student,
m. ,
schüler; hochschüler. aus der mittellatein. schulterminologie übernommen, in der sich das partic. studens, studentes zum substantiv entwickelt hatte, wohl an dem ausdruck '
fratres studentes',
der '
bei den Dominicanern und Franciscanern die jüngeren brüder bezeichnete, die sich mit den wissenschaften abgaben',
vgl. im 14.
jh. den magister studencium, s. Nyström
die deutsche schulterminologie (1915) 190.
im mhd. schon seit dem 13.
jh. belegt: ein studente Hermann v. Fritzlar,
s. u.; dem himelschlichen student sancto Paulo Wackernagel
altd. pred. 68, 260.
vgl. mnl. u. mengl. student.
seit dem 15.
jh. lexikalisch: student eyn student Diefenbach
gloss. 557
b; Alberus
dict. (1540) Y y 3
a; Frisius 1186
b.
das wort lautet nhd. regelmäszig student;
daneben seit dem 17.
jh. selten und leicht mit einer nüance studente: Chr. Weise
s. u. 4 c
β; Thomasius
kl. deutsche schr. (1894) 127; Göthe IV 8, 24
W.; Körner
w. 4, 48
Hempel; mundartl. bei Woeste 260.
der stammvocal der ganzen sippe erleidet in der ma. zuweilen eine veränderung: stedent Mi
mecklenb. 86
b; stodent
lux. ma. 425.
häufiger ist in älterer zeit diphthongierung des u > au (
s. auch staudent
teil 10, 2, 1159)
immer mundartlich gemeint, so bei Schoch
stud. leben (1657) d 4
b; d 2
b; d 4
a;
Rusticus: so wil ich mit fleisz darnach strebn, mich auch vor ein staudent auszgebn Gilhusius
gramm. (1597) 93;
[] ein lateinischer handwerksgesell oder staudent (welche sonst die bauren für die aller schlimsten enden halten)
Simpl. 356
variante Keller; vgl. auch unten staudirige
zu studierige
und staudirknecht
zu studierknecht.
die flexion ist fast ausnahmslos schwach; ein dat. dem student
früh (14.
jh.)
bei Wackernagel
altd. predigten 68, 260,
dann einmal bei J. Grimm
kl. schr. 1, 217.
einen gen. studentens
belegt mehrfach H. Paul
dtsch. gr. III § 88
anm. 2;
lat. flexion in deutschem context: studentes,
s. 4 b.
bedeutung und gebrauch. 11)
die frühesten belege zeigen student
als theologischen schüler an höheren geistlichen schulen, collegien vor allem der Dominicaner und Franciscaner: dô sante (
der mit der hl. Katharina disputierende kaiser) nôch den wîsesten meistern, di her vant ... und dô quâmen si dare mit iren studenten ... do sprach ein studente des obersten meisters Hermann v. Fritzlar (
Dominicaner) bei Pfeiffer
dtsch. mystiker 1, 254;
in bildlichem gebrauch: hier sprechent die meister, daz wir billîche sullen îlen zuo der schuole, dâ der heilige geist lesemeister ist. und wizzent, wâ er lesmeister ist und sîn sol, dâ wil er studenten wol bereitet vinden, daz si sîne edele lêre wol verstân mügen meister Eckhart (
Dominicaner) bei Pfeiffer
dtsch. mystiker 2, 77,
so auch bei den Franciscanern in Straszb., die im 15./16.
jh. 4
kategorien von insassen unterscheiden: väter, studenten
d. h. theologiestudierende, schüler,
die sich noch im vorbereitungsdienst befinden und knaben,
die erst schüler werden wollen Nyström
a. a. o. 190: item pater Christian ... ward könig bey den vättern und ein student von Vilingen ward könig bei den studenten. item Georg der schreiber ward könig under den schlern, item Stephan ward könig under den knaben (1508)
Straszb. chron. bei Nyström
a. a. o. 191;
vgl.: ob ein prister oder geweichter student oder schuler in das leutgebhaus (
wirtshaus) käm und wurt von weins wegen unweisz, so sol man in ... seinem obristen schicken (
a. d. j. 1586)
österr. weist. 8, 699.
in der folge, allgemeiner, neben den entwickelteren bedeutungen 2
und 3
immer noch gelegentlich zu belegen: ferner soll kein student während dem schuljahre ohne vorwissen ... des p. präfekts seine kost und wohnort verändern 1797
disciplinarsatzungen der Freisinger Benedictiner-studienanstalt, mon. germ. paed. 42, 312; seit vertreibung der Jesuiten giebt es ... keine ordentliche ... schule, auszer einem seminarium, darin auf kosten des königs zehn studenten ... unterrichtet werden G. Forster
s. schr. (1843) 1, 40.
mehr auf die persönliche beziehung zum lehrer gehend, vgl. auch schüler
teil 9, 1939: und kam sonderlich ein weiser gelerter magister, ... der kompt auch zu marckt sampt etlichen seiner studenten Erasmus Alberus
fabeln 10
ndr.; ähnlich schon bei Hermann v. Fritzlar,
s. oben. in der folge verzweigt sich an der realen entwicklung der höheren schule und der universität die bedeutung in doppeltem sinne: 22)
höherer schüler, besucher einer lateinschule im gegensatz zu dem einer '
deutschen'
elementaranstalt, 2@aa)
meist ohne scheidung nach klassen: alss kan ane alle nie (
neue) unkostingen tho Schlesswig benewenst der triviali schola noch ein gutt paedagogium edder schola publica vor junge studenten angerichtet ... werden 1563
bedenken van anrichtinge eins paedagogii in mitteil. der ges. für erziehungs- und schulgesch. 9, 160;
mit verwandten begriffen völlig indifferent gepaart: von einem jedlichen, so examinirt und zu einem studioso oder studenten in unser schul auff und angenommen 1575
Altdorfer schulordn. (
Altdorf wurde erst 1623
universitätsstadt)
bei Vormbaum
evangel. schulordnungen 1, 609; die schüler oder studenten ... halten den alten schulmeister in groszen ehren Mathesius
ehespiegel (1592) 238
b.
allgemeiner, aber kaum zuverlässig: student, '
welcher in einer stadt- oder landschule, oder auch auf einer höhern schule ... sich ... befleiszigt'
Chomel 8, 1753;
sonst so nur scherzhaft: die Eicha (
ein kl. flusz) ist die pulsader jugendlicher belustigung für
[] sämtliche studenten des groszen dorfes Eichenau Holtei
erz. schr. 7, 6. 2@bb)
bisweilen specialisiert die schüler der oberen klassen; vgl. studentenschieszen, '
festliches preisschieszen der studenten,
d. h. der schüler der obersten klassen einer höheren schule' Staub-Tobler
schweiz. id. 8, 1445: studenten aus der zweyten schule (
d. h. '
klasse',
vgl. teil 9
sp. 1928) zu Munster-Eyffel
urk. von 1705
in mitteil. d. ges. für dtsch. erziehungs- und schulgeschichte 6, 155;
nach einem privileg Maximilians II die schüler der vier obersten gymnasialklassen in Straszburg s. Nyström
a. a. o. 190.
auch von absolventen: auch sol den studenten, die in einer oder andern lateinischen schule der stadten ... absolviert haben, ... von den praeceptoren diese provincial-schule bester massen recommendirt (
werden) 1684
lippische schulordn. bei Vormbaum
evangel. schulordnungen 2, 688. 2@cc)
diese bedeutungen werden vom 17.
jh. ab seltener, sind jedoch in den maa. bis heute reich zu belegen, so auszer im schweiz. id. (
s. oben b): student, studentche, '
jeder knabe, der eine höhere schule besucht' Wegeler
Koblenzer ma. 75; studente '
schüler, realschüler' Woeste
wb. d. westf. ma. 260; student '
schüler e. höheren lehranstalt' Leihener
Cronenb. wb. 118;
mündlich auch für das (
kathol.)
Nordrheinland bezeugt; bei Schmeller
bair. wb. 2, 405
mit ausdrücklicher trennung schüler
in der unterschule, student
im gymnasium, akademiker
an der universität; deutlich auf die herkunft zurückweisend mit der einschränkung des gebrauchs auf gymnasiasten katholischer anstalten und spätere theologen bei Fischer
schwäb. 5, 1904. 33) '
hochschüler',
oft wohl aus 1
entwickelt, da die geistlichen collegien anfangs die aufgaben der universitäten erfüllten, in manchen fällen auch, ebenso wie höhere schulen (
vgl. unter 2 a
den beleg aus Altdorf),
ihre vorstufe waren. doch ist in der hauptsache mit dem immer wieder wirksamen einflusz des lateinischen zu rechnen. seit dem 15.
jh. wegen des aufblühens der universitäten mehr und mehr die hauptbedeutung. 3@aa)
im engen und eigentlichen sinne von den schülern der abendländischen universitäten nach Pariser vorbild: und iede schuel (
facultät der Pariser universität) besunderlich die lobt in (
Sigismund) sicher meisterlich in ainem grossen sal, studenten, maister ane zal Oswald v. Wolkenstein 158
Schatz; uff die selbe zeit wart also grosse zweitracht zwuschen den Behemen unde den Dutzschen ... do das die pfaffen unde studenten vornomen, do wichen sie von Prage unde quomen keyn Lipzigk Rothe
düring. chron. 763
b Liliencron; ain edelman uszer Hessen ... war ain student und hoffman in Frankreich
zimmerische chron. 3, 67
Barack; mit näherer angabe des hochschulortes in verbindungen wie: dem erbern leerwysen ... studenten der hohenschuol zuo Friburg (
als schriftl. anrede) Riederer
rhetorik (1493) o 5
d; ein student von Padua
engl. comedien und tragedien (1624) m m 8
b; der Göttinger student Fontane I 6, 319.
mit nennung des studienfaches, anfangs präpositional: student im rechten, in der gotteslehre Stieler
stammb. 2218; Kramer 2 (1702) 1031
a,
dann fast nur in genitivischer anknüpfung, die immer noch vorhandene, durch studieren, studierender
gestützte verbale kraft des partic. zeigend: ein student der medicin, der philologie;
scherzhaft: und so musz sich ein armer student der bekleidungskunst durch die welt schlagen Gaudy
s. w. 2, 48; lustig ihr pauren, ihr akker-studenten, lustig ihr landwirth, ihr dörffer-regenten W. Scherffer
ged. (
Brieg 1652) 648;
bemerkenswert die herren studenten: die herren studenten stehen all auf Fausts seite maler Müller
w. (1811) 2, 96;
meist mit leichtem accent (
vgl. 4 d
β): die jungen geistlichen herren studenten auf universitäten auch nicht allemahl auf ihren berufswegen gehen
der Leipziger avanturieur (1756) 1, 21; die herren studenten pflegten ja nicht blöde zu seyn Gottsched
dtsch. schaubühne 4, 489.
auch im sg. (
s. den beleg 4 d
β),
jedoch nicht in der anrede, in der herr studiosus
die regel ist. [] in dieser bedeutung wird das wort schon im 15.
jh. von 2
gelegentlich scharf abgegrenzt: die weil sy (
die nicht immatriculierten) ... schler und nicht studenten (
sind)
stiftungsbrief der universität Ingolstadt (1472)
bei Nyström
dtsch. schulterminologie 190; dasz er ... nunmehr in acht tagen auf die hohe schule ziehen werde. da fieng Judaeus nun erst an, den bevorstehenden studenten recht zu ehren Joh. Riemer
polit. maulaffe (1679) 50. —
synonyma sind seit älterer zeit studiosus, studio (bruder studium), academicus, bursch, hochschüler,
auf niedersächsischen universitäten auch pape (
vgl. Adelung 4, 468);
jünger sind akademiker
und danach in umgangssprache und mundart studiker Meyer-Mauermann
Berliner 174; Müller-Fraureuth
obersächs. 2, 583.
in besonderem wettstreit steht studierender
s. d. in neuerer zeit ist student
nicht nur der besucher einer universität, sondern auch der anderer hochschulen, die akademische grade verleihen, überall im gegensatz zum nichtimmatriculierten hörer.
nicht allzu häufig ist die analogische anwendung auf ähnliche, historisch nicht entsprechende studienverhältnisse: 'nu sage mir ware, obe du is wissen macht ... obe da (
in Athen) viel studenten sien ...' '... und genug kommen dar studenten und ander schler und lude von allen hantwercken sere'
pilgerf. d. träum. mönchs 3067
Bömer, deshalben befielet er (
Nebukadnezar) seinem kammerer, das er etliche knaben aus dem jüdischen adel wehlen solte, ... das sie dem studiren solten obliegen. ... diesen jungen studenten verordnet der könig eine prebent von seinem tische Mathesius
ehespiegel (1592) 253
b; Hilarion kam aus neugier als ein junger student von Alexandrien zu Antonius, und mit dem mönchskleid gieng er wieder von ihm weg Zimmermann
über die einsamk. 1, 175; für die studenten im koran Ritter
erdk. 1, 544. 3@bb)
vereinzelt in allgemeinerer bedeutung für den homo litteratus, aus der hauptbedeutung gewonnen, weil der student,
besonders der fahrende, der häufigste vertreter der bildung war: er solte nicht studenten und schreiber (
des schreibens und rechnens kundige) aus seinen söhnen ziehen, sondern sie zur jagd, reuterey und ritterlichen übungen abrichten lassen Zinkgref
apophth. (1628) 1, 143; schreiber und studenten sind der welt regenten Binder
sprichwörterschatz 175. 44)
die eigenart des studententums, das als eine auszerhalb des bürgerlichen lebenskreises liegende daseinsform mit eignen traditionen und gebräuchen besondere aufmerksamkeit findet, zeigt sich in einer reihe typischer, sprachlich festgewordener vorstellungen. 4@aa)
als besonderer lebensabschnitt: da ich ein junger student war, horet ich sagen, das ym furstenthum zu Sachsen ... bey achtzehen hundert pfarhen weren Luther 30, 2, 549
Weim.; in spätern jahren, als student besuchte ich ... Kerner
bilderbuch (1849) 214. 4@bb)
als eigner stand innerhalb und auszerhalb der hochschule: (
er) ... het ... so wol studiert, dasz er in kürtz ward promoviert, und bald ausz der studenten orden, (als billich) ist magister worden Scheit
Grobianus 4785
ndr., mit einer eigenen heiligen: in der römischen kirche S. Georg zum krieg, ... S. Leonhard den rossen, S. Katharina den studenten Mathesius
Sarepta (1571) 30
a; mayster in den freyen kunsten, studentes, chorales, bachanten, schreyber und schuler
practica Eselberti (1509) a 2
a; dar weren mede monnike, papen, studenten, scholer, leien, eddel, uneddel koplude, borgerkinder
chron. d. dtsch. städte 7, 408.
vor allem bürger und studenten: der Rotenberg was also vol volkes usz der stadt ..., das do zusach von studenten und burgern, das man meynte, es were mee danne XXX tusent werhafftige menschen do gewest Stolle
thür. chron. 23
lit. ver.; kein bürger, kein student gieng in dem bär zu biere, der auf dem tische nicht die spottschrift liegen sah Rost
verm. ged. (1769) 38;
[] bürger wie studenten wüthen öffentlich gegen den erbfeind Göthe IV 29, 30
W. zu dieser verbindung: 'student
auch als sammelname für die studenten, der student ist dheim (
in den ferien)' Martin-Lienhart
elsäss. maa. 2, 575.
heute häufig studenten und arbeiter. 4@cc)
als die zeit einer ungebundnen lebensführung, 4@c@aα)
in besonderen, mehr persönlichen, aber typisch gesehenen verhältnissen: was überbleibet, wird armen schulern oder studenten vor dem thore ausgetheilet Hohberg
georgica cur. aucta 3 (1715) 49
b; den abgezehrten bauch der hungrigen clienten flieht er (
der geizige wucherer), wie Polter Hans die dürftigen studenten B. Neukirch
ged. (1744) 121; studenten sind ohne renten
alter spruch bei Lipperheide 834; so lange ich hier bin, werde ich täglich zu einem andern diner gebeten und gehe in Darmstadt herum wie ein armer student, der in sieben häusern die kost hat Levin Schücking
an A. v. Droste 201. — sauff-, spiel-, jungfer-, oder caressier-student Kramer 2 (1702) 1031
b; der verbummelte student; so kum mit mir zur blawen Aendten (
zum trinken) do findend wir etlich studenten, ... die nüt nach schand und laster fragend H. R. Manuel
weinspiel 180
ndr.; sagt, wir wären unordentlich, an sinn und rumor den studenten gleich Göthe 16, 59
W.; wann ain student wurt geporn, so werden im vier baurn uszerkorn, ein baur, der in nert, der ander, der im den markt kert, der drit, so für in in dhell fert, und der viert, der im ain schöns weib beschert
zimmerische chron. 3, 152
Barack. im sprichwort: wer sein hausz will halten keusch und rein, der lasz keine studenten und tauben hinein Pistorius
thes. paroem. (1715/25) 996; studenten und lumpen wachsent auf einem stumpen Fischer
schwäb. wb. 5, 1904; studenten sind böse enten
ebda, vgl. Simpl. 356
Keller oben sp. 260; die ärgsten studenten werden die frömmsten prediger Pistorius
thes. paroem. 118; ein verdorben student gibt einen guten buchführer oder lantzknecht Petri
d. Teutschen weish. 2, y 7
a. 4@c@bβ)
meist als die zeit unbekümmerter lebenslust; seit der romantik mit verinnerlichtem gehalt: frisch, fröhlich ist der studenten leben, die feder musz stets oben schweben, drumb tragen auch die reuter all die feder den studenten zu gefall Petri
d. Teutschen weish. 2, e e 1
b; gar hete si (
die minne) mir bezwungen herze, lîb unde muot, daz ich ûf einen schuoler (
var. studenten) guot die sinne gar bewante.
schüler zu Paris, gesamtabent. 1, 289; und du kanst, als ein studente, leichtlich hahn im korbe seyn, arme leuthe wissen auch der verliebten lust-gebrauch Chr. Weise
grünend. jugend 111
ndr.; auf den dächern zwischen blassen wolken scheint der mond herfür, ein student dort auf der gassen singt vor seiner liebsten tür Eichendorf
s. w. (1864) 1, 499; der uns das liedlein neuw gesang, von neuwen gesungen hat, das haben gethan zwen studenten guet zue Freyburg in der statt
volks- u. gesellschaftslied. d. 15. u. 16. jh. 5, 204
Kopp; da tranken die studenten noch einmal herum und stimmten dann frisch ein lied an, dasz es weit in die berg hineinschallte Eichendorf
s. w. (1864) 3, 92; denen het er ... das glait uf ein halbe tagreis geben, wie in sollichem fahl der studenten geprauch
zimmer. chron. 3, 124
Barack; in was
[] land ziehen nicht die zigeiner, kauffleut, studenten, becken Fischart
Garg. 1, 32
ndr.; als student mit dem bündelchen aufm rücken die Schweiz durchstreift und durchstiegen Göthe 24, 135
W.; viel wandrer lustig schwenken die hüt im morgenstrahl, das sind die herrn studenten, zum tor hinaus es geht, auf ihren instrumenten sie blasen zum valet Eichendorf
s. w. (1864) 1, 284;
heute ist der standestypus anders: die studenten von Langemark; drauszen aber, in der stadt, da brennt die jugend, da stehen die studenten und die andern in stahlhelmen, wissen, dasz es losgehen musz Czech-Jochberg
Hitler, eine dtsch. bewegung (1930) 117. 4@dd)
intellectuell wertet die sprache den studenten
in doppelter weise: 4@d@aα)
als den gebildeten im verhältnis zum ungebildeten: so ist er (
der schwiegersohn) mit dem maule so gewaltig fix, und weisz das wetter und das gestirne eines und das andere so straff zusammen zu reimen als ein staudente, er mag auch seyn wer er wil Schoch
studenten-leben (1657) d 2
b; (
hilf mir bei der disputation,) du bist ein verdorbner student und hast vil ins bapst bchern gestudiert und gelesen Schade
satiren und pasquille 3, 341; niemandt d' studenten überlist Wickram
w. 6, 263
lit. ver.; steh auf mein sohn vom schustersthron, du hast talent, du wirst student
spruch bei Ruckert
unterfränk. ma. 178. 4@d@bβ)
als den erst halbfertigen im verhältnis zum vollgebildeten, reifen mann, vgl. auch studentenhaft: demüthig erkenn ich, dasz ich leider noch ein — erfurthischer student bin Gleim
briefw. 1, 21
Körte; welche unverschämte sprache von einem manne, der ... nach dem maasze seiner einsichten noch ein fleisziger bescheidner student seyn sollte Gerstenberg
recens. 301
lit.-denkm.; das dritte stück verräth den studenten noch allzusehr Nicolai
briefe d. neuest. litt. betr. 4, 217; (
er) gehörte zu einer gewissen klasse von gelehrten, die man 'ewige studenten' nennen möchte Gutzkow
ritter v. geiste 1, 332.
ganz uneigentlich: das ist eine hohe kunst (
der glaube), darinnen ich noch ein student und schuler bin Luther
w. 32, 123
Weim. geringschätzig: da hier ... fast jeder student und offiziant an der autorsucht krank liegt Mozart
in O. Jahn
Mozart 2, 50; sollen ... studenten unsre staaten umwälzen? Fr. v. Genz
schr. 3, 24
Schlesier, verstärkt durch jung: (
zeitungen,) in welchen die Berliner recensenten für heillose ketzer, elende leute ... junge studenten ausgegeben wurden K. L. v. Haller
restauration 1, 131;
im widerspruch zu seinen ansprüchen: kein herr student thuts minder als auf präsident, auf leibarzt oder suprindent; zuletzt wird er wo küster, oder philister Herder
w. 28, 394
S. 55)
als verkürzung von bildungen wie studentenblume (
s. d.) -lilie, -rose
zu erklären ist student
als blumenname: schtudente
pseudonarcissus, narcissus poeticus Damköhler
Nordharz. 181; es war aber ein kleines gärtchen an dem verwünschten häuschen, darin standen zwölf lilienblumen, die man auch studenten heiszt
kinder- u. hausmärchen 1 (1857) 51;
noch heute sagt man in Hessen nicht studentenblumen,
sondern studenten Edward Schröder. 66)
zusammensetzungen mit studenten- (
nur einmal studentleben
trincirbuch [
Nürnberg 1652] 279)
sind seit dem 15.
jh. bezeugt, in der bedeutung 1
selten und nur alt, z. b. studentenmeister (1471);
in der bedeutung 2
nur mundartlich, z. b. studentenmütze, studentenschieszen (
s. oben 2 b),
vgl. auch studentenfutter.
beide bedeutungen verschwinden völlig hinter den bildungen der bedeutung 3,
die vereinzelt seit dem 15.
jh., z. b. studentenhaus (1446),
öfter im 16.
jh. belegt sind, z. b. studentenkappe (S. Brant),
[] -stand ( Luther), -platz (Braun
beschr. u. contrafact. [1572]), -gehirn
ebda, -rock (1586)
u. a., und seit der zweiten hälfte des 17.
und bes. im 18.
und 19.
jh. zumeist occasionell auszerordentlich häufig werden. eine feste gruppe machen die mit studenten-
zusammengesetzten bildungen von blumennamen aus, z. b. studentenblume, -hochmut, -kraut, -lilie, -nelke, -rose, -viole
u. a., die teils als übertragung der bunten farben der studentenmützen zu verstehen sind (
so Schütze
holst. 4, 215),
teils aus angeblichen ansprüchen der studenten
auf das besonders schöne (
etwa bei studentenvilette '
eine höhere art nelke' Woeste
westf. ma. 260),
teils, etwa bei -röslein,
aus ihrer selbstgenügsamen bescheidenheit.