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student

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

student m.

Bd. 20, Sp. 259
student, m. , schüler; hochschüler. aus der mittellatein. schulterminologie übernommen, in der sich das partic. studens, studentes zum substantiv entwickelt hatte, wohl an dem ausdruck 'fratres studentes', der 'bei den Dominicanern und Franciscanern die jüngeren brüder bezeichnete, die sich mit den wissenschaften abgaben', vgl. im 14. jh. den magister studencium, s. Nyström die deutsche schulterminologie (1915) 190. im mhd. schon seit dem 13. jh. belegt: ein studente Hermann v. Fritzlar, s. u.; dem himelschlichen student sancto Paulo Wackernagel altd. pred. 68, 260. vgl. mnl. u. mengl. student. seit dem 15. jh. lexikalisch: student eyn student Diefenbach gloss. 557b; Alberus dict. (1540) Y y 3a; Frisius 1186b. das wort lautet nhd. regelmäszig student; daneben seit dem 17. jh. selten und leicht mit einer nüance studente: Chr. Weise s. u. 4 c β; Thomasius kl. deutsche schr. (1894) 127; Göthe IV 8, 24 W.; Körner w. 4, 48 Hempel; mundartl. bei Woeste 260. der stammvocal der ganzen sippe erleidet in der ma. zuweilen eine veränderung: stedent Mi mecklenb. 86b; stodent lux. ma. 425. häufiger ist in älterer zeit diphthongierung des u > au (s. auch staudent teil 10, 2, 1159) immer mundartlich gemeint, so bei Schoch stud. leben (1657) d 4b; d 2b; d 4a; Rusticus: so wil ich mit fleisz darnach strebn, mich auch vor ein staudent auszgebn Gilhusius gramm. (1597) 93; [] ein lateinischer handwerksgesell oder staudent (welche sonst die bauren für die aller schlimsten enden halten) Simpl. 356 variante Keller; vgl. auch unten staudirige zu studierige und staudirknecht zu studierknecht. die flexion ist fast ausnahmslos schwach; ein dat. dem student früh (14. jh.) bei Wackernagel altd. predigten 68, 260, dann einmal bei J. Grimm kl. schr. 1, 217. einen gen. studentens belegt mehrfach H. Paul dtsch. gr. III § 88 anm. 2; lat. flexion in deutschem context: studentes, s. 4 b. bedeutung und gebrauch. 11) die frühesten belege zeigen student als theologischen schüler an höheren geistlichen schulen, collegien vor allem der Dominicaner und Franciscaner: dô sante (der mit der hl. Katharina disputierende kaiser) nôch den wîsesten meistern, di her vant ... und dô quâmen si dare mit iren studenten ... do sprach ein studente des obersten meisters Hermann v. Fritzlar (Dominicaner) bei Pfeiffer dtsch. mystiker 1, 254; in bildlichem gebrauch: hier sprechent die meister, daz wir billîche sullen îlen zuo der schuole, dâ der heilige geist lesemeister ist. und wizzent, wâ er lesmeister ist und sîn sol, dâ wil er studenten wol bereitet vinden, daz si sîne edele lêre wol verstân mügen meister Eckhart (Dominicaner) bei Pfeiffer dtsch. mystiker 2, 77, so auch bei den Franciscanern in Straszb., die im 15./16. jh. 4 kategorien von insassen unterscheiden: väter, studenten d. h. theologiestudierende, schüler, die sich noch im vorbereitungsdienst befinden und knaben, die erst schüler werden wollen Nyström a. a. o. 190: item pater Christian ... ward könig bey den vättern und ein student von Vilingen ward könig bei den studenten. item Georg der schreiber ward könig under den schlern, item Stephan ward könig under den knaben (1508) Straszb. chron. bei Nyström a. a. o. 191; vgl.: ob ein prister oder geweichter student oder schuler in das leutgebhaus (wirtshaus) käm und wurt von weins wegen unweisz, so sol man in ... seinem obristen schicken (a. d. j. 1586) österr. weist. 8, 699. in der folge, allgemeiner, neben den entwickelteren bedeutungen 2 und 3 immer noch gelegentlich zu belegen: ferner soll kein student während dem schuljahre ohne vorwissen ... des p. präfekts seine kost und wohnort verändern 1797 disciplinarsatzungen der Freisinger Benedictiner-studienanstalt, mon. germ. paed. 42, 312; seit vertreibung der Jesuiten giebt es ... keine ordentliche ... schule, auszer einem seminarium, darin auf kosten des königs zehn studenten ... unterrichtet werden G. Forster s. schr. (1843) 1, 40. mehr auf die persönliche beziehung zum lehrer gehend, vgl. auch schüler teil 9, 1939: und kam sonderlich ein weiser gelerter magister, ... der kompt auch zu marckt sampt etlichen seiner studenten Erasmus Alberus fabeln 10 ndr.; ähnlich schon bei Hermann v. Fritzlar, s. oben. in der folge verzweigt sich an der realen entwicklung der höheren schule und der universität die bedeutung in doppeltem sinne: 22) höherer schüler, besucher einer lateinschule im gegensatz zu dem einer 'deutschen' elementaranstalt, 2@aa) meist ohne scheidung nach klassen: alss kan ane alle nie (neue) unkostingen tho Schlesswig benewenst der triviali schola noch ein gutt paedagogium edder schola publica vor junge studenten angerichtet ... werden 1563 bedenken van anrichtinge eins paedagogii in mitteil. der ges. für erziehungs- und schulgesch. 9, 160; mit verwandten begriffen völlig indifferent gepaart: von einem jedlichen, so examinirt und zu einem studioso oder studenten in unser schul auff und angenommen 1575 Altdorfer schulordn. (Altdorf wurde erst 1623 universitätsstadt) bei Vormbaum evangel. schulordnungen 1, 609; die schüler oder studenten ... halten den alten schulmeister in groszen ehren Mathesius ehespiegel (1592) 238b. allgemeiner, aber kaum zuverlässig: student, 'welcher in einer stadt- oder landschule, oder auch auf einer höhern schule ... sich ... befleiszigt' Chomel 8, 1753; sonst so nur scherzhaft: die Eicha (ein kl. flusz) ist die pulsader jugendlicher belustigung für [] sämtliche studenten des groszen dorfes Eichenau Holtei erz. schr. 7, 6. 2@bb) bisweilen specialisiert die schüler der oberen klassen; vgl. studentenschieszen, 'festliches preisschieszen der studenten, d. h. der schüler der obersten klassen einer höheren schule' Staub-Tobler schweiz. id. 8, 1445: studenten aus der zweyten schule (d. h. 'klasse', vgl. teil 9 sp. 1928) zu Munster-Eyffel urk. von 1705 in mitteil. d. ges. für dtsch. erziehungs- und schulgeschichte 6, 155; nach einem privileg Maximilians II die schüler der vier obersten gymnasialklassen in Straszburg s. Nyström a. a. o. 190. auch von absolventen: auch sol den studenten, die in einer oder andern lateinischen schule der stadten ... absolviert haben, ... von den praeceptoren diese provincial-schule bester massen recommendirt (werden) 1684 lippische schulordn. bei Vormbaum evangel. schulordnungen 2, 688. 2@cc) diese bedeutungen werden vom 17. jh. ab seltener, sind jedoch in den maa. bis heute reich zu belegen, so auszer im schweiz. id. (s. oben b): student, studentche, 'jeder knabe, der eine höhere schule besucht' Wegeler Koblenzer ma. 75; studente 'schüler, realschüler' Woeste wb. d. westf. ma. 260; student 'schüler e. höheren lehranstalt' Leihener Cronenb. wb. 118; mündlich auch für das (kathol.) Nordrheinland bezeugt; bei Schmeller bair. wb. 2, 405 mit ausdrücklicher trennung schüler in der unterschule, student im gymnasium, akademiker an der universität; deutlich auf die herkunft zurückweisend mit der einschränkung des gebrauchs auf gymnasiasten katholischer anstalten und spätere theologen bei Fischer schwäb. 5, 1904. 33) 'hochschüler', oft wohl aus 1 entwickelt, da die geistlichen collegien anfangs die aufgaben der universitäten erfüllten, in manchen fällen auch, ebenso wie höhere schulen (vgl. unter 2 a den beleg aus Altdorf), ihre vorstufe waren. doch ist in der hauptsache mit dem immer wieder wirksamen einflusz des lateinischen zu rechnen. seit dem 15. jh. wegen des aufblühens der universitäten mehr und mehr die hauptbedeutung. 3@aa) im engen und eigentlichen sinne von den schülern der abendländischen universitäten nach Pariser vorbild: und iede schuel (facultät der Pariser universität) besunderlich die lobt in (Sigismund) sicher meisterlich in ainem grossen sal, studenten, maister ane zal Oswald v. Wolkenstein 158 Schatz; uff die selbe zeit wart also grosse zweitracht zwuschen den Behemen unde den Dutzschen ... do das die pfaffen unde studenten vornomen, do wichen sie von Prage unde quomen keyn Lipzigk Rothe düring. chron. 763b Liliencron; ain edelman uszer Hessen ... war ain student und hoffman in Frankreich zimmerische chron. 3, 67 Barack; mit näherer angabe des hochschulortes in verbindungen wie: dem erbern leerwysen ... studenten der hohenschuol zuo Friburg (als schriftl. anrede) Riederer rhetorik (1493) o 5d; ein student von Padua engl. comedien und tragedien (1624) m m 8b; der Göttinger student Fontane I 6, 319. mit nennung des studienfaches, anfangs präpositional: student im rechten, in der gotteslehre Stieler stammb. 2218; Kramer 2 (1702) 1031a, dann fast nur in genitivischer anknüpfung, die immer noch vorhandene, durch studieren, studierender gestützte verbale kraft des partic. zeigend: ein student der medicin, der philologie; scherzhaft: und so musz sich ein armer student der bekleidungskunst durch die welt schlagen Gaudy s. w. 2, 48; lustig ihr pauren, ihr akker-studenten, lustig ihr landwirth, ihr dörffer-regenten W. Scherffer ged. (Brieg 1652) 648; bemerkenswert die herren studenten: die herren studenten stehen all auf Fausts seite maler Müller w. (1811) 2, 96; meist mit leichtem accent (vgl. 4 d β): die jungen geistlichen herren studenten auf universitäten auch nicht allemahl auf ihren berufswegen gehen der Leipziger avanturieur (1756) 1, 21; die herren studenten pflegten ja nicht blöde zu seyn Gottsched dtsch. schaubühne 4, 489. auch im sg. (s. den beleg 4 d β), jedoch nicht in der anrede, in der herr studiosus die regel ist. [] in dieser bedeutung wird das wort schon im 15. jh. von 2 gelegentlich scharf abgegrenzt: die weil sy (die nicht immatriculierten) ... schler und nicht studenten (sind) stiftungsbrief der universität Ingolstadt (1472) bei Nyström dtsch. schulterminologie 190; dasz er ... nunmehr in acht tagen auf die hohe schule ziehen werde. da fieng Judaeus nun erst an, den bevorstehenden studenten recht zu ehren Joh. Riemer polit. maulaffe (1679) 50. — synonyma sind seit älterer zeit studiosus, studio (bruder studium), academicus, bursch, hochschüler, auf niedersächsischen universitäten auch pape (vgl. Adelung 4, 468); jünger sind akademiker und danach in umgangssprache und mundart studiker Meyer-Mauermann Berliner 174; Müller-Fraureuth obersächs. 2, 583. in besonderem wettstreit steht studierender s. d. in neuerer zeit ist student nicht nur der besucher einer universität, sondern auch der anderer hochschulen, die akademische grade verleihen, überall im gegensatz zum nichtimmatriculierten hörer. nicht allzu häufig ist die analogische anwendung auf ähnliche, historisch nicht entsprechende studienverhältnisse: 'nu sage mir ware, obe du is wissen macht ... obe da (in Athen) viel studenten sien ...' '... und genug kommen dar studenten und ander schler und lude von allen hantwercken sere' pilgerf. d. träum. mönchs 3067 Bömer, deshalben befielet er (Nebukadnezar) seinem kammerer, das er etliche knaben aus dem jüdischen adel wehlen solte, ... das sie dem studiren solten obliegen. ... diesen jungen studenten verordnet der könig eine prebent von seinem tische Mathesius ehespiegel (1592) 253b; Hilarion kam aus neugier als ein junger student von Alexandrien zu Antonius, und mit dem mönchskleid gieng er wieder von ihm weg Zimmermann über die einsamk. 1, 175; für die studenten im koran Ritter erdk. 1, 544. 3@bb) vereinzelt in allgemeinerer bedeutung für den homo litteratus, aus der hauptbedeutung gewonnen, weil der student, besonders der fahrende, der häufigste vertreter der bildung war: er solte nicht studenten und schreiber (des schreibens und rechnens kundige) aus seinen söhnen ziehen, sondern sie zur jagd, reuterey und ritterlichen übungen abrichten lassen Zinkgref apophth. (1628) 1, 143; schreiber und studenten sind der welt regenten Binder sprichwörterschatz 175. 44) die eigenart des studententums, das als eine auszerhalb des bürgerlichen lebenskreises liegende daseinsform mit eignen traditionen und gebräuchen besondere aufmerksamkeit findet, zeigt sich in einer reihe typischer, sprachlich festgewordener vorstellungen. 4@aa) als besonderer lebensabschnitt: da ich ein junger student war, horet ich sagen, das ym furstenthum zu Sachsen ... bey achtzehen hundert pfarhen weren Luther 30, 2, 549 Weim.; in spätern jahren, als student besuchte ich ... Kerner bilderbuch (1849) 214. 4@bb) als eigner stand innerhalb und auszerhalb der hochschule: (er) ... het ... so wol studiert, dasz er in kürtz ward promoviert, und bald ausz der studenten orden, (als billich) ist magister worden Scheit Grobianus 4785 ndr., mit einer eigenen heiligen: in der römischen kirche S. Georg zum krieg, ... S. Leonhard den rossen, S. Katharina den studenten Mathesius Sarepta (1571) 30a; mayster in den freyen kunsten, studentes, chorales, bachanten, schreyber und schuler practica Eselberti (1509) a 2a; dar weren mede monnike, papen, studenten, scholer, leien, eddel, uneddel koplude, borgerkinder chron. d. dtsch. städte 7, 408. vor allem bürger und studenten: der Rotenberg was also vol volkes usz der stadt ..., das do zusach von studenten und burgern, das man meynte, es were mee danne XXX tusent werhafftige menschen do gewest Stolle thür. chron. 23 lit. ver.; kein bürger, kein student gieng in dem bär zu biere, der auf dem tische nicht die spottschrift liegen sah Rost verm. ged. (1769) 38; [] bürger wie studenten wüthen öffentlich gegen den erbfeind Göthe IV 29, 30 W. zu dieser verbindung: 'student auch als sammelname für die studenten, der student ist dheim (in den ferien)' Martin-Lienhart elsäss. maa. 2, 575. heute häufig studenten und arbeiter. 4@cc) als die zeit einer ungebundnen lebensführung, 4@c@aα) in besonderen, mehr persönlichen, aber typisch gesehenen verhältnissen: was überbleibet, wird armen schulern oder studenten vor dem thore ausgetheilet Hohberg georgica cur. aucta 3 (1715) 49b; den abgezehrten bauch der hungrigen clienten flieht er (der geizige wucherer), wie Polter Hans die dürftigen studenten B. Neukirch ged. (1744) 121; studenten sind ohne renten alter spruch bei Lipperheide 834; so lange ich hier bin, werde ich täglich zu einem andern diner gebeten und gehe in Darmstadt herum wie ein armer student, der in sieben häusern die kost hat Levin Schücking an A. v. Droste 201. — sauff-, spiel-, jungfer-, oder caressier-student Kramer 2 (1702) 1031b; der verbummelte student; so kum mit mir zur blawen Aendten (zum trinken) do findend wir etlich studenten, ... die nüt nach schand und laster fragend H. R. Manuel weinspiel 180 ndr.; sagt, wir wären unordentlich, an sinn und rumor den studenten gleich Göthe 16, 59 W.; wann ain student wurt geporn, so werden im vier baurn uszerkorn, ein baur, der in nert, der ander, der im den markt kert, der drit, so für in in dhell fert, und der viert, der im ain schöns weib beschert zimmerische chron. 3, 152 Barack. im sprichwort: wer sein hausz will halten keusch und rein, der lasz keine studenten und tauben hinein Pistorius thes. paroem. (1715/25) 996; studenten und lumpen wachsent auf einem stumpen Fischer schwäb. wb. 5, 1904; studenten sind böse enten ebda, vgl. Simpl. 356 Keller oben sp. 260; die ärgsten studenten werden die frömmsten prediger Pistorius thes. paroem. 118; ein verdorben student gibt einen guten buchführer oder lantzknecht Petri d. Teutschen weish. 2, y 7a. 4@c@bβ) meist als die zeit unbekümmerter lebenslust; seit der romantik mit verinnerlichtem gehalt: frisch, fröhlich ist der studenten leben, die feder musz stets oben schweben, drumb tragen auch die reuter all die feder den studenten zu gefall Petri d. Teutschen weish. 2, e e 1b; gar hete si (die minne) mir bezwungen herze, lîb unde muot, daz ich ûf einen schuoler (var. studenten) guot die sinne gar bewante. schüler zu Paris, gesamtabent. 1, 289; und du kanst, als ein studente, leichtlich hahn im korbe seyn, arme leuthe wissen auch der verliebten lust-gebrauch Chr. Weise grünend. jugend 111 ndr.; auf den dächern zwischen blassen wolken scheint der mond herfür, ein student dort auf der gassen singt vor seiner liebsten tür Eichendorf s. w. (1864) 1, 499; der uns das liedlein neuw gesang, von neuwen gesungen hat, das haben gethan zwen studenten guet zue Freyburg in der statt volks- u. gesellschaftslied. d. 15. u. 16. jh. 5, 204 Kopp; da tranken die studenten noch einmal herum und stimmten dann frisch ein lied an, dasz es weit in die berg hineinschallte Eichendorf s. w. (1864) 3, 92; denen het er ... das glait uf ein halbe tagreis geben, wie in sollichem fahl der studenten geprauch zimmer. chron. 3, 124 Barack; in was [] land ziehen nicht die zigeiner, kauffleut, studenten, becken Fischart Garg. 1, 32 ndr.; als student mit dem bündelchen aufm rücken die Schweiz durchstreift und durchstiegen Göthe 24, 135 W.; viel wandrer lustig schwenken die hüt im morgenstrahl, das sind die herrn studenten, zum tor hinaus es geht, auf ihren instrumenten sie blasen zum valet Eichendorf s. w. (1864) 1, 284; heute ist der standestypus anders: die studenten von Langemark; drauszen aber, in der stadt, da brennt die jugend, da stehen die studenten und die andern in stahlhelmen, wissen, dasz es losgehen musz Czech-Jochberg Hitler, eine dtsch. bewegung (1930) 117. 4@dd) intellectuell wertet die sprache den studenten in doppelter weise: 4@d@aα) als den gebildeten im verhältnis zum ungebildeten: so ist er (der schwiegersohn) mit dem maule so gewaltig fix, und weisz das wetter und das gestirne eines und das andere so straff zusammen zu reimen als ein staudente, er mag auch seyn wer er wil Schoch studenten-leben (1657) d 2b; (hilf mir bei der disputation,) du bist ein verdorbner student und hast vil ins bapst bchern gestudiert und gelesen Schade satiren und pasquille 3, 341; niemandt d' studenten überlist Wickram w. 6, 263 lit. ver.; steh auf mein sohn vom schustersthron, du hast talent, du wirst student spruch bei Ruckert unterfränk. ma. 178. 4@d@bβ) als den erst halbfertigen im verhältnis zum vollgebildeten, reifen mann, vgl. auch studentenhaft: demüthig erkenn ich, dasz ich leider noch ein — erfurthischer student bin Gleim briefw. 1, 21 Körte; welche unverschämte sprache von einem manne, der ... nach dem maasze seiner einsichten noch ein fleisziger bescheidner student seyn sollte Gerstenberg recens. 301 lit.-denkm.; das dritte stück verräth den studenten noch allzusehr Nicolai briefe d. neuest. litt. betr. 4, 217; (er) gehörte zu einer gewissen klasse von gelehrten, die man 'ewige studenten' nennen möchte Gutzkow ritter v. geiste 1, 332. ganz uneigentlich: das ist eine hohe kunst (der glaube), darinnen ich noch ein student und schuler bin Luther w. 32, 123 Weim. geringschätzig: da hier ... fast jeder student und offiziant an der autorsucht krank liegt Mozart in O. Jahn Mozart 2, 50; sollen ... studenten unsre staaten umwälzen? Fr. v. Genz schr. 3, 24 Schlesier, verstärkt durch jung: (zeitungen,) in welchen die Berliner recensenten für heillose ketzer, elende leute ... junge studenten ausgegeben wurden K. L. v. Haller restauration 1, 131; im widerspruch zu seinen ansprüchen: kein herr student thuts minder als auf präsident, auf leibarzt oder suprindent; zuletzt wird er wo küster, oder philister Herder w. 28, 394 S. 55) als verkürzung von bildungen wie studentenblume (s. d.) -lilie, -rose zu erklären ist student als blumenname: schtudente pseudonarcissus, narcissus poeticus Damköhler Nordharz. 181; es war aber ein kleines gärtchen an dem verwünschten häuschen, darin standen zwölf lilienblumen, die man auch studenten heiszt kinder- u. hausmärchen 1 (1857) 51; noch heute sagt man in Hessen nicht studentenblumen, sondern studenten Edward Schröder. 66) zusammensetzungen mit studenten- (nur einmal studentleben trincirbuch [Nürnberg 1652] 279) sind seit dem 15. jh. bezeugt, in der bedeutung 1 selten und nur alt, z. b. studentenmeister (1471); in der bedeutung 2 nur mundartlich, z. b. studentenmütze, studentenschieszen (s. oben 2 b), vgl. auch studentenfutter. beide bedeutungen verschwinden völlig hinter den bildungen der bedeutung 3, die vereinzelt seit dem 15. jh., z. b. studentenhaus (1446), öfter im 16. jh. belegt sind, z. b. studentenkappe (S. Brant), [] -stand ( Luther), -platz (Braun beschr. u. contrafact. [1572]), -gehirn ebda, -rock (1586) u. a., und seit der zweiten hälfte des 17. und bes. im 18. und 19. jh. zumeist occasionell auszerordentlich häufig werden. eine feste gruppe machen die mit studenten- zusammengesetzten bildungen von blumennamen aus, z. b. studentenblume, -hochmut, -kraut, -lilie, -nelke, -rose, -viole u. a., die teils als übertragung der bunten farben der studentenmützen zu verstehen sind (so Schütze holst. 4, 215), teils aus angeblichen ansprüchen der studenten auf das besonders schöne (etwa bei studentenvilette 'eine höhere art nelke' Woeste westf. ma. 260), teils, etwa bei -röslein, aus ihrer selbstgenügsamen bescheidenheit.
20876 Zeichen · 462 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    studentM.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    student , M. Vw.: s. studente

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Studént

    Adelung (1793–1801) · +13 Parallelbelege

    Der Studént , des -en, plur. die -en, aus dem mittlern Lateinischen studens, derjenige welcher sich auf einer Universitä…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Student

    Goethe-Wörterbuch

    Student [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Student

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Student , lat. studiosus (vom latein. studere , sich bemühen, eifrig auf etwas verlegen, beflissen sein), der Schüler ei…

  5. modern
    Dialekt
    Studënt

    Elsässisches Wb. · +4 Parallelbelege

    PfWB RhWB Studënt [ʿStytánt Bischh. U.; ʿStytænt Str. ] m. Student; auch als Sammeln. für die Gesamtheit der Studierende…

  6. Sprichwörter
    Student

    Wander (Sprichwörter)

    Student 1. Aus einem Studenten kann alles werden. Er kann zum Strassenräuber herabsinken und zu höchsten Ehrenstellen ge…

  7. Spezial
    studënt

    Ladinisch-Deutsch (Mischí)

    studënt [stu·dënt] m. (-nc) 1 Student m., Oberschüler m. 2 (al’université) Studierender m., Hörer m. 3 m.pl. (dles score…

Verweisungsnetz

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit student

244 Bildungen · 217 Erstglied · 25 Zweitglied · 2 Ableitungen

Zerlegung von student 2 Komponenten

stud+ent

student setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

student‑ als Erstglied (30 von 217)

studentchen

DWB

student·chen

studentchen , n. : junge studentgen Joh. Riemer polit. maulaffe (1679) 201 ; Musander d. studente (1739) 18 ; es war, als wenn die funken an…

studentel

DWB

stud·entel

studentel , n. : dasz mancher wohlgewanderter handwerckspursche mehr länder und königreiche, als manches stolze studentel städte gesehen sch…

studentelei

DWB

studente·lei

studentelei , f. : dummheiten und studenteleien K. Stauffer familienbriefe (1875) 53 .

studentenalter

DWB

studente·n·alter

studentenalter , übertragen: das öffentliche leben in Deutschland zur reformationszeit ist das wahre studentenalter der nation Gervinus gesc…

Studentenamt

DRW

studente·n·amt

Studentenamt, n. in Zürich: Stiftungsverwaltung zur Finanzierung von Lehrerbesoldungen und Stipendien (I) habend die herren pfleger ... inen…

studentenarbeit

DWB

studente·n·arbeit

-arbeit lavoro, opera da studiante Kramer 2 (1702) 1021 b ; mit der wertung von 4 d β : in wahrheit ist ( das trauerspiel ) eine studentenar…

studentenart

DWB

stud·entenart

-art : studentenart ist kluoge, vil edler dann als gold Uhland volksl. (1881) 686 ; so hielten wir unsern einzug ... — nach studentenart zu …

Studentenaufruhr

DRW

studente·n·aufruhr

Studentenaufruhr, m. Aufstand von Studierenden; Studentenunruhe studenten-auffruhr: ... dergleichen hoͤchst gefaͤhrliche auffruhr und zusamm…

studentenbad

DWB

studente·n·bad

-bad : bei Leipzig, wo die Elster in die Pleisze fällt, ... an einem ort, welcher das studentenbad genannt wird W. Grimm dtsch. sagen (1891)…

Studentenbesoldung

DRW

studente·n·besoldung

Studentenbesoldung, f. wie Stipendium (I 2) N. zu handen sins suns die andere halbe studentenbsoldung zu Parys ... vergönt 1562 BernRatsman.…

studentenbeutel

DWB

studente·n·beutel

-beutel : wo ... Mathilde ... ihrem bruder einen bunten studentenbeutel stickte Laube ges. schr. 8, 62 ;

student als Zweitglied (25 von 25)

AUSTAUSCHSTUDENT

DWB2

austausch·student

DWB2 AUSTAUSCHSTUDENT m. DWB2 student, der aufgrund einer austauschregelung für eine bestimmte zeit an einer fremden, meist ausländischen un…

Exstudent

GWB

Exstudent abwertend für jdn, der nach dem Studium keine (entspr) berufl Laufbahn eingeschlagen hat [ üb den jg Dichter u vormaligen Theologi…

Fibelstudent

MeckWBN

fibel·student

Wossidia Fibelstudent m. Abc-Schütze: de lütten Fibelstudenten in de sößt Klass (in der ersten Klasse einer sechsklassigen Schule) Karn. Moe…

geiststudent

DWB

geist·student

geiststudent , m. theolog, studiosus spiritus sancti: wo du nicht als ein geiststudent zuvor ein rechtes fundament in glaubens sachen ( hast…

Halbstudent

GWB

halb·student

Halbstudent wohl iSv an akadem Lehrveranstaltungen nur hospitierend Teilnehmender; für den (auffallend reisefreudigen) Breslauer ChGBerger m…

Kochstudent

PfWB

koch·student

Koch-student m. , Koch-studentin f. : = PfWB Kochschüler(in) , Kochstudent [ WD-Niedkch ZW-Battw ], -studentin [ KB-Kriegsf ]. Später lernte…

Lumpenstudent

RhWB

lumpen·student

Lumpen-student Neuss m.: verächtl. Mädchen, das in der Kunstwoll-, Lumpenfabrik arbeitet; gemeines Mädchen.

Meßstudent

MeckWBN

mess·student

Wossidia Meßstudent m. abwertend Schüler einer Landwirtschaftsschule Ha Hagenow@Lübtheen Lübth .

Mistgabelstudent

PfWB

mistgabel·student

Mistgabel-student m. : 'Schüler einer Landwirtschaftschule', scherzh., spöttisch, Mischtgawwelstudent, Mescht-, s. PfWB Mist [mancherorts], …

mēdestudent

KöblerMnd

mēdestudent , M. nhd. Mitstudent I.: Lüt. lat. commilito E.: s. mēde (1), student W.: s. nhd. Mitstudent, M., Mitstudent, DW-? L.: MndHwb 2,…

speckstudent

DWB

speck·student

speckstudent , m. : darumb rathe ich euch speckstudenten, dasz jr euch bezeit trollet, ehe es der landsfürste erfahre, was jhr mit den huren…

Stäkräubenstudent

MeckWB

Wossidia Stäkräubenstudent m. abwertend für den Schüler einer Landwirtschaftsschule: Stäkräubenstudenten (1923) Ha Hagenow@Lübtheen Lübth .

suppenstudent

DWB

suppen·student

suppenstudent , m. , student, schüler mit freitisch, nach 1 suppe 5 c: Unger-Khull steir. 599 ; im wortspiel in hinblick auf lat. jus ' supp…

unstudent

DWB

unstudent , m. , nichtstudent: Dannhawer catechismusmilch 10, 17 ; Baggesen 3, 213 . unstudentisch M. Hartmann 7, 88 . —

wasserstudent

DWB

wasser·student

wasserstudent , m. -studente, ' der nichts rechtes gelernt, nur ' bis an den hals ' studiert hat ' Albrecht 234 ( vgl. DWB wasser II C 2 a α…

werkstudent

DWB

werk·student

werkstudent , m. , ' das durch die not der zeit erzwungene bereitsein zu jeder arbeit hat einen neuen studententypus geschaffen: den werkstu…

Ableitungen von student (2 von 2)

studente

Lexer

studente swm. BMZ schüler, student, studens Dfg. 557 b . Fromm. 2,454 b . Schm. Fr. 2,734. Myst. (der himelische student s. Paulus Wack. pr.…

unstudent

DWB

unstudent , m. , nichtstudent: Dannhawer catechismusmilch 10, 17 ; Baggesen 3, 213 . unstudentisch M. Hartmann 7, 88 . —