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verlieren

mhd. bis spez. · 15 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

PfWB
Anchors
16 in 15 Wb.
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Eintrag · Pfälzisches Wb.

verlieren st.

Bd. 2, Sp. 1215
verlieren st.: 1. trans. a. 'unabsichtlich etwas fallen-, liegen-, stehenlassen und nicht wiederfinden', ve(r)leere (-lērə) [WPf NPf], -liere (-līrə) [VPf]; Part. Perf. -lōʳ/-lōrə, vgl. gebroch/gebroche (K. 1). Syn.: vergammeln 2, verschleifen2 1 a, verschleppen 1 a, vertupfen 2 b, verzetteln 3. Ich hab meiⁿ Messer veʳlore [NW-Kallstdt, allg.]. De Gaul hat e Hufeise veʳloʳ [PS-Schmalbg, allg.]. Zuruf an den Hund, erlegtes Wild zu bringen: Such, veʳlore! [BZ-Gossw, KU-Schmittw/O]. Die Bewohner von RO-Rehborn neckt man: Eich hun die Struhsaal (die Strohseile) veluʳ. RA.: Er is geloffe, daß er ball die Absätz veʳlore hätt [BZ-Albw, verbr.]. Er hatt ball die Stiwwel veʳloʳ, so gelaufen ist er [ZW-Bechhf]. Ich jach dich, daß de die Socke veʳleeʳscht [KU-Schellw]. Er kommt in die Hitz, wie e Kihbauer, der 's Joch veʳloʳ hat [KU-W'mohr]. Den hot de Esel im Galopp verlor, von einem unehelich Geborenen [Don-Ulmb verbr. Gal Buch]. Er dut finne, wo nix veloʳ war 'Er stiehlt' [RO-Callb]. Er dät noch de Aarsch veliere, wann er nit aⁿgewachse wär [LA-Nußd]. SprW.: Wann de Beddelmann nix hun soll, verleert er 's Brot aus'm Sack [Gal-Brotschk]. Wer nix hot, der veʳlieʳt nix (der hot nix se veliere) [PS-Haust, verbr.]. Besser der Hut verlore as der Kopp [PennsDeitschEck 5. 10. 1935]. 's Haus veleeʳt nix 'Ist etwas im Haus verlorengegangen, muß es sich wiederfinden, es sei denn, es ist hinausgeschleppt worden' [FR-Albsh, verbr., auch Don Gal Buch Rußl]; dass. mit dem Zusatz: saat selli Fraa, do hot se e Kinnerschickelche im Sauerkraut funn [KU-Bedb]; Var. s. Eck 1. VR.: Es rechet (regnet) uf die Bricke, die Bricke isch so naß; mir hawwe was verlore, un wisse net recht, was [NW-Geinsh]. — b. 'einbüßen'. α. Die Hinkel veʳlieren die Feddere [NW-Deidh, allg.]. Er hat im Krieg de recht Aarem veloʳ [KL-Reichb]. Sie hot bei der Operation viel Blut veʳlore [LU-Böhl, verbr.]. 's Kind velieʳt die Milchzähⁿ [LU-Neuhf, verbr.]. Du hoscht jo ganz die Farb veloʳ! [RO-Semb]. Er hot de Mut (die Kurasch) veʳlore [FR-Mörsch, verbr.]. RA.: Wann der e Aarm (e Finger) velieʳt, hat er e Sprachfehler, von einem, der beim Sprechen viel gestikuliert [Kaislt]. SprW.: E alder Wolf veʳlieʳt wohl die Hoor, awwer nit die Nube (Naupen 'Launen') [IB-Bliesmg/Bolch, verbr. Gal]; Var. s. Fuchs. Wo nix is, do hot aach de Kaiser seiⁿ Recht veʳlore [LU-Opp, verbr. Don Gal Buch]. Volksgl.: Deiⁿ beschder Freind sterbt, wannde traamscht, du hättscht en Zahⁿ verlore [Fogel Beliefs Penns Nr. 270]. Wann en Kuh der Idrich verlore hot 'nicht wiederkauen kann', soll mer erjeds (irgend) hiⁿgeh un en Stick Brot stehle un es der Kuh fiedre [ebd. Nr. 726]. VR.: Korz geschoʳ, hat 's Ohr veʳloʳ; hat 's widderfunn, hat's aⁿgebunn [Kus]. o. D.: da der Glan in die Naa fluzzet und sinen namen verluset [Grimm Weist. V]. o. D.: ein stein in dem Rothwaltlin, derselb ist da verlohren worden, vnd ist ein ander stein da gefürth worden [PfWeist. I 15 (KL-Alsbn)]. a. 1581: Welcher hirtt eim nachpfarn (Nachbarn) ein vih verliert vnd nicht redlich vrsachen ahnzeigen kan, wie es gestorben oder woh es hinkomen sey, der soll das vih bezallen [ebd. I 47 (KU-A'glan)]. — β. übertr. RA.: Er hot die Schneid 'den Mut' velore [LA-Frankw, verbr.]. Velieʳ doch net gleich de Kopp! [LA-Knöring, verbr.]. Er hot en Schraub (en Mutter) veʳlore 'ist verrückt' [LU-Fußgh]. Sie hot ehr Herz veʳlore 'ist verliebt' [GH-Freckf]. Du hoscht de Foorem (Faden) veʳloʳ 'kennst den Zusammenhang nicht mehr' [KU-Schmittw/O]. Der Gaul do hot seiⁿ Taafscheiⁿ aach schun lang veʳloʳ, von einer alten Mähre [KL-Gimsb u. Umg.]. An dem hot unser Herrgott 's Mooß verlor, von einem großgewachsenen Menschen [verbr. Gal]. — c. 'nicht gewinnen, verspielen'. Er hot de Prozeß (die Partie) veʳlore [FR-Bockh, verbr.]. 's Spiel is noch net veloʳ 'Unsere Lage ist nicht aussichtslos' [Kaislt, verbr.]. — 2. intrans., wie schd. Er hat im Spiel veloʳ [KL-Hoheck, verbr.]. SprW.: Un wammer gewinnt, hot mer doch veʳlore [LA-Nd'hochstdt]. Wooe 'das Wagen' gewinnt, Wooe veleeʳt awwer aa [KL-Reichb KU-Schmittw/O]. 's is besser mit'm Gescheide se verleere, wie mit'm Dumme se gewinne [Gal-Brotschk]. — 3. refl. Im Wald kammer sich leicht veʳleere [KB-Bischh, verbr.]. Er veʳlieʳt sich in de Kläärer [PS-Hintwdth, HB-Kirrbg LU-Alsh]. Die Sunn veʳlieʳt sich (hinter den Wolken) [PS-Windsbg, verbr.]. SprW.: 's Esse sell mer niemand vewehre, das dut sich vun selwert veleere 'Man soll sich über den guten Appetit eines Menschen freuen' [KU-Kaulb]. Volksgl.: Wammer sich im Busch verlore hot, soll mer der Rock rumdrehe [Fogel Beliefs Penns Nr. 2074]. Du sollscht dich doch verleere!, Verwünschung [Kühn Schnitze II 204]. — 4. adj. Part. Perf., wie schd. a.α. präd. Do is jedes Wort veʳlore 'vergeblich' [NW-Hardbg, verbr.]. Mit Haut un Hoor veʳloʳ [RO-Dielkch LU-Opp Friesh]. Was so e armer Wittmann is, der is velor, der is beschiss [Kieffer Bilderb. 50]. An dem is Hoppe un Malz velore, von einem Unbelehrbaren [NW-Freinsh Wachh Klein Prov. 202]. Wann denne unser Herrgott net besser kennt, is er veʳloʳ [IB-Bliesmg/Bolch]. Scherzh. Antwort auf die Frage, wo jemand sei: Im Hemm (Hemd) un zwische de Ohre; wann er dort net is, is er velore [LU-Alsh]. SprW.: 's sein (in der Erziehung) käin Schlää veʳloʳ, als wie die, wo newenaus gihn [KU-Schmittw/O]. Schwarz geboreesch Wische un Wäsche velore 'Gegen Erbanlagen ist jede Erziehung machtlos' [BZ-Dierb]. — β. attr. Durch Überreife ausfallende Körner sind veʳlorene Kirner [GH-O'lustdt]. Eine Gewanne bei Hombg heißt 's veʳlorene Feld. SprW.: Frih uf un spät nirrer (nieder), bringt velore Gut wirrer [RO-Als LU-Opp]. — b. adv. 'allmählich, kaum merkbar'. De Weg zieht sich so ganz veʳlore enuf [KU-Kaulb Kreimb Roßb WD-Niedkch RO-Kalkof KL-Hirschhn O'mohr]. 's geht veʳlore enuf [KU-Schmittw/O]. — 5. s. verlorengehen. — Südhess. II 555/56; Rhein. V 467/68; Lothr. 147; Els. I 607; Bad. II 81/82.
5969 Zeichen · 166 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    verlieren

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer)

    ver-lieren s. verliesen;

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Verlieren

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Verlieren , verb. irregul. ich verliere, du verlierst, (Oberd. verleurst,) er verliert, (Oberd. verleurt); Imperf. ich v…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    verlieren

    Goethe-Wörterbuch

    verlieren [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  4. modern
    Dialekt
    verlieren

    Elsässisches Wb. · +4 Parallelbelege

    verliere n [fərlìarə Liebsd. Su. K. ; fərlìèrə Co. Z. ; fərlírə M. ; fərlîrə Str. Betschd. W.; farlêrə Prinzh. ; Part. f…

  5. Sprichwörter
    Verlieren

    Wander (Sprichwörter)

    Verlieren 1. Alles verloren, nur die Ehre nicht. – Wurzbach II, 79. Frz. : Tout est perdu hors honneur. Dies Wort sollte…

  6. Spezial
    verlieren, eine Nuance v

    Dt.-Russ. phil. Termini · +2 Parallelbelege

    verlieren , v , eine Nuance ~ терять/потерять , гл какой-н. оттенок

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit verlieren

1 Bildungen · 0 Erstglied · 1 Zweitglied · 0 Ableitungen

Ableitung von verlieren

ver- + lieren

verlieren leitet sich vom Lemma lieren ab mit Präfix ver-.

Zerlegung von verlieren 2 Komponenten

ver+lieren

verlieren setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

verlieren als Zweitglied (1 von 1)

zītverlieren

KöblerMhd

*zītverlieren , V. nhd. „Zeit verlieren“, Zeit vergeuden E.: s. zītverlierende (2) W.: nhd. DW-, nhd. Zeit verlieren, V., Zeit verlieren

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „verlieren". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 17. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/verlieren/pfwb
MLA
Cotta, Marcel. „verlieren". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/verlieren/pfwb. Abgerufen 17. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „verlieren". lautwandel.de. Zugegriffen 17. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/verlieren/pfwb.
BibTeX
@misc{lautwandel_verlieren_2026,
  author       = {Cotta, Marcel},
  title        = {„verlieren"},
  year         = {2026},
  howpublished = {lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern},
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  urldate      = {2026-05-17},
}