verspielen,
verb. ,
zu spielen
gehörig. form. die bei Graff
sprachschatz 6, 333
angeführte glosse vorspilt '
alludit caro spiritui'
ist als Tobiasglosse in dem Docenschen nachlasz (A b
fol. 74)
unter den nachträgen von Schmellers hand als schon mhd. verzeichnet und soll nach einer notiz Schmellers ebd. auf Docensches material zurückgehen; indessen findet sie sich weder bei Steinmeyer-Sievers
ahd. gloss. noch überhaupt im Vulgatatext des Tobias. die form furi-(spilôn)
scheint von Graff
willkürlich und unrichtig angesetzt. das compositum ist nicht gemeingermanisch, sondern stammt erst aus mhd. zeit, fehlt im englischen und älteren nordischen und ist in schwed. förspela
dän. forspille
aus dem deutschen, in fries. forspylje (Dijkstra 1, 419
a)
aus dem niederld. entlehnt. mnd. vorspelen Schiller-Lübben 5, 454.
mndl. verspelen Verdam
hdwb. 637
a. Kilian (1632) R r 6
b, (1777) 727
b. Binnaert (1701) G g 5
b.
mhd. verspiln
mhd. wb. 2, 2, 507
b; Lexer
handwb. 3, 244.
vgl. die glossen: alludere, v'spilen, -spylen Diefenbach
gloss. 24
c;
deludere, v'spieln 172
b; verspilen,
perludere i. e. valde ludere voc. inc. teut. E 4
b (1482). verspielen Schottel 647
a. Hulsius 453
a. ab-
und verspielen,
jacturam facere Stieler 2085. Kramer
teutsch-it. dict. 2, 868;
nuovo ditt. 510
a;
kgl. nider-hochteutsch dict. 247. Dentzler 2, 312
b. Steinbach 2, 628. Frisch
nouv. dict. (1730) 597,
teutschlat. wb. 1, 300
c. Hederich (1777) 3285. Schwan
nouv. dict. (1784) 2, 930
a. Adelung. Campe. Heyne
2 3, 1253. Grimm
gramm. 2, 855
f. Paul
wb. 2 590
b. verspielen
entwickelt sich allmählich zu ähnlicher bedeutung wie das ältere, gemeingermanische verspillen (
s. d.),
mit dem es sich in der älteren form mit kurzem stammvocal und noch in den lebenden mundarten häufig berührt. daher sind die formen nicht immer auseinanderzuhalten; vgl. darüber das zum stammwort gesagte th. 10, 1,
sp. 2325,
bes. 2387
f. kurzer stammvocal hat sich stellenweise im süden und norden des deutschen sprachgebietes erhalten: obd. ferspile Seiler
Basler mundart 113
a; verspile
n, verspilla
im südwesten des schwäbischen Fischer 2, 1344;
bair. verspiln Schmeller
2 2, 664;
lothring. veršpile
n Follmann 153
b;
luxemburg. verspillen Gangler 409;
köln. verspille Hönig 194
b;
waldeck. f
eršpĭl
en Bauer-Collitz 31.
daneben häufiger die gedehnte form: alemann. verspiele
n Martin-Lienhart 2, 539
b; verspile
n Fischer 2, 1344;
bair.-österreich. verspilen Schmeller
22, 664; verspîlen Schöpf 689.
mitteldeutsch herrscht diese als î
oder ê
unbeschränkt: in Würzburg verspiela Sartorius 131;
Nassau verspielen Kehrein 1, 431,
Kurhessen Vilmar 392 (feršpele
n),
Henneberg Spiess 269,
Schlesien Weinhold
handschriftlicher nachlasz S
bl. 378,
Preuszen Frischbier 2, 442
a.
niederdeutsch mit e-
vocal: verspêlen (verspeelen)
götting. Schambach 267
a,
holstein. Schütze 4, 164,
lübisch Schumann 77;
auch gerundet und offen: altmärk. verspäöln Danneil 240
a,
ostfries. ferspölen Ten Doornkaat Koolman 1, 466
b.
der dialekt der sprachinsel Lusern hat vor-špīln Bacher 420.
die ursprüngliche form verspilon
erscheint noch in einer schwäbischen urkunde von 1331,
abgedruckt bei H.
M. Schuster
das spiel 41
anm.: swelcher siner aigen lüte swie der genant sige in unser stat ze Esselingen verspilot ..., daʒ man den fürbaʒ niht benoeten sol.
die form verspillen
neben verspilen
findet sich in einer Kärntener polizeiordnung von 1578 (
ebd. 222): das der bürger jr ainer auf ain tag nit über ain gulden reinisch ... verspillen mg; ... doch das khainer auf ainsten mer verspilen, als er ghelts bey sich getragen.
auszer verspillen
sind die nebenformen verspylen, verspulen,
dieses wohl handschriftlich für verspülen (
vgl. Mone 207
u. 247
anm.)
belegt: vnd das sünd was zuo verhuoren den pfaffen, das ist ablass den münchen zuo verspylen, verreiten, verkriegen Eberlin v. Günzburg
schriften 1, 37
neudr.; si (
Maria) mahte niht ir weinen lan, wie er (
Jesus) dar umbe wart verspult und wie der armen juden nult in verriet unz an den tot
schauspiele d. mitt. 1, 247, 31
Mone; wansz ain höllupper, der des fas verspult, hat gethon, möcht esz nit schantlicher zugangen sein
quell. z. gesch. d. bauernkriegs 1, 176
Baumann. bedeutung und gebrauch. die grundbedeutung von spielen,
die einer munteren bewegung, schimmert in dem österreich. refl. gebrauch sich verspielen
hindurch: verspiel'n sollst dich, du fex, du! Anzengruber
werke 8, 262; sein wir ... auf dö zwei 'troffen, auf 'n Wegmacher-Martl, der sich gleich über ein zaun übri verspielt hat 273;
es hat den sinn '
sich fortmachen, sich wegstehlen',
wie sich spielen (
th. 10, 1,
sp. 2349),
wohl mit dem nebensinne des leisen, listigen und unbemerkten schleichens. II. verspielen
im allgemeinen sinne geht zurück auf spiel
als thätigkeit, die zum zeitvertreib und vergnügen geübt wird. I@AA.
in nicht resultativer bedeutung (
veraltet): verspielen
wie spielen
mit verstärkender bedeutung des präfixes erscheint nur vereinzelt in älteren wörterbüchern: verspilen,
perludere i. e. valde ludere voc. inc. teut. E iiij
b;
giuocare, giocare, giucare, spielen, schertzen, wetten, verspielen Kramer
nuovo ditt. (1703) 510
a. I@BB.
im übrigen zeigt verspielen
resultative bedeutung: '
mit spielen zu ende bringen, hinbringen, schädigen, einbüszen'.
der sinn wechselt mit dem von der handlung betroffenen object. I@B@11)
spiel als gesellige unterhaltung irgend welcher art gedacht; '
mit spielen vertreiben': die langeweile verspielen, sich die grillen verspielen Campe; derowegen sey der vngmut vnd vngfall zu offtermalen zuverlachen, zuverachten, zu versingen, verspringen, verdantzen, vertrinken, verpfeiffen, verspielen, v auff andere weg zu verkurtzweilen v zu verjagen, auff dasz er nicht die menschen blOed mach, weibisch vnd verzagen Fischart
Eulenspiegel 15
f. Hauffen. dieser gebrauch ist nicht weiter bezeugt, aber noch heute nicht veraltet. im mndl. bedeutet das reflex. verspelen
zich uitspannen, zich vermaken Verdam
hdwb. 637
a.
die zeit mit spielen vertreiben: den abend
etc. verspielen,
to spend ... in playing or gambling Muret-Sanders
deutsch-engl. hwb. 797
c;
auch von musikalischem spiel üblich: Beethoven packt mich von neuem so, dasz ich ganze abende verspiele, wie ich sie bisweilen mit Schubert versungen habe. I@B@22) spiel
in kindlicher, tändelnder art; die zeit tändelnd hinbringen: ... wie käme nicht in dieser einsamkeit die lust sie wieder an, der jugend rosenzeit ein wenig muntrer zu verspielen? Wieland
werke 12, 80
Hempel (
Pervonte 3, 60); an einem tage, da er (
der junge Göthe) ein paar stunden vergängelte, ein paar verliebelte, ein paar verspielte, ein paar verruderte E. Schmidt
vorrede zum Urfaust XXIII; jede lebenszeit geht mir in dir auf, ich denke mir die kinderjahre, als ob ich sie mit dir verspiele Bettina v. Arnim
Göthes briefw. mit einem kinde 1, 200 (15. 3. 1808); um nachmittags in das katechismusexamen zu gehen und dann den rest des sonntags ... zu verspielen. da ging es denn natürlich in dem garten ... lustig und wild jugendlich und knabenlich her E.
M. Arndt
werke 1, 23.
vgl. auch II A 3 (
sp. 1417).
bisweilen gesellt sich tadelnder nebensinn bei: mit spielen solcher art die zeit für ernstere beschäftigung verlieren, sie vertändeln, vergeuden: also kan ein megdlin ja so viel zeit haben, das des tages eine stunde zur schule gehe, vnd dennoch seins gescheffts im hause wol warte, verschleffts vnd vertantzet vnd verspielet es doch wol mehr zeit Luther
werke 2, 478
a Jena; das achtete ich wenig, sobald ich nach kinderart den schmerz in meinen spielereien wieder vergessen hatte ... der kaufmann risz uns mit späszen auseinander; er wuszte mir so viel angenehmes von der welt zu erzählen, dasz mir die zeit dauerte, die ich in der einsamkeit verspielt hatte A. v. Arnim
werke 1, 341
Grimm. du hast eine gute gabe, die zeit zu verspielen. bist du denn immerfort bei deinen tAendeleien geblieben? Fouqué
altsächs. bildersaal 2, 565; ey, wie schad ists um die zeit, die mit reimen ich verspiele! übler würde reimen sichs, wenn mit nichts thun sie verfiele eine ruh für leib und sinn ist gelaszen iedem zu; ieder ruhe, wie er wil; ich beruh in dieser ruh Logau
sinnged. 302, 44
Eitner. vgl. die zeit verspielen
unter II A 1 c
δ (
sp. 1416). I@B@33)
übermüthiges spiel: das object schädigen, ihm übel mitspielen, vgl. alludere, deludere bei Diefenbach
gloss. 24
c, 172
b. Heyse
hdwb. 2, 1622
führt als veraltet an: durch spiel täuschen, verderben; mhd. mit der mâcschaft verspilte minne vil maneges herzen sinne, der sich nie keineʒ kunde entstân wieʒ umb ir liebe was getân Gottfried
Tristan 13 009.
für die nhd. zeit findet sich nur ein beleg bei Sanders
erg.-wb. 439
a: sie verspielte seinem knaben den ganzen kopf,
umspann ihm den kopf mit den fäden ihrer spielenden einbildungskraft (
verdarb ihm durch spielereien den kopf für ernstere beschäftigungen) L. Kompert
ruinen 1, 41;
doch hat diese verwendung ein volksthümliches gepräge und ist weiter verbreitet, als die mangelnden aufzeichnungen der wörterbücher vermuthen lassen, besonders in der form des part. prät.: ein verspieltes kind
vgl. III C 1 (
sp. 1422). I@B@44)
selten ist unter dem spiel geschlechtlicher verkehr verstanden (
vgl. th. 10, 1,
sp. 2309, 2381); die ehre verspielen,
die unschuld einbüszen: N. hadde ene dochter, de vorspelde ere eere mit einem knechte
mnd. quelle bei Schiller-lübben
wb. 5, 454
b;
mhd. so behut ich mich vor schanden vil. mit gottels (!) hilffe mein ere ich nicht verspillen wil Eschenburg
denkmäler 354, 18 (
ein alter meistergesang). IIII. verspielen
im engeren sinne geht auf ,spiel
als gewinn- und verlustspiel, glückspiel' zurück. es wird von eigentlichem glückspiel gebraucht und dann auf verlustspiele verschiedener art übertragen. den verschiedenen bedeutungen des compositums liegt durchweg die resultative function zu grunde. II@AA.
transitive verwendung. verspielen
vertritt die resultative anschauung: durch spiel etwas zu ende bringen, durchbringen, verbringen. es hat seine vorbilder etwa in got. fra-atjan, fra-itan,
parallelbildungen in mhd. verhuoren, versûfen, vertanzen, vertoppeln, vertrinken
u. a. die verwendung des präfixes ver-
in diesem sinne erscheint schon Stieler
so charakteristisch, dasz er sie an die spitze stellt: ver,
est praepositio insepar, varias significationes habens: modò enim notat consumtionem, sive perditionem, ut: verspielen,
ludô perdere 2368. verspielen
erscheint seit der mhd. periode und erfreut sich dann einer steigenden beliebtheit, so dasz es auf alle möglichen verhältnisse des lebens vom glückspiel aus übertragen wird. II@A@11)
im spiel verlieren. II@A@1@aa)
es handelt sich um verlust im wirklichen spiel. II@A@1@a@aα)
der verlust ist allgemein bezeichnet: so ist daʒ diu ander missetât, er verspilt alleʒ daʒ er hât, und wil sich durch mich sîn niht gelouben Konrad v. Haslau
jüngling 570; swenn der spiler niht enhât daʒ er verspile, hey wie er gât hin und her von spil ze spil! er gewinnt gedanke vil Thomasin
wälscher gast 4114; on was jr dckisch sunst verspielt vnd yeder inn seym hausz abstilt, das er versetzet vnd verpfendt mit bbin vnd andrem on end H. Sachs
fastnachtsp. 1, 49
neudr.; sy verspilent vnd verzeren me, dan ir pfluog in mag ereren Murner
narrenbeschwörung 274, 145
neudr.; wer nichts verspielen wil, der setze nur nichts zu; wer spart, darff sorgen nicht, dasz er zu viel verthu Logau
sinngedichte 387
Eitner; was er heut gewint, verspilt er morgen wider Seb. Franck
sprichwörter (1541) 161
a;
mit wortspiel: ich fürchte, mein direktor verspielt, was die truppe ihm erspielt Holtei
erzähl. schriften 37, 64;
sprichwörtlich: man kann in einer stunde verspielen, was man zeitlebens nimmer gewinnt Wander
sprichw. lex. 4, 1589; wer nix verspile
n ka
nn, hat gut wage
n Fischer
schwäb. wb. 2, 1344; ja auch die kinder kOennen das bezahlte widerruffen, wenn zumahl so viel von den eltern verspielt worden, dass ihnen der pflicht-theil nicht brig bleibt Zedler
polizeiordnungen XXXVIII 1637. II@A@1@a@bβ)
die objecte des verlusts bilden gegenstände der liegenden und fahrenden habe: sein hab und gut ... verspielen Kramer
teutsch-it. dict. 2, 868
b; habe und gut verspielen Adelung.
schon in mhd. zeit wenden sich prediger und rechtsbücher gegen das laster des leidenschaftlichen spielens: du solt ir (
deines weibes) guot niht andern wîben geben noch verspiln noch vertrinken Berthold v. Regensburg
predigten 1, 319, 17; ob ein des andern varnde habe verkouft, verspilt, verlûset ... swilch man einem andern lîhet oder seczet phert oder cleit oder icheiner hande varnde habe ...: verkouft si der, der si in geweren hât, oder verseczt her sie oder verspilt her sie ...
sachsenspiegel 2, 60, 1; versat he sie oder verspelet he sie Schiller-Lübben
mnd. wb. 5, 454
b; verspilt ein kint sins vater gut, .. man muʒ eʒ gar dem vater wider geben
schwabenspiegel 53, 1; verspilet ein kneht sinem herren sin pherit, oder ander sin guot, oder versetzet er eʒ, man sol eʒ dem herrn wider geben 3, 6; merck grosser spiler inn der welt, die hell gewinstu mit dem gelt. verspilstu dann dein guot vnd hab, an eer vnd sAelgkayt get dir ab Schwarzenberg
teutsch Cicero (1534) 146
b; die nach ewerem tod auff erdn ewr gut verspilen vnd versauffen H. Sachs
fastnachtsp. 1, 68
neudr. wiesen, äcker, mühle, haus, land, vieh, vermögen: haus und hof verspielen Campe; der schnod pub, der schalck und lecker hat mir verthan wiesen und ecker, verbawt, verspilt und auch versoffen, zu Tevzen in wirtsheuser geschloffen H. Sachs 1, 481, 11
Keller; man sagt, dasz er (
Albrecht von Sachsen) ... mit einem ... müller gespielet habe, welcher ein mühl mit eilff gängen oder rädern gar verspielet hat Kirchhof
wendunmuth 3, 69
Österley; is is emohl e mon gewön, der hot ninx us (
als) g'spielt, ... und wal (
weil) e gor nit afg' hört zen spieln, se hot e san haus und ullss (
alles) verspielt Grimm
märchen nr. 82; mancher, der schon sein vieh verspielet, spielte um sich J. v. Müller
werke (1810) 1, 403;
verdienst: manch topler der fr oder spat sein sawren schweis vorspielet hat Ringwaldt
lauter warheit (1597) 77.
geräthschaften: er hat alle seine geräte verspielt Schwan
nuov. dict. (1784) 2, 930
a; ... jhr anderst ... schon den beutel zum geld verspielet Harsdörffer
frauenz. gesprechspiele (1641
ff.) 1 i c; frage auch einen spieler, welcher sein gantze substantz vnnd seines weibs kleinoder, ring, gurt vnd sturtz verspielt, wie er sich gehabe oder befinde Aeg. Albertinus
hirnschleiffer (1664) 390; er ... verspielte ... das letzte hausgeräth Ebner-Eschenbach
schriften 2, 217.
in der noth verspielt man die kleider vom leibe: sein hab und gut, kappe und kugel verspielen Kramer
ital. dict. 2, 868
b; so wirt sin varwe drivalt baʒ erglenzet. wer ie geseit von kleiden, die sint verspilt vnd werdent hie geschentzet
jüng. Titurel 1655; jr bawern, die kleider die sind mein, der lawer hat verspielt die sein H. Sachs
werke 21, 89, 3
Keller-Götze; nach dem ich het den rock verlorn, setzt ich auff stiffel und die sporn, die verspilet ich auch mit solchen, darnach mein reitschwert und mein dolchen, darnach ging es an die reitkappen, und an mein brusttuch und mein schlappen, zuletzt mein federn und mein hut, ging alles dahin in unmut 82, 12; wehr Elsz wehre (
anrede an die frau), dasz wir nicht zu reich werden, zerbrich die krüge, ich die töpff, so schlagen wir uns umb die köpff, verspil du den mantel, ich den rock, so geraten wir an den bettelstock
theatr. diabol. (1575)
bl. 438; verspilt aber ein ehalte sin gewant, das er umbe sin herschaft niht verdient hat, swa er daʒ verspilt oder versetzet, daʒ sol man dem herren wider geben
Augsburger recht art. CXXX (
Meyer 215); ich gedenck, er werde ... zuo den frommen landsknechten kummen und daʒ gelt und kleider etwan verspielt haben J. Frey
gartengesellschaft 76, 14
Bolte. von dieser spielwuth zeugen sprichwörter noch heute: wer verspielet wamms und hosen, kann alsdann hinterm ofen dosen Wander
sprichw. lex. 4, 1589; du verspillsch noch's hemb am loch
od. am arsch Follmann
lothring. wb. 153
b; der verspielt's hemd vom (am) leib; der verspielt hose
n und wams; mit dreizeh
n (
wurf) hat der teufel de
n hose
n sack verspielt Fischer
schwäb. wb. 2, 1344;
mehr humoristisch gewendet: der hat d
ie eier verspielt mit samt
dem krätte
n. karte
n müsse
n's gebe
n, hat der becke
nbu
be gesait, hat's zai
nle
in samt de
n wecke
n verspielt
ebd. II@A@1@a@gγ)
vor allgemeinem gebrauch des gemünzten geldes verstieg sich die spielwuth noch weiter bis zur preisgabe der persönlichkeit, ideeller güter, des lebens: der spieler offt verspielt das selbst-erborgte geld, sein rind- und pferde-vieh, hausz, acker, dörffer, feld, kein herrschaft reichet nicht, das königreich und leben, in einer spielens-sucht, man eh hätt' hingegeben Wesenigk
böse spiel-sieben (1702) 113.
hatte man kleider und geräthe verspielt, so setzte man zunächst seine angehörigen aufs spiel (
gattin, kind, magd, knecht; vgl. H.
M. Schuster,
das spiel 12, 16, 32): ich meine den neuen spieler, der, nachdem er all sein geld verspielt hat, aus verzweiflung sein einziges kind auf eine karte setzt Ayrenhoff
werke 4, 185, 23; welcher ist nuon so behertzt, der mir zwen gulden auff meine zwen setzet und mit mir spielet, damit ich doch sagen künde, ich habe mein weib vor dem consistorio verspielt Montanus
schwankbücher 322
Bolte. dann kommen die glieder an die reihe: chain man mag deʒ nicht verspilen mit recht, daʒ got an im beschaffen hat, es sein augen nas oder orn, hende oder fueʒʒ, und es sei auch hintz einem phantner oder nicht, wann es umb des menschen leib nicht also stet, als umb daʒ guet. daʒ guet gewinnet man alle tag; so chumpt der leib nimmermer herwider, als man den verleuset. swer daruber des icht verspilt, daʒ got an im beschaffen hat, den schol der richter peʒʒern, ob er mit recht des überchomen wirt, ein aug gegen einem augen, ob er es verspilt hat, ein hant gen einer hant, oder er ledig seu denn als recht ist von dem richter, das aug für fünf phunt, die hant für zechen phunt
Wiener stadtrechtsbuch art. 51
Schuster; he verspeelt kopp un kragen, hosen un wams Schütze
holst. idiot. 4, 164.
schlieszlich wird leben, ehre, freiheit, seelenheil verspielt: leib, ehr vnnd gut in einem ... grimmen zuverspielen H. Guarinonius
grewel d. verwüst. (1610)
bl. 366; des bretspils seindt sie allso geflissen, das sie auch etwan, so sie alles verspilen, zuoletzt ire eygne leib vnd freihayt setzen Seb. Franck
chron. Germ. (1538) 6
b; italien. matrosen sollen ... noch heute ihre arbeitsfreiheit auf jahre hinaus verspielen H.
M. Schuster
das spiel 12;
vom verspielen der seele ebd. 14; sein leben, seine seele verspielen,
giuocare la sua vita, cioè perderla, scapitare la sua anima Kramer
ital. 2, 868
b;
die grenze zwischen wirklichem glückspiel und übertragener verwendung ist hier nicht scharf zu ziehen. II@A@1@a@dδ)
die üblichste, noch heute gebräuchliche art ist das spielen um geld, in den wörterbüchern weit verbreitet: er verspielet das geld,
pecuniam lusu perdit Steinbach 2, 628; verspielen, das geld,
perdere pecuniam lusu Frisch 2, 300
c; sein geld, zehn thaler ... verspielen Adelung;
elsäss. er het s gëld verspielt Martin-Lienhart 2, 539
b.
der betrag ist nicht ausgedrückt: er kam in ein wirtshauss dieselbige nacht, vnd verspielet dazumal all sein geldt
buch der liebe (1587)
bl. 367
d; regimentsquartiermeister, der ... die sämtlichen regimentsgelder verspielt hatte Rabener
satiren (1757) 4, 46.
die summe wird angegeben: mnd. ok wart ik do mines remen unde budels quît. dâr hadde ik noch inne vîf schillinge in redem gelde, ik love nicht, dat ik dat al vorspêlde
des dodes danz 1376
Baethcke; io fünf schilling nam din lieber ette; die verspilte er nehten im brette Konrad Dangkrotzheim
heil. namenbuch 448; man schreibet: dasz einsmahls eines medici sohn in Frankreich, in dem offentlichen würffel-spiel-hause, 60 000 kronen verspielet Wesenigk
böse spiel-sieben (1702) 100; er wölt auch kaynen tag mer da ainē reinischē glden verspielen J. v. Schwarzenberg
teutsch Cicero 80
b; hertzog Albrecht von Sachsen churfrst Augusti altvatter. dieser herr war ein grosser spieler, verspielte auff einmal zu einem sitz viel tausend gulden Zinkgref
apophthegmata (1628) 1, 148; (
sie) hören nicht auf, biss der erbettelte thaler wieder durch die gurgel gejagt, versoffen, verspielet ... sei Neumark
musik.-poet. lustwäldchen (1657)
zuschrift 8; JFG. verspielen nicht allein den vorigen gewinn, sondern noch ungewaschene 200 thlr. dazu H. v. Schweinichen
denkwürdigk. 51
Österley. auch gegen das spielen um geld schreiten die rechtsbücher ein und bestimmen die grenze der zulässigen summe: alle (
polizeiordnungen) aber zielen doch sAemtlich dahin ab, wie dem gewinnschtigen spielen gesteuert werden mOege, indem sie entweder die summe, so zu verspielen erlaubt ist, beschrAencken ... Chomel
mittel, länder glücklich zu machen (1756) 8, 1438; man verpeut auch alleʒ würfelspil, swie daʒ gehaiʒʒen ist, und kugeln, und mit swiu man den pfenning verliesen mag, an rechtes pretspil ... swaʒ man in dem pret verspilt über lx dn, des sol niemant gelten
Münchener stadtrecht art. 343
f. (14.
jahrh.); eʒ sint auch die purger ze rat worden, daʒ dehain purger noch dehains purgers chint in tages vnd in nachtes nicht sol verspielen denn sehzig haller mit deheiner slaht spil weder mit wurfelen, mit kygelen mit pozen, mit seiben mit welzelen noch mit deheinem spil, daʒ spile gehaiʒʒen mac. swer daz bricht vnd mer verspilt, danne sehzig haller, als er mer verspilt vber die sehzig haller, daʒ ist er schuldig dem richter vnd der stat zu geben
Nürnberger ratsbeschlusz von 1286
bei Waldau
neue beitr. z. gesch. d. stadt Nürnberg (1790f.) 219
f. auch werden den einzelnen ständen summen in verschiedener höhe zugebilligt: es solle aber das spilen vmb gelt mit würffeln oder karten ... dermassen erlaubt sein, das vnser gemains hofgesind vnd die burger, je ainer auf ain tag nit uber ain gulden, vnd der gemain mann, als inwoner, perck vnd hanndwercks gesellen, arbeitend leüt vnd taglOehner, auch der gemain pawrsmann nit uber acht oder zehn creutzer verspile. den grafen, herrn vnd vom adl solle zuogelassen seyn, umb kurtzweil willen, vnder jnen selbst auch etwo zu spilen, doch das kainer auf ain tag uber fünffvndzwaintzig guldin nit verspile
polizeiordnung von Tirol 1573
bl. X
bei Schuster
das spiel 221.
brettspiel und karten sind zur ergötzung und um ein leidliches geld gestattet: jedoch soll einer von adel ber 1 rthlr. ein vornehmer brger ber 12 gl. ein handwercksmann ber 4 gl. ein bauer ber 1 gl. nicht verspielen
chursAechsische polizeiordnung bei Zedler (1631) XXXVIII.
eine regelung anderer art: was jemand an geld oder anderer fahrender habe bei sich hat und einsetzt, das kann er in erlaubtem spiele gültig verspielen
gesetzbuch für den canton Zürich 3, § 1766
entwurf (
bei Schuster
das spiel 236). II@A@1@a@eε)
mit präpositionaler bestimmung: wider, hin zu, an, mit
zur bezeichnung der person, an die der verlorene gegenstand übergeht: sô mich beginnt belangen, sô kume ich unde bringe mîn golt ûf die gedinge, daʒ mich dunket borvil, ob ich tûsent marke verspil wider iuch, geselle Konrad Fleck
Flore u. Blanscheflur 4746; er hab sölich guet verspilt hintz einem phantner
Wienen stadtrechtbuch art. 51,
abs. 3
Schuster; Demetrius kOenig inn Asien spilt mit gulden wrffeln, die jm könig Perses schicket, der darnach an den ROemern gantz Asien in einer schantz (
auf einen wurf) verspilt Fischart
Garg. 293
neudr. (
cap. 27);
die heutige sprache verbindet an
mit dem accusativ: er verspielt sein halbes vermögen an seine zechbrüder; graf Harrach hat die teufelswiese an seinen nachbarn verspielt;
literaturbelege dafür nur in übertragener verwendung (
vgl.b
β u. c
β sp. 1415): das ertz-bistum allhier, hat jAehrlich in 150 000 cronen eingetragen, die es nun an die Trken verspielet S. v. Birken
d. vermehrte Donaustrand (1684) 60; um sie zu kOenigen zu machen, hab' ich mein unvergAengliches kleinod an den erbfeind der menschheit verspielt Bürger
werke 1, 298
b Bohtz (
Macbeth 3, 3);
auch mit
ist üblich: item 5 stüber verbadet und mit den gesellen vertruncken ... ich hab 7 stüber mit herrn Hans Ebner in spiegel verspielt Albr. Dürer
tagebuch 64
Leitschuh (
die bedeutung von in
ist hier zweifelhaft).
beifügung von zu: dan verleurt der es vor gewunnen, doppelt wider, nemlich dass er den vorigen tag zwen oder drei drauff gefeirt, vnd dem wirt gar dick an die kreiden gerathen ist, das verspilt er wider zum gelt Seb. Franck
sprichwörter (1541) 161
a. II@A@1@a@zζ) verspielen
erscheint in der verbindung mit verben ähnlichen sinnes häufig: er versäuft, verfriszt, verhurt und verspielt alles, was er hat Kramer
ital. dict. 2, 868
b; sie verthuon waʒ sie haben ererbt von iren eltern, versuffen es und verspilen es und verhuoren es Pauli
schimpf und ernst 28
Österley. anderseits finden sich specialisierte bildungen, welche die art des verlustspiels näher bezeichnen, wie verdoppeln (
mhd. vertopeln,
vgl. sp. 238), verkegeln (625), verskaten, verwetten, verwürfeln (
s. d.).
die gaunersprache gibt geld und gut verspielen
durch verjunen, verjonen, verjanen, vergaunen
wieder Kluge
rotwelsch 1, 15; 41
ff.; 90; 190. II@A@1@bb)
es handelt sich um verluste bei glückspielähnlichen vorgängen zwischen zwei parteien, überhaupt solchen, deren ausgang nicht in der macht der betheiligten steht. II@A@1@b@aα)
wette: nun ich will mit euch wetten, sagt jhr was wolt jhr verspielet haben, wann es euch fehlet
schauspiele engl. comöd. 286, 19
Creizenach (
unzeitiger vorwitz 5, 2); »ich wett' meinen kopf, er laszt mich heimgehen« — »den kopf verspielst« Rosegger
schriften 3, 78;
dazu oberhess.: brengst d's nëid ĕraus, sĕ ëass daiñ kobb verspilld Crecelius 878. II@A@1@b@bβ)
streit und kampf; die anschauung des glückspiels ist noch festgehalten in dem zusatz von an (
vgl. 1 a
ε sp. 1414).
das schlachtfeld, städte, länder verlieren: also rAeumte er insgemein das feld, nicht weil er es verspielet, sondern weil er es verspielt zu haben aus schrecken glaubete Lohenstein
Arminius (1689) 1, 35
a; ich stand, wenn rosz und mann bey mir darnieder lagen, mein fusz vergasz die flucht, wenn es zum lauffen kam, und das verspielte feld in unserm blute schwamm Günther
ged. (1735) 988; ... er siehet schon von ferne im spiegel, und an euch, wie sein Carthago brennt, nach dem er Capua verspielt hat, und Tarent Lohenstein
Sophonisbe 1, 62 (1689
s. 3).
in der Altmark sagt der Landmann von dem ungücklichen kriege 1806: uns' könig hat sîn land verspäölt Danneil 240
a; er lauft darher, wie wenn er 's land verspielt hätt
e Fischer
schwäb. wb. 2, 1344.
im wettbewerb das leben verlieren: die erzählung vom Wartburgkriege .., wonach Heinrich von Ofterdingen, der im wettsange sein leben verspielt, sich unter dem mantel der landgräfin verbirgt Uhland
z. gesch. d. dichtung u. sage 1, 318. II@A@1@cc)
wie im glückspiel leichtsinnig einbüszen, verscherzen, verschleudern. die vorstellung des spieles tritt in verschiedenen belegstellen charakteristisch hervor, vgl. im folgenden Ayrer, Rückert, Ludwig;
der gewinner ist einmal durch an
wiedergegeben (
vgl. Bürger
unter 1 a
ε sp. 1414). II@A@1@c@aα)
materielle güter: hy heeft aen die waar de helft van zyn kapitaal verspeelt ...
er hat an dieser waar die helfte seines capitals verspielt Kramer
nider-hochteutsch dict. 455
a; deszhalb ein grosser theil des gtes vnd gAelt, so zuo mAeszstifftung vnd frümmen jarzeit, dryssigst, sibent
etc. vszgeben ist, ist verspilt vnd verloren Eberlin v. Günzburg
schriften 1, 167
neudr.; (
ein kaufmann redet) wolt, dasz ich jetzt auch nit da wer, weil mich der fürst so übel hielt, mein wahr hett ich wol halb verspielt vnd hett weder würffel noch kartn J. Ayrer
dramen 569, 17
Keller; materielle mit ideellen gütern gemeinsam genannt: der mit der theuren zeit verspielet seel und geld und ohne furcht das oel des lebens läszt verinnen Lohenstein
Sophonisbe (1689)
s. VII
vorrede. II@A@1@c@bβ)
ideelle güter (
vgl. 1 a
γ sp. 1413):
man verscherzt das glück, herz und hand der liebsten, den himmel des lebens, die freiheit, ein recht, die treue, das leben, die seele. sein leben verspielen,
animam amittere Stieler 2085; sein glck verspielen .., die schantz .., sein leben, seine seele verspielen Kramer 2, 868
b; ist Adelmund hin (
abgereist), so ist mein glkke verspilet Ph. v. Zesen
adriat. Rosemund 152
neudr.; die thörichten, gedankenlosen kinder des glücks, verspielen sollen sie ihr glück
F. Rückert
werke 9, 429; doch, könntest du dereinst diesz herz, und ach! mit ihm dein ganzes glück verspielen, dann werd' ich zwar im grabe keinen schmerz, du aber sollst die schande doppelt fühlen Goekingk
ged. 2, 103; du edles herz, das ich leichtsinnig verspielet A. v. Arnim
werke 8, 132; Eglamor, der lieber gesehen, dasz Treamor ihn überwunden, betrübet sich, dasz er sich ihme ergeben, weil dadurch seine liebste verspielet. indem aber der printz die beständige liebe der Christabella gegen den Eglamor vermercket, übergiebet er solche dem Eglamor wieder zurücke
schauspiele engl. comöd. 342, 35
anhang IV Creizenach; ich hatte bisher nicht eher als jetzt gelegenheit, den fehler Albans bekannt zu machen, dasz er seine meinung niemals freier und stärker sagte, als da, wo er mit ihr gerade einen oder ein paar himmel seines lebens zu verspielen fürchten konnte Jean Paul
titan 2, 10; wohl sind wir unseren idealen treu, so lange sie uns beherrschen; aber zuweilen verspielen wir die freiheit, und dann bekommen wir einen anderen herrn Scherer
gesch. d. d. literatur 21; er fühlte, ihr muszte glauben, wer glauben durfte. dieses recht hatte er im unehrlichen spiele verspielt O. Ludwig
schriften 1, 232; da hast du deine ehr verloren, verspielt, Herliberg! Handel-Mazzetti
die arme Margaret 170; und diese hände, kaum von blut gereinigt, in liebe neu vereint, in bey dem stark, sie sollen lösen druck und freundes-gruss? die treu verspielen? mit dem himmel scherzen? Schlegel
Shakespeare 5, 63 (
könig Johann 3, 1); ich hab verspielt mein ganzes leben, wer mich kann retten aus meiner qual, dem will ich zeigen, dasz ich sein eigen getreu will sein bis an mein grab A. v. Arnim
werke 14, 28; nun spiel' ich noch eben mit jammer und noth: verspielt ist mein leben, mit mir spielt der tod
F. Rückert
werke 2, 120; leib vnd seel hab ich verspielet
evangel. kirchenlied 1, 375
Fischer-Tümpel; wer verspielt die zeit, der verspielt die ewigkeit Wander
sprichw.-lex. 4, 1589;
scherzhaft: ma
n meint, der hab
e's vaterunser verspielt Fischer
schwäb. wb. 2, 1344. II@A@1@c@gγ)
etwas verscherzen, ohne genauere bezeichnung des gegenstandes: was ohne dis verspielt, lAeszt unschwer sich verschencken Lohenstein
Sophonisbe 3, 399 (1689
s. 51); kan ihm der hund so denn nicht auch den geist verkürtzen? und Aerger mit ihm spieln, wenn alles ist verspielt? 1, 505 (
s. 10); das schmeichelt ja, sie wissen's schon, der frommen deutschen nation, die sich erst recht erhaben fühlt, wenn all ihr würdiges ist verspielt Göthe 3, 346
Weim.; nur gutes muths, gnädiger herr, es ist noch nichts verspielt Wieland
werke 14, 109
Hempel (
don Sylvio 3, 8); ein einziger blick ist genug, sich völlig zu überführen, dasz ihre tugend beim tausche nichts verspielt 17, 50 (
neuer Amadis 4, 24).
mit instrumentaler bestimmung: wer mich einmal zur frau kriegt, der hat gewisz nichts verspielt mit mir O. Ludwig
schriften 2, 340. II@A@1@c@dδ)
seine ruhe, musze, zeit verscherzen, vergeuden. dieses verspielen der zeit berührt sich dem sinne nach mit dem I B 2 (
sp. 1410)
behandelten, ist aber seiner herkunft nach von ihm verschieden. dort wird das ausfüllen der zeit mit einer spielenden, häufig tändelnden beschäftigung, hier nur der verlust der zeit hervorgehoben (
vgl. auch '
die zeit spielend verbringen'
unter II A 3
sp. 1417): swer an im selben missetuot, der hât sîn stæte niht behuot: er verspilt sîne besten zît. manger daʒ dem würfel gît des er durch got ungerne enbære Konrad v. Haslau
jüngling 303; wer sich mit einem schamlosen schilt, der thut nicht mehr als das er die zeit verspilt A. Pape
bettel vnd garte-teuffel (1586) R 4 R; hiermit wurde so vil zeit verspilt, dass der abend dazwischen einfiele A. U. v. Braunschweig
Octavia (1677) 3, 680; uber diesen verwickelungen verspielten sie zwey gantzer jahre Lohenstein
Arminius (1689) 1, 908
a;
Sophonisbe. verwechsele mit mir nur augenblicks dein kleid! —
Syphax. ach, ausbund, wahrer treu! —
Sophonisbe. verspiele keine zeit. der wächter aufsicht läszt uns nicht viel wesens machen
Sophonisbe 2, 266 (1689
s. 28); bitte alles wohl parat zu halten, damit unsere gesandten keine zeit zu verspielen nöthig haben Schnabel
insel Felsenburg 2, 619; das ist nun einmal so hergebracht. wer nach Paris geht, verspielt seine zeit und tauscht sie gegen allerlei eindrücke und sachen und quincailleriegegenstände Görres
briefe 3, 117;
wortspiel: soll ich nun deine kunst nicht durch mein seufzen stOeren, so lasz mich ja nichts mehr von deinem spielen hOeren; diesz aber ruf ich dir, noch im vertrauen, zu: bey deinem wunderspiel verspiel ich meine ruh König
ged. (1745) 318. II@A@22)
ein spiel verlieren. das object bildet nicht der einsatz, sondern das spiel selbst, in das man sich eingelassen hat. die pleonastische wendung ein spiel verspielen
erklärt sich daraus, dasz das verb allmählich mit verlieren
synonym geworden ist. II@A@2@aa)
es handelt sich um ein wirkliches glück- oder gewinnspiel: da jm aber ein gut spiel kommen, hat ers für unmüglich geachtet dasz ers verspielen solt, hat derhalben trotzig gesagt, wo er solch gut spiel verlieren würde, wolt er got im himmel erstechen
theatrum diabol. (1569) 511
b E; spielet einer solo oder sansprendre, so lässt (
er) solches von denen gegen-spielern, wenn er es gewinnt, a part bezahlen; denn wofern er solches verspielet, so muss er es denen andern selbst bezahlen Amaranthes
frauenzimmer-lexikon (1715) 1168; jetzt willst du dein schach verspielen W. Hauff
werke 3, 9; die partie ist verspielt Fischer
schwäb. wb. 2, 1344; du wirsts verspielen, er hats verspielt Kramer
ital. 2, 868
b; bei Leipzig sie hielten den letzten tanz, der Franzosenkehraus der sollt' es sein. drei tage ward getanzt, sie verspielten 's ganz, achtzigtausend nur flohen lebendig zum Rhein E.
M. Arndt
werke 4, 87;
in studentenkreisen sagt man ein spiel vergeigen
für ein spiel verlieren
zeitschr. f. d. wortforschung 3, 242. II@A@2@bb)
dem glückspiel ähnliche vorgänge. II@A@2@b@aα)
wette: ein gewette verspielen Kramer
ital. 2, 868
b; eine wette verspielen Schwan
nouveau dict. (1784) 2, 930
a; die wette auf einen verspielen,
das auf ihn gesetzte pfand verlieren W. Scherffer
eclog. (1641) 114;
Prinz. ich habe gewettet, dass sie mein geschenk endlich gewiss annehmen.
Babet. und werden ihre wette zuverlAessig verspielen Kretschmann
werke 3, 129 (
die familie Eichenkron 3, 5). II@A@2@b@bβ)
in südwestdeutschen mundarten, die bei der militärischen aushebung früher dem französischen auslosungssystem unterworfen waren, bezeichnet verspielen '
eine niedere losnummer ziehen'
: elsäss. auf 18 mann verspielten es 4,
auch mit auslassung des objects: er het verspielt,
musz soldat werden Martin-Lienhart 2, 539
b;
schwäb. jetzt hau
n i
ch's verspielt Fischer 2, 1344;
ähnlich verspiela Sartorius
mundart von Würzburg 131. II@A@2@b@gγ)
so wird auch eine streitsache, besonders der prozesz vor gericht aufgefaszt: öppis ferspile,
im spiel, im handel verlieren. er het's ferspiilt,
er hat den kürzeren gezogen Seiler
Basel 113
a; eine streitsache verspielen Steinbach 2, 628; den procesz verspielen Hederich
deutschlat. lex. (1777) 3285;
bair. Schmeller
2 2, 664;
tirol. woaszt wohl, wie der boar gesoagt hoat, wie er den prozesz verspielt Kranewitter
Andre Hofer (
im Kunstwart 23, 2, 237);
elsäss. ër het s verspielt Martin-Lienhart 2, 539
b;
würzburg. Sartorius 131;
kurhess. Vilmar 392;
götting. Schambach 267
a;
waldeck. hei hi
et d
en prútsäś f
eršpilt Bauer-Collitz 31;
preusz. Frischbier 2, 442
a; die nebelhafte hoffnung ... irgendwelche unterstützung für seine freilich schon ganz hoffnungslos verschollene, durch eigene schuld,
d. h. narrheit, verspielte sache zu finden J. Scherr
Blücher 4 3, 96. II@A@2@b@dδ) verspielen
wird (
wie gewinnen)
vom volk auch auf das grosze spiel mit menschenblut und menschenleben angewendet Schmeller
2 2, 664;
götting. von einer schlacht, einem kriege, worin einer unglücklich ist Schambach 267
a; die schlachten wurden verspielet Lohenstein
Arminius (1689) 1, 879
a; allein ihr ist das fliehen zu wasser so verhast; seit dasz die seeschlacht ward bey Actium verspielt, heiszt sie die wasserfarth der klugen aberwitz, die schiffe todtennachen
Cleopatra 2, 624 (1689
s. 51). II@A@2@cc)
in übertrageuer wendung: das spiel mit einem verlieren, den kürzeren ziehen, es mit einem verderben; es mit einem verspielen ... mit ihm verspielst du es in warheit Kramer
ital. dict. 2, 868
b;
elsäss. mit mier han ihr's verspielt,
ich gebe euch unrecht Martin-Lienhart 2, 539
b. II@A@33)
seltener findet sich dieses verspielen
auf die zeit angewandt (
vgl. I B 2
sp. 1410
und II A 1 c
δ sp- 1416),
ist aber in der lebenden sprache durchaus gebräuchlich, obwohl die wörterbücher nichts davon verraten: von der schönheit Monacos sieht man als spieler wenig, da man stunden, tage und nächte verspielt; der spieltisch war daher ... sein ruhiger ankerplatz ... in dieser lächerlichen verfassung verspielte Sebastian seinen abend und verschluckte sein souper Jean Paul
Hesperus 2, 27; es war der jäger, wo Anton sonst halbe nächte verspielt hatte (
im kartenspiel), der ihn also begrüszte A. v. Arnim
werke 2, 334; leute, die ihr ganzes leben an der tabula latruncularia verspielten Wieland
werke (1796) 24, 143. II@A@44)
einen einsatz aufs spiel setzen, wofür ausspielen
weit üblicher ist. II@A@4@aa)
vom wirklichen glückspiel: vmb mein kleydt werffen sie das losz, vnd meinen rock verspielen B. Waldis
psalter (1553) 35
a (
psalm 22); sein klaid' wurden darzuo verspilet vor seinen gOetlichen augen Joh. Tauler
sermones (1508)
bl. CXC IIII
a a; demnach auch Christus untzurteylicher rock bedeutt die schrifft des newen testaments, wilch ynn reynem leyden aussgeteylet und vorspielet wartt Luther 10, 1, 80
Weim.; dasz es aber unvermerkt zuginge, spieleten J_F_G mit Schrammen um ein knobloch (
hier die ausrichtung eines verlobungs- oder hochzeitsschmauses, vgl. th. 5, 1,
sp. 1450), den JFG verspielen sollten, wie es denn auch beschah. darauf befahlen JFG mir bald im beisein der jungfrau, ich sollte in 14 tagen den knoblauch anstellen und also nothdurft dazu verfassen Schweinichen
denkwürd. 176
Österley; wie spielen, spillen
im nassauischen als '
losen'
bekannt ist (
Kehrein 1, 383)
und westerwäld. spille
als '
losen, das los werfen, in gestalt eines spieles etwas verteilen, unter die leute bringen' (Schmidt 225),
so bedeutet im preusz. verspielen '
verlosen durch eine kleine lotterie'; es wird eine goldene uhr verspielt Frischbier 2, 442
a;
auch sonst: einst kommt ein hausirer, der seine waaren verspielt. mein vater nimmt ein loos, sie auch eins; jener gewinnt einen spiegel, diese — ein scheermesser H. Voss
briefwechsel mit Jean Paul 102.
früher wurden auch menschen ausgespielt: sicherlich wurden daher nicht nur knechte und mägde, sondern auch weib und kind nicht in ihrer abwesenheit verspielt, sondern dazu herbeigeholt Schuster
das spiel (1878) 16; selbst später ist das verspielen der magd im Morolf, die noch dazu augenscheinlich nicht als concubine verspielt werden soll, ein scherz 32. II@A@4@bb)
in übertragener anwendung, ideelle güter aufs spiel setzen, preisgeben, von dem heiland, dem leben und der seele gebraucht: si (
Maria) mahte niht ir weinen lan, wie er dar umbe wart verspult unt wie der armen juden nult in verriet unz an den tot
schausp. d. mittelalters 1, 247, 31
Mone (
der spiegel); mein leben aber sey verspielt, wo Ambre nicht des Mufti himmlisch kind ihr gantz geschlecht absticht Lohenstein
Ibrahim Sultan (1680) 1, 15, 349; tritt hinter mich, Bertha! und wer sich von euch zuerst heranwagt gegen uns, hat sein leben verspielt Fouqué
zauberring 1, 123.
der dativ bezeichnet die gegenpartei: das einzig wahre gut, die seele selbst, sie wird verspielt den aberwitz'gen knsten Tieck
schriften 3, 488 (
vgl. unter II C 3
sp. 1421). II@A@55)
findet zwischen den bedeutungen 1
und 4
eine kreuzung statt, so ergibt sich der sinn: etwas vergeblich, ohne erfolg ausspielen und damit die möglichkeit des gewinnes aus der hand geben. II@A@5@aa)
vom wirklichen glückspiel. so prägt Wolfram
mit kühnem griff: (frou minne) ir habt mir mangel vor gezilt und mîner ougen ecke alsô verspilt daʒ ich iu niht getrûwen mac
Parzival 292, 10;
mit heranziehung der ähnlichen stelle: umbe den wurf der sorgen wart getoppelt, dô er den gral vant, mit sînen ougen, âne hant und âne würfels ecke 248, 10
ist jene auszulegen: '
mit dem, was ihr meine augen sehen lieszet, habt ihr die würfel so ungünstig ausgespielt (
und mich dadurch einen fehlwurf thun lassen),
dasz ich nicht vertrauen zu euch fassen kann'.
wie hier die würfel verspielen,
sagt der Däne sine kaart forspille,
seine karten verspielen, fehlerhaft spielen Helms
wb. 122
c.
vergeblich ausspielen: mnd. sie weren gude, alde lude: warumme dat sie den wint vorspielden tiegen god und recht, wante is nicht en were, dat sie segeden
livländ. urkunde v. 1399,
bei Schiller-Lübben 5, 454
b als unverständlich bezeichnet; zum sinne vgl. aus der lübischen chron. bei Korner 160
a: de vele unwonliken unde unvornemlike wort spreken, dar se den wynd mede slan. II@A@5@bb)
vom spiel übertragen; seine gaben, seine mühe verspielen, verpuffen, vergebens aufwenden und ihrer dadurch verlustig gehen: den hovetluden der meynheit worden do neyen togeleyt vulmechtige alse den gylden. Oer wysheit se dar vorspylden: se mosten do segghen amen, wan se dar weren tosamen
d. städtechronik. 16, 110, 27 (
Braunschweig a. 1488); Mars liebe, list, so stAerck als witz verspielt, wenn eyfersucht bewafnet den Vulcan: der sich durch 's garn an seiner Venus khlt Lohenstein
Sophon. 3, 467 (1689
s. 54); meine pflichten stehen über vielen, unter allen meiner tugend kraft. ach, ich muszte wohl die kraft verspielen in dem spiel mit sünd' und leidenschaft Droste-Hülshoff
werke 3, 32; leider hat dieser .. jüngling seine .. gaben .. verspielt E.
M. Arndt
werke 1, 44. II@A@66)
freier gebildet mit dativ der person bedeutet trans. verspielen '
einem etwas verderben, es ihn verlieren lassen': uns reuet unser missethat, die uns alls verspielet hat! Opel-Cohn
dreiszigjähr. krieg (1862) 321; und versichert, einem den eid deferiren, sey nichts anders, als seinem klagenden clienten die sache muthwillig verspielen Rabener
werke 2, 230. II@BB.
intransitive verwendung: II@B@11) verspielen
bedeutet '
das spiel verlieren, den kürzeren ziehen, unterliegen' (
vgl. II A 2
sp. 1416
ff.). II@B@1@aa)
im wirklichen glückspiel schon in den alten rechtsbüchern: und schol man den chnecht, oder den fuerman, welcher under in verspilt hat, in und daʒ guet die weil behalten
Wiener stadtrechtsbuch art. 49
Schuster; der mste geben XXX pfunt haller an di stat und muoʒ dem der da verspilt hat, die uberigen wider geben
Nürnberg. polizeiordnungen 64,
abs. 4
Baader; vorspilt eynn man yn des andern hause vnd hat er nit pfandes er mag yn woll vor dy schult auffhalden
sächs. weichbildrecht art. 349
Thüngen. ab- und verspielen,
jacturam facere Stieler 2368; Steinbach 2, 628; Hederich (1777) 3285; beständig verspielen,
jouer de malheur Schwan (1784) 2, 930
a; er hat verspielt ...; man kan nicht allezeit gewinnen, noch auch allezeit verspielen Kramer
ital. 2, 868
b; ma
n muss au
ch verspile
n könne
n; wage
n g
ewinnt, wage
n verspielt Fischer
schwäb. wb. 2, 1344; es verspielt einer offt mit guten karten (Lehmann 724, 17); verspielen ist auch spielen; wer verspielt, kann auch wieder gewinnen Wander
sprichwörterlex. 4, 1589; gewinnen, verspielen, zieht unglcke nach Hoffmannswaldau
u. a. d. ged. 3, 344
Neukirch; wilst du mit wrfeln und karten zeit-vertreiben, so macht gewinnen feind, verspihlen bringet laid J. Rompler v. Löwenhalt
erstes gebüsch (1647) 213; welcher spielet und mit dem rucken gegen den mond sitzet, der verspielet Moscherosch
Philander (1650) 1, 482; ich spielte — verspielte aus verzweiflung Iffland
theatral. werke 8, 49 (
aussteuer 2, 5); sie ist von einer sehr vornehmen familie, ... ist aber arm, .. doch spielt sie und verspielt G. Forster
schriften 7, 304; es nun bei uns gegen die ehre lieffe, zu verspielen, und nicht zu bezahlen (
beim würfelspiel) A. U. v. Braunschweig
Octavia (1677) 3, 56; mitsammt ihrem geize verthut sie alles und verspielt im lotto Holtei
erzähl. schriften 15, 150. II@B@1@bb)
von ähnlichen vorgängen zwischen zwei parteien, deren eine den kürzeren sieht: du verspielst,
inferior discedis Steinbach 2, 628; Hederich 3285;
figürlich und absolute gebraucht man dieses wort im gemeinen leben, in einer jeden sache, wo der ausgang nicht in unserer gewalt ist, den kürzern ziehen. man verspielt,
wenn man einen procesz, wenn man eine wette, eine schlacht verliert, wenn man in einem zweykampfe den kürzern zieht Adelung. Campe. II@B@1@b@aα)
wette: auch gieng man wetten ein, wo stets die hand verspielte, die blAetter eines rangs in mindrer anzahl hielte, both einem spieler trotz, der zu verwegen war, und setzte sich ihm gleich in hoffnung und gefahr A. G. Kaestner
schriften 1, 81; dasz sie (
die sirenen) sich mit denen musis in ein gewette eingelassen, wer am besten musiciren konte: darber sie aber verspielet, und die flgeln eingebsset haben Prätorius
Anthropodemus (1666) 1, 453; Mutwil wann ich euch ohn widerrede finde, so habt jhr verspielet
schauspiele engl. comöd. 208, 12
Creizenach (
tragikomoedie 2, 2); dann hätt' der Sternsteinhofer verspielt (
in der wette), aber wann hätt' derselbe g'wonnen? Anzengruber
werke 1, 180;
mit lassen
verbunden: der knecht wollte seinen herrn nicht verspielen lassen B. Krüger
Clawerts werckl. hist. 51
neudr. II@B@1@b@bβ)
kampf (
vgl.A 2 b
δ sp. 1417): des Herculs sein rival, so gleichfalls um die Dejanira buhlte, war Achelaus, er muste aber selbige, weil er in jedem kampffe verspielte, und dem Hercul
unten zu liegen gezwungen ward, ihm endlich abtreten Amaranthes
frauenzimmerlexicon (1715) 410; (
er) arrivirte auf der wahlstadt eben damahln, wie die keyserliche nunmehr fast verspielet hatten Chemnitz
kgl. schwed. krieg (1648) 1, 467, 1; sein wachsam auge schlAegt offt, wo ein heer verspielt; ermuntert und bewegt die trAeg und furchtsam sind Lohenstein
Ibrahim Sultan 1, 570 (1701
s. 21); hast du verspielt? werd ich nicht sieger sein
Sophonisbe 3, 461 (1689
s. 53); du siegst, ich habe hier verspielt, in Tunis hättest du verloren Lichtwer
äsopische fabeln 32; solt der verspielen der hat so vielen land vnd leuth genommen Soltau
volkslieder (1631) 484.
mundartlich lebt dieses verspielen '
im kriege unterliegen'
noch heute, so bair.: zú Jena hàt də' Preus vo'spilt; in Ruszland, zú Leipzig hát də' Napoleon vo'spilt Schmeller
2 2, 664;
preusz.: die Franzosen haben anno 1870 u. 71 verspielt Frischbier 2, 442
a;
tirol. hoast hoalt verspielt Anderle, verspielt! ... verspielt hoast noacher bis in d'hudern Kranewitter
Andre Hofer (
im Kunstwart 23, 2, 239). II@B@1@b@gγ)
auch im folgenden läszt sich noch an einen streit zwischen zwei gegnern denken: ob ein solcher, der verspielet, doch erlangt, worauf er zielet, nicht der berwinder sei? J. Grob
dichter. versuchg. (1678) 135; (
Jesus) nimm den raub, tritt ihn (
den teufel) in staub, lasz ihn gottes finger fhlen, so musz er verspielen B. Schmolcke
trost- u. geistr. schriften (1740) 1 479; lebt, Porzia, wohl! in langem abschied fühlt mein herz zu tief: so scheidet, wer verspielt Schlegel
Shakespeare 4, 63 (
kaufmann von Venedig 2, 7); wer an den verlust gedenke, habe schon halb verspielet Lohenstein
Arminius (1689) 1, 25
a; die listige Basmath ist mit solcher instruction von mir ausgeschicket worden, dasz wir mit unsern gOettern nicht verspielen wollen Weise
comOedienprobe (1696) 98 (
Esau und Jacob 3, 1); es ist heute ... ein so schöner frühlingstag, dasz man denken möchte, der winter hat schon völlig verspielt Holtei
erzähl. schrift. 15, 154; aber als der alte ... sich so weit vergasz, in einen erquickenden schlummer zu sinken, da hatte er verspielt, er wachte nicht mehr auf 5, 192; da wurde sie mutlos und schwieg und kehrte wieder um und dachte: heute habe ich verspielt Frenssen
Hilligenlei 455.
auch von unpersönlichem subject: doch die guten gedancken währen nicht lange, so hat die vernunft wieder verspielt und eine lumpichte augenlust hat wieder die oberhand Chr. Weise
kl. leute 311.
von der jagd: dann ruft der jäger: hei hopsasa! du (
hase) hast verspielt, victoria! A. v. Arnim
werke 21, 193.
die wendung bei einem verspielen, '
die achtung verlieren, es mit einem verderben',
ist enge verwandt mit II A 2 c (es mit einem verspielen): da das nun nicht im zierlichen tanzschritt, sondern auf derbe altdeutsche weise geschah, hatte der barde (
Klopstock) gar bald bei ihm verspielt E. Schmidt
charakteristiken 160. II@B@1@cc)
schlieszlich ist die vorstellung des spiels und der beiden parteien ganz ausgeschaltet: jetzt hast du verspielt,
du hast verloren, mit dir ist's aus! Spiess
henneberg. idiot. 296;
tirol. i hoab verspielt, bankrott gemoacht, bankrott, und sitz itzt doa Kranewitter
Andre Hofer (
im Kunstwart 23, 2, 242);
mundartlich besonders von der körperbeschaffenheit gebraucht: fəršpiúelən
mager werden, an volumen abnehmen Leihener
Cronenberger wb. 36
a;
auch in Schleswig-Holstein üblich: ei, ei, Brigittchen, ihr seht übel aus, ihr habt verspielt, seit wir uns nicht gesehen Storm
werke 5, 118;
mit adverb: (
es) wollte mich bedünken, als ob der junge bauer seit unserer letzten begegnung, wie man bei uns sagt, bös verspielt habe. das gesicht war scharf und mager geworden, und die ... augen waren unter der ... stirn verschwunden 3, 91. II@B@22)
intrans. verspielen
als gegenstück zu dem trans. II A 5 b (
sp. 1419)
ist nur für das 17.
jahrh. belegt und bedeutet '
wirkungslos, vergeblich sein': die verleumbdung. verspielt der glimpf so holder buhlerinnen, so soll mein blitz dir fahren durch den sinn. dein schnee soll bald befleckt seyn von den spinnen, ja kefer koth schmiern an den lilgen hin Lohenstein
Ibrahim Sultan 2, 643 (1701
s. 49); verspielen lernen: (
liebe) du mehr als götlichs licht zwei himlischer laternen (
Hero u. Leander), machst, dasz der sturm und strom an mir verspielen lernen zuwider aller macht, die sich an mir zerbricht Fleming
deutsche ged. 494
Lappenberg. II@CC.
die reflexive form hat wie gewöhnlich verschlechternden sinn. II@C@11)
sich im spiel versehen: fehlspielen, miszspielen, sich verspielen Kramer
ital. 2, 868
a;
ebenso ndl. zich verspelen
und schwed. sig förspela.
im kartenspiel üblich, eine falsche karte ausspielen: ich habe mich verspielt (versehen) und möchte die karte zurückziehen.
dieses ansinnen wird gewöhnlich zurückgewiesen mit der bemerkung: versehen ist verspielt (
es ist vorbei).
vgl. III C 2 b (
sp. 1422). II@C@22)
sich im spiel völlig verausgaben und nichts mehr einzusetzen haben. II@C@2@aa)
vom richtigen glückspiel: du bösswicht, thu wider her-langen mein rock, hut, reitwetschger (
reisetasche) und schwert, das du mir raubtest mit gefehrd! hast etwan gar verspilet dich? jetzt wolstu drumb berauben mich armen, der nicht vil ubrigs hab! H. Sachs
werke 21, 195, 88
Keller-Götze. hierher gehört die merkwürdige stelle aus dem weisthum von Loën vom jahre 1363: item weret, dat eine junckfrawe, die ein recht eruendt wer eines guedes, sick verspielde, de mag brengen vyff
β. in den hoff tho Loen in einem lynen buydell dem schulten vnd den tegederen, vnd de mothen sie dan wedder setten vngeweigert in oer olde recht, als sie thouoren was
weisthümer 3, 146, 8:
wenn eine jungfrau alles bis auf ihr erbrecht verspielte, so kann sie gegen geringen entgelt den handel ungiltig machen (
mit Schuster
das spiel 28
gegen Schiller-Lübben 5, 454
b und Lübben-Walther
hdwb. 524
a,
die an verspielen I B 4
anknüpfen); um so mehr, als das gesinde bei seinem reiferen alter, dann vermöge der notwendigkeit, dasselbe auch ausser haus zu schicken, noch leichter dazu kommen konnte, auswärts zu spielen und sich zu verspielen Schuster
das spiel (1878) 117. II@C@2@bb)
auf das moralische gebiet übertragen: gibst du dich auf, um der welt zu gefallen, so hast du dich verspielt Rosegger
sündergl. 245. II@C@33)
sich preisgeben; im übertragenen sinne im anschlusz an II A 4 b (
vgl. die stelle bei Tieck
ebd. sp. 1418): so bin ich hartherzig worden, und musz mich nun selber dem zufalle verspielen Tieck
Sternbald 2, 253. IIIIII.
verbalnomina. III@AA.
der infinitiv in substantivischer form: Adelung. Campe.
er erscheint in den verschiedenen bedeutungen des verbs, meist im anschlusz an spiel
als '
glückspiel'.
selten hat er activen sinn: in dem ... erwähnten weistum von Loën .., wo vom verspielen der jungfrau die rede ist Schuster
das spiel 11 (
vgl. oben).
für die bedeutung '
ausspielen'
in passivem sinne (
vgl. II A 4 a
sp. 1418)
finden sich zahlreiche belege ebd.: das verspielen von grund und boden (10), des kindes, der freiheit, der körperlichen vollkommenheit (12), der glieder (13), der ehre, von leib und leben (15), der seele (16), der familie (38). III@BB.
das part. präs. im anschlusz an II B 1 a (
sp. 1419): sintemal ich nach der schlacht wahrgenommen, dasz ihrer viel ... gegen ein gewisses ... geld sogar ihre eigene freyheit auffgesetzt, und, ungeachtet der verspielende stAerker und vermOegender war, sich in die knechtschafft des gewinnenden spielers ohne widerrede gestellet hAetten Lohenstein
Arminius (1689) 1, 87
a;
statt dessen häufiger der verspieler (
s. d.). III@CC.
das adjectivisch gebrauchte part. praet. III@C@11)
im anschlusz an verspielen I B 3 (
sp. 1410)
ist selten. es bezeichnet wesen, die sich soviel mit spielereien und tändeleien beschäftigt haben, dasz sie für nichts ernsteres gedanken haben, derselbe zustand, den spielericht, spielerig, spielerisch, spielig, spielisch (
theil 10, 1,
sp. 2392, 2402
f.)
bezeichnet. elsäss. verspielt,
zum spielen aufgelegt. er ist v. wie e katz; e verspielts kind Martin-Lienhart 2, 539
b; en veršpílt kend,
zum spielen aufgelegt, spielsüchtig Follmann
lothring. wb. 153
b;
nass. verspielt,
gerne spielend Kehrein 1, 431;
auch weiterhin gebräuchlich: wenn er dann endlich in der dämmerung versonnt, verweht und verspielt, nach dem hohen felde hinaufging, .. stutzte er und erwachte (
durch den reiz des sonnenscheins, windeswehens und der kindlichen spiele in gedanken versunken) Frenssen
Klaus Hinrich Baas 23.
dieser gebrauch hat ein durchaus volksthümliches gepräge und ist weit verbreitet. vgl. auch 2 c
γ (
sp. 1424). III@C@22)
ausgedehnter ist der gebrauch von verspielt
im anschlusz an verspielen II,
vom glückspiel hergenommen. III@C@2@aa)
im spiel durchgebracht, verloren (
vgl. verspielen II A 1
sp. 1411
ff.);
schwäb. sprichwort: verspielt
es geld hat flügel Fischer 2, 1344;
dieser gebrauch ist überaus häufig. in substantivischer form: ja der verspieler so wohl, als dessen erbe, kan das verspielte und gezahlte wieder fordern Zedler
polizeiordnungen XXXVIII 1636
f. III@C@2@bb) verspielt '
verloren, hin'
schlieszt sich an verspielen II A 2
oder B 1
oder C 1 (
sp. 1416, 1419, 1421)
an, je nachdem man ein transitives oder intransitives oder reflexives verb. zugrunde legt; nur prädicativ gebraucht. III@C@2@b@aα)
beim richtigen gewinnspiel: ey wollan, ist es verspielt, so sey es verspielt, es ist um einen korb mit bieren zuthun Tabeus
MAeynhincklers sack (1612) Biija; wir wollen wrfeln, wer holen soll (
bier) ... au wey, sagt Schaulem, dass seyn nur drey. doch noch nicht verspielt
der pedantische irrthum des ... schulfuchses (
Rappersweil 1673) 203;
Stein. aber was stichst du da gleich, wenn ich mich verwerfe?
Förster. verworfen ist verspielt.
Stein (
wirft seine karten hin) nun da hast du die ganze geschichte! (
springt auf) Ludwig
schriften 9, 28 (
erbförster 1, 6);
schwäb. nix g
ewonne
n ist scho
n verspielt Fischer 2, 1344;
schweiz. erst gewonnen, letzt verspielt Kirchhofer
schweiz. sprüchwörter 154.
die redensart versehen (übersehen) ist auch verspielt
ist überaus weit verbreitet und seit dem 16.
jahrh. bezeugt: es heyszt vbersehen ist auch verspilt Seb. Franck
sprichwörter (1545) 1, 100
a; es haiszt, warts spiels, es gilt auffsehens, ubersehen ist auch verspielt Egenolff
sprichwörter (1591) 354
a; ubersehen ist auch verspielt Pistorius
thesaurus paroemiarum (1714) 4, 174; versehen (bersehen) ist verspielt Kramer
ital. dict. 2, 868
b; versehen ist auch verspielet Gottsched
sprachkunst (1762) 556
a.
im 18.
jahrh. setzt sich diese form völlig durch Wander
sprichw.-lex. 4, 1586;
im schwäb. dialekt sind beide formen nebeneinander als weit verbreitet bezeugt: versehe
n, übersehe
n ist auch verspielt Fischer 2, 1344;
sonst herrscht mundartlich versehen:
schweiz. versehen ist auch verspielt Kirchhofer
schweiz. sprüchwörter 170;
ebenso mittel- und niederdeutsch: luxemburg. versin as och verspillt Gangler 409;
holstein. verseen is verspeelt Schütze 4, 164;
ostfries. etwas anders: de budel is fersên und ferspöld Ten Doornkaat Koolman 1, 463
a.
zwar gilt diese redensart ursprünglich beim spiele selbst, wird aber dann auf alle möglichen lebenslagen übertragen. III@C@2@b@bβ)
andere übertragene wendungen. mit sächlichem, meist unpersönlichem subject; es ist umsonst, vergeblich, aus, vorbei: es ist verspielt,
res ad triarios rediit Dentzler
clavis linguae latinae (1716) 2, 312
b; mache es wie du jmmer wilt es ist doch all practick verspilt Agricola
musica instrumentalis 139
Eitner; Rhombus spielt im frauenzimmer neulich um discretion; ist mir recht, sie ist verspielt, dasz nichts übrig mehr davon Logau
sinnged. 240
Eitner (2, 1, 62); anfangs halt gute maass spar was noch ist im fass; sonst wenn du am ende sparen willt, so ists zu spAet, es ist verspielt Wille
sittenlehre (1781) 49; weil ers nicht scheut sich und sein volk dem wellenschlag des zeitenstroms preisz zu geben, wovor die andern all wie die hasen ausreiszen. aber das ist allemal verspielt und der herr wie der unterthan sind da beide die elende (!) sclaven des zufalls Bettina v. Arnim
dies buch gehört dem könig 1, 35.
auch attributiv: schwäb. des ist e
in verspielter handel Fischer 2, 1344; (
es) finden sich annoch viel tausend, bei denen herztreu die beste karten, dann ja der handel verspielt, wo solche nicht ist Abraham a St. Clara
schriften 2, 167
Strigl; denn wenn gleich ein poet ein uberausz knstliches opus und werck ... verfertigte, und doch solche sachen darinnen handelte, die keinen nutz und besserung geben und brächten, so were es doch eine verlorne und verspielte arbeit L. Sandrub
hist. u. poet. kurzweil 4
neudr. III@C@2@b@gγ)
die folgenden zusammengesetzten wendungen sind nicht mehr üblich. intrans. verspielt gehen,
miszlingen: nun wir menschen wagens drauff, geht es gleich verspielt, seht nur was der feuerdieb Japhets sohn erhielt Morhof
unterricht v. d. deutschen sprache (1682) 1, 788.
trans. es verspielt geben,
spe labi, decidere, animum despondere Stieler 2085; ich gebs verspielt Kramer
ital. dict. 2, 868
b; sollten die umstände über ihre festigkeit siegen, so seyn sie auch mit guter art darauf gefaszt, alles verspielt zu geben Gotter
ged. 3, 75. verspilt sein lassen,
verloren sein lassen, aufgeben: diser keyser liesz den nidergang (
occidentem) verspilt sein, hoffet jn von gewaltigen feinden zuo erobern, derhalb machet er mit den Wenden, Gothen,
etc. frid Seb. Franck
chronicon Germaniae (1538) 50, 1. III@C@2@b@dδ)
von personen gebraucht. die unpersönliche form im anschlusz an α)
ist nicht mehr gebräuchlich: es ist verspielt mit ihm,
ella è perduta con lui, cioè egli è spedito, rouinato Kramer
ital. dict. 2. 868
b; es ist mit mir verspielt,
ik ben verlooren, geruineerd Kramer-Moerbeck (1768) 390
b.
die persönliche form lebt mundartlich fort: oberhess. verloren sein für seine person; wann er sich nicht besser aufführt, so ist er verspillt Crecelius 878; verspielt sein,
verloren, unglücklich sein Kehrein 1, 431;
tirolisch: so muass dar koasar schoan varspielt in d' hudarn sein
ged. bei Schöpf 689;
attributiv: schwäb. wer si
ch mit de
n weiber
ei
nla
sst, ist meist e
in verspielter ma
nn Fischer 2, 1344. III@C@2@cc)
in älterer sprache erscheint das part. in activer bedeutung, die ihm mit demselben recht wie die passive von hause aus zukommt, auf ein intrans. oder reflex. verb zurückweisend, bei personen. es bezeichnet leute, die durch übermäsziges spielen heruntergekommen und der leidenschaft des spiels verfallen sind; ähnlich verlegen, verstanden, versessen, verschlafen, verlogen, versoffen, vertrunken (Grimm
gramm. 4, 70; Wilmanns
gramm. 3, 104, 106).
bis auf zwei jüngere stellen bei Göthe
und Brentano (
s. unten), die einen alterthümelnden anstrich verrathen, ist es nur bei schriftstellern des 16.
jahrh. und lexikographen des 17.
zu belegen, bei H. Sachs
etwa ein dutzend mal (
vgl. auch Schmeller
2 2, 664).
in den lebenden mundarten wird ein solches verspielt
nur in anderem sinne gebraucht (
s. oben III C 1
sp. 1422). III@C@2@c@aα)
für sich allein gebraucht: verspielt, ...
huomo dato in preda al giuoco Kramer
ital. 2, 868
b; verspielet,
dem spiel ergeben Frisch
nouv. dict. (1730) 597;
nur bei H. Sachs
als titel eines schwankes: der herr mit dem verspielten knecht 9, 470, 1
Keller; als personenangabe: der verspilt reuter 21, 76, 2; der verspielt krämer 17, 182, 24;
als beschimpfende anrede: ge, wo du wilt, ich wil dein nicht, du diebisch, verspilter böszwicht 21, 86, 6. III@C@2@c@bβ)
in verbindung mit worten ähnlicher bildung und bedeutung, wobei spiel und suff stets hand in hand gehen: er ist ein verhurt-, versoffen- und verspielter kerl Kramer
ital. 2, 868
b;
prädicativ öfters bei H. Sachs: weil der menschen kind so gar falsch und vertrogen sind, in allen lastern gar versuncken, verhurt, verspielet and vertruncken 21, 221, 3;
attributiv: mir gschicht recht, weil ich drawt und glaubt dem verspilten versuffen knaben 21, 90, 1; der erst soll in Italia vor jaren ein gar versoffener und verspielter mensch gewesen seyn Kirchhof
wendunmuth 1, 333
Österley; ein toller, voller, verlotterter, verspilter, gottloser pfaff Wickram
rollwagenbüchlein 12, 22
Kurz. III@C@2@c@gγ)
aus späterer zeit sind nur zwei stellen nachzuweisen, doch scheint hier die bedeutung '
spielerisch, tändelnd' (III C 1
sp. 1422)
mit von einflusz gewesen zu sein: Kraus .. sah ... wie ein verdorbener landschreiber, Einsiedel ... wie ein verspielt bürschgen ... aus Göthe IV 3, 12, 9
Weim.; ich finde diese buben so galant, so verschwAermt, und so keck, diese kOenige so phantastisch, veraltet, verregieret und verspielet, und vor allem diese damen so romantisch, verzieret, verzu- und veranmuthet Brentano
an Ph. O. Runge
vom 18. 3. 1810
über dessen entwürfe zu kartenspielfiguren (Runge
hinterlassene schriften 1, 256).