Eintrag · Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke)
edele
1. von menschen, wol geborn, d. h. von hoher geburt; ausgezeichnet durch vortreffliche eigenschaften. — Nur dem hohen adel oder den dynasten kam das prädicat edel zu; der besitz einer burg war dazu nicht hinreichend. vgl. Kopp bilder s. 26. edel hatte den rang vor vrî. diu edele und diu frîe Maria 1288. Diut. 1,411. 483. ir claget, daʒ ich niht sî ein edel man Gregor. 2350 (nirgends aber erscheint ein zusammengesetztes subst. gleich unserm 'edelmann'). edel unde rîch Iw. 122. 128. 242. Nib. 4,1. diu edele und diu schœne Iw. 267. der edel der hochgeborne MS. 2,205. b. der edel tôre Iw. 128. edel, rîcher lîp MS. 2,128. b. swer edel ist von mâgen unde niht von muote der brichet sîner edelen worte huote MS. 2,129. a. man giht daʒ nieman edel sî wan der edellîchen tuot MS. 2,161. b. Vrid. 54,6. 64,13. MS. 2,120. a. 128. 129. 177. b. 253. a. edeliu herzen Trist. 170. diu edeln wîp, ein edeliu frouwe Wigal. 5398. 5401. keiser, edel von geburt Silv. 3574.
2. von thieren; dem edeln tiere (dem lewen) Iw. 144.
3. von dingen: der edel stein (nie vereint); swer edel stein in kupfer legen wolde MS. 2,129. a. diu edele salbe Iw. 133. edeliu kriuter g. sm. 1325. daʒ er pflege edeler sîte MS. 2,119. a. edeliu veder Wigal. 2410. von edelme golde Barl. 152,18. der slange wart verwandelôt in eine gerte: daʒ was ein zeichen edele Exod. fundgr. 2, 93,33. an andern stellen vil scône, vil grôʒ, urmâre (fundgr. 2,94,38).