gesund eigenh vereinzelt Großschr; Komp u Superl -u- od -ü-; von 630 Belegen1) ca ein Drittel in Brief-Floskeln, je ein Zehntel in Pkt 2 u in deutlich wertender Verwendung (1aδ). Eine absolute Absonderung des normativen, emphat Gebrauchs innerhalb nur eines einzigen Bedeutungspunktes ist jedoch genau genommen nicht möglich, da auch andere Bedeutungen zu Trägern wertbezogener Konnotationen werden können, bes im (erkennenden, künstlerischen) Verhältnis zur Natur; mehrf in (expliziter) Absetzung einer integralen, ‘klassischen’ Daseins-, Darstellungsweise von den Vereinseitigungen christl Moralität u romant Selbstbezogenheit 1 mit Gesundheit ausgestattet; auch ‘der G-e’, meist pl, bes iGz ‘Kranke’ a kategorial, typologisch: als (physische) Veranlagung, Beschaffenheit, als ethische, ideelle Qualität; überwiegend attr α von einzelnen Menschen od Kollektiven (oft auch in generalisierenden Aussagen): ‘g-e Geschöpfe, Leute, Menschen, Nationen, Personen’, ‘g-er Mann, Volksstamm’ uä, mehrf in Umschreibungen: ‘(jds) g-e Anlagen, Jugend, Natur’ uä; auch iSv lebenstüchtig, (körperlich ebenso wie psychisch, charakterlich) robust G-e Menschen sind die, in deren Leibes- und Geistesorganisation jeder Theil eine vita propria hat GWB422,231,16~GWBN11,372 MuR(938) Die Krankheit erst bewähret den G-en GWB52,350 Das Tagebuch 174 Newton war ein wohlorganisirter, g-er, wohltemperirter Mann, ohne Leidenschaft, ohne Begierden GWBN4,97,7 FlH VI daß er [Blumenbach] den .. Schädel [Ausgrabungsfund] auch für höchst schön hält. Diese Überreste deuten auf einen g-en, herrlichen Volksstamm GWBB25,336,19 Sartorius 17.5.15 K Eine .. nett gebildete Gestalt, eine reine g-e Natur und die daraus entspringende frohe Lebensthätigkeit .. das alles war ihr [ChBuff] zusammen gegeben GWB28,152,10 DuW 12 GWB51,151,6 ThS II 5 [] GWB51,192 Wenn schönes Mädchen 11 GWB1,294 HermDor Eleg 38 GWB45,313,18 Diderot,Malerei Anm GWB32,280,22 ItR uö von Neugeborenen (bes fürstl Abstammung): überlebensfähig, nicht behindert, voll entwickelt, wohlgebildet; auch formelhaft [aus Marianes Br an Wilh:] Ich sterbe zufrieden, da man mir versichert, das Kind sei g. und werde leben GWB23,87,20 Lj VII 8 Du wirst dich auch mit uns über die Ankunft eines g-en und wohlgestalten Prinzen [CarlFriedr], welche Canzleyformel man diesmal mit aller Wahrheit gebrauchen kann, gefreut haben GWBB6,128,14 Merck 17.2.83 GWBB16,77,14 Schiller 4.5.02 uö von einem jungen Mädchen, wohl iSv normal entwickelt u veranlagt; im Vergl GWB39,72,27 Götz1 II~GWB8,74 Götz2 β mBez auf Organisches, auch iUz abnorm, monströs, pathologisch; vielf iSv regulär, normal (sich entwickelnd, verlaufend, in seiner Ausbildung, Gestalt); mehrf ‘g-e Metamorphose’; vereinzelt im Bild daß man den Unterschied zwischen Prosa und Poesie gänzlich aus den Augen verlor .. Indessen ist das Übel in Deutschland so groß geworden daß es kein Mensch mehr sieht, ja daß sie vielmehr, wie jenes kröpfige Volk, den g-en Bau des Halses für eine Strafe Gottes halten GWBB12,361,5 Schiller 25.11.97 wenn Sie mir ein g-es Blatt von Phönix dactylifera übersenden wollten .. eines von denenjenigen, welche den .. mir mitgetheilten halb monstrosen vorangingen GWBB43,229,15 JSckell 4.1.28 K Im Pflanzenreiche nennt man zwar das Normale in seiner Vollständigkeit mit Recht ein G-es, ein physiologisch Reines; aber das Abnorme ist nicht gleich als krank, oder pathologisch zu betrachten GWBN6,173,9 MetamPfl Nachtr daß ich .. die abnormen Erscheinungen .. lieber als Wirkung der Atrophie ansehen [möchte], des verkümmerten Wachsthums, woran der südlichere Organismus im nördlichen Klima leidet .. dadurch mag die g-e [>reine] Ausbildung des Cassler Elephanten gelitten haben GWBB38,308 d’Alton 21.2.24 K Freilich wäre .. von der eigentlichen, g-en, physiologisch-reinen Metamorphose auszugehen und alsdann erst das Pathologische, das unsichere Vor- und Rückschreiten der Natur .. darzustellen GWBN6,172,17 MetamPfl Nachtr GWBN12,247 PathologPräparat GWBN13,99,4 Morph Plp GWBN6,189,19 VerstäubgVerdunstgVertropfg GWB131,73,10 Was wir bringen [1802] uö γ von Abstrakta: ‘g-e Freude, Heiterkeit’, ‘g-er Reichtum, Lebensmut’, ‘g-es Gleichgewicht’, auch iSv dauerhaft, solide, gefestigt; zT evtl zugl iSv Bedeutung 2 [Anfangszeilen eines Gedichts zum Abschied der jgn Karoline vStaupitz von Karlsbad] O Schöne mit dem weißen Stabe, | Du kleiner, guter, holder Schatz, | Verlasse mit der schönsten Gabe | G-er Freude diesen Platz GWB4,226 O Schöne 4 Alle Leute berufen mich über meine G-e Heiterkeit .. ich hör es gern, da es mich an alle die Heilmittel erinnert durch die sie mir geworden ist GWBB37,213,19 ALevetzow 9.9.23 Deutschland .. daß die edle Nation .. endlich zu dem wahren Genuß ihrer selbst gelange .. zu dem Glück .. sich ihrer innern Verdienste selbst zu erfreuen .. wir brauchten alsdann den Verkehr mit dem Ausland nicht mehr zu fürchten .. Das gegenwärtige Erwachen aller Kräfte läßt mich ein schönes g-es Gleichgewicht für das Ganze hoffen GWBB24,372 Radlof [20.3.14] K [für: ὑγιής] GWB4,317 5.OlympOde 53 GWBB38,3,13 Maria Paulowna 1.1.24 δ in normativer Auszeichnung einer best (erhalten gebliebenen, behaupteten, anzustrebenden) Eigenart, Werthaftigkeit beim Menschen, seinen Anschauungen u Hervorbringungen sowie der ideal vorgestellten Natur; mit Nuancen wie: naturgemäß, unverdorben, ungekünstelt, unvoreingenommen, vernünftig, angemessen, richtig, gut, echt, klar, rein, edel, vorbildlich; auch ‘g-e Sinnlichkeit, Farbenlehre, Physik, Philosophie’, ‘g-er Geist, Kopf, Kern, Gedanke, Grundsatz’ uä, mehrf (bes in GesprEckerm) ‘das G-e’; meist in (apodikt) Formulierung von Werturteilen u -maßstäben, ohne (explizite) Reflexion auf deren subjektive Basis das alte .. von der Klarheit einer g-en Philosophie in die Nacht verdrängte Vorurtheil [Gesetze als äußeren Zwang abzutun] GWBA(53,286,28) Votum üb Abschaffg Duelle [Jan 92] K [aus Jena, auf dem Weg nach Karlsbad (u Italien)] Ich gehe allerley Mängel zu verbessern und allerley Lücken auszufüllen, stehe mir der g-e Geist der Welt bey! GWBB7,254,1 CarlAug 24.7.86 Um die Phänomene der Farbenlehre zu begreifen gehört weiter nichts als ein reines Anschauen und ein g-er Kopf; allein beydes ist freilich seltener als man glauben sollte Gespr Eckerm 20.12.26 Künstler! zeiget nur den Augen | Farben-Fülle, reines Rund! | Was den Seelen möge taugen, | Seid g. und wirkt g. GWB3,281 ZXen III 751 der treffliche und in allen seinen Ausarbeitungen die g-esten Münzprincipien zeigende fränkische Münzwardein Förster A2,391,8 Promem [25./26.11.93?] K GWB22,269,7 Lj VI GWB422,88,26 Üb:Scott,Supernatural GWBN11,271,8 Purkinje,Sehen subj GWBN52,390,24 Fl Plp Gespr Eckerm 2.1.24 u 11.6.25 uö in (wertender) Gleichsetzung mit dem Klassischen Classisch ist das G-e, romantisch das Kranke GWB422,246,22 MuR(1031)~Gespr Eckerm 2.4.29 Ovid in seinem Exil blieb der G-e [>classisch GWB422,247,1 MuR(1032)] der er als Liebesdichter war: er findet sein Unglück nicht in sich, sondern in seiner Entfernung von der Hauptstadt der Welt GWB422, 388 Var ‘g-er Blick’: (welt)offen, aufgeschlossen, unverstellt, unbefangen, frei Unwillen gegen jeden Obscurantismus .. der leider .. durch Schleier mancherlei Art selbst g-en Blicken den reinen Tag und die Fruchtbarkeit des Wahren zu verkümmern beschäftigt ist GWB422,79,26 Üb:Niebuhr,RömGesch [die Adressatin soll nach einer mitgeschickten Vorlage Meyers ein Bild des hl Rochus malen] der Heilige ist im Begriff aufzubrechen .. Als Pilger steigt er schon die letzte Stufe seines Palastes herunter. Möge er .. wenn er ankommt .. mit g-em Blick von Ihnen begrüßt werden GWBB26,285,21 LSeidler 9.3.16 GWB27,21,18 DuW 6 GWBN3,195,15 FlH IV uö(selten) ‘g-er Menschenverstand, Verstand’: normal, geradsinnig, realitätsbezogen, nüchtern, tüchtig; gelegentl in (einschränkender) Absetzung gegenüber höheren geistigen Leistungen In allen [zu rezensierenden Schauspielen] hat tragikomische Tugend, Großmuth und Zärtlichkeit so viel zu schwatzen, daß der g-e Menschenverstand und die Natur nicht zum Wort kommen können GWB37,227,18 FGA NeueSchauspiele [G/Merck?] Es giebt .. eine Art prosaischer Fabeln die nicht mit den Gesetzen der Natur aber mit den Gesetzen des g-en Menschenverstandes streiten .. Von dieser Art ist .. die lange Zeit, welche die Kinder Israel in der Wüsten zugebracht haben sollen GWB7,328,17 DivNot Plp Alle diejenigen, die von der Mahlerei und Färberei an die Farbenlehre herantraten, fanden dagegen .. naturgemäß und bequem, nur drei Grundfarben anzunehmen .. In diesem Sinne ist denn auch Mayers Aufsatz [De affinitate colorum commentatio, 1758] geschrieben. Es herrscht darin der gerade [] g-e Menschenverstand GWBN4,190,9 FlH VI Er [AvHumboldt] habe eigentlich nie “höhere Methode” gehabt, blos viel g-en Verstand, viel Eifer und Beharrlichkeit Gespr Kanzl Müller 18.9.23 GWB27,95,14 DuW 7 Gespr Eckerm 4.2.29 GWB46,230,26 Hackert König vNeapel uö(nicht häufig) ‘g-e (derbe) Natur’: unverfälscht, ursprünglich, kraftvoll, integer; auch spezieller von der menschl Natur, mehrf mBez auf Wesensart, Mentalität; auch in Opposition zu Frömmelei u Sinnenfeindschaft Erfahrung war .. das allgemeine Losungswort .. dann sollte man auch persönlich umherblickend .. die g-e Natur selbst kennen lernen, eben als wenn sie zum erstenmal beachtet und behandelt würde GWB28,339,25 DuW 15 das Princip, woraus die Sittlichkeit abzuleiten sey .. man mußte es zuletzt am gerathensten finden, aus dem ganzen Complex der g-en menschlichen Natur das Sittliche so wie das Schöne zu entwickeln GWBB44,29,16 Carlyle 14.3.28 [üb die Düsseldorfer Malerschule] Am Rhein .. bleibt eine gewisse heitere Sinnlichkeit durchaus lebendig; die g-e derbe Natur, die sich im siebzehnten Jahrhundert dort .. hervorthat, waltet noch fort; und es ist zu wünschen, daß die Unsrigen sich an diesem Beyspiel .. ermannen und von ihren frömmlenden Ritterlichkeiten erholen mögen GWBB45,184,10 WHumboldt 1.3.29 K GWB28,327,5 DuW 15 GWB51,307 Tab vot 21(896) [G/Schiller] GWB46,22,6 Winckelm Antikes uö(selten) b zur Bezeichnung des (aktuellen) Zustands eines Organismus, Organs, organischen Gebildes: frei von Beeinträchtigung, ohne Krankheitsbefall od Funktionsstörung, voll einsatz-, leistungsfähig; mehrf im Hinblick auf das Verhältnis einzelner (kranker, gesunder) Glieder zum ganzen (gesunden, kranken) Körper, auch im Bild; überwiegend attr, einmal metonym ‘g-er Ort’; adv einmal ‘daß unser Magen verdau g.’ (zugl als scherzh Wunsch für allg Wohlbefinden) besonders kann meine Gesundheit täglich zu nehmen, weil man nun eigentlich weiss was mir fehlt. Meine Lunge ist so g. als möglich, aber am Magen sitzt was GWBB1,184,12 KSchönkopf 30.12.68 Wenn mir doch der liebe Gott eine von den g-en Russennieren schenken wollte, die zu Austerlitz gefallen sind! Gespr(He2,55) Voß [Jan 06] [Sphinx zu Meph:] Du Falscher kommst zu deiner bittern Buße, | Denn unsre Tatzen sind g.; | Dir mit verschrumpftem Pferdefuße | Behagt es nicht in unserem Bund GWBFaust II 7149 Daß die morsche jenaische Verfassung bey dieser Gelegenheit [frz Besetzung] zusammenbrechen würde, ließ sich voraussehen .. Ich weiß, was es mir für Noth machte, meine wenigen Anstalten als ein g-es Glied, innerhalb eines absterbenden Körpers zu erhalten GWBB19,217,13 Knebel 24.10.06 [Orest:] Daß ich, wie ein verpesteter Vertriebner, | Geheimen Schmerz und Tod im Busen trage; | Daß, wo ich den gesund’sten Ort betrete, | Gar bald um mich die blühenden Gesichter | Den Schmerzenszug langsamen Tod’s verrathen GWBIph2 659~GWB39,346,21 Iph1 [für: vivo] GWB43,359,12 Cell II 13 GWB28,120,20 DuW 12 GWBNatT 2620 GWBB2,55,25 Kestner [Jan 73] uö ‘g-e(r) Zustand, Disposition’ Das Lycium europaeum zeigt im g-en Zustande von Knoten zu Knoten keine Tendenz zur Windung; vollkommen jedoch ist solche an den abgestorbenen Zweigen zu sehen GWBN13,94,20 Morph Plp GWB45,369 Diderot,Malerei Anm Var GWBN8,75,17 Vortr VglAnatomie 2 GWBB29,98,6 Carus 23.3.18 uö ‘g-es Auge’, ‘g-e(r) Sinn(e)’ uä: überwiegend iZshg der Farbenlehre, aber auch ästhet Phänomene u Probleme, dabei gelegentl in Berührung mit 1aδ Wir haben schon bei Gelegenheit der physiologischen Farben dasjenige, was man sonst Augentäuschungen zu nennen pflegte, als Thätigkeiten des g-en und richtig wirkenden Auges gerettet GWBN1,75,8 FlD 180 Der Mensch an sich selbst, insofern er sich seiner g-en Sinne bedient, ist der größte und genauste physikalische Apparat, den es geben kann GWBN11,118,2 MuR In allen Gedichten zeigt sich ein Mann von fröhlichem Gemüth und heiterer Laune, der die Welt mit einem glücklichen g-en Auge sieht GWB40,243,17 Üb:Grübel,Ged GWBN1,2,4 FlD 3 GWB45,294,6 Diderot,Malerei Anm GWBB27,48,12 Riemer 4.6.16 GWBT2,11,26 v 6.4.90 uö ‘g-es Herz’ einmal metaphor iSv Empfindungsfähigkeit, Sensibilität GWB251,256,8 Wj III 13 c zur Bezeichnung des (subjektiv empfundenen) Wohlbefindens einer Person: frei von (akuten, chronischen) Beschwerden, gut bei Kräften, wohlauf (u arbeitsfähig); meist in Br, in Selbstaussagen u (floskelhaften) Wünschen für (fortdauerndes) Wohlergehen, ungetrübtes Wiedersehen, dabei überwiegend ‘(jdn) g. und frisch, froh, heiter, munter, tätig, vergnügt, wacker, wohl(gemut), zufrieden (antreffen, finden, wiedersehen)’ sowie ‘g. bleiben, leben’, ‘sich g. (er)halten, fühlen’ uä, zweimal ‘g. wie ein Fisch’; auch mit Modifizierungen (einschränkend bes mBez auf Schiller) wie ‘(nicht) ganz, halb, körperlich, leidlich, mäßig, recht, ziemlich g.’; meist präd od adv, vereinzelt Komp, einmal ‘der G-este’ [Weisl zu Marie:] Ich binn so kranck, so schwach. Alle meine Gebeine sind hohl. Ein elendes Fieber hat das Marck ausgefressen .. vor weniger Zeit war ich frisch und G. GWB39,176,2 Götz1 V Leben Sie recht wohl, und lassen Sie mich hoffen, Sie g. und vergnügt in Weimar wiederzusehen GWBB22,135,11 PAWolff 22.7.11 K Nachdem ich diese Medicin .. genommen hatte, fühlte ich große Linderung, so daß ich nach Verlauf von funfzig Tagen mich geheilt und g. wie ein Fisch [sano come un pesce] fühlte GWB43,166,9 Cell I 11 Leben Sie recht wohl und lassen Sie mich bald hören daß Sie leidlich g. und fleißig sind GWBB11,236,24 Schiller [18.]10.96 Sehr aufrichtig bedauere .. von Ihren Leiden zu hören, da Sie [als Hofarzt] denn doch eigentlich zu unserem Heil der G-este von uns allen seyn sollten GWBB35,122,7 Rehbein 30.9.21 K GWB27,201,5 DuW 8 GWBB26,80,21 Christiane 12.9.15 [für: gagliardo] GWB43,360,23 Cell II 13 GWBB37,211,6 Willemer uFr 9.9.23 GWB12,143 ScherzLR 543 uö(häufig) frisch, blühend, Gesundheit ausstrahlend, vital (wirkend), auch ‘g. aussehen’, ‘g-es Ansehen’ uä; vereinzelt (bei Anthropomorphie od Metonymie) von Sachen Es ist Mariä Geburt. Alle Menschen geputzt und g. und wohlhäbig wallfahrtend nach Wilden das eine Viertelstunde von der Stadt [Innsbruck] liegt GWBT1,160,6 v 8.9.86~GWB30,17,5 ItR Philipp Neri .. Sein Bildniß .. Man wüßte sich keinen tüchtigern, gesündern, gradsinnigeren Knaben zu denken GWB32,186,9 ItR [nach Felix’ Rettung aus dem Fluß] seine Wangen rötheten sich g., er schien schon völlig wieder hergestellt GWB251,298,5 Wj III 18 daß die Bechtolsheim, die so g. aussah als sie uns das letztemal verlies, sehr kranck niedergelegen GWBB6,296,19 ChStein 11.6.84 GWBFaust II 5563 GWB4,151 Jüngst pflückt’ ich 9 GWBT1,306,22 v 19.10.86~GWB30,167,2 ItR GWB251,2,25 Wj II 8 GWBB41,103,18 Kanzl Müller 3.8.26 uö spezieller mBez auf seel Wohlbefinden: psychisch unbelastet, stabil, ausgeglichen, gut aufgelegt, auch: zufrieden, glücklich; adv einmal iSv ohne Skrupel, unbesorgt, getrost Er [Kayser] ist sehr [] brav, verständig, ordentlich, gesetzt .. einer von denen Menschen, durch deren Nähe man g-er wird GWB32,140,16 ItR [Reaktion auf einen Br von JSChSchweigger] Die Kabiren machen mich .. verwirrt und ich muß gleich in meinen Garten schauen um mich an der Rose .. wieder g. zu sehen GWBB37,341,15 Knebel 22.6.23 K Er [Wilh] fühlte sich schon lange wieder munter und g., etwas zu unternehmen .. und .. sann auf allerlei Gelegenheit, wie er sich in der Welt umsehen wollte GWB51,182,26 ThS II 8 Hermann in Leipzig .. seine lateinische Dissertation über die alte Mythologie der Griechen macht mich ganz g.: denn mir ist es ganz einerley, ob die Hypothese .. haltbar sey .. an derselben ist so unendlich viel zu lernen als mir nicht leicht .. zu Nutzen gekommen ist GWBB29,13,8 Boisserée 16.1.18 [Schillers Frau hatte geargwöhnt, von G aus Karlsbad übersandte Stecknadeln sollten Gewissensbisse symbolisieren] Sagen Sie der lieben Frau, daß sie meine symbolischen Nadeln g. gebrauchen und verlieren möge GWBB10,289,24 Schiller 18.8.95 GWBB4,260,18 Lavater 24.7.80 GWB6,54 Vs 4 DivLiebe GWBFaust I 397 GWBFaust II 5469 Tasso 3063u3065 uö ‘g-es Alter, Leben’, ‘g-e Tage’ uä: frei von Leiden, Übeln, rüstig; auch (übertr) mit Nuancen wie unbeschwert, heiter, besser Es schmerzt mich daß dir ein g-es und glückliches Alter versagt ist GWBB15,278,21 Jacobi 23.11.01 daß ich an der von Ihnen unternommenen Arbeit recht vielen Antheil nehme, und wünsche daß es Ihnen gelingen möge, sie zu vollenden, welcher Wunsch einen andern, den einer langen und g-en Lebensdauer enthält GWBB15,255,6 Bertuch 23.9.01 [mBez auf die Übersiedlung der österr Kaisertochter nach Frankr als Gemahlin Napoleons] Im neuen Reich empfängt sie das Behagen | Von Millionen, die aus düstrer Nacht | Aufschauen wieder zu g-en Tagen, | Zum festen Leben abermals erwacht GWB16,327 DerKaiserin vFrkr 19 GWBFaust II 6997 GWBB9,215,25 Batsch 9.7.90 GWBB25,245,15 Kirms 31.3.15 uö d iSv genesen, geheilt, wiederhergestellt; auch bezügl auf Gemütszustände, seel Balance [Schillers Frau war nach einer Entbindung schwer erkrankt] Herr Hofrath Schiller wird seine am Körper zwar leidlich g-e, doch am Gemüth noch kranke Gattin bald nach Weimar schicken GWBB14,224,23 Kirms 26.11.99 [im Anschluß an 4.Mos 21,9] wenn ich heimlich mit mir nicht zufrieden bin so sind Sie wie die ehrne Schlange zu der ich mich aus meinen Sünd und Fehlen aufrichte und g. werde GWBB4,230,15 ChStein [5.6.80] einige Stoßgebete, als Zweige meines Paradieses! Magst du sie mit deinem heißen Elemente infundiren, so schlürft man’s wohl mit Behagen und die Heiden werden g. | Apocalypse am letzten! Vers 2 [Offenb Joh 22,2] GWBB29,56,3 Zelter 16.2.18 [nach Schillers Tod] aller Enthusiasmus den die Verzweiflung bei einem großen Verlust in uns aufregt, hatte mich ergriffen .. in wenigen Monaten hätte ich das Stück [‘Demetrius’] vollendet .. Ich schien mir g., ich schien mir getröstet GWB35,192,13 TuJ [für: guarito] GWB43,35,1u20 Cell I 2 GWB24,321,4 Wj II 5 GWBB8,116,5 ChStein 6.1.[87] uö e unversehrt α wohlbehalten, unverletzt, ohne Leibesschaden nach einem Wagnis, Unfall, Abenteuer uä, bes aber nach überstandener Reise: ‘g. (und froh, glücklich) ankommen, eintreffen, wiederkommen, zurückkehren’ uä; einmal ‘frisch und g. bleiben’ für ‘restare sano e salvo’ iSv ungeschoren davonkommen [Elp zu Evadne:] Ein Pferd .. | .. das werd’ ich haben, | .. Bald ritt ich dieß, bald das, es war nicht mein, | Und nebenher voll Angst ein alter Diener. | Ich wollte reiten, und er wollte mich g. | Nach Hause haben GWB11,11 Elp2 189~GWBElp1 Zürch .. Wir sind hier glücklich und g. angekommen GWBB4,139,4 Bertuch 20.11.79 und auch von meiner Seite nichts mehr wünsche, als daß Sie .. nach einer glücklich vollbrachten Reise g. und froh wieder bey uns eintreffen mögen GWBB37,101,24 Soret 25.6.23 (Selbitz verwundet, getragen von Knechten, begleitet von Faud.) .. [Faud:] Laßt mich hier! .. sie haben meinen alten Knochen dergestalt zugesetzt, daß ich wie gemörselt bin .. [Selbitz zu den Knechten:] Nun denn ihr G-n .. in’s Gefecht mit euch! GWB131,277,12 Götz3 III 13 GWB44,132,12 Cell III 10 GWBB11,100,9 Meyer 20.6.96 GWBB28,260,13 Fellenbg 24.9.17 K uö speziell iSv ohne Ansteckung mit einer Geschlechtskrankheit GWB53,5 Vs 54 RömElegNachtr II β unbeschädigt, in seiner Qualität, ursprüngl Beschaffenheit nicht herabgemindert, verdorben Eine Bleikugel ist in den Zahn eingedrungen .. Das Elfenbein unmittelbar daran ist .. dergestalt verändert, daß es ein .. in das Milchichte ziehendes Ansehen hat, übrigens aber ist die ganze umgebende Elfenbeinmasse schön und g. GWBN12,128,27 KrankhElfenb [zum Gedicht ‘Dein Testament vertheilt die holden Gaben’] Es ist ein junges sehr schönes Frauenzimmer mit allem wünschenswerthem Äußerlichen ausgestattet; das aber, wegen eines innern Seitenschmerzes, sich für kränker hält als sie ist und deshalb manchmal .. vom Tode spricht. Ein geistreicher Freund .. bittet sie um Erlaubniß ihr Testament zu machen und vertheilt ihre äußern g-en Liebenswürdigkeiten GWBB37,365,9 Ottilie 18./19.8.23 K [zu einem an Nees gesandten Anthericum comosum] Blüthenfaden und am Ende desselben eine neue Pflanze .. ist der Faden .. nicht verletzt und unterbrochen, so wäre eben dieser Faden .. in die Höhe zu binden .. da sich denn die Luftwurzeln entwickeln .. Sollte die neue Pflanze mit der alten nicht mehr g. zusammenhängen, so bliebe nichts übrig als jene auch abgesondert in die Erde zu setzen GWBB44,111,8 Nees 31.5.28 [mBez auf ein Schnitzwerk aus dem 16. Jh] daß Adam und Eva von Frankfurt g. in ihrer ganz nackten Vortrefflichkeit angelangt GWBB31,220,25 CarlAug 11.7.19 K GWBB42,72,25 Zelter 2.3.27 GWBN6,228,5 HeilgBaumes GWBN7,334 Versuche übWachstum dPfl GWBTgb 23.10.29 uö ‘g-es Gestein’, wohl im Anschluß2) an Noses Beitrag ‘Steigerung des Begriffs von frischem, gesundem Gestein zur leitenden geologischen Idee’ (Isis 1823, Heft 12, Sp 1362ff): massiv, nicht porös, erosiv od sonstwie verwittert, entstellt Durch das Gas des Marien-Brunnens angegriffenes Grund-Gebirg .. G-es Gestein, nur von außen angegriffen .. Desgleichen .. schon zellig .. Desgleichen beynahe ganz aufgezehrt GWBB37,171,18 Ges vaterl Mus Böhm 16.8.23 GWBN13,288,25 MinGeol Plp uö(nicht häufig) 2 der Gesundheit zuträglich; gesund machend, erhaltend, heilsam, förderlich, wohltuend, bekömmlich, angenehm; von dem, was der Mensch aufnimmt (‘Arznei, Getränk, Gewächs, Luft, Nahrung, Pflanze, Speise, Wasser’), wo er sich aufhält, ansiedelt (‘Hügel, Lage, Ort, Tal’) od davon, was er tut (‘Bewegung, Lebensweise, Tätigkeit’); auch ‘etw ist jdm (nicht) g. (zu tun)’; vereinzelt im Bild [Doktor zu Scapine:] Aus dem Becher, schön verguldet, | Sollst du, liebes Weibchen, trinken: | Aber laß den Muth nicht sinken; | Es ist bitter, doch g. GWB12,142 ScherzLR 514 Er [der Türmer] ließ mich auch die g-e Lage [] und Lufft der Stadt [Bologna] daran bemercken, daß ihre Dächer wie neu aussehen und kein Ziegel durch Feuchtigkeit und Moos angegriffen ist GWBT1,310,5 v 19.10.86 Leider daß sich durch das Übel, welches du erduldet, die alte Wahrheit bestätigt, kein Ort auf der ganzen Erde sey eigentlich für einen g-en Aufenthalt anzusprechen GWBB20,235,20 August [5.12.08] Seit denen Paar Tagen bin ich noch nicht zur Ruhe gekommen als schlafend, das ist mir aber am g-sten GWBB4,314,6 ChStein 13.10.80 [aus Rom] Es ist mir sehr g. in einem solchen Elemente mich erst recht zu baden und zu waschen, das Einölen soll nach Ihrem Recepte in Neapel vor sich gehn GWBB8,178,6 Carl Aug [7.]/10.2.87 [für: di tanta virtù] GWB44,25,25 Cell III 3 GWBB32,176,3 CarlAug 2.3.20 GWB9,66 Mitsch2 403~GWB53,47 Mitsch159 GWBB3,223,23 ChStein [14.5.78] uö → GWBmittel- GWBsiech- GWBun- GWBSelbstgesunde GWBfrisch-gesund GWBmännlich-gesund GWBrasch-g. GWBrüstig-g. Syn zu 1aα GWBderb GWBlebensfähig GWBrobust GWBwohlgebildet zu 1aβ GWBnormal GWBregulär GWBvollkommen zu 1aγ GWBdauerhaft GWBsolide zu 1aδ GWBbrav GWBderb GWBecht GWBedel GWBfrei GWBfrisch GWBfroh GWBgeradsinnig GWBgut GWBkernhaft GWBklar GWBkraftvoll GWBlebendig GWBlebenskräftig GWBmarkig GWBnaturgemäß GWBnatürlich GWBnüchtern GWBpositiv GWBrealistisch GWBrecht GWBreell GWBrein reinkräftig GWBrichtig GWBtauglich GWBtüchtig GWBungetrübt GWBunverdorben GWBursprünglich GWBvernünftig zu 1b GWBkräftig GWBmarkig GWBvollsaftig zu 1c GWBblühen(b-d) GWBfrisch GWBfroh GWBglücklich GWBheiter GWBlebensfroh GWBmunter GWBrüstig GWBvergnügt GWBwacker GWBwohl(auf) GWBwohlbehaglich GWBwohlgemut GWBzufrieden zu 1d GWBgenesen zu 1e GWBunversehrt zu 1eα GWBunverletzt GWBwohlbehalten zu 1eβ GWBganz GWBunbeschädigt zu 2 GWBangenehm GWBerquicklich GWBförderlich GWBheilkräftig GWBheilsam GWBnützlich GWBwohltuend GWBzuträglich 1) “in der Hauptsache vollständig aufgeführt” finden sich die Belegstellen, systematisch gruppiert, im Anhang ‘Belegsammlung’ zu GHagers grundlegender Studie: Gesund bei Goethe. Eine Wortmonographie, 1955, desgl die Belege zu allen übrigen Lemmata der Wortfamilie. 2) bei G nur 1823/24; Exzerpt der Überschr aus ‘Isis’ von Schreiberh GWBN13,421,7 MinGeol Plp; im Text heißt es von “unverändertem” bzw “unversehrtem Gestein”: “ihm mangeln alle Merkmale einer irgend wodurch erlittenen Veränderung. Weder Feuer noch Wasser, weder Verwitterung noch Unganzheit .. von dem Allen ist an diesem Gesteine nichts sichtlich wahrzunehmen”. Rüdiger WelterR.W.