lautwandel 53 Wörterbücher · 2,7 Mio. Artikel
Wildcard · " Volltext

Aggregat · alle Wörterbücher

zufrieden

nhd. bis spez. · 10 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
10 in 10 Wb.
Sprachstufen
5 von 16
Verweise rein
28
Verweise raus
9

Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

zufrieden adj.

Bd. 32, Sp. 365
zufrieden, adj. die entwicklung des adj. aus der präpositionalen gruppe, s. o. sp. 205 h, geht aus von der verbindung mit verben der richtung wie stellen, bringen. sie führt zur isolierung als prädicat und endet damit, dasz dies wortpaar als attribut vor das subst. tritt, als modales adv. gebraucht wird, endungen annimmt und sogar gesteigert wird, s. gr. 42, 1038, th. 4, 1, 1, 185, 4 a; H. Paul wb.1 573. der letzte abschlusz ist nicht vor dem 18. jh. belegt: da bistu sicher und kanst dein hertz zu frieden setzen Luther 33, 107 W.; wenn du da volgest, so kumpst du zuo friden J. Ratz gen der hellen (1546) f 4a; lasz mich zefriden Boltz Terenz (1539) 93a; des waren sie sämptlich zufrieden Kirchhof wendunmuth 2, 137 lit. ver.: auf daz er zuo friden in seinem reich blib H. Boner Justinus (1532) 29b; wir wandelten zufrieden, wir glaubten uns zu zwei Göthe 1, 114 W.; hier sitz' ich in zufriedener stille Brockes ird. vergn. 8, 56: er würde glücklicher, und ich zufriedner leben Göthe 9, 20 W. (laune des verliebten). noch heute überwiegt die prädicative anwendung in den festen bindungen zufrieden stellen, lassen, sein, bleiben, sich zufrieden geben. diese erscheinen alle im hd. seit ende des 15. jhs. im allgemeinen gebrauch. dagegen fehlen belege aus dem mhd. im engeren sinne, während sie früher und reichtlicher im mnd. und mnl. erscheinen Schiller-Lübben 5, 520; Verwijs-Verdam 8, 287. auszerhalb des mnd. und mnl. gehören die ältesten, auf ihrem gebiet einzigen belege nach Hessen und ins Rheinland (Köln?): Ecclesia (zur Sinagoga). hie (der juden) enwel mer besten keiner rede; ich wel mich stellen zufredde (indem ich die juden blende) Alsfelder passionssp. 163 (v. 5223); Heinrich, bisz zufrieden (sei ohne sorge, s. u. 1 c) der junker u. der treue Heinrich 230 Kinzel; want er hatt underwegen vast nott gelidden, also das er zufrieden will sin zu dieser stund (ruhe haben) 720. da nun die schwache form zufrieden in diesen formeln auf oberd. gebiet von anfang an gegenüber seltenerem zufriede, zufried vorherrscht (letztes bei Logau: seyd zu friede 348 Eitner), und da der übergang zur schwachen flexion vom nd. (mnl.?) ausgegangen sein dürfte, s. th. 4, 1, 1, 182 oben; Lasch mnd. gr. § 370 a. 2, so hat sich vermuthlich die festigung und zusammenziehung auf nd. gebiete, und zwar im westen vollzogen, im bereiche der gerichtlichen sprache, worauf die zäh festgehaltene anwendung auf rechtliche ansprüche und vereinbarungen hinweist, s. 2 a. die bedeutung hat sich im 17. u. 18. jh. hier und da an frz. content angelehnt, das wieder in Frankreich ein wort der renaissance ist und dem afr. noch fehlte. 11) ihre entfaltung entspricht der von friede. 1@aa) in älterer zeit bezeichnete zufrieden vielfach noch den dem streit entgegengesetzten zustand: (er) stellet sich als were er ein freund der mönch und pfaffen, nur das er vor inen zuofriden were S. Franck chron. Germ. (1538) 70b; nun aber ... ward die rumor zuofrieden gestelt weltb. (1534) 190a. das gegentheil ist zu unfrieden, s. th. 11, 3, 588 oben. 1@bb) in allgemeinerem sinne ist es der zustand der äuszeren ruhe: so soll man auch nicht offt zu ihnen in die taubenhäuser ... kommen, und sie stöbern, dann sie wollen gern zufrieden seyn viehbüchlein (1667) 123; am mangel mangelts nicht: noch blieb er nicht zu frieden in seiner kindheit lenz. er muste sein geschieden von freund und vaterland P. Fleming d. ged. 1, 17 Lappenberg so wie bei heitrer luft sich die zufriedne see vom stillen zephyr bläht Wieland I 1, 94 ac. (ähnl. 224; 399). 1@cc) eng verbindet sich mit der äuszeren die innere ruhe: dardurch das gewissen loesz und zufriden wird von seiner bekumernus Luther 30, 3, 89 W.: des war der wolf zu fried und rhu H. Sachs 9, 137 K.; sei wieder froh und gutes muths, meyn hertze, sey zufrieden P. Gerhardt 3, 380b Fischer-Tümpel. sei zufrieden, früher oft als beruhigender anspruch 'mach dir keine sorge': bysz zu friden, ich han nuor mit dier gespottet Th. Platter 31 Boos; ... liebs hütlein, sei zufriden! wir wollen dich so schön zubutzen, du must vil tausend seeln uns nutzen Fischart jesuiterhütlein 25 Hauffen. 1@dd) äuszere und innere beruhigung war und ist auch noch die bedeutung der festen verbindungen. zufrieden stellen, vgl. unten bei 2 a u. b, 'beruhigen': Hulsius (1618) 2, 5b; 10a; und wollen die leute mit dem wort trösten und zu frieden stellen Luther 34, 1, 63 W.; das unruhige hertz zufrieden stellen Ramler einl. in die schönen wiss. 2, 361; dieser .. gab ihm .. noch .. derbe schläge, ehe wir ... sie .. wieder zufriedenstellen konnten G. Forster 1, 395. sich zufrieden geben: wobey der h. reichscantzler dem residenten zu Nürnberg .. anbefohlen: das werck unablässig zu poussiren und sich nicht zufrieden zu geben, bisz es geschehen Chemnitz schwed. krieg 2, 174; gib dich zu friede, du wildes, böses thier B. Faber Saxonia (1563) 207a; nun gieb dich nur zu frieden Charlottgen Chr. Reuter ehrl. frau 14 ndr.; meister Fintlein lachte ärger als der alte Fritz und konnte sich gar nicht wieder zufrieden geben O. Ludwig 2, 429; nun wird sich ewer grimm und sturm einmal zu frieden gäben! P. Gerhardt 3, 304 Fischer-Tümpel; gieb dich zu frieden und sey stille in dem gotte deines lebens 3, 423; herz, mein herz, gieb dich zufrieden Hoffmann v. Fallersleben 1, 52 Gerstenberg. zufrieden lassen: wiltu das dich bei der nacht im bett die schnacken zufriden lassen, so ... M. Herr feldbau (1551) 163a; wer fried haben wil, der sol auch ander zu frieden lassen Petri 2, f f f 5b; wilstu yhm nicht ein fulle nusz geben, lasz yn myt der schalen zufriden Luther 34, 2, 13 W.; wild schrie er, man solle den Moses zufrieden lassen W. Raabe hungerpastor 1, 64; darumb mein lieben freund ich bit, laszt mich fort mit der ehe zu frid Fischart ritter v. Stauffenberg 324 Hauffen. dazu den beleg aus Boltz Terenz oben sp. 365. ebenso heute allgemein üblich. zufrieden sprechen: die wirthin des hauses will ihn zufriden sprechen, es hat aber nichts helffen wollen A. Bremer chron. Kiliense 165 Stern; indehm sie zu dem hunde ginge und schmeichelnd ihn zufrieden sprach Stieler geharnschte Venus 137 ndr.; (herzogin:) o hätte man's gethan! — ich bin's von lang' her gewohnt, sie zu entschuldigen, zufrieden zu sprechen die entrüsteten gemüther Schiller 12, 98 G. 22) die innere beruhigung bezieht sich auf etwas auszerhalb. der regelmäszige ausdruck dafür ist die präp. mit. daneben erscheinen allerlei z. th. früh belegte syntaktische fügungen: er ... war ubel zufrieden, das er nicht solt glauben halten 2. Macc. 14, 28; last man in do bey bleyben, ist er wol tzu fryden Eberlin von Günzburg 2, 51 ndr.; ich bin zufrieden, wenn er nur vorerst etwas lernt und die zeit nicht verloren geht! G. Keller 6, 36; der könig war nicht zufrieden, blosz ein präsident der stände zu sein Ranke 1, 110. wie dies letzte beispiel, so ist neueren brauchs und auch französischen vorbilds die satzeinleitung in folgender form: zufrieden mit dem, was uns die jahrszeit zu sehen erlaubte, sind wir reisefertig, noch heute ins Wallis vorzudringen Göthe 19, 251 W.; zufrieden, den planetenbahnen ihren wahren mittelpunkt angewiesen zu haben, änderte er (Kopernikus) nichts an der natur dieser krummen linien F. Th. v. Schubert verm. schr. 1, 114. auszer mit brauchte man früher andere präp.: du bist mein lieber sun, in dem ich zuo friden bin (ἐν) Züricher bibel (1530) 464a; wo die leute an diesem unserm bedenken nicht zufrieden sind Luther briefe 4, 585; zu frieden seyn an hauszgemach, geschirr, bettgewandt, feuwer, liecht, holz L. Fronsperger kriegsb. (1578) 1, 31; derhalben si ... bei irer wonung nit bleiben noch zu frieden sein wollen (suis sedibus contenti esse) H. Gholtz lebendige bilder (1557) g 5b; indigne ferre übel auff etwas zufrieden seyn Corvinus fons lat. (1648) 268; hinfüro können uber dem gewaltigen verlust ... wir uns desto besser trösten und zufrieden geben Chemnitz schwed. krieg 1, widm. 5; darumb ich acht, dasz ich diszer arbeit halb zuofriden sein soll C. Hedio 3 bücher v. d. christl. leer (1532) a 1a. im 18. jh. auch von, im anschlusz an frz. de, it. di: ich habe ... ursache von meiner reise zufrieden zu sein Göthe IV 8, 230 W. (Rom 8. 6. 1786); IV 10, 63. der früher allgemein gebrauchte gen. lebt nur als unverstandenes es weiter: poenitet me verbi tui ich bin deines worts nit zefriden Frisius 1015b; die münch der sach all wol zuofriden waren Wickram 1, 151 Bolte; solcher gnädigen urtheil war der bannwart wol zu frieden Agyrtas grillenvertreiber (1670) 48; auch bin des diensts ich wohl zufrieden, den sie mir geleistet Göthe 15, 188 W. (Faust 8788); der pfaff desz wol zufrieden war H. Sachs 21, 333 G.; meine mutter wars gleich zufrieden Heinse 4, 23 Schüddekopf; ich bins zufrieden Göthe 8, 86; 9, 137; 10, 225 W.; ich bin es zufrieden Fontane I 5, 147. danach wird ein unechter acc. von pron. gebraucht: das bin ich zufrieden A. H. Bucholtz Herkulisk. 23, solches Zesen adr. Rosemund 39 ndr.; ihr vater ist alles zufrieden Göthe 24, 162 W. ausnahmsweise mit acc. eines subst.: allein am ende wird er diese täuschung doch ganz gerne zufrieden seyn Lessing 7, 31 M. in der anwendung hat es sich in eigenthümlicher weise entwickelt: 2@aa) ursprünglich, wie es scheint, s. o. 366, bezieht es sich auf rechtliche ansprüche und geschäfte, vgl. die mnd. belege bei Schiller-Lübben: habt ir ychts gegen im verschuldet, so thuot als vil, das ir mit im zufrieden komment Aymont (1535) a via; ut hunc (creditorem) absolvam auff das ich den bezale oder zuo friden stelle Frisius 10a (ähnl. 17b; 19a; 511b); er (Christus) läret sy ires solds zuo friden zuo sein J. v. Schwartzenberg Cicero (1535) 94; ist das volck diss vertrags nicht zuofrieden gewesen Xylander Polybius 49; willst du mit dreyszig procent zufrieden sein, so will ich es als einen beweis der gröszten uneigennützigkeit ansehen Lessing 2, 146 M.; das vermögen soll getheilt werden; und da sie es nicht ganz mit mir genieszen kann, so ist sie es zufrieden, dasz ich mit der hälfte meine freiheit von ihr erkaufen darf 2, 277 M. so hiesz es auch 'vereinbaren, übereinkommen': ein ... beurin ... ward mit im (arzt) umb den lon zuofrieden, der gestalt, dasz sie im den nicht geben solt, sie hette denn ir gesicht wider volkommenklich überkommen Kirchhof wendunmuth 1, 144 lit. ver.; wurden auch mit im zu frieden umb sechs venedische ducaten oder zichini, desz monats an seiner taffel zu essen H. J. Breüning orient. reise (1612) 3. gelegentlich auch vom zufriedengeben mit einem urtheil: wölltind ir nit zuofriden syn, was dieselbigen zween (richter) erkanntind ...? Zwingli d. schr. 1, 149; dasz ir wolt zufriden sein, was der richter spricht Fischart geschichtklitt. 141 ndr. 2@bb) es bezieht sich auf erfüllte wünsche überhaupt: wie zufrieden ja gesättigt bin ich hinausgegangen! (aus dem theater) Herder 17, 182 S.; man solle mich (den kranken) nur zufrieden stellen und mir geben, was ich verlangte Göthe 43, 240 W.; und mit seinem raub zufrieden zieht er freudig fort Schiller 11, 347 G. 2@cc) weiterhin drückt es aus, dasz einem dinge, zustände, vorgänge angenehm sind, so dasz wir sie nicht anders wünschen: und ist niemandt so wol mit im selbs zufriden, das er nit etwa mit dem stat (stand) seiner condicion zanck S. Franck sprichw. (1541) 1, 126b; die weil sie sonder zweifel mit solcher antwort nit werden zufrieden sein wöllen W. Kauffmann inquisitio hispan. (1569) 15a; sie wolte ... mich nach vollendter arbeit dergestalt belohnen, dasz ich zu frieden mit ir seyn müste Grimmelshausen 2, 37 K.; vielmehr war er zufrieden, wenn man ihn nur gewähren und im stillen seine arbeit verrichten liesz G. Keller 5, 12; läge von seiten des hauses der abgeordneten keine resolution vor, so könnte sich die regierung bei der einfachen annahme des gesetzes zufrieden erklären Bismarck pol. reden 2, 40. die vertrauliche frage des arztes an einen mann: sind sie zufrieden? 2@dd) in zufrieden liegt zugleich und oft ausschlieszlich ein anerkennendes urtheil über eine leistung, besonders von berufener, vorgesetzter seite oder als kritik über ein werk der literatur und kunst: dasz ich und meine nachgestellten officiers ein sattsames vergnügen darob getragen und mit ihm wohl zufrieden gewesen (soldatenabschied eines hauptmanns) Fleming vollk. t. soldat 132; seit dem es kunstrichter von geschmacke giebt, ist mehr als einer mit diesem bilde Horaz nicht zufrieden gewesen Herder 3, 98 S.; mein meister war zufrieden mit mir und meine eltern auch Göthe 24, 24 W.; und wiederhole ihnen gern, wie sehr sie mir veranlassung geben, mit ihren leistungen ... zufrieden zu sein Krauseneck bei Moltke 1, 140; auch heute noch bin ich mit diesen arbeiten nicht zufrieden P. de Lagarde d. schr. 3. 2@ee) anstatt des urtheils 'das ist gut', besagt zufrieden auch 'es ist genug'. der satz er ist mit kost und wohnung zufrieden, kann heiszen, 'kost und wohnung, die er erhält, genügen seinen ansprüchen', aber auch, 'er beansprucht nicht mehr als k. u. w.': gude vrunde sint wol tovreden mit jûchen (brühe) alleine Tunnicius nr. 1320 Hoffm.; uber masz und natur (die doch mit wenig zu friden ist) trincken C. Scheit Grob. 5 ndr. (ähnl. Fleming vollk. t. soldat 208); der zufriedene, wie leicht wird dem nicht jedes opfer! F. H. Jacobi 5, 66. dann von der lage, in der man sich befindet: mit seim glück zu friden sein sch. w. klugr. (1548) 173a; gedult ist wol zu frieden mit gottes weisem rath P. Gerhardt 3, 421a Fischer-Tümpel. von mir habe ich soviel zu sagen, dasz, meinem alter und meinen umständen nach, ich wohl zufrieden seyn darf Göthe IV 40, 115 W. in besonderer färbung in politischer beziehung: eine gleichzeitig durchgreifende umgestaltung bietet stets den vortheil, dasz sie eine schaar zufriedener der schaar von miszvergnügten ... gegenüberstellt Dahlmann g. d. frz. revol. 61. ähnl. Bismarck ged. u. er. 2, 92 volksausg. 2@ff) so brauchte man es auch von dem, der sich in ein übel zu finden weisz: wenn solches die leute würden geleret, so wisten sie sich in solchem falle christlich zu halten, und könten sich deste basz mit solchen unglücken zu frieden stellen Bugenhagen d. stadt Braunschweig christl. ordenung (1531) g 4b; in desz müssen wir uns zu frieden geben, das sie unser spotten, und uns ein lachen dran geben Musculus hosenteufel 11 ndr.; wer wagt, musz auch mit verlust zu frieden seyn Fleming vollk. t. soldat 320. nicht mehr üblich. 2@gg) die genügsamkeit, die nichts zu wünschen weisz, bekommt einen tadelnden sinn: das ist einmal ein philister-jahr! sie sind zufrieden ganz und gar Göthe 4, 174 W. so besonders in der zusammenziehung selbstzufrieden, s. th. 10, 1, 505. 2@hh) negativ bezeichnet es ein besonders lebhaftes wünschen: der pöfel sucht neuerung, ist niemals mit gegenwertigem stand zu frieden Lehmann florileg. 2, 606; aber, nicht zufrieden, den arm des volkes zu entwaffnen, sucht man noch die heiligsten quellen seiner kraft durch das laster zu vergiften G. Büchner nachgel. schr. 69. s. auch bei: sich zufrieden geben oben 1, d. 33) wie schon manche belege zeigten, hat zufrieden auch einen gefühlsinhalt, den des erfüllten wunsches, und dann der wunschlosigkeit. 3@aa) frühe belege: uns verlangt gar vast ... gute mär von eur lieb zu vernemen, und wie eur lieb in gesunthait und in allen sachen zufriden weer (1433) privatbr. des ma. 1, 34 Steinhausen; welcher holdseliger anplick alleyn auch möchte alle personen erlustigen, und sie zufrieden stellen Sebiz feldbau 236. 3@bb) gegen ende des 17. jh. entwickelt es sich zu einem kennwort des in frommer beschränkung sich glücklich und gut fühlenden protestantischen bürgerthums, und auch wo das religiöse zurücktritt, bleibt der begriff des glücks in der einschränkung: von dem frieden in gott, mit welchem wort wir nichts anders verstehen, als diejenige ruhe der seelen, da sie ... mit allem dem, was ihr von gott oder einiger creatur zustöszet, wol zufrieden bleibet, sich über nichts ängstiget oder verunruhiget, sondern sich alles um des herren willen wohlgefallen lässet Ph. J. Spener der innerl. u. geistl. friede (1686) 111; bey der heiterkeit eines zufriedenen gewissens Th. Abbt 1, 4; was frag' ich viel nach geld und gut, wenn ich zufrieden bin! J. M. Miller ged. (1783) 389; mit weib und kind mich herzlich satt zu essen, war ich zufrieden und beglückt Göthe 16, 161 W. diese bedeutung zeigt sich immer, wo das adv. modal gebraucht wird: ja, man will mich versichern, dasz sie über diesen verlust sich niemals zufriedner zu trösten gewuszt, als wenn sie den armen freunden ... beyspringen können Rabener 2, 264; ich wüszte keine stadt, wo jedermann so ruhig und zufrieden sein amt verrichtet oder seinem berufe nachgeht als hier J. Möser 5, 116. 3@cc) schlieszlich fällt auch der begriff der einschränkung fort und es bleibt einfach eine behagliche glückseligkeit: wer weisz ob wir bald wieder so ruhig und zufrieden zusammensitzen Göthe 21, 31; zufrieden jauchzet grosz und klein: hier bin ich mensch, hier darf ichs sein! 14, 50 (Faust 939); um sich damit in eine andre person hineinzutäuschen, in der er sich zufriedener als in der eigenen zu fühlen glaubt Mörike 3, 29; kurz, ich wurde zufrieden über meinem thun, vergasz mich und fing manchmal an zu singen, wie früher G. Keller 1, 151; aber immer sind sie im ganzen zufrieden und munter 4, 9.
17396 Zeichen · 341 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Zufrḯeden

    Adelung (1793–1801) · +3 Parallelbelege

    Zufrḯeden , -er, -ste, adj. et adv. welches in verschiedenen Bedeutungen, bald als ein Adverbium allein, bald als ein Ad…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    zufrieden

    Goethe-Wörterbuch

    zufrieden [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  3. modern
    Dialekt
    zufriedenAdj.

    Pfälzisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    zu-frieden Adj. : ' mit den gegebenen Umständen einverstanden, glücklich ', sefriede (səˈfrīedə) [mancherorts VPf SPf], …

  4. Sprichwörter
    Zufrieden

    Wander (Sprichwörter)

    Zufrieden 1. De tofräd'n, hat ümmer nâg. – Schwerin, 101. 2. Der ist nicht zufrieden, der bös ist. Bei Tunnicius (1109) …

  5. Spezial
    zufrieden

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    zu|frie|den adj. contënt (-nc, -a), sodesfat (-ac, -a). ▬ zufrieden sein ester contënt ; sich zufrieden geben se aconten…

Verweisungsnetz

35 Knoten, 30 Kanten

Tap auf Knoten öffnet Detail · Drag zum Umpositionieren · Scroll zum Zoomen

1-Hop 2-Hop
Filter:
Anchor 3 Kompositum 25 Sackgasse 7

Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit zufrieden

11 Bildungen · 6 Erstglied · 2 Zweitglied · 3 Ableitungen

zufrieden‑ als Erstglied (6 von 6)

Zufriedener

Wander

Zufriedener Des Zufriedenen Wahlspruch ist: Ich habe gute Dienerschaft, die Knechte heissen: Selbstgeschafft, und Spätzubett und Aufbeizeit.…

zufriedenheit

DWB

zufrieden·heit

zufriedenheit , f. vereinzelte nebenform: von wegen langwerender zuofrid- und ainigkait Joh. Kessler sabb. 165 . frühe belege: mit einem ein…

zufriedenstellen

DWB

zufrieden·stellen

zufriedenstellen , v. die alte verbindung ist allmählich zur einheit geworden, wie die seit dem 19. jh. durchgeführte zusammenschreibung zei…

zufrieden als Zweitglied (2 von 2)

unzufrieden

DWB

unzufrieden , adj. adv. , gs. zu zufrieden ( s. d. ). mnd. untovrede(n); mnd. nl. ontevreden; dän. utilfreds. das d. wort setzt sich erst im…

wohlzufrieden

DWB

wohl·zufrieden

-zufrieden , adj. , sehr zufrieden; wolzufrieden bien content Hulsius-Ravellus dt.-frz. (1616) 420 a : gemächlichkeit ... kann ... sehr verg…

Ableitungen von zufrieden (3 von 3)

unzufrieden

DWB

unzufrieden , adj. adv. , gs. zu zufrieden ( s. d. ). mnd. untovrede(n); mnd. nl. ontevreden; dän. utilfreds. das d. wort setzt sich erst im…

Unzufriedene

GWB

Unzufriedene [bisher nicht publizierter Wortartikel]

Zufriedene

GWB

Zufriedene [bisher nicht publizierter Wortartikel]