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Edel

mhd. bis spez. · 20 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Campe
Anchors
27 in 20 Wb.
Sprachstufen
7 von 16
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61

Eintrag · Campe (1807–1813)

Edel adj., adv.

Bd. 1, Sp. 814a
Edel, edler, edelste, adj. u. adv. 1) Einen höhern Werth als Andere seiner Art besitzend, sich durch anerkannte Vorzüge vor Andern auszeichnend; ehemahls gleichbedeutend mit adelig. Die Edlen des Volkes. »Die Edelsten des Volkes sind auf deiner Höhe erschlagen.« 1 Sam. 1, 19. I weiterer Bedeutung auch von leblosen Dingen. »Er wird sein Füllen an den Weinstock binden, und seiner Eselinn Sohn an den edlen Reben.« 1 Mos. 49, 11. »Da sind edle Früchte vom Himmel — da sind edle Früchte von der Sonnen«  5 Mos. 33, 13. »Nimm die besten Spezereien, die edelsten Mirrhen.« 2 Mos. 30, 27. I den Bergwerken versteht man unter einem edlen Gange, edlem Gebirge und edlem Erze einen reichhaltigen Gang, ein reichhaltiges Gebirge und Erz. Edle Metalle sind solche, welche im Feuer unverändert bleiben, als Gold und Silber; in Gegensatz der unedlen. Edle Geschicke heißen in den Bergwerken, verschiedene dem Gange zuschaarende oder zufallende Klüfte und schmale Trümmer, welche demselben mehr Metalltheile zuführen oder ihn veredeln. Bei den ältern Pflanzenlehrern werden viele Pflanzen edel genannt, z. B. edel Gamanderlein, edel Leberkraut , um sie von den andern gemeinen weniger kräftigen Arten zu unterscheiden. So nennen die Jäger einen völlig ausgewachsenen Hirsch einen edlen Hirsch und alles, was ein hirschgerechter Jäger verstehen muß, die edle Jägerei. Ein hirschgerechter Jäger selbst hieß bei ihnen sonst ein edler Jäger oder Weidmann. So dient es auch noch als Ehrentitel für Personen bürgerliches Standes, den man jedoch schon für zu gering hält, und durch Hinzusetzung der Wörter hoch und wohl zu erhöhen sucht, hochedel, wohledel, obgleich ehemahls edel der höchste Ehrentitel war, den sich Fürsten und Grafen beilegten, indem sie sich edle Herren, edle Fürsten, edle Grafen nannten. 2) Den höchsten Grad sittlicher Größe in Gesinnungen und Handlungen besitzend, zeigend. Edle Gesinnungen und Handlungen. Ein edler Mensch. Ein edles Betragen. Edel denken und handeln. »Wie edel gesinnt ist ihre Seele.« Gellert. Edlere nennst du die Söhne Gewappneter, die in der Vorzeit Tugend des Doggen vielleicht adelte, oder des Wolfs? Wer dich erhob vom Adel, die edlere Menschlichkeit, schmähe sie Als unadlichen (unadligen) Tand. Nenne sie Adliche (Adlige), Freund. Voß. I weiterer Bedeutung, für edler Anstand, edle Mienen, der Ausdruck edler Gesinnung und Denkart. Welch edler Anstand herrscht in seinen jungen Mienen. Weiße. Ein edler Stolz, der auf richtiger Selbstschätzung seines Werthes beruht. Die edle Schreibart, in der eine strenge Auswahl der besten Wörter und Gedanken beobachtet wird; in Gegensatz der gemeinen und niedrigen. Das Edle in den schönen Künsten, das sich über gemeine Bilder und Vorstellungen erhebt. Ein Mahler kann auch gemeine Sachen edel behandeln.
2781 Zeichen · 43 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    edelstf.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +9 Parallelbelege

    edele , edel ( ahd. adali , edili Graff 1,141 ) stf. edle abstammung. ir süeʒe ir edele ir herze ir muot MS. 1,32. a. di…

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    edelAdj.

    Köbler Mnd. Wörterbuch

    edel , Adj. Vw.: s. ēdel

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Êdel

    Adelung (1793–1801) · +6 Parallelbelege

    Êdel ,

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    edel

    Goethe-Wörterbuch

    edel Flexion ganz überwiegend -dl-; in der Frühzeit gelegentl Wechsel von ‘edeln’ u ‘edlen’ in Dat u Akk Sg u im Dat Pl.…

  5. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Edel

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Edel (althochd. edili ) heißt alles, was sich innerhalb seiner Gattung über das Gewöhnliche erhebt, im Gegensatz zum Nie…

  6. modern
    Dialekt
    Edel

    Elsässisches Wb. · +5 Parallelbelege

    Edel m. Edelwein:

  7. Spezial
    edel

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    edel adj. 1 (adlig) nobl (-i, -a) 2 (kostbar) prezius (-sc, -iosa), costus (-sc, -tosa) 3 (reinrassig) de pura raza 4 (g…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit edel

704 Bildungen · 486 Erstglied · 208 Zweitglied · 10 Ableitungen

edel‑ als Erstglied (30 von 486)

Edelapfel

SHW

Edel-apfel Band 2, Spalte 11-12

Edelbeere

SHW

Edel-beere Band 2, Spalte 11-12

edelfaul

SHW

edel-faul Band 2, Spalte 11-12

edelfirn

SHW

edel-firn Band 2, Spalte 13-14

Edelfrau

SHW

Edel-frau Band 2, Spalte 13-14

Edelleute

SHW

Edel-leute Band 2, Spalte 13-14

Edelmann

SHW

Edel-mann Band 2, Spalte 13-14

edelreif

SHW

edel-reif Band 2, Spalte 13-14

Edelsau

SHW

Edel-sau Band 2, Spalte 13-14

Edelstein

SHW

Edel-stein Band 2, Spalte 13-14

Edeltanne

SHW

Edel-tanne Band 2, Spalte 13-14

Edelweiß

SHW

Edel-weiß Band 2, Spalte 13-14

Edel (Adj.)

Wander

Edel (Adj.) Edel (Adj.). 1. Da man schrieb den Edel und Vest, da stund die Sach' am allerbest'; da man schriebe: Hochgebohrn, da war Hopff'n…

edelarm

Lexer

edel·arm

edel-arm adj. BMZ von geburt u. gesinnung edel aber dabei arm Er. ; vgl. die edelen armen Freid. 40,16.

edelarme

KöblerMhd

edel·arme

edelarme , sw. M. nhd. verarmter Adeliger E.: s. edelarm W.: nhd. DW2- L.: Hennig (edelarme)

Edelbad

Idiotikon

edel·bad

Edelbad Band 4, Spalte 1013 Edelbad 4,1013

Edelbalcheⁿ

Idiotikon

Edelbalcheⁿ Band 4, Spalte 1192 Edelbalcheⁿ 4,1192

edel als Zweitglied (30 von 208)

bedel

KöblerAfries

*bedel , st. M. (a) Vw.: s. bedeldei

bredel

KöblerAhd

*bredel , Sb. nhd. ? ne. ? Q.: bergam. bradela, Schemel, bresc. predela, kleine Steinplatte, mantuan./romagn. pradella, Schemel, moden. pred…

Brummschädel

RDWB1

Brummschädel m (Lakune) у кого-л. голова трещит идиом. , разг. ; у кого-л. голова как котёл идиом. , разг. ; у кого-л. голова раскалывается …

Schädel

RDWB1

Schädel m (nicht immer "череп") голова scharf geschorene Schädel - выстриженные головы Tastet man einem Neugeborenen den Schädel ab, so beme…

Abendbrootsbüdel

MeckWBN

Wossidia Abendbrootsbüdel m. Behälter für das Vesperbrot, s. Kraun.

Aftersiedel

Adelung

after·siedel

Das Aftersiedel , des -s, plur. ut nom. sing. und in der verkleinernden Form, das Aftersiedlein, des -s, plur. ut nom. sing. in den Lehensre…

Amadedel

BWB

Amadedel Band 1, Spalte 1,213f.

aneleitzedel

KöblerMhd

aneleitzedel , st. F. nhd. Anleitzettel, Anleitbrief Q.: DRW (um 1430), Eyb E.: s. aneleiten, zettel W.: nhd. DW- L.: LexerN 3, 26 (anleitze…

anesidel, anesedel

MWB

anesidel, anesedel stN. ‘Wohnsitz, Haus und Hof’, auf dem jmd. ansässig ist: die svne besitzent das ansidel mit reht fvr die tohter SchwSp 7…

ansiedel

DWB

ansiedel , n. habitatio, domicilium, ahd. anasidili ( Graff 6, 310 ), mhd. daʒ ansidel. Schw. sp. 148 Laszb., der ansedel. 128 Wackern., wie…

aschenbrödel

DWB

aschenbrödel , m. cinerarius, ein küchenjunge, der in der asche brodelt und sudelt, brodeln, brudeln, brutzeln wird gesagt vom geräusch koch…

aschenwedel

DWB

aschen·wedel

aschenwedel , m. äschwedel, eigentlich aschbesen, hennebergisch aber für aschenbrödel. Reinwald 2, 23 .

Aussiedel

DRW

aus·siedel

Aussiedel ussidel auswärtiger Höriger von dien ussideln und von eigenen lúten 1306 HabsbUrb. I 65 Faksimile 1344 GrW. I 312 Faksimile

Bädel

MeckWBN

bae·del

Wossidia Bädel m. Bettel Müll. Reut. 11 b . Vgl. Beddel.

беспредел

RDWB2

беспредел разг. Willkür f , kein Gesetz n , Gesetzlosigkeit f , Rechtlosigkeit f в стране царит беспредел - es gibt kein Gesetz im Land, es …

Bissedel

Wander

biss·edel

Bissedel Er ist bissedel. In Vintler's Blume der Tugend werden die Bissedelleute hart mitgenommen. Da der Dichter Vintler vom Adel war, so v…

biutezedel

KöblerMhd

biute·zedel

biutezedel , st. F. nhd. Zettel über den Anteil an der Beute, Schein über den Anteil an der Beute Q.: Chr (14./15. Jh.) E.: s. biute (1), ze…

Blutedel

Wander

blut·edel

Blutedel Blutedel – gutarm. (S. Gutedel.) – Zinkgref, III, 48; Agricola, I, 276. Letzterer hält diese Form für die ursprüngliche.

²bȫdel

MNWB

boe·del

2 bȫdel (böddel) , m. , Büttel, Gerichtsdiener; Scharfrichter, Henker. —

bôk(e)sbü̑del

MNWB

bokes·buedel

bôk(e)sbü̑del , bö̑kebü̑del , m. , Buchbeutel, im bes. Gesangbuchbeutel, °* Spottwort für das übertriebene Festhalten an alten Bräuchen , Sc…

brûwsēdel

MNWB

brûwsēdel Brauerlaubnisschein, Zettel für die Bierakzise.

Ableitungen von edel (10 von 10)

edele

Lexer

edele adj. s. edel;

entedele

BMZ

entedele swv. mache unedel. Mart. 26.

entedelen

Lexer

ent-edelen swv. BMZ unedel machen Mart. Myst. 2. 125,26. entadelen, denobilitare Dfg. 173 b .

geedelen

KöblerMhd

geedelen , sw. V. nhd. adeln Q.: Seuse (1330-1360) (FB geedeln) E.: s. ge, edelen W.: nhd. DW- L.: Hennig (geedelen)

unedel

DWB

unedel , adj. adv. , gegentheil von edel. ahd. unedili Graff 1, 142 ; ags. unæþele; afries. unethel, onedel; mhd. unedele, unedel; mnd. uned…

unedele

Lexer

un-edele stf. ib. unedle geburt Myst. 1. 355, 23 ;

unedelen

Lexer

un-edelen swv. BMZ intr. unedel werden Ms. ( H. 2,136 b ). wâ daʒ adel unedelt Mgb. 238,16.

unedellich

Lexer

un-edellich adj. BMZ = unadellich. unzuht diu heiʒt unedellich Jüngl. 44. unedellîcher muot Msh. 2,191 b ;

veredelen

Lexer

ver-edelen swv. intr. aus edler art schlagen, entarten. der veredelt, der ist ein gebûr Jüngl. 1166. swâ veredelt ein jagehunt, der ist bœse…

Veredelung

Wander

Veredelung Die Veredelung eines Volks ist besser als dessen Vergrösserung. Inschrift im ägyptischen Palast der Wiener Weltausstellung.