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edel

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GWB
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Eintrag · Goethe-Wörterbuch

edel

Bd. 2, Sp. 1364
edelFlexion ganz überwiegend -dl-; in der Frühzeit gelegentl Wechsel von ‘edeln’ u ‘edlen’ in Dat u Akk Sg u im Dat Pl. Von mehr als 1700 Belegen knapp die Hälfte im Bereich des Sittlichen mit deutl Frequenzanstieg ab 17751) bei merkl Schwerpunkten in den Dramen ‘Tasso’, ‘Iphigenie’, ‘Natürliche Tochter’ sowie in der ‘Theatralischen Sendung’ bzw in den ‘Lehrjahren’ bei gleichzeitiger Vertiefung u Ausfächerung des Sinns (bis zum allg, indifferent positiven Wertungswort im Alter vgl B 1 h); als ästhet Kategorie vermehrter Gebrauch seit 1780 iZshg mit der Problematik des künstlerischen Gegenstands (vgl C 2) u in der ästhet Diskussion mit Schiller; hier, iGz Gebrauch als sittl Bewertungskategorie, keine Konventionalisierung im Alter. Deutlich wird, bei durchgehendem Gebrauch als Standeskategorie, die Ausweitung u Vertiefung des Begriffs zu einem Grundwort der Ethik u (klassischen) Ästhetik  A als Standes-, Rangbezeichnung, in erweiterter Anwendung auch als Qualitätsbegriff   1 im ständischen Rahmen u daran anschließenden Gebrauch: adlig   a dem Adel angehörend; auch mit metonym Bezug  In jenen unglücklichen Tagen .. als das Heer der Franken .. in unser Vaterland einbrach, verließ eine edle Familie ihre Besitzungen in jenen Gegenden GWB18,95,5 Unterhaltungen  Vier edle Veroneser schlugen Ball gegen vier Fremde GWBT1,196,5 v 16.9.86 ~ GWB30,66,6 ItR  E. sind wir [Parias] nicht zu nennen: | Denn das Schlechte das gehört uns GWB3,9 PariaGebet 9  [Kaiser zu den Kurfürsten:] Des Kaisers Wort ist groß und sichert jede Gift, | Doch zur Bekräftigung bedarf’s der edlen Schrift, | Bedarf’s der Signatur GWBFaust II 10928 GWB40,314,1 Üb:Collin,Regulus GWBT2,150,15 v 18.9.97 zur Bezeichnung der Abkunft, bes iVbdg mit Angaben der Abstammung wie ‘Geschlecht, Geburt, Haus, Blut’ uä, auch ‘e. geboren’, ‘e. entsprossen’  [Caroline üb den Baron:] welche Vorzüge gibt einem Menschen von edler Geburt eine standesmäßige Erziehung! GWB18,7,25 Aufgeregten I 3  [Hofmstrn:] Aus edlem Blut entsproß die Treffliche [Eugenie] GWBNatT 1760  [Frosch üb Faust u Meph:] Sie scheinen mir aus einem edlen Haus [das ist was vornehmes inkognito GWBUrfaust AuerbKeller 60] GWBFaust I 2177  In jenen ältern unruhigen Zeiten .. wurden die auf die Messen ziehenden Handelsleute von Wegelagerern, edlen und unedlen Geschlechts, willkürlich geplagt und geplackt GWB26,31,16 DuW 1 GWB39,29,21 Götz1 I ~ GWB8,30,26 Götz2 GWB52,224,6 ThS VI 7 ~ GWB22,27,11 Lj IV 3 als Prädikat Adliger, häufig iVbdg mit Standesbezeichnungen wie ‘Dame, Herr, König, Fürst, Baron, Ritter’, auch superl, öfter in Anrede, vereinzelt in förml Titulatur  [Marschalk:] So schlürft unendliches Gesäufte | Der edlen Herrn den letzten Tropfen [Wein] aus GWBFaust II 4865  [Merkur:] So füllet weyhend denn das Haus, ihr edlen Fürsten [Erdengötter GWB131,73,16] GWB132,162 Was wir bringen [1802] Var  [Meph zu Faust:] dir die Grillen zu verjagen | Bin ich, als edler Junker, hier GWBFaust I 1535  e-ster Fürst [Reinke de Vos: yuwe eddelicheyt; Gottsched: Eure Majestät] GWBReinF X 2 GWB132,314 Götz3 III Var GWB251,199,26 Wj III 10   b im Hinblick auf den ‘Adel der Natur’ ausgeweitet auf nichtadlige Personen  [mBez auf die Vertonung von ‘Jery u Bätely’] Edle Gestalten sind in die Bauernkleider gestekt und der reine einfache Adel der Natur soll in einem wahren angemessenen Ausdruk sich immer gleich bleiben GWBB4,168,6 Kayser 20.1.80  Ich bin bey der Schrötern [Corona Schröter] — ein e. Geschöpf in seiner Art GWBB3,47,18 ChStein 26.3.76 GWB37,358,4 PhysiognFragm   2 von hervorragender Qualität, durch vortreffliche Eigenschaften, anerkannte Vorzüge ausgezeichnet   a im Hinblick auf (schöpferische) Kräfte, Fähigkeiten, Verdienste, auch iron  [Faust erbittet von Meph ein Lebenselixier:] Hat die Natur und hat ein edler Geist | Nicht irgend einen Balsam ausgefunden? GWBFaust I 2345 = Fragm 824  Ich dramatisire die Geschichte eines der e-sten Deutschen, rette das Andenken eines braven Mannes [Götz] .. ich hoff Sie nicht wenig zu vergnügen, da ich Ihnen einen e-n Vorfahr .. im Leben darstelle GWBB2,7,12 u 8,2 Salzmann 28.11.71  [Clav:] Und da wäre kein Weg .. als Tod — oder Mord? .. Des e-n [edlen Var] braven Menschen Blut sehen! GWB11,72,8 Clav II  [Meph zu Faust:] Komm nur geschwind und laß dich führen; | Du mußt nothwendig transpiriren, | Damit die Kraft durch Inn- und Äußres dringt. | Den edlen Müßiggang lehr’ ich hernach dich schätzen GWBFaust I 2596  Auf, meine Herren! trompeten Sie mir alle edle Seelen, aus dem Elysium, des sogenanndten guten Geschmacks, wo sie .. ihr Schatten Leben zwischen Myrten und Lorbeergebüschen verschlendern und vergähnen GWB37,134,28 ShakespTag GWBFaust I 1791 GWB35,123,24 TuJ GWB38,49 HanswurstsHochz 49 GWBFaust I 2279   b im Hinblick auf die sinnl wahrnehmbare Qualität einer Erscheinung (auch als Wesensmerkmal, Ausdruck eines sittl bestimmten Innern, vgl B 1) iSv ansehnlich, schön, hoheitsvoll  So kamen sie denn unters Thor, | Christus kam ihnen ein Fremdling vor, | Het ein e. Gesicht und einfach Kleid GWB38,63 EwJude 235  [Gretchen üb Faust:] Sein hoher Gang, | Sein’ edle Gestalt, | Seines Mundes Lächeln, | Seiner Augen Gewalt GWBFaust I 3395 ~ GWBUrfaust 1087  [Homunc, mBez auf Fausts Ledatraum:] Des edlen Körpers holde Lebensflamme GWBFaust II 6909  sie [Mignon] trat mit einem hohen edlen Anstand vor ihn hin und sah ihm sehr ernsthaft in die Augen, so daß er [Wilh] den Blick nicht ertragen konnte GWB22,212,7 Lj V 13  Er [Jacobi] war mehr zu einem liebenswürdigen, feinen Hof- und Weltmann geartet .. Von stattlicher Figur, edler Haltung, feinen Manieren und würdigem Ernst Gespr Kanzl Müller 26.1.25 GWB51,274,21 ThS III 14 GWB1,251 Vs 289 RömEleg XIII GWB16,221 Maskenz RomantPoesie 59 als ‘sinnl-sittl’ Qualität einer Farbe2), eines Farbenspiels  wie ein starkes Gelb, wenn es auf glänzender Seide, z. B. auf Atlas erscheint, eine prächtige und edle Wirkung thut GWBN1,310,22 FlD 767  Wenn nun diese Farbe [das Gelb], in ihrer Reinheit und hellem Zustande angenehm und erfreulich, in ihrer ganzen Kraft aber etwas Heiteres und Edles hat [e. und prächtig ist GWBN1,390 FlD Var] GWBN1,311,13 FlD 770 N3,XXI,24 FlH Urzeit GWB3,171 Parabol 1,11   c kostbar, wertvoll, mehrf ‘das Edle’, auch im Komp u im Superl  α erlesen, exquisit, im Hinblick auf materielle Qualitäten; metonym (‘edle Quelle’, ‘edler Brunnen’) die Vorstellung der Heilkraft mit einbringend  [mBez auf die Huris:] Führen zu Chiosken dich und Lauben, | .. Und zum edlen Saft verklärter Trauben | Laden sie mit Nippen freundlich ein GWB6,249 Div Berechtigte Männer 31  [Leonore zu Antonio:] Er [Tasso] sieht sich gern geputzt, vielmehr, er kann | Unedlen Stoff .. | An seinem Leib nicht dulden, alles soll | Ihm fein und gut und schön und e. stehn Tasso 2076  Katalog [der Kunstsammlung Salomon-Bartholdys], bey dessen Durchsicht ich nur schmerzlich empfunden habe, daß der werthe und verdiente Sammler sich eines so edlen Besitzes nicht länger erfreuen können GWBB43,35,8 AMendelssohn [18.?8.27] K  [Faust:] Geheilt will ich nicht sein, mein Sinn ist mächtig; | Da wär’ ich ja wie andre niederträchtig. | [Chiron:] Versäume nicht das Heil der edlen Quelle! GWBFaust II 7461 GWBN9,404 Üb:JMüller GWB4,285 Die erstenErzeugn dStotternhSaline 25 im Bild, mehrf ‘edler Schatz’  [Dichter zur Poesie:] Für andre wächs’t in mir das edle Gut, | Ich kann und will das Pfund nicht mehr vergraben! GWB1,6 Zueignung [1784] 69  Das jüdische Volk seh’ ich für einen wilden unfruchtbaren Stamm an .. auf den pflanzte der ewige Gärtner das edle Reis Jesum Christum GWB37,180,10 Zwo biblFragen GWBNatT 241 GWBB7,355,16 Einsiedel [Nov? 76] GWBB39,199,22 Zelter 21.5.25  β mBez auf Gesteine (sowohl Edelsteine in engerem Sinn als auch durch spezif Qualitäten hervorgehobene Gesteinsarten; vgl s v Edelstein), Mineralien, Edelmetalle u Edelgase; im Hinblick auf Erzlagerstätten (mehrf ‘edles Flöz’): (reichlich) erzhaltig  in einer Gruft wo Gold und Silber und edler Steine Säfte von den Wänden triefen GWB16,447,25 Maskenz PantomimBallett I  die Existenz, die Würde .. von irgend einem Dinge .. So schätzen und ehren wir z. B. die edlen Metalle bei’m Gebrauch des gemeinen Lebens GWBN3,145,15 FlH III  eine Sammlung sächsischer Mineralien .. Gebirgsgestein, worin das Edlere enthalten ist GWBB41,108,5 AHerder 30.7.26 K  [Faust zum Kaiser:] Die Geister .. | Sie wirken still durch labyrinthische Klüfte, | Im edlen Gas metallisch reicher Düfte GWBFaust II 10430 GWBB10,24,12 Meyer 27.9.[92] GWBN9,255,14 GeologProbl GWBN10,68,6 Gänge GWB36,368,8 RedeEröffnBergbIlmenau 1784 GWBN10,124,20 Zinnformation  γ iSv gehaltvoll, bedeutend, hochwertig, auch produktiv uä, im Hinblick auf immaterielle Eigenschaften  Die Zeit ist e. und die Kunst ist lang GWBB8,74,26 ChStein 2.12.86  werde ich von allen Erinnerungen gleichzeitiger Meister, deren sich diese edle Wissenschaft [Metamorphosenlehre] zu rühmen hat, Gebrauch zu machen nicht verfehlen GWBN6,28,21 MetamPfl 9  [Egm mBez auf das Goldene Vlies:] Kette und Zeichen geben dem der sie trägt die e-sten Freiheiten GWB8,240,6 Egm III  [Phorkyas:] Sie [Helena] stirbt einen edlen Tod GWBFaust II 8927  Der Charakter dieser Epoche [erste Entwicklungsstufe nach der Urzeit] ist freie, tüchtige, ernste, edle Sinnlichkeit, durch Einbildungskraft erhöht GWB411,129,7 Geistesepochen [für: précieux] GWB9,447 Tancred 1866 GWB24,373,13 Wj II 7 GWB7,189,17 DivNot GWBB35,27,13 CFBurdach 21.7.21   d im Hinblick auf den Entwicklungsstand, die Organisationshöhe (iZshg mit der Vorstellung der Metamorphose), auf den Rang in der Gattungshierarchie; auch subst ‘der, die Edle’  je edler ein Geschöpf ist, je mehr ist alles Stoffartige in ihm verarbeitet GWBN1,263,16 FlD 666  Das Gesicht ist der e-ste [noblest] Sinn, die andern vier belehren uns nur durch die Organe des Tacts .. das Gesicht aber steht unendlich höher GWB422,197,7 MuR(744)  er befinde sich in der pferdenährenden Region, auch gewahrte er hie und da kleinere und größere Heerden dieses edlen Thiers GWB251,1,12 Wj II 8  die Wiese bringe Gras und Kräuter hervor damit sie der Stier genieße, und der Stier werde wie billig wieder vom edlern Menschen verzehrt GWB18,372,24 ReiseMegapr  Also bestimmt die Gestalt die Lebensweise des Thieres, | .. Doch im Innern befindet die Kraft der edlern Geschöpfe | Sich im heiligen Kreise lebendiger Bildung beschlossen GWB3,90 MetamTiere 29 GWB36,377,14 RedeStiftg Falkenorden 1816 GWB4,145 An den Wurzeln heiliger Eiche 4 GWBN7,279 MorphStudien inItal   e im Hinblick auf Herkunft, Alter iSv ehrwürdig, erhaben  Tief in der Schweiz .. einen Blick auf Sie .. aus all der herrlichen Natur heraus, mitten unter dem edlen Geschlecht das seiner Väter nicht ganz unwerth seyn darf GWBB2,268,16 ChKestner 19.6.75 GWBB11,74,15 Meyer 20./22.5.96 ‘edler Rost’: Patina, Grünspan  Der .. edle Rost (aerugo nobilis) .. hat die Eigenschaft, daß er das damit bedeckte Metall vor weiterer Oxydation sichert GWB48,154,3 Zwei dtAltertümer GWBB21,88,26 Sturm 27.9.09 K   B als seelisch-geistig-sittl Kategorie   1 von sittl Größe, nobel denkend u empfindend; als Konstituens der ethisch geprägten Gesamtpersönlichkeit (u sittl Ideal der klassischen Humanität), öfter mit Hervorhebung des Exklusiven, häufig in generalisierenden Reflexionen über den ‘edlen Menschen’ als eigene Existenzform; oft mit metonym Bezug   a als bestimmendes Wesensmerkmal des Menschen (in Beziehung auf Gesinnung, Haltung wie auf das persönl Handeln), als tragende Komponente einer Ethik des Maßes, der inneren Harmonie, der Begrenzung; ‘der Edle’ für den das sittl Ethos Erfüllenden, mehrf in Gegensatz zu ‘unedel’, ‘gemein’ sowie in Gegenüberstellung zu ‘vornehm’  E. sei der Mensch, | Hülfreich und gut! | Denn das allein | Unterscheidet ihn | Von allen Wesen, | Die wir kennen. | .. Der edle Mensch | Sei hülfreich und gut! GWB2,83 u 85 Das Göttliche 1u55  Nach seinem Sinne leben ist gemein, | Der Edle strebt nach Ordnung und Gesetz GWB10,444 NatT Schema  [Götz zu Georg:] Das ist der edelste Vorzug des E-n, daß er sich selbst bindet GWB131,322,15 Götz3 V  Willst du dir ein Maß bereiten; | Schaue was den Edlen mißt, | Was ihn auch entstellt zu Zeiten, | Wenn der Leichtsinn sich vergißt GWB3,164 Schlußpoetik 14  welch ein Unterschied sich zwischen einem edlen und vornehmen Betragen zeige .. Der edle Mensch kann sich in Momenten vernachlässigen, der vornehme nie GWB22,250,5u24 Lj V 16 GWBFaust II 4664 GWB3,82 Vermächtnis 8u15 GWB33,153,8 Camp GWBFaust II 7361 GWB36,309,25 AndenkAnnaAm 1807 iZshg mit Vorstellungen vom Tugendadel  Wer ist der edlere Mann in jedem Stande? Der stets sich | Neiget zum Gleichgewicht, was er auch habe voraus GWB1,355 VierJahresz 66 (~ 66) GWBReinF VIII 204 metonym, bes bezogen auf die sittl Qualität von Natur u Kunst, einmal in symbolischer Verdichtung  Jedes gute und schlechte Kunstwerk, sobald es entstanden ist, gehört zur Natur. Die Antike gehört zur Natur, und zwar wenn sie anspricht, zur natürlichsten Natur, und diese edle Natur sollen wir nicht studiren, aber die gemeine! Denn das Gemeine ists eigentlich was den Herren Natur heißt! GWB48,250,6 MuR(1103)  Das Wirkliche ohne sittlichen Bezug nennen wir gemein. Die Kunst an und für sich selbst ist e.; deßhalb fürchtet sich der Künstler nicht vor dem Gemeinen. Ja, indem er es aufnimmt, ist es schon geadelt GWB48,184,18 MuR(61)  Doch immer höher steigt der edle Drang! | Erlösung ist ein himmlisch leichter Zwang GWB3,100 Howards Ehrengedächtnis 39 GWB32,304,4 ItR KPhMoritz,Nachahmg dSchönen[Moritz]   b zum sittl Begriff sich verselbständigend: ‘das Edle’, für den sittl Wert (das Sittl-Wertbeständige), das Ideelle, Geistorientierte im Menschen, koordiniert mit dem ‘Guten, Hohen, Schönen, Erhabenen, Tüchtigen, Rechten’ als ethisches Prinzip seines Handelns abgesetzt vom ‘Niedrigen, Gemeinen, Lumpigen, Dämmrigen’, erweitert auf das Wertbeständige in versch Lebensbereichen unter dem Aspekt der Fortdauer u Fortwirkung gesehen  Licht und Finsterniß, Gutes und Böses, Hohes und Tiefes, Edles und Niedriges und noch so viel’ andere Gegensätze scheinen .. die Ingredienzien der menschlichen Natur zu sein GWB18,282,4 GutWeiber  Alle Menschen guter Art empfinden bei zunehmender Bildung, daß sie auf der Welt eine doppelte Rolle zu spielen haben, eine wirkliche und eine ideelle, und in diesem Gefühl ist der Grund alles Edlen aufzusuchen GWB28,26,23 DuW 11  Vor den Urphänomenen .. fühlen wir eine Art von Scheu .. Die sinnlichen Menschen retten sich in’s Erstaunen; geschwind aber kommt der thätige Kuppler Verstand und will auf seine Weise das E-ste mit dem Gemeinsten vermitteln GWB48,200,7 MuR(412)  Eine seltsam wilde Zeit hat die Menschen getrennt .. daher sey uns höchst erfreulich, was überzeugt, daß alles Edle, Wohlverknüpfte und Verbundene über die Zeiten hinausreicht und über das Geschick GWBB35,23,18 CGKörner 22.7.21  [Panthalis zum Chor:] Wer keinen Namen sich erwarb, noch Edles will, | Gehört den Elementen an, so fahret hin! | Mit meiner Königin zu sein verlangt mich heiß; | Nicht nur Verdienst, auch Treue wahrt uns die Person GWBFaust II 9981  alle Fähigkeiten wurden an ihr [Makarie] lebendig, alle Thätigkeiten wirksam, dergestalt daß .. indem ihr Herz, ihr Geist ganz von überirdischen Gesichten erfüllt war, doch ihr Thun und Handeln immerfort dem e-sten Sittlichen [e-sten sittlichen GWB252,200 Var E-sten, Sittlichen GWB252,200 weitere Var] gemäß blieb GWB251,281,13 Wj III 15 GWBB4,254,27 Lavater 3.7.80 GWB47,177,9 Samml 6 GWB411,164,22 Üb:Arnold,Pfingstmontag iron (gegen das moralisch verengte Sittlichkeitsprinzip der Anakreontik) GWB2,30 DtParnaß 211 als Qualifikation des Göttlichen  Weil aber uns im Sinne schwebt der alte Spruch: | Daß von dem E-sten der Anfang sey [Daß von den Göttern alles zu beginnen ist GWB131,72,8] GWB132,162 Was wir bringen [1802] Var   c im seelisch-emotionalen Bereich, mehrf ‘edles Herz’, ‘edle Seele’, ‘edles Gemüt’, ‘edler Geist’  α iS einer Gefühlsqualität, gekennzeichnet durch eine sublime Kultur des Seelenlebens, ein reiches, zartes Empfinden (bes in der Frühzeit)  [Götz:] Marie! .. du gute edle Seele würdest dich selbst in deinem Unglück eines fremden Glückes herzlich erfreuen GWB131,246,14 Götz3 II  [Dorn:] Ihr habt bewiesen, daß bei edlen gefühlvollen Herzen gleiche Bewegungen vorgehn, nur äußern sich dieselben verschieden und angemessen GWB9,168,12 Wette 5  Wenn ich Dir mein gegenwärtig Verhältniss zu mehr recht lieben und edlen weiblichen Seelen sagen könnte! GWBB2,305,2 Gfin Stolbg 20.[9.75] GWBB2,39,16 u 40,22 Sophie La Roche [etwa 20.11.72]  β zusätzl vertieft iS eines durch seelische Lauterkeit u Reinheit geprägten Menschenbildes  [Wilh üb Hamlet:] Ein schönes, reines, edles, höchst moralisches Wesen, ohne die sinnliche Stärke, die den Helden macht, geht unter einer Last zu Grunde, die es weder tragen noch abwerfen kann GWB22,76,9 Lj IV 13  Geselle dich zur kleinsten Schaar. | Und wie von Alters her im Stillen | Ein Liebewerk nach eignem Willen | Der Philosoph, der Dichter schuf, | So wirst du schönste Gunst erzielen: | Denn edlen Seelen vorzufühlen | Ist wünschenswerthester Beruf GWB3,83 Vermächtnis 41  [Julie mBez auf Lucinde:] diese reine edle Seele, dieses ruhig gefaßte Wesen, die Güte, das Wohlwollen selbst GWB24,169,17 Wj I 9  [Prinzessin:] Ist meine Schwester von Urbino glücklich? | Das schöne Weib, das edle große Herz! Tasso 1788  [Tasso zur Prinzessin:] Und was hat mehr das Recht, Jahrhunderte | Zu bleiben und im Stillen fortzuwirken, | Als das Geheimniß einer edlen Liebe, | Dem holden Lied bescheiden anvertraut? Tasso 1107 GWB3,96 Urworte 24 GWB17,178,28 GrCoph III 5 Tasso 1914 GWB39,394,18 Iph1 V 3 GWB40,42,4 Üb:Piccolom   d im Rahmen eines aristokratischen Ethos iSv hochherzig, großmütig  α als Charakteristikum des kühnen, hochgesinnten Menschen (seiner Gesinnung, Haltung) Ausdruck einer lebendigen Kraftfülle, einer adligen Seelengröße, auch mit Hervorhebung des Moments der Gefährdung; mehrf ‘edler Jüngling’, ‘edles Kind’, ‘edler Held’ (im Alter ironisierend), öfter verbunden mit ‘tapfer, frei, brav’, auch als Rollenfach  [Antiope zu Elpenor:] Wer e. ist, den suchet die Gefahr und er sucht sie, so müßen sie sich treffen GWB11,381,17 Elp1 I 4 ~ 11,20 Elp2 408 [G/Riemer]  [Egm zu Alba:] Ob sich der Nacken diesem Joche [bedingungslosem Gehorsam] biegen, ob er sich vor dem Beile ducken soll, kann einer e-n [edlen Var] Seele gleich sein GWB8,271,15 Egm IV  [Eugenie zur Hofmstrn:] Die Schärpe deutet Krieg, womit sich stolz | Auf seine Kraft ein edler Mann umgürtet. | .. Was bedeutend schmückt, | Es ist durchaus gefährlich GWBNatT 1142  [Iph zu Thoas mBez auf dessen Versprechen, sie unter best Umständen zu entlassen:] Gedenk’, o König, deines e-n Wortes! GWBIph2 475 GWB52,189,12 ThS V 15 GWBNatT 130 Tasso 1176 GWB51,100 ZXenNachl VII 229 gedoppelt, als Ausdruck bes Emphase  [Marie mBez auf Götz:] Edler edler Mann. Wehe dem Jahrhundert das dich von sich sties GWB39,186,6 Götz1 V ~ GWB8,169,24 Götz2 subst, auch superl  [mBez auf Achill] Den E-sten [< herrlichen] rissen zum Kriege | Unbegränzte Begier nach Ruhm und die Bande des Schicksals Achilleis 221  [Elpenor zu Antiope:] Den Göttern gleich zu sein, ist Edler [edler GWB11,384 Elp1 I 4] Wunsch GWB11,24 Elp2 523 [G/Riemer]  Sie [Werther u Lotte] fühlten ihr eigenes Elend in dem Schiksal der Edlen [der ossianschen Helden] AA144,21 Werth1 II GWB8,278,21 Egm V GWBIph2 2041 ~ GWB39,399,23 Iph1 V 6  β eingeschränkt zur Kennzeichnung einer höfischen Lebensform u Kultur (mit ihrem spezif Bildungsprogramm wie Affektkontrolle, Maßhalten, Primat des Dekorums), auch subst  [Alphons üb Tasso:] Ein edler Mensch kann einem engen Kreise | Nicht seine Bildung danken. Vaterland | Und Welt muß auf ihn wirken. Ruhm und Tadel | Muß er ertragen lernen Tasso 293  [Antonio zu Alphons:] Gar leicht gehorcht man einem edlen Herrn, | Der überzeugt, indem er uns gebietet Tasso 1647  [Leonore zu Tasso:] Dein Gleichmuth, der erträgt, was zu ertragen | Der Edle bald, der Eitle selten lernt Tasso 2248 [für: âme bien née] GWB9,395 Tancred 762 [für: Seigneur] GWB9,412 Tancred 1119  γ abgeschwächt iSv großzügig, freizügig, auch ‘auf das e-ste’  [mBez auf G u Cornelia] die bisher zu Hause abgesondert, reinlich, e., obgleich streng gehaltenen Kinder GWB26,21,20 DuW 1 GWBB8,265,25 Schnauß 1.10.87 GWB22,342,3 Lj VI   e stärker intellektuell iSv gebildet, wohlunterrichtet, abgeschwächt iSv verständig, auch ironisierend  [Hzg zum König mBez auf Eugenie:] Und wenn ihr Geist den Lehren edler Männer, | Sich stufenweis entwickelnd, friedlich horcht GWBNatT 121  [Prinzessin:] Wohin sich das Gespräch der Edlen lenkt, | Ich folge gern, denn mir wird leicht zu folgen Tasso 123  [Eugenie:] So ist mir denn das schönste Königreich, | Der Hafenplatz .. | Zur Wüste worden .. | Hier sprechen edle Männer nach Gesetzen, | Und Krieger lauschen auf gemess’nes Wort GWBNatT 2609  [Meph zum Famulus:] Wer kennt ihn nicht den edlen Doctor Wagner, | Den Ersten jetzt in der gelehrten Welt! GWBFaust II 6643 GWBFaust II 7337 Tasso 1266 GWB411,366,16 Teiln Wj GWB22,96,23 Lj IV 16 ~ 52,256,1 ThS VI 11   f iSv tugendhaft, sittsam, rechtschaffen, koordiniert mit ‘gerecht, weise’, auch als Rollenfach  [Manner:] Marie ist ein edles Mädchen, ich habe sie immer für stark genug gehalten jeder Verführung zu widerstehen GWB18,88,13 MädchOberkirch I 2  [Lotte zu Werther:] ich kannte Alberten immer als einen edlen, ruhigen und doch warmen Mann GWB38,41,7 AnekdoteWerth  [Gerichtsrat zur Hofmstrn:] Sonderbar .. daß du eben diesen, | Den du gerecht und e. nennen willst, | In solcher Sache fragen .. magst GWBNatT 1743 GWB341,232,25 ReiseSchweiz 1797 [G/Eckerm] GWB37,301,9 Hohelied GWBReinF X 103 GWB18,169,21 Unterhaltungen GWBB48,318 Beuth 22.2.31 K   g iSv wohlwollend, hilfsbereit, selbstlos  daß diese Werke [Arbeiten üb die Geschichte der Royal Society] .. durch die Gunst des edlen Heyne mir zugekommen GWB35,180,25 TuJ  [mBez auf die Privilegierung der Ausg.l.H.] Wie ich nun aller derjenigen öffentlich dankbar erwähne, welche .. in diesen letzten Zeiten einer abschließenden Rechenschaft, mir so treu als e. an Handen gegangen GWBB40,286,18 Engelhardt 3.2.26 GWB32,331,9 ItR iSv wohltätig  [Ariel zu den Geistern:] Die ihr dieß Haupt umschwebt im luft’gen Kreise, | Erzeigt euch hier nach edler Elfen Weise GWBFaust II 4622   h mit geringerer Prägnanz als Ausdruck der Verehrung, der Wertschätzung, des Wohlwollens: iSv ehrwürdig, trefflich, verdienstvoll; auch (subst) in der Anrede; häufig iVbdg mit Verwandtschaftsnamen, oft ‘edler Greis’, ‘edler Vorfahr’, ‘edler Freund’, ‘edle Freundin’, zusammen mit ‘würdig, teuer, liebenswürdig, trefflich’; auch iron  Als ich auf deinem Grabe herumwandelte, edler Erwin GWB37,139,6 Von dtBaukunst 1773  [mBez auf AGWerner und dessen Theorie des Neptunismus] Kaum wendet der edle Werner den Rücken, | Zerstört man das Poseidaonische Reich GWB3,359 ZXen VI 1706  [Sphinx zu Faust:] Laß dich, Edler, nicht betrügen. | Statt daß Ulyß sich binden ließ, | Laß unsern guten Rath dich binden GWBFaust II 7209  Und es sagte darauf der edle verständige Pfarrherr GWBHermDor I 78  Die Absicht des Grafen [Reinhard] in München ist höchst löblich und e. GWBB36,106,19 August 2.8.22  [mBez auf den Schriftsteller AMüllner] Im Dichten rasch, im Lobe faul, | Ist er mit nichts zufrieden: | Der Edle mault nur, um das Maul | Den andern zu verbieten GWB51,184 Wir litten 15 GWB2,24 DtParnaß 31 GWBB2,26,18 Röderer 21.9.[71] [Korr DjG32,321] GWB2,148 Gellerts Monument 7 GWB35,242,20 TuJ GWB16,175 Geheimnisse 121 als stehendes Epitheton  der edle Schiller GWBB23,8,17 Cotta 10.5.12  unsre edle Tante [Makarie] GWB23,307,10 Lj VIII 10 GWB23,180,2 Lj VIII 3   2 in Bezeichnung gesellschaftl, nationaler, religiöser Gruppierungen iSv gesittet, kultiviert   a ‘edler Kreis’, ‘edle Gesellschaft’ uä, verbunden mit ‘gut, sittlich froh, lebendig’  [mBez auf den Kreis von Münster] Einer so edlen, guten, sittlich frohen Gesellschaft GWB33,243,6 Camp  Ich bin Weltbewohner, | Bin Weimaraner, | Ich habe diesem edlen Kreis | Durch Bildung mich empfohlen GWB3,314 ZXen V 1193  [mBez auf Ehrungen G-s zu seinem 70. Geburtstag] eine solche Anerkennung von dem edlen Theil der Nation festlich ausgesprochen GWBB32,366,4 Wedekind 25.3.20 K GWBN6,99,20 BotanStudien [1831] GWB412,270,2 Üb:Solger,Nachl uBr für die Gesellschaft vom Turm GWB252,118 Wj II 7 Plp mit metonym Bezug: ‘edles Ohr’ GWBFaust II 11261   b ‘edle Menge’, ‘edles Publikum’  Was kommen für Werke zum Vorschein, wenn der Künstler nicht das e-ste Publicum kennt und immer vor Augen hat? GWB422,14,5 Freitagsges 9.9.91 Tasso 823   c ‘edle Menschheit’, auch im Komp  [mBez auf ‘Johanna Sebus’] dieser [G] richtet seine Rhythmen und Reime nach einem abgeschiedenen guten Mädchen, demselben im Namen der edleren Menschheit zu danken GWBB20,338,13 PGotter 29.5.09 GWBB12,311,5 Schiller 25.9.97   d ‘edle Völker’, ‘edle Nation’ uä, mBez auf eine Religion iSv sittl hochrangig  Gab es nicht edle Völker, die eine Heirath mit der Schwester billigten? GWB23,267,7 Lj VIII 9  Zoroaster scheint die edle reine Naturreligion [Parsismus] zuerst in einen umständlichen Cultus verwandelt zu haben GWB7,20,3 DivNot GWBB24,372 Radlof [20.3.14] K   C als ästhet Kategorie   1 begriffl verfestigt (u generalisiert): ‘das Edle’, für das Große, Hohe, sich im Gleichgewicht von Gegensätzen verwirklichende Harmonische, Klare, auch: in der Form Vollkommene eines bildkünstlerischen od literar Gegenstandes, in Korrespondenz mit dem ‘Schönen, Guten, Hohen, Herrlichen’, abgesetzt vom ‘Gemeinen, Abgeschmackten, Niedrigen’  Man sagt: studire, Künstler, die Natur! Es ist aber keine Kleinigkeit, aus dem Gemeinen das Edle, aus der Unform das Schöne zu entwickeln GWB48,179,6 MuR(191)  Wie ich ein Todfeind sey von allem Parodiren und Travestiren hab ich nie verhehlt; aber nur deswegen bin ich’s, weil dieses garstige Gezücht das Schöne, Edle, Große herunterzieht um es zu vernichten GWBB38,171,17 Zelter 26.6.24  Es sei sehr thöricht, war sein [Squarciones] Behaupten, das Schöne, Hohe, Herrliche mit eigenen Augen in der Natur suchen .. zu wollen, da unsere großen griechischen Vorfahren sich schon längst des E-sten und des Darstellenswerthesten bemächtigt GWB491,257,13 Mantegna,Triumphzug  [mBez auf die Gegenstandswahl des Künstlers] Höfgen, Strohdächer, Gebälke und Schweinställe .. da man gerne .. in das Niedrige flieht, um am Einfachen und Beschränkten sich zu erholen, so knüpft man nach und nach so viel Ideen auf solche Gegenstände, daß sie sogar zaubrischer als das Edle selbst werden GWBB4,234,23 Maler Müller 12.6.80  Die theatralische Baukunst muß leicht, geputzt, mannigfaltig seyn, und sie soll doch zugleich das Prächtige, Hohe, Edle darstellen GWBB12,232,18 Schiller 14.8.97 ~ GWB341,229,10 ReiseSchweiz 1797 [G/Eckerm] GWBB11,263,24 Schiller 15.11.96 GWB422,468,21 Zu:Eurip,Kyklops 1826 GWB51,114,16 ThS II 2 GWBB48,332 Zelter 31.3.31 K in der Diskussion um das Verhältnis des ‘Edlen’ zum ‘Schönen’ als Mittelbegriff iS eines ‘Schönen nach seinem inneren Wert’3), in Referierung von Anschauungen Karl Philipp Moritz’  Das Edle und Gute steht zwischen dem Schönen und Nützlichen gleichsam in der Mitte; gut und e. steigt bis zum Schönen hinauf GWB47,85,6u7 Üb:Moritz,Nachahmg dSchönen GWB47,84,18 ebd   2 als Qualität, Ausdruckswert künstlerischer Formen, Gehalte, Gegenstände, Motive uä, auch zur Charakterisierung einzelner Kunstgattungen, Stile uä, mit Parallelbegriffen wie ‘schön, groß, würdig, rein, bedeutend’, mehrf ‘edl(er)er Stil’, abgesetzt vom ‘niederen Stil’  Ein von ihm [Cellini] .. restaurirter .. Apoll .. an welchem freilich die neuen, in’s Manierirte und Vielfache sich neigenden Theile von der edlen Einfalt des alten Werks merklich abweichen GWB44,368,10 CellAnh XIV 2  Indem der Künstler irgend einen Gegenstand der Natur ergreift, so gehört dieser schon nicht mehr der Natur an .. Auf diese Weise werden der menschlichen Gestalt die schönern Proportionen, die edlern Formen, die höhern Charaktere gleichsam erst aufgedrungen GWB47,17,24 PropylEinl  Die Kunst ist ein ernsthaftes Geschäft, am ernsthaftesten, wenn sie sich mit edlen heiligen Gegenständen beschäftigt GWB48,184,3 MuR(58)  Dieses [Erfüllung von Fausts Verlangen nach Helena] war nun nicht durch Blocksbergs Genossen .. zu erreichen, sondern, wie in dem zweiten Theile alles auf einer höhern und edlern Stufe gefunden wird, in den Bergklüften Thessaliens unmittelbar bei dämonischen Sibyllen zu suchen GWB152,213 Helena Plp 2,11  [mBez auf die G-Büste Trippels] Gewiß ist sie in einem schönen und edlen Stil gearbeitet GWB32,80,7 ItR GWBB8,364,16 JFFritsch [24.3.]88 GWB252,227,7 Wj Plp GWBB14,274 Lerse [20.8.99] K GWB47,310,18 ÜbDilettantism Schema 1799 [G/Schiller] ‘edles Venedig’, für den in sich geschlossenen Kunstcharakter einer Stadt GWB52,376 VenEpigr Plp in der Bildniskunst (u Physiognomik) für den Ausdrucksgehalt der dargestellten Figur  [Interpretation eines Stichs nach Benjamin Wests ‘Pylades and Orestes ..’] Orest .. Hier ist der Ausdruck selbstgelassener fester Wehmuth um einen Wink verfehlt. Aber auch so, noch immer e., groß, und gut GWB37,333,10 PhysiognFragm  [Beschreibung einer antiken Statuette in G-s Besitz] der Ausdruck des Gesichts ist sehr still und e. GWBB11,74,3 Meyer 20./22.5.96  Ein edles Jünglingsangesicht nach der Natur gezeichnet, offenbar in Rücksicht des Christuskopfes zum Abendmahl GWB491,245,4 Bossi,Leonardo GWB20,211,7 Wv II 2 GWB491,394,15 Üb:Gérard,Collect des portraits hist 1826 GWB32,324,18 ItR in der Sprachkunst, sprachl Ausdrucksweise für gewählte, feierlich-gemessene, harmonische Diktion  So ist auch seine [Manzonis] Sprache frei, e., voll und reich GWB411,206,6 Üb:Manzoni,Carmagnola 1820  [Caroline üb den Baron:] und die Art mit der er alles zu sagen weiß, wie e. er sich ausdrückt! GWB18,7,23 Aufgeregten I 3 GWB31,143,6 ItR uö(selten)   3 in Bezeichnung eines künstlerischen Verfahrens, eines Darstellungsmodus  [mBez auf eine Kreuzabnahme von Bassano] recht brav, und so e. als er etwas machen konnte GWBT1,237,12 v 26.9.86  Überschickung Ihres Prometheus .. Es ist Ihnen gelungen in die Mythe einen tiefen Sinn zu legen und ihn auf eine ernste und edle Art auszudrücken, die Verse sind sehr glücklich GWBB12,196,5 AWSchlegel 19.7.97  Je schönere Formen nun der Künstler den Figuren gibt, je edler und zarter er ihre Gefühle zu halten versteht, desto anmuthiger wird sein Werk werden GWB48,223,39 Zur Preisverteilg 1799 GWBT1,257,9 v 3.10.86 uö(selten) Armin Giese A. G.
29964 Zeichen · 226 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    edelstf.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +9 Parallelbelege

    edele , edel ( ahd. adali , edili Graff 1,141 ) stf. edle abstammung. ir süeʒe ir edele ir herze ir muot MS. 1,32. a. di…

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    edelAdj.

    Köbler Mnd. Wörterbuch

    edel , Adj. Vw.: s. ēdel

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Êdel

    Adelung (1793–1801) · +6 Parallelbelege

    Êdel ,

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    edel

    Goethe-Wörterbuch

    edel Flexion ganz überwiegend -dl-; in der Frühzeit gelegentl Wechsel von ‘edeln’ u ‘edlen’ in Dat u Akk Sg u im Dat Pl.…

  5. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Edel

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Edel (althochd. edili ) heißt alles, was sich innerhalb seiner Gattung über das Gewöhnliche erhebt, im Gegensatz zum Nie…

  6. modern
    Dialekt
    Edel

    Elsässisches Wb. · +5 Parallelbelege

    Edel m. Edelwein:

  7. Spezial
    edel

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    edel adj. 1 (adlig) nobl (-i, -a) 2 (kostbar) prezius (-sc, -iosa), costus (-sc, -tosa) 3 (reinrassig) de pura raza 4 (g…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit edel

704 Bildungen · 486 Erstglied · 208 Zweitglied · 10 Ableitungen

edel‑ als Erstglied (30 von 486)

Edelapfel

SHW

Edel-apfel Band 2, Spalte 11-12

Edelbeere

SHW

Edel-beere Band 2, Spalte 11-12

edelfaul

SHW

edel-faul Band 2, Spalte 11-12

edelfirn

SHW

edel-firn Band 2, Spalte 13-14

Edelfrau

SHW

Edel-frau Band 2, Spalte 13-14

Edelleute

SHW

Edel-leute Band 2, Spalte 13-14

Edelmann

SHW

Edel-mann Band 2, Spalte 13-14

edelreif

SHW

edel-reif Band 2, Spalte 13-14

Edelsau

SHW

Edel-sau Band 2, Spalte 13-14

Edelstein

SHW

Edel-stein Band 2, Spalte 13-14

Edeltanne

SHW

Edel-tanne Band 2, Spalte 13-14

Edelweiß

SHW

Edel-weiß Band 2, Spalte 13-14

Edel (Adj.)

Wander

Edel (Adj.) Edel (Adj.). 1. Da man schrieb den Edel und Vest, da stund die Sach' am allerbest'; da man schriebe: Hochgebohrn, da war Hopff'n…

edelarm

Lexer

edel·arm

edel-arm adj. BMZ von geburt u. gesinnung edel aber dabei arm Er. ; vgl. die edelen armen Freid. 40,16.

edelarme

KöblerMhd

edel·arme

edelarme , sw. M. nhd. verarmter Adeliger E.: s. edelarm W.: nhd. DW2- L.: Hennig (edelarme)

Edelbad

Idiotikon

edel·bad

Edelbad Band 4, Spalte 1013 Edelbad 4,1013

Edelbalcheⁿ

Idiotikon

Edelbalcheⁿ Band 4, Spalte 1192 Edelbalcheⁿ 4,1192

edel als Zweitglied (30 von 208)

bedel

KöblerAfries

*bedel , st. M. (a) Vw.: s. bedeldei

bredel

KöblerAhd

*bredel , Sb. nhd. ? ne. ? Q.: bergam. bradela, Schemel, bresc. predela, kleine Steinplatte, mantuan./romagn. pradella, Schemel, moden. pred…

Brummschädel

RDWB1

Brummschädel m (Lakune) у кого-л. голова трещит идиом. , разг. ; у кого-л. голова как котёл идиом. , разг. ; у кого-л. голова раскалывается …

Schädel

RDWB1

Schädel m (nicht immer "череп") голова scharf geschorene Schädel - выстриженные головы Tastet man einem Neugeborenen den Schädel ab, so beme…

Abendbrootsbüdel

MeckWBN

Wossidia Abendbrootsbüdel m. Behälter für das Vesperbrot, s. Kraun.

Aftersiedel

Adelung

after·siedel

Das Aftersiedel , des -s, plur. ut nom. sing. und in der verkleinernden Form, das Aftersiedlein, des -s, plur. ut nom. sing. in den Lehensre…

Amadedel

BWB

Amadedel Band 1, Spalte 1,213f.

aneleitzedel

KöblerMhd

aneleitzedel , st. F. nhd. Anleitzettel, Anleitbrief Q.: DRW (um 1430), Eyb E.: s. aneleiten, zettel W.: nhd. DW- L.: LexerN 3, 26 (anleitze…

anesidel, anesedel

MWB

anesidel, anesedel stN. ‘Wohnsitz, Haus und Hof’, auf dem jmd. ansässig ist: die svne besitzent das ansidel mit reht fvr die tohter SchwSp 7…

ansiedel

DWB

ansiedel , n. habitatio, domicilium, ahd. anasidili ( Graff 6, 310 ), mhd. daʒ ansidel. Schw. sp. 148 Laszb., der ansedel. 128 Wackern., wie…

aschenbrödel

DWB

aschenbrödel , m. cinerarius, ein küchenjunge, der in der asche brodelt und sudelt, brodeln, brudeln, brutzeln wird gesagt vom geräusch koch…

aschenwedel

DWB

aschen·wedel

aschenwedel , m. äschwedel, eigentlich aschbesen, hennebergisch aber für aschenbrödel. Reinwald 2, 23 .

Aussiedel

DRW

aus·siedel

Aussiedel ussidel auswärtiger Höriger von dien ussideln und von eigenen lúten 1306 HabsbUrb. I 65 Faksimile 1344 GrW. I 312 Faksimile

Bädel

MeckWBN

bae·del

Wossidia Bädel m. Bettel Müll. Reut. 11 b . Vgl. Beddel.

беспредел

RDWB2

беспредел разг. Willkür f , kein Gesetz n , Gesetzlosigkeit f , Rechtlosigkeit f в стране царит беспредел - es gibt kein Gesetz im Land, es …

Bissedel

Wander

biss·edel

Bissedel Er ist bissedel. In Vintler's Blume der Tugend werden die Bissedelleute hart mitgenommen. Da der Dichter Vintler vom Adel war, so v…

biutezedel

KöblerMhd

biute·zedel

biutezedel , st. F. nhd. Zettel über den Anteil an der Beute, Schein über den Anteil an der Beute Q.: Chr (14./15. Jh.) E.: s. biute (1), ze…

Blutedel

Wander

blut·edel

Blutedel Blutedel – gutarm. (S. Gutedel.) – Zinkgref, III, 48; Agricola, I, 276. Letzterer hält diese Form für die ursprüngliche.

²bȫdel

MNWB

boe·del

2 bȫdel (böddel) , m. , Büttel, Gerichtsdiener; Scharfrichter, Henker. —

bôk(e)sbü̑del

MNWB

bokes·buedel

bôk(e)sbü̑del , bö̑kebü̑del , m. , Buchbeutel, im bes. Gesangbuchbeutel, °* Spottwort für das übertriebene Festhalten an alten Bräuchen , Sc…

brûwsēdel

MNWB

brûwsēdel Brauerlaubnisschein, Zettel für die Bierakzise.

Ableitungen von edel (10 von 10)

edele

Lexer

edele adj. s. edel;

entedele

BMZ

entedele swv. mache unedel. Mart. 26.

entedelen

Lexer

ent-edelen swv. BMZ unedel machen Mart. Myst. 2. 125,26. entadelen, denobilitare Dfg. 173 b .

geedelen

KöblerMhd

geedelen , sw. V. nhd. adeln Q.: Seuse (1330-1360) (FB geedeln) E.: s. ge, edelen W.: nhd. DW- L.: Hennig (geedelen)

unedel

DWB

unedel , adj. adv. , gegentheil von edel. ahd. unedili Graff 1, 142 ; ags. unæþele; afries. unethel, onedel; mhd. unedele, unedel; mnd. uned…

unedele

Lexer

un-edele stf. ib. unedle geburt Myst. 1. 355, 23 ;

unedelen

Lexer

un-edelen swv. BMZ intr. unedel werden Ms. ( H. 2,136 b ). wâ daʒ adel unedelt Mgb. 238,16.

unedellich

Lexer

un-edellich adj. BMZ = unadellich. unzuht diu heiʒt unedellich Jüngl. 44. unedellîcher muot Msh. 2,191 b ;

veredelen

Lexer

ver-edelen swv. intr. aus edler art schlagen, entarten. der veredelt, der ist ein gebûr Jüngl. 1166. swâ veredelt ein jagehunt, der ist bœse…

Veredelung

Wander

Veredelung Die Veredelung eines Volks ist besser als dessen Vergrösserung. Inschrift im ägyptischen Palast der Wiener Weltausstellung.