , Barm m.: 1. spött. Kosew. für Lie…

Schmandes

RhWB

schma·n·des

Schmandes -āndəs, Pl. -əsən Wittl-Dreis m.: verächtl. Schmeichler, Schmuser, Anträger.

Schmandhannes

RhWB

schmand·hannes

Schmand-hannes Trier-Euren m.: verächtl. einer, der sich bei Vorgesetzten, etwa durch Anträgerei, einschmeicheln, eine gute Nummer verschaff…

Schmandhaut

RhWB

schmand·haut

Schmand-haut (s. S.) Neuw-ODreis , Malm-Mürring f.: H. auf der gekochten Milch.

schmandig

DWB

schma·n·dig

schmantig , schmandig , adj. 1 1) von der milch, wenn sie schmant hat. westerw. schmantich Schmidt 195 . Frischbier 2, 294 b , nd. smannig S…

Schmandjunge

RhWB

schmand·junge

Schmand-junge -jo·ŋ. Merz-Saarhölzb , Goar-Oppenhsn , Ahrw-Sinzig m.: verächtl. 1. elender, schwächlicher, unsauberer J. — 2. Schmeichler Me…

Schmandkuh

RhWB

schmand·kuh

Schmand-kuh Neuw f.: K., deren Milch am meisten Schmand, Butter ergibt.

Schmandlappen

RhWB

schmand·lappen

Schmand-lappen Trier-Karthaus Mehring Olewig , Bitb-Bollend , Gummb m.: 1. ein mit Schmand bestrichener L. (auch e Schm.läppchen ), das man …

Schmandlecker

RhWB

schmand·lecker

Schmand-lecker (s. S.) m.: 1. a. verächtl. Schmeichler; einer, der sich überall auf hündische Weise anzubinden versucht Bitb-Usch , Prüm-Bur…

schmand als Zweitglied (3 von 3)

Blafferschmand

RhWB

blaffer·schmand

Blaffersch-mand blafəšmanj Heinsb-Breberen f.: grosser, grauer Weidenkorb zum Kaff- oder Heckselholen (veralt.; jetzt Kafmanj ).