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glas

ahd. bis spez. · 30 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

glas n.

Bd. 7, Sp. 7659
glas, n. herkunft und form. ahd., mhd. glas; as. glas, gles, dazu das wohl substantivische glasa glaucus (equus) Wadstein 109, 17 (vgl.glasauge 1); mnd. glas Schiller-Lübben 2, 116b, von hier entlehnt ins skandinavische, vgl. Falk-Torp 325; Hellquist 190; Torp 162; mnl., neunl. glas Verwijs-Verdam 2, 1986, woordenboek 5, 33; ags. glæs Bosworth-Toller 479. germ. grundform *glása-. ablautend das bei Plinius hist. nat. 37, 42 als glaesum, bei Tacitus Germ. 45 als glesum (= glēsum) überlieferte latinisierte germ. wort für 'sucinum', an. glæsa 'mit etwas glänzendem schmücken' Cleasby - Vigfusson 206a. — mit gramm. wechsel auf germ. *glazá- beruhend mnd. glar 'harz' (a. d. j. 1419) Schiller-Lübben 2, 116a, ags. glær 'bernstein, harz' Bosworth-Toller 479b (oder ablautend glǣr nach Holthausen aengl. etym. wb. 132 ?), an. gler 'glas' Cleasby-Vigfusson 203b, älterdän. glar Falk-Torp 325; vgl. weiter glaren. — zu idg. ghel- (ghlē-, ghlō-, ghlə-) 'schimmern, glänzen' s. Walde-Pokorny 1, 626, Fick 34, 146, Walde-Hofmann 604, wo die sonstigen verwandten aufgeführt sind; vgl. auch glast, glanst, glanster, glander, glandern, glan, glänzen, glinzen. der unflektierte plural des mhd. (z. b. Wolfram v. Eschenbach lieder 5, 7; v. j. 1388 Marienb. ämterbuch 7, 10 Z.) begegnet bis ins 16. jh.: zwey glas mit wein Hans Sachs 21, 314 K.-G.; der umgangssprachliche gebrauch, glas mit zahlwort als maszangabe unflektiert zu lassen, steht nicht in zusammenhang mit der alten pluralform (vgl. dasselbe bei fasz, sack u. s. w.) und ist schriftsprachlich nur dünn bezeugt, vgl. fünf glas sind eine halbe masz Hebel s. w. (1832) 3, 477, sonst ist auch hier die -er-form üblich, vgl.: dem hab ich ... sechs tausend gläser bier eingeschenkt Chr. Weise erznarren 97 ndr.; so viel gläser burgunder ... getrunken Göthe IV 27, 220 W.; einige gläser wein Storm s. w. (1899) 1, 86. — daneben eine mhd. starke pluralform auf -e bis ins frühnhd.: durch diu glasse Seifried Helbling 1, 1355 Seem.; 8 grosze glase (um 1400) Marienb. treszlerb. 98 J.; auf kanten, glese (um 1500) bei Kern hofordn. 2, 19; auch schwach: so hatte ich glassen und schnellküllen (glasschusser und wurfsteinchen) H. v. Schweinichen denkw. 14 Öst.; durch die glasen (: blasen) Lohenstein Sophonisbe (1689) vorr. a 5b; gängig in seemännisch glasen 'halbe stunden', gleich dem nl., s. B 2 b. sonst gilt der plur. gläser, mhd. gleser, z. b. v. j. 1406 Marienb. treszlerbuch 402 J., Heinrich Wittenwiler ring 5559 W., obd. gerundet glöser bei Baumann bauernkr. in Oberschwaben 115; (ende des 16. jhs.) österr. weist. 11, 304. auszer für die mehrzahl einzelner glasgegenstände (s. u.B) dient er zur kennzeichnung von glasarten (zu glas A und C 1): von scheiden der element in den gläsern ..., dasz die vitra sollen ... calciniert werden Paracelsus op. (1616) 1, 795 H.; was die bereitung des rubins ... und andere künstliche gläser anbelanget allg. dtsche bibl. (1765) 8, 287 (vgl.B 3); natürliche gläser von absolut reiner beschaffenheit (fehlen) Lueger technik (1894) 4, 676; vgl. Karmarsch-Heeren techn. wb. (1876) 4, 2 (s.C 1). bedeutung und gebrauch. aus dem bedeutungskreis 'leuchtender glanz', vorwiegend 'gelblich-bleicher glanz' der germ. wortsippe ergibt sich für glas als grundbedeutung 'leuchtend-durchscheinender, gelblicher gegenstand'. die ahd. glosse electri clases (8./9. jh.) ahd. gl. 1, 653, 15 St.-S., sowie ags. glær 'bernstein', auch mnd. glar 'baumharz' (die quantität des vokals ist in diesen 3 fällen unbestimmbar) und lat. (germ.) glēsum 'sucinum' erweisen den bernstein als die ursprüngliche sachbezeichnung des mit seiner engeren sippe nur dem germ. kulturkreis eigenen wortes. mit dem zurücktreten des bernsteins als werk- und schmuckstoff geht die bezeichnung glas auf das neu durch Römer und gall.-rhein. Franken eingeführte ähnliche 'vitrum' über (wie in verschiedenen anderen alten sprachen des nordöstl. kulturkreises), vgl. Schrader reallex. 1, 97 u. 398, Hoops reallex. 1, 260. — von der struktur des glases her rühren übertragungen auf gewisse natürliche minerale, s. C 1, vgl. auch ahd. eine glossierung für 'lasurstein': cianum glas ahd. gl. 4, 199, 20. AA. glas als werkstoff 'vitrum'. A@11) als stoffbezeichnung seit dem ahd.: ebore ac vitro mit helfentpeine unde mit clase Notker 1, 42 P.; vitrum glas ahd. gl. 3, 120, 1 St.-S.; 4, 109, 25; 165, 43, vgl.glasa hialo Wadstein 104, 10, glasz, glays vitrum Diefenbach gl. 624a, hialum 276c, auch haemanthinum vitrum ein gantz rot glasz Frisius (1556) 622b; die sind ie schedlich aller ding, sie sind gleich hültzen oder glass Hans Sachs 17, 412 K.-G.; do kam er zu ainer aldten glaszhüten, in der man vor vil jaren glasz gemacht het Fortunatus 33 ndr.; da thut der glasmacher ein hohles eisen in den tiegel, so hängt daran etwas von glas v. Hohberg georg. cur. (1682) 1, 59; glasz ist eine ... materie, die aus saltz, weiszen sand oder kieselsteinen und asche durch das feuer künstlich zubereitet wird Minerophilus bergwerckslex. (1730) 295; dichter gleichen dem glase, das im alter bei dem zerfallen bunte farben annimmt Jean Paul w. 7/10, 490 H.; des zauberers sein mägdlein sasz in ihrem saale rund von glas Mörike ges. schr. (1905) 1, 153. weniger in hinsicht auf das material als auf die herkunft und die besondere kunstform der glasgegenstände wird im mhd. rœmisch und kriechisch glas hervorgehoben, s. mhd. wb. 1, 545, Lexer 1, 1028; in nhd. zeit hauptsächlich venedisches glas: nun gab der herr Fugger s. f. g. ein willkommen, welches von dem schönsten venedischen glas ein schiff war H. v. Schweinichen denkw. 77 Öst.; venedisch glas Stieler stammb. (1691) 662, Göthe 15, 284 W. später meist venetianisches glas; fester begriff ist auch böhmisches glas: böheimische gläser Abele v. Lilienberg künstl. unordn. (1669) 2, 255; Cordula stellt den strausz ... in ein böhmisches glas Ruth Schaumann d. major (1935) 332. A@22) feste verbale verbindungen für die herstellung von glas und glasgegenständen; den werkstoff herstellen heiszt in älterer sprache glas brennen, vgl. Apinus gl. nov. (1728) 249 und glasbrenner, und wie heute glas machen, vgl. Stieler (1691) 662 und glasmacher; hohle glasgegenstände (s. unten B 2) herstellen nennt man noch heute glas blasen, vgl. Apinus a. a. o. und Hoyer-Kreuter technol. wb. (1902) 301: ijdtliche gelaismecher, die usz geschmoltzer esschen eyn gelass blaessen as romer ind andere gar koestliche oevergulde geleyser Arnold v. Harff pilgerfahrt 55 Groote; vgl. auch glasbläser; glas pressen und glas gieszen sind ausdrücke neuerer technik. glasgefäsze mit künstlerischem schmuck (schliff) versehen wurde im älteren nhd. als glas schneiden bezeichnet, vgl. geschnitten glas vitrum figuris caelatum Stieler stammb. (1691) 662: vor ein glas mit mein und meiner lieben hausfrauen wapen sampt dem deckel zu schneiden (v. j. 1645) bei Bräuer gesch. d. lebenshalt. in Frankfurt (1915) 2, 86; (sie) brauchten nur ein mittelmäsziges schön geschnittenes glas (zum trinken) Neumark neuspr. t. palmb. (1668) 326, vgl. auch glasschneider; anders für ein geschliffenes optisches glas (s.B 1 b): man hat eine art vieleckicht geschnittener brillengläser (facettierte gläser) J. Prätorius wündschelruthen (1667) vorwort; glas schleifen wird noch jetzt sowohl für die herstellung optischer gläser wie für die verzierung von glasgegenständen durch schliff gebraucht: zum schleifen musz man tüchtiges glas erwählen Chomels öcon. lex. (1750) 4, 1134; matt geschliffenes glas Stifter s. w. (1901) 1, 47; geschliffnem glas gibt erst der glanz den wert Grillparzer s. w. (1892) 8, 182 S.; vgl. auch durchgeschliffenes glas Hoyer-Kreuter technol. wb. (1902) 1, 301 und glasschleifer, sowie unten B 1 b. A@33) typologischen gebrauch erlangt die stoffbezeichnung glas als träger bestimmter eigenschaften; besonders das mittelalter sieht am glas gern klarheit, glanz und härte als bild höchster werte, spätere zeit betrachtet sein gleiszen und seine zerbrechlichkeit als symbol trügerischer vergänglichkeit. A@3@aa) lichtdurchlässigkeit, helligkeit und klarheit. mittelalterlich als gleichnis höchster reinheit aus theologie und bibel stammend; im Mariensymbol ist es sinnbild der jungfräulichkeit: dû bis daz alinge glas dâ durg quam daz vinesternisse der werlde benam Arnsteiner Marienleich in: MSD 1, 142; alsô diu sunne schînet durch ganz geworhtez glas, alsô gebar diu reine Krist, diu magt und muoter was Walther v. d. Vogelweide 4, 12; nach offenb. 21, 18: siu (die gottesstadt) ist in goldes scônî samo daz durhliehte glas alliu durhscouwig joh durhlûter himmel und hölle 42 in: MSD 1, 69; in weiterer anwendung: mit edlem gstein liecht als das glasz Sigenot 160 Schade; daz man sich gode glich mache an luterkeit, alse daz glais oder durchschinige dinc sint der sonnen parad. animae intell. 106 Str.; so noch: christenliche kirch, die bissher rain und unzerstOert beliben ist als ain lauter gold und durchsichtig glas Berthold v. Chiemsee teutsche theologey 34 R.; rechtschaffne heiligkeit ist wie ein guldnes glasz, durchausz polirt und rein.geh und betrachte dasz Angelus Silesius cher. wandersm. 59 ndr.; vgl. dazu glaslauter, -rein, -schön. durch den gedanken des vergänglichen (vgl. auch bei b) umgefärbt: lieht und glanz, herte ist das glas, und so ez allir schonest ist, so brichit ez in kurzir frist Rudolf v. Ems weltchron. 22779; stolz, übermut und pracht währt in die länge nicht, wanns glasz am hellsten scheint, fällts auf die erd und bricht Paul Gerhardt bei Fischer-Tümpel 3, 360; ... das klare glas zerbricht, der reine wein verraucht, der freund fällt schmerzlich in die gicht Logau sinnged. 255 Eitner; des hellen glanzes wegen als bild des jenseitigen leibes: wie ein glaser ausz asch und sand ein helles glasz formirt zu hand, also ausz meiner asch und kot ein neuen leyb macht unser gott Mathesius ausg. w. 4, 240 Loesche; gleich wie ein meister in den glaszhütten ausz den dunklen aschen und erde ein schönes helles und durchsichtiges glasz herfür bringet: also wird der ewige ... gott ausz unsern sterblichen cörpern ... dermal eins machen ... unsterbliche, durchsichtige und englische cörper Joh. Saubert currus Simeonis (1627) 170. — im nhd. führt besonders die durchsichtigkeit des glases zu vergleichen, vgl. schon mhd.: diu genade an im was, daz er alsam durch ein glas sach in ir herzen grunt väterbuch 3162 R.; secht wie ein holtz dick ist, trüb und das glasz, das aus ihme kompt, ist helle und nicht trüb (ebenso ist die luft hell und doch ein körper) Paracelsus op. (1616) 1, 213 H.; aus unsern augen ..., dadurch man, als durch ein glas, ... sehen kan Ph. Zesen rosenmând (1651) 39; hinter jenem berge wohnt sie, die meine liebe lohnt. sage, berg, was ist denn das? ist mir doch als wärst du glas Göthe 3, 36 W. gern im vergleich des wassers oder eises mit glas: die flüsz und breite wässer ... wers will gar zierlich tauffen, der nents geschmoltzen glasz Spee trutznacht. (1649) 113; im sturze harrt, zu glas erstarrt, des wasserfalles welle v. Salis ged. (1793) 56; an dem laufe eines frischen waldwassers, das so klar wie flüssiges glas ... hervorschieszt Stifter s. w. (1901) 1, 234. A@3@bb) härte und zerbrechlichkeit. glas als festen körper wertet das mittelalter ebenfalls oft positiv als masz hoher güte, wie in der geläufigen formel herter denne ein glas, z. b. von marmil, hertir danne ein glas Rudolf v. Ems weltchron. 689; das nhd. führt dagegen die zerbrechlichkeit als bildgebrauch aus der alten sprache (sieh auch oben) weiter: wolten wir die berge zebrechen alse daz glas frau Ava bei Diemer dtsche ged. 291, 4; von aschin machit man daz glaz, gar licht ist sin zcubrechin. her (der spiegel) bedutit dez menschin licham der von aschin ist gemacht Joh. Rothe ritterspiegel 95 N.; das glas ist ein bild menschlicher vollkommenheit, welche in ihrem höchsten wolstand ... gebrechlich und bald zu nichts gemacht wird Er. Francisci lust. schaubühne (1698) 2, 32. früh in sprichwörtlicher anwendung: zuo vil sorg bricht das glasz S. Franck sprüchw. (1545) 1, 5a; wer ein haupt von glase hat, musz nicht mit steinen fechten P. Winckler 2000 gutte gedancken (1685) 112b (vgl. hierzu unter glashaus 1); als bild des leicht zerstörbaren: ich schlug an allen ecken wie glas die kraft entzwei, die wider mich sich strecken und trutzig durfte sein P. Fleming ged. 455 L.; der purpur risz entzwey, der scepter brach als glas A. Gryphius trauerspiele 161 Palm; das stärkste geweih wäre gesplittert wie glas Göthe 8, 96 W.; heirathen musz ich meines bruders tochter, sonst steht mein königreich auf dünnem glas Shakespeare 9, 145. damit auch als bild des vergänglichen: betrachte, wer ich bin: im huy fahr ich dahin, zerbrechlich wie ein glasz Paul Gerhardt bei Fischer-Tümpel 3, 300; die guten tage sind vom glase Stoppe Parnass (1735) 215; und geld und ehr ist obendrauf ein sehr zerbrechlich glasz M. Claudius Asmus (1775) 1/2, 98. am ausgeprägtesten in der sprichwörtlichen verbindung von glück und glas: das glück ist ... als ain glasz Albrecht v. Eyb spiegel d. sitten (1511) e 2a; glück und glasz, wie offt bricht das Lehman floril. polit. (1662) 1, 369; denn der mensch ist ein mensch, und eine jungfer eine jungfer, und glück und glas, wie bald bricht das Lessing w. 2, 119 M.; glas ist der erde stolz und glück Uhland ged. 1, 278 Hartm.-Schm., vgl. auch B 3. A@3@cc) volksmedizinische und physikalische eigenschaften. glas wird in alter zeit als heilmittel genannt (wie noch im volksbrauch üblich, s. hwb. d. dtsch. abergl. 3, 855): für das heilig feur. nim honig und essig under einander, thue gestoszen glasz darein und bestreich den schaden damit Gäbelkover artzneybuch (1596) 2, 314; thue (in die beulen) hinein weitzenmehl, huttenrauch, gestoszen venedisch glasz, alles mit honig vermischt J. Walther pferde- u. viehzucht (1658) 121. als träger bestimmter physikalischer eigenschaften: (die elektrizität ist) dergestalt bestimmt, ... dasz wir die formeln der polarität, ... als nord und süd, als glas und harz ... anwenden Göthe II 1, 298 W.; die besten wärmeleiter sind die metalle, die schlechtesten glas und luft Fr. Th. v. Schubert verm. schr. (1823) 1, 172. BB. glas als geformter gegenstand. B@11) optisches gerät. B@1@aa) lichtdurchlässige glasscheibe; am fenster: einhalp der kemenâten want vil fenster hete, dâ vor glas Wolfram v. Eschenbach Parzival 553, 5; diu frou ir zühte nie vergaz ze kirchen noch ze gazzen. luogen durch diu glasse, rûnen umb üppikeit, daz was ie der frouwen leit Seifried Helbling 1, 1355 Seem.; was pruchs an öfen und glessern in den anderen thurnen und der stat zinsheusern ist E. Tucher baumeisterbuch 246 L.; runde butzenscheibe: fenster so man vor zeiten ausz durchsichtigen spiegelsteinen ... gemacht hat, wie jetzt ausz glasz (ex vitreis orbibus) Calepinus dict. (1598) 1368b; gemalte scheibe: zu ainer gedächtnus stet im chor, im fenster, ins glas geschmelzt ain herzog mit ainem hauenden schwein Aventin 5, 57, 30 Lexer; saal, der war aller gebauen von schönen gläsern, in welchen ... historien ... abgemahlet waren Amadis 24 (1595) 1392; alt kirchen haben dunckel gläser S. Franck sprüchw. (1541) 2, 55a; alte kirchen, dunkle gläser, sagt das deutsche sprüchwort Göthe IV 23, 200 W.; das schmutzerblindete glas der fensterlöcher H. Watzlik pfarrer von Dornloh (1930) 29. als pars pro toto für das fenster als bauteil, vgl. specularia glasz (Augsburg 1521) Diefenbach gl. 545c; von den einzelnen scheiben unterschieden: ain groszer hagel und schaur ... erschlug in dem neuen schlosz ful scheyben in den glesern bei Baumann bauernkrieg in Oberschwaben 192 lit. ver.; so stehe ich nun auch zuweilen an meinem fenster ... und öffne das glas und die brust dem einströmenden abendhauche H. v. Kleist 5, 134 E. Schm.; vgl. 'an manchen orten für d. fenster' Crecelius oberhess. 423. als sonstige schützende scheibe, vor allem zur schaustellung: es haben auch die bauren nur das glasz geleckt und geküszt und nit das heilthumb Jac. Frey gartengesellsch. 49, 32 Bolte; in fester formel unter glas: meiner mutter wandelte ... der einfall an, diesen kupferstich unter glas zu sezen Hippel lebensläufe (1778) 1, 28; nur musz ich sie (anrede) inständig ersuchen, sie (die mineralien) gleich unter glas zu bringen, damit sie nicht betastet werden Göthe IV 17, 30 W.; auch hinter glas: eine nusz, worin eine kleine muttergottes hinter glas lag G. Keller ges. w. (1889) 4, 228; die stadt verschwimmt wie hinter glas R. M. Rilke ges. w. (1927) 1, 11. glas und rahmen: die sicherung der zeichnungen durch rahmen und glas Göthe 48, 52 W.; er ist ja nur ein mann in glas und rahmen (portrait) Kotzebue s. dram. w. (1828) 18, 6; der grosze bekannte kupferstich ... unter glas und goldrahmen Stifter s. w. (1901) 14, 104. — dazu die verschiedensten sonstigen verwendungsarten, z. b. treibhausglas: denn wie die kunst ... durch gewisse gläser melonen und andere gewächse für der zeit reif machte Lohenstein Arminius (1689) 1, 177a. anderes: eine kleine laterne, die nur ein glas hatte Fontane ges. w. I 1, 478; seine ... uhr fiel aus seiner tasche, die kapsel sprang, das glas zerbrach G. Hauptmann bahnwärter Thiel (1892) 50. spiegelglas, vgl. ahd. spiegelglas Graff 4, 289: zin anderhalp am glase Wolfram v. Eschenbach Parzival 1, 20; uz aschin werdit eyn glaz gemacht und heiszis bli gegoszin darin, so gewinnet ez danne solche macht daz ez gebit den wedirschin Joh. Rothe ritterspiegel 77 N.; poetisch für den spiegel als ganzes: daz man sich drinne (in den augen) mochte ersehen alsam in eime werden glase Konrad v. Würzburg trojan. krieg 19935 K.; ein ieder lobet meinen spruch (des spiegels), nur alte mägde nicht, weil, dasz ihr schein ietzt tunkel sey, mein glas das urtheil spricht Logau sinnged. 230 Eitner; die schönheit trat geschmückt zum schmeichlerischen glas J. E. Schlegel w. (1761) 4, 92; ich könnt es wissen! warum schaute ich nicht längst ins glas der wahrheit! Hebbel w. 1, 209 W. B@1@bb) als geschliffenes glas zu optischen zwecken; magisches gerät, art zauberspiegel: derselbig war ein student hochgelerte ... er blickt sie an durch kunstes glasz, er wist, wie sie genaturet was, ir edle complex sagt im das Ambraser liederbuch 226, 88, vgl. kunstglas teil 5, 2700 und kunst ebda 2666; Ramus zeicht sein christallen glasz herausz, sicht darein ... in meim christal ich gsehen hab, wie all sach ist zu stellen ab Jac. Ayrer dramen 1907 Keller, vgl.krystallen teil 5, 2483 und krystall 2 c ebda 2482; durch ein geschliffen glasz und durch verfälschte schatten macht er (der menschengeist) aus nichts nicht viel, stellt lebhaft an die hand die todten, welche wir für längst beerdigt hatten Lohenstein hyacinthen (1680) 25. 'linse': den Tyroler, der dort geschliffne optische gläser zum verkaufe herumträgt Nicolai Seb. Nothanker (1773) 1, 115; er schlief glässer und machte sehröhren Schubart leben u. gesinn. (1791) 1, 41; convexe und concave gläser A. v. Humboldt kosmos (1845) 2, 508; jede form (ist) ... das glas, wodurch wir die heiligen strahlen der verbreiteten natur an das herz der menschen zum feuerblick sammeln Göthe s. w. (1840) 31, 15; schleift nur gläser, schmiedet röhren, meine (des sternes) wandlung zu belauern H. Carossa ged. 59 inselbücherei. von der glaslinse als dem hauptbestandteil aus für ein optisches instrument als ganzes, so 'augenglas, brille', vgl. berillus paryll, eyn augglaz (v. 1420) Diefenbach nov. gl. 51: die synnen seynt ouch worden lasz, und musz nu schriben durch eyn glas Joh. Rothe düring. chronik 6 L.; oft der plural (der zwei linsen) für die einzelne brille: kommt jener nun mit gläsern dort, so bin ich stille, stille, ich rede kein vernünftig wort mit einem durch die brille Göthe 3, 155 W.; sonst der sing. glas: ich hab mein glas verlegt ... die liebesbriefe sind ... zu fein geschrieben Körner w. 4, 77 Hempel; monokel: vor mir stand ein elegant gekleideter junger mann, der, das glas im auge, mich von oben bis unten ... betrachtete Spielhagen s. w. (1877) 2, 172. — fernglas, sowohl die linsen wie das ganze gerät bezeichnend: wir kennen hier von fernen durch eines glases liecht den monden und die sternen, als stünden wir darbey Opitz dtsche poeterei 43 ndr.; nun kann so hoch das glas der sternekunst nicht klimmen, uns ein gewisses ziel des lebens zu bestimmen Besser schr. (1732) 1, 15; durchs glas, das unsre schwachen blicke zur kenntnisz ferner welten stärkt Kästner verm. schr. (1755) 1, 132; hatte durch mein glas die hügel jenseits Boulogne entdeckt Bode Yoricks empfinds. reise (1768) 2, 11; man beobachtet die wohlbekannte feindliche stellung durch glas oder scherenfernrohr Ernst Jünger in stahlgewittern (1934) 46. — vergröszerungsglas im engeren sinn: der neyd ist wie ein gewisses glasz, welches die a-b-c-schmid das muckenglasz nennen, dann so jemand durch dises glasz ein mucken anschaut, so gedunckt ihm disz fast so grosz zu seyn wie ein schwartzer kettenhund Abr. a s. Clara Judas (1686) 1, 112; ich habe (die zeichnung) bei lichte und mit dem glase und im spiegel betrachtet: es ist mir niemals etwas vollendeteres vorgekommen Herman Grimm Michelangelo (1890) 2, 273; anders: (der wilde) zum ersten mal durch ein glas mit vielen facetten etwan eine blume betrachtend A. Schopenhauer w. 1, 192 Gr.näher bestimmt in der festen verbindung geschliffenes glas: durch ein geschliffnes glas erweckt er (der mensch) dampf und gluht bei Weichmann poesie d. Niedersachsen (1721) 1, 114; er (würde) durch ein so scharf geschliffenes glas sehen Klinger w. (1809) 11, 200. B@1@cc) die wendung durch (gemaltes, gefärbtes) glas sehen dient zur kennzeichnung einseitigen urteils; der ausdruck entwickelt sich aus der beobachtung der trüben oder farbigen mittelalterlichen fensterscheibe: sant Paulus sprichet, daz wir nu únsern herren nit mugent gesehen, won alz der durch ain glas oder durch ain nebel siht St. Georgener prediger 229, 26 R.; der selbe schin (der sonne) wurt ungelich enpfangen in dem glase: das eine glas das ist swartz, das ander gel, das dirte wis (folgt allegor. anwendung) Tauler pred. 21, 14 V.; bei Luther zeigt sich die phrase in ihren verschiedenen spielarten entfaltet, z. t. ist unter glas schon 'brille' zu verstehen (s. auch glasauge 2 a): avarus ... nihil horum videt, quia excecatus suis opinionibus, das heist als durchs glas ansehen 20, 112 W.; der alle ding durch eyn geferbt glas ansihet 18, 107; inen (müszte ich) den brill auff die nasen setzen und heiszen meine bücher nicht durch ein gemalet glas lesen 30, 3, 563. die formel gemaltes glas herrscht weiterhin durchs ganze frühnhd.: vernunfft folgt den irrwischen, siehet durch den dünckel wie durch ein gemahlet glasz Lehman floril. polit. (1662) 2, 818; diese sind ... den gemahlten gläsern gleich, welche uns ein ding ... nach der falschen farbe fürstellen Lohenstein Arminius (1689) 2, 267a. die neuere sprache setzt statt dessen freiere wendungen (gefärbt bleibt in der wendung durch gefärbte brille gängig): so richtet die vernunft, wenn kein gekünstelt glas den vorwurf anders weist, als ihn das auge masz Wieland I 1, 19 akad. ausg.; des unmuts trübes glas verkürzte sein gesicht Uz s. poet. w. 231 Sauer. gern bestimmt ein gen. objekt die art der färbung: durch das parteiisch gefärbte glas einer herrschenden leidenschaft angeschaut O. Ludwig ges. schr. (1891) 5, 54; wie das glas der parteien dieselben gegenstände anders färbt J. G. Forster s. schr. (1843) 6, 147; ähnlich: nur dem üblen willen vervielfältigt sich durch sein geschliffenes glas auch das einfachste zu einem gedränge verzerrter gestalten Schleiermacher s. w. (1834) I 5, 129. B@22) gefäsz aus glas, vorwiegend für flüssigkeiten gebraucht. B@2@aa) im allgemeinen, für verschiedene gefäszarten. mittelalterlich als lampe (für öl, balsam); vgl. der ein lieht unde ein lampenglas kristenlîcher êre was passional 7, 304 Hahn und glasfasz (s. unten): vorem grâle kômen lieht ... sehs glas lanc lûter wolgetân, dar inne balsem, der wol bran Wolfram v. Eschenbach Parzival 236, 4; als behältnis zu verschiedensten zwecken, z. b.: in eimo glase liez er (Alexander) sich in den sê Annolied 216 R.; da kam ein weib, die hatte ein glas mit ungefelschtem und köstlichem nardenwasser Marc. 14, 3; alte volksmeinung glaubt geister zur hilfeleistung in ein glas bannen zu können (vgl. hwb. d. dt. aberglaubens 3, 855): do du ... in der swarzen kunst wurkest und bannest die teufel (var. geyst) in ein seltsam glas d. ackerm. aus Böhmen 18, 29 Hübner; sie (die teufel) uberreden auch die menschen, dasz sie ihn (den teufel) biszweiln in etwa einem glasz, christal oder spiegl haben, und wann die beschworen oder erfordert werden, so geben sie den menschen red, antwort, rath und that Äg. Albertinus Lucifers königreich 11 L., vgl. glasgeist, -seher; davon redensarten wie: gelt kan den teuffel in ein glasz bannen Seb. Franck sprüchw. (1541) 1, 118b (d. h. geld regiert die welt); den teufel im gläslein haben 'in allem glücklich sein' Schmeller-Fr. 1, 976; anders (zu b gehörig): den teufel im glas sehen 'vom trinkteufel erfaszt, betrunken sein': am tag der kirchweichin ... sach maniger den teufel im glasz, dasz er so schwach wurd, dasz man in aus dem closter muost fueren Knebel chron. v. Kaisheim 369 lit. ver. als medizinisch-alchimistische gerätschaft, retorte u. ähnl.: do ir im bsohen in dem glasz (uringlas) den harn P. Gengenbach 287 Gödeke; es ist nicht allein lächerlich, sondern auch gottlosz des Paracelsi ... seine meynung von der geburt und empfängnúsz eines männleins im glase Joh. Prätorius anthropod. pluton. (1666) 1, 157; wie leicht könte die magd eine katze in das laboratorium lassen, die mir vor tausend thaler gläser auf einmahl umbwürffe Chr. Weise erznarren 106 ndr.; ich füllte mehrere arzneigläser mit wasser ..., verschlosz die gläser und vermehrte dadurch meine gelehrte sammlung G. Keller ges. w. (1889) 1, 102; blumenvase: vor mir im glase stehn blühende vergiszmeinnicht A. v. Droste-Hülshoff briefe 162 Schücking; modern als glasgefäsz für eingemachte früchte u. dgl., z. b. drei gläser mit eingekochten kirschen, ein glas marmelade u. s. w. B@2@bb) als 'sanduhr', s. stundenglas (teil 10, 4, 527): (tod:) dyn glas ys all vorlopen schyr, neen stund kanstu lengr leven hyr Joh. Stricerius de düdesche schlömer (1584) g 6a; der blasse menschenfrasz steht unten, hält den pfeil und unsers lebens glas P. Fleming dtsche ged. 1, 45 L.; kaum ist wieder der sand im untern glase Göthe 23, 227 W. von der halbstündig ablaufenden sanduhr seemännisch glas gleich 'halbe stunde' als übliches zeitmasz, vgl.: nit weniger hat man (auf schiffen) sanduhren zu halben stunden grosz ... und wann ein glaas oder die erste halbe stund aus ist, so geschicht ein schlag mit der glocken J. Jak. Saar ostind. kriegsdienst (1662) zugab 4; nd. seit ende d. 16. jhs. bezeugt, ebenso im engl. (1599), vgl. Murray dict. 4, 202c; fürs nl. des 17. jhs. s. woordenboek 5, 37; vgl. auch Kluge seem. wb. 321. der deutsche gebrauch dürfte trotz älterer bezeugung dem nl. entstammen, wie sich aus der gängigen pluralform glasen (s. sp. 7659) und den frühnhd. belegen folgern läszt, die niederländisches behandeln: wy segelden van Ganges riff af hen tom Schagen in xxv glasen (für 1571) bei Kluge a. a. o.; weshalber alle glasen oder eine halbe stunde von jedem schiff ein canonschusz gethan wurde J. W. Vogel ostind. reisebeschr. (1704) 590; um zwei glas wurde die insel sichtbar Hans Grimm volk ohne raum 1, 226; weitere belege bei Kluge a. a. o. B@2@cc) vorherrschend ist der gebrauch als 'trinkglas'; die in älterer sprache häufige bezeichnung goldenes, silbernes glas ist als vergoldetes, versilbertes oder mit entsprechender metallfassung versehenes trinkglas aufzufassen, z. b.: ich ... vorkoufte em 8 silberynne gleser, die wugen 4 (mark) lodiges minus 1 sc. (1422) handelsrechn. d. dtsch. ordens 469, 30 S.; guldnes glasz Angelus Silesius cherub. wandersm. 59 ndr., s. sp. 7661; vgl. noch: wem vergleicht sich dieses leben? einem übergüldten glasz bei Fischer-Tümpel 1, 253, s. auch Schiller-Lübben 2, 116b, Verwijs-Verdam 2, 1987; steinglas (v. j. 1388) Marienb. ämterb. 7, 10 Z. und steinot glas (v. j. 1402) zs. f. gesch. d. Oberrheins 16, 260 bedeutet wohl kristallgefäsz, vgl. auch: do sy die cristallen gleser ze trincken ... bereyt funden Arigo decam. 587, 14 K. B@2@c@aα) einige beispiele für glas als trinkgefäsz: dâ daz tranc und daz glas verborgen und behalten was Gottfried v. Straszburg 11679 Ranke; zwüschend mund und glas mag komen, das den trunk hindert J. v. Watt dtsche hist. schr. 1, 501; vor zyten setzt man guttrolf dar, gleser mit den engen kragen Th. Murner mühle 1070 Albrecht; sie sprachen 'gebt uns zu trincken wol aus dem hohen glas!' bergreihen 68 ndr.; es ertrincken mehr im glasz dann in allen wassern Seb. Franck sprüchw. (1545) 1, 85a; ein blank venedisch glas, worin behagen lauschet, des weins geschmack sich stärkt und nimmermehr berauschet Göthe 15, 284 W., vgl.A 1; ein silbergeschirr, darauf eine fein gearbeitete kanne mit malvasier, geschliffene gläser ... stand W. Alexis Roland v. Berlin (1840) 1, 111; ins alten schloszwirts garten da klingt schon viele jahr kein glas Mörike ges. schr. (1905) 1, 70. B@2@c@bβ) die angabe des glasinhalts schlieszt sich präpositional zumeist durch mit an, daneben durch voll, heute schon seltener werdend: desselben pulvers der abt in einem glase mit wein ... Feronde zuo trincken gab Arigo decam. 220, 12 K.; mit einem meszigen glass vol wein zimmerische chron.2 4, 274 B.; die gleser sampt dem brentenwein Wickram w. 3, 35 B.; schmiesz darauff ein glasz mit wein vor dem fürsten auf den tisch Chr. Weise erznarren 116 ndr.; (ein) platzmeister ... bringt burschen und mädchen das gefüllte glas mit labendem bier Böhme gesch. d. tanzes (1886) 155. genetivischer anschlusz ist seltener; vgl. (zu a gehörig) der zeigte mir solch heylthumb, ... ein gleszlin des schweisz sanct Michaels Montanus schwankbücher 405 lit. ver.: ich thue dem herrn diss glässlein weins bringen engl. comedien u. trag. (1624) h 8b; in gegenwärtiger sprache in gehobener ausdrucksweise: auf, trinkt erneuter freude diesz glas des echten weins! Göthe 1, 117 W.; meister Wiegand sitzt ... hinter einem glase bairischen bieres G. Hauptmann weber (1892) 48. — gängiger wird in jüngerer sprache flexionsloser anschlusz (vgl. H. Paul dtsche gr. 3, 294), vgl. ein gläslein wasser Arigo decam. 511 K., ein gläslein wein H. v. Schweinichen denkw. 379 Öst.: und liesz gleich unter die jungfer ein grosz glasz bier gantz sachte auszgieszen Chr. Weise erznarren 172 ndr.; während die frau ... ein glas kirschpunsch auf den tisch stellte Fontane ges. w. I 1, 10. B@2@c@gγ) bedeutungsmäszig kann glas bei flexionsloser anreihung des inhalts stark entdinglicht werden zur maszangabe oder bloszen formel für geringe mengen (etwa gegenüber flasche) oder für das trinken überhaupt: die liebwehrteste gesellschaft, die ... sich recht vergnügt ... bey einem zwieback und glasz wein aufgehalten (hatte) Ettner v. Eiteritz medic. maulaffe (1719) 3; wie ein glas Madeira bey verdorbenem magen Mozart bei Jahn Mozart (1856) 3, 498; ja, ja, beim glase wein hört ich wohl manchen prahlen Göthe 9, 44 W. als masz bestimmter grösze: item sal man allirley getrencke bei eyme gantzen stoffe und bei eyme halben stoffe und virtel vom stoffe schencken und mit keyme glase messen (v. j. 1417) acten d. ständetage Ost- u. Westpr. 1, 308; fünf glas sind eine halbe masz Hebel s. w. (1832) 3, 477; vgl. in älterer mundart: glas flüssigkeitsgemäsz = ¼ schoppen Bauer-Collitz Waldeck 146. B@2@c@dδ) anderseits steht glas elliptisch für den inhalt; syntaktische vorstufe ist umstellung des attributs: ein gut glas mit wein verderbt ein muck die drein fällt Lehman floril. polit. (1662) 2, 621; mein hirn, erhitzet durch ein glasz, vermeinet mehr reichtumb zu haben, dan Mydas und Cræsus besasz Weckherlin ged. 1, 179 F.; der weingott schlage mich, berauscht von einem glase Dusch verm. w. (1754) 159; schafft ihr ein gutes glas, so wollen wir euch loben Göthe 14, 107 W.; weiht dann uns manch schäumendes glas bei Arent mod. dichterchar. (1885) 35; so auch bei anderen glasgefäszen (s. oben a): ich setzte sie (die blumen) in frisches glas Göthe 4, 151 W. B@2@c@eε) der trinkerbrauch entfaltet mannigfache feste wendungen und formeln; so die allgemein üblichen verbalen verbindungen ein glas füllen, schenken, einschenken, trinken, leeren u. a., auch mit ellipse des inhalts: sie trunken alle zuo der stunt daz tiefe glas an den grunt gesamtabenteuer 2, 470 v. d. H.; seht doch die tollen säufer an, wie lustig hier ein jeder kan die vollen kannen, krüg und gläser leeren Seb. Brant narrenschiff 18 Z.; füllt die gläser! maler Müller w. (1811) 3, 264; und trank bei gelegenheit wacker sein glas, wie einem deutschen gelehrten ziemt G. Freytag ges. w. 6, 322; dazu anderes wie: du ein fauler zecher bist, heb hinten übersich das glas! so lauft er dir mer und basz (16. jh.) Uhland volksl. 592; der graue stürzte jählings einige gläser hinunter E. T. A. Hoffmann s. w. 4, 7 Gr.; vgl. auch bei stürzen I A 4 b teil 10, 4, 703. — zechen nennt die alte trinkersprache mit gläsern streiten, fechten: dann Cypellomachus nit wolt mit gläsern streiten, wie er solt, allein streit mit psyctere grosz, daryn wol giengen zehen mosz G. Wickram kunst z. trinken 108 Teubner; ein cavallier bin ich, weil ich in krieg will ziehn, wo man mit den gläsern ficht und das fleisch mit gabeln sticht Chr. Reuter Schlampampe 63 ndr.; auch: in Teutschland acht man die gröste kurtzweil mit gläsern zu spielen, und wird ... bey der Teutschen nassen höflichkeit ... auch verbleiben Harsdörffer gesprächspiele (1647) 1, 4; im besonderen für zu viel trinken zu viel, tief ins glas gucken, sehen, vgl.zu viel ins glas geguckt haben Kramer teutsch-ital. 1 (1700) 527b: hast du zu tief ins glas geguckt? Wieland Lucian (1788) 3, 348, ebenso W. Körte sprichwörter (1837) 159; es wäre meine art, zu tief ins glas zu sehen? Kotzebue s. dram. w. (1827) 5, 200; desgl. ein glas zu viel, über den durst trinken: wenn traubengold im krystallglase blinkte, so trank ich oft — vielleicht ein glas zu viel Schubart s. ged. (1825) 2, 55; der alte mochte ein glas über durst getrunken haben, denn er sprach vom teufel, der ihn und sein kind holen wolle Hauff s. werke (1890) 2, 25; man glaubt wirklich ... ein glas über den durst getrunken zu haben Göthe IV 39, 201 W.; für das sitzen beim trunk an, beim, hinterm, überm glas: da lagend die von Augspurg in des Alexanders haus inen an glesern (Augsburg, 16. jh.) städtechron. 22, 350, 6; bey einem glasse wein läszt sich so eine unwichtige sache schon überdenken A. G. Meiszner skizzen (1778) 1, 135; der du bei einem vollen glase dir trinkst allmälig roth die nase Tieck schr. (1828) 1, 342; meister Wiegand sitzt ... hinter einem glase bairischen bieres G. Hauptmann weber (1892) 48; die schützenmeister ... machten sich nun über einem glase daran, den feindlichen general zu bestimmen Hans Grimm volk ohne raum 1, 87. — auf ein glas bitten 'einladen': bitte meine gute brüder auff die music und ein glasz! Königsb. dichterkreis 23 ndr.; modern umgangssprachlich ist zu einem glas bitten, geläufig auch ein glas anbieten: er mache sich kein bedenken, den herren ein glas sekt anzubieten W. v. Polenz Grabenhäger 2, 319. aus dem brauch des gesellschaftstrinkens: da hat einer wunder gesehen, wie da die gleser, becher und allerley trinckgeschirr umbgiengen Fischart Gargantua 123 ndr.; ein glas brechen 'zutrinken', vielleicht aus dem brauch des wirklichen glaszerbrechens, hauptsächlich als übergangsritus, stammend, s. hwb. d. dtsch. abergl. 3, 854: und (hört) schenken ein beyd bier und wein, und kannen klopffen, glässer brechen Fischart 1, 375 Hauffen; dasz ... etliche spanische obersten mit trinken, zubrechung der gläser ... gestelt, als wann sie ein grosze victorien erhalten ... und brachen die Spanier ein glasz, brach er wieder Zinkgref apophthegmata (1653) 3, 17. ebenso: ich hoffe auch mit meinem herrn vater ein paar gläser zu zerstoszen Gottsched dtsche schaubühne (1741) 3, 142, vgl.glas stoszen teil 10, 3, 504. im gleichen sinn einem ein glas bringen: nimt er ein glas, bringet es dem storch zum willkomm Joh. Prätorius winterflucht d. sommervögel (1678) 269; dem bruder meines lebens ... sei denn aus herzensgrunde das erste glas gebracht! Eichendorff s. w. (1864) 1, 392; auch einem ein glas zutrinken: so will ich ... hoffen ... ihnen aus der quelle selbst ... ein glas zuzutrinken Göthe IV 8, 272 W.; mit ellipse des verbums: dieses glas dem guten geist! Schiller 4, 4 G.; der freundschaft dieses dritte glas zur heiligung des festes! E. M. Arndt s. w. 3, 131. ans glas schlagen, klopfen als ruhezeichen zur rede: erhob sich ... schlug an sein glas und sprach unter lautloser stille M. v. Ebner-Eschenbach ges. schr. (1893) 4, 208; beim zweiten gang ... klopfte Gustav Schleiden ans glas Wolfgang Götz d. gralswunder (1926) 155; das glas erheben, heben, aufheben als gruszgebärde vor dem zutrinken oder beim ausbringen eines trinkspruches, z. b. freunde, hebt die gläser hoch!; wir erheben unser glas und trinken auf das wohl des jubilars! u. ähnl.: der oheim (indem er sein glas aufhob): lassen sie uns auf glückliche vereinigung trinken! Göthe 47, 335 W.; der Holländer ... hob sein glas zum andern mal und sagte einen trinkspruch dazu W. Schäfer wendekreis n. anekd. (1937) 215. B@33) seit dem mhd. gilt glas auch für den glasflusz, einen künstlichen edelstein: der koufman dran verliuset, der glas vür rubîn kiuset Freidank 126, 2; hierher, auf gleichsetzung von saphirus 'saphir' mit safer 'glasflusz mit kobaltkalk blau gefärbt' (s. teil 8, 1635; vgl. saphîr als variante zu safer bei Lexer 2, 569) beruhend, stellen sich glossierungen des 15. jhs.: saphirum ein glasz Diefenbach gl. 511c; saphirus ein edelsteyn o. glasz ebda; eyn slicht (glatt, poliert?) glas nov. gl. 326b; saphirium eyn schyr (glänzend) glas ebda; die edelstein durch kunst gemacht werden ... und (ist) nichts dann die farb in einem schlimmen glasz oder christall Guarinonius greuel der verwüstung (1610) 119; es wird auch geclagt, dasz mit cleynodien und edelgesteinen vielerley betrug vorgehe, insonderheit in dem dasz gefärbt gläszer und duppletten ... für gute orientalische wahr verkaufft ... werde d. stadt Straszburg polizeiordn. (1628) 77; wer mit gefärbtem glase wie mit edelgesteinen prangen darf Herder w. 3, 292 S. in vergleichen als minderwertiges kunsterzeugnis dem echten stein gegenübergestellt (vgl.glas als symbol der vergänglichkeit bei A 3 b): ihr blinden, ihr! könt ihr nicht unterscheiden das falsche glasz vom hellen diamant? das auszenwerk ist euch allein bekannt G. Knittel poet. sinnensprüche (1677) 36; 'das sind hohe gemüter, welche allezeit etwas sonderliches haben'. 'ein iedweder narr will was sonderliches haben'. 'eine crystall ist kein diamant und ein blaues glas ist kein hyacinth' Chr. Weise polit. redner (1677) 316; die welt beut uns einen strohhalm für eine güldene kette ... ein stücklein glasz für einen diamant, das ist, sie beut uns die eitelkeit für die ewigkeit Scriver seelenschatz (1737) 22b. CC. vom 'vitrum' her übertragen. C@11) auf strukturähnliche naturprodukte, besonders das glaserz (vgl. sp. 7680), vgl. schon ahd. für den 'lasurstein' (s. oben sp. 7660): ich weiz ein gruobe hie bî, iz hât glas und blîlinden märe vom feldbauer (14. jh.) 472 in: Germania 1, 346 ff.: erstlich ... wisset ihr ..., das ... mit dem wort glasz ... man auch etliche glatte und spissige metall, und was schlecht und glat ist oder sein glantz und glasst hat, ... nennet Mathesius Sarepta (1571) 187a; die ... wegstrecke war durch viele massen von ... obsidian, einem vulkanischen glase, bestreut Ritter erdkunde 10, 410; 'gläser natürliche, nennt man eine reihe hyalin-amorpher ... mineralien, welche sowohl in ihrer morphologischen beschaffenheit als auch hinsichtlich ihrer chemischen zusammensetzung den künstlichen gläsern entsprechen' Karmarsch-Heeren techn. wb. (1876) 4, 2. vgl. auszerdem glasachat, glasachtig, gläsern 2 ende, glasfaden, glasgestein, glasglanz, glasig 1, glasperle, glasstein 2. C@22) der äuszere teil des pferdeauges, die hornhaut, vgl. 'glas tunica cornea bey den pferden' Nemnich wb. d. naturgeschichte 197: (die augen des pferdes bestehen aus zwei teilen) deren der erste ist das glasz oder der durchscheinende crystall, welcher die substanz und wesen des augs einfasset und ihm die gestalt einer durchscheinbaren kugel mittheilet ... der andere theil ist das inwendige im aug, welches eigentlich der augapffel ist ... wolzumercken, dasz das glas dasjenige ist, dessen man, wann das aug angesehen wird, alsbald ansichtig wird. des inwendigen im aug ... aber wird man erst gewahr, so man bey nahem und durch das glas hineinschauet v. Hohberg georg. cur. aucta (1715) 2, 75a.
41086 Zeichen · 1017 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    glasst. n.

    Althochdeutsches Wörterbuch · +6 Parallelbelege

    glas st. n. , mhd. nhd. as. ( s. u. ) mnd. mnl. glas; afries. gles; ae. glæs. — Graff IV,288 f. clas-: gen. sg. -es Gl 1…

  2. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    GLASstn.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +5 Parallelbelege

    GLAS stn. glas. Gr. 1,678. Graff 4, 288. vgl. succinum quod ipsi (Aestyi) glesum vocant Tac. Germ. 45. glas: baʒ Gotfr. …

  3. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    glasN.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +5 Parallelbelege

    glas , N. nhd. Glas, Glas als Symbol des Zerbrechlichen, zu Gefäßen verarbeitetes Glas, Fensterglas, Trinkglas, nachgema…

  4. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Glas

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Das Glas , des -es, plur. die Gläser. 1. Ein jeder glänzender Körper. In dieser weitesten Bedeutung war es ehedem sehr g…

  5. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Glas

    Goethe-Wörterbuch

    Glas gut ein Drittel der rund 1100 Belege in Bed B3 A anorganische Substanz mit spezif Eigenschaften wie Durchsichtigkei…

  6. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Glas

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Glas , ein Kunstprodukt, bestehend aus kieselsaurem Kali oder Natron oder aus beiden zugleich mit einem od. mehren kiese…

  7. modern
    Dialekt
    Glas

    Elsässisches Wb. · +9 Parallelbelege

    Glas [Klâs Liebsd. bis Hf. ; im Zusammenhang oft Klàs; Pl. Klésər, Klêsər Klèsər] n. 1. Scheibenglas. Er het G. uf d em …

  8. Sprichwörter
    Glas

    Wander (Sprichwörter)

    Glas 1. Das erste Glas beisst wie der Tod, das zweite schmeckt zu Brot; wenn's dritte fehlt, ist grosse Noth. Um zu beze…

  9. Spezial
    Glas

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Glas n. (-es, Gläser) 1 (Material) spidl m. 2 (Fensterscheibe) rodela (-les) f. , vider (vidri) m. 3 (Trinkgefäß, Glasge…

Verweisungsnetz

525 Knoten, 563 Kanten

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit glas

947 Bildungen · 771 Erstglied · 167 Zweitglied · 9 Ableitungen

glas‑ als Erstglied (30 von 771)

glas(e)kopf

MWB

glas(e)kopf stM. ‘Trinkglas’ fiala glasekopf a greco, hyalin est vitrum SummHeinr 2:92,136; glaskof ebd. 1:342,406. 2:298,86 MWB 2 817,44; B…

glas(e)lieht

MWB

glas(e)lieht stN. ‘gläserne Lampe’ (vgl. glas 4.2): er oder swer nach im daz lehen hat der schol die chapel belvͤchten mit einem glaslieht S…

glas(e)meister

MWB

glas(e)meister stM. ein für die Erhaltung der Glasfenster Zuständiger, ‘Glas(er)meister’ wir [...] veriechen [...], daz Eberhard der glasmai…

glas(e)var

MWB

glas(e)var Adj. ‘aussehend wie Glas’ sô tuot im [dem König] grôzer frost sô wê, / sîn fleisch wirt kelter denne der snê. [...] den frost ez …

glas(e)vënster

MWB

glas(e)vënster stN. ‘Glasfenster’ alse di sunne durh daz glase uenster / irluchtit den tunkelen sal Litan 258; czwei venster [La. glase fin…

glas(e)väʒʒelîn

MWB

glas(e)väʒʒelîn stN. Dimin. zu glasvaʒ ‘kleines Glasgefäß’ die wîle sô betihtete / Îsôt diu wîse künigîn / in ein glasevezzelîn / einen tran…

Glasapfel

SHW

Glas-apfel Band 2, Spalte 1373-1374

Glasaufsatz

SHW

Glas-aufsatz Band 2, Spalte 1373-1374

Glasauge

SHW

Glas-auge Band 2, Spalte 1373-1374

Glasberg

SHW

Glas-berg Band 2, Spalte 1373-1374

Glasbickel

SHW

Glas-bickel Band 2, Spalte 1373-1374

Glasbirne

SHW

Glas-birne Band 2, Spalte 1373-1374

Glasblume

SHW

Glas-blume Band 2, Spalte 1373-1374

Glasdach

SHW

Glas-dach Band 2, Spalte 1373-1374

Glaser

SHW

Glas-er Band 2, Spalte 1373-1374

Glaser(t)

SHW

Glas-er(t) Band 2, Spalte 1373-1374

Glasfabrik

SHW

Glas-fabrik Band 2, Spalte 1373-1374

Glasfresser

SHW

Glas-fresser Band 2, Spalte 1373-1374

Glasglocke

SHW

Glas-glocke Band 2, Spalte 1373-1374

Glasgucker

SHW

Glas-gucker Band 2, Spalte 1375-1376

Glashaus

SHW

Glas-haus Band 2, Spalte 1375-1376

Glashütte

SHW

Glas-hütte Band 2, Spalte 1375-1376

Glaskasten

SHW

Glas-kasten Band 2, Spalte 1375-1376

Glaskirsche

SHW

Glas-kirsche Band 2, Spalte 1375-1376

Glasklicker

SHW

Glas-klicker Band 2, Spalte 1375-1376

Glaskluß

SHW

Glas-kluß Band 2, Spalte 1375-1376

Glasknopf

SHW

Glas-knopf Band 2, Spalte 1375-1376

Glaskugel

SHW

Glas-kugel Band 2, Spalte 1375-1376

Glasmacher

SHW

Glas-macher Band 2, Spalte 1375-1376

glas als Zweitglied (30 von 167)

Milchglas

RDWB1

Milchglas n матовое стекло (не имеет отношения к "молоку")

Abstëchglas

Idiotikon

Abstëchglas Band 2, Spalte 645 Abstëchglas 2,645

aschenglas

MWB

aschen·glas

aschenglas stN. aus Pottasche angefertigtes Glas: diu glase venster wæhe, von vremden listen riche. / [...] / si waren nicht mit aschen glas…

augenglas

DWB

augen·glas

augenglas , n. vitrum oculare, oculus armatus: ich sehe heut durchs augenglas der liebe. Göthe 5, 198 .

bendikenglas

MNWB

bendik·en·glas

° bendikenglas , n. , Trinkglas (welcher Art? Zu bende, bant, bendiken gebändert?)

bernewīnesglas

KöblerMnd

bernewīn·es·glas

bernewīnesglas , N. nhd. Branntweinglas E.: s. bernewīn, glas L.: MndHwb 1, 224 (bernewînsglas)

blakglas

MNWB

blak·glas

blakglas „ampulla atramentaria, vitrum atramentarium”.

Bleyglas

Adelung

bley·glas

Das Bleyglas , des -es, plur. inus. dasjenige Glas, welches aus dem Bleye zubereitet wird. Ingleichen in den Schmelzhütten, ein Fluß zum Sch…

brennglas

DWB

brenn·glas

brennglas , n. vitrum causticum: das brennglas deiner schwarzen augen. Pierot 1, 87; zeitungen, als brenngläser der näheren zeit. J. P. Katz…

Brunne(n)glas

Idiotikon

Brunne(n)glas Band 2, Spalte 645 Brunne(n)glas 2,645

Brustglas

Adelung

brust·glas

Das Brustglas , des -es, plur. die -gläser, ein gläsernes Gefäß mit einer kleinen Öffnung, welches warm gemacht und über die Brustwarze des …

Butze(n)glas

Idiotikon

Butze(n)glas Band 2, Spalte 645 Butze(n)glas 2,645

bēkerglas

KöblerMnd

bēkerglas , N. nhd. „Becherglas“ E.: s. bēker, glas W.: s. nhd. Becherglas, N., Becherglas, DW 1, 1214, DW2 4, 381? R.: römisch bēkerglas: n…

Būre(n)glas

Idiotikon

Būre(n)glas Band 2, Spalte 645 Būre(n)glas 2,645

būrenglas

KöblerMhd

būr·en·glas

būrenglas , st. N. nhd. „Bauernglas“, gewöhnliches Fensterglas Q.: Tuch (1464-1475) E.: s. būr (1), glas W.: nhd. DW- L.: LexerN 3, 114 (bûr…

Chuchiglas

Idiotikon

Chuchiglas Band 2, Spalte 645 Chuchiglas 2,645

Chunkle(n)glas

Idiotikon

Chunkle(n)glas Band 2, Spalte 645 Chunkle(n)glas 2,645

Ableitungen von glas (9 von 9)

beglasen

DWB

beglasen , vitro tegere, inducere: hoch beglasete zimmer.

entglasen

DWB

entglasen , die glasmasse zur krystallisation bringen.

Entglasung

Meyers

Entglasung , die Bildung kristallisierter Körper ( Kristalliten , s. d.) inmitten eines Glasflusses oder der amorphen Masse vulkanischer Ges…

erglase

BMZ

erglase swv. werde zu glas oder glasartig. daʒ diu ougen im erglasen der uns bêden vînt sî Helbl. 2,512. wenn der basilisk plikchet gegen de…

erglasen

DWB

erglasen , in vitrum converti, coarescere: seine augen erglasen ihm; erglasent dem wurm seine augen. Kellers gesta Rom. p. 10 ; der sand, ki…

urglas

DWB

urglas , n. , von Zelter mit individueller willkür aus ur- C 4 c gebildet; es mag ihm Göthes urjahr ( s. d. ) vorgeschwebt haben: vorgestern…

verglasen

DWB

verglasen , n. , substantivierter infinitiv des vorigen, unter verglasen versteht man die arbeit, wenn die fensterrahmen mit neuen fenstersc…

verglasung

DWB

verglasung , f. umwandlung eines dinges in glasähnliche masse, glasmasse.