Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
Schlich
Schlich
schleichen Vb. ‘sich geräuschlos, langsam und unbemerkt fortbewegen’, ahd. slīhhan (9. Jh.; vgl. furislīhhan, 8. Jh.), mhd. slīchen ‘leise gleitend gehen, feierlich schreiten’, mnd. slīken führen mit isl. slíkja ‘glätten’, den unter Schlick (s. d.) genannten Formen und außergerm. mit griech. lígdēn (λίγδην) ‘oberflächlich berührend, streifend’, lígdos (λίγδος) ‘Reibstein, Mörser’, air. fosligim ‘beschmiere’, aslaw. slьzъkъ, russ. (landschaftlich) slízkij (слизкий) ‘schlüpfrig, glatt, schleimig’ auf ie. *(s)leig̑- ‘schleimig, gleiten, glätten’ (s. schlecht, schlicht), eine Erweiterung der auch anlautendes s- aufweisenden Wurzel ie. *lei- ‘schleimig, durch Nässe glitschiger Boden, ausgleiten, worüber hinschleifen oder -streichen’ (s. Schleim, Leim, Lehm). – Schleichen Plur. in der zoologischen Fachsprache (Oken 1816) durch Kürzung von Blindschleiche (s. blind) gebildete Bezeichnung für eine Familie meist schlangenförmiger Echsen. Schleicher m. ‘wer schleicht’, mhd. slīchære; übertragen ‘Heuchler, Leisetreter’ (17. Jh.). Schlich m. ‘schleichende Bewegung, geheimer Pfad’, daher auch ‘List, Kniff’, vgl. die Schliche (‘die geheimen Pfade, Listen, Kniffe’) kennen (17. Jh.), jmdm. hinter die Schliche kommen (18. Jh.), ahd. slih ‘verborgener Weg, Spur’ (um 1000), mhd. slich ‘leise gleitender Gang, Schleichweg, Zug, Spur, List’, ablautende Abstraktbildung zum Verb.