stattlichkeit,
f. stattliches aussehen, ansehnlichkeit. in wörterbüchern und litteraturdenkmälern seit dem 17.
jahrh. bezeugt: stattlichkeit,
magnificenza. Hulsius
dict. (1618) 238
a (
nach Weigand 2, 801
schon in der ausg. v. 1605
als stattligkeit); statlichkeit, die,
magnificentia, solemnitas, splendor, pompa. statlichkeit in kleidern,
vestium fastus, apparatus, ostentatio theatrica. Stieler 2114; statlichkeit,
f. pomposità, pompa, splendore, eccellenza, magnificenza, superbia, grandezza. Kramer
dict. 2, 913
c; '
das hauptwort die stattlichkeit
ist im hochdeutschen selten, im oberdeutschen aber gewöhnlicher.' Adelung.
auch im ältern nd., dem sogar der älteste beleg angehört: ein tempel van kunstriken gebuw, nicht allein van stadlicheit und zyre ... Kantzow
bei Schiller - Lübben 4, 369
a;
vgl.: 'stattlicht (
l. stattlicheit?),
stattlichkeit, pracht. ist veraltet.'
brem. wb. 5, 460. (
schwed. sttlighet.) —
in der ältern sprache nur vereinzelt bezeugt: die stattlichkeit eines medici stehet nicht in zier der klaider .., sondern in gutthätigkeit, so er bei seinen patienten übet. dr. Minderer (1620)
bei Schm.
2 2, 796 (
vgl. stattlich II, 3,
b).
wortspielend mit stadt (
vgl. unten): stat geht für land. bey der stat ist
statligheit (
so nach dem druckfehlerverz. für statligkeit
des textes) bey dem dorffe dürfftigkeit; ists nun recht wenn gleich die stat statlich auch zu steuern hat? Logau 1,
s. 38 (2, 40).
ganz gewöhnlich erst im 19.
jahrh., entsprechend stattlich II, 6: an den verschiedenen höfen, wo er sich lange aufhielt, glänzte er auch durch seine persönliche schönheit und stattlichkeit sowie auch durch die pracht der orientalischen kleidung. Heine 7, 475
Elster; dasz germanische stattlichkeit auch von dem modischen Rom gewürdigt wurde, beweisen die versuche römischer damen, sich ein deutsches aussehen zu geben durch blonde perrücken. Freytag 17 (
bilder 1), 49; und des kameeles haupt entragt dem knäul mit ernster stattlichkeit. Freiligrath
5 1, 162 (
mirage).
im 16.
jahrh. begegnet stattligkeyt
im sinne von stadtlichkeit, s. das., sp. 479,
vgl. oben die stelle aus Logau
und stattlich I, 3.
dazu auch mit umlaut: min honig, min liecht, min verlangen, all min wollust, min ssses gesprAech, der lAecherlichen
stAettlikeiten, und der anderen ungeschicklichkeiten der buoler, beschAemmen wir uns in den sprüchspilen (
usu [
l. risu]
dignas urbanitates et caeteras ineptias amatorum in comoediis erubescimus). Gengenbach
s. 172
Goedeke (
pfaffensp. 277),
vgl. s. 509. —
noch älter ist stetlichkeit belegt, s. das. (
vgl. stattlich I, 5).