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schlich

nhd. bis Dial. · 11 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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17 in 11 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

schlich m.

Bd. 15, Sp. 661
schlich, m. schlamm, nebenform des gleichbedeutenden schleich, von dem es sich nur durch den kurzen vocal unterscheidet (s. dieses oben sp. 560), die hochd. entsprechung des auch als lehnwort ins hochd. herübergenommenen nd. schlick (s. dieses unten). die schreibung sliech, lutum Dief. 340c soll wol langen vocal bezeichnen und weist daher wahrscheinlich auf schleich. sie begegnet auch in neuerer zeit (s. unten 2) und mag darum hier erwähnt werden. der plur. des worts ist nur in gewerblicher sprache üblich. 11) selten in allgemeiner verwendung wie schlamm, mit wasser vermischte erde oder pflanzentheile (in flüssen) u. dergl.: 7 sh. 7 hell. eim knechte von 5 tagen, der den slich an dem Mein zu hauff warff. quelle von 1396 bei Dief.-Wülcker 840; 16 hell. den slich an dem Mein uffzusahin. quelle des 15. jh. ebenda; die fischmeister sollen den slich ûsz den graben lassen fegen. quelle von 1445 bei Lexer mhd. handwb. 2, 973; und wie die thal und auen, welche mit iren hügeln und bergen umgeben sind, mit dem fetten leim und schlich, so aus den welden herunter gefürt wird, besser als die gar schlechten und ebnen lande können befeuchtet und getünget werden. Albinus meysnische chronik (1580) 617; die flüsse führen z. b. allerlei zum [] wachsthum der pflanzen dienliche erde mit sich fort ... die fluth führt diesen schlich an manchen küsten an das land, oder setzt ihn an dessen ufer ab. Kant 7, 238. 22) häufiger in technischer sprache. so im bergbau von schlammigen massen, die in diesem zustande gefunden oder zum zwecke weiterer verarbeitung hergestellt werden, doch auch von trockenen körpern in pulver- oder körnerform, besonders gepochtes und gewaschenes erz. mineral- u. bergwerkslex. (1743) 490b. Adelung. Jacobsson 3, 626b, aber auch trocken gepochtes Adelung, nach Scheuchenstuel 214 die aus dem grubengestein durch das mahlen, quetschen oder pochen und das nachfolgende aussieben oder auswaschen in form eines trocknen sandes (kernschlich) oder eines feuchten mehles (schlammschlich) dargestellten erztheilchen: 34 centen arzt sein zu schlich gemacht, wie in einnamb des schlichs gemelt. quelle von 1560 bei Lexer kärnt. wb. 220; wie man seiffet und gold wescht, und die goldertz mahlet, unnd das sichtige gold ledig machet, und darnach mit quecksilber abquicket, oder vom schlich abscheidet. Mathesius Sarepta (1571) 41a; item (fängt man an) den guten berg zu waschen, die felsen zu pochen, damit man etliche feszlein voller gut und gering ertz, oder greuplein und schlich samle, das schickt man für die hütten. 64b; denn in Steiermarck schlegt man auch sumpff oder schrot inn die auszgehawenen gebirge, drein sifert ein eisenschüssig wasser, in drey oder vier jaren, welches erstlich zu schlich, darnach zum eisenstein wird, darausz man den besten stahel und eisen ... machet. 78a; dann so bald derselben (der goldwäscher) einer sandick werck oder seiffen besticht unnd sichert, befindet er golt darinnen, wie klein das auch sey, so zeucht er eine sicherung oder etliche rein davon ausz, und quickt solchen reinen schlich mit dem quecksilber auffs fleiszigste an. Erker beschreibung aller fürnemsten mineralischen erzt (1580) 43a; dann wieg den schlich der davon (vom kupfererz) kommet, also nasz wider, und merck wie viel es centner und pfund sey, damit du wissest wie viel centen rohe felsen, oder desz gangs, einen centner reinen schlich geben. 95b; wo den hawern ein fast leimige erden fürkompt, oder von jhnen angetroffen wirdt, welche da schlich in sich halten eines gedigenen oder frischen ertzs, ist ein treffenlich guts zeichen, welches gewiszlich anzeigt, dasz das ertz, darvon dieser schlich kommen, verhanden und nahe da ist. Paracelsus (1616) 1, 915 B. ein erz zu schlich ziehen, tundere frusta terrae metallicae vel lapidum in quibus metallum est ut lavari possint et purgari Frisch 2, 198a, auch zu schlich bringen: nimb von dem (kupfer-)ertz ein gemeine prob, reibs wol untereinander, davon wieg ab, deines probirgewichts bey zwäntzig centner oder mehr, und zeuch es in einen sichertrog zu schlich, dasz sich das taube und leichte gebürg, vom reinen schlich und kupffer ertz abscheide. Erker 95b; grabe darein so findestu schwartze steine, die röste, und zeuch sie zum schliche, die sein gut goldtgeflieder. Thurneisser magna alchym. (1583) 1, 123; durch die pochzeuge oder puchwerke und wäsche zu schlich gebrachte oder gezogene gold- und silbererze. Jacobsson 1, 54a (unter anquicken). der plur. bezeichnet hier verschiedene arten, producte verschiedener bearbeitungen oder die einzelnen theilchen: aber der wäscher in diesem gerinne treibet mit einer höltzenen krucken, mit welcher weisz der schlamm mit wasser vermischt, in die quär gerinne herab fleusset, die schlich der metallen oder zien graupen ligendt am boden im schlemm graben. Agricola vom bergwerk deutsch von Bechius (1620) 243; des goldts stücklin oder die schlich fallendt herab mit dem sandt durch die löcher in dem wäschertrog, der underm herdt, welche also gesamlet, in dem sichertrog gewäschen werden. 263; von ihrem schmelzprocesz wüszte ich wenig zu sagen, sie rösten die schliche, um den arsenik und schwefel wegzutreiben. Göthe 51, 119. vgl. oben die composita hedelschlich, krätzschlich, schlammschlich. schliche bei der diamantengewinnung: die schliche, welche das letztere (das unterste sieb des cradle, siebtrogs) passierten, wurden nicht mehr untersucht, sondern blosz die rückstände auf den drei sieben, man wollte sich nicht mit den kleineren diamanten aufhalten. Petermanns geogr. mittheil. 17, 86. auch den mit wasser vermischten sand, der beim schleifen vom schleifstein abläuft, nennt man schlich. Adelung. ähnlich heiszt in Salzburg schlich das was beim waschen des garns abfällt. Schm.2 2, 498. in der älteren chemie wird die schlammartige masse, die bei der zersetzung von metallen durch säuren entsteht, so genannt: so der (vom kupfer) abgeätzt schlich, wie wenig es doch sein ist, under die feuchtigkeit (wein, [] essig und dergl.) vormischt, so uberkompt es ein bitterkeit, und verlewret also seinen geschmack. Thurneisser von wassern (1612) 3.
6124 Zeichen · 78 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    1. Schlich

    Adelung (1793–1801) · +8 Parallelbelege

    1. Der Schlich , des -es, plur. die -e, von dem Zeitworte schleichen, ein verborgener, geheimer Weg, in weiterer Bedeutu…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    ¹Schlich

    Goethe-Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    1 Schlich bergm: durch Zerkleinern u Waschen gewonnenes Erz, auch für die jeweilige Menge, Masse; insbes im Zshg mit der…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Schlich

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +2 Parallelbelege

    Schlich , Erzschlich , sein gepulverte und geschlemmte Erze.

  4. modern
    Dialekt
    Schlich

    Elsässisches Wb. · +2 Parallelbelege

    PfWB RhWB Schlich [ʿSlìχ Hi. Dollern Bf. Str. ; Pl. ebenso, aber –ə Dollern ] m. Schleichweg. Er kënnt alli Wëj un d all…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schlich

313 Bildungen · 112 Erstglied · 198 Zweitglied · 3 Ableitungen

Ableitung von schlich

sch + -lich

schlich leitet sich vom Lemma sch ab mit Suffix -lich.

schlich‑ als Erstglied (30 von 112)

Schlich I

Idiotikon

Schlich I Band 9, Spalte 15 Schlich I 9,15

Schlich II

Idiotikon

Schlich II Band 9, Spalte 16 Schlich II 9,16

schlicheln

SHW

schlich-eln Band 5, Spalte 431-432

schlichern

SHW

schlich-ern Band 5, Spalte 431-432

schlichen

ElsWB

schli·chen

schliche n , schleiche n [líə Hi. ; liə O.; liχə U.; líχə Kindw. ; læìχə N.; Part. klìχə, kleχə] schleichen, heimlich gehen. S. wü …

schlicher

DWB

schli·cher

schlicher , m. landschaftliche nebenform zu schleicher, so nassauisch, im sinne von 2, b und 3, d. Kehrein 1, 351 .

Schlicherchens

PfWB

Schlicherchens n. : ' das Gleiten über das Eis in der Kniebeuge sitzend ', Schlicheʳsches [ KL-Heilmosch ]; vgl. PfWB Hocke 5.

schlicheren

ElsWB

schlich·eren

schlichere n glatte Steine flach übers Wasser werfen, dass sie hüpfen Horbg.

schlichereⁿ

Idiotikon

schlichereⁿ Band 9, Spalte 16 schlichereⁿ 9,16

Schlicherle

ElsWB

schlich·erle

Schlicherle n. 1. kleiner, dünner Stein zum Werfen übers Wasser Rapp. 2. Pl. Mauerpfeffer, Sedum Hi.

schlichern

RhWB

schlich·ern

schlichern -eχ- Merz-Saarhölzb schw.: heranschleichen, um zu belauschen.

Schlichfaß

Adelung

schlich·fass

Das Schlichfaß , des -sses, plur. die -fässer, von dem vorigen, im Hüttenbaue, diejenigen Fässer, worin die Planen gewaschen werden, damit n…

schlichfasz

DWB

schlichfasz , n. im bergbau fasz, das zum waschen des schlichs dient. mineral. u. bergwerkslex. (1743) 490 b . vgl. schlich 2.

Schlich II

RhWB

Schlich II -i-, –ī- = Regenwurm, Blindschleiche s. Schleiche bei schleichen II.

Schlich III

RhWB

Schlich III -iχ OBerg in Waldbr-Wildbg (neben -ux ) Sg. t. m.: Mark im Holz oder in einer Pflanze.

Schlich IV

RhWB

Schlich IV Dorf im Kr. Dür , in der Wend.: Zo Schl. sen quitt sein (im Wortsp. zu »schlichten«).

schlichkasten

DWB

schlich·kasten

schlichkasten , m. im bergbau kasten zur aufbewahrung des schlichs. Frisch 2, 198 a . vgl. schlich 2.

Schlichkauf

DRW

schlich·kauf

Schlichkauf, m. Handel mit Schlich daß solcher erzt vnd schlich khauff bei allen waldtburger und andern genzlich aufgehebt und eingestellt .…

schlichkübel

DWB

schlich·kuebel

schlichkübel , m. kübel zum wägen des schlichs. mineral. u. bergwerkslex. (1743) 490 b . vgl. schlich 2.

Schlichprobe

GWB

schlich·probe

Schlichprobe kleinere Menge des gewonnenen Erzes zur Überprüfung von dessen Qualität bzw Metallgehalt Wenn man die..letzte S. erhält; so kan…

Schlichtamt

DRW

schlicht·amt

Schlichtamt, n. (zur Zunft der Wolltuchweber gehöriges Hilfs-) Gewerbe der Tuchglätterei so en sal gein slijchter gein doich gelden ... wilc…

schlichtaxt

DWB

schlich·taxt

schlichtaxt , f. dolabra Frisch 1, 43 c , das breitbeil, mit dem die zimmerleute arbeiten. vgl. DWB schlicht 1, schlichten 1.

schlichtback

DWB

schlicht·back

schlichtback , m. name eines walfisches (schlicht, glatt, nd. bak, rücken ): schlichtback, von härte wegen seiner haut, 30. schritt lang, fö…

schlichtbar

DWB

schlicht·bar

schlichtbar , adj. , bei Stieler 1849 glossiert mit blandus, assentatorius, deliniens, et concilians. thatsächlich wird in nd. gegenden schl…

schlichtbeil

DWB

schlicht·beil

schlichtbeil , n. wie schlichtaxt: wie wenn ein meister in erz die holzaxt oder das schlichtbeil ( πέλεκυν μέγαν ἠὲ σκέπαρνον ) taucht in kü…

schlich als Zweitglied (30 von 198)

*biurischlich

KöblerMhd

*biurischlich , Adj. nhd. „bäuerlich“, unbeholfen E.: s. biurisch, lich W.: nhd. DW-

*diutischlich

KöblerMhd

*diutischlich , Adj. nhd. „deutschlich“ Hw.: s. diutischlīchen*; vgl. mnd. *dǖdischlīk? E.: s. diutisch, lich

*durchvorschlich

KöblerMhd

*durchvorschlich , Adj. nhd. erforschbar Vw.: s. un- E.: s. durch, vorschlich W.: nhd. DW2-

*erleschlich

KöblerMhd

*erleschlich , Adj. nhd. „löschbar“ Vw.: s. un- E.: s. erleschen, lich W.: nhd. DW2-

*hemischlich

KöblerMhd

*hemischlich , Adj. nhd. boshaft, heimtückisch Hw.: s. hemischlīche, hemischlīchen E.: s. hemisch, lich W.: nhd. DW-

*reschlich

KöblerMhd

*reschlich , Adj. nhd. „reschlich“, resch E.: s. reschlīche W.: nhd. (ält.) reschlich, Adj., „reschlich“, resch, DW 14, 818

*röschlich

KöblerMhd

*röschlich , Adj. nhd. „rasch“ E.: s. rosch W.: nhd. DW-

*unhöveschlich

KöblerMhd

*unhöveschlich , Adj. Hw.: s. unhöveschlīche; vgl. mnl. *onhoveschlijc?, mnd. *unhȫvischlīk? E.: s. un, hövesch, *lich? (1)

*unwirdeschlich

KöblerMhd

*unwirdeschlich , Adj. nhd. zornig, unwirsch Hw.: s. unwirdeschlīche E.: s. un, wirdeschlich W.: s. nhd. (ält.) unwirschlich, Adj., unwirsch…

*verleschlich

KöblerMhd

*verleschlich , Adj. nhd. „verlöschlich“ Vw.: s. un- E.: s. verleschen

*vorschlich

KöblerMhd

*vorschlich , Adj. nhd. „forschbar“ Vw.: s. durch- E.: s. vorschen, lich

*vrischlich

KöblerMhd

*vrischlich , Adj. nhd. „frisch“ Hw.: s. vrischlīche; vgl. mnd. vrischlīk (1) E.: s. vrisch, lich W.: nhd. (ält.) frischlich, Adj., frisch, …

*wirdischlich

KöblerMhd

*wirdischlich , Adj. Vw.: s. un- E.: s. wirden W.: nhd. DW-

abmenschlich

DWB

abmenschlich , a homine alienus, stärker als unmenschlich, der menschennatur entgegen: derselbige gott hat solche vielfaltige leut von einem…

ALLGEMEINMENSCHLICH

DWB2

allgemein·menschlich

DWB2 ALLGEMEINMENSCHLICH adj. DWB2 dem wesen des menschen gemäß, allen menschen gemeinsam, alle menschen betreffend ( öfter auch substantivi…

ALLMENSCHLICH

DWB2

all·menschlich

DWB2 ALLMENSCHLICH adj. DWB2 allen menschen gemeinsam, alle menschen betreffend (s. all- 2 d β ): DWB2 1885 allmenschliche liebe Sanders erg…

ALLZUMENSCHLICH

DWB2

allzu·menschlich

DWB2 ALLZUMENSCHLICH adj. DWB2 (s. allzu ). meist substantiviert mit bezug auf den titel einer bekannten schrift von Nietzsche ‘ dem mensche…

altmenschlich

DWB

alt·menschlich

altmenschlich , genuine, ingenue humanus: so neugesagt und doch so altmenschlich empfunden. Herder 14, 94 .

ausforschlich

DWB

aus·forschlich

ausforschlich , scrutabilis: wie das zugehe, sollen wir gleuben, denn es ist auch den engeln nicht ausforschlich. Luther 6, 542 b .

auslöschlich

DWB

aus·loeschlich

auslöschlich , exstinguibilis: wie auslöschlich die züge der gegenstände im gedächtnis seien. Göthe 43, 132 .

außermenschlich

GWB

ausser·menschlich

außermenschlich ‘a-e Gegenstände’: für die Natur als Objekt der menschl Erkenntnis wenn bei Behandlung der Wissenschaften .. die Alten sich …

AUSZERMENSCHLICH

DWB2

auszer·menschlich

DWB2 AUSZERMENSCHLICH adj. DWB2 außerhalb des menschen und seiner vorstellungen existierend: DWB2 1769 jene halb unmenschliche, übermenschli…

Blēyschlích

Adelung

bley·schlich

Der Blēyschlích , des -es, plur. inus. 1) Ein in Schlich verwandeltes Bleyerz. 2) Ein Bleyglanz, der mit rothbraunen Zinnopol eingesprenget …

dauschlich

RhWB

dausch·lich

dauschlich RhWBN Siegld : en Dauschlecher schlauer Mensch, der unmerklich einen Vorteil wahrzunehmen versteht.

Ableitungen von schlich (3 von 3)

empschlich

KöblerMhd

empschlich , Adv. Vw.: s. emziclich

Geschlich

ElsWB

G e schlich n. Heimlichkeiten, Geheimtuerei Str. ‘By dier isch doch myn sechs, in alem nix wie Gschlych’ Pfm. IV 3.

Schliche

RhWB

Schliche -i-, –e- = Regenwurm s. Schleiche bei schleichen II;