frei auch -ey, insbes in den nicht von der Korrekturanweisung für die Ausg.l.H. betroffenen Texten (s GWBB41,371,19 Reichel 14.11.26 Beilage [Göttling Korr QuZ 2,404f]
); iVbdg mit Verben gelegentl Zusammenschr, zB freizustehen GWB37,143,12, freigeschenkt GWB13
2,239 Vs 2, freientwickelt GWB16,479 Vs 510 Var,
vgl auch die nachfolgenden Lemmata; vereinzelt allzufrei GWB20,113,9 GWBN7,264 1
ohne räuml od körperl Einengung durch Angrenzendes, Umschließendes, Bedeckendes uä, ohne Ausfüllendes u Abstützendes a
iSv isoliert, unverbunden, nicht angelehnt, herausragend, mehrf in Vbdgn wie ‘f. stehen, f. liegen’; in der wiss Naturbeobachtung von Gesteinen, Pflanzen, Knochen, im ästhet Bereich von einzelnen Architekturelementen uä [
Steinbruch bei Tennstädt] daß zwischen zwey Lagen sich härtere Nieren bilden, die bald
f. dazwischen liegen, bald einer oder der andern entschieden angehören GWBN13,358,25 MinGeol Plp Der Quarz kann lang in Gängen Gepreßt .. seyn und dann wenn er frey wird wenn seine inneren Theile und innere Natur sich nach ihren eigenen ewigen Gesetzen zusammen finden können, dann entsteht der Christall GWBN13,317,20 Min Geol Plp [
Theorie des Abbé Laugier] ihre [
der Säule] Natur ist, freizustehn. Wehe den Elenden, die ihren schlanken Wuchs an plumpe Mauern geschmiedet haben! GWB37,143,12 Von dtBaukunst 1773 GWBN7,60,9 SpiralTend GWBN8,28,12 VglAnatomie 6 GWB26,38,3 DuW 1
uö von einem Felsen, Gipfel, Hügel uä, auch von der Lage einer Stadt, eines Hauses od Gartens [
vom Wolfsberg] Die eigentliche Örtlichkeit dieser ansehnlichen ringsumher f-en .. höchst bedeutenden Höhe GWBN9,112,3 Wolfsbg Vor Goslar nach dem Lande zu steht eine Sandsteinklippe
f. [< lose], sie hat sich bloßstehend erhalten, da die benachbarten verwittert sind GWBN9,157,26 Harzreise 1784 ich habe .. auf den Dornburger freyen Höhen .. den atmosphärischen Phänomenen meine Aufmerksamkeit gewidmet GWBB45,319,1 Sternbg 29.6.29 [
in Neapel] gegen die hiesige f-e Lage kommt einem die Hauptstadt der Welt im Tibergrunde wie ein altes übelplacirtes Kloster vor GWB31,23,17 ItR GWBB23,362,7 Christiane 7.6.13
uö b
weit, übersichtlich; von einem ausgedehnten Gelände, insbes flachen (Fluß-)Landschaften, auch dem neuen engl Garten Kaum hatte ich meinen Freund, der sich lieber in f-er Landschaft am Strom unter Menschen befand, hieher [
in die Wälder] genöthiget GWB27,14,6 DuW 6 Niemand glaubt sich in einem Garten behaglich, der nicht einem f-en Lande ähnlich sieht; an Kunst, an Zwang soll nichts erinnern, wir wollen völlig frei und unbedingt Athem schöpfen GWB20,296,6 Wv II 8 [
Parkanlagen in Wörlitz iUz Ilmtal] eine flache, f-e, wasserreiche Gegend hatte mit einer hügelig-abwechselnden nichts gemein GWBN6,230,1 PflanzenkultWeim
uö mehrf in Vbdgn wie ‘f-e Welt, f-e Natur’ für einen durch seinen Gegensatz zu häusl, städt, höf od päpstl-kathol Enge u emotionaler Einschränkung definierten Erlebnis- u Erfahrungsraum [
üb Wilh] In eine Stadt gesperrt, in’s bürgerliche Leben gefangen, im Häuslichen gedrückt .. was er etwa auf einem Spaziergange von f-er Welt sah, ging nie in ihn hinüber, er war zum Besuch in der herrlichen Natur GWB51,42,26 ThS I 12 Ich gewöhnte mich .. zwischen dem Gebirg und dem flachen Lande hin und her zu wandern .. Mehr als jemals war ich gegen offene Welt und f-e Natur gerichtet. Unterwegs sang ich mir seltsame Hymnen .. wovon noch eine, unter dem Titel Wanderers Sturmlied, übrig ist GWB28,119,14 DuW 12 [
mBez auf die 2. Schweizer Reise] Das erstemal dass wir nach einer langen nicht immer fröhligen Zeit aus dem Loche in die freye Welt kommen GWBB4,144,5 Lavater [3./5.12.79 Korr SchrGG 16,89] GWB29,133,25 DuW 19 DjG
3 5,93,7 Stella
1 III GWBN6,106,17 BotanStudien [1831]
uö im Bild u metaphor: ‘f-es Feld, f-er Garten, f-e Region’ uä für ein der wiss, künstlerischen od allg menschl Tätigkeit neue Möglichkeiten eröffnendes Gebiet hier [
in der Medizin] sah er [
Jungius] sich unmittelbar in die Natur getrieben, und einmal in diesem f-en Felde, fühlte sein weit umblickender Geist den Drang, sich nach allen Richtungen auszubreiten GWBN7,108,14 Jungius als meine Verbindung mit Schillern mich aus diesem wissenschaftlichen Beinhaus [
betr Arbeiten zum Zwischenkieferknochen] in den f-en Garten des Lebens rief GWBN8,125,24 ZwKnoch [1819] GWB7,66,8 DivNot
uö c
in Vbdgn u Wdgn, die den Gegensatz zu Innenräumlichkeit, Gedrängtheit (metaphor als Befangenheit, Bedrückung) uä beschreiben α
‘in f-er Luft, unter f-em Himmel’ uä, auch ‘f. stehen, f. liegen’; meist in positiver Prägnanz Naturnähe, Freiheit, Fülle des Lichts, auch die Ungebundenheit eines heiteren, glückl bzw eines künstlerischen Lebens hervorhebend, seltener mit negativem Akzent: ohne schützendes Dach üb sich [
mBez auf den Park an der Ilm] Die Neigung der damaligen Zeit zum Leben, Verweilen und Genießen in f-er Luft GWB36,233,23 BiogrEinzh was Tag sei, wissen wir Cimmerier kaum .. denn wie viel Zeit können wir uns unter f-em Himmel .. ergehen und ergötzen? GWB30,70,19 ItR Die Kanonade hatte kaum aufgehört, als Regen und Sturm .. einen Zustand unter f-em Himmel, auf zähem Lehmboden höchst unerfreulich machten GWB33,75,25 Camp GWBB4,214,2 ChStein 2.5.80 GWB23,114,12 Lj VII 8 GWB30,64,2 ItR
uö iGz geschlossenen Innenraum als Ort der manipulierbaren natwiss Beobachtung u iGz phys Gedränge, zum Raum unter der Erde u unter Wasser [
Beobachtung von Farbphänomenen] dasjenige hier unter f-em Himmel so frisch und natürlich zu sehen, weßhalb sich die Lehrer der Physik schon fast hundert Jahre .. in eine dunkle Kammer einzusperren pflegten GWB33,29,15 Camp [
zum Karnevalsende] die Wärme .. das Geschrei .. machen zuletzt selbst den gesundesten Sinn schwindeln .. .. endlich jeder .. auf dem nächsten Platze f-e Luft und Erholung sucht GWB32,269,9 ItR [
Faust:] Die hohlen Waffen aus der Säle Grüften | Empfinden sich erstarkt in f-en Lüften GWBFaust II 10765
uö ‘f-es Tages-, Sonnenlicht’ iUz dem im Innenraum od durch die Camera obscura eingeschränkten Licht GWB34
1,74,24 KuARheinMain GWBN1,138,14 FlD 336
uö ‘f-es Lokal’ für den naturgemäßen Bildraum der neuzeitl Malerei GWB34
1,180,21 KuARhein Main
in Wdgn wie ‘f. wachsen, in die f-e Erde, in f-em Land säen’ gärtnerisch für das Freiland Ich hatte .. in die f-e Erde Kressensamen gesäet GWBN7,311 Versuche übWachstum dPfl GWBB34,164,15 CarlAug [28.3.21 Korr Wahl 3,20] K
uö β
‘im F-en’, vereinzelt ‘in dem F-en’: in der Natur (in der Landschaft, dem Garten, auch polemisch iUz begrenzten barocken Garten, in der frischen Luft), seltener auf Straßen u Plätzen; häufig als Ort des neuen Naturgenusses, der phys u psych Erholung, auch einer gesellschaftl Kommunikation; sehr selten negativ konnotiert als unbehagl od bedrohl; auch iZshg natwiss Beobachtung [
aus Jena] Ich habe die schönsten Stunden im freyen gehabt. Das Thal ist im Nebel und halb Lichte gar schön GWBB7,140,19 ChStein [13.12.85] die Gespielen | Sagen mir .. | Daß ich besser sollte fühlen | Was Natur im F-en beut. | Bin ich hinter diesen Mauern, | Diesen Hecken, diesem
[] Bux, | Wollen sie mich nur bedauern GWB3,54 Hauspark 4 Auch war ihre [
Ottilies] ganze Sinnesweise dem Hause und dem Häuslichen mehr als der Welt, mehr als dem Leben im F-en zugewendet .. daß sie nur aus geselliger Pflicht Abends länger draußen verweilte GWB20,90,8 Wv I 8 Die Enge und Beschränktheit der meisten Häuser [
von Pompeji] .. führt uns auf ein Volk, welches, durchaus im F-en, in städtischer Geselligkeit zu leben gewohnt GWB49
1,171,24 Üb:Zahn,Pompeji GWBB37,185,7 Nees 22.8.23 GWB28,15,19 DuW 11 GWB24,69,13 Wj I 5 GWBN5
1,251,13 EntoptFarb
uö übertr iSv in der Gesellschaft (iGz Innerlichkeit) GWBB43,368,10 Varnhagen [8.11.27] K γ
‘das F-e suchen’, ‘sich ins F-e, gegen das F-e wenden, f-en Boden gewinnen’ uä so schob er [
der Junker] Lucidor’n in den Gerichtssaal. .. Er wollte das F-e suchen, fand sich aber gefangen. .. die Thüre verschlossen GWB24,158,9 Wj I 9 waren sie .. aus dem Wald ins Freye [> auf eine Blöße GWB24,57,7 Wj I 4] gekommen GWB25
2,15 Var so wendeten sie [
die Arkadier] sich in’s F-e, in ländliche Gartenumgebungen .. der Gewinn, sich der Natur zu nähern und in frischer Luft den uranfänglichen Geist der Dichtkunst zu ahnen GWB32,216,16 ItR Claude Lorrain, der nun ganz ins F-e, Ferne, Heitere, Ländliche, Feenhaft-Architektonische sich ergeht GWB49
2,244,30 LandschaftlMalerei Entw [1829] GWB31,197,2 ItR GWB25
1,41,1 Wj II 11 GWB30,272,15 ItR
uö im Bild u metaphor iGz geistiger Enge, abergläubischer Befangenheit, seel Bedrückung, konspirativem Geheimnis, auch verbunden mit der Vorstellung vom Kampffeld u Deckung Laß im Irrthum sie gebettet, | Suche weislich zu entfliehn, | Bist in’s F-e du gerettet, | Niemand sollst du nach dir ziehn GWB3,242 ZXen I 216 [
Faust, mBez auf die Rede der allegor Figuren ‘Mangel, Schuld, Sorge, Not’:] Es tönte hohl, gespensterhaft gedämpft. | Noch hab’ ich mich in’s F-e nicht gekämpft. | Könnt’ ich Magie von meinem Pfad entfernen, | .. Stünd’ ich, Natur! vor dir ein Mann allein GWBFaust II 11403 [
Eugenie:] Der innre Zwist unsicherer Parteien, | Der nur in düstern Höhlen sich geneckt, | Er bricht vielleicht in’s F-e bald hervor! | .. Und droht Vernichtung aller Welt umher GWBNatT 1937 GWB7,37,6 DivNot GWB3,239 ZXen I 163 GWB24,321,24 Wj II 5 Mann v50Jahren GWBB5,302,11 ChStein 7.[4.82]
uö d
losgelöst; frei beweglich [
Phorkyas:] Ängstlich ruft die Mutter [
zu Euphor]: springe wiederholt und nach Belieben, | Aber hüte dich zu fliegen, f-er Flug ist dir versagt GWBFaust II 9608 [
Ram:] Morgens, wenn sie [
die Ehefrau] über die Straße ging, mit f-en Haaren und niedlichem Jäckchen GWB45,155,23 RamNeffe GWB13
1,146 NachspIffland,Hagestolzen 221 [Peucer/G] GWB3,343 ZXen V 1516
uö ‘der F-e’: die aus einer Maschenreihe gelöste Nadel in einer Strickarbeit, mit metaphor Nebensinn GWB2,104 MagNetz 15
‘ins F-e fallen’ rechtssprachl Wdg für: zu herrenlosem Gut werden daß einer, der ein junges Weib zurückläßt, um ferne Weltgegenden zu besuchen, als ein solcher anzusehen ist, der irgend ein anderes Besitzthum völlig derelinquirt .. Wie es nun dem Ersten Besten erlaubt ist, eine solche völlig in’s F-e gefallene Sache wieder zu ergreifen, so .. GWB18,180,2 Unterhaltungen GWBA(N13,350,20) NachrBergb Ilmenau [Mai 81]
uö e
in seiner Ausdehnung unbegrenzt; offen α
vom Meer, Äther, Horizont ein englisches Schiffstau [
gesandt mBez auf das Gleichnis in Wv] mich in meiner mittelländischen, einsamen Klosterstube besucht, und mich .. an das f-e Weltmeer .. erinnert GWBB24,103,3 Albers 11.1.14 K [
Pater Seraphicus zu den seligen Knaben:] Denn das ist der Geister Nahrung | Die im f-sten Äther waltet, | Ewigen Liebens Offenbarung GWBFaust II 11923 GWB28,35,10 DuW 11 GWBFaust II 11177
uö β
von offenem Gewässer, flammendem Feuer Unter die damaligen Verrücktheiten .. gehörte .. das Baden im f-en Wasser GWB29,94,9 DuW 18 [
Homunc:] An großer Fläche fließt Peneios
f., | Umbuscht, umbaumt, in still- und feuchten Buchten GWBFaust II 6952 [
Meph u die Dreie, mBez auf die Hütte v Philemon u Baucis:] Von Kohlen, rings umher gestreut, | Entflammte Stroh. Nun lodert’s
f., | Als Scheiterhaufen GWBFaust II 11368 GWBN10,39,23 Augite
uö f
leer, auch iSv geräumig; unbedeckt, auch iSv unbekleidet; ‘f. von’: ohne best Bestandteile, Erscheinungen, Eigenschaften; öfter in mehr od weniger lockeren Vbdgn mit Verben: ‘f. (von etw) machen’: von etw befreien, ‘f. von etw bleiben’: von etw verschont bleiben [
Darstellung des Kölner Doms] Man sieht das unvollendete Gebäude auf einem f-en Platz, indem .. jene Reihe Häuser .. weggelassen GWB49
2,177,6 Herstellg StraßbMünster Man hat es [
das Kind] in .. wollne Tücher reinlich eingehüllt .. nur das Gesichtchen ist
f. GWB20,364,17 Wv II 14 Ein Quarzgestein, vom Thon nicht ganz
f. GWBN9,406 MinGeol Plp Ungewöhnlich hoher .. Barometerstand .. Nord- und Ostwind, konnte jedoch den bewölkten Himmel nicht frey machen GWBTgb 2.3.30 Der Bart entflammt .. | Zu löschen läuft die Schaar herbei, | Doch keiner bleibt von Flammen
f. GWBFaust II 5939 GWB36,385 TuJ Var GWB1,210 Die ersteWalpurgisnacht 2 GWB15
2,141 Faust II Plp
uö nicht belegt, von Quartier, Zimmer; einmal ‘f. gelassen’ iSv (militär) unbesetzt; auch metaphor von rechtsfreien Räumen GWBB21,305,27 Christiane 19.5.10 GWB49
2,67,16 PlastAnatomie GWB35,67,10 TuJ
uö g
idWdg ‘aus f-er Hand’: ohne Anlehnung, freihändig, vom Schützen GWB43,344,16 Cell II 12 2
‘f-e Zeit, Augenblicke, Stunden’ uä: verpflichtungsfreie Zeit der Ruhe u Muße, häufig poet od wiss Arbeiten od der Korrespondenz gewidmet [
der Greis üb Humanus:] Daß er des Vaters strenges Wort verehrte, | Und willig war, wenn jener rauh und scharf | Der Jugend f-e Zeit mit Dienst beschwerte GWB16,178 Geheimnisse 197 In meinem Garten am Park schreibe ich Gegenwärtiges, wo mir so manche freye [< ruhige] Stunde gegönnt ist GWBB42,203,21 Gries 2.6.27 die wenigen Tage [
beim Rosalienfest] .. wo das gute Mädchen ohne allzu strenge Aufsicht umhergehn und einiger freyen festlichen Tage genießen konnte GWB31,298 ItR Var Der erste freye behagliche Augenblick soll treu freudiger Erwiderung gewidmet seyn GWBB47,228,12 WHumboldt 17.9.30 GWB51,78,9 ThS I 20 GWBB44,432,28 Soret [Mitte Jul 28] K GWB25
1,105,5 u 244,13 Wj III 4u13
uö 3
steuer-, abgaben-, schuldenfrei; unentgeltlich, kostenlos [
Kaiser zu den Fürsten:] Zwar habt ihr den Besitz als Herren völlig
f., | Mit dem Beding jedoch, daß er untheilbar sei GWBFaust II 10967 Er [
der Sekretär des Grafen] versprach [
den Schauspielern] .. f-e Wohnung und Tafel auf dem Schlosse GWB52,91,2 ThS IV 15 Nöthig sind diese beiden Declarationen [
des Inhalts einer Kiste] damit die Rücksendung frey einpassire GWBB40,9,21 Carl 10.8.25 K A1,400,18 Votum [18.10./1.11.85] GWBB30,67,9f TheaterKomm [2. Hälfte Okt 98] GWBB51,249 Cotta 23.1.09
uö 4
unbehindert, unbeeinträchtigt a
ohne Fessel, ohne Restriktionen, ungebunden α
nicht gefangen, verbannt; nicht durch Not od Krankheit behindert; nicht durch Verpflichtungen, Versprechen gebunden [
Faust zu Meph:] Als Missethäterin im Kerker .. eingesperrt das holde unselige Geschöpf! .. .. Sie soll
f. sein! GWBFaust I TrübTag 64 [
Dämon der Unterdrückung, [] nachdem er Liebe und Glaube hat fesseln lassen:] Allein die Hoffnung schweift noch immer
f., | Mein Zauber winke sie herbei! GWB16,359 Epimen 507 Sie [
Therese u Lothario] waren durch ein sonderbares Schicksal auf ewig getrennt, Therese hielt sich für
f., und hatte von einer Heirath .. als von einer Sache gesprochen, die sich von selbst versteht GWB23,141,15 Lj VIII 1 Tasso 1663u3273 GWBIph
2 1607 GWB8,143,17 Götz
2 V
uö ‘f-es Leben’ iGz geregelten, überwachten Leben des Schülers, des Militärs; ‘f-e Liebe’ iUz ehelichen Liebe In einem strengen Dienste [
Militärdienst] .. war seine [
des Offiziers] gute Seele, die in einem f-en und willkürlichen Leben ihre Schönheit würde gezeigt .. haben, gänzlich verdruckt GWB51,256,20 ThS III 11 GWB53,13 Vs 102 VenEpigrNachtr 28
uö metaphor Liebchen, ach! im starren Bande | Zwängen sich die f-en Lieder, | Die im reinen Himmelslande | Munter flogen hin und wieder GWB6,56 Vs 2 DivLiebe β
von Presse u Buchdruck: durch keine Zensur behindert Presse du bist wieder frey | Jeder wünscht die Freyheit sich | Andre brav zu pressen GWB5
2,403 Vs 1 Kaum wird durch Buchdruckerei Cultur allgemeiner verbreitet, so macht sich schon die Censur nöthig, um dasjenige einzuengen, was bisher in einem natürlich beschränkten Kreise
f. gewesen war GWBN3,213,20 FlH IV
uö γ
chem-physikal mBez auf ungesättigte Säure u sich entladende Elektrizität daß bey den metallischen Auflößungen ein Theil freye Säure | die nicht mit M[
etall] S[
olution] gesättigt | befindl. sey GWBN5
2,110,24 FlD III Plp GWBN12,206 Instrukt meteorolBeob [wohl Schrön] b
uneingeschränkt α
von Entwicklung, Wachstum, Bewegung; mehrf ‘f-er Zutritt’; in namenhaften Vbdgn wie ‘f-es Zeicheninstitut’, ‘f-e Zeichenschule’ (vereinzelt Großschreibg) im Hinblick auf den freien Zugang; einmal militärsprachl ‘f-er Abzug’ [
üb das Blatt] auf mastig strotzender Fläche, | Scheinet die Fülle des Triebs
f. und unendlich zu sein GWB3,86 MetamPfl Eleg 32 [
üb CFWolff] Das Wort Kraft. Es sollte nicht Evolution seyn auch nicht Epigenese im angenommenen Sinn .. weil alle diese Worte den Begriff eines freyen Werdens beschräncken GWBN13,51,3 Üb:CFWolff Plp Schön nennen wir ein vollkommen organisirtes Wesen, wenn wir uns .. denken können, daß ihm ein mannichfaltiger freyer Gebrauch aller seiner Glieder möglich sey N(GOETHE14/15,145) Schönheit organNaturen GWB30,200,15 ItR GWBB28,166,17 Meyer 4.7.17 GWB39,114,4 Götz
1 III
uö in bildhaften Wdgn wie ‘f-e Hand, f-es Spiel, f-en Spielraum, f-e Bahn, f-en Lauf haben’: positiv für ungehindertes Handeln u Wirken, mit negativem Akzent für zügelloses Agieren [
zum osteol Typus] Die lebendige Natur könnte nicht so viel mannigfaltige Wesen hervorbringen wenn sie nicht überall freye Hand bey der großen Bestimmtheit hätte GWBN13,212,25 Morph Plp [
mBez auf DuW] daß sie [
die dt Leser] vor allem Neuen .. eine ängstliche Apprehension fühlen, und daher den Miswollenden freyes Spiel geben GWBB22,250,18 Rochlitz 30.1.12 Wegen des Preises [
der Propyl] haben Sie völlig freye Hand GWBB13,294,20 Cotta 17.10.98 GWBB8,295,23 CarlAug 17.11.87 GWB31,111,5 ItR
uö auch ‘sich f. machen’: von einem autokrat Herrscher für die Aufhebung einschränkender Konventionen zugunsten absolutist Gewaltausübung GWB8,268,24 Egm IV β
ästhet: von uneingeschränkter Entfaltung, auch bezogen auf Schriftzüge (teilw iVbdg mit ‘schön, leicht, flüssig’) [
mBez auf aufziehende Figuren des ‘Götz’] Naht
f. entwickelt sich ein reich Gebild [Naht sich ein freyentwickeltes Gebild
Var]. | .. Die bunten Züge mustert freundlich mild GWB16,281 Maskenz 1818 Festz 510 GWBFaust II 9095 GWB20,59,19 Wv I 5
uö in der Wechselbeziehung von Gesetz u Freiheit Natur und Kunst sie scheinen sich zu fliehen, | .. Und wenn wir erst .. | Mit Geist und Fleiß uns an die Kunst gebunden, | Mag
f. Natur im Herzen wieder glühen GWB4,129 Vs 8
‘f-er Vortrag, f-er Pinsel, f-e Behandlung, f-e Manier’ iS einer großzügigen, lockeren Behandlung, einmal negativ iSv willkürlich, frech Abbate Casti .. Vorlesung seiner .. galanten Erzählungen .. sein heiterer f-er Vortrag schien jene geistreichen, übermäßig genialen Darstellungen vollkommen in’s Leben zu bringen GWB32,50,16 ItR die so geistreichen als naiven Einzelnheiten seiner [
Dominico Fetis] Compositionen, durch einen f-en Pinsel empfohlen, hatten sich mir lebendig eingedrückt GWB27,312,12 DuW 10 [
bei Restaurierungsarbeiten] Mazza .. pfuschte meisterhaft; die wenigen alten Originalstellen .. waren seinem f-en Pinsel ein Anstoß GWB49
1, 219,6 Bossi,Leonardo GWBTgb 9.5.00
uö mehrf idVbdg ‘f-es Leben’ mBez auf eine kulturelle Atmosphäre wie metaphor für den lebendigen Ausdruck eines Kunstwerks Dank .. für die .. Zeichnungen .. die uns .. überzeugten .. daß die in Italien angezündete Flamme des guten Stils und eines freyeren [
Korr GWBB50,227] Lebens noch wacker bey Ihnen fortbrennt GWBB19,104,16 Tischbein 24.2.06 [
Schüler:] wird zu meiner Qual | Nie die Copie Original. | Was dort ein f-es Leben hat, | Das ist hier trocken, steif und matt GWB16,151 KünstlersApotheose 17 GWB36,339,22 Zu brüderlAndenkWielands 1813
uö γ
vom Auge, vom Blick, Überblick uä; sehr häufig metaphor iSv unverstellt, unbelastet war das Blau beiden Augen, dem [
durch die Röhre] eingeschränkten sowohl als dem f-en, vollkommen sichtbar GWBN5
1,407,6 Fl WarteSteine [
Meph:] Ich sehe nichts — [
von Fausts Ledatraum] [
Homunc:] .. Du aus Norden, | Im Nebelalter jung geworden, | Im Wust von Ritterthum und Pfäfferei, | Wo wäre da dein Auge
f.! GWBFaust II 6926 das d’Altonische große osteologische Werk .. wo eine weit größere, f-ere, in’s Ganze gehende Übersicht zu gewinnen ist GWBN7,196,12 Princ PhilZool II so daß wir auf dem Puncte standen, uns der rohen Natur wenigstens versuchsweise hinzugeben, wenn uns nicht ein anderer Einfluß [
derjenige Shakespeares] .. zu höheren, f-eren .. Weltansichten und Geistesgenüssen vorbereitet .. hätte GWB28,71,15 DuW 11 GWB25
1,1,8 Wj II 8 GWBB19,458,19 Reinhard 16.11.07
uö auch idVbdg ‘dem Blick f. stehen’: offen zur Betrachtung stehen GWB16,305 Maskenz 1818 Epil 968 δ
im kaufmänn u jur Zshg, insbes vom unbeschränkten Handel, auch übertr vom geistigen Austausch; in Wdgn wie ‘aus f-er Hand verkaufen’ iSv direkt, ohne Zwischenhandel so gewann doch der Bürgerstand dadurch außerordentlich, daß f-er Handel gestattet, besonders der Verkehr mit Auswärtigen völlig ungehindert sein sollte GWBN3,149,27 FlH III Streitfrage über den f-en oder beschränkten Handel GWB28,79,3 DuW 11 Sowohl Decorationen als Garderobe waren an einige Handelsleute versetzt, und ein Notarius hatte den Auftrag von der Directrice erhalten .. in den Verkauf aus f-er Hand zu willigen GWB21,170,7 Lj II 6 GWB42
1,187,6 Carlyle, Schiller
uö ε
chem-physikal mBez auf den disponiblen Zustand anorgan Materie vor der Solideszenz; bei der Gesteinsbildung: ‘f-e Form’ iGz ‘gedrängte Form’ wohl für die sukzessiv entstandene großkristalline (Granit-)Form Das Materielle, Körperliche läßt sich vor der Gestaltung in einem dreifachen Zustand denken. In einem f-en, gedrängten, gehäuften.
[] Der f-e ist die Auflösung. Der gedrängte das Aufgelös’te verdichtet vor seiner Erstarrung GWBN10,75,13f UnorganFormen GWBN9,272,17 BildgErde 5
unabhängig a
als (relative) polit, gesellschaftl Freiheit iSv republikanisch, nicht unter der Herrschaft eines Monarchen od eines Territorialherren; nicht unterdrückt, unterworfen durch eine fremde Macht; mBez auf eine republikan Stadtverfassung auch idVbdg ‘f-e Bürgerschaft’; in der staatsrechtlich relevanten Bezeichnung ‘f-e (Reichs-)Stadt’ für eine reichsunmittelbare, keiner Territorialgewalt unterworfene Stadt [
Treufreund zu den Vögeln:] das f-e Rom, das keinen König über sich leiden konnte GWB17,107,7 Vögel Ein Volk wie die Midianiter, das
f. seiner Bestimmung nachgeht .. muß gebildeter sein als ein solches, das unter fremdem Joche in ewigem Widerstreit mit sich selbst und den Umständen lebt GWB7,165,16 DivNot daß einer f-en Stadt ein freier Sinn gezieme GWB34
1,131,19 KuARheinMain Frankf [
Faust:] Nur der verdient sich Freiheit wie das Leben, | Der täglich sie erobern muß. | Und so verbringt, umrungen von Gefahr, | Hier Kindheit, Mann und Greis sein tüchtig Jahr. | Solch ein Gewimmel möcht’ ich sehn, | Auf f-em Grund mit f-em Volke stehn [< Auf wahrhaft f-em Grund und Boden stehn; Auf wahrhaft eignem Grund und Boden stehn
Var] GWBFaust II 11580 GWB16,380 Epimen 966 GWB18,37,25 Aufgeregten II 3 Gespr(He2,155) Riemer 18.11.06 GWBB40,247,3 Stadt Frankf 13.1.26
uö spött-iron [
Alle:] Uns ist ganz kannibalisch wohl, | .. [
Meph:] Das Volk ist
f., seht an, wie wohl’s ihm geht! GWBFaust I 2295
uö vom Einzelnen, mehrf in Vbdgn wie ‘f-er Ritter, f-er (Reichs-)Bürger, der f-e Engländer’, auch subst ‘der F-e(ste)’ u in Wdgn wie ‘f. geboren sein, sich f. empfinden, fühlen’ daß es dagegen dem f-en Bürger, der sich nicht leicht von jemand will meistern lassen, gar wohl anstehe, an sich selbst gesellige Tugenden auszubilden GWB34
1,118,1 KuARheinMain [
Alba:] Was ist des F-esten Freiheit? — Recht zu thun! .. sie [
die Niederländer] glauben sich nicht
f., wenn sie sich nicht selbst und andern schaden können GWB8,266,16u18 Egm IV [
Thoas:] Gehorche deinem Dienste, nicht dem Herrn. [
Iph:] Laß ab! .. | Ich bin so
f. geboren als ein Mann [Ich bin so
f. als einer von euch! GWB39,391,12 Iph
1] GWBIph
2 1858 Der Amtmann .. lachte heimlich .. über das Ereigniß, daß man so große Anstalten und Aufwand machte, um über dem Meer und im Mittellande sich
f. und thätig zu erweisen GWB25
1,288,15 Wj III 16 GWB20,261,26 Wv II 5 GWB32,79,9 ItR GWB37,358,4 PhysiognFragm Gespr Eckerm 18.1.27
uö in metonym Wdg [
Sopir:] gerechte Götter! straft Sopiren, | Wenn ich, mit diesen f-en [
libre] reinen Händen, | Dem Aufruhr schmeichle GWB9,277 Mahomet 5
‘der F-e’ als Standesbezeichnung [
Gottfr:] Hab ich nicht .. gewiessen, dass ich besser als einer fühle .. was die kleinen, die Ritter und freyen ihrem Kayser schuldig sind? GWB39,126,19 Götz
1 IV Denn mit dem Knechte zugleich bemüht sich der thätige F-e GWBHermDor IX 120 GWB8,82,18 Götz
2 III
uö b
als sittl unabhängig [
Weltl Regiment:] Nun liebt der Mensch der Ehrfurcht hehre Bande, | Er fühlt sich
f., wenn er gebändigt lebt GWB16,225 Maskenz RomantPoesie 174 Niemand ist mehr Sklave als der sich für
f. hält ohne es zu sein GWB20,261,16 Wv II 5 GWBIph
2 1828
uö mehrf ‘f. von’, auch idVbdg ‘f. und los von’ Roger Baco .. ist .. fast gänzlich
f. von Aberglauben GWBN3,224,9 FlH IV frey und los von aller Eitelkeit GWBB40,435,29 SMBethm [Anf Jan 26] GWBN5
1,362,15 Fl Nachtr
uö c
einer Verpflichtung ledig, entbunden von einem Zwang, auch im negativen Sinne: ohne Verantwortung od Bedenken; ‘f. von’, vereinzelt mit abhängigem Gen [
Meph:] Ich will mich hier zu deinem Dienst verbinden .. .. [
Faust:] Werd’ ich zum Augenblicke sagen: | Verweile doch! du bist so schön! | Dann magst du mich in Fesseln schlagen, | .. Dann mag die Todtenglocke schallen, | Dann bist du deines Dienstes
f. GWBFaust I 1704 [
Egm üb die Spanier:] die ohne Kenntniß des Landes .. schalten und walten .. und sich von jeder Verantwortung
f. wissen GWB8,269,6 Egm IV GWB27,50,10 DuW 6 GWBA(N13,351,5) NachrBergbIlmenau [Mai 81]
uö d
unabhängig, selbständig im Denken, Urteilen, Handeln α
iSv aufgeklärt, liberal, tolerant; auch negativ akzentuiert: freizügig, locker in den Sitten; vereinzelt subst neutr [
Leonore:] Hier [
in Ferrara] zündete sich froh das schöne Licht | Der Wissenschaft, des f-en Denkens an Tasso 65 Grundsätze kann man nicht fest genug bey sich stellen, was aber die Anwendung betrifft, ist es Pflicht, sich frey [> freygesinnt] und nachgiebig zu erhalten GWBB26,381 Schadow 12.11.15 K Lazzarelli hatte das Glück, in die Epoche einer sehr hohen, aber auch zugleich f-en und losen Cultur zu fallen, wo es erlaubt ist, die würdigsten Gegenstände .. parodistisch zu benutzen GWB41
1,74,24 DonCiccio GWBFaust II 6973 GWB35,120,16 TuJ GWB23,270,11 Lj VIII 9 GWBB51,265 Cotta 20.11.09
uö iZshg relig Anschauungen, kirchl Riten; freimaurerisch auch ‘der Freie’ Die Kirche selbst in jenen nordwestlichen Gegenden war noch freyer, heiterer, geistreicher als die Römische GWB34
2,29,5 KuARheinMain Plp Die jüdische Religion wird immer einen gewissen starren Eigensinn, dabei aber auch f-en Klugsinn und lebendige Thätigkeit verbreiten GWB7,43,19 DivNot beide [
Vater u Sohn] rühmten sich beigetragen zu haben, daß eine allgemein f-ere Religionsübung in den [
amerikan] Colonien stattfand GWB24,120,15 Wj I 7 GWB28,155,16 DuW 12 GWB25
1,236,5 Wj III 13 GWB3,66 Dank dSängers 10
uö β
aus eigenem Willen, ohne fremde Einwirkung; nicht festgelegt durch best Vorgaben daß er [
Wilh] in so vielen Umständen seines Lebens, in denen er
f. und im Verborgenen zu handeln glaubte, beobachtet, ja sogar geleitet worden war [
von der Turmges] GWB23,143,19 Lj VIII 1 [
Werther in einem Gespräch mit Albert üb Selbstmord] ists unerträglich, einem Kerl bey halbweg einer freyen, edlen, unerwarteten That nachrufen zu hören: Der Mensch ist trunken AA54,1 Werth
1 I [
Chor, Trauergesang üb Euphor:] Doch du ranntest unaufhaltsam |
F. in’s willenlose Netz [< Willig willenlos ins Netz] GWBFaust II 9924 So werde ich die Vorstellungsart der Evolutionisten so gut als der Epigenesisten, die bestimmte sowohl als die f-ere Zeugung .. bloß als Wort und Mittel brauchen GWBN7,8,17 Morph Vorarb 1 GWB41
1,61,10 Shakesp u kein Ende GWB26,174,2 DuW 3
uö mehrf ‘aus f-em Willen, f-em wollenden Herzen, durch f-en Entschluß, von f-en Stücken’ uä: von sich aus, selbstbestimmt, unbeeinflußt; ‘in f-em Sinne’: keine best Absichten, Zwecke verfolgend Die Gesellschaft .. muß also zu mir sagen: .. Wir wünschen, daß du dich mit Überzeugung, aus f-em vernünftigem Willen deiner Privilegien begibst GWB42
2,234,11 MuR(952) war ich .. an einen .. Fremden .. empfohlen .. Von seiner Herkunft .. habe ich nichts erfahren, indem ich mich darnach zu erkundigen Scheu trug und er von freyen Stücken hierüber mir nichts offenbarte GWBB42,171,15 CarlBernh 5.5.27 K GWB34
1,75,15 KuARheinMain GWB20,380,1 Wv II 15 GWB41
1,220,4 ÜbUrworte GWBB43,113,19 d’Alton 18.10.27
uö e
ästhet α
von [] überkommenen Regeln u Normen, auch stoffl Konventionen (mehr od weniger) unabhängig, auch iS einer spezif Freiheit der schöpferischen Phantasie bzw Gestaltung; insbes in der Poesie [
Tasso zu Leonore:]
F. will ich sein im Denken und im Dichten; | Im Handeln schränkt die Welt genug uns ein Tasso 2305 Man fühlt die Nothwendigkeit einer f-ern Form und schlägt sich auf die englische Seite. So entstehen Werther, Götz von Berlichingen, Egmont GWB35,4,14 TuJ Wer nun also, von den ersten nothwendigen Ur-Tropen ausgehend, die f-eren und kühneren bezeichnete, bis er endlich zu den gewagtesten, willkürlichsten .. gelangte GWB7,102,10 DivNot [
üb litauische Volkslieder] weder unabhängige Empfindungen noch eine freye Einbildungskraft waltet in denselben GWB42
1,306,14 NationDichtk Plp GWBB14,50,17 Meyer [22.]3.99 GWB27,109,21 DuW 7
uö in der bildKunst u Architektur als Freiheit gegenüber dem Naturvorbild bzw gegenüber den klass architekton Regeln (Säulenordnungen ua), einmal gegenüber der Sittlichkeit XV. Jahrhundert. Die gewissenhafteste porträtartige Nachahmung der Natur .. XVI. Jahrhundert. F-ere Nachahmung der Natur GWB49
1,430 TabellarVerz Boisserée [
üb Knieps sizilian Zeichnungen] Sicherheit reine Bilder zur Erinnerung mit zu nehmen. Freyes Aufnehmen der Gegenstände GWB31,341,21 ItR Plp Über die neue Rückwendung der Franzosen aus einer genialisch frey geregelten Baukunst .. zu den fünf Ordnungen des Vignola GWBTgb 16.8.27 GWB47,306,17 ÜbDilettantism Schema 1799 [G/Schiller] GWB34
2,25,18 KuARheinMain Plp GWBB48,126,7 Beuth 22.2.31 K
uö β
ohne Hilfsmittel wie Vorzeichnung, Durchzeichnung, genaue Berechnung, in Wdgn wie ‘aus f-er Hand, f-er Faust arbeiten’; auch ‘f-er Vortrag’ iGz auswendig gelerntem Vortrag so arbeitete der Künstler [
der griech Bildhauer] wohl auch aus dem Stegreife, wie denn auch jetzt nicht immer Cartone gemacht werden, dagegen auf grundirter Leinwand .. aus freyer Hand gezeichnet und dann frisch drauf los gemahlt wird GWBB29,107,25 Meyer 26.3.18 A(MPaulowna 91) Promem 8.4.29 GWBTgb 17.3.25
uö f
nicht in best Organisationsformen eingebunden α
‘die f-en Künste (u Künstler)’: anknüpfend an den traditionellen Begriff der artes liberales (als den von ‘Freien’ ausgeübten Tätigkeiten), hier für die Künste iUz den in Innungen organisierten, auch als ‘strenge Künste’ bezeichneten Handwerken; in RBacon-Übs einmal ‘f-e Wissenschaften’ iUz ‘praktische Wissenschaften’ das deutsche Wort pfuschen .. Bezieht sich auf Handwerk .. Einrichtung der Innungen .. Man darf bey der Kunst voraussetzen, daß sie gleichfalls .. gesetzlich ausgeübt werden müsse, ob gleich .. die Gesetze der sogenannten f-en Künste nur geistig und nicht bürgerlich sind GWB47,322,28 ÜbDilettantism weitSchema werden die Handwerke sogleich für Künste erklärt und durch die Bezeichnung “strenge Künste” von den “f-en” entschieden getrennt .. .. die strengen Künste dürfen sich nichts [
Läßliches] erlauben .. Betrachten wir aber die beiden, sowohl die f-en als strengen Künste .. so hat sich diese vor Pedanterei .. jene vor Gedankenlosigkeit .. zu hüten GWB25
1,220,23 u 222,25 Wj III 12 wenn man sich von gründlich überlieferter Reißkunst zur Fähigkeit der freyen Zeichnung erhoben GWBB48,139,22 Beuth [4.3.31] K [
für: liberalis] GWBN4,18,26 FlH VI
uö β
gegenüber korporativer Bindung [
betr Verbot studentischer Verbindungen] diejenigen welche ungern in die Landsm. Verbindungen getreten, werden frey, die jetzo noch übrigen Freyen beruhigt GWBB7,225,1 CarlAug 30.4.86 [Korr A1,433]
uö ebd 6
offen, unbeschwert a
ohne Scheu, unumwunden [
Tasso zu Leonore:] Wie ist die Fürstin gegen mich gesinnt? | .. Sie hat mich sehr getadelt? Rede
f. Tasso 2437 Nicht leicht unterhält man sich über dergleichen [
die Wj] mündlich; eine gewisse Scheu hält uns ab; dagegen ist man im Schreiben freyer, und man vertraut wohl sein Innerstes gern in die Ferne GWBB46,167,12 Rochlitz 23.11.29 Er [
Karl] glaubte um so f-er sich diesen Gesinnungen [
Freiheitsanbetung] ergeben zu können, als er selbst ein Edelmann war GWB18,98,27 Unterhaltungen [
Briefschluß:] Frey und ohne Rückhalt | der Ihrige | .. Goethe GWBB24,105,21 Voigt 15.1.14 GWB7,98,5 DivNot GWB16,498,23 Epimen Progr GWB25
1,237,7 Wj III 13 GWBB20,158,16 Niethammer 19.8.08
uö iSv offenherzig; ungeniert; auch in Vbdgn u Wdgn wie ‘ein f-es Wort’, ‘etw f. heraus sagen’, ‘jd geht f. heraus, ist so f.’, auch ‘auf das f-este’ Briefe Augusts [ Korr B30,270], die ich im engeren Vertrauen mittheile, da er ein wenig frey über seine Landsleute urtheilt GWBB20,47,11 Ch Schiller 15.4.08 [
Meph zum Schüler:] Besonders lernt die Weiber führen; | .. Und fasset sie, mit feurig schlauen Blicken, | Wohl um die schlanke Hüfte
f. GWBFaust I 2035 [
Marthe:] Herein! [
Meph:] Bin so
f. g’rad’ herein zu treten GWBFaust I 2897 GWB22,116,15 Lj IV 18 GWBB34,45,4 Schultz 17.12.20
uö b
unbekümmert, sorglos; mehrf idVbdgn ‘f.(-er) atmen’ uä metaphor für erleichtert, von Druck befreit sein [
üb Friederike] das artige Stumpfnäschen forschte so
f. in die Luft, als wenn es in der Welt keine Sorge geben könnte GWB27,352,3 DuW 10 [
Fernando, mBez auf Stella:] Wie vor ihrer Gegenwart alles heiter wird, alles
f.! .. Alles, was diesen Busen bedrängt, es ist weg; jede Sorge, jedes ängstliche Zurückerinnern GWB11,159,24 Stella III [
Antonio zu Leonore:] Mit fremden Menschen nimmt man sich zusammen, | .. Allein bei Freunden läßt man
f. sich gehn Tasso 1989 [
Weisl:] Es ist noch Gnade, wenn wir heimlich im Gefängniß dein [
Götzens] Todesurtheil vollstrecken. — So verlischt er vor dem Andenken der Menschen, und du kannst f-er athmen, thörichtes Herz GWB8,152,2 Götz
2 V GWB11,346 BruchstTragöd 53 GWB25
1,267,22 Wj III 14 GWBB37,193,8 August 24.8.23
uö in Vbdgn wie ‘frank und f.’, ‘froh und f.’, ‘f. und heiter’, ‘f. und freundlich’ [
Herold:] Die Kiste haben sie vom Wagen | Mit Gold und Geiz herangetragen .. [
Plutus zum Knaben Lenker:] Nun bist du los der allzulästigen Schwere, | Bist
f. und frank [leicht und frey GWB15
2,23 Var], nun frisch zu deiner Sphäre! GWBFaust II 5690 Dichten ist ein Übermuth, | Niemand schelte mich! | Habt getrost ein warmes Blut | Froh und
f. wie ich GWB6,24 Vs 4 DivSäng im Giebelfeld: Helios .. mit frei- und frohem Antlitz GWB49
2,43,15 Igeler Monument [G/Meyer] GWB4,240 In früher Zeit 1 GWB1,80 Zwischen Weizen 13 GWB33,21,7 Camp [
Zit s v frank]
uö häufig von Herz, Gemüt, Seele, auch ‘f-e Gemütlichkeit, Heiterkeit, Entzücken, Zutrauen, Unschuld’; mehrf ‘mit f-em Sinn, Mut’ uä [
Pylad:] Orest ging, die Seele
f., wie ich ihn nie gesehn .. vorwärts GWB39,379,24 Iph
1 IV 4 Die f-e Gemüthlichkeit einer Reise erlaubte mir dem Divan wieder nahe zu treten GWB36,179,14 TuJ daß der Wunsch: Hilarien .. zu sehen, auch noch befriedigt werden müsse, wenn man mit f-em Sinne diese Gegend verlassen wollte GWB24,359,17 Wj II 7 GWBN4,321,17 Fl Suppl GWBB10,205,8 Schiller 28.10.94
uö c
von souveräner Haltung, selbständiger Wesensart, ungezwungenem Betragen; großherzig, freigebig Der .. heitere Greis [
Schöpflin] stand mit leichtem f-em Wesen
[] würdig vor uns und hielt uns werth genug eine .. Rede, ohne Spur von Zwang und Pedantismus, väterlich liebevoll auszusprechen GWB28,47,23 DuW 11 [
Faust üb das Meer:] und schüttete die Wogen, | Des flachen Ufers Breite zu bestürmen. | Und das verdroß mich; wie der Übermuth | Den f-en Geist, der alle Rechte schätzt, | Durch leidenschaftlich aufgeregtes Blut | In’s Mißbehagen des Gefühls versetzt GWBFaust II 10203 [
Faust zum Kaiser, mBez auf die Errettung des Nekromanten von Norcia vor dem Flammentod:] Die freye [Freiherzige GWBFaust II 10620] Wohlthat wuchert reich GWB15
2,141 Var Wie komm ich heut unsicher schreitend zu Euch hin | Die muthig sonst durch Eure freygeschenckte Gunst belebt | Hervortrat GWB13
2,239,2 Theaterrede? Plp GWBT1,228,24 v 25.9.86 GWB4,17 Dem Fsten Hardenberg 7 GWB28,315,19 DuW 15
uö insbes vom Künstler u seiner Existenz Wenn der König [
Friedr II vPreuß] meines Stücks [
‘Götz’] in Unehren erwähnt .. Ein Vielgewaltiger, der Menschen zu Tausenden mit einem eisernen Scepter führt, muß die Production eines f-en und ungezogenen Knaben unerträglich finden GWBB5,145,14 JVoigts 21.6.81 [
G in Ital] Die Revolution .. die jetzt in mir vorgeht, ist die in jedem Künstler entstand, der lang emsig der Natur treu gewesen .. er fühlte eine innere Art von Verklärung sein selbst, ein Gefühl von freyerem Leben, höherer Existenz GWBT1,251,10 v 30.9.86 [
für: libero] GWB43,25,11 Cell I 1 GWB24,370,18 Wj II 7 GWBB31,158,14 Blumenthal 28.5.19 GWB7,134,15 DivNot KünftDiv
uö Elke Umbach E. U.